AGM-12 Bullpup



Ein AGM-12C Bullpup B. Dahinter ist der kleinere AGM-12B zu erkennen. Picture by www.wpafb.af.mil

Die drahtgelenkte AGM-12 Bullpup war die erst Luft-Boden-Rakete, die in größeren Stückzahlen produziert wurde. Die enttäuschenden Ergebnisse der Brückenbombardements im Koreakrieg trieb die Navy zur Entwicklung der AGM-12. Die ASM-N-7 Bullpup wurde zum erstenmal in Übersee im April 1959 eingesetzt, als die VA-212, ausgerüstet mit FJ-4B Furies, an Bord der USS Lexington in den Westpazifik unterwegs war, um sich der 7. Flotte anzuschließen. Im August 1959 war die VA-34 von der Ostküste, ausgerüstet mit F-4Ds, an Bord der USS Saratoga unterwegs ins Mittelmeer um sich der 6. Flotte anzuschließen. Dies erweiterte das Einsatzgebiet der AGM-12 auf den Mittelmeerraum.


Die originale ASM-N-7 Bullpup wurde 1960 zu einer verbesserten Version, der ASM-N-7A, weiterentwickelt, die 1962 in AGM-12B Bullpup-A umbenannt wurde. Die zweite Produktion fand bei W.L. Maxson statt und wurde 1970 nach 22.100 produzierten Exemplaren gestoppt. 
Die AGM-12C Bullpup B war eine vergrößerte Nachfolgeversion der ersten radiogelenkten Version. Sie trug einen 1.000 Pfund (454 kg) halbpanzerbrechenden Gefechtskopf in der erweiterten Mittelsektion. Als größtes Exemplar der Bullpup-Serie sieht die AGM-12C auch etwas anders aus. Sie unterscheidet sich von den anderen Versionen durch ihre wesentlich größeren Steuerflächen. Die Rakete wog 810 kg und besaß einen 13.608 kg starken Flüssigtreibstoffraketenmotor, der ihr eine Reichweite von etwa 18,5 km verlieh. Der Pilot steuerte die Rakete in dem er auf die Heckleuchte der Rakete in Relation zu seiner Sichtlinie zum Ziel schaute. Die Steuerkommandos wurden über einen der 24 verfügbaren Funkkanäle an die Rakete weitergeleitet. Die Bullpup B wurde 1965 bei der USAF eingeführt und wurde von F-105 Thunderchiefs und F-4 Phantoms im Vietnamkrieg getragen. Ihr kleiner Gefechtskopf war aber viel zu harmlos gegen die nordvietnamesischen Brücken. Die Walleye der Navy erledigte ihren Job besser.


Die AGM-12D war eine nukleare Variante, ursprünglich als GAM-83B bekannt, aber als AGM-12D reklassifiziert. Diese Variante sah dem B-Modell sehr ähnlich, hatte aber einen geringfügig größeren Durchmesser der es ermöglichte entweder einen konventionellen oder einen taktischen Nuklearsprengkopf zu tragen. 
Die AGM-12E hatte einen Streugefechtskopf zum Einsatz gegen Flak-Stellungen, aber es wurden nur 840 gebaut. Die AGM-12C/E wurden in der Mitte der siebziger Jahre von der USAF außer Dienst gestellt. Andere Nutzer waren unter anderem die Royal Navy und viele NATO-Staaten. Einige Bullpups sind immer noch im Dienst, hin und wieder auch in Bodenangriffstrainingsprogrammen. Die AGM-83 Bulldog war eine lasergelenkte Variante, die aber nie produziert wurde.



Bezeichnung der Flugkörpers: AGM-12C Bullpup B
Typ: Luft-Boden-Flugkörper
Hersteller: Martin Marietta
Baujahr: 1959 (A-Modell)
Antrieb: Flüssigkeitsraketenmotor
Schub (kg): 13.608
Höchstgeschwindigkeit (km/h): 2.149 (Mach 1,8)
Reichweite (km): 18,5
Gewicht (kg): 810
Länge (m): 4,145
Durchmesser (cm): 45,7
Spannweite (m): 1,219
Gefechtskopf: 454 kg (1.000 Pfund) Hochexplosivsprengstoff
Produktionszahlen: 22.100 AGM-12A/B
4.600 AGM-12C
800 AGM-12E


 

Text by Jetpilot. Letztes Update:  7. September 2007