F-16 Fighting Falcon



Einer der beiden YF-16 Prototypen im Flug (Pictures by Edwards AFB, USAF)

Entwicklungsgeschichte

Bereits 1965 begann die USAF mit der Suche nach einem kostengünstigen, leichten Jäger. Dieser sollte den neuen, primären Luftüberlegenheitsjäger, der im Rahmen des FX-Fighterwettbewerbs entwickelt wurde, ergänzen. Der neue Leichtjäger sollte zudem das Pendant zu sowjetischen Frontjägern wie der MiG-21 „Fishbed“ darstellen. Daraufhin begann General Dynamics 1970 mit der Entwicklung der F-16 Fighting Falcon. 1972 schrieb die USAF dann einen Leichtjägerwettbewerb (LWF – Light Weight Fighter) aus. Gefordert wurde ein einfach zu wartender, kleiner, kostengünstiger, Tag und Schönwetter Leichtjäger. Das Flugzeug sollte als neuer Standardjet die F-5A/B Freedom Fighters und F-104 Starfighters bei der USAF ersetzen, sowie die F-4 Phantom II ergänzen. Zwei Prototypen, mit der Bezeichnung YF-16, wurden zunächst gebaut. Der Erstflug erfolgte schließlich am 2. Februar 1974. Zu diesem Zeitpunkt stand die YF-16 noch im Konkurrenzkampf mit der Northrop YF-17, aus der später die F/A-18 Hornet abgeleitet wurde. Die Viper, wie die F-16 auch genannt wird, konnte sich jedoch letztendlich durchsetzen. 1975 startete bereits die Serienproduktion. Zunächst wurden acht F-16A/B Block 0 Vorserienmaschinen für das Flugerprobungsprogramm gebaut. Ab August 1978 begannen die Auslieferungen der ersten Maschinen des Block 1 Standards. Bis 1987 wurden die A/B Modelle der F-16 Fighting Falcon in den Block Versionen 1, 5, 10 und 15 produziert. In den 90er Jahren folgte dann, speziell für den Export nach Taiwan, der Bau der F-16A/B Block 20. Bereits 1984 begann die Serienproduktion der verbesserten F-16C/D Fighting Falcons des Blocks 25. Es folgten die Versionen Block 30/32 welche sich nur durch ihre Triebwerke unterschieden und die so genannten Night Falcons der Blöcke 40/42. Seit Anfang der 90er Jahre befinden sich nun auch die F-16C/D Block 50/52 in der Produktion. Die neusten Modelle sind die Block 60 Maschinen für die VAE (Vereinigte Arabische Emirate).
Inzwischen befindet sich die F-16 seit fast 25 Jahren im Einsatz. Zum Zeitpunkt ihrer Einführung war sie das wendigste Kampfflugzeug der Welt und führte auch viele technologische Neuerungen ein. Auch heute noch gilt sie als Maßstab für moderne Militärflugzeuge. Im Laufe der Jahre konnte die Kampfkraft der Viper jedoch um mehr als das vierfache gesteigert werden. Die neusten Versionen sind voll nacht- und allwetterflugtaugliche Mehrzweckjäger und mit neuer Ausrüstung ist die F-16 auch für das 21. Jahrhundert gerüstet. Voraussichtlich wird sie noch bis 2030 im Einsatz bleiben. Die Produktion jedenfalls ist mindestens bis 2009 gesichert. Bis dahin werden dann wohl etwa 4.500 Vipers aller Versionen produziert worden sein.
Die F-16 hat sich bereits mehrfach im Gefecht bewährt und ist damit ein kampferprobtes Muster. 71 Luftziele, zahlreiche SAM’s, Radaranlagen und andere bewegliche und statische Bodenziele konnten von der F-16 im Laufe zahlreicher Konflikte zerstört werden. Darum ist Lockheed Martin (ehemals General Dynamics) auch weiterhin darum bemüht die F-16 international zu vermarkten.



Eine F-16 der 13th Fighter Squadron, die normalerweise auf der Misawa AB, Japan zuhause ist, während einer Red Flag Übung über Nellis AFB (Picture by USAF)

Design & Struktur

Während die F-16 ursprünglich als kleiner Leichtjäger konzipiert wurde, ist sie heute alles andere als ein solcher. Sie ist zwar nach wie vor sehr klein, aber die Leermasse ist um ca. 1/3 angestiegen und das obwohl sich die Abmessungen kaum verändert haben.

Die F-16 wiegt je nach Block-Version unbeladen zwischen ca. 8.500 kg und 8.800 kg. Die stabile Struktur des Jets erlaubt es ihm jedoch eine maximale Startmasse zu erreichen, die dem Doppelten des Eigengewichtes entspricht. Die maximale Startmasse der modernen F-16C/D wird mit 19.187 kg angegeben. Die Flugzelle des Jets besteht zu 83% aus Aluminium, zu 5% aus Stahl, zu 2% aus Carbon, zu 2% aus Titan und zu 8% aus anderen Materialien.
Was das aerodynamische Design der Fighting Falcon anbelangt, so wurde sie für hohe Wendigkeit und Manövrierfähigkeit ausgelegt. Die F-16 ist ein schlanker Jäger, mit LERXes, trapezförmigen ca. 40° stark gepfeilten Tragflächen (mit Vorflügelklappen und Klappen an den Hinterkanten), großen, beweglichen Höhenflossen, einem hohen Seitenleitwerk mit großem Seitenruder, zwei kleinen Kielflossen und vier Luftbremsen im Heck. Als erster Jäger überhaupt, besaß die F-16 einen halbkreisförmigen Lufteinlauf unter dem Rumpf. Die Maschine ist zudem aerodynamisch instabil ausgelegt und mit einer vierfach redundanten Fly-by-Wire (FBW) Flugsteuerung ausgestattet. Die Viper war der erste elektronisch gesteuerte Einsatzjet der Welt.
Die geringen Abmessungen in Kombination mit dem goldgetönten Kabinendach sorgen auch für eine geringe Radarrückstrahlfläche von nur etwa 5 m² (frontaler RCS).



Antrieb

Die ersten Fighting Falcons wurden von einem Pratt&Whitney F100-PW-100 Turbofan angetrieben, welcher einen Nachbrennerschub von 10.800 kg erzeugt. Das Triebwerk galt jedoch als ziemlich unzuverlässig. Später wurde dann das F100-PW-200 Triebwerk eingerüstet, das ebenso stark aber wesentlich zuverlässiger war. Dieses Triebwerk kam auch bei den Maschinen der Blöcke 25, 32 und 42 zum Einsatz. Die F-16C/D Block 30/40 erhielten das stärkere aber auch schwerere General Electric F110-GE-100 Triebwerk, das einen Schub von 62,3 kN ohne und 128,9 kN mit Nachbrenner erzeugt. Die Block 50 Maschinen besitzen das abermals stärkere F110-GE-129 Triebwerk, das einen Schub von 131,65 kN liefert. Die Block 52 Maschinen sind mit dem leichteren F100-PW-229 Turbofan ausgestattet. Dieser erzeugt einen Nachbrennerschub von 129,49 kN.
Die internen Tanks besitzen ein Fassungsvermögen von 3.162 kg bei den Einsitzern und 2.567 kg bei den Doppelsitzern.



Testlauf des Nachbrenners eines F-16 Triebwerks (Pictures by USAF)

Flugleistungen & -eigenschaften

Die moderne Aerodynamik, in Kombination mit FBW und dem schubstarken Triebwerk, machen die Viper zu einem relativ leistungsfähigen Jet. Die F-16 erreicht so Spitzengeschwindigkeiten von über 2.125 km/h (Mach 2+) in großen Höhen und von 1.472 km/h (Mach 1,2) auf Meereshöhe. Die Dienstgipfelhöhe beträgt ca. 15.240 m. Das gute Schub-/Gewichtsverhältnis verleiht der Fighting Falcon eine starke Beschleunigung und eine hohe Steigleistung. Auf Meereshöhe kann der Jet so mit bis zu 254 m/s steigen. Vom Start an benötigt die Maschine etwa 3,5 min um auf 10.800 m zu steigen und auf Mach 1,6 zu beschleunigen. Beeindruckend ist auch die Beweglichkeit des Jets. Als erster Jäger der Welt war die F-16 dabei im Stande, ein Lastvielfaches von 9 g zu erreichen und dauerhaft zu halten. Die F-16 leistet auch hohe g-Kraft Anstiegsraten von bis zu 5 g/s. Somit sind kurzzeitig Wenderraten von bis zu 26 °/s und mehr und dauerhaft von bis zu 21,7°/s möglich. Die Maschine erreicht Rollraten von bis zu 270°/s und Anstellwinkel von 25°. Das Flugsteuerungssystem der F-16 begrenzt die g-Kräfte und Anstellwinkel auf ein sicheres Niveau und verhindert somit, dass das Flugzeug überbelastet wird. Auch ist die F-16 dank FBW sehr gut handhabbar. Allerdings sind die Langsamflugeigenschaften und die Leistungen in großen Höhen nicht sonderlich überragend. Der Einsatzradius beträgt bis zu 1.605 km mit vollen Zusatztanks. Standardmäßig wird er mit 925 km für einen Luft-Luft Einsatz und mit 650 km für einen Angriffseinsatz angegeben, die Überführungsreichweite beträgt bis zu 4.215 km. Zur Reichweitenerhöhung besitzt die Maschine auch die Option zur Luftbetankung. Ein Betankungseinlass, der die Tankrohrbetankmethode erfordert, ist in der Mitte des Rumpfrückens angebracht.



Einsatzfähigkeit

Schon immer hat sich die F-16 durch eine hohe Zuverlässigkeit und einfache Wartung ausgezeichnet. Die Verfügbarkeit soll bei bis zu 95 % liegen. Der Wartungsaufwand beträgt 12 Mannwartungsstunden pro Flugstunde. Alle neueren Modelle der F-16 sind zudem voll nacht- und allwetterflugtauglich. Die F-16 ist außerdem im Stande, von relativ kurzen Pisten aus zu operieren. Die Startstrecke liegt bei nur 533 m und die Landestrecke bei 762 m. Einige Vipers sind auch mit Bremsschirmen ausgestattet, wodurch sich die Landestrecke weiter verkürzen lässt.



Draufsicht auf eine F-16C der 140th FW, 120th Fighter Squadron, Colorado ANG mit Tiger Meet-Sonderlackierung (Picture by USAF)

Cockpit

Das Cockpit der F-16 ist relativ eng, gilt aber dennoch als bequem. Es bietet eine exzellente Rundumsicht, was sowohl im Gefecht als auch im Flug allgemein sehr vorteilhaft ist. In den neueren Modelle (ab Block 50/52) sind auch Sauerstofferzeugungssysteme an Bord (OBOGS-On Board Oxygen Generating System) untergebracht. Der Pilot sitzt auf einem ACES-II Null-Null Schleudersitz, welcher um 30° zurückgeneigt ist. Dies erhöht die g-Toleranz des Piloten. Die Steuerung basiert, wie bei allen modernen Jets, auf dem HOTAS-Konzept. Erstmals in einem Kampfflugzeug überhaupt wurde bei der F-16 ein Seitensteuerknüppel (Sidestick) eingebaut. Auch ein Stimmwarn-/Informationssystem (VMS-Voice Message System) ist vorhanden.
Die Instrumentierung umfasst, neben mehreren analogen Backup Instrumenten und Lampen, auch das ICP (Integrated Control Panel) und das digitale Dateneingabegerät (DED-Digital Entry Display). Hinzu kommen einige digitale Anzeigen, ein runder, monochromer Radarwarnbildschirm und zwei monochrome Multifunktionsanzeigen (MFD’s – Multi Function Displays). Diese sind von jeweils 20 Eingabetasten umgeben und können diverse Informationen wie z.B. Radar, LANTIRN, RWR Bilder usw. anzeigen. Ergänzend hinzu kommt ein modernes HUD. Bei den so genannten Night Falcons F-16C/D Block 40/42 sind Weitwinkel HUDs eingebaut, auf die auch FLIR-Bilder projiziert werden können. Die Cockpits neuerer Viper Versionen sind auch kompatibel mit Nachtsichtbrillen.



Das Cockpit der YF-16 ist mit seinen analogen Anzeigegeräten der reinste Uhrenladen (Picture by USAF)

Nur noch wenige Rundinstrumente in dem Cockpit der neuesten Version der F-16 (Picture by Lockheed Martin)

Avionik

Die moderne Avionik der F-16 Block 50/52 umfasst unter anderem neben mehreren Prozessoren R-5.000, auch sechs MIL STD-1553B Datenbusse, die üblichen Fluginformationssysteme einschließlich zweier Hi-8 Videoaufzeichnungsrekorder. Zur Kommunikation ist die F-16 mit  zwei ARC-232 UHF/VHF Funkgeräten ausgestattet. Für eine Erleichterung der Landung steht auch ein ILS (Instrument Landing System) Gerät inklusive VOR zur Verfügung. Des weiteren ist ein TACAN-Funknavigationsgerät (Tactical Air Navigation) Collins AN/ARN-153 vorhanden. Für die Navigation ist die Viper mit einem Radarhöhenmesser Gould AN/APN-232, einem Honeywell Laser-Trägheitsnavigationsgerät (LINS-Laser Inertial Navigation System) und einem GPS-Empfänger (Global Positioning System) ausgestattet. Die Autopilotenanlage der Fighting Falcon kennt Funktionen wie automatischen Geradausflug, Fluglagestabilisierung oder auch Wegpunkteverfolgung.
Die Verteidigungsausrüstung umfasst einen modernen Radarwarner AN/ALR-56M und Chaff-/Flare Dispenser AN/ALE-47 mit 90 Patronen. Das Eloka System der F-16 (Elektronische Kampfführung) ist frei programmierbar und ermöglicht unter anderem das automatische Aktivieren externer ECM-Behälter und der Täuschkörperdispenser. Frühere Vipers waren mit ALR-69 Radarwarnern und AN/ALE-40 Dispensern mit 60 Patronen ausgerüstet. 
Das Feuerleitsystem der F-16 beinhaltet das digitale Impulsdoppler Multimode Radar AN/APG-68. Es handelt sich hierbei um eine weiterentwickelte Version des AN/APG-66 Radars, wie es in den früheren F-16A/B und den ersten F-16C/D zum Einsatz kam. Die Maschinen der Blöcke 50/52 sind mit der Version AN/APG-68(V5) ausgestattet. Diese verwendet eine mechanisch bewegte Antenne, die einen Bereich von je +/- 60° in der Horizontalen und Vertikalen abtasten kann. Im Luft-Luftbetrieb bietet es eine Suchreichweite von maximal fast 300 km. Eine Erfassung von Luftzielen ist allerdings erst ab ca. 150 km bei größeren Zielen und ab ca. 80 km bei kleineren Zielen wie Jagdflugzeugen möglich. Das Radar ist einigermaßen störungsresistent und zuverlässig. Auch Look up/down / Shoot up/down Fähigkeiten werden geboten. Zu den AA-Betriebsarten gehören Langstreckensuche (LRS), Zielsuche mit gleichzeitiger Entfernungsmessung (RWS), Zielverfolgung bei gleichzeitiger Suche nach weiteren Zielen (TWS), Geschwindigkeitssuche (VS) und verschiedene Luftnahkampfmodi mit automatischer Erfassung (ACM). Auch Submodi wie Situativer Gegenwärtigkeitsmodus (SAM) oder Einzelzielerfassung (STT) sind möglich. Außerdem beinhaltet das Radar eine nichtkooperative Zielerkennungsfunktion (NCTR). Im TWS Modus können mindestens 10 Ziele gleichzeitig verfolgt werden.
Zu den zahlreichen Luft-Bodenmodi gehört das Erstellen hochauflösender Radarkarten (GM) mittels SAR, das erfassen statischer Bodenziele (FTT), das Verfolgen von beweglichen Boden- und Seezielen (GMT und SEA). Auch Luft-Boden Entfernungsmessung und Einfrierfunktionen sind vorhanden. Die Fighting Falcons der USAF sind selbst nur mit IFF Receivern nicht aber mit Transpondern ausgestattet. Die Maschinen für den Export werden mit modernen AIFF Geräten vom Typ AN/APX-113 ausgerüstet. Optional können auch Nachtsichtbrillen (NVG - Night Vision Goggle) getragen werden.
Einige F-16 verschiedener Betreiber sind auch mit anderen Systemen ausgestattet. Die Israelischen z.B. verfügen über eigene Eloka-Systeme und DASH-IV Helmvisiere.



F-16D der South Carolina Air National Guard (Hill AFB, Juli 2000, Picture by USAF)

Bewaffnung

Für die F-16 ist eine breitere Palette an Waffen zugelassen als für jeden anderen Jäger der Welt. Intern ist die F-16 mit einem General Electric M61A1 Vulcan 20 mm Gatlingkanone ausgestattet. Dieses sechsrohrige Geschütz ist im linken Tragflächenansatz installiert und mit 515 Schuss aufmunitioniert. Die Feuerrate beträgt bis 6.000 Schuss pro Minute. In erster Linie ist es gegen Luftziele geeignet.
Ansonsten kann die F-16 extern, verteilt über elf Aufhängungspunkte, bis zu 9.276 kg an Waffen mitführen. Die Maschine besitzt unter anderem zwei Raketenschienen an Flügelspitzen, sechs Aufhängungen unter den Flügeln, zwei vorne am Lufteinlass und einen auf der Rumpfmittelachse. Zur Reichweitenerhöhung kann die Maschine mit zwei 1.400 l oder 2.271 l Zusatztanks und einem 1.040 l Unterrumpftank bestückt werden. Auch lassen sich verschiedene Aufklärungsbehälter und ECM-Behälter der Typen AN/ALQ-119/131/172 und 184 tragen. Für Präzisionsangriffe stehen LANTIRN (Low Altitude Navigation and Targeting Infrared for Night) Navigations -und Zielerfassungsbehälter AN/AAQ-13 und –14 zur Verfügung. Allerdings lassen sich auch Litening II und andere Zielerfassungsbehälter mitführen. Inzwischen befindet sich der moderne SniperXR Zielerfassungsbehälter in der Einführung, der das veraltete LANTIRN-System ersetzen soll. Einige Block 50/52 Maschinen der USAF können auch mit ASQ-213 HARM-Zielbehältern bestückt werden, was einen effektiveren Einsatz von HARM Radarabwehrraketen ermöglicht. 
Zu Bewaffnung der Viper gehören maximal sechs Luft-Luft Lenkflugkörper AIM-9P/M Sidewinder und AIM-120 AMRAAM. Einige Modelle können auch mit zwei AIM-7 Sparrow bestückt werden. Für Angriffseinsätze stehen Sprengbomben Mk-82/84 und die verzögerten Versionen BSU-49/50, Tiefenbomben BLU-109, Anti-Pistenbomben BLU-107 Durandal, Streubomben CBU-52/58/71/87/89/97 und auch Mk-20D Rockeye II, E-Bomben CBU-94 und Raketenwerfer LAU-3A zur Verfügung. Auch andere Waffentypen lassen sich einsetzen. Die neueren Vipers können mit diversen präzisionsgelenkten Waffen wie TV- und IR-gesteuerten AGM-65B/D/G Maverick, lasergelenkte Bomben GBU-10/12 Paveway II und GBU-24A/B Paveway III sowie mit Radarabwehrraketen AGM-88B HARM II bestückt werden. In die F-16 einiger anderer Nationen sind zudem weitere Waffen wie zum Beispiel die IR-gesteuerten Anti-Seezielraketen AGM-119 Penguin oder die Luftkampfraketen Phyton III&4 integriert.




Einsatzrollen

Dank der breiten Palette an Waffensystemen und der flexiblen Avionik, lässt sich die F-16 sehr vielseitig einsetzen. Sie verfügt somit über Swing-Role Fähigkeiten. Das heißt, sie kann während eines Einsatzes von der Luft-Luft zur Luft-Boden-Rolle wechseln und umgekehrt. Die F-16 kann als Jäger zur Bekämpfung feindlicher Flugzeuge, zur Gefechtsfeldunterstützung, für konventionelle und auch für Präzisionsangriffe, zur Bekämpfung gegnerischer Flugabwehrsysteme, teilweise zur Seezielbekämpfung und auch zur Aufklärung eingesetzt werden. Es muss jedoch berücksichtigt werden, dass nicht alle F-16 gleich ausgerüstet und bewaffnet sind. Dadurch lassen sich einige Maschinen auch nicht so vielseitig einsetzen.



Verbesserungen

Bereits jetzt befinden sich modernere Versionen der F-16, wie die Block 50+/52+, in der Einführung. Zu den Verbesserungen gehören unter anderem ein Cockpit mit drei Farbdisplays anstelle der beiden monochromen und einer Reihe analoger Instrumente. Auch wesentlich leistungsfähigere modulare Prozessoren, ein JHMCS Helmvisier (Joint Helm Mounted Cueing System) sowie ein LINK16/MIDS Datenlink sollen eingerüstet werden. Vorgesehen sind auch modernere AN/ALR-74 Radarwarner und eine neue Version des Radars steht ebenfalls zur Verfügung. Das AN/APG-68(V9) bietet eine um 25% gesteigerte Reichweite, eine höhere Störungsresistenz und Zuverlässigkeit und auch eine höhere Auflösung im SAR Modus. Auch die Integration neuer Waffensysteme wie GPS gesteuerte Bomben JDAM, Lenkwaffendispenser JSWD oder Marschflugkörper AGM-158 JASSM soll erfolgen, ebenso wie die hochagile AIM-9X. Optional können in der Nase auch FLIR Sensoren und am Rumpfrücken konforme Zusatztanks (CFT) mit einem Fassungsvermögen von 1.900 l angebracht werden. Die Block 60 "Desert Falcon" Maschinen der VAE sollen standardmäßig die CFT’s erhalten und mit dem schubstärkeren F110-GE-132 ausgestattet werden, das einen Schub von ungefähr 142,24 kN erzeugt. Im Cockpit sind drei Displays eingebaut, die Maschinen besitzen einen internen ECM-Störsender AN/ALQ-165, in die Nase eingebaute FLIR-Sensoren, Helmvisier und das APG-80 Radar mit einer Antenne mit aktiver elektronischer Strahlschwenkung. Auch Abstandslenkwaffen wie die AGM-142 sollen in die F-16C/D Block 60 der VAE integriert werden.



Montage der F-16 im Lockheed Martin Werk Fort Worth, Texas (Picture by Lockheed Martin)

Bezeichnung des Flugzeugs: F-16 Fighting Falcon
Typ: Mehrzweckkampfflugzeug
Hersteller: Lockheed Martin
Erstflug: 02.02.74
Besatzung: 1 (A/C), 2 (B/D)
Antrieb: 1 x Pratt&Whitney F100-PW-229 (Block 52) oder ein General Electric F110-GE-129 (Block 50)
Nachbrennerschub: 129,49 kN (PW-229)
131,65 kN (GE-129)
Höchstgeschwindigkeit: >2.125 km/h (>Mach 2)
Geschwindigkeit auf Meereshöhe: 1.472 km/h (Mach 1,2)
Steigrate: 254 m/s
Wenderate: kurzzeitig: >26°/s
dauerhaft: 21,7°/s
Rollrate: 270°/s
Dienstgipfelhöhe: 15.240 m
Startrollstrecke: 533 m
Landerollstrecke: 762 m
Einsatzradius: 650 bis 1.605 km
Überführungsreichweite: 3.891 bis 4.215 km
g-Limits: -3 g/ +9 g
Anstellwinkel: 25°
Gewicht: Leergewicht: ~8.500 bis 8.800 kg
maximales Startgewicht: 19.187 kg
Länge: 15,03 m
Höhe: 5,09 m
Spannweite: 9,45 m
Flügelfläche: 27,87 m²
Bewaffnung: - 1 M61A1 Vulcan 20 mm Gatlingkanone (515 Schuss)
- 11 Aufhängungspunkte
- Waffenzuladung 9.276 kg
mögliche Waffenlasten: Luft-Luft-Waffen:
- AIM-9 Sidewinder
- AIM-120 AMRAAM
- AIM-7 Sparrow
- Python III/4
Luft-Boden-Waffen:
- Spreng-, Streu-, Antipistenbomben
- LAU-3A
- AGM-65B/D/G Maverick
- AGM-88 HARM
- GBU-10/12 Paveway II
- GBU-24 Paveway III
- JDAM
- JASSM
- JSWD
- AGM-119 Penguin
- Zusatztanks: 1.040 l, 1.400 l, 2.271 l
- ECM-Behälter: AN/ALQ-119/131/172/184
- Zielerfassungs-/Markierungsbehälter AN/AAQ-13/14, SniperXR/PANTERA, Litening II
Die F-16 Nutzer: USAF, USN (nur als Aggressoren), Norwegen, Dänemark, Belgien, Niederlande, Portugal, Griechenland, Türkei, Ägypten, Israel, Jordanien, Bahrain, Singapur, Indonesien, Taiwan, Thailand, Venezuela, Südkorea, Polen
künftige Betreiber sind: VAE, Oman, Chile, Italien (Leasing), Slowakei (Leasing)

Der mit einem Deltaflügel ausgestattete Erprobungsträger F-16XL (NASA 849) mit gezündetem Nachbrenner während des "Sonic Boom" Forschungsprogramms (Picture by NASA Dryden Flight Research Center).

Die F-16 AFTI (Advanced Fighter Technology Integration) diente im Rahmen eines Gemeinschaftsprogramms zwischen NASA und USAF zur Erforschung neuer Technologien wie sprachgesteuerter Befehlseingaben, Helmvisiere oder der Integration von Canard Vorflügeln. (Picture by NASA Dryden Flight Research Center)



Interne Links zum Thema

M61 Vulcan

AIM-9 Sidewinder



Weiterführende Literatur/Links.

Tom Clancy, Fighter Wing, Heyne
Offizielle Herstellerseite von Lockheed Martin
F-16 Homepage von Lieven Dewitte & Stefaan Vanhastel, www.f-16.net



 

Text by manuk; Korrektur: Dirk, Tobit, UncleK, Tschixel. Letztes Update:  7. September 2007