Arado Ar 68



Ar 68 E-1 mit dem Jumo 210Ea Motor

Geschichte

Die Arado 68 war der letzte Doppeldecker der deutschen Luftwaffe. Zusammen mit der Heinkel He 51 bildete sie ab 1935 die Erstausstattung der deutschen Jagdverbände. Allerdings war der Doppeldecker schon zu dieser Zeit veraltet, da er nicht in Ganzmetallbauweise, sondern noch mit einem konventionellen stoffbespannten Stahlrohrrahmen ausgelegt war. Und so wurde die Ar 68 bereits ab dem Sommer 1938 durch den viel moderneren Eindecker Messerschmitt Bf 109 ersetzt. Bei Ausbruch der Zweiten Weltkrieges war nur noch eine Jagdgruppe mit der Maschine ausgerüstet. Doch während die Ar 68 zu Beginn des Krieges noch als vorläufiger Nachtjäger diente, wurde sie schon im Frühling 1940 nur noch als Übungsflugzeug für die Jagdfliegerschulung genutzt.
Es gab zwei verschiedene Varianten der Arado 68: Zum einen die Ar 68 F mit dem 750 PS (559 KW) starken BMW VI U Motor und dann noch die Ar 68 E, die mit dem stark überarbeiteten Junkers-Triebwerk Jumo 210 die Hauptvariante der Produktion darstellte. Von einer dritten Variante, der Ar 68 H, wurde nur noch ein Prototyp (D-ISIX) gebaut. Diese Version sollte den Sternmotor BMW 132 Da erhalten, der mit einer Leistung von 800 PS eine weitere Leistungssteigerung bedeutet hätte. Da das Muster zu diesem Zeitpunkt aber schon hoffnungslos veraltet war, wurde dies nicht weiter verfolgt. 



Eine Ar 68 F-1 mit dem BMW VI Zwölfzylindermotor

Technik

Zelle

Der Rumpf der Ar 68 bestand aus einem konventionellen Stahlrohrahmen, dessen verschweißte Rohre über einen ovalen Querschnitt verfügten. Motor und Cockpit waren mit Blechen verkleidet, während das Heck stoffbespannt war. Auch das Leitwerk besaß in seiner T-Form mit den ausgeglichenen Höhen- und Seitenrudern einen gewöhnlichen Aufbau. Das Höhenruder war durchgehend, sprich es gab nicht links und rechts des Rumpfes ein einzelnes Ruder, sondern ein großes über die ganze Breite. Wie das Rumpfheck hatte das komplett aus Holz gebaute Leitwerk eine Stoffbespannung.

 

Flügel

Die Ar 68 war als Doppeldecker mit einem dreiteiligen Oberflügel und einem kleineren, zweiteiligen Unterflügel entworfen worden. Beide Flügel hatten ein Holzgerüst mit zwei tragenden Holmen und einer Stoffbespannung. Das Mittelstück des oberen Flügels saß mit zwei vor dem Cockpit angebrachten N-förmigen Streben auf dem Rumpf, während die äußeren Flügelhälften ebenfalls mit N-Streben verbunden waren. Die geteilten Schlitzklappen am oberen Flügel waren innen als Landeklappen und außen als Querruder ausgebildet. Der untere Flügel besaß dagegen nur Querruder.

 

Antrieb

Sowohl der Jumo 210 der E-Version als auch der BMW VI der Ar 68 F wirkten über eine hölzerne Zweiblatt-Starrluftschraube mit einem Durchmesser von 3,10 m. Auch wurden bei beiden Ausführungen 200 Liter Treibstoff und 27 Liter Schmierstoff mitgeführt. Die luftgekühlten Zwölfzylindermotoren waren mit einer stromlinienförmigen Verkleidung in der Rumpfspitze des Flugzeuges untergebracht. Während das 750 PS starke BMW-Triebwerk aber in \/-Form eingebaut wurde, saß der Jumo 210 in seiner hängenden Bauform gerade anders herum, in /\-Stellung auf der Motoraufhängung. Die fast 100 zusätzlichen PS des BMW VI verbesserten die Höchstgeschwindigkeit aber nicht, lediglich die Steigrate und Reichweite stieg an, während die maximal erreichbare Flughöhe sogar abnahm. Dies lag vor allem daran, dass er im Gegensatz zum Jumo 210 über keinen Höhenlader verfügte.



Ar 68 E-1

Bezeichnung des Flugzeugs: Arado Ar 68 E Arado Ar 68 F
Typ: Jagdflugzeug Jagdflugzeug
Hersteller: Arado Flugzeugwerke GmbH, Babelsberg Arado Flugzeugwerke GmbH, Babelsberg
Besatzung: 1 1
Antrieb: 12-Zylinder V-Motor Junkers Jumo 210 Da 12-Zylinder V-Motor BMW VI U
Leistung: 640 PS 750 PS
Höchstgeschwindigkeit: 335 km/h in 2.650 m Höhe 330 km/h in Bodenhöhe
Landegeschwindigkeit: 95 km/h 97 km/h
Steigrate: 755 m/min 780 m/min
Dienstgipfelhöhe: 8.100 km 7.400 m
Kraftstoffvorrat: 200 l 200 l
Einsatzradius: 415 km 500 km
Gewicht: Leergewicht: 1.600 kg
maximales Startgewicht: 2.020 kg
Leergewicht: 1.600 kg
maximales Startgewicht: 2.020 kg
Länge: 9,50 m 9,50 m
Höhe: 3,28 m 3,28 m
Spannweite: 11,00 m 11,00 m
Flügelfläche: 27,30 m² 27,30 m²
Bewaffnung: 2 x 7,92 mm MG 17 an der Oberseite des Vorderrumpfes, externe Bombenlast von bis zu 60 kg 2 x 7,92 mm MG 17 an der Oberseite des Vorderrumpfes, externe Bombenlast von bis zu 60 kg


 

Text by UncleK. Letztes Update:  7. September 2007