Bismarck-Klasse

Schlachtschiffe


Das Schlachtschiff Bismarck von vorn

Das deutsch-englische Flottenabkommen vom 18. Juni 1938 erlaubte dem Deutschen Reich Großkampfschiffe mit einer Gesamttonnage von bis zu 183.750 ts zu bauen. Davon waren 82.000 ts bereits mit den kleineren Schiffen der Deutschland- und Scharnhorst-Klasse belegt. Deutschland beschloss nun, zwei weitere Schlachtschiffe mit je 35.000 ts auf Stapel zu legen. Es waren die bis dahin größten Kriegsschiffe, die je auf deutschen Werften gebaut worden waren. Sie sollten nach den Schlachtschiff "F"-Plänen gebaut werden, die sich an der Dunkerque-Klasse orientierten. Die einzigen Werftanlagen die für diese Schiffsgröße ausreichend waren, waren die Kriegsmarinewerft Wilhelmshaven, A.G. "Weser" in Bremen, die Schwimmdocks der Deutschen Werke in Kiel und die Schwimmdocks V und VI von Blohm & Voss in Hamburg. Wichtiger jedoch waren die Fahrwasserbedingungen (Schleusen, maximale Tiefe 11 m), so dass der maximale Tiefgang auf 10 m festgelegt wurde.
Im März 1935 kam es zwischen Hitler und Raeder zu einer Unterredung, wobei es in erster Linie um Kaliberfragen ging. Zu diesem Zeitpunkt hatte Hitler keine Bedenken mehr gegen ein höheres Kaliber (30,5 cm, 33 cm, 35 cm oder gar 38 cm), sondern er befahl es jetzt ausdrücklich.
Zurückzuführen war das wohl auf seine innen- und außenpolitische Machtfestigung und außerdem hatten auch die Schlachtschiffe anderer Nationen immer größere Kaliber (GB 35,6 cm, F & I 38,1 cm, USA 40,6 cm). Schon am 9. Mai 1935 fiel die Entscheidung Readers für das 38 cm Geschütz. Die mögliche Höchstgrenze des Washingtoner Flottenvertrags von 40,6 cm wurde nicht ausgeschöpft, da man im Hinblick auf die Aufrüstung der Scharnhorst-Klasse, schon einen Entwicklungsauftrag für die 38 cm SK erteilt hatte.
Die ursprünglich geplanten und im Washingtoner Vertrag für Schlachtschiffe als Höchstgrenze festgelegten 35.000 ts (35.560 t) konnten aufgrund ständig neuer Forderungen nicht eingehalten werden, was aber von Hitler in Kauf genommen wurde, zumal zu diesem Zeitpunkt keine internationalen Sanktionen zu erwarten waren. Beide Schiffe der Bismarck-Klasse erwiesen sich später im Krieg als ungewöhnlich standfest und wurden nur durch massiven Einsatz des Gegners versenkt.



Technik

Zu Beginn des Jahres 1934 machte man sich Deutschland Gedanken, wie das sechste Schlachtschiff "F" auszusehen habe. Da man davon ausging, dass es in näherer Zukunft zu einem deutsch-britischen Flottenausgleich kommen könnte, sollte die maximale erlaubte Verdrängung von 35.000 ts voll ausgenutzt werden. Beim Kaliber wollte man nicht das maximale Limit von 40,6 cm ausschöpfen, da dies als Provokation verstanden werden konnte. Zunächst sah man acht 33 cm Geschütze als angemessen an, da man nur mit Frankreich (Dunkerque-Klasse 8 x 33 cm) als zukünftigen Hauptgegner rechnete. Um die nötige Standfestigkeit zu gewährleisten war der Seitenpanzer mit bis zu 350 mm bemessen. 
Als im Herbst 1934 die geforderten Faktoren durchgerechnet wurden, zeigte sich sehr schnell, dass das Verdrängungslimit von 35.000 ts nicht eingehalten werden konnte. Auch die geforderte Höchstgeschwindigkeit wurde bei der Planungskonferenz am 2. November 1934 von 33 kn auf nur noch 29 kn gesenkt. Dennoch konnte die 35.000 ts Grenze nicht eingehalten werden. Nun konnte nicht mehr von einer Überlegenheit gegenüber den französischen Einheiten gesprochen werden.
Nachdem eine Überprüfung der Berechnungen veranlasst wurde, beschloss Admiral Reader am 21. Dezember 1934, dass die Verdrängungsobergrenze von 35.000 ts überschritten werden dürfe, vorausgesetzt dass eine beträchtliche Kampfwertsteigerung dadurch erreicht wird. Natürlich mussten dabei die Abmessungen des Schiffes im Einklang mit den Maßen von Schleusen und Kanälen, sowie Werften und Dockanlagen stehen. Weiterhin sollte die Verwendung einer turboelektrischen Antriebsanlage untersucht werden und zudem sollten zwei unabhängige Entwürfe ausgearbeitet werden. Der erste Entwurf sah ein Schiff mit einem turboelektrischen Antrieb und vier 33 cm Zwillingstürmen vor, der zweite sollte eine herkömmliche Dampfanlage besitzen und mit vier 35 cm Zwillingstürmen ausgerüstet werden. Dies war das erste Mal, dass ein größeres Kaliber in Betracht gezogen wurde. Nachdem sich zeigte, dass es nur geringe Unterschiede in der Leistungsfähigkeit und im Gewicht der beiden Geschütze gab und beide Entwürfe schwerer als 35.000 ts waren, beschloss Admiral Reader den zweiten Entwurf weiter zu verfolgen. Im Jahr 1935 wurde die Verwendung von 38 cm Geschützen angeregt, da bekannt wurde, dass Frankreich und Italien für ihre neuen Schlachtschiffe ein Kaliber von 38,1 cm (15 ") geplant hatten. Schließlich entschloss sich Admiral Reader für die Verwendung von acht 38 cm Geschützen.
Am 16. November 1935 erhielt Blohm & Voss den Auftrag für das Schlachtschiff "F" (Ersatz Hannover), dem am 14. Juni 1936 der Auftrag für den Bau des Schlachtschiffes "G" (Ersatz Schleswig Holstein) an die Kriegsmarinewerft Wilhelmshaven folgte.
Der endgültige Entwurf sah ein 250,50 m langes Schiff vor, das eine im deutschen Schiffsbau noch nie da gewesene Breite von 36,00 m aufwies. Der Tiefgang war wegen den Kanälen auf 10 m begrenzt worden und belief sich auf ca. 9,50 m. Die 138.000 PS starke Antriebsanlage war eine Hochdruck-Heißdampfanlage (ähnlich Scharnhorst-Klasse), die das Schiff auf bis zu 29 kn beschleunigen sollte. Da man außenpolitische Konflikte vermeiden wollte, gab es die strenge Weisung, dass das rund 42.000 t schwere Schiff nur als 35.000 ts Schiff bezeichnet werden durfte. Am 1. Juni 1936 wurde die Bismarck und am 24. Oktober 1936 die Tirpitz auf Kiel gelegt. Sie waren bei ihrer Kiellegung noch mit dem für damalige Zeit üblichen fast senkrechten Bug geplant. Erst nachdem sich die damit behafteten Probleme bei der Probefahrt der Gneisenau zeigten, wurde der Atlantikbug eingeplant. Dennoch erhielten beide Schiff den neuen Bug noch rechtzeitig vor Indienststellung. Dank der massiven Beschleunigung der Bauarbeiten durch eine starke Erhöhung der Zahl von Arbeitskräften, konnte die Bismarck am 14. Februar 1939 zu Wasser gelassen werden und am 24. August 1940 folgte die Indienststellung. Nach nur vier Jahren und zwei Monaten Bauzeit war die Bismarck somit drei Monate vor dem ursprünglichen Zeitplan bei der Marine. Die Tirpitz lief am 1. April 1939 vom Stapel und wurde nach vier Jahren und vier Monaten in Dienst gestellt. Mit Baukosten von 196,8 Mio. (Bismarck) und 181,6 Mio. (Tirpitz) Reichsmark zählten sie nicht zur den größten Kriegsschiffen der Kriegsmarine, sondern auch zu den teuersten.



Panzerung

Als Panzerungsmaterialen wurden wie bereits bei der Scharnhorst-Klasse zum größten Teil Wotan hart und Wotan weich verwendet, nur die Seitenpanzerung, Panzerquerschotts, sowie die schweren und mittleren Türme einschließlich ihrer Barbetten und die Kommandostände bestanden aus KCnA-Panzerung (Cementierte Panzerplatten, hergestellt im Kruppschen Verfahren neuer Art). Wotan hart und Wotan weich hatten gegenüber den bisherigen Panzerungen eine höhere Festigkeit und eine große Zähigkeit. Ein weiterer großer Vorteil war, dass sie sich leicht mit einer Spezialelektrode elektrisch schweißen ließen. In der Vorkriegszeit musste jedoch mit den Elektroden sehr sparsam umgegangen werden, da sie Materialen enthielten, die im Deutschen Reich sehr knapp waren. Erst mit der Ersatzelektrode Fox A 7 von Böhler ließen sich fast identisch gute Ergebnisse erzielen, jedoch ohne dass sie die knappen Rohstoffe enthielt. 
Da man den Zitadellenpanzer der Scharnhorst-Klasse für zu gering ansah, wurde dieser bei den Schiffen der Bismarck-Klasse (Schlachtschiff "F" und "G") verstärkt. Das zusätzliche Gewicht musste bei der Seitenpanzerung eingespart werden, damit die Verdrängung nicht zu hoch wurde. So kam es, dass der 5,00 m hohe Seitenpanzer der Bismarck-Klasse mit 320 mm bemessen war und sich nach unten auf 170 mm verjüngte. Darüber war der 171,40 m lange Zitadellenpanzer mit maximal 145 mm Dicke angeordnet. Den Abschluss der Zitadelle bildeten Panzerquerschotten mit bis zu 220 mm Stärke. Das sich anschließende Vor- bzw. Achterschiff war mit einem 60 bzw. 80 mm starken Wotan hart-Panzerung versehen. Das aus Wotan hart bestehende Panzerdeck war noch teilweise genietet und wies eine Dicke von 80 mm auf, an der Böschung sogar 110 mm. Über den Munitionskammern und der Maschinenanlage war das Panzerdeck sogar auf 100 bis 120 mm verstärkt. Das Oberdeck wurde teilweise mit einer 50 bis 80 mm starken Wotan hart-Panzerung versehen. Zum bessern Schutz waren die Ruderanlagen mit einem zusätzlichen 120 bis 150 mm starken Panzer ausgerüstet. Die stärkste Panzerung besaß jedoch der vordere Kommandostand mit 350 mm, sowie die schweren Türme mit 360 mm Stirnpanzerung und die Barbettenpanzerung mit bis zu 340 mm.
Für den Unterwasserschutz wurde genauso wie bei der Scharnhorst-Klasse Wotan weich verwendet, da dieser eine höhere Dehnung aushielt. Die große Rumpfbreite von 36 m kam natürlich dem Unterwasserschutz zugute, von dem gefordert wurde, des er eine Immunität gegen 250 kg Gefechtsladungen garantierte. Für den Unterwasserschutz war ein 45 mm starkes Torpedoschott aus Wotan weich in 5,65 m Abstand zur Außenhaut vorgesehen. Dieses Schott erstreckte sich über die ganze Höhe und Breite der Zitadelle. Weiterhin war 2,50 m weiter außen ein dünnes Blech verbaut, das den Raum zwischen dem Torpedoschott und der Außenhaut aufteilte. Die inneren Kammern waren mit Flüssigkeitsvorräten gefüllt, wohingegen die äußere leer war. Sie diente als Ausdehnungsbereich für die bei der Explosion frei werdenden Gase. Die Restenergie sollte dann von dem dünnen Blech aufgenommen werden, so dass die Zitadelle unbeschädigt bleiben würde. Die obere der drei vollen Kammern war mit Wasser und die unteren mit Heizöl befüllt. Direkt oberhalb des Torpedoschotts war das aus 25 mm starkem Wotan hart bestehende Splitterlängsschott verbaut, das die dahinter liegenden Räume von Splittern frei halten sollte.
Diese Schutzsysteme zeigten sich im Laufe des Krieges als äußerst effektiv, so waren zum Beispiel bei der Versenkung der Bismarck nahezu die kompletten Aufbauten zerstört, dennoch war die Zitadelle beinahe vollständig intakt. Insgesamt entfielen 17.450 t der Verdrängung auf die Panzerung.



Antriebsanlage

Da man von Frankreich als Hauptgegner ausging, und die Dunkerque-Klasse als zukünftiger Feind der neuen deutschen Schlachtschiffe betrachtet wurde, orientierte man sich an der Leistung dieser Schiffsklasse. Um den Vorteil der höheren Geschwindigkeit zu besitzen, wurde zunächst eine Höchstgeschwindigkeit von 33 kn für die neuen Schiffe gefordert. Weiterhin sollten sie eine Dauergeschwindigkeit von 30 kn und eine Marschgeschwindigkeit von 21 kn aufweisen. Da man aber zu diesem Zeitpunkt noch unbedingt die 35.000 ts Grenze einhalten wollte, wurden diese Werte wie bereits erwähnt am 2. November 1934 auf 29 kn Höchst- und 27 kn Dauergeschwindigkeit gesenkt. 
Die Konstruktionsabteilung untersuchte daraufhin für die Bismarck-Klasse verschiedene alternative Antriebsmöglichkeiten:

 

1.) Hochdruck-Heißdampfantrieb in verschiedenen Ausführungen

  a) mit 12 Kesseln in 6 Kesselräumen vor den Turbinenräumen 

  b) mit 12 Kesseln in 3 Kesselräumen vor den Turbinenräumen

  c) mit 12 Kesseln in 1 Kesselräumen vor den Turbinenräumen

2.) turboelektrischer Antrieb

3.) Schiffsdiesel

 

Letztendlich entschied man sich für die Hochdruck-Heißdampfanlage, da diese die notwendige Leistung erbringen konnte und zudem gewichts- und platzsparend war. Das wichtigste Auswahlkriterium lag jedoch in der Tatsache, dass diese Technologie sofort verfügbar war und vor allem nahezu störungsfrei arbeitete.
Die Vorteile des turboelektrischen Antriebs waren, dass man einfachere Turbinen verwenden konnte, ein schneller Fahrtstufenwechsel möglich war und man schnell die Drehrichtung der Wellen umschalten konnte. Zudem konnten bei diesem Antriebskonzept wesentlich kürzere Antriebswellen verwendet werden, da man die Elektromotoren weiter hinten im Heck installieren konnte. Die Entwurfsstudie sah eine 110.000 PS starke Antriebsanlage mit drei Elektromotoren vor, von den jeder eine Welle antrieb. Die Kessel sollten seitlich neben den Turbogeneratoren aufgestellt werden und der von den Generatoren erzeugte Strom wurde dann über dicke Kabel zu den Elektromotoren im Heck geleitet. Drei entscheidende Gründe gab es jedoch, warum man sich gegen diesen turboelektrischen Antrieb aussprach. Zunächst war diese Antriebstechnologie in Deutschland noch in den Kinderschuhen und noch nie auf einem deutschen Kriegsschiff verwendet worden. Das um 20 % höhere Gewicht im Gegensatz zum Hochdruck-Heißdampfantrieb (1.300 t mehr) und die hohe Störungsanfälligkeit mit der man rechnete, vor allem bei einem Gefecht mit anderen Kriegsschiffen, kam noch hinzu.


Der Dieselantrieb erlaubte durch seinen geringen Verbrauch und hohe Leistungsfähigkeit die größte Reichweite, und so ist es nicht verwunderlich, dass er trotz seines größeren Platzverbrauches im Vergleich zur Hochdruck-Heißdampfanlage als die idealste Antriebsform betrachtet wurde. Der Grund warum die Bismarck-Klasse nicht mit Dieselmotoren ausgestattet wurde, war der gleiche wie bei der Scharnhorst-Klasse: Zum Zeitpunkt ihrer Planung und des Baus befanden sich die ersten Großdieselmotoren, die eine ausreichende Größe aufwiesen, noch beim Motorenhersteller MAN in der Erprobungsphase. Dennoch rechnete man diese Möglichkeit durch und kam zu der Feststellung, dass 160.000 PS für eine Geschwindigkeit von 30 kn notwendig wären. Da jedoch nicht genügend Platz für eine derartige Anlage vorhanden war, hätte man höchstens eine Leistung von 132.000 PS installieren können. Um Platz für die restlichen 28.000 PS zu schaffen, hätte man eine Rumpfverlängerung durchführen müssen, was viele neue Probleme mit sich gebracht hätte, nicht zuletzt ein höheres Gewicht und eine Verzögerung der Fertigstellung um bis zu zwölf Monate.
Daher entschied man sich für die Hochdruck-Heißdampfanlage, wie sie schon bei der Scharnhorst-Klasse verwendet wurde. Die zwölf Wagner Hochdruckkessel wurden in sechs Kesselräumen, je drei nebeneinander in zwei Reihen hintereinander aufgestellt. Die Kessel waren mit einem  Luft- und Speisewasservorwärmer (Luft 335° C/Speisewasser 160° C) ausgestattet und hatten einen Betriebsdruck von 55 atü bei 450° C Heißdampftemperatur vor dem Turbineneintritt. Die Kessel besaßen einen natürlichen Umlauf, wobei die maximal hergestellte Wasserdampfmenge pro Kessel bei 50 t/h lag (Dampferzeugung von 132 kg/m² bei einer Verdampfungsheizfläche von 480 m² pro Kessel, Kesselwirkungsgrad 0,8). An der Stirnseite jedes Kessels waren jeweils zwei Saacke-Brenner angebracht. Diese Brenner bekamen ihr Heizöl aus den Verbrauchsbunkern jedes Kessels, welche sich vorwärmen ließen um das Heizöl leichter mit Pumpen zu den Brennern befördern zu können. Die Verbrauchsbunker wurden mit Hilfe von Heizölförderpumpen aus den Heizölvorratsbunkern gespeist. Bei den Saacke-Brennern handelte es sich um Drehbrenner, die das Heizöl in den Kesseln mit 5.000 und 7.000 U/min zerstäubten. Es gab auch noch einen wesentlich kleineren Hilfskessel, der vor dem mittleren Kesselraum der vordern Reihe eingebaut war.
Der von den Kesseln erzeugte Dampf wurde dann zu den Turbinen weitergeleitet. Hierbei belieferten je vier Kessel, also die zwei hintereinander liegenden Kesselräume, einen Turbinensatz. Jeder der drei Turbinensätze hatte eine Leistung von 46.000 PS (33.800 kW) vorwärts und 12.000 PS (8.830 kW) rückwärts. Die Backbordkesselräume trieben den Backbordturbinensatz an, die Steuerbordkesselräume den Steuerbordturbinensatz und die mittleren Kesselräume trieben den mittleren Turbinensatz an, der hinter den beiden anderen in der Mitte des Rumpfes verbaut war. Die einzelnen Turbinen waren dabei um das Getriebe des jeweiligen Satzes angeordnet, so dass eine viergehäusige Auslegung entstand. Das erste Gehäuse beinhaltete die vierstufige Hochdruckturbine mit einem Curtis-Rad. Im nächsten Gehäuse war der Mitteldruckbereich untergebracht. Zu ihm gehörte die doppelflutige Mitteldruckturbine mit 15 Stufen, sowie die Hochdruckrückwärtsturbine mit Curtis-Rad. Zum Niederdruckbereich gehörten die direkt über dem Kondensator angeordnete Niederdruckturbine mit neun Stufen sowie die doppelflutige Niederdruckrückwärtsturbine. Die Tirpitz besaß zudem noch eine Marschturbine.


Die Turbinen wurden von den jeweiligen Bauwerften hergestellt. Zwar lag die rechnerische Höchstleistung der Antriebsanlage bei 138.000 PS, doch erreichte die Bismarck bei ihrer Probefahrt eine Leistung von 150.170 PS und 30,1 kn. Die Tirpitz erreichte sogar 163.000 PS und 30,8 kn. Die Turbinensätze trieben jeweils eine Welle an, an deren Ende je eine 4,80 m große dreiflügelige Schraube saß.
Für die Versorgung mit Strom gab es vier E-Räume, von denen jeweils einer back- und steuerbordseitig neben dem hinteren Turbinenraum sowie neben dem vorne aufgestellten Hilfskessel seinen Platz hatte. Insgesamt verfügte jedes Schiff über acht Dieselgeneratoren mit je 500 kW, einen Dieselgenerator mit 550 kW, fünf Turbogeneratoren mit je 690 kW sowie einen Turbogenerator mit 460 kW mit angehängtem 400 kW Generator. Zusammengenommen ergab dies eine Leistung von 8.860 kW bei 220 Volt.



Schnitt durch die Hauptspantenlinie der Bismarck mit Panzerungswerten.

Gewichtsverteilung (je nach Quelle können sich die Werte etwas unterscheiden):

Schiffskörper 11.474 ts (25,40 %)
Panzerung 17.256 ts (38,20 %)
Maschinen 2.756 ts (6,10 %)
Hilfsmaschinen 1.400 ts (3,10 %)
Bewaffnung 7.453 ts (16,50 %)
Ausrüstung 1.445 ts (3,20 %)
Brennstoff 3.388 ts (7,50 %)
Konstruktionsverdrängung 45.172 ts (100,00%)

Bewaffnung

Schiffsartillerie

Bei der Hauptartillerie der Bismarck-Klasse entschloss man sich schließlich wie schon bei den letzten Schlachtschiffen der Kaiserlichen Marine für das 38 cm Geschütz. Wie bei der Bayern-Klasse (1916) sollten jeweils vier Zwillingstürme, je zwei auf dem Vorschiff und zwei Achtern, eingebaut werden. Allerdings verwendete man bei der Bismarck-Klasse eine Neukonstruktion der alten 38 cm SK C 13 der Bayern-Klasse.
Diese Neukonstruktion unterschied sich hauptsächlich in der Kaliberlänge, der gesteigerten Kadenz und dem allgemein moderneren Design, zudem beruhte sie auf dem neuesten Stand der Technik. Die neue Schiffskanone wurde als 38 cm SK L55,44 C 34 klassifiziert. Sie hatte bei 30° Rohrerhöhung und einer Mündungsgeschwindigkeit von 820 m/s eine Reichweite von ca. 35.500 m. Dabei konnte sie bis zu zwei 800 kg schwere Granaten pro Minute je Rohr verschießen.
Als Nebenartillerie war genauso wie bei der Scharnhorst-Klasse die 15 cm SK L/55 C 28 in Zwillingstürmen vorgesehen, nur war sie wesentlich schwächer gepanzert. Jedoch waren die Geschütze anders als auf der Scharnhorst in sechs Zwillingstürmen zusammengefasst, Einzeltürme gab es keine. Die Geschütze konnten sechs bis acht 45,3 kg schwere Sprenggranaten je Minute pro Rohr über eine Strecke von bis zu 23.000 m, bei einer Rohrerhöhung von 40° und einer Mündungsgeschwindigkeit von 875 m/s verschießen.

Flakbewaffnung

Die schwere Flugabwehrbewaffnung bestand auf der Bismarck-Klasse aus sechszehn 10,5 cm L/65 C 33 Flak in Doppellafetten. Hierfür waren die neuen 10,5 cm Doppellafetten C 37 vorgesehen, jedoch führten Verzögerungen bei der Auslieferung dazu, dass auf der Bismarck nur die hintern vier Lafetten C 37 waren. Für die vorderen vier Fla-Geschütze verwendete man die ursprünglichen C 31 Lafetten. Die dreiachsig stabilisierten Lafetten hatten eine maximale Rohrerhöhung von 80° und konnten ca. 16 Schuss je Rohr in der Minute verschießen. Die Mündungsgeschwindigkeit belief sich auf 900 m/s und es war möglich mit den 15,8 kg schweren Geschossen bei einer Rohrerhöhung von 45° Flugzeuge in 17.700 m Entfernung zu bekämpfen. 
Genauso wie bei der Scharnhorst-Klasse war die mittlere Flak in Form von insgesamt 16 37 mm L/83 C 30 Maschinenkanonen in acht Doppellafetten aufgeteilt. Jedes Rohr hatte eine Kadenz von 30 Schuss je Minute. Mit ihrer maximalen Reichweite von ca. 8.500 m und ihrem Richtbereich von -10° bis +85° konnte man mit der C 30 auch steile anfliegende Feindflugzeuge gut bekämpfen.
Bei der leichten Flugabwehrbewaffnung waren beide Schiffe von der Planung her grundsätzlich gleich, jedoch zeigten sich im Verlaufe des Krieges durch ständige Verstärkungen starke Unterschiede. Geplant waren anfangs zehn 20 mm L/65 C 30 bzw. C 38  in Einzellafetten, mit einer Kadenz von 120 bzw. 220 Schuss pro Minute je Rohr und einer Reichweite von 4.900 m. Bis zu ihrer Versenkung im Mai 1941 erhielt die Bismarck noch acht zusätzliche 20 mm L/65 C 38 in Vierlingslafette C 35. Bedingt durch die wesentlich längere Dienstzeit und die immer größer werdende Bedrohung aus der Luft, wurde auf der Tirpitz eine viel größere Anzahl an leichten 20 mm Flak nachgerüstet. Zwar wurden zwei 20 mm Einzellafetten ausgebaut, aber auf der anderen Seite wurden vierundvierzig 20 mm L/65 C 38 Geschütze in elf Vierlingslafetten eingebaut.
Zudem wurden auf der Tirpitz acht 53,3 cm Torpedorohre in Vierersätzen jeweils achtern der Katapulte auf beiden Seiten des Schiffes installiert.

Bordflugzeuge

Als Bordflugzeuge für die Katapulte waren vier bis sechs Arado Ar 196 Wasserflugzeuge zur Aufklärung vorgesehen. Zwei dieser Flugzeuge waren in zwei kleinen Hangars zu beiden Seiten des Schornsteines untergebracht. Die restlichen Ar 196 waren in einem großen Hangar, der sich achtern des Schleuderdecks befand. Dieser Hangar war auch für die Reparatur- und Wartungsarbeiten vorgesehen. Um die Flugzeuge wieder aus dem Wasser zurück in den Hangar zu bekommen, waren zwei Kräne beidseitig des Schornsteins vorhanden. Die Kräne waren auch dazu da, die Beiboote zu Wasser zu lassen. So konnte man, anders wie bei der Scharnhorst-Klasse, auf zwei weitere Kräne verzichten. Die Katapulte waren fest installiert und nicht drehbar, so dass immer nur querab geschleudert werden konnte.

Messgeräte

Als Entfernungsmesseinrichtungen besaßen der Turm Bruno, Cesar und Dora ein eingebautes 10,50 m Entfernungsmessgerät, zwei weitere waren auf Drehhauben auf dem Vormarsstand sowie dem achteren Leitstand eingebaut und dienten der schweren Artillerie bei der Bestimmung der Entfernung. Ein weiteres 7,00 m Gerät war auf einer Drehhaube auf dem vorderen Kommandostand installiert und diente sowohl der schweren als auch der mittleren Artillerie. Zwei weitere 6,50 m Geräte waren in den beiden mittleren 15,0 cm Zwillingstürmen verbaut und seitlich am Turmmast waren zusätzliche zwei 3,00 m Entfernungsmessgeräte als Nacht-E-Messstand integriert. Für die schwere Flak gab es noch vier 4,00 m Geräte in den SL-8 Leitständen.
Zudem verfügten die Schiffe über mehrere Funkmessgeräte, wie zum Beispiel das FuMO 23 auf der Vormarsdrehhaube, sowie auf dem vorderen und hinteren Kommandostand. Jenes auf der Vormarsdrehhaube wurde 1941 auf der Tirpitz durch ein FuMO 26 unterstützt, wobei beide 1944 durch das FuMO 27 ersetzt wurden. Auch das FuMO 23 auf dem vorderen Kommandostand wich im gleichen Jahr einem FuMo 27, während das FuMo 23 auf dem hinteren Kommandostand jedoch unverändert blieb. Weiterhin wurden 1944 noch FuMG 62D "Würzburg" 62 C und FuMG 63 "Hohentwiel" eingebaut.
Als Funkmessbeobachtungsgeräte wurden 1942 auf der Tirpitz ein FuMB "Timor" mit Empfänger FuMB "Samos", sowie das FuMB 30 "Sumatra" installiert.



Die Bismarck wird bei Blohm & Voss zu Wasser gelassen (die Aufbauten fehlen noch).

Geschichte der Bismarck

Am 16. November 1935 erhielt Blohm & Voss den Auftrag zum Bau eines Schlachtschiffes "F", das dort unter der Baunummer 509 verbucht wurde. Die Kiellegung erfolgte am 1. Juli 1936 auf Helgen 9, dem größten von Blohm & Voss. Vom Frühjahr 1938 ab wurde deutlich, dass der Termin der Fertigstellung nicht mehr im Einklang mit der Vorstellung der Staatsführung stand. Am 14. Februar 1939 wurde schließlich das erste der beiden Schlachtschiffe zu Wasser gelassen und Bismarck getauft. Die Bismarck wurde am 24. August 1940 in Dienst gestellt und unternahm danach in der Ostsee über acht Monate ausgiebige Testfahrten, bevor sie im Atlantik zum Einsatz kam.
Am 18. Mai 1941 verließ sie zusammen mit dem schweren Kreuzer Prinz Eugen den Hafen von Gotenhafen in Richtung Bergen. Im Rahmen des Unternehmens Rheinübung sollten die beiden Schiffe im Atlantik den britischen Seehandel stören. Doch sie wurden von den britenfreundlichen Schweden entdeckt, die die Anwesenheit der beiden deutschen Kriegsschiffe nach London weitermeldeten. Zudem war die britische Admiralität bereits durch das Abhören des Funkverkehrs auf die deutsche Kampfgruppe aufmerksam geworden und eine ausgiebige Luftaufklärung bestätigte das Vorhandensein der deutschen Schiffe. Auf hoher See befanden sich bereits die Schweren Kreuzer HMS Suffolk und HMS Norfolk, die die Straße von Dänemark überwachten. Am Morgen des 24. Mai versuchten der britische Schlachtkreuzer HMS Hood und das neue Schlachtschiff HMS Prince of Wales die deutschen Schiffe abzufangen, aber diese schossen sich bei einer Entfernung von 26,5 km schnell ein. Eine 38 cm Granate der Bismarck traf die Hauptmunitionskammer der Hood, so dass eine riesige Explosion das Schiff in der Mitte zerriss und es innerhalb weniger Minuten sank. Die noch gar nicht im vollen Umfang einsatzbereite Prince of Wales erhielt ebenfalls einige Treffer, allerdings keine lebensbedrohlichen, und drehte ab. Jedoch hatte sie an der Bismarck zwei oder drei Unterwassertreffer landen können, so dass des deutsche Schlachtschiff seine Fahrt mit einer deutlichen Ölspur fortsetzte. Admiral Lütjens beschloss deshalb einen Atlantikhafen anzulaufen und die Prinz Eugen trennte sich von der Bismarck.
Mittlerweile waren große Teil der britischen Home Fleet an der Jagd auf die Bismarck beteiligt und die britische Admiralität hatte zudem die im Mittelmeer stationierte Force H in den Atlantik beordert, die aus der HMS Renown, einem Veteranen des ersten Weltkriegs und dem Flugzeugträger HMS Ark Royal bestand. So wurde die Bismarck vom Süden von der Force H und vom Norden von den Verbänden der Home Fleet, unter anderem die Schlachtschiffe HMS Rodney und HMS King George V, sowie der Träger HMS Victorious, bedroht. In der Nacht des 26. Mai wurde die Bismarck von Fairey Swordfish Torpedobombern, die von der HMS Victorious aus operierten, erfolglos angegriffen. Zunächst entging die Bismarck ihren Verfolgern und die Briten verloren das deutsche Schiff aus den Augen, doch ein unvorsichtiger Funkspruch an Hitler persönlich verriet den Standort der Bismarck. Am 26. Mai wurde sie wieder entdeckt und in dieser Nacht griffen Swordfish-Maschinen von der Ark Royal mit Torpedos an und zerstörten die Ruderanlage der Bismarck. Insgesamt wurde sie von drei Torpedos getroffen, von denen zwei mitschiffs einschlugen und der dritte die Ruderanlage zerstörte. Obwohl weitere Angriffe von Zerstörern erfolglos blieben, war die Bismarck durch die Angriffe der Torpedobomber manövrierunfähig und machte nur noch 5 Knoten Fahrt. Aufgrund des defekten Ruders konnte sie zudem nur noch im Kreis fahren und lief dementsprechend wieder auf ihre Verfolger zu. Am Morgen des 27. Mai 1941 erschienen die HMS King George V und die HMS Rodney am nördlichen Horizont und eröffneten um 8.47 Uhr das Feuer auf die Bismarck. Das massive britische Geschützfeuer verwandelte die Bismarck in ein brennendes Wrack und um 9.20 Uhr war sie nicht mehr fahrtüchtig. Zehn Minuten später war die Hauptartillerie der Bismarck zerstört, doch sie sank noch nicht. Die beiden britischen Schlachtschiffe stellten das Feuer um 10.16 ein und überließen die Versenkung nun dem Kreuzer Dorsetshire, der sechs bis sieben Torpedotreffer landete. Letztendlich sank die Bismarck aber durch die Sprengung der Seewasserventile durch Kapitänleutnant Junack, nachdem sämtliche Munition verschossen war und der Befehl erteilt wurde das Schiff zu Versenkung vorzubereiten. Um 10.40 Uhr verschwand die Bismarck in den Tiefen des Atlantiks. Nur 115 Besatzungsmitglieder wurden von der Dorsetshire und dem Zerstörer Maori gerettet, den ein U-Bootalarm ließ die britischen Schiffe ablaufen, bevor sie die restlichen Seeleute aus dem kalten Wasser des Atlantiks fischen konnten.



Schlachtschiff Tirpitz

Geschichte der Tirpitz

Die Tirpitz lief am 1. April 1939 vom Stapel und wurde am 25. Februar 1940 in Dienst gestellt. Am 19./20. Juli 1940 während der Ausrüstung wurde sie in Wilhelmshaven erfolglos von britischen Bombern angegriffen. Nach langer Testzeit in der Ostsee war die Tirpitz gegen Ende September 1941 zum Einsatz bereit und ihre erste Operation war das Kreuzen im finnischen Meerbusen zusammen mit dem schweren Kreuzer Admiral Hipper und den leichten Kreuzern Köln, Nürnberg, Emden und Leipzig um das Ausbrechen der sowjetischen baltischen Flotte, die in Leningrad stationiert war, zu verhindern.
Das im November 1941 geplante Auslaufen zusammen mit der Admiral Scheer in den Atlantik wurde nicht durchgeführt. Nachdem die Tirpitz im September 1941 nach Gotenhafen verlegt worden war, wurde die Luftabwehr verstärkt sowie zusätzlich zwei Vierfach-Torpedorohre angebracht. Die Tirpitz wurde dann im Januar 1942 nach Nordnorwegen verlegt, um Konvois der Alliierten nach Murmansk anzugreifen. Unter dem Kommando von Vizeadmiral Otto Ciliax und unter Begleitung der beiden Zerstörer Z-25 Friedrich Ihn und Hermann Schoemann, führte die Tirpitz zwischen dem 6. bis 12. März 1942 die Operation Sportpalast aus, bei der alliierte Konvois angegriffen werden sollten. Es gelang ihr jedoch nicht die Konvois PQ-12 und QP-8 zu orten und Vizeadmiral Otto Ciliax entschied am 8. März die Operation abzubrechen und nach Trondheim zurückzukehren. Auf dem Rückweg entkam die Tirpitz am 9. März nur knapp den Angriffen durch Fairey-Albacore-Torpedoflugzeuge vom Träger Victorious. Der Angriff begann kurz nach 9:00 doch die Tirpitz konnte den Torpedos ausweichen und selbst zwei Flugzeuge abschießen. Am Nachmittag erreichte sie den Vestfjord bei Narvik und am 13. März um 21:00 kam sie endlich in Trondheim an. Dort wurde sie am 31. März erfolglos von 44 Halifax Bombern angegriffen und die Flugabwehrbatterien der Tirpitz konnten fünf Bomber abschießen. Weitere erfolglose Angriffe von brit. Halifax und Lancaster Bombern wurden am 28./29. April unternommen.
Am 2. Juli verließ die Tirpitz unter dem Kommando von Admiral Otto Schniewind um 18:00 Trondheim zur Operation Rösselsprung. Begleitet von dem schweren Kreuzer Admiral Hipper, den Zerstörern Friedrich Ihn, Hans Lody, Karl Galster, Theodor Riedel und den Torpedobooten T-7 und T-15 machte sie sich auf den Weg zum Altenfjord um dort mit einer Kampfgruppe aus Narvik, bestehend aus den schweren Kreuzern Lützow und Admiral Scheer, sowie mehreren Zerstörern, zu treffen um gemeinsam den Eismeer-Geleitzug PQ-17 anzugreifen. Die Lützow und die drei Zerstörer der Tirpitz-Kampfgruppe liefen in den seichten Gewässern der Fjorde allerdings auf Grund und konnten deshalb an der Operation nicht mehr teilnehmen. Am 4. Juli trafen sich die beiden Kampfgruppen. Am nächsten Tag wurde die Tirpitz von dem sowjetischen U-Boot K-21 erfolglos torpediert und um 21:30 des gleichen Tages wurde das Unternehmen abgebrochen. Der vorzeitige Abbruch des Unternehmens ist von den Briten allerdings nicht bemerkt worden und sie befohlen dem Konvoi sich aufzulösen, was den deutschen U-Booten und Kampfflugzeugen die Gelegenheit gab, 22 Transportschiffe mit ungeheuren Mengen an Versorgungsgütern zu versenken. An Bord der gesunkenen Schiffe befanden sich 430 Panzer, 210 Flugzeuge und 3.350 Fahrzeuge. Am 8. Juli erreicht der Kampfverband Narvik.
Obwohl die Tirpitz zunächst zu keinem weiteren Einsatz auslief, bedeutete sie doch eine potentielle Gefahr für die Briten und die Royal Navy war gezwungen, zwei Schlachtschiffe und einen Flottenträger in heimatlichen Gewässern in Bereitschaft zu halten. Die alleinige Anwesenheit des deutschen Schlachtschiffes band so schon einen britischen Kampfverband. Aus diesem Grund versuchten die Briten in einer langen Reihe von Versuchen die Tirpitz zu versenken. Der erste Angriff erfolgte durch "Chariot" Zwei-Mann-Torpedos im Oktober 1942, doch wurde damit gar nichts erreicht, denn die Chariots gingen verloren.
Im September 1943 zerstörte die Tirpitz zusammen mit der Scharnhorst und einigen Zerstörern beim Unternehmen "Sizilien" kriegswichtige Einrichtungen auf Spitzbergen.
Am 22. September 1943 gelang es den X-Crafts (5, 6, 7), brit. Kleinst-U-Booten, bis zum Ankerplatz der Tirpitz bei Narvik vorzudringen und Sprengladungen anzubringen, wodurch erhebliche Schäden an den 38 cm Türmen und am Hauptantrieb entstanden, sowie ein Mann getötet und 40 verwundet wurden. Die Reparaturen dauerten bis März 1944, doch als das Schlachtschiff am 3. April eben wieder in Fahrt kam, wurde sie von 40 Fairey Barracuda Sturzkampfbombern von britischen Flugzeugträgern (unter anderem die Furious und Victorious) aus angegriffen und erhielt 14 Bombentreffer. Ein zweiter Angriff am 5. April 1944 war wegen rechtzeitiger Einnebelung der Tirpitz erfolglos. Am 17. Juli erfolgten weitere erfolglose Trägerangriffe von Formidable, Furious und Indefatigable. Zwischen 22. und 29. August war die Tirpitz Trägerangriffen von Formidable, Furious, Indefatigable, Trumpeter und Naob ausgesetzt und erhielt dabei zwei Bombentreffer von denen einer sogar das Panzerdeck durchschlug. Schließlich gelang es am 15. September 1944 den Avro Lancasters eines von Nordrußland aus gestarteten britischen Bomberverbandes der RAF die Tirpitz mit 5,4 t "Tallbay" Bomben zu treffen und sie schwer zu beschädigen. Die Tirpitz war daraufhin nicht mehr seefähig und wurde am 17. Oktober nach Tromsö in flaches Wasser als schwimmende Batterie verlegt. Am 29. Oktober 1944 erfolgte ein erneuter Angriff brit. Bomber, der ohne Schäden abgewehrt wurde. Am 12. November gegen 9:40 wurde die Tirpitz dann von 36 britischen Bombern mit 5,4 t Bomben angegriffen. Sie erhielt drei Volltreffer und kenterte. 806 Seeleute konnten sich retten und weitere 82 wurden aus dem kieloben liegenden Schiff herausgeschweißt. Aber 1.204 Seeleute, unter ihnen auch der Kommandant Kapitän z. See Weber, gingen mit dem Schiff unter.



Die Tirpitz im Alta Fjord, Norwegen. Tarnbemalung und Wirkung sind gut zu erkennen.

Schiffsname: Bismarck Tirpitz
Typ: Schlachtschiff Schlachtschiff
Hersteller: Blohm & Voss Kriegsmarinewerft Wilhelmshaven
Stapellauf: 14.02.1939 01.04.1939
Indienststellung: 24.08.1940 25.02.1941
Länge: 251,0 m 250,5 m
Länge auf Wasserhöhe: 241,5 m 241,5 m
Breite: 36,0 m 36,0 m
Tiefgang: 9,3 m konstruktiv,
10,2 m maximal (bei 49.046 ts)
9,9 m konstruktiv,
10,61 m maximal (bei 52.890 ts)
Wasserverdrängung: 35.000 ts offiziell,
39.517 ts leer,
45.451 ts konstruktiv,
49.406 ts voll,
50.405 ts maximal
35.000 ts offiziell,
39.539 ts leer,
45.474 ts konstruktiv,
49.429 ts voll,
50.425 ts maximal (Februar 1941),
53.500 ts maximal (1944)
Kesselanlage: 12 Wagner Hochdruckkessel 12 Wagner Hochdruckkessel
Leistung: 138.000 WPS normal,
150.170 WPS maximal
138.000 WPS normal,
163.026 WPS maximal
Antriebsanlage: 3 Satz Getriebeturbinen (Typ Curtis) von Blohm & Voss 3 Satz Getriebeturbinen (Typ Curtis) von Brown, Boveri & Cie.
Turbinensatz: Hochdruckturbine 2.880 U/min und 270 U/min/Welle
Mitteldruckturbine 2.880 U/min und 270 U/min/Welle
Niederdruckturbine 2.430 U/min und 270 U/min/Welle
Marschturbine (bei Tirpitz) 4.220 U/min und 270 U/min/Welle
Hochdruckturbine 2.880 U/min und 270 U/min/Welle
Mitteldruckturbine 2.880 U/min und 270 U/min/Welle
Niederdruckturbine 2.430 U/min und 270 U/min/Welle
Marschturbine (bei Tirpitz) 4.220 U/min und 270 U/min/Welle
Vortriebsanlage: drei Wellen mit dreiflügeligen Schrauben drei Wellen mit dreiflügeligen Schrauben
Durchmesser der Schrauben: 4,80 m 4,80 m
Geschwindigkeit: 30,1 kn 30,8 kn
Treibstoffreserven: 3.200 m³ normal,
7.400 m³ maximal
3.200 m³ normal,
7.780 m³ maximal
Fahrbereich: 9.280 sm bei 16 kn,
8.525 sm bei 19 kn
9.280 sm bei 16 kn,
8.525 sm bei 19 kn
Panzerung: Die Panzermaterialen waren hauptsächlich
„Wotan hart“ (Zerreißfestigkeit 85-95 kg/mm²; Dehnung 20%, Streckgrenze 50-55 kg/mm²),
„Wotan weich“ (Zerreißfestigkeit 65-75 kg/mm²; Dehnung 25%, Streckgrenze 38-40 kg/mm²) und
KC-Panzerstahl (Krupp cemented; 0,34 % C, 3,78 % Ni, 0,31 % Mn, 2,06% Cr).
Die Panzermaterialen waren hauptsächlich
„Wotan hart“ (Zerreißfestigkeit 85-95 kg/mm²; Dehnung 20%, Streckgrenze 50-55 kg/mm²),
„Wotan weich“ (Zerreißfestigkeit 65-75 kg/mm²; Dehnung 25%, Streckgrenze 38-40 kg/mm²) und
KC-Panzerstahl (Krupp cemented; 0,34 % C, 3,78 % Ni, 0,31 % Mn, 2,06% Cr).
Rumpf:    
Gürtelpanzer: 170 bis 300 mm (KC) 170 bis 300 mm (KC)
Zitadelle: 145 mm (KC) 145 mm (KC)
Außenhaut: 60 bis 80 mm (Wh) 60 bis 80 mm (Wh)
Panzerdeck: 30 bis 100 mm (Wh) 30 bis 100 mm (Wh)
Oberdeck: 50 bis 80 mm (Wh) 50 bis 80 mm (Wh)
38 cm Turm    
Front: 340 bis 360 mm (KC) 340 bis 360 mm (KC)
Decke: 130 bis 180 mm (KC) 130 bis 180 mm (KC)
Seite: 220 bis 340 mm (KC) 220 bis 340 mm (KC)
Rücken: 320 bis 340 mm (KC) 320 bis 340 mm (KC)
15 cm Turm    
Front: 100 mm (KC) 100 mm (KC)
Decke: 40 mm (KC) 40 mm (KC)
Seite: 40 mm (KC) 40 mm (KC)
Rücken: 40 mm (KC) 40 mm (KC)
Vorderer Kommandoturm    
Böschung: 350 mm (KC) 350 mm (KC)
Decke: 200 mm (KC) 200 mm (KC)
Seite: 350 mm (KC) 350 mm (KC)
Basisgerät (Böschung, Decke): 200 mm, 100 mm (KC) 200 mm, 100 mm (KC)
Achterer Kommandoturm    
Böschung: 50 mm (KC) 50 mm (KC)
Decke: 30 mm (KC) 30 mm (KC)
Seite: 50 mm (KC) 50 mm (KC)
Basisgerät (Böschung, Decke): 150 mm, 50 mm (KC) 150 mm, 50 mm (KC)
Primärbewaffnung: 8 Geschütze 38,0 cm SK C/34 (L/47) in Zwillingstürmen (840 bis 960 Schuss) 8 Geschütze 38,0 cm SK C/34 (L/47) in Zwillingstürmen (840 bis 960 Schuss)
Sekundärbewaffnung: 12 Geschütze 15 cm SK C/28 (L/55) in Zwillingstürmen (1.800 Schuss) 12 Geschütze 15 cm SK C/28 (L/55) in Zwillingstürmen (1.800 Schuss)
Flugabwehrkanonen: 16 Geschütze 10,5 cm SK C/33 (L/65) in Zwillingslafetten,
16 Maschinenkanonen 37 mm in Zwillingslafetten,
40 Maschinenkanonen 20 mm in Vierlingslafetten (10 FlaKVierlinge),
12 Maschinenkanonen 20 mm in Einzellafetten
(Zu Beginn waren sowohl für die Bismarck als auch die Tirpitz nur 12 MK 20 mm vorgesehen, die Anzahl wurde jedoch stetig erhöht.)
16 Geschütze 10,5 cm SK C/33 (L/65) in Zwillingslafetten,
16 Maschinenkanonen 37 mm in Zwillingslafetten,
78 Maschinenkanonen 20 mm in Vierlings- und Einzellafetten (Im Juni 1944)
Torpedorohre: - 8 Torpedorohre 53,3 cm in zwei Vierlingslafetten (ab 1942, insgesamt wurden 24 Torpedos mitgeführt)
Flugzeuge: 2 Katapulte,
4 bis 6 Wasserflugzeuge Ar 196
2 Katapulte,
4 Wasserflugzeuge Ar 196
Besatzung: 103 Offiziere,
1962 Mann
(1941)
108 Offiziere,
2.500 Man
(1943)
Beiboote: 3 Chefboote
1 Motorbarkasse
2 Dingis
4 V-Boote
2 Kutter
2 Jollen
Anker: 3 Bug und 1 Heck 3 Bug und 1 Heck
Schiffe der Klasse: 2 2
Baukosten: 196,8 Millionen Reichsmark 181,6 Millionen Reichsmark

Bismarck im Mai 1941, von der Prinz Eugen aus aufgenommen

Tirpitz von oben


Weiterführende Literatur/Links.

Robert D. Ballard/Rick Archbold, Die Entdeckung der Bismarck, Ullstein Taschenbuchverlag
Gerhard Koop/Klaus-Peter Schmolke, Die Schlachtschiffe der Bismarck-Klasse, Bernard & Graefe Verlag
KBismarck.com - The Battleship Bismarck, http://www.kbismarck.com
schlachtschiff.com, http://www.schlachtschiff.com



 

Text by UncleK/Tschixel/Wotan. Letztes Update:  3. October 2007