In den 50er Jahren erhielten die israelischen Streitkräfte das FN FAL. Die Ereignisse des Sechstage-Krieges von 1967 überzeugten die israelische Militärführung jedoch, dass man ein leichteres, robusteres und präziseres Gewehr brauchte. Außerdem sollte das Gewehr die 5,56 mm Patrone M193 verschießen. Zur Auswahl standen das M16A1, das HK 33, das Stoner M63 und jeweils ein Entwurf von Uziel Gal (der Erfinder der Uzi) und Israel Galil, der aus Russland stammte. Galil, der die Kalashnikow für eines der besten Gewehre der Welt hielt, kannte die Stärken, die er für das Galil-Sturmgewehr beibehielt, und die Schwächen der Kalashnikow, die er beseitigen wollte. Also machte er sich daran für Israel das Galil zu entwickeln. Er entschied sich die Funktion bzw. die Mechanik der Kalashnikow zu übernehmen. Man sieht dem Galil die Ähnlichkeit mit der Kalashnikow äußerlich nicht so sehr an, aber die innere Struktur des Galil ist mit der der Kalashnikow zu vergleichen. Israel Galil verbesserte den wahrscheinlich größten Schwachpunkt der AK-47, die Ungenauigkeit (effektive Reichweite ca. 300 Meter). Eine der Hauptursachen für dieses Manko der AK-47 war die Patrone 7,62x39 mm. Galil verbesserte die Genauigkeit einfach dadurch, dass er für sein Sturmgewehr die 5,56 mm Patrone wählte. Zudem erweiterte er das Magazin von 30 auf 35 bzw. 50 Schuss. Er modifizierte auch den zu großen und schlechten, fast schon billig wirkenden, Mechanismus des Sicherungs- und Feuerwahlhebels indem er an das Galil zwei kleinere Hebel anbrachte. Je einer davon sitzt links beziehungsweise rechts über dem Pistolengriff. So können sowohl Links- als auch Rechtshänder den Hebel bequem mit dem Daumen umlegen. An das Galil kann man auch ein Zweibein anbringen, das den Schützen das Zielen erleichtern soll. Zusätzlich dient das Zweibein als Drahtschneider und Flaschenöffner. Israel Galil brachte an das Galil ARM noch zusätzlich einen Tragegriff nach dem Vorbild des FAL an. Als das Gewehr 1973 eingeführt wurde, brachte die südafrikanische Armee (damals hatte Südafrika sehr gute Beziehungen zu Israel) eine baugleiche Waffe unter der Bezeichnung R-4 auf den Markt. Zudem wird von IMI (Israel Military Industries) eine Exportversion mit dem NATO Kaliber 7,62 mm (.308 Win) angeboten. Bei dieser Munition kommt ein gerades 25 Schuss-Magazin zum Einsatz. Das Galil AR (Assault Rifle) ist auch als israelische Kalashnikow bei ausländischen Militärs bekannt, die die Waffe auf das Höchste loben und das Galil als eines der besten Sturmgewehre der Welt ansehen. Doch einige Probleme ließen das Projekt scheiten. Ein gravierendes Manko des MAR war nämlich, dass bei Auto- oder schnellem Salvenfeuer die vordere Griffschale so sehr erhitzt wird, dass man sie nicht mehr halten kann und die Waffe somit einhändig geschossen werden müsste. Die Streitkräfte Israels übernahmen daher nur wenige Galil MAR als PDW für höhere Offiziere. Da das MAR ohne einen erfolgreichen Einsatz bei den IDF auch keine ausländischen Abnehmer fand, konnten insgesamt nur wenige Exemplare verkauft werden. Auf Basis des MAR wurde allerdings das IMI Magal entwickelt. Das Magal ist ein kompaktes speziell für den Städtekampf ausgelegtes Sturmgewehr mit dem Kaliber .30. Bei der israelischen Polizei befinden sich an die 4.000 Stück im Einsatz, die den alten M1 Karabiner abgelöst haben und durch die gegenwärtige politische Situation hauptsächlich bei Straßenkämpfen mit Palästinensern eingesetzt werden.
Handbuch/Manual zu dieser Waffe bei www.gunmanuals.ch
Explosionszeichnung zu dieser Waffe beim Schützenverein Mittleres Erzgebirge e.V. Text by Florian. Letztes Update: 7. September 2007 |