Sikorsky H-34 (S-58)

Choctaw/Seabat/Sea Horse


CH-34A der US Army. (Picture by US Army)

Der S-58 von Sikorsky stellt einen Höhepunkt in der Serie von Helikoptern mit Kolbenmotorantrieb dar. Zugleich wurde dieses Modell in zahlreichen Armeen und Konflikten eingesetzt und kann zu seinen Fluggästen sowohl amerikanische Präsidenten, als auch die britische Königsfamilie zählen. Einige Lizenzbauten von Westland, der Wessex, dienten sogar noch bis in die 90er Jahre bei der britischen Royal Navy, wo er hauptsächlich zur ASW (Anti-Submarine-Warfare) und zum Transport von Marineinfanterie diente. Allerdings kann der H-34 ebenfalls den Einsatz bei Landstreitkräften, wie der US Army, aber auch bei der deutschen Bundeswehr, vorweisen. Neben zahlreichen zivilen Nutzern setzte auch die CIA das Muster ein, und zwar im Rahmen der AIR AMERICA im Vietnamkonflikt.



Entwicklung

Der S-58 ist eine Weiterentwicklung des S-55, den die amerikanischen Streitkräfte als H-19 (US Army) bzw. HO4S-2 (US Navy) einführten. Das revolutionäre Design des S-55, wie das im Bug befindliche Triebwerk, ein Kolbenmotor, und das über der Kabine angeordnete Cockpit, wurden weitgehend übernommen. Die US Navy suchte für den S-55 Mitte der 50er Jahre Ersatz, wobei sich Sikorsky mit dem S-58 bewarb. Zunächst sah man als Ersatz den HSL-1 (Modell 61) von Bell vor. Dieser erwies sich allerdings mit der Tandemanordnung seiner Rotoren, was ihn trotz der Faltbarkeit der Rotorblätter zu einem recht sperrigen Muster machte, und ungenügender Laufruhe für den Einsatz von Kriegsschiffen und für ASW als ungeeignet. Der S-58 war die am nächsten liegende Alternative mit den Anforderungen entsprechenden Parametern. Grundlegend wurde die Kabine vergrößert, ein gekoppeltes Triebwerk integriert und ein neu konstruierter Ausleger eingeführt. Der Prototyp für die US Navy mit der Bezeichnung XHSS-1 absolvierte am 8. März 1954 in Bridgeport, Connecticut, seinen Erstflug. Die erste Serienmaschine vollführte am 20. September 1954 ihren Jungfernflug. Im August 1955 trat der S-58 unter der Bezeichnung HSS-1 Seabat den Dienst zur ASW an Bord der Kriegsschiffe der US Navy an. Sikorsky bewarb sich mit seiner Konstruktion auch für den neuen Mehrzwecktransporter der US Army und der US Air Force. Als Konkurrent trat der H-21 Shawnee von Piaseki an, der beide Wettbewerbe gewann. Auch das US Marine Corps suchte einen neuen Transporthelikopter für maritime Landungsoperationen und entschied sich, ohne einen Wettbewerb auszuschreiben, für den gigantischen S-56 (HR2S) von Sikorsky, der nach reichlicher Verspätung auch bei der US Army als H-37 Mojave eingeführt wurde. Allerdings lasteten die H-21 für die US Air Force die Produktionslinien von Piaseki vollkommen aus, so dass die US Army sich schnell nach Ersatz umschauen musste, ebenso wie das USMC, da Probleme in der Entwicklung des S-56 entstanden. Die einzige Alternative bestand wiederum im S-58. Zuletzt beschaffte sogar noch die USAF Maschinen dieses Musters für SAR-Einsätze. Im April 1955 bestellte die US Army 437 Maschinen, die als H-34A Choctaw eingeführt wurden. Beim USMC kam der Typ als HUS-1 Seahorse ab Februar 1957 zum Einsatz, im übrigen in wesentlich höheren Stückzahlen, insgesamt 515 Maschinen, als der H-37 Mojave, als dessen vorläufiger Ersatz er beschafft wurde. 1962 wurden die Bezeichnungen der Teilstreitkräfte durch das US-Verteidigungsministerium vereinheitlicht. Die offizielle Bezeichnung lautete ab diesem Punkt UH-34. Die neuen Bezeichnungen der Maschinen für die einzelnen Teilstreitkräfte sind der unteren Tabelle zu entnehmen.
1956 erwarb Westland Lizenzrechte für den S-58 und fertigte ihn, vorerst im Originalzustand und später mit Turbinen als Ersatz für die Kolbenmotoren, unter der Bezeichnung Wessex. Auch in Frankreich bei Sud-Aviation wurde das Muster in Lizenz gefertigt und die französische Armee setzte es umfangreich im Algerienkrieg ein. Darüber hinaus verwendete die deutsche Bundeswehr ebenfalls den S-58. In den 60er Jahren wurde der CH-34 bei der US Army durch den UH-1 Huey, bei der US Navy 1962 durch den SH-3 Sea King und 1965 beim USMC durch den CH-46 Sea Knight ersetzt. In Vietnam wurde der Typ hauptsächlich vom USMC eingesetzt, während die US Army die im Pazifikraum mehrheitlich stationierten H-21 Shawnee nutzte. Bereits im Algerienkrieg machte sich eine problematische Eigenschaft bemerkbar: Die Tanks sind unter der Kabine am Rumpfboden montiert und somit Bodenbeschuss direkt ausgeliefert, was zu zahlreichen Verlusten führte. Auch dies mag dazu beigetragen haben, dass die meist in Europa stationierten CH-34 der US Army eben dort verweilten. Der Wessex diente allerdings noch im Falklandkrieg und die letzten Maschinen wurden erst Mitte der 90er ausgemustert.



Versionen

Insgesamt bewegt sich die Zahl der Nutzer um die 20 Staaten, neben denen auch noch einige zivile Nutzer S-58 aus militärischer Produktion nutzten. In den unten stehenden Tabellen sind die wichtigsten Nutzer, die USA, Frankreich und Deutschland aufgeführt. Die von den britischen Streitkräften genutzten Wessex werden dabei vorenthalten.



Amerikanische Streitkräfte

Bezeichnung Erklärung Anzahl
CH-34A (H-34A) H-34 der ersten Serien für US Army 437
VH-34A VIP-Hubschrauber der US Army ?
CH-34C (H-34C) Maschinen der US Army (zum Teil vom Stand H-34A aufgerüstet) und US Air Force (nur für SAR) 190 / 6
UH-34D (HUS-1) Maschinen für US Marine Corps, am meisten gebaute Version 515
VH-34D (HUS-1Z) VIP-Transporter des US Marine Corps 7
LH-34D (HSS-1L) für Operationen im Winter optimierte UH-34D für US Navy 4
UH-34E (HUS-1A) für Wasserungen optimierte UH-34D für US Marine Corps 40
HH-34F (HUS-1G) Maschinen für US Coast Guard 6
SH-34G (HSS-1) ursprüngliche S-58 für US Navy zur ASW (Anti-Submarine-Warfare) ?
SH-34J (HSS-1N) detailverbesserte SH-34G für US-Navy ?

Nutzer anderer Staaten

Bezeichnung Erklärung Anzahl
H-34 G I/II Maschinen der dt. Heeresflieger ?
H-34 G III Maschinen der Bundesmarine, hauptsächlich zur SAR und Versorgung bzw. zur Minenräumung genutzt. 27
H-34 G I Maschinen der Bundesluftwaffe ?
CH-34A Maschinen des französischen Heeres. Haupteinsatzraum war Algerien ?
HSS-1 Maschinen der französischen Marine zur ASW für Transporteinsätze 61

Ein SH-34G (80+73) des MFG-5 als typische SAR-Maschine. Gut zu erkennen sind das beigeklappte Heckleitwerk und die gefalteten Hauptrotorblätter.

Gestaltung

Zahlreiche Konstruktionsmerkmale wurden von dem kleineren, schon bewährten H-19 (S-55) übernommen. So befindet sich der in einem Winkel von 39° schräg montierte, luftgekühlte Wright R-1820-84 Sternmotor direkt vor der Passagierkabine im Maschinenbug. Dadurch schuf man Platz für eine geräumige Kabine. Der Motor verfügte über neun Zylinder, allerdings war ein kompliziertes Kühlsystem für einen störungsfreien Betrieb nötig. Unter heißen Wetterbedingung verringerte sich die Leistungsfähigkeit bei vollen Tanks erheblich. So konnten bei einer Lufttemperatur von 30°C nur vier ausgerüstet Soldaten mitgeführt werden. Pro Stunde verschlang der Motor im Durchschnitt sagenhafte 350 Liter. Bei Hubschraubern dieser Größenklasse fielen die Kolbenmotoren entsprechend groß aus, so dass die Platzierung der selbigen die Flug- und Lasteigenschaften stark beeinflusste. Die Installierung in den Bug hatte den Vorteil, dass die Motoren, von zwei gewölbten Zugangsklappen umschlossen, leicht zugänglich und damit leicht zu warten waren. Das Abgasrohr befindet sich auf der linken Seite am unteren Ende der Zelle. Die schräge Anordnung erklärt sich durch die nötige Antriebswellenführung. Bei einer senkrechten Installation hätte noch ein weiteres Getriebe verwendet werden müssen, was bei den damaligen Ausführungen einen starken Gewichtszuwachs, begründet durch die hohe Masse damaliger geschmiedeter Getriebe, bedeutet hätte. Die Welle führt im über der Passagierkabine angeordneten Cockpit direkt zwischen den beiden Pilotensitzen hindurch; das Getriebe befindet sich hinter dem Cockpit. Die Cockpitanordnung entsprach der des H-19 und die Übersicht aus der hohen Sitzposition muss ausgezeichnet gewesen sein. Allerdings war der Arbeitsplatz durch eine geringe Schalldämmung sehr lärmend und die hohe Sitzposition hatte auch zur Folge, dass die Piloten leicht unter Beschuss genommen werden konnten. Das Cockpit war nur von außen über Schiebefenster an der Cockpitseite zugänglich und so für medizinische Hilfe im Ernstfall nahezu unzugänglich. Die Passagierkabine war großzügig für 12 bis 16 Personen ausgelegt und durch eine auf der rechten Seite befindlichen Schiebetür zu erreichen. In der MEDEVAC-Rolle konnten acht Tragen im Innenraum mitgeführt werden. Die unproblematische Beladung erklärt sich durch die Positionierung der Kabine direkt im Schwerpunkt der Maschine. Die verschiedenen Versionen können anhand der unterschiedlichen Anzahl der Fenster der Kabine unterschieden werden: So besitzt der HUS-1, der HSS-1A und der H-34A auf jeder Seite jeweils zwei Fenster, während spätere Versionen, wie der SH-34J, jeweils zwei kleinere und ein größeres Fenster tragen.
Die Zelle ist in Halbschalenbauweise ausgeführt, wobei die Strings und Beplankungen zur Gewichtseinsparung aus Magnesium- und Aluminiumlegierungen gefertigt wurden. Diese Metalle, vor allem die Magnesiumlegierungen, bereiteten in den Einsatzjahren zahlreiche Korrosionsprobleme; bei Entzündung der Maschine brannte diese auf Grund der Eigenschaften der verwendeten Metalle schnell vollkommen ab. Der Heckausleger wurde ungewöhnlich massiv ausgeführt, hauptsächlich um die beim Vorgängermodell S-55 auftretenden Strömungsprobleme im Heckbereich zu vermeiden. Der Rücken des Auslegers trägt die Kardanwelle für den Heckrotor, der untere Bereich war hohl ausgeführt und konnte einsatzspezifisch zusätzliche Ausrüstung beherbergen, was aber meist zu Lasten der Flugeigenschaften ging. Am vorderen Bereich des mächtigen Seitenleitwerks waren wenig oberhalb des Auslegers kleine Höhenflossen installiert. Das gesamte Seitenleitwerk konnte nach links zur Zelle hin beigeklappt werden, um so auf den Schiffen der US Navy möglichst Platz sparend verstaut werden zu können. Der Hauptrotor besitzt vier Blätter, die in Ganzmetallbauweise mit Leichtmetallholmen ausgeführt wurden. Ein Aluminiumholm mit D-Profil ist das tragende Element der Hauptrotorblätter. Die Hinterkante ist eine Leichtmetall-Rippenstruktur mit 20 Kammern und mit Blech verkleidet. Zahlreiche schwere Trimmgewichte und ein Blattspureinhaltungsgewicht sind im Rotor installiert. Wie zu dieser Zeit üblich, fanden konventionelle Schlag- und Schwenkgelenke beim Blattanschluss Verwendung, zur besseren Verstauung auf Kriegsschiffen konnten die Rotorblätter nach hinten gefaltet werden. Der links liegende Heckrotor besitzt ebenfalls vier aus Metall gefertigte Blätter. Die Treibstofftanks sind bruchsicher ausgeführt und befinden sich unterhalb des Kabinenbodens. Diese Anordnung stellte sich im Algerienkrieg als sehr unvorteilhaft heraus, zumal die Tanks auch kaum über Panzerung verfügten und somit leicht von Handfeuerwaffen vom Boden aus beschädigt werden konnten. Die Verstrebungen des vorderen Teils des Dreipunktfahrwerkes reichen bis unter die Cockpitverglasung und das Fahrwerk ist jeweils einfach bereift. Die langen Streben bis unter das Cockpit sind dabei ölpneumatische Dämpfer, die die Stoßenergie bei der Landung aufnehmen sollen. Das Heckfahrwerk bildet für spätere Konstruktionen eine Vorbildwirkung: Das einzelne Rad befindet sich am Ende des Heckauslegers und besitzt ebenfalls einen Stoßdämpfer in einer verkleinerten Form der Hauptverstrebung.
Die Versionen für ASW, vornehmlich der SH-34G/J Seabat, verfügen über absenkbare Tauchsonare wie das AN/AQS-5 und einen Autopiloten für den stabilisierten Schwebeflug in niedrigen Höhen. Ebenfalls finden sich in der Ausstattung zahlreiche verschieden Funkgeräte. Zusätzlich wurden auch AN/APX-46 IFF verwendet.
Westland ersetzte den Sternmotor durch zwei Coupled Gnome 110/111 bzw. durch eine Napir (heute Rolls Royce) Gazelle 165, während Sud-Aviation in spätere Modelle zwei Turboméca Bastan IV-Turbinen installierte. Auch Sikorsky experimentierte mit verschiedenen Turbinen, aber erst 1970 bot man ein Umrüstungspaket mit einem Pratt & Whitney PT6T-3 Twin Pac an; diese Maschinen trugen die Bezeichnung S-58T, die auch von der CIA in der "Air America" in Vietnam eingesetzt wurden. Später wurden auch noch andere Twin Pacs angeboten, die sich meist durch eine höhere Leistung auszeichneten.



Bei diesem H-34C ist die Verschalung des Wright-Motors zur einen Seite geöffnet. Gut zu erkennen sind der schräge Einbau des Triebwerks und die enormen Ausmaße.

Bewaffnung

Aufgrund der dünnen Beplankung und der ungewöhnlichen Fahrwerksanordnung existierten nur wenige Rüstsätze, die an der Außenhülle montiert wurden. Das US Marine Corps installierte in seine Sea Horse ab August 1962 in die Türöffnung für den Crew Chief und am Fenster gegenüber für einen Gunner jeweils ein M60. Die Piloten erhielten zur Selbstverteidigung AR-15. 
Die US Army beschaffte Anfang der 60er Jahre bewaffnete UH-1B, die auch als Eskorte und Unterstützungseinheiten für die Einsätze des USMC herangezogen wurden. Derart beeindruckt, bestellte das USMC eine an den Einsatz vom Meer her angepasste Version, den UH-1E. Um die Dauer bis zur Einführung 1966 zu überbrücken, entschied man sich zur Bewaffnung vorhandener UH-34, die später den Spitznamen "Stinger" erhielten. Bei dieser Modifikation wurden jeweils auf einer Seite ein starr nach vorn feuerndes M60, direkt unter dem Cockpit, und ein Raketenstarter für 2,75'' FFAR (Folding Fin Aerial Rocket) zwischen den Fahrwerksverstrebungen und der Zelle installiert. Das Zielsystem war reichlich simpel. Es funktionierte ähnlich wie bei Kimme und Korn: Auf dem Windschild war ein Stift montiert, der mit einem Zielkreuz über dem Armaturenbrett in eine Linie gebracht werden musste. Nach einiger Übungszeit erzielten die Piloten beachtliche Trefferquoten. Insgesamt wurden nur vier Maschinen umgerüstet, die aber umfassend im HMM-365 unter Lt. Col. Joseph Koler genutzt wurden. Auch die US-Army bewaffnete einige ihrer H-34. Zu diesem Zweck wurden quadratische Packs von 20 Startrohren für FFARs auf jeder Seite installiert. In die Fahrwerksverstrebungen setzte man des Weiteren auf jeder Seite jeweils ein M37C .30 cal. Die Anwendung bei der US Army blieb allerdings eher die Ausnahme, da man sich schon frühzeitig auf Gunships auf der Basis der UH-1 "Huey" festlegte. Diese Entscheidung war durch die mangelhafte Manövrierbarkeit des H-34 und auch durch dessen relativ geringe Geschwindigkeit begründet. Zudem bot die große Zelle des Musters ein hervorragendes Ziel für Abwehrwaffen aller Art.
Die bei der US Navy eingesetzten Maschinen waren meist unbewaffnet, sie dienten nur zur U-Boot-Erfassung und nicht zur Vernichtung selbiger. Bei anderen Marinen trugen die Maschinen U-Jagd-Torpedos wie den Mk.44 oder Wasserbomben.



Einsatz

Den ersten Gefechtseinsatz erlebte das Muster im Algerienkrieg in französischen Diensten. Im Transporteinsatz bewährte er sich, allerdings offenbarten sich auch schwere Mängel der Konstruktion. Wie schon erwähnt gehörten dazu die im Kabinenboden untergebrachten Tanks, als auch die exponierte Positionierung der Piloten. Dies änderte aber nichts an den Beschaffungsvorstellungen der zahlreichen späteren Nutzer. Zunächst wurden die HSS-1 unbewaffnet von den Kriegsschiffen der US Navy aus eingesetzt. Die US Army stationierte die Mehrheit ihrer H-34 in Europa, was die geringe Anzahl der eingesetzten Maschinen in Vietnam erklärt. In den frühen Jahren des Vietnamkrieges setzte die US Army auf den H-21 Shawnee, der auch mit dem Klima besser zurecht zu kommen schien. Beim US Marine Corps sah dies anders aus. Den ersten Einsatz in Vietnam markiert ab dem 15. April 1962 "Operation Shufly", bei der das HMM-362 (Marine Medium Helicopter Squadron) unter Lt. Col. Archie Clapp, die "Archie's Angels", bei Soc Trang im Mekong Delta stationiert wurde, um die südvietnamesische Armee gegen den Vietcong zu unterstützen. Später kamen noch die HMM-162, 163, 261, 361, 364 und 365 zur Operation hinzu. Im August 1969 wurden die letzten Maschinen beim USMC in Hue Phu Bai zugunsten der inzwischen einsatzbereiten CH-46 abgezogen. Trotz seiner Schwächen zeichnete sich das Muster bei Landungsoperationen in umkämpften Gebiete und Rettungseinsätzen durch Robustheit aus, so unter anderem am 27./28. April 1964 bei der Landung von südvietnamesischen Truppen unter schwerstem Feuer, bei dem alle Maschinen teilweise schwere Schäden davontrugen, aber kein Besatzungsmitglied verletzt wurde.
Auch bei der Bundeswehr fand der CH-34 Verwendung. Die ersten Maschinen kamen 1957 im Rahmen der Aufstellung der Bundeswehr zu Heer und Luftwaffe. Im direkten Wettbewerb setzte er sich gegen den H-21 Shawnee durch, welcher allerdings ebenfalls beschafft wurde. Den ersten 22 H-34G I folgten 1958/59 23 H-34G II und schließlich 1962/63 nach einer Großbestellung durch die Bundeswehr 65 H-34G III. Die Luftwaffe setzte neben einigen H-34 G I zwei Maschinen in der Flugbereitschaft ein, während die Heeresflieger den größten Teil der insgesamt 110 H-34G betrieb, die zum Teil im Rahmen einer amerikanischen Rüstungshilfe (MAP) zur Bundeswehr gelangten. Die Marine bestellte 1958 für das MFG-5 in der SAR-Rolle 22 SH-34G als Ersatz für die Bristol Typ 171 Sycamore. Des Weiteren sah die Bestellung für das MFG-4 fünf SH-34J ähnliche Maschinen zur ASW (Anti-Submarine-Warfare) vor. Erst ab 1963 liefen die Maschinen unter der Bezeichnung H-34 G III zu. Für das MFG-4 rüstete man 1963 drei H-34G III, die vorher zur SAR (Search And Rescue) genutzt wurden, mit Minenräumgeschirr aus. 1966 wurden weitere sechs Muster von den Heeresfliegern übernommen und beim MFG-5 eingesetzt. Nach der Ausmusterung der letzten Maschine 1974 wurden 24 Maschinen an Israel übergeben und 76 an zivile Kunden veräußert.



Eine der beiden Maschinen der bundesdeutschen Flugbereitschaft. (Picture by BWflyer.de)

Bezeichnung des Helikopters: CH-34A Chocktaw
Typ: Transporthelikopter
Hersteller: Sikorsky
Baujahr (in Serie): 1955 - ?
Besatzung: 2
Antrieb: Wright-R-1820-84B Kolbenmotor
Leistung: 1.121,6 kW (1.525 PS)
Höchstgeschwindigkeit (VNE): 210 km/h
Marschgeschwindigkeit: 165 km/h
Dienstgipfelhöhe: 3.200 m
Schwebeflug-Gipfelhöhe mit Bodeneffekt: 1.495 m
Einsatzradius: 450 km
max. Einsatzdauer: 3 h
Gewicht: Leergewicht: 4.260 kg
maximales Startgewicht: 6.050 kg
Rumpflänge: 14,37 m
Länge über Rotor: 20 m
Höhe: 4,54 m
Rumpfbreite: 3,96 m
Hauptrotordurchmesser: 17,07 m
Produktionszahlen:(alle bei Sikorsky gefertigten S-58): 1.821

Ein CH-34A der südvietnamesischen Luftwaffe bei der Bergung einer beschädigten O-1 Birddog im Januar 1968. (Picture by US Army)

Ein CH-34 der US Army mit einem Rüstsatz bestehend aus beidseitigen MGs und Raketenstartern. (Picture by US Army)

HUS-1 Sea Horse des USMC im März 1960 an Bord der USS Princeton . (Picture by US Marine Corps)



Interne Links zum Thema

Westland Wessex



Weiterführende Literatur/Links

Bernd Vetter & Frank Vetter, Die deutschen Heeresflieger, Motorbuch Verlag



 

Text by british steel; Korrektur: UncleK, Willard, Dirk. Letztes Update:  7. September 2007