Eine rückstoßfreie Waffe kann natürlich für dieselben Aufgaben eingesetzt werden, wie ihre "normalen" Pendants. Jedoch hat sie die gleichen Einbaubeschränkungen wie alle Raketenwerfer: Durch den Gasausstoß am hinteren Ende wird eine große Sicherheitszone hinter der Waffe benötigt, sie ist also nicht im Innenraum von Fahrzeugen einbaubar. Man beschäftigt sich jedoch bereits mit der Frage, wie man die Gase abzapfen und für Personen ungefährlich umleiten könnte. Bis dahin ist das ideale Anwendungsgebiet auf Außenlasten beschränkt, z.B. im Waffenturm des "Wiesel" oder als Bordgeschütz für den Tiger Kampfhubschrauber. Der große Vorteil der Konstruktion liegt in der Genauigkeit, die durch den geringen Rohrrücklauf nicht beeinträchtigt wird. So kann der Munitionsverbrauch minimiert werden und zusätzlicher Stauraum wird frei, das Gewicht wird reduziert.
Die Effektivität der RMK 30 wäre jedoch stark eingeschränkt wenn sie nicht in ein autonomes Feuerkontrollsystem integriert wäre, das unabhängig von der Ausrüstung der Waffenplattform (Helikopter, Panzer,..) arbeitet. Das Ziel wird durch einen Feuerkontrollcomputer und verschiedene Subsysteme (Wärmebildkamera, Laser-Entfernungsmesser, Zielverfolgung/-Erkennung,...) am Entkommen gehindert. Man spricht von einem "Assign and Forget" Waffensystem: Das Ziel wird nur vom Piloten/Waffenführer zugewiesen und automatisch vernichtet. (ähnlich dem "Fire and Forget"-System). Durch die hervorragende Präzision im Verbund mit dem Waffensystem muss die Waffe keine hohen Feuerraten aufweisen (Qualität statt Quantität). Diesem Kontrollsystem wurde daher bei der Entwicklung große Wichtigkeit beigemessen: Ist die Genauigkeit der Waffe viel besser als das System, so wird das Ziel beim Feuern verloren. Andersherum steigt der Munitionsverbrauch unverhältnismäßig stark an. Das heißt die Waffe ist nur im Verbund mit der Elektronik wirksam.
Auf deutscher Seite wird der Einbau in den neuen Kampfhubschrauber UH-Tiger als sehr wahrscheinlich erachtet. Die RMK 30 soll plötzlich auftretende Luftziele innerhalb von 1.500 m (zu nah für Raketen) bekämpfen. Sie muss dafür die Genauigkeit einer Lenkrakete aufweisen und zugleich möglichst klein und leicht sein.
Bei der Entwicklung wurden von bestehenden Technologien Anleihen gemacht. Die Waffe selbst wurde von einem Raketenwerfer abgeleitet, die Munition von Raketenmotoren und das Zielerfassungssystem ist von Lenkraketen übernommen und verbessert worden. Das gesamte Feuerkontrollsystem erreicht auf 1.000 m eine Präzision von 0,7 mrad, das System inkl. der Waffe erreicht 1,5 mrad (= Kreis mit Radius von 1,5 m). Durch diese revolutionäre Genauigkeit kann ein Luftziel mit nur drei Patronen effektiv abgefangen werden. Das Anwendungsspektrum ist sehr breit, da die Waffe Charakteristika von Maschinenkanone (hohe Feuerrate) und Lenkrakete (Genauigkeit) in sich vereint.