Leopard 2

Kampfpanzer


Leopard 2 A4 bei voller Fahrt im Gelände

Entwicklung

Die Entwicklung des Leopard 2 begann bereits 1964 direkt nach der Auslieferung der ersten Leopard 1 an die Truppe und parallel zur Entwicklung des deutsch-amerikanischen Projekts KPz 70 mit einer Porsche-Studie zur Verbesserung und Kampfwertsteigerung des Leopard 1. Als sich 1967 abzeichnete, dass das KPz 70-Projekt aus politischen und technischen Gründen scheitern würde, beauftragte das Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB) die Firmen Krauss-Maffei, Porsche und Wegmann eine Experimentalstudie zur einem neuen KPz auf Basis des Leopard 1 vorzunehmen. Nachdem das KPz 70-Projekt 1969 endgültig gescheitert war, beschloss das BWB die Entwicklung des Leopard 2 K (K = Kanone; Alternativ wäre zur damaligen Zeit noch das 152 mm Kanone/Lenkflugkörper (LFK)-System Shillelagh wie im M60A2 gewesen) auf nationaler Basis. In einem ersten Schritt begannen die beteiligten Firmen 1972 mit dem Bau von 16 Fahrgestellen (PT 01- 17. ohne PT 12) und 17 Türmen (T 01 -17), die komponentenweise erprobt werden sollten. Ursprünglich war als Motor der KPz 70-Motor (DB/MTU 873 Ka 500; 1.500 PS/39.800 ccm) vorgesehen. Dieser wurde dann aber bald durch den durchzugsstärkeren MTU 873 Ka 501 (1.500 PS/47.600 ccm) ersetzt. Die Auswertung des Jom-Kippur-Krieges 1973, in dem viele Panzer LFK zum Opfer fielen, zeigte, dass vor allem eine Aufwertung des Panzerschutzes, insbesondere der Turmpanzerung, notwendig war. Um dies realisieren zu können, wurde die Gewichtsklasse von MLC 50 auf MLC 60 hochgestuft.
Als ein weiterer Entwicklungsschritt wurde 1976 der Leopard 2 AV (Austere Version) gebaut um in den USA in Konkurrenz zu den Chrysler- und GM-Prototypen des M1 (XM1) treten zu können. Die USA entschieden sich dabei für das Chrysler-Modell obwohl der Leopard 2 dem XM1 in Beweglichkeit, Erstschußtrefferwahrscheinlichkeit und Systemzuverlässigkeit überlegen war. Von diesem Vergleichstest, für den der Leopard 2-Prototyp 18 Monate lang umgerüstet wurde, übernahm der Leopard 2 die verbesserte Mehrschichtpanzerung, die Abschottung von hydraulischer Anlage und Munitionsvorrat im Turm, sowie die verbesserte Waffennachführanlage (WNA) mit erhöhter Stabilisierungsgüte. Nicht übernommen wurden u.a. die 105 mm Kanone sowie das 2. ferngesteuerte Fliegerabwehr-MG (Fla-MG). Als einziger Erfolg der Standardisierungsbemühungen mit den USA wurde nach Vergleichstests das Hughes EMES 15 mit WBG auf common module-Basis (LASER-Entfernungsmeser) anstelle des Zeiss/AEG EMES 13 A1 (Korrelations-Entfernungsmesser, Basis 35 cm) eingeführt. 1976/77 erfolgte die Serienreifmachung durch Porsche, 1977 setzte sich Krauss-Maffei als Generalunternehmer gegen die Konkurrenz durch, mit der Auflage 810 der bestellten 1.800 Fzg bei Atlas-MaK herstellen zu lassen. Im Frühjahr 1979 wurden die ersten drei vorgezogenen Serienfahrzeuge ausgeliefert. Der erste Leopard 2 wurde im Herbst an die Truppe übergeben.



Ausführungen des Leopard 2

Leopard 2  und Leopard 2 A1

1979 1. Baulos (380) ohne Wärmebildgerät, dafür teilweise mit PZB 200 (Passives Ziel- und Beobachtungsgerät (Restlichtverstärker)). Querwindsensor auf dem Turmheck
 
1981 2. Baulos (450) mit Wärmebildgerät, Drehringlafette für Fliegerabwehr-MG auf Kdt-Luke entfallen.
 
1983 3. Baulos (300) ohne Querwindsensor, Tankeinfüllstutzen nach vorn versetzt, PERI erhöht, Abschleppseile über Kreuz, Panzer-Panzer-Sprechverbindungsschnittstelle am linken Turmheck.


Leopard 2 A2

1983 1. Baulos auf den Stand A1 (wie 3. Baulos) nachgerüstet 

 

Leopard 2 A3

1984 4. Baulos (300) mit modifiziertem Heckgräting, neuer Feststellbremse und neuer Funkaustattung (SEM 80/90), dadurch auch Änderung an der Antennenanlage, Flecktarnanstrich 

 

Leopard 2 A4

1985  5. Baulos (370) mit digitalem Feuerleitrechner und Brandunterdrückungsanlage. Alle älteren Baumuster werden auf A4 nachgerüstet.
 
1987 6. Baulos (150); die Hälfte davon mit verbesserter Panzerung (Änderung nicht sichtbar). Munitionsluke am Turm entfallen. Die Munitionsluken der älteren Baumuster wurden zugeschweißt.
 
1989 7. (100) und 8. Baulos (75)


Leopard 2 A5 KWS II

1995 bis 2002 1995 bis 1998 (225) und 1999 bis 2002 (125) wurden aus Türmen der Lose 1 bis 4 und Wannen der Lose 6 bis 8 350 Leopard 2  zum Leopard 2 A5 umgerüstet. Wesentliche Änderungen sind die verbesserte Turmpanzerung durch Anbringung austauschbarer Zusatzpanzerung und damit ein Anstieg der Gewichtsklasse auf MLC 70, Spall-Liner Platten, elektrische Waffennachführanlage, neues Kdt-Periskop mit integriertem WBG, Fzg-Navigationsanlage, Rückfahrkamera

 

Leopard 2 A6

2001 225 Leopard 2 A5 mit längerer Kanone L/55, Klimaanlage und Hilfsmotor ausgerüstet.


Zur Zeit sind die fast alle Leopard 2 in der Bundeswehr auf dem Stand Leopard 2 A4/A5. Die Auslieferung der ersten Leopard 2 A6 hat im März 2001 begonnen.



Einsatzzweck

Der Leopard 2 ist das Rückgrat der deutschen Panzertruppe. Er wurde vor allem nach den Erfordernissen des Kalten Krieges konzipiert. Dementsprechend ist der Haupteinsatzzweck der Kampf gegen gepanzerte Einheiten auf mittlere und weite Entfernung in Verteidigung, Verzögerung und Angriff; aber auch Kampf gegen Hubschrauber und direkte Feuerunterstützung für Panzergrenadiere. Seine derzeitigen Aufgaben auf dem Balkan sind Sicherung und Überwachung. Dabei steht weniger der taktische Nutzen im Vordergrund als vielmehr die psychologische Wirkung, die von einem Panzer ausgeht. Einsatz der Leopard 2 A4 in den Hauptverteidigungskräften (HVK), die A5 und A6 sind bei den Krisenreaktionkräften (KRK) im Einsatz.



Leopard 2 A4

Leopard 2 A4

Im folgenden wird der Leopard 2 A4 besprochen; die Änderungen, die sich mit den Versionen A5 und A6 ergeben, werden weiter unten behandelt.

Allgemeines

Der Leopard 2 A4 ist ein Kampfpanzer (MBT) mit selbsttragender Wanne und um 360° schwenkbarem Turm. Die Besatzung umfasst 4 Mann; Kommandant, Richtschütze, Ladeschütze, Fahrer. Das Gefechtsgewicht beträgt 55.150 kg (MLC (Military Loading Class) 60). Die Bewaffnung besteht aus einer vollstabilisierten Rheinmetall 120 mm Glattrohrkanone L/44 mit Laserentfernungsmesser und zwei MG 3 7,62 mm. Der Panzer ist durch ein passives Wärmebildgerät und einen Restlichtverstärker für den Fahrer nachtkampffähig und bedingt allwetterkampffähig. Als Defensivbewaffnung stehen 16 Nebelwurfkörper zur Verfügung. Das Laufwerk ist ein drehstabgefedertes Stützrollenlaufwerk mit Lamellendämpfern und hydraulischen Endanschlägen. Der Antrieb erfolgt über hinten liegende Antriebszahnkränze. Der MTU-12 Zylinder-Mehrstoffdiesel gibt seine Leistung über ein hydromechanisches Schalt-, Wende- und Lenkgetriebe auf die Seitenvorgelege weiter. Die Leistung liegt bei 1.500 PS, die eine Geschwindigkeit von 68 km/h ermöglichen. Die Panzerung ist als CHOBHAM-Mehrschichtschottpanzerung ausgelegt.. Jedes Fahrzeug verfügt über 2 UKW-Funkgeräte SEM (Sende/Empfangsmodul) 80/90.

Besatzung

 Kommandant (Kdt)

Der Kommandant ist für seinen Panzer persönlich verantwortlich, er überträgt zwar die Verantwortung für die Wanne an den Fahrer, für Schäden oder Verluste an Material aller Art haftet er aber trotzdem alleinverantwortlich. (Prinzip der Unteilbarkeit von Verantwortung). Er bildet seine Besatzung im Rahmen seines Zuges aus. Auf dem Panzer überwacht er seine Besatzung, dafür ist er nach Möglichkeit auf allen Bedienerplätzen ausgebildet. (Ausnahme: Die Stabsunteroffiziere in der BW haben im allgemeinen keine Ausbildung als Fahrer). Er führt den Funkverkehr, beobachtet das Gefechtsfeld und den Luftraum und führt den Feuerkampf seines KPz. Wenn er ein Ziel aufklärt, weist er dieses normalerweise dem Richtschützen zu, im Notfall führt er selbst den Feuerkampf.

 

 Richtschütze (RS)

Der Richtschütze beherrscht seinen Bedienerplatz, den des Ladeschützen und die Schießtechnik. Er beobachtet, meldet und bekämpft Ziele mit der Bordkanone (BK) und dem Blenden- MG. Er nimmt außerdem die Aufgaben des Kdt bei dessen Abwesenheit wahr.

 

 Ladeschütze (LS)

Der Ladeschütze lädt und entlädt sämtliche Waffen und ist für deren Funktionsfähigkeit verantwortlich. Er kann auch die Funkgeräte bedienen. Er unterstützt die Beobachtung, entweder mit Doppelfernglas (DF)  über Lukenrand oder unter Luke durch seinen Winkelspiegel (1.000 bis 1.100 m). Er meldet den Munitionsbestand und beseitigt Störungen an den Waffen. Des weiteren bedient er das Fliegerabwehr- MG.

 

 Fahrer (MKF)

Die Wanne wird vollständig vom Fahrer bedient, der gleichzeitig auch für den Zustand der Wanne und die Vollzähligkeit des dort verstauten Bordwerkzeugs verantwortlich ist. Der Fahrer sitzt vorne rechts vor dem Turm. Unter seinem Sitz befindet sich auch die Notausstiegsluke. Er ist über Bordverständigungsanlage im ständigen Kontakt mit der restlichen Besatzung und hat meist zusätzlich noch den Auftrag beide Funkkreise mitzuhören. Der Fahrer fährt großteils selbstständig nach Auftrag des Kommandanten. Bei der Fahrt auf der Strasse über Luke, die sich über ein Schwenkgetriebe nach rechts aufschwingen lässt, im Gelände und unter Gefechtsbedingungen unter Luke. Dazu verfügt er über 3 Winkelspiegel, die einen Sichtbereich von 1.030 bis 1.215 m ermöglichen, bei einem toten Raum vor dem Fzg von ca. 5 m. Um Nachtfahrfähigkeit zu ermöglichen, kann der mittlere Winkelspiegel ausgebaut und durch ein Bildverstäker Fahrgerät (BIV), wobei es sich um einen Restlichtverstärker handelt, ersetzt werden. Beim Rückwärtsfahren folgt der Fahrer lediglich den Kommandos des Kommandanten.



Passive Sicherheit

 Panzerung

Die genaue Zusammensetzung der Panzerung ist ein gut gehütetes Geheimnis. Es handelt sich auf jeden Fall um eine Mehrschicht-Schottpanzerung (CHOBHAM-Prinzip). Die Dicke der Panzerung wird ebenfalls geheimgehalten. Besonderer Wert wurde jedoch auf eine extrem starke Frontpanzerung gelegt. Im Bereich des Fahrwerks muss unterschieden werden zwischen den gepanzerten schweren Kettenblenden (3 1/2 Segmente) auf den vorderen 2 m und den leichten Kettenblenden (3 Segmente) dahinter. Letztere bestehen aus einem Gummi-Faserverbund und dienen vor allem zur Unterdrückung von Staubentwicklung und Verschleierung der Wärmesignatur des Laufwerks. Sowohl die leichten als auch schweren Kettenblenden können zu Laufwerksarbeiten hochgeklappt werden. Die schweren Kettenblenden müssen auch beim Eisenbahntransport hochgeklappt werden. In schwerem Gelände werden die letzen leichten Kettenblenden hochgeklappt um ein Werfen der Kette zu verhindern. Über eigene Messungen in der Truppe (Vergleiche zwischen Kampfraum und Gesamtlänge, Schweissnähte) gehe man von folgenden Werten, die als relativ gesichert gelten dürften, aus:

 

Front:

Turm: 80 cm (150 cm beim A5, A6, Stridsvagn 122)
Wanne: 60 cm (90 cm beim Stridsvagn 122)
Seite:

Turm: 15 bis 20 cm, hinteres Drittel schwächer, ab A5 +15 bis 20 cm im vorderen Drittel
Wanne: 10 cm (schwere Kettenblenden +15 cm)
Oberseite:

Turm : 4 bis 5 cm (beim A5, A6 zusätzlich LINER-Platten, Stridsvagn mehr)
Wanne : Front 5 cm, Heck 3 bis 4 cm
Boden:     2 bis 8 cm

 

 

 Farbgebung/Wärmesignatur

Ab der Version A3 wird der Flecktarnanstrich "Anstrich, Mehrfarb-, taktisch, 3 Farben " verwendet. Die verwendeten Farben sind Teerschwarz, Bronzegrün und Lederbraun, wobei das Farbmuster auf jedem Panzer gleich ist. Die Farben verfügen über eine niedrige IR-Signatur und verändern sich leicht je nach Witterung. Bei Trockenheit sind sie unauffällig matt, ohne scharfe Kontur, bei Nässe werden sie kräftiger, bleiben aber trotzdem matt. Wenn Schnee liegt wird das Grün mit Schlämmkreide übermalt (Weiss, Schwarz, Braun). Durch diesen Anstrich ist der Leopard 2 bei guter Sicht auf Entfernungen über 1.500 m mit optischen Beobachtungsmitteln kaum aufzuklären. Zusätzlich wird in Übung und Einsatz dem Gelände angepasste Tarnung aufgebracht in Form von Tarnnetzen zur Verwischung der Konturen sowie zusätzlichem natürlichem Tarnmaterial wie Gebüsch und Grassoden. Die Wärmesignatur ist gering gehalten. Aufklärbare Wärmequellen von vorn sind das Laufwerk, und die Wärmesäulen über geöffneten Luken. Die heissen Abgase werden bis zur Version A4 durch nach unten gerichtete Lüftergrätings verwirbelt. Ab der Version A5 sind die Grätings nach oben gerichtet, da sich bei staubigem Untergrund, vor allem bei schneller Rückwärtsfahrt, bis zu 200 m lange Staubfahnen bilden, die ein Führen des Panzers, eine Zielauffassung und Bekämpfung fast unmöglich und ausserdem das Fzg weithin sichtbar machen, besonders durch Luftaufklärung. Die größten Gefahren der Aufklärung bestehen beim Leopard 2 durch Staub - und Geräuschentwicklung.

 

 Nebelmittelwurfanlage

Wenn der Panzer aufgeklärt werden sollte, oder zum verdeckten Ausweichen, stehen 16 Nebelwurfkörper zum Blenden zur Verfügung (8 je Seite). Davon sind je Seite 4 einzeln verschiessbar, die anderen 4 können nur als Fächer verschossen werden. Nachdem die alte Version erst nach dem Auftreffen auf den Boden Nebel entwickelt hatte, ist nun der Nebel der Folgegeneration in Gebrauch. Dieser zündet noch in der Luft ca. 80 bis 100 m vor dem Fahrzeug, bildet sofort eine blickdichte Nebelwand und verschleiert auch Wärmesignaturen. Dies geschieht dadurch, dass sich durch das Abbrennen des Nebelmittels hunderte von Wärmeflecken bilden. Vom Effekt, der durch ein Wärmebildgerät beobachtet wird, ist das vergleichbar mit einem Scharfschützen, der anstatt seines Einzelziels plötzlich die Menschenmassen in einer gut besuchten Fußgängerzone vor sich hat.

 

 ABC-Schutz

Für den Kampf unter ABC-Bedingungen verfügt der Leopard 2 über eine ABC-Schutzbelüftungsanlage mit einer Leistung von 300 m³/h. Die Anlage befindet sich auf der linken Wannenseite vor dem Haifischgräting und ist zu Wartungsarbeiten und Filterwechsel von aussen zugänglich. Die Luft wird hier über eine Ansaughutze auf der Wanne angesaugt, danach erfolgt eine Grobreinigung durch ein Grobstaubabsauggebläse und einen Schwebstofffilter. Dann strömt die Luft über 3 Gasfilter und wird letztendlich in den Kampfraum gepumpt. Hierbei entsteht ein Überdruck von 4 mbar, der ein Eindringen kontaminierter Luft über undichte Stellen verhindert. Die Standzeit in kontaminiertem Gelände soll dabei je nach Grad der Kontamination höchstens 24 bis 48 h betragen.



Der Platz des Fahrers (MKF)

Wanne/Antrieb

 Fahrwerk

Drehstabgefedertes Stützrollenlaufwek mit Lamellendämpfern und hydraulischen Endanschlägen. 2 Leitradpaare (vorn), 14 Laufrollenpaare, 4 Stützrollen je Seite und 2 Antriebszahnkranzpaare, die auf die mit den Seitenvorgelegen verbundenen Antriebstrommeln aufgeschraubt sind. Die Federung erfolgt hierbei über Drehstabfedern (Torsionsstäbe) die quer durch die Wanne durchgesteckt, und auf der anderen Wannenseite in  Buchsen mit Zahnradprofil eingelassen werden. Jeder Drehstab ist mit 5 t vorgepannt. Als Dämpfung sind in die Lagerbuchsen der Drehstäbe Lamellendämpfer eingebaut (Gleiches Prinzip wie z.B. beim Deckel des MG 42/3). Um einen Bruch der Drehstäbe zu vermeiden, sind an der Wanne über den Schwingarmen der Laufradpaare Endanschläge angebracht. Die vorderen 3 und die hinteren 2 sind hydraulisch, die beiden anderen fest ausgelegt. Die Leiträder sind etwas kleiner als die Laufrollen und mit der doppelten Anzahl Schrauben (16) angeschraubt. Dabei können die Leiträder über einen längsbeweglichen Schraubmechanismus nach vorn und hinten bewegt werden. Dadurch kann die Kettenspannung reguliert werden. Die Stützrollen sind je nach Ausführung entweder versetzt oder nichtversetzt angeordnet. Der einzige Unterschied dabei ist die Anordnung des 2. und 3. Stützrollenpaares. Die Laufrollen und Leiträder haben eine Lebensdauer von ca. 600 km. Danach sind die Verschleißgrenzen der Gummipolsterungen erreicht. Laufwerksarbeiten sind unproblematisch auszuführen. Die Laufrollen können mit Hilfe eines Spezialwerkzeugs, genannt Knochen, mit dem die Schwingarme aufgebockt werden können, innerhalb einer halben Stunde ausgewechselt werden. Um Leiträder und Zahnkränze zu wechseln muß die Kette getrennt werden. Auch dies ist mit einer eingespielten Besatzung mit Bordwerkzeug innerhalb einer bis zwei Stunden möglich. Die Kette (570 FT (Rundbolzen) oder 570 F (Flachbolzen, alte Ausführung, läuft aus)) ist eine Endverbindergleiskette mit angegossenem Führungszahn und auswechselbaren Kettenpolstern, hergestellt von der Firma Diehl. Es handelt sich dabei um eine "lebende" Kette, d.h. die Kettenglieder sind mit einer gewissen Vorspannung miteinander verbunden, indem die Bolzen, mit denen die einzelnen Glieder miteinander verbunden sind, mit Gummi in die Buchsen eingegossen sind (sog. Silentbuchsen). Die Kette besteht aus 82 Gliedern pro Seite, von denen max. 2 entnommen werden dürfen und hat eine Lebensdauer von bis zu 10.000 km, wobei die Kettenpolster je nach Art des Untergrunds und Qualität des Gummis eine Lebensdauer von 200 bis 350 km haben. Danach müssen die Polster gewechselt werden. Dies geschieht in der Regel bei aufgezogener Kette mit bordeigenem Werkzeug. Das sogenannte "Kettenklopfen" ist Knochenarbeit und dauert mit einer eingespielten Besatzungen ca. 3 Stunden, mit mehr Manpower zur Verfügung unter Umständen auch nur 1 1/2 Stunden. Um die Griffigkeit der Kette zu steigern können auf jeder Seite 18 Kettenpolster gegen gußeiserne Schneegreifer, die normalerweise am Wannenbug befestigt sind, ausgetauscht werden. Um die Griffigkeit noch weiter zu steigern, können alle Kettenposter entfernt werden (Kampfkette). Die Kampfkette ist in Deutschland im Frieden aufgrund der extremen Straßenbelastung verboten. Dieses Fahrwerk ermöglicht beim Leopard 2 eine Steigfähigkeit von 60%, eine Querneigungfähigkeit von 30%, eine Kletterfähigkeit von 1,1 m (Nabenhöhe des Leitrads) und eine Grabenüberschreitfähigkeit von 3 m. Der spezifische Bodendruck beträgt 8,3 N/cm².

 Antrieb und Getriebe

Der Motor des Leopard 2 ist ein MTU MB 873-Ka 501 flüssigkeitsgekühlter V12-Viertakt-Vorkammer-Mehrstoffmotor mit zwei Turboladern und integrierter Ladeluftkühlung. Dieser Motor, mit seinem unverwechselbaren. Turbogeräusch, holt bei 2600 U/min 1.500 PS/1.100 kW aus 47.600 ccm. Daraus ergibt sich ein Leistungsgewicht von ca. 27 PS/t. Er verfügt über eine elektronische Motorkontrollanlage (MKA), die Überdrehzahlen ab 2.850 U/min verhindert und den Motor bei kritischem Kühlflüssigkeitszustand oder Ölstand automatisch abschaltet. Die Luftzufuhr erfolgt über zwei kreisrunde Ansaughutzen auf dem Wannenheck direkt hinter dem Turm. Die Luft wird dabei zunächst über ein Grobstaubabsauggebläse und einen Zyklonfilter grob gefiltert, wobei der Staub hierbei seitlich durch die "Haifischgrätings" ausgeblasen wird, und strömt danach durch jeweils zwei Schwebstofffilter, was einen sicheren Betrieb auch bei sehr staubigen Bedingungen ermöglicht. Der Motor ist flüssigkeitsgekühlt; die Luft zur Kühlung wird dabei über zwei Ringkühler, die sich auf dem hinteren Wannenheck befinden zugeführt und über das große Heckgräting ausgeblasen. Die Kühler arbeiten temperaturgesteuert. Bei einer Kühlflüssigkeitstemperatur <90° C befinden sie sich im Trudelbetrieb, ab 90° C schalten sie auf Stufe 1 und ab 98° C auf Stufe 2, was 5.000 U/min entspricht. Um Hitzeschäden beim Ausschalten des Motors zu verhindern, muß die Kühlflüssigkeitstemeratur beim Abstellen < 90° C sein. das heißt, dass unter Umständen ein Kaltlauf bei 1.500 U/min im Leerlauf durchgeführt wird. Die Kühlflüssigkeitsmenge beträgt 160 l, die Motorölmenge 90 l. Die zwei Kraftstoffpumpen liefern bis zu 18 l/min aus vier Tanks. Die Tanks sind jeweils links und rechts zusammengefasst (Nischentank + Haupttank), fassen 1.160 l (im Frieden sind nur 900 l zugelassen) und können bei einem Treffer über einen Hebel am Motorschott vom Kampfraum aus abgeklemmt werden, so dass nur noch der linke oder rechte Tank in Betrieb ist. Um bei Fahrt im rauhen Gelände die Versorgung sicherzustellen, wird das Motoröl über eine Trockensumpfschmierung zugeführt; der Treibstoff wird zunächst von den Haupttanks in einen 50 l fassenden Entnahmebehälter gepumpt. Die Reichweite liegt damit offiziell bei ca 350 km auf der Strasse und 220 km im Gelände. Im tatsächlichen Einsatz sind beim Verlegemarsch auf guten Strassen 400 bis 500 km möglich; beim Einsatz im Gelände muß man mit einem Treibstoffverbrauch von 600 bis 700 l/100 km rechnen. Im Leerlauf verbraucht der Motor 12 l/h. Diese Werte beziehen sich alle auf den Verbrauch von Diesel, es kann jedoch auch Petroleum und Kerosin verbrannt werden. Im Notfall kann man den Motor auch mit jeder anderen brennbaren Flüssigkeit wie Speiseöl oder hochprozentigem Schnaps (teurer Spass) "befeuern", solange ein gewisser Prozentsatz Diesel zum Mischen mit eingefüllt wird. Im Frieden wird nur mit Diesel gefahren und die Verbrennung anderen Treibstoffs bedarf der Zustimmung eines höheren Truppenführers, da dies die Leistung und vor allem die Lebensdauer des Motors erheblich herabsetzt. Die Mehrstofffähigkeit wird unter anderem durch die Na-Befüllung der Kolben gewährleistet. Mit Dieselbefüllung erreicht der Panzer eine im Fahrzeugschein eingetragene Geschwindigkeit von 68 km/h vorwärts und 30 km/h rückwärts. Im Frieden ist aus Sicherheitsgründen 50 km/h die zugelassene Höchstgeschwindigkeit.
Um diese Leistung möglichst verschleißfrei auf das Getriebe zu bringen ist der Motor über einen mechanisch überbrückbaren Drehmomentwandler mit dem Getriebe verbunden. Das bedeutet, das bis zu einer Drehzahl von 1.300 U/min im verschleißarmen Wandlerbetrieb gefahren wird. Da ein reiner Drehmomentwandler gegenüber einer festen Verbindung aber einen relativ geringen Wirkungsgrad hat (vgl. Spritverbrauch M48), schließt sich ab 1.300 U/min eine Überbrückungskupplung, die dann die Motorleistung wie eine starre Welle auf das Getriebe überträgt.
Das Getriebe ist ein Renk HSWL 345 (d.h. ein hydromechanisches Schalt-, Wende-, und Lenkgetriebe) mit integrierter Betriebsbremse. Dieses verteilt die Kraft stufenlos auf die beiden Seitenvorgelege. Es ist ein Planetengetriebe mit vier Vorwärts- und zwei Rückwärtsgängen, wobei die Rückwärtsgänge von der Übersetzung her den ersten zwei Vorwärtsgängen entsprechen. Die Getriebeölmenge beträgt 80 l. Das Getriebe wird elektrisch geschaltet. Und zwar über einen Fahrtrichtungsschalter mit integrierter Getriebesicherheitsschaltung (verhindert Schaltvorgänge bei Überdrehzahl und Schalten vom Vorwärts- in den Rückwärtsgang bei einer Geschwindigkeit über 10 km/h und Drehzahl über 1.100 U/min). Es gibt vier Stellungen: Vorwärts, Rückwärts, Neutral und Wenden auf der Hochachse. Des weiteren werden die Fahrstufen bzw. Gänge automatisch geschaltet, nachdem sie über den Gangwahlhebel gewählt wurden. Hierbei schaltet das Getriebe nicht sofort, sondern erst, wenn die entsprechende Drehzahl erreicht ist. Dies verhindert Abwürgen und Getriebeschäden. Die Lenkung erfolgt stufenlos über Lenkrad, was einen Fahrkomfort fast wie in einem PKW ermöglicht, indem das Getriebe die Drehzahlen der Antriebstrommeln über stufenlose Drehzahlverteilung regelt; es gibt also keine festen Lenkradien geschweige denn das althergebrachte "Bremse & Kupplung"-Prinzip. Dies macht den Leopard 2 überaus manövrierfähig, einerseits im Gelände, aber auch beim Abstellen unter einem Schleppdach, wenn die Panzer mit 15 cm Abstand zwischen den schweren Kettenblenden eingeparkt werden müssen.
In das Getriebe ist auch die Betriebsbremse integriert, die in zwei Stufen arbeitet. Bei Geschwindigkeiten über 35 km/h wird das Fahrzeug von einem Retarder abgebremst, darunter treten die Scheibenbremsen mit einem Betriebsbremsdruck von >98 bar in Aktion. Damit erreicht der Leopard 2 Verzögerungswerte fast wie ein Sportwagen. Der Bremsweg bei einer Vollbremsung von 70 km/h beträgt 35m!
Beim Wenden auf der Hochachse drehen sich die Ketten, anders als beim Lenken, gegenläufig, d.h. der Panzer dreht sich um die Mittelachse. Bei 1.500 U/min und vollem Lenkeinschlag dauert eine Drehung um 360° 10 s. Insbesondere auf Beton ist der Verschleiß an Kettenpolstern hierbei aber sehr groß. Das Wenden auf der Hochachse wird deshalb vor allem bei beschränktem Platzangebot (z.B. auf engen Waldwegen) und beim Richten in Betriebsstufe "Turm Aus" angewandt.
Motor und Getriebe sind beim Leopard 2 mit einer Schnellspannvorrichtung fest zusammengeflanscht und als eine Einheit eingebaut. Dies ermöglicht ein Wechseln des kompletten Antriebsstrangs mit einem Bergepanzer innerhalb 15 min (Rekord ca. 8 Minuteb). Dazu muß die Triebwerksabdeckplatte ("Topdeck") abgeschraubt werden, die vier Schrauben, mit denen der Triebwerksblock mit dem Sockel verankert ist, gelöst werden und die Schnellverschlüsse der Versorgungsleitungen (Strom,Treibstoff usw.) gelöst werden. Danach wird das alte Triebwerk gezogen und das neue eingesetzt und die Schrauben und Verschlüsse wieder angezogen.
Auf der Unterseite des Topdecks befindet sich noch der "fire-wire", ein Temperatursensor, mit dem bei einer Temperatur von über 180° C das Feuerlöschsystem ausgelöst wird. Dabei werden zunächst zwei Druckbehälter Halon über Sprengventile automatisch entleert, zwei weitere kann der Fahrer bei Bedarf auslösen. Die vier Halonflaschen befinden sich rechts hinter dem Fahrer, die Bedienung des Feuerlöschsystems erfolgt ebenfalls durch den Fahrer.

 Stromversorgung

Der Leopard 2 A4 hat 8 Batterien (12 V/125 Ah), die in Gruppen geschaltet sind, so dass sich eine Gesamtkapazität von 24 V/500 Ah ergibt. Bei laufendem Motor werden sie über einen Generator mit 28 V/20 kW gespeist. Die Stromübertragung zum Turm erfolgt mittels Schleifringübertrager. Da im Turm Wechselspannung benötigt wird (400 Hz) befindet sich auf dem Turmboden ein entsprechender Wechselrichter.

 Zentralhydraulische Anlage (ZHA)

Die ZHA ist auf der rechten Wannenseite im Kampfraum angebracht. Sie liefert den nötigen hydraulischen Druck für die, von der Betriebsbremse unabhängige, Feststellbremse und die Tauchhydraulik. Der Betriebsdruck liegt zwischen 150 bis 172 bar. Die Pumpe setzt sich bei einem Druck von < 130 bar in Betrieb und versorgt die beiden Druckspeicher. Der Vordruck wird durch eine Stickstoffbefüllung gewährleistet. Der größere der beiden Druckspeicher versorgt die Federspeicherbremszylinder der Feststellbremse, die direkt auf die Vorgelege wirkt. Dabei schließt sich die Bremse im drucklosen Zustand. Bei einem Ausfall der ZHA kann die Feststellbremse zum Abschleppen über eine manuelle Notlöseeinrichtung geöffnet werden. Die Tauchhydraulik ermöglicht auch Tiefwaten und Unterwasserfahren, indem sie alle Be- und Entlüftungen am Motor schließt und eine Brennluftklappe am Motorschott im Kampfraum öffnet. Dabei wird die gesamte Verbrennungsluft über die Kommandantenluke zugeführt. Hier befindet sich auch ein Sicherheitsschalter, der den Betrieb der Tauchhydraulik nur bei offen verriegelter Luke zulässt, bzw. den Motor sofort ausschaltet, wenn die Tauchydraulik in Betrieb ist und die Luke entriegelt wird. Dies ist sehr wichtig, da der Motor bei 1.500 U/min ca 18 m³ Luft/s zieht und die Besatzung bei einem unbeabsichtigten Betätigen der Tauchhydraulik bei geschlossenen Luken innerhalb weniger Sekunden ersticken würde, bzw. einem tödlichen Unterdruck ausgesetzt sein würde.

 Waten, Tiefwaten, Unterwasserfahren

Der Leopard 2 ist ohne Vorbereitung watfähig bis zu einer Wassertiefe von 1.100 mm. Tiefwaten bis 2,25 m ist nach kurzer Vorbereitung möglich. Dabei wird die Tauchhydraulik eingeschaltet und die Verbrennungsluft über die Kommandantenluke durch den Kampfraum zugeführt. Auf die Kommandantenluke wird ein faltbarer Tiefwatschacht von knapp einem halben Meter Höhe, der am Turmheck mitgeführt wird, aufgesetzt, auf die Mündung der Kanone eine Tauchkappe aus Gummi. Ausserdem wird eine Turmdrehkranzdichtung über eine Handpumpe vom Ladeschützen aufgepumpt.
Zum Unterwasserfahren bis zu 4 m Wassertiefe wird statt des Tiefwatschachts ein starrer aus drei Teilen bestehender Unterwasserfahrschacht aufgesetzt. Dieser Unterwasserfahrschacht wird aufgrund seiner Sperrigkeit nicht am Fzg mitgeführt, sondern von den Brigadeeinheiten. Um kleinere (unvermeidbare) Wassereinbrüche auszugleichen, verfügt der Panzer über zwei Lenzpumpen mit einer Pumpleistung von je 160 l/min. Wasserschlag am Motor wird durch Rückschlagventile in der Auspuffanlage verhindert. Für den Fall eines grossen Wassereinbruchs oder des Kenterns sind die Besatzungsmitglieder mit Tauchrettern (die gleichen Modelle wie sie auf den deutschen U-Booten schon im 2. Weltkrieg verwendet wurden) und Schwimmkrägen mit Preßluftpatronen ausgestattet.

 Heizung/Lüftung

Die Heizung besteht aus einem Heizgerät (Standheizung) und einem Wasser/Wasser-Wärmetauscher, mit dem die Kühlflüssigkeitstemperatur ausgenutzt wird. Dabei schaltet das Heizgerät bei einer Kühlflüssigkeitstemperatur von über 90° C automatisch ab. Das Heizgerät dient auch zum Vorwärmen des Motors bei Temperaturen von unter -20° C, wenn Vorglühen nicht mehr ausreicht. Die Heizkreisläufe können über zwei Hebel am Motorschott geregelt werden. Es gibt drei Stellungen: Heizen mit Heizgerät, Heizen mit Motorwärme und Vorwärmen Motor. Das Heißwasser wird über zwei Gebläse mit Wasser/Luft-Wärmetauschern zum Heizen des Kampfraums geleitet. Die Lüfter und die Heizung werden vom Fahrer bedient. Es handelt sich dabei allerdings nicht um eine Klimaanlage, vielmehr gibt es nur zwei Einstellungen: "Sommer" und "Winter".



Leopard 2 A4 beim Schiessen

Turm / Waffenanlage

 Bewaffnung/Munitionsvorrat

Die Hauptbewaffnung besteht aus der 120 mm L/44 Glattrohrkanone von Rheinmetall mit elektrischer Zündung. Sie ist schildzapfengelagert in der Turmmitte mit einem Richtbereich von -9° bis +20° auf 2.009 mm Feuerhöhe eingebaut. Die Waffe wiegt 3.800 kg, wobei allein das Rohr 1.150 kg, das Bodenstück 683 kg und der Verschlusskeil 110 kg wiegen. Das Rohr wird von einer Rohrschutzhülle umgeben, die vor allem thermische Verformung (Rohrverzug) verhindert. Im vorderen Drittel der Kanone befindet sich der Rauchabsauger, 5 Gasdruckbohrungen im Rohr, die mit einer elastischen Ummantelung dafür sorgen, dass die Pulvergase nach vorn ausgeblasen werden. Der Rohrrücklauf wird über zwei hydraulische Rohrbremsen aufgefangen. Das Rohr wird danach durch einen pneumatischen bzw. hydropneumatischen Rohrvorholer wieder in die Ausgangsposition gebracht. Der Verschlusskeil arbeitet als teilautomatischer Fallkeilverschluss, d.h. der Verschluss verriegelt automatisch beim Einführen der Patrone, wirft nach dem Schuss den Hülsenboden automatisch aus und belässt den Verschluss in offener Stellung. Ein vom Verschluss betätigter Druckschalter sorgt dafür, dass die Kanone nach dem Schuss automatisch in eine vom Ladeschützen vorgegebene Ladestellung fährt.
Mit der Kanone werden zwei Geschossarten verschossen. Zum einen ein flügelstabilisiertes Treibspiegelpfeilgeschoss mit Leuchtspur KE DM33 (Kinetische Energie) (NATO-Bezeichnung APFSDS-T Armor Piercing Fin Stabilized Discarding Sabot-Tracer); zum anderen ein Hohlladungsmehrzweckgeschoss mit Leuchtspur MZ DM18 (NATO-Bezeichnung HEAT-T High Explosive Anti Tank-Tracer). Alle Geschosse haben teilverbrennbare Hülsen, d.h. nur der Patronenboden ist aus Stahl, die Hülsenmäntel sind aus Sprengpappe und verbrennen. Die KE wirkt rein aufgrund ihrer Bewegungsenergie und enthält keinen Sprengstoff. Sie ist nur gegen starke Panzerungen wirksam, da bei schwach bzw. ungepanzerten Zielen die Gefahr besteht, dass sie einfach durchfliegt, ohne Wirkung zu hinterlassen. Das Geschoss hat eine Mündungsgeschwindigkeit von 1.640 m/s (also ungefähr 5-fache Schallgeschwindigkeit); der Pfeil wiegt ca. 7,5 kg und besteht aus einem Wolfram-Karbid-Kern und durchschlägt auf 1.000 m fast jede derzeit bekannte Panzerung. Beim Auftreffen auf das Ziel wird auf einer Fläche von wenigen Quadratzentimetern die Energie frei, die in etwa einer 100 t Lokomotive mit 50 km/h entspricht. Die Durchschlagsleistung richtet sich dabei vor allem nach der Länge des Geschosses und dem Auftreffdruck. Deshalb wird momentan die LKE II eingeführt, die bei höherer Geschwindigkeit und kleinerem Durchmesser ungefähr 20 cm länger ist. Das MZ-Geschoss wirkt nach dem Hohlladungsprinzip, d.h. durch das Abbrennen des Sprengsatzes entsteht ein Staustrahl, der die Panzerung durchspült. Die weit verbreitete Annahme, dass Hohlladungsgeschosse die Panzerung durchschweißen ist falsch; die Zeit, in der das Geschoss wirkt, ist viel zu kurz, um auf diese Weise durchdringen zu können. Die MZ hat eine Mündungsgeschwindigkeit von 1.140 m/s. Dies ist zwar für die Durchschlagsleistung irrelevant, eine hohe Geschwindigkeit erhöht aber die Trefferwahrscheinlichkeit um ein Vielfaches, da die Flugbahn aufgrund des knapp doppelt so hohen Geschossgewichts gegenüber der KE, viel weniger gestreckt ist, und somit auch der Treffbereich abnimmt. Des weiteren wirkt die MZ auch gegen schwach und ungepanzerte Ziele durch Druck und Splitterwirkung; ist dabei allerdings bei weitem nicht so effektiv, wie herkömmliche Sprenggeschosse.
Darüber hinaus gibt es für KE und MZ Üb-Geschosse: Die KE-Üb ist aus einer leichteren Legierung, und hat statt des Flossenleitwerks ein Lochkegelleitwerk. Dies ermöglicht eine Mündungsgeschwindigkeit von 1.700 m/s und der KE vergleichbare Flugeigenschaften auf den ersten 2.000 m, danach verringert sich die Geschwindigkeit drastisch und sorgt dafür, dass das Geschoss bei maximaler Rohrerhöhung einen Sicherheitbereich von lediglich 22.000 m hat. Zum Vergleich: Die KE hat einen Sicherheitsbereich von über 90 km und durfte deswegen nur auf dem TrÜbPl Castle Martin (UK) verschossen werden. Die MZ-Üb verfügt über die gleichen Flugeigenschaften, wie die MZ, statt der Hohlladung wird allerdings ein Betonkopf verschossen, um den Schaden am Zielbau auf den Übungsplätzen im Rahmen zu halten. Dennoch sind diese Üb-Geschosse kein Spielzeug. Beim Schiessen auf Hartziele werden Leopard 1 von beiden Geschossen auf 1.500 m glatt durchschlagen, ein M47, auf den eine Feuerzusammenfassung mit drei MZ-Üb gefeuert wurde, schob/warf es 20 m nach hinten, das Fahrwerk auf einer Seite wurde vollkommen abgerissen, der Turm wurde aus der Wanne gerissen und der Stahl brannte danach noch 10 Minuten. Es gibt außerdem Gerüchte, dass den Amerikanern im 2. Golfkrieg die 'scharfe' Munition kurzfristig ausging und deshalb auf die Üb-Geschosse zurückgegriffen wurde. In der Schiessinspektion in Munster kursieren Bilder, die von MZ-Üb vollkommen zerfetzte BMPs zeigen.
Die Standardbeladung an 120 mm Munition besteht aus 42 Schuss (30 KE, 12 MZ) von denen 15 im Bereitschaftsmunbunker im Turm untergebracht sind und 27 links neben dem Fahrer in der Wanne. Von der Bundeswehr werden übrigens keine DU-Geschosse verwendet, können allerdings mit geringem Aufwand übernommen werden. Es genügt die Munition mit 5 Schuss anzuschießen und die Systemfehlerwerte entsprechend zu programmieren. Falls für die DUs Einheitssystemfehlerwerte gelten, muss nicht einmal angeschossen werden. Da der Leopard 2 über Speicherplätze für sechs verschiedene Munitionssorten verfügt, könnte einer der zwei freien Speicherplätze innerhalb einer halben Minute auf jegliche kompatible Munitionssorte programmiert werden.
Als Sekundärbewaffnung stehen zwei MG 3 7,62 x 51 mm zur Verfügung. Eines davon achsparallel zur Kanone montiert, das andere als Fliegerabwehr- MG auf der Ladeschützenluke. Die Munition wird gegurtet im Verhältnis Weichkern:Leuchtspur 3:2 geliefert. Der Munitionsvorrat beläuft sich auf 4.750 Schuss. Zur persönlichen Bewaffnung der Besatzung gehören außerdem zwei MP 2A1 (Uzi) und zwei P 1 mit insgesamt 500 Schuss, eine Signalpistole mit 16 Schuss, vier Handgranaten und ein Thermitstab zur Zerstörung des KPz.

 

 Feuerleitanlage (FLA)

Die Feuerleitanlage ist das Herzstück des Leopard  2. Sie ermöglicht eine hohe Ersttrefferwahrscheinlichkeit (83%); auch aus der Fahrt und selbst auf bewegliche Ziele. Zur Feuerleitanlage gehören die Zieleinrichtungen, die WNA/WNA-Elektronik, Feuerleitrechner & Sensoren für Feuerleitung, die ZLHV (Zentrallogik/Hauptverteilung), die Bediengeräte und das RPP 1- 8 (Rechnergesteuertes Panzerprüfgerät). Die Feuerleitanlage hat drei Betriebstufen: TURM AUS, BEOBACHTEN und STAB EIN und verschiedene Betriebsarten in den Betriebsstufen. Alle Funktionen, die in einer niedrigen Betriebsstufe zur Verfügung stehen, stehen auch in der nächst höheren zur Verfügung.

In TURM AUS wird der Turm nicht mit Strom versorgt (außer Funk/Bordverständigung (BV), Kampfraumbeleuchtung, und MG-Lüfter), Richten erfolgt manuell über Handpumpen durch RS, keine Stabilisierung, Schiessen über TZF, Auslösen durch Stossgenerator von Hand/bzw. MG über Handauslösung durch LS, Entfernungsermittlung manuell über TZF, Schussbeobachtung und Aufklärung durch Kdt mit DF über Lukenrand, Munitionssorte muss manuell über Strichplatte berücksichtigt werden. Mögliche Betriebsarten: RH-TZF (RS führt Hauptwaffe (HW) über TZF). Notbetrieb!

In BEOBACHTEN wird der Turm voll mit Strom versorgt, abhängige Visierlinie, d.h. Optik wird der Kanone nachgeführt, Grobrichten hydraulisch durch durch RS über Kraftrichten (Hydraulik steuert Servomotoren Turm und BK direkt an), Feinrichten über Handpumpen, HZF (damit auch der LASER - E-Messer), WBG und PERI funktionieren, Verkantungskorrektur, Parallaxenausgleich (entfernungsabhängiger Ausgleich des Abstands HZF-HW) Schiessen aus der Fahrt nicht möglich, Schiessen auf bewegliche Ziele nur mit manuellem Vorhalt, Kdt kann nicht schießen, aber über PERI unabhängig beobachten und RS überwachen. Rechner verarbeitet Munitionssorte,  Systemfehlerwerte, Außentemperatur, Pulvertemperatur, Windgeschwindigkeit, Höhe über NN und Entfernung. Mögliche Betriebsarten: RH-TZF, RH/RW (RS führt (und schießt) HW über HZF oder WBG), KP (Kdt führt PERI) und ZÜ (Zielüberwachung mit PERI durch Kdt), Eingeschränkter Betrieb!

In STAB EIN arbeiten alle Systeme, primärstabilisierte unabhängige Visierlinie (d.h. RS oder Kdt führen die Optiken, die WNA führt die HW unter Berücksichtigung aller Parameter auf das Ziel nach), Rücksteuerung (Berücksichtigung der Eigengeschwindigkeit und des Richtungsvektors zum Ziel, dadurch entfernungsabhängiger Ausgleich von Verschleppung und Parallelversatz und der Entfernungsänderung zum Ziel, wird durch Betätigung des LASERS ausgelöst), dynamischer Vorhalt (Berücksichtigung der Geschwindigkeit und des Richtungsvektors des Ziels durch Umwandlung in Winkelgeschwindigkeit der Kanone, wird durch RS manuell ausgelöst, steht Kdt nicht zur Verfügung), Kdt kann entweder über PERI schießen oder über Direktsichtadapter das HZF und das WBG zum Schießen nutzen. Kein manueller Vorhalt nötig, Zielen immer auf Zielmitte. Dynamische und statische Koinzidenz. Dadurch sicheres Treffen aus der Fahrt auf bewegliche Ziele. Mögliche Betriebsarten : RH-TZF, RH/RW, KP, ZÜ, KH (Kdt führt HW über PERI), KW (Kdt führt HW über HZF/WBG (muss an sein) durch Direktsichtadapter), ZZÜ (Zusätzliche Zielüberwachung des RS durch den Kdt mit Direktsichtadapter). Volle Leistungsfähigkeit des Systems!

 Zieleinrichtungen

FERO Z18: Dies ist die Notoptik, monokular 8x, in die Blende eingebaut, wird vom RS bedient, Strichplatte zur Entfernungsermittlung, voll manuell, wird nur im Notbetrieb verwendet. Wird TZF (Turmzielfernrohr) genannt. Funktioniert auch in TURM AUS.

PERI R 17: Primäre Kommandantenoptik, monokular 2x und 8x, Bedienung durch Kdt, Strichplatte zur Entfernungsermittlung, eigenstabilisiert ab BEOBACHTEN. Ermöglicht Schießen des Kdt in STAB EIN über KH, dabei wird bei Betätigung eines Tasters der Turm auf die Visierlinie des PERIs eingeschwenkt. KH wird auch zur Zielanweisung an den RS genutzt. PERI kann auf Entfernungen von 900 bis 2.000 m eingesetzt werden und ist nicht justierstabil, d.h. muss nach kurzer Zeit vom Kdt nachgezogen werden. Das PERI hat zwei Schwenkgeschwindigkeiten, die über die Intergratorwippe geschaltet werden können; eine Drehung um 360° dauert 9 bzw. 36 Sekunden.

EMES 15: Primäre (vollstabilisierte) Richtschützenoptik, HZF (Hauptzielfernrohr), binokular 12x, integrierter NdYAG (Neodinium Yttrium Aluminium Garnet)-LASER -Entfernungsmesser ZEISS CE628, Wellenlänge 1.024 nm, 2 Pulsfolgen: 1. Normalleistung 10x alle 6 sec, 2. Ausnahmeleistung 3x alle 2 sec danach 11 sec Pause. Messbereich 200 bis 9.990 m, Meßgenauigkeit +/- 10 m. Letztechoverwertung, Anzeige von Doppelechos. Die Laserelektronik bewirkt Schußverblockung bei Entfernungen über 4.000 m und Nahzielunterdrückung unterhalb 400 m. In letzterem Fall wird mit Entfernung 1.000 m geschossen. Das Wärmebildgerät ist im gleichen Modul wie das HZF untergebracht und kann durch einen Umschalthebel in das HZF eingespiegelt werden. Es arbeitet auf Basis von Cadmium-Quecksilber-Tellurid Detektor-Komponenten auf einer Wellenlänge von 8-14 µm. Als Referenztemperatur dient -190° kalter Stickstoff. Da das WBG vorgekühlt werden muss, dauert es ca. 10 bis 20 min bis es einsatzbereit ist. Vergrößerungen sind 4x und 12x; zur besseren Aufklärung kann zwischen Weiß- und Schwarzpolarität umgeschaltet werden. Das HZF/WBG kann auch vom Kdt genutzt werden, indem er das Bild über Direktsichtadapter in des PERI einspiegelt. Zur Aufklärung wird vom RS auch bei Tag meist das WBG genutzt, da das Sichtfeld bei 4x weitaus größer ist, als das 12x Sichtfeld des HZF. Um die Primärstabilisierung zu gewährleisten, ist ein in 2 Achsen beweglich gelagerter Spiegel angebracht, der über Stellmotoren angesteuert wird. D.h. es wird in STAB EIN lediglich die Visierlinie über den Spiegel gesteuert, die Waffe wird dann über die WNA automatisch nachgeführt.




 Waffennachführanlage WNA-H22 und WNA-Elektronik

Die WNA-H22 ist eine hydraulische Waffennachführanlage mit integrierter hydraulischer Kraftversorgung (HKV) und hoher Stabilisierungsgüte. Der Betriebsdruck beträgt in BEOBACHTEN zwischen 105 und 140 bar und in STAB EIN ca. 160 bar bei einem Stickstoffvordruck des entlasteten Systems von 46 bar. Sie ermöglicht ein Drehen des Turmes um 360° innerhalb von 9 Sekunden. Der Hydraulikraum befindet sich rechts hinten im Turm. Die Hydraulik verfügt über einen eigenen Lüfter und Temperatursensoren, die bei Überschreiten der zulässigen Temperaturen von Hydraulikflüssigkeit und Pumpe, zuerst Warnmelder betätigen, danach die WNA automatisch abschalten. Die WNA- Elektronik bekommt vom Rechner über die ZLHV die Aufsatzwerte in Höhe und Seite und steuert die Servoventile an. Sie meldet außerdem die aktuelle Lage und Nachrichtgeschwindigkeit an die ZLHV zurück.

 Feuerleitrechner

Der Feuerleitrechner von Atlas STN ist ein Digitalrechner, der sämtliche eingestellten Parameter, Sensor- und Kreiselwerte aufnimmt und daraus die Aufsatz- und Vorhaltwerte für die WNA-Elektronik berechnet.

 Zentrallogik/Hauptverteilung (ZLHV)

Die ZLHV ist eine zentrale Baugruppe, in der alle Signale der Feuerleitanlage verarbeitet werden, und alle Baugruppen der FLA abgesichert sind. Außerdem gibt sie den Schuss frei, wenn von der WNA-Elektronik statische und dynamische Koinzidenz gemeldet werden. Das Phänomen der Koinzidenz ergibt sich aus der Trägheit der WNA, d.h. die WNA wird, insbesondere bei hohen Geschwindigkeiten, nie auf den exakt berechneten Sollwert stabilisieren können, sondern immer etwas hinterher oder über das Ziel hinausgeschossen sein. Um trotzdem mit hinreichender Genauigkeit schießen zu können, wurden hier Toleranzfelder um den optimalen Wert festgelegt. Die Toleranz beträgt statisch 0,2 Strich und dynamisch 0,65 Strich/s. Sobald sich also die Kanone innerhalb dieser 0,2 Strich zum statischen Sollwert und nicht schneller als 0,65 Strich/s zum dynamischen Sollwert bewegt, gibt die ZLHV den Schuss frei. In der Praxis dauert dies maximal eine halbe Sekunde, bis Koinzidenz vorliegt. Trotzdem muss der Schießende innerhalb dieser Zeitspanne die Optik aufs Ziel gerichtet und die Abfeuerungsklinken durchgedrückt halten. Anmerkung: 1 Strich entspricht dem 6.400sten Teil des Umfangs eines Kreises; d.h. ca. 1 m auf 1 km.

 Bediengeräte und Steuereinrichtungen

Es gibt 9 Bediengeräte im Turm: Mit dem Richtschützenbediengerät kann der RS das WBG und das HZF auf seine Bedürfnisse einstellen, das HZF und WBG justieren, im Einsatz schnell das HZF mittels der Feldjustieranlage FJA (Ein Teil davon ist der kleine Kollimatorspiegel an der rechten Rohrmündung) nachziehen, um Rohrverzug auszugleichen, Kreiseldriftabgleich durchführen und die Waffe wählen. Mit dem Rechnerbediengerät werden alle festen Parameter eingegeben und manuelle Entfernungen für das HZF eingegeben. Mit dem Betriebsstufenbediengerät werden die Betriebsstufen eingeschaltet. Das PERI-Bediengerät und das WBG-Zusatzbediengerät dienen dem Kdt zum Einstellen von PERI und WBG, mit dem Kommandantenbediengerät können die aktuellen Rechnerwerte und die Werte vom letzten Schuss abgelesen werden. Am Ladeschützenbediengerät werden die Munitionssorte und die Indexposition für die Ladestellung eingegeben. Mit dem Richtschützenrichtgriff (RSG) richtet, lasert und feuert der RS, hier befindet sich auch der Taster dynamischer Vorhalt. Das Äquivalent dazu beim Kdt ist der Kommandantenrichtgriff, der fast dieselben Funktionen hat. Der RSG ist ein um zwei Achsen beweglicher Doppelhorngriff ähnlich wie im Flugzeug, der KRG ist ein starrer Joystick mit einer Daumenschale, die etwas ungenauer als der RSG ist. Eine einzige Fehleinstellung bei all diesen Geräten genügt, um einen Fehlschuss zu produzieren, deswegen wird die Bedienung dieser Geräte auch mit verbundenen Augen drillmäßig geübt.

 Rechnergesteuertes Panzerprüfgerät RPP 1-8

Das RPP 1-8 dient dem Kdt zur internen Fehleranalyse und zum Durchführen von Systemstests. Es zeigt außerdem Fehlfunktionen der FLA im laufenden Betrieb an.

Zum besseren Verständnis des Zusammenwirkens der FLA hier die Verknüpfung der FLA in STAB EIN

1. (Vor-) Stabilisierung EMES: Die Kreisel Seite und Höhe im EMES melden Störbewegungen, die auf den Spiegel wirken, an die Stabilisierungselektronik. Die Stabilisierungselektronik gibt nun Korrekturwerte an die Stellmotoren im Ausblickkopf EMES.
2. (Vor-) Stabilisierung der Kanone und des Turmes: Der Turmkreisel meldet die Nickbewegungen des Turmes über die ZLHV an die WNA- Elektronik. Der Waffenkreisel meldet die Nickbewegungen und die Seitenbewegungen der Kanone über die ZLHV an die WNA- Elektronik. Die WNA- Elektronik sendet nun über die ZLHV Korrektursignale an den Seiten- und Höhenservoblock des Turmes und der Kanone.
3. Waffennachführung: Der RS sendet mit seiner Steuereinrichtung Richtsignale zur Stabilisierungselektronik, die von dort zu den Stellmotoren des EMES (-spiegels) weitergeleitet werden und gleichzeitig als Positionsmeldungen an den Rechner gehen. Folgende Baugruppen melden an den Feuerleitrechner außerdem ihre Werte: Laserelektronik die ermittelte Entfernung; Richtschützenbediengerät die Justierwerte Seite und Höhe; Rechnerbediengerät die Systemfehlerwerte, Höhe über NN, Lufttemp., Pulvertemp. und den Querwind; Vertikalsensor die Verkantung der Waffe in Grad; Ladeschützenbediengerät die gewählte Munitionssorte. Der Feuerleitrechner errechnet nun aus all diesen Werten  den Vorhalt und Aufsatz für den Turm und die Bordkanone und gibt diese an die WNA-Elektronik weiter. Diese steuert den Turm und die Kanone in die neu berechnete Position. Stellungsgeber Seite und Waffenerhöhungsgeber EMES melden die jeweilige Position des Turmes und der Kanone über die ZLHV an die WNA-Elektronik. Die WNA-Elektronik vergleicht die gemeldeten Werte mit den vom Rechner gelieferten Sollwerten und gibt das Signal Koinzidenz Ja/Nein an die ZLHV weiter, die den Abfeuerungsstromkreis schließt oder unterbricht. Beim Schießen auf bewegliche Ziele kommt zusätzlich der Wert dynamischer Vorhalt von der RS-Steuereinrichtung zum Rechner, beim Schießen aus der Fahrt wird zusätzlich die Rücksteuerung über die Werte des Fahrzeuggeschwindigkeitgebers und des Stellungsgeber Seite vom Rechner verarbeitet.

 Brandunterdrückungsanlage (BUA)

Die BUA ist ein vollautomatisches Halon-Löschsystem mit optischen- und Infrarotsensoren. Die Brand- bzw. Explosionserkennung erfolgt innerhalb 2 ms, daraufhin werden vier Halon-Flaschen über Sprengventile gezündet, und der Brand oder die Explosion innerhalb 250 ms im Keim erstickt. Da die Wahrscheinlichkeit, dass auch die Besatzung mit erstickt wird, sehr groß ist, sind die BUAs im Frieden abgeklemmt bzw. ausgebaut. Die BUA ist unabhängig von der Feuerwarn- und Löschanlage in der Wanne.

 Funkanlage

Jeder Leopard verfügt über eine Bordverständigungsanlage und eine Panzer-Panzer-BV-Buchse, damit ist abhörsicherer Sprechverkehr möglich. Die Panzer werden einfach mit FM-Kabel miteinander verbunden. Dazu werden an jedem Pz 600 m FM-Draht mitgeführt. Es ist somit auch möglich sich über eine Zehnervermittlung in das Telefonnetz einzuschalten. Natürlich funktioniert dies nur im ortsfesten Betrieb, z.B. im Verfügungsraum. An Funkmitteln führt jeder Leopard 2 UKW-Sende/Empfangsmodule 80/90 mit sich. Das SEM 90 ist dabei im Grunde ein SEM 80 mit angeschraubtem Leistungsverstärker. Standardmäßig hat ein Chefpanzer 2 SEM 90, Zugführer und Einser ein SEM 90 und ein SEM 80 und der Zwo 2 SEM 80 dabei. Von außen sind diese Unterschiede an der Funkanlage nicht sichtbar. Kommandeurspanzer sind mit einem SEM 90 und einem datenfunkfähigen digital codiertem SEM 93 ausgestattet. Das SEM 80/90 kann sowohl im Handwahlbetrieb oder mit vorprogrammierten Frequenzspeichern im automatischen Kanalwahlbetrieb AKW betrieben werden. Bei AKW werden jeweils 16 Frequenzen zu einem Kanalbündel zusammengefasst. Wird nun die Sprechtaste gedrückt, sucht das Gerät unter den 16 Frequenzen eine freie und sendet über diese die Kanalnummer. Alle Empfänger die auf der gleichen Kanalnummer sind, gehen nun auch auf diese Frequenz. Dieses System schützt nicht davor abgehört zu werden, es ermöglicht lediglich eine höhere Verfügbarkeit. Der Frequenzbereich der SEM 80/90 liegt zwischen 30 und 79,75 MHz, die Reichweite beim SEM 80 beträgt max. 9 km beim SEM 90 max. 15 km.



Leopard 2 A5 im Kosovo

Leopard 2 A5

Beim Leopard 2 A5 wurden vor allem der passive Schutz und die Führbarkeit drastisch erhöht. So verfügt er über zusätzliche austauschbare Panzerungssegmente an der Turmfront und am vorderen Drittel der Turmseiten, die vor allem gegen den Beschuss mit Hohlladungsmunition die Sicherheit erhöhen. Die schweren Kettenblenden wurden ebenfalls verstärkt und die Aufhängung verändert, um das zusätzliche Gewicht handhabbar zu machen. Die Innenwände des Kampfraums wurden mit Spall-Liner Platten ausgelegt, die ein Durchdringen von Splittern erschweren sollen, und im Falle der Durchdringung den Splitterkegel klein halten. Außerdem schützen sie vor Lackabsplitterungen an den Innenwänden, die normalerweise bei einem Treffer auftreten. Das mag sich jetzt lächerlich anhören, aber bei Gesprächen mit abgeschossenen Panzerleuten aus dem 2. WK war zu erfahren, dass Treffer zwar oftmals nicht durchgingen, aber die Besatzungen durch hunderte von scharfkantigen Lacksplittern schwere Haut - und Augenverletzungen erfahren haben. Die Liner-Platten reduzieren weiterhin die Wärme- und Lärmemissionen. Weiterer Schutz wird durch den Wegfall der ballistischen Löcher in Blende und auf der rechten Turmfront erreicht, indem das TZF über die BK und das EMES aufs Dach verlegt wurden. Eine weitere Verbesserung des Schutzes wird durch den Einsatz einer elektrischen WNA, statt der bisher üblichen hydraulischen erreicht. Neben anderen Vorteilen, wie kleinerer Einbaugröße, besserer Wartbarkeit, höherer Zuverlässigkeit und geringerem Energieverbrauch, ist der Wegfall der Hydraulikleitungen ein großes Sicherheitsplus. Hydraulikflüssigkeit ist nämlich selbst beim Einatmen der Dämpfe giftig und die Leitungen sind immer irgendwo ein bisschen undicht. Außerdem wird sie beim Betrieb heiß (beim Leopard 2 A4 bis zu 118°C ; und aus eigener schlechter Erfahrung weiß ich, dass es überhaupt nicht witzig ist, wenn nach 2 Stunden Betrieb das Flansch der Hauptleitung zum Servoblock Höhe reißt und auf einmal 30 l kochendes C-635 mit knapp 100 bar Druck überall im Kampfraum rumspritzen.). Der einzigen Nachteil der E-WNA ist, dass sich bei Stromausfall der Turm praktisch nicht mehr drehen lässt,  beim A4 ist dies über Handpumpen immer noch möglich. Im Vergleich zu den Vorteilen ist dies jedoch leicht zu verkraften. Die Führbarkeit wurde vor allem über den Einbau einer Rückfahrkamera für den Fahrer, der nun nicht mehr vom Kdt eingewiesen werden muss, sehr verbessert. Dazu kommt eine hybride Fahrzeugnavigationsanlage mit integriertem GPS und einem inerten Navigationssystem. Dem Kdt steht dazu ein LCD-Display mit unterlegter Karte zur Verfügung. Ein taktisches Führungssystem wie IVIS kann nachgerüstet werden. Der Kdt verfügt nun außerdem über sein eigenes WBG genannt TIM im modifizierten PERI (PERI-R 17 A2),  das auf die Turmmitte verlegt wurde. Die Vergrößerung beträgt bis zu 28x, das Wärmebild wird auf einem LCD- Display dargestellt. Der Laser kann beim A5 nun auch auf Erstechoverwertung eingestellt werden, dazu mussten Verbesserungen an EMES und Feuerleitrechner vorgenommen werden (FLT2). Dies ermöglicht den Kampf gegen Hubschrauber, die z.B. vor Waldkulissen fliegen. Weitere Veränderungen sind die Fahrerluke, die jetzt über eine Zahnstange seitlich aufgeschoben wird, und den anfälligen Hub/Schwenkantrieb ersetzt und weiterer Stauraum an den hinteren Turmseiten. Der Nachteil, der aus all diesen Änderungen entstanden ist, ist dass das Gefechtsgewicht auf 62,5 t angestiegen ist und damit die Gewichtsklasse auf MLC 70 hochgestuft werden musste, was zum einen schlechtere Beschleunigungswerte als beim A4 mit sich bringt, zum anderen die Tragfähigkeit vieler Brücken, vor allem auch auf dem Balkan, sprengt.



Andere Nationen, die den Leopard 2 nutzen

  • Niederlande: 445 Leopard 2 (NL) mit geänderter Funkausstattung von Philips, Nebelwurfanlage, Fla-MG von FN und BIV-Fahrgerät niederländischer Produktion. Die Niederlande haben 120 Leopard 2 (NL) an Österreich verkauft. Die restlichen 325 wurden auf den Stand A5 (NL) nachgerüstet. Derzeit Nachrüstung von 180 Leopard 2 A5 (NL) auf A6.
  • Österreich: 120 Leopard 2 A4 (NL) von den Niederlanden abgekauft.
  • Schweden: Leopard 2 A5 KWS II, Leopard 2(S) (Stridsvagn 122); verfügt über zusätzliche Bug-, Wannen-, Fahrwerk - und Dachpanzerung. Tank Command and Control System (TCCS). Teilweise Umrüstung auf A6 im Gange (109 Fahrzeuge).
  • Schweiz: Leopard 2 A4 (Panzer 87) in Lizenz nachgebaut. Zusätzliche Schneegreifer für alpine Verhältnisse.
  • Spanien: Baut den Leopard 2 in Lizenz. Derzeit Lizenznachbau von 219 Leopard 2 A6.

Damit führt der Leopard 2 die erfolgreiche Exportgeschichte des Leopard 1 fort.



Taktik der Bundeswehr

Einsame Wölfe sterben schnell; deshalb ist ein Panzer niemals allein auf dem Gefechtsfeld unterwegs. Die kleinste taktische Einheit, die Panzer bilden, ist der Zug. Eine Kompanie besteht aus 4 Zügen und dem Chefpanzer. 4 Kompanien und der Kommandeurspanzer bilden ein Bataillon. Die 4 Züge einer Kompanie sind mit Buchstaben durchnummeriert: Alpha, Bravo, Charlie, Delta. Züge sollten nie auseinander gerissen werden. Sie sind die kleinsten Feuereinheiten und werden auch nur in diesem Rahmen ausgebildet. Es gibt für den Zug 2 Entfaltungsmöglichkeiten: Kette und Reihe. In Kette sind die 3 Panzer nebeneinander um maximale Feuerkraft zu ermöglichen. Die Reihe dient der schnellen Fortbewegung, dabei fahren die Panzer hintereinander. Die Staffel als Formation gibt es nicht mehr. Die Kompanie kann gemischt werden, d.h. sie gibt einen oder zwei Züge ab und bekommt dafür Grenadierzüge unterstellt. Zur besseren Unterscheidung werden die unterstellten PzGren- Züge Echo und Foxtrott genannt. Die Kompanie verfügt über 4 Entfaltungsformen: Reihe, Doppelreihe, Keil und Breitkeil. Die Reihe und die Doppelreihe dienen der schnellen Verlegung, Keil und Breitkeil sind Kampfformationen, wobei sich der Keil schneller fortbewegen kann und der Breitkeil über die größte Offensivkraft verfügt. Die Kompanie bildet keine Reserve. Das Bataillon ist die unterste Ebene auf der der Kampf der verbunden Waffen stattfindet, d.h. erst ab diesem Level wird das Zusammenspiel zwischen Kampf- und Kampfunterstützungstruppen möglich. Oberstes Prinzip ist das Führen von vorne (Einzige Ausnahme ist der Angriff bei Nacht), das heißt zum einen, dass die Führer vorn sind, um schneller reagieren zu können, zum anderen, dass sie alle Strapazen ihrer Männer mittragen und zum Beispiel das Essen nach den Mannschaften empfangen. Dieses Prinzip ist der Grund für die Effektivität der deutschen Soldaten und ermöglicht auch den relativ lockeren Umgangston, der in den kleinen Kampfgemeinschaften herrscht, ohne dass dadurch die Autorität eines Führers untergraben würde.




Übrigens, wusstet Ihr schon ?

Unter dieser Rubrik findet Ihr Sprüche, witziges, kurioses und alles mögliche rund um den Leo, was irgendwie dazugehört aber nicht in den ernsthaften Teil gepasst hat. Einiges hier ist nicht zur Nachahmung empfohlen, weil schlicht verboten und kann zu ernsthaften Disziplinarstrafen führen! Beruft Euch da nicht auf mich! Also dann, wusstet Ihr schon, dass:

 

...kein Panzermann in den Einheiten vom Leopard 2 A? spricht, sondern nur von Böcken, Hobeln, Eisenschweinen und vielleicht auch noch vom 'Göttlichen Großgerät'
 
...der Leopard auf dem Balkan auch schon im Feldjägerhilfsdienst eingesetzt wurde (mit Blaulicht statt der üblichen gelben RKL (Rundumkennleuchte)!) 
 
...die statische Bruchlast der Drehstäbe nicht genau bekannt ist, als Anhalt für die Bruchlast bei Stoß aber ein Sprung mit 50 bis 60 km/h und einer Flughöhe von ca. 1 m ist. Dabei brechen meist die 2 vorderen Drehstäbe.
 
...sich über kleine Manipulationen an der MKA aus dem Motor 1.800 PS und mehr herausquetschen lassen; bei erhöhtem Ladedruck der Turbos sind auch schon über 2.600 PS erreicht worden!
 
...die offizielle Geschwindigkeit bei 68 km/h liegt, aber aus eigener Erfahrung fährt ein halbwegs gut gewarteter Leopard 2 auf der Strasse oder einer guten Schotterstrasse mindestens 80 km/h. Mit genügend Anlauf sind 100 km/h möglich, und bei einem inoffiziellem "Truppenversuch" auf der Autobahn sind auch schon 116 km/h erreicht worden. Dabei sinkt allerdings die Lenkbarkeit gegen Null und der Lärmpegel an Bord steigt weit über die Schmerzgrenze bis auf 110 dB. 
 
...wenn der Fahrer ein Notbremsmanöver nicht ankündigt Schwerverletzte innerhalb der Besatzung vorprogrammiert sind, da keine Sicherheitsgurte vorhanden sind und es keine polsternde Innenverkleidung gibt. Die Verletzungen reichen dabei von blauen Augen, ausgeschlagenen Zähnen und gebrochenen Nasen über Knochenbrüche und bleibenden Wirbelsäulenverletzungen bis hin zu Genickbrüchen im schlimmsten Fall! Deswegen wird in der Praxis auch grosser Wert auf die Unterscheidung zwischen den Kommandos "Anhalten" und "Panzer Halt!" gelegt.
 
...im täglichen Einsatz im Frieden die ABC-Anlage bei den Besatzungen sehr beliebt ist, insbesonders im Sommer, wenn die Temperaturen über 40° C im Kampfraum ansteigen, da die Luft aus der Anlage stets recht kühl ist. Ein anderer, zwar verbotener, Zweitnutzen ist der Mißbrauch der Anlage als "Kühlschrank" (Irgendwie hat der Dienstherr in seiner unendlichen Weisheit den ABC-Filtern die gleiche Größe wie einer 24er-Palette Dosenbier gegeben)
 
...ein Panzer auch hin und wieder mal gewaschen werden muss und zu diesem Zweck ein Reinigungsschwamm und 2 Wurzelbürsten mitgeführt werden.
 
...Unterwasserfahren deshalb nicht Tauchen heißt, weil der Begriff 'Tauchen' schon von der Marine in Beschlag ist.
 
...ein guter Ladeschütze Nachladezeiten von unter 5 sec erreicht.
 
...ein Schuss KE oder MZ ca. 1.000 Euro kostet.
 
...ein Schuss, der einmal geladen wurde, nicht mehr zurückgeliefert werden darf und vernichtet wird, weil der Lack auf der Pappe auf jeden Fall ein paar Kratzer abbekommen hat.
 
...das GPS im Frieden meist abgeklemmt ist, damit die Kommandanten nicht verlernen, mit der Karte umzugehen.
 
...die Einführung des Hilfsmotors beim A6 längst überfällig war. Da meistens aufgrund von Geräusch- und Wärmetarnung in der Stellung der Motor aus ist, und in Beobachten mit laufendem WBG beobachtet wird, muss bei Aufklärung des Feindes zuerst der Motor angemacht werden und in Stab Ein geschaltet werden. Dumm nur, dass das Anschalten des Motors meistens zu solchen Spannungsschwankungen führt, dass erst mal der Turm abstürzt und komplett neu hochgefahren werden muss. Das neu Starten des Turmes braucht aber ca. 30 Sekunden, da die Kreisel wieder hoch laufen müssen. 
 
...der Leopard 2 zwar nachtkampffähig ist, aber trotz aller anders lautender Versicherungen bei weitem nicht allwetterkampffähig. Das liegt daran, dass das WBG zwar bei trockener Witterung eine hervorragende Auflösung besitzt, aber sobald es etwas heftiger zu Regnen oder Schneien beginnt, sieht man nur noch grünen Matsch. Ganz besonders schlimm ist dichter Nebel bei nasskaltem Wetter. Da geht dann gar nichts mehr.
 
...der Leopard 2 dafür ganz ausgezeichnet für den Kampf gegen Helikopter geeignet ist. Die Feuerleitanlage ermöglicht sogar noch die erfolgreiche Bekämpfung größerer Kampfhubschrauber wie der HIND im Querflug mit 250 km/h auf Entfernungen bis 3.000 m. Da ist dann zwar viel Übung und ein bisschen Glück nötig, aber  einer 3er- Feuerzusammenfassung entgehen sie normalerweise nicht. Ein Hubschrauber im Schwebflug ist bis auf 4.000 m sichere Beute. Dies sind Simulatorwerte, aber das Richten im Simulator ist um einiges schwieriger, als im echten Panzer.



Leopard 2 Prototyp (WTS Koblenz)

Bezeichnung des Fahrzeugs: Kampfpanzer Leopard 2 A4
Typ: MBT
Hersteller: Krauss-Maffei
Baujahr: ab 1979
Motor: MTU 873 Ka 501
Zylinderzahl, Anordnung: V12
Hubraum: 47.600 ccm
Drehzahl: 2.850 U/min
Höchstleistung: 1.500 PS bei 2.600 U/min
Leistungsgewicht: 27 PS/t
Höchstgeschwindigkeit: Straße 68 km/h,
Gelände 50 bis 60 km/h
Getriebe (Gänge): Renk HSLW 352; 4 vorwärts, 2 rückwärts
Federung: Drehstab
Länge über alles: 9.613 mm (Turm auf 12 Uhr)
Breite über alles: 3.700 mm
Höhe über alles: 2.790 mm
Bodenfreiheit: 510 mm
Spurweite: 2.800 mm
Kettenbreite: 635 mm
Gefechtsgewicht: 55,15 t
Bodendruck: 0,83 kg/cm²
Kraftstoffvorrat: 1.160 l
Kraftstoffverbrauch: Straße ca.200l/100km, Gelände ca. 500 l/100km
Fahrbereich: Straße 550 km,
Gelände 250 km
Steigfähigkeit: 60%
Querneigung: 30%
Kletterfähigkeit: 1.100 mm
Grabenüberschreitfähigkeit: 3.000 mm
Watfähigkeit: 1.100 mm,
Tiefwaten 2.250 mm,
Unterwasserfahren 4.000 mm
Besatzung: 4
Panzerung: CHOBHAM - Mehrschicht
Wanne: genaue Dicke geheim, Anhaltswerte siehe oben
Turm: genaue Dicke geheim, Anhaltswerte siehe oben
Hauptbewaffnung: Rheinmetall 120 mm Glattrohr
Sekundärbewaffnung: 2 MG 3 7,62 x51 mm
Produktionszahlen: 1.800 + Export und Lizenzfertigungen




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Text by Delta. Letztes Update:  7. September 2007