Mil Mi-24/-25/-35 Hind



Ein Mi-24VM Hind, der eine der modernsten Varianten des Herstellers Mil bzw. Rostvertol darstellt.

Der Mil Mi-24 Hind ist neben dem AH-64 Apache der wohl bekannteste Kampfhubschrauber. Bedrohlich in seiner Gesamtform, waffenstarrend, lärmend und unglaublich robust sind die Eigenschaften, die diese Maschine auszeichnen. Der Helikopter fand in der gesamten Sowjetunion Verwendung und kam unter anderem im Afghanistankrieg zum Einsatz. Heute stellt Mil schon den Nachfolger Mi-28 her, allerdings wird der Mi-24/25 bzw. Mi-35 aufgrund seiner Verbreitung und laufender Modernisierungsprogramme noch lange Jahre im Einsatz zu sehen sein.



Entwicklung

Ähnlich wie die Amerikaner im Vietnamkrieg entwickelten die Sowjets Mitte der 60er Jahre ein "Gunship" auf Basis ihres Truppentransporters. Diese Basis bildete der Mi-8, der mit zahlreichen Raketenstartern versehen wurde. Mikhail Mil entwickelte, fasziniert von dem Gedanken eines reinen Kampfhubschraubers, nach seinen Vorstellungen eine Konstruktion, die 1966 in einem Mock-Up gipfelte. Die sowjetische Regierung zeigte sich beeindruckt und erteilte im Frühling 1967 den Auftrag einige Prototypen zu fertigen. Die Leitung des Projekts lag bei V.A. Kuznetsov, und nach dem Tode Mils 1970 bei Marat Timoschenko. Mil selbst erlebte noch den Jungfernflug des ersten von drei als "V-24" bezeichneten Prototypen am 19. September 1969. Die Prototypen unterschieden sich im Aussehen deutlich von den ersten Studien, das dahinter liegende Konzept und die wichtigsten Missionsmerkmale wurden trotzdem verwirklicht. Man übernahm die dynamischen Komponenten des Mi-8 und kombinierte diese mit einem schmaleren Cockpit, Panzerung und einem neuen Frachtraum. Der Frachtraum begründet sich aus dem geplanten Einsatzkonzept des Musters. So sollte der Mi-24 zunächst als schwer bewaffneter Gefechtsfeldtransporter fungieren. In den Jahren 1970 und 1971 fanden die Einsatztests und die staatlichen Prüfungen für die Musterzulassung statt. Die Serienproduktion startete nach der Fertigung von zehn Vorserienmaschinen im Frühjahr 1972.



Versionen des Mi-24

Bezeichnung NATO-Bezeichnung Beschreibung Anzahl
V-24 Hind-B Prototypen und Vorserienmodelle 9
Mi-24A Hind-A erste Serienversion 240
Mi-24U Hind-C unbewaffneter Trainer auf Basis des Mi-24A ?
Mi-24B - modifizierte Bewaffnung und Sensoren, auf Basis des Mi-24A keine Serienproduktion
Mi-24D Hind-D stark modifizierter Bugbereich, Verbesserungen des Mi-24B beinhaltet 350
Mi-24V Hind-E neue Panzerabwehrflugkörper und teilweise neue Avionik, auf Basis des Mi-24D ca. 1.000
Mi-24VD - auf Basis des Mi-24V, Installation eines 12,7 mm Maschinengewehrs im Heckbereich zur Feuerabdeckung des Maschinenrückens Projekt 1986 abgebrochen ?
Mi-24VP - auf Basis des Mi-24V, Installation einer GSh-23L im Kinnturm 25
Mi-24VU - Trainer auf Basis des Mi-24V ohne Kinnturm mit Doppelsteuerung, teilweise an Indien geliefert ?
Mi-24P Hind-F neue 30 mm GSh-30k Bordkanone auf der rechten Seite unterhalb des Cockpits, auf Basis des Mi-24V 620
Mi-24RKhR Hind-G1 ABC-Aufklärungsversion auf Basis des Mi-24P 152
Mi-24K Hind-G2 Artilleriebeobachterversion auf Basis des Mi-24P 162
Mi-24BMT - wenige Maschinen, die 1973 zur Minenräumung umgerüstet wurden ?
Mi-24PS - auf Basis des Mi-24P, Umrüstungen für das russische Innenministerium 2
Mi-24ESV - Ecological Survey Version; Umrüstung für Polylot zur Ermittlung von Ölvorkommen unter dem Meeresspiegel ?
Mi-25 - Exportversion des Mi-24D (außerhalb des Warschauer Paktes) ?
Mi-35 - Exportversion des Mi-24V (außerhalb des Warschauer Paktes) ?
Mi-35D - Modernisierungspaket für exportierte Maschinen, beinhaltet Systeme aus dem Kamov Ka-50 Hokum Programm, neue Turbinen und moderne Panzerabwehrflugkörper ?
Mi-35P - Exportversion des Mi-24P (außerhalb des Warschauer Paktes) ?
Mi-35VN/PN - Modernisierungsprogramm ähnlich dem Mi-24M auf Basis den Mi-24V/P bzw. Mi-35/P; hauptsächlich westliche Avionik, GEOS-320 gyrostabilisierter Sensorturm mit Sony EVI331 TV-System und Agema THV1000 FLIR-Kamera; ebenso nachtkampffähig, ähnliche Ausrüstung des Mi-24M; keine Abnehmer bekannt ?
Mi-24M - Modernisierungsprogramm für 200 restliche Mi-24V und P der Russischen Föderation ?
Mi-24VM - modernisierte Mi-24V auf Mi-24M Standard, bisher sechs Maschinen bekannt (6) ?
Mi-24PM - modernisierte Mi-24P auf Mi-24M Standard, bisher keine Serienumrüstung bekannt ?
Mi-35M - Mi-24M Standard für exportierte Mi-35 ?

Ein Mi-24A der sowjetischen Streitkräfte. Man beachte das eckige Frontcockpit.

Mi-24A (Natokennzeichnung Hind-A, B und C )

Der Mi-24A stellt die erste Serienversion des Mi-24 dar, die ab 1972 in Dienst gestellt wurde. Als Hind-B bezeichnete die NATO irritierender Weise die Vorserienmaschinen, während als Hind-C (russische Bezeichnung Mi-24U) Trainer mit Doppelsteuerung und ohne Bewaffnung klassifiziert wurden. Der Mi-24A wurde schnell vom Mi-24D ersetzt, der die Einsatzkriterien besser erfüllen konnte. Nichtsdestotrotz wurden bis 1974 ca. 240 Maschinen gebaut, von denen auch einige Maschinen z.B. nach Libyen oder Ägypten exportiert wurden.



Gestaltung

Hauptunterschied zu den späteren Versionen war, dass die Sitzplätze von Pilot und Copilot sowie Navigator und Schütze jeweils nebeneinander angeordnet waren. Die vorderen Plätze konnten jeweils durch eine nach oben klappbare Glasfläche und die hinteren Plätze durch eine nach hinten zu schiebende Tür betreten werden. Das Cockpit wurde gepanzert, bot aber aufgrund der Nebeneinanderanordnung der Crew reichlich Angriffsfläche. Die Verglasung bestand aus geraden Glasflächen, die ein insgesamt sehr eckiges Cockpit formten. Der Rumpf war eine konventionelle Pod-Boom-Konstruktion, die in Halbschalenbauweise ausgeführt wurde. Die Zelle wurde gegenüber den Vorserienmodellen nochmals gestreckt, um das halbautomatische Raduga-F Zielsystem für die Panzerabwehrraketen zu integrieren.  Ein TV-Sensor bzw. eine Geschützkamera  S-13 war auf dem innersten Pylon des linken Flügels montiert.  Zur Abwehr von biologischen oder chemischen Kampfstoffen verfügte das Cockpit über eine Druckbelüftung. Die dynamischen Komponenten wurden vom Mi-8 übernommen, allerdings wurde der fünfblättrige Hauptrotor im Durchmesser um ca. 3 m verkleinert. Der Heckrotor war rechtsmontiert und ebenso wie der Hauptrotor mit einem Enteisungssystem versehen. Als Turbinen entschied man sich für zwei Isotov TV3-117A mit einer Leistung von je 1.268 kW (1.700 Wellen-PS), die sich im Nachhinein allerdings als wenig zuverlässig erwiesen. Die beiden Turbinen ordnete man, ähnlich wie beim Mi-8, direkt nebeneinander an, darüber befand sich der Ölkühler. Hinter dem Hauptgetriebe wurde eine Ivchenko AI-9V APU (Auxiliary Power Unit) installiert, mit deren Hilfe die Turbinen gestartet wurden. Das Dreipunktfahrwerk ist einziehbar, das Bugfahrwerk doppelbereift und das Heckfahrwerk jeweils einzeln. Mit einem einziehbaren Fahrwerk umging man die Strömungsprobleme bei Landekufen, akzeptierte damit aber gleichzeitig den Verlust Energie absorbierender Eigenschaften von Landekufen bei Crashes auf die Bodenplatte. Der Frachtraum konnte acht voll ausgerüstete Soldaten beherbergen und durch zwei mittig in der Horizontale geteilte Zugangsklappen betreten werden, die nach unten schwingende Klappe verfügte über eine Trittstufe. Statt der acht Soldaten konnten auch vier Verletzte auf Bahren und ein Sanitäter den Raum nutzen. Zum Schutz der Personen im Laderaum wurden die Zugänge gegen Beschuss von Handfeuerwaffen im Kaliber bis 7,62 mm gepanzert. Hinter den Zugängen befanden sich beidseitig Stummelflügel mit einem hohen Anstellwinkel in einer negativen V-Form und einer gewaltigen Spannweite mit nach unten geknickten Enden. Die breiten Stummelflügel entlasteten beim Marschflug den Hauptrotor um 25%. Die gewaltige Spannweite erlaubte die Montage von jeweils zwei Pylonen, während an den abgeknickten Flügelenden an speziellen Startschienen zusätzlich Raketen, meist zur Panzerabwehr, mitgeführt werden konnten. Diese Flugkörperstartschienen waren bei den Vorserienmodellen noch an der Zelle montiert. Des Weiteren setzten die Einheiten den Hind nicht als Gefechtsfeldtransporter ein, sondern als reinen Kampfhubschrauber. Im Frachtraum wurden meist Munition oder Ersatzteile mitgeführt. Zur Freund-Feind-Erkennung wurde ein SRO-2M Khrom IFF-Transponder installiert, dessen Antenne an der Oberseite der Cockpitverglasung montiert wurde.



Mi-24B

Schon kurze Zeit nach der Einführung des Mi-24A wurden erste Mängel in einem Mi-24B bezeichneten Projekt ab 1972 behoben. So wurde zum Beispiel schon die neu entwickelte Yakoushew/Borzow YakB (auch als TKB-063 oder 9A624 geführt) im Kaliber 12,7 mm vorgesehen, die vier Läufe besaß und nach dem Gatling-Prinzip arbeitete. Diese Kanone wurde in dem USPU-24 Turm kinnlafettiert und konnte durch das KPS-53AV Zielsystem gerichtet werden. Zusätzlich sollten die alten, manuell zu führenden Panzerabwehrflugkörper durch die leistungsfähigeren, ebenfalls funkgesteuerten 9M17P Falanga-P und Falanga-PV mit SACLOS Steuerungssystemen ersetzt werden. Das Raduga-F Raketenführungssystem wurde an die linke Bugunterseite verlegt, wo an der rechten Seite ebenfalls die neuen, allerdings starren TV- und FLIR-Sensoren vorgesehen waren. Der Heckrotor wurde auf die linke Seite und die IFF-Antenne vor den Ölkühler verlegt. Mil ließ dieses Projekt Ende 1972 zugunsten des fortschrittlicheren Mi-24D fallen, übernahm aber die vorgesehen Modifikationen des Mi-24B mit in den neuen Typ.



Ein Mi-24D der sowjetischen Streitkräfte mit der neuen Tandemanordnung der Besatzung.

Mi-24D (Natokennzeichnung Hind-D)

Da sich im Truppengebrauch schnell die Mängel des Mi-24A herausstellten (u.a. mangelnder Panzerschutz des Cockpits und unzureichende Bewaffnung in Form der wenig leistungsfähigen Bordkanone), ließen Weiterentwicklungen nicht lange auf sich warten. Zunächst stellten sich diese unter der Bezeichnung Mi-24B mit verbesserten Sensoren und Bewaffnung dar. Diese Arbeiten wurden allerdings recht schnell wieder eingestellt und das OKB begann mit grundlegenden Änderungen, die schließlich im Mi-24D gipfelten. Die ersten beiden Prototypen wurden bereits 1972 fertiggestellt und die Produktion lief Ende 1973 an. Insgesamt wurden ca. 350 Einheiten bis 1977 hergestellt.



Gestaltung

Die dramatischste Modifikation war sicher die völlige Umgestaltung des Cockpit- und Frontbereichs. Man entschied sich für ein Tandemcockpit, bei dem der Copilot gleichzeitig die Funktion des Schützen übernahm und im vorderen Cockpit Platz nahm. Der Pilot saß, vom Vordercockpit durch einen Splitterschutz getrennt, erhöht hinter dem Copiloten. Die Glaskanzel wurde, von der Seite her betrachtet, stufenförmig ausgeführt, damit beide Besatzungsmitglieder durch schräg angeordnete Frontscheiben blicken und damit keine Reflexionen die Sicht beeinträchtigen konnten. Zur perfekten Rundumsicht legte man die Seiten- und Deckflächen der Verglasung kuppelförmig aus. Der Zugang erfolgte für den Piloten rechtsseitig über eine nach vorn schwingende Tür, während der Vordermann das Cockpit über eine nach oben schwingende Luke linksseitig erreichte. Verwendet wurde Panzerglas von erheblicher Dicke, um eine Beschusssicherheit gegen Handfeuerwaffen zu gewährleisten. Ähnlich wie bei der amerikanischen A-10, einem Erdkampfflugzeug, wurde die Besatzung durch eine Titanwanne geschützt, die das gesamte Cockpit umgab und so optimalen Schutz gegen Bodenbeschuss bot. Die Konstruktion war so ausgelegt, dass die Aufprallenergie bei Abstürzen mit hohen Fallgeschwindigkeiten abgefangen werden konnte. Die Instrumentierung bestand vollständig aus analogen Instrumenten. Das Vordercockpit war mit einem elektro-optischen KPS-53AV Richtsystem für die Bordkanone und rechts neben dem Besatzungsmitglied montierter Zieloptik und Steuerungssystem für die Panzerabwehrraketen ausgestattet. Die S-13 Geschützkamera wurde an die linke Flügelspitze verlegt, da an der alten Position die Leistungsfähigkeit durch Rauchentwicklung beim Start ungelenkter Raketen eingeschränkt wurde. Der Pilot erhielt einen DISS-15D Kartenmonitor, auf dem wichtige Navigationspunkte angezeigt werden konnten. Beide Cockpits konnten beheizt und belüftet werden. Sowohl um das Cockpit, als auch um die Triebwerks- und Getriebekomponenten wurden abschnittsweise Stahlplatten von 5 mm Stärke als zusätzlicher Panzerschutz montiert. Das gesamte elektrische Bordnetz wurde redundant ausgelegt und verfügte über drei Generatoren, die 36 V, 115 V und 208 V Wechselstrom in der Frequenz von 400 Hz oder 27 V Gleichstrom liefern konnten. Hinter der Passagierkabine und unter dem Boden befanden sich jeweils zwei Treibstofftanks. An den Pylonen der Stummelflügel wurden des Weiteren Anschlussstellen für Zusatztanks hinzugefügt. Die Struktur der Stummelflügel erfuhr eine wesentliche Verstärkung zur Nutzung höherer Kampflasten.
Der fünfblättrige Hauptrotor besaß konventionelle Schlag- und Schwenkgelenke, eine aus Stahl geschmiedete Nabe, hydraulische Schwenkdämpfer und automatische Schlagwinkelausschläge. Die Rotorblätter wurden durch ungewöhnlich kurze Verbindungsglieder an dem Rotorblattholm aus Stahlhohlprofil befestigt. Des Weiteren war die Blatthinterkante eine Aluminium-Wabenkonstruktion mit Profiltaschen und mit einer kohlenstofffaserverstärkten Außenhaut umkleidet. Die Leitkanten der Blätter wurden mit einem Erosionsschutz versehen und konnten elektrisch enteist werden. Eine starre Trimmklappe wurde am Ende der Hauptrotorblätter installiert. Vor den Turbinen wurden nachträglich in den 80er Jahren halbkugelförmige PZL-Fremdkörperabscheider installiert, um grobe Schmutzpartikel von der Turbine fernzuhalten und somit einen störungsfreieren Betrieb zu gewährleisten. Den rechtseitigen, dreiblättrigen Heckrotor des Mi-24A verlegte man auf die linke Seite, da diese Anordnung eine höhere Leistungsfähigkeit und eine geringere Geräuschentwicklung versprach, und fertigte ihn aus Aluminiumlegierungen. Ein weitere starke Umgestaltung erfuhr der Bug. Die kantigen Formen wichen Rundungen, rechtsseitig auf Höhe des Vordercockpits wurde eine einem Staurohr ähnliche Konstruktion zur genauen Messwertbestimmung von Geschwindigkeit und Windgeschwindigkeit/ -richtung u.ä. montiert, unterhalb der Bordkanone fanden die Zieloptiken Platz. Unter der rechten Seite des Bugs befand sich eine bullige Floße, die ein restlichtverstärkendes TV-System, eine Infrarotoptik (FLIR) und einen Laserentfernungsmesser trug. Der TV- und FLIR-Sensor konnte durch zwei ferngelenkt zur Seite ziehbare Panzerplatten abgedeckt werden. Die Bilder der Optiken wurden auf einem linksseitig montieren Okular im Vordercockpit dargestellt. Unter der linken Seite des Bugs wurde das halbautomatische Steuerungssystem Raduga-F für die AT-2 Swatter, die Panzerabwehrbewaffnung, unter einer tropfenförmigen, rundlichen Abdeckung montiert. Aufgrund der Sensoren und Optiken unter dem Bug musste das Bugfahrwerk vergrößert werden, um die erforderliche Bodenfreiheit zu gewährleisten. Zur Ausstattung gehörte ebenfalls der SPO-15 Beryoza Radarwarnempfänger, Karat M24 und SPU-8 Kommunikationssysteme, der VUAP-1 Autopilot (der Hind ist bis heute einer der wenigen Helikopter, die über einen Autopiloten verfügen), ARK-15M oder ARK-U2 Kompasssysteme und ein RV-5 Höhenmesser.
Der Mi-24D fand im Afghanistankrieg erstmals gefechtsmäßige Anwendung, was einige Verbesserungen des Selbstschutzes mit sich zog. So installierte man teilweise an den Abgasöffnungen ein System, dass die heißen Abgase mit der kälteren Umgebungsluft durchmischt, eine Radarwarnanlage, einen Fackelwerfer und einen IR-Störer. All diese Geräte stammten aus den Nachfolgemodellen.



Bewaffnung

Die Bordkanone wurden ebenfalls ausgetauscht. Die neue vierläufige, nach dem Gatling-Prinzip funktionierende Yakoushew/Borzow "YakB-12.7" Bordkanone besaß kinnlafettiert im USPU-24 Turm eine maximale Kadenz von 4.000 Schuss pro Minute und es wurden 1.470 Schuss der 12,7 mm Munition mitgeführt. Der Turm konnte in der Senkrechten um 20 Grad erhöht und um 40 abgesenkt werden, während eine horizontale Drehung um jeweils 60 Grad möglich war. Gleichzeitig war es möglich den Kinnturm in der Nullstellung zu verriegeln, was den Zweck hatte, dass auch der Pilot mit einer fixierten Optik auf die Bordkanone zugreifen konnte. Als Panzerabwehrflugkörper sollten die funkgesteuerten 9M17P Falanga-P und Falanga-PV mit SACLOS Steuerungssystemen mitgeführt werden. Die restliche Bewaffnung an den Pylonen ist mit der des Mi-24A identisch.



Selbstschutzsystem (IR-Störer und Fackelwerfer) an einem ex-NVA Mi-24P, das teilweise auch schon der Mi-24V besaß.

Mi-24V (Natokennzeichnung Hind-E)

Der Mi-24V löste 1976 den Mi-24D in der Produktion ab. Der erste Prototyp entstand Mitte der 70er Jahre aus der Modifikation eines Mi-24D heraus, trug allerdings übergangsweise die alte Hauptbewaffnung. Die Weiterentwicklung des Mi-24D begründet sich auch in der Forderung, das Waffensystem um den funkgelenkten Panzerabwehrflugkörper 9M114 Shturm-V (AT-6 "Spiral") zu integrieren. Dies zog auch das neue SPS-24V Raketenkontrollsystem am Bug mit sich, um so die Bekämpfung feindlicher Panzer weiterhin zu optimieren. Insgesamt konnten vier AT-6 an den Flügelspitzen mitgeführt werden. Unterhalb der paarweise angeordneten Panzerabwehrflugkörper konnte auch ein Starter für eine 9M39 Igla-V (SA-18 "Grouse") bzw. an den Pylonen jeweils ein R-60 (AA-8 "Aphid") Luft-Luft-Flugkörper zur Bekämpfung langsam oder tief fliegender Ziele, wie feindliche Hubschrauber, montiert werden. Das Pilotencockpit erhielt die ASP-17V Bordkanonenzieleinrichtung und nun ebenfalls ein HUD, auf das alle flugrelevanten Daten projiziert werden konnten. Des Weiteren bekam der Helikopter eine Doppelsteuerung, so dass die Steuerung notfalls auch vom Vordercockpit ausgeführt werden konnte. Auch die Avionik erhielt eine Überarbeitung und vor den Triebwerkseinlässen wurden ab 1981 PZL-Fremdkörperabscheider standardmäßig neben den IR-Dämpfern (ab 1984) an den Triebwerksausgängen installiert. Zur Steigerung der Flugleistungen wurden zwei TV3-117V Turbinen mit je 2.190 Wellen-PS (1.633 kW) verwendet. Die späten Maschinen der Version erhielten auch erstmals ab Werk den L-166V-11E "Ispanka" oder SOEP-V1A "Lipa" IR-Störer hinter dem Hauptrotor und Täuschkörperwerfer hinter den Kabinenzugängen. Als Kommunikationssysteme fanden R-863 VHF und R-828 Verwendung, während der alte IFF-Transponder durch das SRO-1P Parol L-006LM Beryoza RHAWS in den späten Serienmodellen ersetzt wurde. Insgesamt wurden bis Produktionsende 1986 ca. 1.000 Maschinen gebaut.
Für Indien wurden Maschinen mit identischen Pilotencockpits zur Pilotenschulung hergestellt, die die Bezeichnung Mi-24VU erhielten. Ab 1989 kamen einige wenige Mi-24VP in der sowjetischen Armee zum Einsatz. Diese Version wurde 1985 erstmals erprobt und erhielt eine zweiläufige GSh-23-2, die in einem Kinnturm lafettiert wurde. Damit verband man die Möglichkeit der unabhängigen Richtbarkeit der Bordkanone mit einem leistungsstarken Kaliber. Allerdings wurden zur Zeit der auseinanderbrechenden Sowjetunion nur 25 Maschinen gebaut, eine NATO-Kennung wurde nie vergeben. Ansonsten bestanden keine Veränderungen gegenüber dem Mi-24V.



Detailaufnahme der GSh-30k "Pushka" eines ex-NVA Mi-24P.

Mi-24P (Natokennzeichnung Hind-F)

Dieser Typ stellte eine weitere Entwicklung aus dem Hind-D dar, dessen Serienproduktion 1981 begann. Der Hauptunterschied bestand im Einbau der GSh-30k Zwillingskanone im Kaliber 30 mm, womit auch der Spitzname Pushka (= "Kanone") seinen Ursprung fand. Zu diesem Schritt entschloss man sich, als sich die ungenügende Leistungsfähigkeit der "YakB-12,7" im Afghanistankrieg herausstellte. Erste Versuche mit der Kanone unternahm man mit Mi-24D, die in Pods eine GSh-30k trugen und damit allerdings weniger Raketen mit sich führen konnten. Die endgültige Montage erfolgte aufgrund der Rohrlänge der Kanone nicht wie in den Vorgängermodellen in einem Kinnturm, sondern auf der rechten Seite starr unterhalb des Cockpits. Die damit nicht mögliche unabhängige Richtung akzeptierte man auf Grund des Gewinns an Feuerkraft. Somit musste nun die gesamte Maschine auf das Ziel ausgerichtet werden. Etwa 750 Schuss Munition konnten mitgeführt werden. Aus den Erfahrungen des Afghanistankrieges ergänzte man die Abwehrmaßnahmen durch zwei Dreifach-Blöcke des ASO-2V Fackelsystems hinter den Flügeln, die insgesamt 192 Fackeln verschießen konnten. Die Fackelautomaten wurden teilweise auch an Mi-24D und V nachgerüstet. Weitere Modifikationen stellten sich in Form weiterer Avionikoptimierungen und Zellenverstärkungen dar. Bis zum Produktionsende 1989 fertigte man 620 Maschinen.



Mi-24R bzw. Mi-24RHhR (Natokennzeichnung Hind-G1)

(RKhR = dlya Radiatseeonno-Khimeccheskoi Razvedki = "ABC-Aufklärung")  Der erste Prototyp dieser Version entstand 1978 als Umrüstung eines Mi-24V als Ersatz für den Mi-8VD. Die Serienfertigung begann 1983 und endete 1989 mit ca. 152 produzierten Mustern. Die Hauptaufgabe dieses Typ ist die Aufklärung atomarer, biologischer und chemischer Verseuchung. Zu diesem Zweck ist an der Bugspitze ein Sensor zur Analyse von möglichen Kampfstoffen in der Luft und an den Flügelspitzen ein System zur Aufnahme von Bodenproben installiert worden. Die Besatzung bestand aus vier Personen: den beiden Piloten, einem Techniker und einem Soldaten mit ABC-Schutz-Ausbildung. Im Einsatz arbeiteten die Besatzungsmitglieder unter ABC-Vollschutz. Die Analyse der Proben konnte sofort im Frachtraum vorgenommen und die Ergebnisse an die Leitstelle oder an andere Empfänger weitergeleitet werden. Über den standardmäßigen Fackelwerfer konnten neben Düppeln zur Ablenkung feindlicher Flugkörper auch Fackeln zur Markierung verseuchter Gebiete verschossen werden. Die kinnlafettierte Bordkanone wurde beibehalten, die Zieleinrichtungen für die Panzerabwehrflugkörper entfielen. Nichtsdestotrotz konnten ungelenkte Raketen mitgeführt werden. Besonders oft konnten die Mi-24R nach dem tragischen Unfall einer der Kernreaktoren im ukrainischen Tschernobyl beobachtet werden, wo sich das Muster hervorragend bewährte. Einige Mi-24R erhielten 1989 neue, leistungsfähigere Kommunikationssysteme und Flugavioniken.



Mi-24K (Natokennzeichnung Hind-G2)

(K = korrektirovchik = "Korrektor") 

Der Mi-24K war mehr ein Gefechtfeldsaufklärer denn ein Kampfhubschrauber, und diente als Ersatz für den veralteten Mi-8TARK. Er war mit hochsensibler Elektronik ausgestattet, darunter zwei A87P oder AFA-100 Kameras (f8/1.300 mm Linsen), eine in der Passagierkabine und eine am Bug anstelle der Zieleinrichtung der Panzerabwehrflugkörper. Dieses Modell wurde auch als Artilleriebeobachter verwendet, der Korrekturen der Zielkoordinaten an die Artilleriebatterien weiterleitete. Dazu besaßen die Mi-24K das RITA Aufklärungssystem, zu dem ein optisches Zielidentifikationssystem, Zielcomputer und Datenverarbeitungssystem gehörte. Als Bewaffnung führte er B-8V-20 Raketen zu je zwei Startbehältern und die vierläufige 12,7 mm Bordkanone im Kinnturm mit. Gebaut wurden von dieser Version zwischen 1983 und 1989 etwa 162 Maschinen.



Einer der beiden Mi-24PS, die für das russische Innenministerium eingesetzt werden. (Picture by Rostvertol)

Mi-24PS

(PS = Patrul'nospasatelny = "Patroullie/Rettung")  Diese Version wurde nicht in Serie gefertigt und ist eine Umrüstung von Hind-F für das russische Innenministerium. Die insgesamt zwei Maschinen dienen seit der Mitte der 90er Jahre für Sicherungs- und SAR-Aufgaben. Die erste Maschine behielt ihre 12,7 mm Kanone, doch die Zieloptiken am Bug verschwanden zugunsten eines Lautsprechersystems und eines Suchscheinwerfers, und an der Bugspitze wurde ein beweglicher FLIR-Turm (Forward Looking Infra Red) installiert. Weitere Modifikationen stellen sich in Form der Montage eines Wetterradars und eines Satellitenkommunikationssystems dar. Der zweite Prototyp ist ähnlich der ersten Maschine ausgerüstet, allerdings wurde die gesamte Bewaffnung entfernt und die Stummelflügel bis auf den ersten Pylon verkürzt, an dem ein Zusatztank vorgesehen ist.



Mi-24M / Mi-35M (auch Mi-24VM bzw. Mi-24PM)

Der Mi-24M ist die neueste Version, die Mil sowohl als Neubau oder als kampfwertgesteigerte und einsatzdauerverlängerte Umrüstung anbietet. Der Mi-35M ist dabei die Exportbezeichnung und zielt auf die ungeheure Menge exportierter, inzwischen veralteter Hind, während Mi-24M die Bezeichnung für die umgerüsteten Maschinen der Russischen Föderation ist. Die westlichen Militärs konnten sich 1995 auf der Pariser Flugshow zum ersten Mal ein Bild von dieser neuartigen Version machen. Die Einsatztests des Mi-24VM begannen 1999. Das Umrüstpaket besteht nicht als Ganzes, viel mehr kann ein potentieller Kunde sich seine Umrüstung je nach Budget aus sogenannten "Blocks" oder "Stages" selbst zusammenstellen, was angesichts der finanziellen Lage Russlands als vielversprechende Marktstrategie angesehen werden kann.
Zum Bespiel können die alten Turbinen durch zwei Klimov  TV3-117VMA mit je 2.194 Wellen-PS (1.636 kW) ersetzt werden, die auch schon im Mi-28 Verwendung finden. Des Weiteren umfasst das Angebot ein nachtkampffähiges Cockpit mit der Integration von zwei "Shovak" Nachtsichtbrillen, VH-100 HUDs, MFDs (Multifunktionsdisplays) und ein linksseitig kinnmontierter OPS-24N Sensorturm mit Chlio FLIR-Ball und restlichtverstärkender TV-Optik. Zu dem erhielt der Heckrotor vier Rotorblätter, die ähnlich dem amerikanischen AH-64 Apache in unterschiedlichen Winkeln (45°/135°) angeordnet sind. Um Gewicht zu sparen und die Manövrierfähigkeit zu erhöhen, entfernte man bei den Stummelflügeln den Starter für die Swatter bzw. Shturm-V. Das Fahrwerk wurde fixiert, um die Energieabsorption bei Abstürzen mit Fallgeschwindigkeiten von bis zu 12 m/s zu steigern. Der Hauptrotor wird nun hauptsächlich aus Verbundwerkstoffen wie Fiberglas hergestellt und man kehrte wieder zu einer kinnlafettierten Bordkanone zurück. Dabei entschied man sich für die schon beim Mi-24VP vorgesehenen GSh-23-2 im NPPU-24 Turm, für die 470 Schuss mitgeführt werden können. Zur besseren Navigation ist auch ein GPS-Empfänger im Cockpit zu finden. Als Panzerabwehrraketen können bis zu sechzehn 9M114 (AT-6 "Spiral") oder ebenso viele lasergelenkte Panzerabwehrraketen vom Typ 9M-120 (AT-9 "Ataka") am APU-8/4U-Starter mitgeführt werden, wofür ein gyrostabilisiertes Zielsystem die Ausstattung ergänzt. Darüber hinaus können auch alle anderen Versionen des Ataka-Flugkörpers (Luft-Luft, bzw. Splittergefechtskopf) genutzt werden. Auch 
Luft-Luft-Raketen vom Typ Igla-V (SA-18 "Grouse") können neben den üblichen Behältern für ungelenkte 57 mm oder 80 mm Raketen die Bewaffnung ergänzen. Es existieren auch Behälter zum Abwurf von Antipersonen- oder Panzerabwehrminen. Das Update umfasst auch die Mak-UFM IR- und Otklik Laser-MAWS als Ersatz für den IR-Störer, UV-26 Düppelwerfer und das Pastel RHAWS als RWR-Ersatz. Als modernes Flugkörpersteuerungssystem soll das Zenit Tor-24-System installiert werden. Auf Wunsch können auch westliche Avionikbestandteile, wie zum Beispiel vom belgischen Hersteller SAGEM, Sextant Avionique oder Thomson-TTD Optronic, integriert werden.
Trotz der beschlossenen Ablösung des Mi-24 durch Kamov Ka-50 und Mi-28 entschied sich das russische Militär für eine Modernisierung und Lebensverlängerung für die ca. 200 noch flugfähigen aus ca. 1.000 noch vorhandenen Mi-24V/P. Im Dezember 1998 wurden die ersten in den 70er und 80er Jahren gefertigten Maschinen an das Werk in Arsenyew geliefert, wo die ersten Maschinen auseinandergenommen und überholt werden. Nach erneuter Indienststellung sollen diese Maschinen nochmals zehn bis 15 Jahre eingesetzt werden. Am 8. und 11. Februar 1999 fanden die ersten Flugversuche und am 10. März der Erstflug von 25 Minuten Dauer in der Nähe von Moskau statt. Ein zweiter Prototyp diente zur selben Zeit für Avioniktests. Die Finanzierung der Modernisierung der gesamten Flotte, eine Umrüstung beläuft sich auf eine Million US-$, stellt ein erhebliches Problem dar, und man hofft durch den Verkauf des Paketes an andere Nutzer das gesamte Programm zu stützen. Die späteren Umbauten sollen direkt auf den Militärbasen durchgeführt werden, um eine Außerdienststellung zu umgehen. Im Jahr 2000 wurden sechs weitere Maschinen umgerüstet, die weiteren Modifikationen gingen jedoch nur schleppend voran. Solch eine Umrüstung führte Mil im Jahr 2000 auch an jeweils zwei simbabwischen Mi-35 und Mi-35P durch. Im April 2003 bestellte Indonesien zwei Mi-35M des neusten technischen Standes.



Mi-35M auf der Luftfahrtmesse in Le Bourget 1995.

Kampfwertsteigerungen und lebensdauerverlängernde Maßnahmen anderer Hersteller

Aufgrund der weiten Verbreitung des Hind auch außerhalb des ehemaligen Warschauer Paktes erschienen in den letzten Jahren zahlreiche Umrüstungspakete, die die Lebensdauer der Maschinen verlängern und deren Kampfkraft erhöhen sollen. Allein das Alter der Mehrheit der Maschinen versprechen einen hohen Absatz dieser Updates. Sowohl Nutzerstaaten als auch die Industrie von Drittstaaten entwickelten entsprechende Pakete.
Im Frühjahr 2002 entschieden sich die Staaten Polen, Ungarn, Tschechien und die Slowakei für ein gemeinsames Projekt unter dem Namen "Visegrad Four (V4)" zur Modernisierung von ca. 115 Hind. Dabei entfallen auf die Tschechische Republik 24, Ungarn 28 bis 32, Polen 40 und auf die Slowakei 10 bis 12 Umrüstungen. Neben der Lebensdauerverlängerung der Maschinen steht auch die Anpassung an NATO-Standards in Hinsicht auf die NATO-Osterweiterung im Mittelpunkt. Als Auftragnehmer sind sowohl internationale, westliche, als auch russische Firmen wie Mil beteiligt. Hauptaugenmerk wird dabei auf die Avionik gelegt, die hauptsächlich westlichen Standards entspricht und in der Leistungsfähigkeit und Umfang der des Mi-35M Programms ähnelt. Polen rüstet zudem einige Maschinen für CSAR-Aufgaben (Combat Search And Rescue) aus, wofür die Maschinen medizinische Einrichtungen erhalten. Die restlichen Neuerungen bestehen für die polnischen Maschinen aus der Integration der israelischen Rafael Spike-LR Panzerabwehrrakete, und die alte YakB 12,7 mm Gatling wird durch die italienische, dreiläufige Schnellfeuerkanone Oto Melara TM-197 im Kaliber 20 mm ersetzt. Die anderen am V4-Projekt beteiligten Nation wollen keinen Austausch der Bordkanone vornehmen, denken aber über die Beschaffung und Integration eines moderneren Panzerabwehrflugkörpers aus russischer Produktion nach. Aufgrund der schon vorhandenen Vielfalt der Bewaffnung innerhalb der NATO stellt ein solches Waffensystem kein Hindernis dar. Kroatien und Mazedonien zeigten ebenfalls Interesse an dem Projekt, doch auch diese Nationen plagt der Geldmangel und die Umsetzung eines solchen Programms ist damit in Gefahr.
Bulgarien entschied sich für eine eigene Modernisierung, die 18 Maschinen umfassen soll. Die Umrüstung soll ein neues Laserzielerfassungssystem, ein NVG-kompatibles Cockpit, NATO-kompatible Kommunikation, Identifikation und Navigation, den schon bewährten MIL-STD 1553 Datenbus, ein helmmontiertes Optiksystem und ein überarbeitetes Steuerungssystem in HOCAS-Form (Hands On Collective And Stick) umfassen. Des Weiteren sollen ein Datenlink, fortschrittliche Düppelwerfer, RWR-Systeme und IR-Störer hinzugefügt werden. Änderungen an der Bewaffnung sind nicht vorgesehen. Ein Hauptauftragnehmer ist noch nicht bestimmt worden, und auch die vollständige Finanzierung scheint noch nicht gesichert.
Ein weiteres Programm stammt von Advanced Technologies & Engineering (ATE) aus Südafrika. Zwei Pakete stehen im Angebot: Zum Einen eine Umrüstung auf Basis des Mi-35P mit der Bezeichnung "Super Hind Mark II", der moderne Zielerfassungs- und Navigationssysteme besitzt, und zum Anderen der "Super Hind Mark III", der weitreichende Änderungen beinhaltet. Diese umfassen ein neues FLIR und TV-Zielsystem, ein überarbeitetes, digitales HUD, NVG-kompatible Cockpits, moderne Fackelautomaten, ein neuer Missionscomputer, NATO-Standard IFF-Transponder (Identification Friend or Foe) und Navigationssysteme basierend auf GPS und einem Dopplerradar. Der gesamte Bugbereich wurde überarbeitet und verlängert. Er trägt nun den FLIR-Sensor in einem Kugelturm, eine 20 mm G12 Bordkanone des südafrikanischen Herstellers Denel dient als Ersatz für die russischen Modelle. Diese Kanone befindet sich ebenfalls kinnlafettiert unterhalb des FLIR-Turms, und besitzt eine zweifache Munitionszuführung zur Nutzung von zwei verschiedenen Munitionssorten. Insgesamt sollen 840 Schuss mitgeführt werden können. Als Panzerabwehrflugkörper stehen die beiden ebenfalls aus Südafrika stammenden lasergelenkten Kentron ZT35 Ingwe oder drahtgelenkte ZT6 Mokopa zur Verfügung, von welchen jeweils insgesamt acht Stück mitgeführt werden können. Algerien entschied sich für dieses Umrüstungspaket, und 1999 wurde die Erste von insgesamt 40 möglichen zu modernisierenden Maschinen ausgeliefert. Des Weiteren arbeitet ATE an einem Gewichtsreduzierungsprogramm, welches verkürzte Stummelflügel, einen Hauptrotor aus Verbundwerkstoffen, ein fixiertes Fahrwerk und moderne Panzerungssysteme beinhaltet. Mit diesem Programm soll die Agilität des Musters erhöht werden.
Auch Israel Aircraft Industries (IAI) bietet ein Programm zur Kampfwertsteigerung an, welches die Tochterfirma Tamam Division für die indischen Mi-25 und Mi-35 entwickelte. Das bisher 25 Maschinen und damit 20 Mio. US-$ umfassende Programm läuft unter der Bezeichnung "Mission 24", und umschreibt das Hauptaugenmerk: ganztägige Einsetzbarkeit. Die neuen Geräte ähneln zum größten Teil in ihrer Art den anderen Projekten: tag- und nachtfähige FLIR- (rechtsseitig am Bug) und TV-Sensoren, MFDs mit integriertem Navigations- und Kartensystem, NVG-kompatible Cockpits, helmmontierte Zielerfassungssysteme, moderne Gegenmaßnahmen (IR-Störer, Fackelautomat), ein neuer Missionscomputer, Doppler-Radar und ein GPS-Receiver. Zudem können als Panzerabwehrraketen AT-6 Spiral oder die israelische Rafael Spike eingesetzt werden. Bisher fanden sich noch keine anderen Kunden für das Programm.



Ein Mi-24VM, man beachte den neuen Kinnturm mit einer GSh-23-2. (Picture by Rostvertol)

Einsatz

Afghanistankrieg (1978 - 1989)

Seit dem Rückzug der Briten aus Indien hatte die Sowjetunion Afghanistan durch starke Wirtschafts- und Militärhilfe an sich zu binden versucht. Als die prokommunistische Demokratische Volkspartei (DVPA) 1978 nach dem Sturz von Präsident Daud die Macht übernahm, begann ein Krieg, der sich insbesondere gegen die verschiedenen muslimischen Gruppierungen innerhalb des Landes richtete und bis Oktober 1979 über 200.000 Flüchtlinge nach Pakistan trieb. Aus Furcht, die auf den Sturz der Regierung hinarbeitenden Rebellen (Mujaheddin) könnten eine fundamentalistische islamische Republik gründen, entsandte die Sowjetunion ab Dezember 1979 über eine Luftbrücke innerhalb weniger Wochen 90.000 Soldaten. Diese Kontingent wurde dann noch bis auf 150.000 sowjetische Soldaten aufgestockt. Die rote Armee wurde in einen Guerillakrieg hineingezogen in einem Land, in dem das schroffe Gelände die einheimischen Kämpfer bevorteilte. Die Mujaheddin kämpften enthusiastisch und waren zugleich Kämpfer die vor Kriegsverbrechen nicht zurückschreckten, dies taten aber auch nicht minder die sowjetischen Militärs. Die sowjetischen Streitkräfte benötigten eine Waffe, welche die Mujaheddin in diesem schroffen Gelände erfolgreich bekämpfen konnte. Diese Bekämpfung sollte aus der Luft stattfinden, da man glaubte, hierdurch die wenigsten Verluste hinzunehmen zu müssen.
Dies änderte sich erst als die Mujaheddin von amerikanischen CIA-Agenten an der Stinger-Flugabwehrrakete ausgebildet wurden, die dem Hind Einhalt geboten.
Die Mujaheddin bemerkten schnell, dass die Hind eine gefährliche Waffe waren, da sie gleichzeitig Infanteriegruppen absetzen und wirkungsvollen Feuerschutz geben konnten. Die Hind hielten das gegnerische Feuer nieder und die Infanterie säuberte das Gebiet von Widerstandskämpfern. Anfangs konnten die Widerstandskämpfer gegen diese Übermacht wenig ausrichten, erst als sie sich mehr in die Gebirgsketten zurückzogen und den Mi-24 mit allen möglichen Feuerwaffen von von oben auf die verwundbarsten Stellen, Rotorkopf und Heckrotor, schossen und die ersten amerikanischen Stinger-Raketen eintrafen, wurde diese erdrückende technische Überlegenheit kompensiert und erfolgreich bekämpft.
Die bevorzugten Hauptwaffen des Hind während des Krieges waren die ungelenkten 80 und 57 mm Raketen sowie die 9M17P Skorpion (AT-2 "Swatter"), dagegen erwies sich die vierläufige 12,7 mm Maschinenkanone nicht als wirkungsvoll genug um schwere MG-Stellungen zu bekämpfen, weswegen die AT-2 genutzt werden musste. Um diese Verschwendung zu vermeiden, installierte man daraufhin die GSh-30-2 Zwillingskanone Kaliber 30 mm. Die einfachen Eisenbomben, wie FAB-500 (500 kg), FAB-250 (250 kg) und FAB-100 (100 kg ), waren ebenfalls weit verbreitet, da durch diese wirkungsvoll die angesprochenen schwere Stellungen neutralisiert werden konnten. Gleichzeitig kamen auch Napalm- und Vakuumbomben zum Einsatz, von denen allerdings nach internationalen Protesten abgesehen wurde.
Die Haupttaktik der Einsatzverbände stellte sich folgendermaßen dar: Häufig flog man in Gruppen von vier bis acht Hubschraubern, um sich gegenseitig Feuerunterstützung zu geben. Dabei verwendeten sie Taktiken, die während des Zweiten Weltkriegs entwickelt wurden: Die Kampfhubschrauber drehten Platzrunden mit erheblichem Durchmesser, um sicherzugehen, dass man immer den Zielbereich im Blickfeld hatte. Daraufhin gingen die Mujaheddin dazu über, sich meistens Nachts zu bewegen, um die Luftüberlegenheit der Sowjets zu kompensieren. Die Sowjets reagierten darauf, indem sie ihre Besatzungen im Nachtkampf ausbildeten. Eine weitere Möglichkeit war, dass Fallschirme mit Leuchtkörpern vom Hubschrauber abgeworfen wurden, um das Zielgebiet auszuleuchten und besseren Schutz der Hind vor Hinterhalten zu bieten.
Um der zunehmenden Gefahr durch Boden-Luft-Raketen entgegenzutreten, wurde der Hind mit Flares ausgestattet, die Stingerflugkörper mit ihrem IR-Suchkopf ablenken sollten. Später wurden auch noch Abgaswärmetauscher eingebaut, um die IR-Signatur der Helikopters zu senken und es der Stinger zu erschweren ein Ziel zu erfassen. Weiterhin mussten immer mehr exportierte Hind aus den Satellitenstaaten zurückbeordert werden, da die sowjetischen Exemplare häufig Wartungsfehler aufwiesen. So mussten die Luftstreitkräfte der DDR aus unbekanntem Grund mehrere Mi-24D an die Sowjetunion abgeben. Erst als die Mi-24 mit Einschusslöchern oder schwer beschädigt wieder zurückkamen, wurde es den Hind-Piloten der DDR klar, für welchen Zweck sie diese Kampfhubschrauber an die Sowjets ausleihen mussten.
Doch trotz technischer Verbesserungen und größeren Stückzahlen der eingesetzten Kampfhubschrauber nahmen die Verluste auf sowjetischer Seite immer mehr zu. Die Hind waren doch nicht die fliegenden Festungen wie die sowjetischen Militärs propagierten. Erst unter Präsident Mikhail Gorbatschow setzte in der UdSSR ein Umdenkprozess ein, der zum Rückzug der Einheiten zwischen Mai 1988 und Februar 1989 führte. In der Nacht vom 2. Februar 1989 wurde der letzte Mi-24 von einer Stinger getroffen und stürzte ab, die Besatzung starb beim Aufprall.
Während des gesamten 10-jährigen Krieges gingen 333 Mi-24 Hind verloren.



Hind in deutschen Diensten: NVA und Bundeswehr

Aus den Erfahrungen der USA im Vietnamkrieg heraus reifte auch bei den Militärs der NVA der DDR der Entschluss Kampfhubschrauber in die Streitkräfte zu integrieren. Da die NVA offiziell eine Defensivstreitmacht darstellen sollte, bereite der Einsatz von reinen Angriffswaffen der Parteiführung Kopfschmerzen, so dass die Anschaffung und der Betrieb geheim blieb. Den Beginn bildete 1976 der Mi-8TB, erst 1978 kamen die ersten Mi-25D/Mi-24D nach Deutschland. Die Anschaffung der insgesamt 42 Mi-24D verlief bis 1983 und die Maschinen wurden in die Kampfhubschraubergeschwader 57 in Basepohl (später KHG-5) und KHG-67 (später KHG-3) in Brandenburg bzw. Cottbus aufgeteilt. Im Jahr 1989 kamen nochmals 12 Mi-24P hinzu. Insgesamt gingen drei Maschinen (1980, 1982 und 1984) durch Abstürze verloren, so dass 1990 die restlichen 51 Maschinen in den Bundeswehrbestand übergingen. Als Bezeichnungen wurden die Registrierungen 96+01 bis 96+51 vergeben. Zur technischen Erprobung gingen zwei Mi-24D und ebenso viele Mi-24P im Februar 1991 an die Wehrtechnische Dienststelle 61. Im April 1991 übernahm die US Army einen Mi-24D und Mi-24P zur Feinddarstellung und nach der Entscheidung im Jahr 1992 der Bundeswehr den Flugzeugtyp auszumustern, gelangten die meisten Hinds der NVA 1995/96 nach Polen und Ungarn, wo sie zur Ersatzteilgewinnung genutzt werden sollten. Zumindest vier dieser abgegeben Maschinen wurden von Polen oder Ungarn an Kroatien geliefert. Die restlichen Maschinen sind in Museen hauptsächlich in Deutschland (WTS Koblenz, Luftwaffenmuseum Gatow, MHM Dresden/Flugplatzmuseum Cottbus oder auch das Technikmuseum Speyer), aber auch in Duxford, England, sowie in Brüssel, Belgien, wiederzufinden.



Ein Mi-24D der NVA abgestellt im Luftwaffenmuseum Gatow.

Bezeichnung des Helikopters: Mi-24P
Typ: Kampfhubschrauber
Hersteller: Mil (Rostvertol)
Baujahr (in Serie): 1981 - 1989
Besatzung: 2
Antrieb: zwei TV3-117V Turbinen
Leistung: je 1.633 kW (2.190 WPS)
Höchstgeschwindigkeit (VNE): 320 km/h
Marschgeschwindigkeit: 270 km/h (ökonomisch: 217 km/h)
max. Steigrate: 12,5 m/s
Dienstgipfelhöhe: 4500 m
Schwebeflug-Gipfelhöhe ohne Bodeneffekt: 1500 m
Kraftstoffvorrat: intern: 2.130 Liter extern: max. 2.000 Liter
Einsatzradius mit Innentanks: 160 km
Überführungsreichweite mit Innen- und vier Außentanks, bei gutem Flugwetter: 450 km
max. Einsatzdauer interne Tanks: 4 h
Leergewicht: 8.570 kg
maximales Startgewicht: 12.000 kg  
Rumpflänge: 17,51 m
Länge über Rotor: 21,35 m
Höhe: 3,97 m
Flügelspannweite: 6,66 m
Rumpfbreite (ohne Flügelspitzenwaffenträger): 1,70 m
Hauptrotordurchmesser: 17,30 m
Heckrotordurchmesser: 3,91 m
Produktionszahl: 620

Der konventionelle Rotorkopf eines Mi-24P.



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Weiterführende Literatur/Links

Detlef Billig, Manfred Meyer, Flugzeuge der DDR Band III, Motorbuch Verlag

Website des internationalen Vermarkters Rostvertol



 

Text by british steel, Capt. Willard, Korrektur: Praetorian, Dirk, Tobit, UncleK. Letztes Update:  7. September 2007