Heckler & Koch HK53



HK53 A3

Die HK53, die schwere Maschinenpistole von Heckler & Koch, stellt eine Kombination zweier Konzepte und Waffensysteme dar. Dabei wurde die kompakte Bauweise einer MPi (HK MP5) mit der Durchschlagskraft eines Sturmgewehres vom Kaliber 5,56 x 45 mm (HK33) vereint. Das Resultat war diese Maschinenpistole, die von Heckler & Koch seit 1975 produziert wird, und neben der MP5-Serie zur bevorzugten Waffe von Sondereinheiten weltweit gehört.

Wie auch die MP5 und das HK33 ist die HK53 ein Rückstosslader mit feststehendem Lauf und beweglich abgestütztem Rollenverschluss. Die Waffe ist dabei (bei jeweils herausgezogener Schulterstütze) ca. 10 cm länger als eine MP5 A3, aber ca. 10 cm kürzer als das HK33 KA1. So kann man diese Waffe der Länge nach als Maschinenpistole klassifizieren, dem Kaliber nach aber nicht. Heckler & Koch selbst bezeichnete die Waffe in der Entwicklung noch als Selbstladegewehr, mit Beginn der Serienfertigung dann als Maschinenpistole. Im Gegensatz zur MP5 verschießt die HK53 keine 9 x 19 mm Parabellum Patronen, sondern erheblich stärkere Munition vom Kaliber 5,56 x 45 mm NATO. Dadurch ist der Rückschlag im Vergleich zur MP5 sehr hoch, die effektive Reichweite wird aber erheblich gesteigert. Die Kadenz beträgt 700 Schuss pro Minute. Im Gegensatz zur HK33 ist die Maschinenpistole angenehm kürzer, was sie als relativ leichte und kurze Waffe für den Einsatz bei Spezialeinheiten qualifiziert, die kein Sturmgewehr tragen/verbergen können. Frühere Versionen der HK53 benutzten den Mündungsfeuerunterdrücker des G3/HK33, was bei einer solchen Waffe mit einem relativ kurzen Lauf nicht sehr erfolgreich war. Die aktuelle Version A3 benutzt einen speziell entwickelten Mündungsfeuerunterdrücker, jedoch hat die Waffe trotzdem noch ein erhebliches Mündungsfeuer.

Die HK53 gehört neben der MP5-Serie zur Ausrüstung von Sondereinheiten oder Sicherheitskräften weltweit. So ist diese Waffe eine der "all-time-favourites" des SWAT-Teams, und sie wird auch von militärischen Spezialeinheiten verwendet, beispielsweise von SAS-Kommandos in Nordirland. Allerdings ist es umstritten, ob bei typischen Antiterror-Einsätzen wie z. B. Geiselbefreiung eine Maschinenpistole vom Kaliber 5,56 mm wirklich benötigt wird. Einerseits ist bei solchen Einsätzen, wo jeder Abpraller fatal sein kann, eine Waffe in diesem Kaliber zu stark. Andererseits ist der Sinn solcher Einsätze die sofortige Ausschaltung der Terroristen zum Schutz der Geiseln, was bei einer Maschinenpistole vom Kaliber 9 mm zu Problemen führen könnte. Die HK53 war und ist aber nicht nur bei Spezialeinheiten und Task Forces weltweit beliebt, sondern auch in Hollywood. Beispielsweise seilte sich Bruce Willis mit dieser Waffe in "Die Hard" (Stirb Langsam) ab. Auf  längere Sicht wird die HK 53 wohl vom G36C abgelöst, wie auch die MP5 durch die UMP abgelöst werden soll. Dennoch hat Heckler & Koch mit dieser Waffe eine beeindruckende Kombination aus Maschinenpistole und Sturmgewehr produziert. Besonders erstaunlich ist die Entwicklung dieser Waffe zu einer Zeit, als die meisten Armeen das Kaliber 5,56 x 45 mm noch nicht einmal in ihren primären Infanteriewaffen nutzten. 



Das HK53: eine tödliche Kombination aus einer MPi und einem Sturmgewehrkaliber

Bezeichnung der Waffe: HK53E
Hersteller: Heckler & Koch, Oberndorf/Neckar
Länge: 590 mm
780 mm bei herausgezogener Schulterstütze
Breite: 52 mm
Höhe: 210 mm
Gewicht: 3.300 g ohne Magazin
Lauflänge: 211 mm
Zahl der Züge: 6
Drall: rechts
Kaliber: 5,56 x 45 mm
Mündungsgeschwindigkeit: 735 m/s
Mündungsenergie des Projektils: 1.100 Joule
Feuerrate: 700 Schuss/min
effektive Schussweite: 400 m
Munitionszufuhr/Magazingröße: Kurvenmagazin mit 25 oder 40 Schuss


Weiterführende Literatur/Links

Pictures by http://www.hkpro.com



 

Text by Ronin. Letztes Update: 27. April 2009