![]() EntwicklungAufgrund der Erfahrungen der russischen Truppen an der Front mit dem deutschen Sturmgewehr 44 sollte eine ähnliche Waffe auf sowjetischer Seite entwickelt werden. Die durchschnittliche Einsatzschussweite von MPis lag bei ca. 100 bis 200 m, die von Gewehren bei ca. 400 bis 600 m, so dass der Bereich von 200 bis 400 m unbedingt abgedeckt werden musste. Es wurde daher eine Patrone entwickelt, die der des StGw 44 nicht unähnlich war: die Kurzpatrone 7,62 x 39 mm. Als Kalashnikov 1941 als Panzerkommandant bei einem Gefecht verwundet wurde, widmete er sich dem Entwickeln von Waffen. Unter anderem konstruierte er mit seinem Team ein Sturmgewehr für eben diese neue Kurzpatrone, die mehr als ein adäquater Ersatz für das SKS (Russisches Standardgewehr) war, welches im Krieg nur als Lückenbüßer diente. Diese Waffe war für Einzelfeuer und Feuerstöße auf Kampfentfernungen um 200 bis 400 m ausgelegt (Distanz moderner Infanteriegefechte) und wurde 1947 als "Avtomat Kalashnikov" in Dienst gestellt. Bis 1951 war das neue Gewehr unter der Bezeichnung AK-47 schon weit verbreitet und wurde häufiger verkauft und benutzt als jede andere Waffe seiner Art. TechnikDie AK-47 ist ein Gasdrucklader mit feststehendem Lauf und einem Drehkopfverschluss. Kurz vor der Mündung ist der Lauf angebohrt, die Gase, die das Geschoss antreiben, werden angezapft und drücken einen Gaskolben nach hinten. Dieser dreht den Verschlusskopf, entriegelt ihn und wirft den Verschluss zurück. Der Druck der Schließfeder bringt den Verschluss wieder nach vorne, bei dieser Bewegung wird eine neue Patrone aus dem Magazin in das Patronenlager eingeführt. Das gebogene Magazin fasst 30 Patronen und wird aus Stahl oder Leichtmetall hergestellt. Auf der rechten Gehäuseseite befindet sich ein großer, sehr einfacher und simpel bedienbarer Hebel zum Einstellen der Feuerart. Steht er oben, ist der Verschluss blockiert und die Waffe gesichert, in der mittleren Position werden Feuerstöße abgefeuert und unten Einzelfeuer. Die Laufinnenseite und der Verschlusskopf sind verchromt, was die Resistenz gegen Dreck und Bleirückstände und somit auch die Lebenserwartung des Laufes enorm erhöht. Der Rückstoss der Waffe ist zwar deutlich spürbar aber dennoch für den Schützen gut erträglich, was auch an der guten Balance und dem relativ hohen Gewicht der Waffe liegt.
Auch wurden diverse Abarten von Maschinengewehren entwickelt, die auf dem Kalashnikov Prinzip beruhen. Zwar sind nicht unbedingt alle Komponenten untereinander austauschbar, doch wird dadurch die Ausbildung der Soldaten an den verschiedenen Waffentypen enorm vereinfacht.
Die AK-47 stellt vielleicht keine schöne Waffe dar und auf den ersten Blick wirkt sie auch recht billig, so wird beispielsweise zur Verbindung zwischen Abzug und Mechanismus lediglich ein Drahtseil verwendet. An den relevanten Stellen ist sie jedoch gut verarbeitet, z.B. innen verchromtes Rohr und präzise Fertigung des Verschlusses. Die AK-47 soll unter allen Bedingungen arbeiten und zugleich wenig Pflege benötigen, sie hat zwar nicht den "Komfort" wie vielleicht ein G3 aber sie ist robust, zuverlässig und nahezu unverwüstlich. Bei der AK-47 geht es nicht um Akribie und Präzision sondern um entscheidende Wirksamkeit im Gefecht. Sie wurde deshalb nicht nur bei der Roten Armee schnell zur Standardwaffe, sondern kommt in fast allen Ländern des ehemaligen Warschauer Pakts und unzähligen weiteren Nationen zum Einsatz. Es existieren auch große Anzahlen an Kopien wie z.B. das chinesische Gewehr vom Typ 56, das ungarische AKM-63, das jugoslawische M70 und die polnische PMK. Weltweit wurden bis 1985 etwa 50 Millionen Gewehre der AK-47 und AKM Baureihe hergestellt.
Explosionszeichnung zu dieser Waffe beim Schützenverein Mittleres Erzgebirge e.V. Text by The Dude. Letztes Update: 29. June 2009 |