Als noch im Frühjahr 1941 russische Offiziere die Fertigung des damals schwersten deutschen Panzers, dem Panzer IV, besichtigten, waren diese so erstaunt darüber, dass dies der schwerste deutsche Panzer sei, dass die die deutschen Waffenamtsoffiziere den Verdacht hegten, dass die Russen bereits schwerere Typen besäßen. Mit dem Erscheinen des T-34 an der Front Ende Juli 1941 wurde dieser Verdacht nicht nur auf das Schlimmste bestätigt, das neuartige Design machte den T-34 den deutschen Panzern überlegen. Um im September 1942 mit der Serienfertigung beginnen zu können, wurden beide Konstruktionen in Windeseile entworfen. Beide Versionen waren mit der KwK 42 L/70 ausgestattet. Außerdem hatten beide Konstruktionen eine Wanne mir abgeschrägten verschweißten Panzerplatten, die miteinander verzahnt waren. Der Daimler-Entwurf hatte eine außen angebrachte Blattfederung, während die MAN-Ausführung eine quer eingebaute Doppeldrehstabfederung besaß. War die Blattfederung leichter zugänglich, so besaß die Doppeldrehstabfederung bessere Federeigenschaften. Wie beim T-34 saß beim "Daimler-Panther" der Turm vorne und die Einstiegsluke war in der Frontpanzerplatte angebracht. Dies wurde durch den Hinterradantrieb möglich. Der Panther von MAN hatte den Antrieb und somit auch das Getriebe vorne. Dementsprechend lag der Turm in der Mitte der Wanne. Beide Versionen verwendeten das von Dipl.-Ing. Kniepkamp erfundene Schachtellaufwerk, wie es auch im Tiger zum Einsatz kam.
Der MAN-Entwurf hatte eine größere Reichweite als der von Daimler-Benz, was daran lag, dass er 200 Liter mehr Kraftstoff mitführte. Ausschlaggebend für die Entscheidung den Panther von MAN zu bauen, war aber letztendlich die Tatsache, dass seine Fertigung früher beginnen konnte. Obwohl Hitler die Heckantriebslage des Daimler-Benz-Entwurfs bevorzugte, stimmte er am 14.5.1942 dem Bau des MAN-Panthers zu. Zwei MAN-Panther Versuchsfahrzeuge und ein Daimler-Panther wurden im Rahmen der elften Sitzung der Panzerkommission im November 1942 getestet. Reichsminister Speer fuhr den MAN-Panther 1,5 Stunden und war über dessen Fahreigenschaften sehr zufrieden. Die ersten drei Wannen der Serienfertigung waren am 4.1.1943 fertig bearbeitet und konnten montiert werden. Die Kapazitätsprobleme und zahlreiche Änderungen, beispielsweise am Getriebe, hatten den Beginn der Serienfertigung im Jahre 1942 verhindert. Am 24.1.1943 trafen die ersten beiden Serienpanther bei der Panzerabteilung 51 ein. MAN, Daimler-Benz, MNH und Henschel fertigten in Serie etwa 850 Panther der Ausführung D. Das Gefechtsgewicht lag nun bei 45 t, was ein Leistungsgewicht von 15,5 PS/t ergab, vorgesehen waren ursprünglich 35 t und 22 PS/t. Alle Serienpanther wurden durch einen 700 PS Motor von Maybach angetrieben (HL 230 P30). D er Panther war der erste Panzer der eine automatische Feuerlöschanlage hatte. Im Motorraum angebrachte Wärmesensoren lösten bei einer Überschreitung der Temperatur von 160° die Löschanlage aus. An besonders brandgefährdeten Stellen des Antriebssystems sprühten Düsen für sieben Sekunden ein Löschmittel (Kohlenstoff-Chlor-Brom). Allerdings bestand die Gefahr, dass durch hohe Temperatur während des Betriebs die Löschanlage ausgelöst wurde, ohne das ein Brand ausgebrochen war. Deshalb wurde ein Teil der Löschmittelflaschen nicht durch die Automatik, sondern manuell vom Kampfraum aus bedient.
Der um 360° drehbare Turm beherbergte die halbautomatische 7,5 cm KwK 42 L/70, die panzerbrechende Hartkernmunition und Sprenggranaten verschießen konnte. Dem Richtschützen stand ein binokulares Turmzielfernrohr zur Verfügung, das Höhenrichtfeld des Kanone betrug -8°/+20°. Durch den hydraulischen Antrieb konnte der Turm in einer Minute um 360° geschwenkt werden. Der Turmantrieb erfolgte durch eine Gelenkwelle, die mit dem Getriebe im Bug des Panzers verbunden war. Während bei den ersten Prototypen die Kommandantenkuppel noch in die Seitenwand einschnitt, war sie bei der Serienpanthern mehr zur Turmmitte verlegt worden. Die Türme der Ausf. D besaßen an der Turmseitenwand noch kreisförmige Verständigungsöffnungen und MP-Öffnungen. Während der Fertigung der Ausf. D wurde in den Turm auch eine Nahverteidigungswaffe eingebaut.
Aufgrund der schnellen Entwicklung und der fehlenden Erprobung hatten die ersten Panther noch ziemliche Probleme hinsichtlich der Standfestigkeit. Vor allem der Motor und das Seitenvorgelege wiesen noch schwerwiegende Mängel auf. Obwohl noch nicht ausgereift nahmen 200 Panzerkampfwagen Panther an der Operation "Zitadelle" bei Kursk im Juli 1943 teil. Bereits nach zwei Tagen waren nur noch 40 Stück einsatzbereit. Viele waren durch technische Defekte ausgefallen und konnten nicht mehr geborgen werden, so dass sie gesprengt werden mussten. Trotz dieser Verluste war die Truppe von der Leistung der neuen Kanone begeistert. Feindliche Panzer konnten nun auf einer Entfernung von 1.500 bis 2.000 m abgeschossen werden.
Panzerung
Walter J. Spielberger, Der Panzerkampfwagen Panther und seine Abarten, Motorbuch Verlag Text by UncleK. Letztes Update: 7. September 2007 |