Panther

Panzerkampfwagen V (Sd.Kfz. 171)


Panzerbefehlswagen V Panther Ausführung A (Sd.Kfz. 267)

Als noch im Frühjahr 1941 russische Offiziere die Fertigung des damals schwersten deutschen Panzers, dem Panzer IV, besichtigten, waren diese so erstaunt darüber, dass dies der schwerste deutsche Panzer sei, dass die die deutschen Waffenamtsoffiziere den Verdacht hegten, dass die Russen bereits schwerere Typen besäßen. Mit dem Erscheinen des T-34 an der Front Ende Juli 1941 wurde dieser Verdacht nicht nur auf das Schlimmste bestätigt, das neuartige Design machte den T-34 den deutschen Panzern überlegen.
Bis zu diesem Zeitpunkt war die Entwicklung von Panzern mit einem Gefechtsgewicht von über 30 t auf deutscher Seite nur sehr zögerlich vorangegangen. Nun wurden sämtliche Projekte gestoppt, da ihr Design im Vergleich zum T-34 schon veraltet war. Während Henschel und Porsche ein 45 t schweres Fahrzeug entwickeln sollten, das letztlich mit der 8,8 cm Kanone bewaffnet werden sollte, begannen MAN und Daimler-Benz auf Basis ihrer bisherigen Studien ein Fahrzeug der 30 t Klasse zu entwerfen. Genauso wie der Panzer mit der 8,8 cm Kanone (Tiger) letztendlich nicht 45 sondern weit über 50 t wog, nahm auch das Gewicht des Panthers ständig zu, die Ausf. G wog schließlich knapp 45 t. Um dieses Gewicht überhaupt bewegen zu können entwickelte Maybach ab Juni 1941 den HL 210, der dann zum HL 230 weiterentwickelt wurde. Der Prototyp von MAN sollte den HL 210 erhalten, Daimler wollte mit dem MB 507 einen eigenen Motor einbauen.

Um im September 1942 mit der Serienfertigung beginnen zu können, wurden beide Konstruktionen in Windeseile entworfen. Beide Versionen waren mit der KwK 42 L/70 ausgestattet. Außerdem hatten beide Konstruktionen eine Wanne mir abgeschrägten verschweißten Panzerplatten, die miteinander verzahnt waren. Der Daimler-Entwurf hatte eine außen angebrachte Blattfederung, während die MAN-Ausführung eine quer eingebaute Doppeldrehstabfederung besaß. War die Blattfederung leichter zugänglich, so besaß die Doppeldrehstabfederung bessere Federeigenschaften. Wie beim T-34 saß beim "Daimler-Panther" der Turm vorne und die Einstiegsluke war in der Frontpanzerplatte angebracht. Dies wurde durch den Hinterradantrieb möglich. Der Panther von MAN hatte den Antrieb und somit auch das Getriebe vorne. Dementsprechend lag der Turm in der Mitte der Wanne. Beide Versionen verwendeten das von Dipl.-Ing. Kniepkamp erfundene Schachtellaufwerk, wie es auch im Tiger zum Einsatz kam.

 

Der MAN-Entwurf hatte eine größere Reichweite als der von Daimler-Benz, was daran lag, dass er 200 Liter mehr Kraftstoff mitführte. Ausschlaggebend für die Entscheidung den Panther von MAN zu bauen, war aber letztendlich die Tatsache, dass seine Fertigung früher beginnen konnte. Obwohl Hitler die Heckantriebslage des Daimler-Benz-Entwurfs bevorzugte, stimmte er am 14.5.1942 dem Bau des MAN-Panthers zu. Zwei MAN-Panther Versuchsfahrzeuge und ein Daimler-Panther wurden im Rahmen der elften Sitzung der Panzerkommission im November 1942 getestet. Reichsminister Speer fuhr den MAN-Panther 1,5 Stunden und war über dessen Fahreigenschaften sehr zufrieden.

Die ersten drei Wannen der Serienfertigung waren am 4.1.1943 fertig bearbeitet und konnten montiert werden. Die Kapazitätsprobleme und zahlreiche Änderungen, beispielsweise am Getriebe, hatten den Beginn der Serienfertigung im Jahre 1942 verhindert. Am 24.1.1943 trafen die ersten beiden Serienpanther bei der Panzerabteilung 51 ein. MAN, Daimler-Benz, MNH und Henschel fertigten in Serie etwa 850 Panther der Ausführung D. Das Gefechtsgewicht lag nun bei 45 t, was ein Leistungsgewicht von 15,5 PS/t ergab, vorgesehen waren ursprünglich 35 t und 22 PS/t. Alle Serienpanther wurden durch einen 700 PS Motor von Maybach angetrieben (HL 230 P30). D

er Panther war der erste Panzer der eine automatische Feuerlöschanlage hatte. Im Motorraum angebrachte Wärmesensoren lösten bei einer Überschreitung der Temperatur von 160° die Löschanlage aus. An besonders brandgefährdeten Stellen des Antriebssystems sprühten Düsen für sieben Sekunden ein Löschmittel (Kohlenstoff-Chlor-Brom). Allerdings bestand die Gefahr, dass durch hohe Temperatur während des Betriebs die Löschanlage ausgelöst wurde, ohne das ein Brand ausgebrochen war. Deshalb wurde ein Teil der Löschmittelflaschen nicht durch die Automatik, sondern manuell vom Kampfraum aus bedient.

 

Der um 360° drehbare Turm beherbergte die halbautomatische 7,5 cm KwK 42 L/70, die panzerbrechende Hartkernmunition und Sprenggranaten verschießen konnte. Dem Richtschützen stand ein binokulares Turmzielfernrohr zur Verfügung, das Höhenrichtfeld des Kanone betrug -8°/+20°. Durch den hydraulischen Antrieb konnte der Turm in einer Minute um 360° geschwenkt werden. Der Turmantrieb erfolgte durch eine Gelenkwelle, die mit dem Getriebe im Bug des Panzers verbunden war. Während bei den ersten Prototypen die Kommandantenkuppel noch in die Seitenwand einschnitt, war sie bei der Serienpanthern mehr zur Turmmitte verlegt worden. Die Türme der Ausf. D besaßen an der Turmseitenwand noch kreisförmige Verständigungsöffnungen und MP-Öffnungen. Während der Fertigung der Ausf. D wurde in den Turm auch eine Nahverteidigungswaffe eingebaut.



Panther Ausf. A im Panzermuseum Thun

Aufgrund der schnellen Entwicklung und der fehlenden Erprobung hatten die ersten Panther noch ziemliche Probleme hinsichtlich der Standfestigkeit. Vor allem der Motor und das Seitenvorgelege wiesen noch schwerwiegende Mängel auf. Obwohl noch nicht ausgereift nahmen 200 Panzerkampfwagen Panther an der Operation "Zitadelle" bei Kursk im Juli 1943 teil. Bereits nach zwei Tagen waren nur noch 40 Stück einsatzbereit. Viele waren durch technische Defekte ausgefallen und konnten nicht mehr geborgen werden, so dass sie gesprengt werden mussten. Trotz dieser Verluste war die Truppe von der Leistung der neuen Kanone begeistert. Feindliche Panzer konnten nun auf einer Entfernung von 1.500 bis 2.000 m abgeschossen werden.
Im September 1943 wurde die Ausführung A des Panthers vorgestellt. Sie besaß eine neue Kommandantenkuppel mit Kuppelgehäuse, ein monokulares Zielfernrohr und einen Winkelspiegel als Ausblick für den Ladeschützen. Außerdem wurde die MG-Luke in der Wanne durch eine Kugelblende ersetzt. Die MP-Öffnungen im Turm blieben erhalten, während die Verständigungsluke wegfiel. Zum Schutz gegen Hafthohlladungen bekamen die Panther nun auch eine Zimmeritbeschichtung. Ab Oktober 1943 sank der prozentuale Anteil an Verlusten der im Einsatz befindlichen Panther.
Da der Panther II, der den Panther ablösen sollte, vorerst nicht in Serie ging, sollten die Fertigungsvereinfachungen der Panther II-Wanne für den Panther übernommen werden. Der Keil am Hinteren Ende des Ausbaus sollte wegfallen. Die neue Seitenwand sollte aus nur aus einer Panzerplatte bestehen. Dadurch ändert sich die Neigung von 50° auf 60°, was aber durch eine Erhöhung der Dicke von 40 auf 50 mm kompensiert wurde. Um das zusätzliche Gewicht wieder einzusparen wurde die Panzerung des Wannenbodens verringert. Zudem wurde die Fahrersehklappe durch einen Winkelspiegel auf dem Wannendach ersetzt. Die Auspuffanlage erhielt einen Flammendämpfer. Diese Version des Panthers, die Ausführung G wurde im Laufe der Fertigung noch weiter verbessert. So wurde die Walzenblende verändert um zu verhindern, dass Abpraller in das Wannendach einschlugen. Außerdem kam aus Rohstoffgründen ein gummisparendes Stahllaufwerk zum Einsatz. Ein Panther der Ausf. G wurde versuchsweise auch mit einer Schutzbelüftungsanlage versehen und gassicher gemacht.
Ende 1944 begann Daimler-Benz die Ausführung F des Panthers zu entwerfen. In Zusammenarbeit mit Skoda wurde ein völlig neuer Drehturm entwickelt. Er hatte bei gleichgroßem Innenraum eine kleinere Angriffsfläche. Die Panzerdicken dieses "Schmalturm" genannten Turms waren erheblich dicker als die des alten Turms, obwohl das ursprüngliche Gewicht von 8 t nicht überschritten wurde. Die Walzenblende war durch eine Saukopfblende ersetzt worden. In diesen Turm sollte die KwK 44 eingebaut werden, eine KwK 42 ohne Mündungsbremse. Da die Produktion des MG 34 auslaufen sollte, wurde die Sekundärbewaffnung auf das MG 42 umgestellt. Außerdem war ein besseres Turmzielfernrohr und ein leistungsstärkerer Entfernungsmesser geplant. Langfristig sollte der Panther Ausf. F eine stabilisierte Kanone erhalten. Hierzu war einerseits die KwK 43 des Tiger II oder eine KwK 44 mit mechanischer Ladeeinrichtung vorgesehen. Die schon im Panther Ausf. G erprobten IR-Nachtzielgeräte und IR-Scheinwerfer sollte die Ausführung F ebenfalls erhalten. Sobald der neue HL 234 mit 850 PS verfügbar gewesen wäre, hätte man den Panther Ausf. F damit ausgerüstet. Bis Kriegsende wurden bei Daimler-Benz noch einige Fahrgestelle der Ausf. F gebaut und ein Schmalturm wurde auf einem Panther Ausf. G Fahrgestell erprobt.
Der Panther war nach Beseitigung der anfänglichen Mängel und unter Einbeziehung der noch geplanten Verbesserungen für die Ausf. F wohl der beste Kampfpanzer im 2.Weltkrieg. Besonders hervorzuheben sind die Kanone und die gute Frontpanzerung, sowie die Beweglichkeit, die auf dem guten Leistungsgewicht und dem ausgezeichneten Fahrwerk beruhte. Dem entgegenzusetzen sind die mangelnde Standfestigkeit von Motor und Seitenvorgelege, vor allem bei den frühen Versionen. Der Panther war genauso wie der Tiger durch seine starke Kanone und der dicken Panzerung den meisten alliierten Panzern überlegen. Besiegt wurde er letztendlich nicht durch bessere Panzer, sondern durch eine zahlenmäßige Übermacht und die schlechte Versorgungslage während des Krieges.



Die rechte Seite eines Panther Ausf. G (WTS Koblenz)

Bezeichnung des Fahrzeugs: Panzerkampfwagen V "Panther" Ausf. G (Sd.Kfz. 171)
Typ: VK.3002 (MAN)
Hersteller: MAN, Daimler-Benz, MNH
Baujahr: 1944-45
Motor: Maybach "HL 230 P30"
Zylinderzahl, Anordnung: 12, V-Form 60°
Hubraum (ccm): 23.095
Drehzahl, normal/maximal (U/min): 2.500/3.000
Höchstleistung (PS): 600/700
Leistungsgewicht (PS/t): 15,5
Höchstgeschwindigkeit (km/h): Straße 55/Gelände 30
Dauergeschwindigkeit (km/h): Straße 33/Gelände 25
Getriebe: ZF "AK 7-200"
Anzahl der Gänge V/R: 7/1
Federung: Drehstäbe, quer in Doppelanordnung
Länge über alles (mm) : 8.660 (nur Wanne: 6.600)
Breite über alles (mm): 3.270/3.420 mit Schürzen
Höhe über alles (mm): 2.995
Bodenfreiheit (mm): 560
Spurweite (mm): 2.610
Kettenbreite (mm): 660
Anzahl der Glieder pro Kette: 86
Gefechtsgewicht (kg): 44.800
Bodendruck (kg/cm²): 0,88
Kraftstoffvorrat (l): 720
Kraftstoffverbrauch (l/100km): Straße 280/Gelände 700
Fahrbereich (km): Straße 250/Gelände 100
Steigfähigkeit: 30°
Steigfähigkeit in losem Sand: 26°
Kletterfähigkeit (mm): 900
Grabenüberschreitfähigkeit (mm): 1.900
Watfähigkeit (mm): 1.700
Besatzung: 5
Hauptbewaffnung: 1 7,5 cm KwK 42 L/70 (82)
Nebenbewaffnung: 2 7,92 mm MG 34 (4.800 = 32 Gurtsäcke)
1 26 mm Nahkampfgerät (Turmdach)

Panzerung

  Dicke Neigung Durchgangsstrecke
Bug, unten 60 mm 35° 105 mm
Bug, oben 80 mm 35° 140 mm
Seite, oben 50 mm 60° 58 mm
Seite, unten 40 mm 90° 40 mm
Heck 40 mm 60° 46 mm
Boden, vorn 26 mm  
Boden, hinten 17 mm  
Motorraumabdeckung 15 mm  
Kettenschürze 5 mm 90°  
Turmblende 120 mm    
Turmfront 100 mm 80° 102 mm
Turmheck 45 mm 65 ° 50 mm
Turmseite 45 mm 65° 50 mm
turmdach 30 mm  

Panther Ausf. G (WTS Koblenz), gut zu erkennen an der Kugelblende und dem Fahrerperiskop, im Gegensatz zu den Luken der früheren Versionen. Zu beachten ist auch die IR-Anlage an der Kommandantenkuppel mit dem Infrarotzielfernrohr und dem blauen 200 Watt Scheinwerfer.

Das Heck des gleichen Fahrzeugs. Es besitzt bereits die Flammendämpfer an der Auspuffanlage, was gerade für den Nachteinsatz (IR-Anlage) wichtig ist.



Interne Links zum Thema

Bildergalerie

KwK 42

HL 230

Bilder

Filme



Weiterführende Literatur/Links.

Walter J. Spielberger, Der Panzerkampfwagen Panther und seine Abarten, Motorbuch Verlag
Horst Riebenstahl,  Der legendäre Panther, Podzun-Pallas



 

Text by UncleK. Letztes Update:  7. September 2007