Panzerhaubitze 2000



Panzerhaubitze auf dem Marsch in die Feuerstellung

Entwicklung

Mitte der 70er Jahre wurde deutlich, dass die damals in der NATO vorhandenen Artilleriesysteme nicht mehr den Anforderungen des Gefechtsfeldes entsprachen, wenn man Mobilität, Schussweite, Feuergeschwindigkeit und Schutz betrachtete. Außerdem verursachte die große Anzahl unterschiedlicher Systeme und Kaliber einen unnötigen logistischen Aufwand. Mit der leistungsfähigen Feldhaubitze FH-70, die von Großbritannien, Deutschland und Italien entwickelt, gebaut und eingeführt wurde, gelang es, die Anzahl der verwendeten Geschütztypen zu verringern und die Kampfkraft der Artillerieeinheiten zu verbessern. Allerdings brauchte auch dieses System eine relativ lange Zeit, um aus der Bewegung in Feuerbereitschaft zu kommen, und sie bot der Besatzung keinerlei Schutz, was sie besonders verwundbar für die feindliche Raketenartillerie machte. Die Erfolge des FH-70 Programms hoffte man auch auf eine gemeinsam zu entwickelnde Panzerhaubitze übertragen zu können. Diese sollte in der British Army die Panzerhaubitzen M109 und ABBOT sowie die Feldkanone M107, bei der Bundeswehr und den italienischen Streitkräften die PzH M109 ersetzen. Das neue Waffensystem sollte die ballistischen Leistungen der FH-70 mit der Mobilität und dem Schutzniveau der Leopard-Kampfpanzer verbinden. Durch die Verwendung erprobter Bauteile sollte die Entwicklung vereinfacht und die Kosten gesenkt werden. Das Fahrzeug musste eisenbahntransportfähig sein, innerhalb der MLC50-Gewichtsklasse liegen, bereits vorhandene 155 mm Munition verschießen können, Schutz gegen Splitter, Handwaffen und ABC-Kampfmittel bieten, 30 Geschosse mitführen und drei Schuss in 10 Sekunden, sechs in 60 Sekunden und Dauerfeuer von einer Stunde bei zwei Schuss pro Minute leisten können.
1973 wurde eine Regierungserklärung unterzeichnet, und damit offiziell die Entwicklung der als PzH 155-1 bzw. SP-70 bezeichneten Panzerhaubitze eingeleitet. Das Fahrzeug basierte auf einem modifizierten Leopard 1-Fahrgestell, mit einem vom Motor des Leopard 2 abgeleiteten V8 Dieselmotor (MTU 871), und dem in einem Aluminiumturm untergebrachten FH70-Rohr mit einer automatischen Ansetzvorrichtung für die Geschosse, einem im Turmheck angebrachten Geschossmagazin und in der Wanne gelagerten Treibladungen.
Technische Probleme und die daraus resultierenden Verzögerungen führten schließlich zur Aufgabe des Programms. Großbritannien entwickelte daraufhin die AS90 "Braveheart", während in Deutschland die Arbeit an der Panzerhaubitze 2000 begann. Da sich aufgrund des geplanten Beschaffungsumfanges keine nationale Eigenentwicklung lohnte, schloss sich Italien dem PzH2000-Programm an. 70 Fahrzeuge sollen in den Jahren 2005 bis 2008 den italienischen Streikräften zulaufen. Weitere Exporterfolge konnten mit Griechenland (24 Fahrzeuge von 2003 bis 2004) und den Niederlanden (57 Fahrzeuge von 2005 bis 2009) erzielt werden, weitere Staaten haben ihr Interesse bekundet. Die Bundeswehr verfügt zur Zeit über 185 Geschütze, die zwischen Mitte 1998 und Ende 2002 geliefert wurden. Sie sind Ausstattung der Brigadepanzerartilleriebataillone und der Artillerieschule Idar-Oberstein, teilweise getrennt als Turmtrainer und Fahrschulpanzer, oder umgebaut zum Simulator.



Allgemeines

Die PzH2000 ist ein selbstfahrendes, gepanzertes Artilleriesystem. Sie ist das Standardgeschütz der deutschen Brigadepanzerartilleriebataillone, von denen jedes über 24 Geschütze des Musters verfügt. Sie ist zur Zeit eines der leistungsfähigsten Rohrartilleriesysteme der Welt, mit im Vergleich zu den Vorgängern drastisch verbesserter Reichweite, Genauigkeit, Schutz, Mobilität und Autonomie. Sie basiert auf Forderungen der Bundeswehr aus dem Kalten Krieg, weswegen besonderes Augenmerk auf die Fähigkeit zum schnellen Instellunggehen, Feuern und Bewegen, um der feindlichen Artillerie zu entgehen, gelegt wurde. Die Bewaffnung besteht aus einer 155 mm Haubitze L/52 mit vollelektrischem Richtantrieb, einem 7,62 mm Fla-MG (MG 3) und einer Nebelmittelwurfanlage mit acht Bechern. Für Fahrer, Geschützführer und Richtkanonier sind Restlichverstärker-Nachtsichtgeräte vorhanden, die das Fahrzeug voll nachtkampffähig machen. Die Besatzung besteht aus fünf Mann, das Fahrzeug ist aber auch mit nur drei Mann voll kampffähig. Das Fahrwerk besteht aus Leopard-Komponenten und ist ein drehstabgefedertes, hydraulisch gedämpftes Stützrollenlaufwerk mit lebender Endverbindergleiskette. Die vorne eingebaute Motor-Getriebeeinheit leistet 736 kW (1.000  PS), die über ein automatisches, hydromechanisches Schalt-, Lenk- und Wendegetriebe mit 4 Gängen, von denen die ersten zwei auch als Rückwärtsgänge geschaltet werden können, an die Antriebszahnkränze übertragen werden



Versionen

 Panzerhaubitze 2000

1998-2002 erstes Baulos von 185 Geschützen, noch mit manuellem Absperrhahn für Ansetzerbetrieb, Bediengeräten mit normalen Druckstastern, Rechner mit 80286er Prozessor und Betriebssystem Windows 3.11.

 

 Panzerhaubitze 2000A1

Ab 2002 Umrüstung des ersten Bauloses auf neue Rechner mit Pentium III-Prozessoren und Windows 2000 als Betriebssystem, automatischer Regelhahn Betrieb Ansetzer, neue Druckregeldose, die den Betriebsdruck des Ansetzers automatisch einstellt und eine konstante Ansetzkraft ermöglicht. Außerdem Austausch aller Bediengeräte auf Modelle mit Folientastern. Der MK2-Platz wurde mit einem Sicherheitsgurt ausgestattet. 



Besatzung

 Geschützführer (GF)

Führt die Geschützbesatzung, ist für die Kommunikation zuständig, beobachtet das Umfeld, überwacht die Tätigkeit des MK2, feuert ab und ist für die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften zuständig. Für diese Aufgaben stehen ihm das Hauptbediengerät (HBG), mit dem die Hauptfunktionen und Betriebsarten gesteuert werden, das Bediengerät Geschützführer (BGGF), mit dem vor allem die Kommunikation, die Munitionsverwaltung und die Fehlerüberwachung abgewickelt werden, und das Kommandantenrundblickperiskop PERI RTNL 80 (Rundblick, Tag-, Nachtkanal, Laserentfernungsmesser) zur Verfügung. Sein Platz ist hinten rechts im Turm. Dieser Dienstposten ist üblicherweise mit einem Feldwebel besetzt.

 

 Richtkanonier (RK)

Im normalen Betrieb überwacht der RK lediglich die Waffenrichtanlage, da das Richten vollautomatisch erfolgt. Der RK kann aber das Geschütz auch per manueller Steuerung über den Richtgriff oder über die Handantriebe richten. Außerdem ist er für das Zielen im direkten Richten zuständig. Dafür stehen ihm das Panzerzielfernrohr TN 80 und der Richtgriff RK zur Verfügung. Zur Überwachung stehen ihm das Bediengerät Richtkanonier BGRK, der Turmlageanzeiger und manuelle Instrumente zur Verfügung, außerdem das PERI R19, das bei Ausfall der automatischen Ausrichtung zum Einmessen in den Richtkreis benutzt wird. Der RK ist des Weiteren stellvertretender Geschützführer, dieser Posten wird daher normalerweise von einem längerdienenden Mannschaftsdienstgrad (z.B. FWDL) bekleidet. Der RK ist zusammen mit dem MK2 für das Beladen zuständig und sitzt vor dem GF rechts vorne im Turm.

 

 Munitionskanonier 1 (MK1)

Der MK1 überwacht und bedient das pneumatische System der PzH und sichert auf dem Marsch mit dem über seiner Luke angebrachten Fliegerabwehr-MG (MG 3 7,62 mm). Sein Platz ist vorne links im Turm.

 

 Munitionskanonier 2 (MK2)

Ist vor allem für das Einlegen der Treibladung und das Schließen des Verschlusses zuständig. Außerdem stellt er die Geschosszünder bei Ausfall der automatischen Tempiereinrichtung von Hand ein, belädt das Geschütz und überwacht das Magazin mit dem Bediengerät MK. Der MK2 sitzt hinten links im Turm.

 

 Fahrer (MKF)

Fährt das Geschütz, ist für die Überwachung des Triebwerkes, der Zurrung und der Wanne zuständig, sowie für den Betrieb des Stromerzeugeraggregates. Dafür steht ihm das allgemeine Bediengerät ABG zur Verfügung. Sein Platz ist vorne rechts neben dem Motor.



Platz des MKF

Technik

Waffenanlage

Die Hauptwaffe des Geschützes ist die 155 mm L/52 Haubitze von Rheinmetall. Die Gesamtlänge mit Bodenstück beträgt 9.129 mm. 

 

 Bodenstück

Das Bodenstück, in dem der automatisch öffnende Hubkeilverschluss eingebaut ist, wiegt allein schon ca. 1.000 kg, der Verschlussblock ca. 175 kg. Darin eingebaut ist das Primer- oder Treibladungsanzündermagazin mit einer Kapazität von 32 Stück, die zum Zünden der Treibladung über den Zündkanal dienen, die Ringliderungseinrichtung, bestehend aus Bodenring, Sicherung und Liderungsring, mit der die Kammer abgedichtet wird, und die Kammer selber, in der die Treibladung verbrennt - sie hat ein Volumen von 23 l und kann alle NATO-Treibladungen aufnehmen, seien es Beutel, Stangen oder Module. Am Bodenstück sind auch die zur Bedienung nötigen Hebel angebracht:
- Handöffnerhebel, zum manuellen Öffnen des Verschlusses
- Kipphebel, die mechanische Sicherung des Handöffnerhebels
- Keilschließhebel zum Schließen des Verschlusskeils
- Wiederspannhebel, zum manuellen Spannen des Schlagbolzens
- Hebelabfeuersicherung



Bodenstück, der geöffnete Verschlusskeil mit Treibladungsanzündermagazin ist gut zu sehen

Treibladungsanzündermagazin

 Wiege- und Rücklaufsystem, Höhenrichtsystem

In Feuerrichtung links oben und rechts unten neben der Kanone befinden sich die hydraulischen Rohrbremsen, links unten der pneumatische Rohrvorholer, der mit einer Stickstofffüllung arbeitet und das Rohr nach dem Zurücklaufen wieder nach vorne bringt. Sie verbinden die Waffe über die Schildzapfen mit dem Turm. An der Wiege ist auch der Höhenrichtkranz angebaut, eine Art Zahnkranz, über den die Waffe erhöht wird. Ein elektrischer Servomotor ist mit diesem über ein Getriebe verbunden und richtet das Rohr normalerweise aus - bei einem Ausfall des Motors kann der RK aber auch über eine am Getriebe angebrachte Handkurbel richten. Zusätzlich sind hier die gepanzerte Walzenblende und der Splitterschutz angebracht. Hinter der Waffe an der Turmdecke befinden sich die zwei pneumatischen Höhenrichtausgleicher, die das Rohr in der gerichteten Position halten und die Richtkraft ausgleichen, d.h. man benötigt immer die gleiche Kraft um das Rohr zu richten. Sie arbeiten mit Pressluft unter einem Druck von rund 100 bar, und sind über zwei große Rollenketten mit der Wiege verbunden. Die Wiege ist eine ABC-dichte Jackenwiege, die von OTO-Melara hergestellt wird. Der rücklaufende Teil des Rohres, die sogenannte Gleitbuchse, wird durch einen Faltenbalg, der bis zum Rauchabsauger reicht, vor Verschmutzung geschützt. Während der Fahrt wird das Rohr durch die automatische Zurrgabel fixiert, da sonst Schäden an der Richtanlage auftreten würden.



Die Zurrgabel bei entzurrtem Rohr

 Rohr

Das Rohr im Kaliber 155 mm ist ein 8,69 m langes, hartverchromtes Vielzugrohr (60 Züge, Rechtsdrall). Das Rohr ist autofrettiert, d.h. das gehärtete Rohrinnere ist von einem vorgespannten Mantel aus angelassenem und damit zähen Stahl umgeben - das Rohr kann so sehr leicht und haltbar hergestellt werden. Es ist mittels eines Teilgewindes im Bodenstück verankert und kann schnell ausgewechselt werden. Weiter vorne am Rohr befindet sich der Rauchabsauger, der über Bohrungen im Rohr dafür sorgt, dass nach dem Schuss der Rauch aus dem Lauf nach vorne ausgeblasen wird und nicht in den Kampfraum gelangt. An der Mündung befindet sich die hochwirksame 12-Kammer Mündungsbremse, die ein Drittel des Rückstosses durch Gasumlenkung kompensiert.

 

 Liderungseinrichtung

Da bei der 155 mm Artillerie keine Hülse wie bei kleineren Geschützen oder Panzerkanonen verwendet wird, die normalerweise einen gasdichten Abschluss des Verschlusskeils sicherstellen würde, verfügt die Haubitze über eine sogenannte Ringliderungseinrichtung. Ein Ring am Ende der Kammer übernimmt hier die Funktion des Hülsenrandes. Durch den Gasdruck der Treibladungsexplosion wird er gegen den Verschlusskeil und die Kammerinnenwand gedrückt, und verhindert das Austreten von Verbrennungsgasen in den Kampfraum. Da die Belastung sehr hoch ist, ist sowohl der Ring an sich, von dem zwei weitere als Reserve mitgeführt werden, als auch der Teil der Kammer, in den er eingesetzt wird, der sogenannte Bodenring, auswechselbar.



Liderungseinrichtung

Automatischer Munitionsfluss

Der gesamte Munitionsfluss, d.h. die Bewegung des Geschosses von der Lagerposition in die Hauptwaffe läuft bei der PzH2000 automatisch ab, nur die Treibladungen werden vom MK2 eingelegt. 

 

 Magazin

Hier wird die gesamte Kampfbeladung von 60 Geschossen verstaut, im Gegensatz zu einem Kampfpanzer gibt es keine Bereitschaftsmunition, da die gesamte Munition jederzeit erreichbar ist, ohne dass per Hand umgelagert werden müsste. Der Computer sortiert die Geschosse schon beim Beladen so, dass immer ein Geschoss jeder Sorte erreichbar ist. Falls nötig, sortiert der Geschosstransporter die Geschosse automatisch neu, etwa wenn sehr viele eines Typs verschossen wurden und keine mehr erreichbar sind. Die Geschosse stehen senkrecht in sternförmig angeordneten Schächten wo sie von automatischen Klammern festgehalten werden. Zwei Schächte, die Schiebeschächte, sind beweglich, um den Raum im Geschütz besser ausnutzen zu können - zum Beladen/Entladen werden sie automatisch in die Ladeposition bewegt. Weitere Schächte sind abgewinkelt, das letzte Geschoss wird von einer Schwenkeinrichtung sozusagen "um die Ecke" gelagert. Bis auf die Schiebeschächte arbeiten alle anderen Schächte rein mechanisch, d.h. nur über Federn und Steuerzapfen die vom Geschosstransporter betätigt werden.

 

 Geschosstranporter (GT)

In der Mitte des Magazins ist ein drehbarer Manipulator eingebaut, der Geschosstransporter (GT). An seiner Vorderseite befindet sich ein Greifer, der ein Geschoss packt, um es aus oder in einen Magazinschacht zu befördern. Dazu kann der GT sich nach vorne/hinten bewegen. Außerdem kann der Greifer ein Geschoss von der senkrechten in eine waagrechte Lage schwenken und im Schacht anheben, um es zu entriegeln. Der GT arbeitet rein elektrisch, oder, sollte dies nicht möglich sein, durch Muskelkraft der Kanoniere.



Geschosstransporter

 Transportschiene (TS)

Unter der Turmbühne befindet sich die sogenannte Transportschiene - sie ist für den Transport des Geschosses vom Magazin zum Geschossübergabearm (GÜBA) zuständig, kann aber zum Beladen von außen auch Geschosse vom Heck des Fahrzeugs zum GÜBA oder ins Magazin befördern. Sie ist drehbar gelagert, und funktioniert so unabhängig von der Drehung des Turmes. Das Geschoss wird entweder im Magazin vom GT oder am Heck von Hand waagrecht in die TS eingelegt und dann durch Drehung und Teleskopierung zum GÜBA befördert, dort aufgerichtet und in den GÜBA eingelegt. Auch die TS arbeitet elektrisch, ein manueller Betrieb ist nicht möglich. Im Falle eines Ausfalles gibt es aber als Ersatz eine Rollenbahn/Gleitschiene und eine sogenannte Wippe. In der Mitte der TS befindet sich der Schleifringüberträger, der Strom und Daten von der Wanne in den Turm leitet. Des Weiteren ist hier die automatische Tempiereinrichtung eingebaut.



Die Transportschiene

 Geschossübergabearm (GÜBA)

Der GÜBA ist an den Schildzapfen angebaut und transportiert das Geschoss von der TS bis in die Ladeposition und setzt es dort an, d.h. die Ladeschale mit dem Geschoss wird von einem Pneumatikzylinder beschleunigt, das Geschoss gleitet durch seine Trägheit in die Kammer, so dass sich das Führungsband des Geschosses in die Züge presst und fest sitzt. Falls die Steuerung ausgefallen sein sollte, kann der Ansetzer auch manuell ausgelöst werden. Die Wucht des Ansetzens ist so groß, dass man es sogar bei laufendem Motor von außen hört. Der GÜBA arbeitet unabhängig von der Rohrerhöhung, das Rohr braucht also nicht in eine Ladeposition geschwenkt werden. Der GÜBA wiegt rund 350 kg, und füllt beim Hochschwenken (in Sekundenbruchteilen), den größten Teil des Raumes im Turm aus, weswegen insbesondere der MK2 beim Laden auf der Hut sein muss.



Geschossübergabearm

 Treibladungsmagazin

Im Turmheck befindet sich das Treibladungsmagazin. Drei explosionssichere Schiebetüren, jeweils mehrere Zentimeter dick, trennen die 48 Treibladungsschächte vom Kampfraum ab, in denen entweder 48 Beutel- bzw. Stangentreibladungen oder 288 Treibladungsmodule verstaut werden können. Außerdem gibt es Halterungen für zwei weitere Treibladungsanzündermagazine, einen von innen zugänglichen kleinen Stauraum, und einen nur über das Turmdach zu erreichenden weiteren Stauraum für persönliche Ausrüstung. Die Sicherheitstüren schützen die Besatzung in Verbindung mit zwei Austrittsöffnungen im Magazinboden (Blow-Out Panels) bei einem Treffer im Magazin vor der Wirkung der Treibladungsexplosion, ähnlich wie in modernen Kampfpanzern. Aus diesem Grund dürfen die Türen nie offen gelassen werden.



Blick in das geöffnete Treibladungsmagazin, die Schutztüren sind hier nicht zu sehen

 Ablauf eines kompletten Ladevorgangs

Der Geschosstransporter dreht sich zu einem Schacht des Magazins, in dem sich das gewünschte Geschoss befindet, fährt nach vorne und greift das Geschoss, fährt wieder zurück, dreht sich zur Transportschiene, dreht das Geschoss in eine waagerechte Position und lässt es in die TS fallen. In der TS befinden sich zwei Klammern, die das Geschoss fixieren. Falls nötig programmiert die automatische Tempiereinrichtung den Zünder, und die TS dreht sich zum GÜBA, der schon in die Übernahmeposition geschwenkt ist, d.h. er steht jetzt senkrecht unter der Hauptwaffe. Die TS stellt das Geschoss jetzt in den GÜBA, der es daraufhin ebenfalls mit zwei Klammern sichert und in Ladeposition hinter den Verschluss schwenkt. Dann wird das Geschoss durch den Pneumatikzylinder im GÜBA in die Kammer gerammt (angesetzt) und der GÜBA schwenkt wieder nach unten. Jetzt muss der MK2 nur noch die Treibladung einlegen, den Verschluss schließen, und es kann gefeuert werden.



GÜBA beim Ansetzen

Panzerhaubitze in Feuerstellung

Sprenggranaten mit Aufschlagzünder im Magazin

Panzerhaubitze in Feuerstellung

Waffenpositionierungsanlage

Die hohe Genauigkeit der PzH von 1' (eine Winkelminute, das sind nur 40 Meter Abweichung auf 40 Kilometer) wird durch ein aufwendiges System erreicht, das die Lage der Waffe im Raum genauestens feststellt und in Verbindung mit Daten über Wetter, Pulver- und Rohrtemperatur eine genaue Feuerleitlösung errechnet. Um die Lage der Waffe im Raum festzustellen, verfügt die PzH über folgende Systeme:

 

 GPS

Das satellitengestützte Global Positioning System GPS - ein militärischer Standard-GPS-Empfänger vom Typ PLGR, der im Fahrzeug eingebaut und an eine Außenantenne angeschlossen ist (der kleine "Pilz" vorne rechts am Turm). Es ermöglicht eine genaue Bestimmung der Lage des Fahrzeuges im Raum.



GPS-Empfänger, Spannungsanzeige, Sichtblock und andere Bediengeräte

 Kurs-Lage-Gerät

Das Kurs-Lage-Gerät - ein Trägheitsnavigationsgerät bestehend aus drei Laserkreiseln. Bei gezurrtem Rohr funktioniert es wie ein normales Trägheitsnavigationssystem und dient als Zusatz zum GPS. Bei entzurrtem Rohr allerdings stellt es die absolute Lage des Rohres im Raum (nicht zur Wanne) fest, wodurch auch bei schräg stehendem Fahrzeug genau gefeuert werden kann. Es ist fest mit dem Rohr verbunden, und überprüft nach jedem Schuss die Lage aufs Neue.

 

 Weggeber

Der Weggeber misst anhand der Kettenbewegung wie weit sich das Fahrzeug bewegt.

 

 V0-Messgerät

Über dem Rohr befindet sich ein Dopplerradar, das die Geschwindigkeit der Granaten nach dem Verlassen des Rohres misst. Die Daten aller Schüsse werden im Computer erfasst und gehen in die Berechnungen für den nächsten Schuss mit ein.



 Temperaturen, Wettermeldung

Andere Einflüsse werden am Fahrzeug erfasst oder von externen Quellen übernommen:
- die Pulvertemperatur wird von der Besatzung von Hand mit einem herkömmlichen Thermometer im Treibladungsmagazin gemessen.
- die Rohrtemperatur wird von einem Sensor gemessen und direkt an den Computer weitergemeldet.
- die Wettermeldung liefert der Heereswetterdienst oder ein Einschiessen.

Aus all diesen Daten errechnet das Führungssystem "ADLER" (Artillerie Daten-Lage-Erfassungs-Rechnerverbund) oder der Feuerleitcomputer MICMOS 32 der PzH selbst eine Feuerleitlösung. Für die Kommunikation stehen zwei Funkgeräte SEM52SL zur Verfügung, eins für Daten-, eins für Sprechfunk. 

Fahrzeug

 

 Konzept

Das Fahrgestell ist ein konventionelles Kettenfahrgestell mit vorne eingebautem Dieselmotor, drehstabgefedertem Laufwerk mit Stützrollen und Frontantrieb, hydromechanischem Getriebe und Panzerung in Vollstahlbauweise. Im Vergleich zur M109 konnte der spezifische Bodendruck gesenkt und das Verhältnis von Gewicht zu Leistung verbessert werden.

 

 Motor

Das Fahrzeug wird von einem MTU-Dieselmotor mit Common-Rail Direkteinspritzung, Abgasturboaufladung und Ladeluftkühlung angetrieben. Der Achtzylinder V-Motor (90°) MT881 Ka-500 mit einem Hubraum von ca. 18,3 l aus der MTU 880er Reihe hat 735 kW/1.000 PS und ein Drehmoment von 3.000 Nm bei 2.000 U/min, einen Hub von 140 mm und eine Bohrung von 144 mm. Die maximale Drehzahl liegt bei 3.000 U/min. Der Generator hat eine Leistung von 22,4 kW, für den Notfall ist ein Notgenerator mit 400 W eingebaut, mit dem der Motor noch eine Weile weiter betrieben werden kann, er versorgt die Motorelektronik. Pro Zylinderbank sind ein Turbolader und ein Ladeluftkühler vorhanden. Der Motor ist nicht vielstofffähig und für das hohe Gewicht der PzH (besonders nach Ansicht der Besatzungen) zu leistungsschwach. Zwar kann eine gute Endgeschwindigkeit von mehr als 62 km/h erreicht werden, aber in schwerem Gelände, beim Wenden und an Steigungen fällt das Leistungsdefizit im Vergleich zu Fahrzeugen der Leopard 2-Familie mit ihren großvolumigen V12 Dieselmotoren auf. Vom praktischen Standpunkt aus gesehen ist die Mobilität für ein Artilleriegeschütz aber gut ausreichend und im internationalen Vergleich auch ungeschlagen. Motor und Getriebe sind zu einer Einheit verblockt, die nach Trennung einiger Anschlüsse und der Schiebemuffen zu den Antriebszahnkränzen in Minutenschnelle ausgebaut werden kann, nachdem die Motorhaube abgebaut wurde. Acht 12 V Gelbatterien für die Stromversorgung, die vom ABG des Fahrers alle einzeln überwacht werden, liefern die nötige Energie. Sie können auch über das Hilfsaggregat aufgeladen werden. Eine Hydraulikanlage ist ebenfalls vorhanden, mit ihr werden die Zurrgabel, die Lenzpumpen und die Höhenverstellung des Fahrersitzes betrieben.



Kaltstart nach längerer Standzeit im Winter

Getriebe

Renk HSWL 284 C 4-Gang Automatikgetriebe in T-Bauweise. Die vier Gänge könnten sowohl als Vorwärts-, und Rückwärtsgänge geschaltet werden, für die Rückwärtsfahrt sind die zwei höchsten aber blockiert. Das Getriebe wiegt 2.150 kg.

 

Laufwerk

Das Laufwerk besteht aus sieben Laufrollen pro Seite, die in einem 4er und einem 3er Block angeordnet sind. Die Drehstäbe, einer pro Rolle, reichen über die gesamte Breite des Fahrzeuges, und sind ca. 5 cm dick. Zusätzlich sind einige Laufrollen mit hydraulischen Stoss- und Anschlagsdämpfern ausgestattet. Die Umlenkrollen im Heck können verschoben werden, um die Kette zu spannen, sie sind vom Durchmesser etwas kleiner als die Laufrollen. Die Antriebszahnkränze vorne übertragen die Kraft vom Motor auf die Ketten. Sie sind über Schiebemuffen mit dem Getriebe verbunden, die schnell getrennt werden können um den Ausbau des Motors zur ermöglichen.




Kette nach Bewegung im Gelände

Pneumatische Anlage

Die pneumatische Anlage wird von einem 2,7 kW Kompressor, der sich vorne links im Turm auf einem Auszug befindet, mit 200 bar Druckluft versorgt. Vier 15 Liter fassende Druckluftflaschen befinden sich direkt darunter, der sogenannte Hauptspeicher, der in zwei Module aus jeweils zwei Flaschen aufgeteilt ist. Eine zusätzliche Reserveflasche ist im Innenraum vor dem MK1 eingebaut. Die Druckluft wird für den Ansetzer benötigt. Die Rücklaufbremsen und der Rohrvorholer sind mit einem Stickstoffgemisch gefüllt, und nicht mit der Bordpneumatik sondern mit eigenen Speichern vor dem RK verbunden. Sie können nur in der Instandsetzung gefüllt werden. In ABC-kontaminiertem Gebiet wird der Kompressor über den Innenraum mit ABC-gefilterter Luft versorgt. Alle Komponenten der Anlage sind über den Armaturenblock miteinander verbunden. Selbst bei Ausfall des Kompressors kann mit der in den Speichern vorhandenen Druckluft die gesamte Kampfbeladung verschossen werden.



Armaturenblock der ersten Generation

Hilfsaggregat

Links im Wannenheck befindet sich ein Stromerzeugeraggregat SEA 1,9 kW auf einem Auszug. Es kann entweder ausgezogen oder eingeschoben betrieben werden. Dazu muss nur die hintere Klappe geöffnet werden, um den Auspuff freizumachen und das Aggregat ankurbeln zu können. Eine seitliche Klappe ermöglicht den Zugriff auf die Bedienelemente. Das Aggregat wird von einem Hatz 1-Zylinder Dieselmotor angetrieben, es ist normalerweise über einen Schlauch mit Schnellkupplung an den Dieseltank der Haubitze angeschlossen.

 

ABC-Schutzbelüftungsanlage

Das Fahrzeug verfügt über eine ABC-Schutzbelüftung rechts hinten in der Wanne, die Außenluft ansaugt, filtert und damit im Innenraum bei geschlossenen Luken einen Überdruck von 4 oder 8 mbar erzeugt. Kampfstoffe können dann nicht mehr ins Innere eindringen. Außerdem vermindert sie beim Feuern das Eindringen von Rauch. Die Filter sind über die Luke rechts am Heck schnell austauschbar.

 

Waten

Zum Durchqueren von Gewässern ist die Haubitze watfähig. Bis zu einer Wassertiefe von 1,1 m ist dazu keine Vorbereitung nötig, darüber bis zu einer Wassertiefe von 1,5 m muss die Tauchhydraulik benutzt werden. Um zu verhindern, dass das Wasser in den Ansaugtrakt des Motors gelangt, wird dieser hydraulisch verschlossen und die Luft über eine Klappe im Motorraum durch den Kampfraum angesaugt. Tieferes Waten wie etwa beim Leopard 2 ist nicht möglich, da der Turmdrehkranz nicht über eine entsprechende Abdichtung verfügt. Die Tauchhydraulik kann aus Sicherheitsgründen nur bei geöffneter und eingerasteter MK1-Luke aktiviert werden.

 

Bahnverladung

Für die Bahnverladung müssen das Periskop und die Antennenfüße abgesenkt und teilweise die Abschleppstange entfernt werden,

um die Transitmaße einzuhalten.



Abgesenktes Kommandantenrundblickperiskop

Panzerhaubitze auf einem Eisenbahnwaggon

Einsatz

Die Haubitzen operieren zugweise in einem zugewiesenen Verfügungsraum. Zur Zeit wird noch ein auf den Einsatzgrundsätzen der Feldhaubitze bzw. Panzerhaubitze M109 basierendes System verwendet, bei dem den Geschützen genaue Feuerstellungen und gedeckte Aufstellungen vorgegeben werden. Dies erleichtert die Führung und soll dem Eigenschutz dienen. Die Fahrzeuge stehen getarnt in der gedeckten Aufstellung, bis ein Feuerbefehl kommt, fahren in die Feuerstellung, schießen und fahren in eine neue Aufstellung. In Zukunft wird man die Möglichkeiten der PzH2000 besser ausnutzen. Die Fahrzeuge werden sich dann ohne spezifische Führung von oben im Verfügungsraum bewegen. Sobald ein Feuerkommando eintrifft werden sie anhalten, feuern und wieder eine neue Position einnehmen. Feindliche Aufklärung und gezieltes Counter-Battery-Feuer werden so enorm erschwert. Selbst der Zugführer hat dann keinen Überblick darüber, wo seine Haubitzen gerade genau sind. Theoretisch wäre es noch nicht einmal mehr notwendig, dass die Geschütze zugweise unterwegs sind - aus Gründen des Eigenschutzes und der Sicherheit wird dies aber beibehalten. Die Geschütze können sich so gegenseitig unterstützen.



Panzerhaubitze in gedeckter Aufstellung

Feuerstellung auf offenem Feld

Selbstverteidigung

Panzerhaubitzen können sich recht gut selbst verteidigen. Die Panzerung aus Panzerstahl schützt die Besatzung der PzH 2000 in Kombination mit dem innenliegenden Spall-Liner vor Munition aus Maschinenwaffen bis hin zu panzerbrechenden Geschossen des Kalibers 14,5x114 mm. Jedes Besatzungsmitglied verfügt entweder über ein G36 (Kanoniere) oder eine MP2 (Fahrer und Geschützführer). Zusätzlich sind noch das Fliegerabwehr-MG und einige Handgranaten vorhanden. Falls gepanzerter Feind auftreten sollte, etwa ein feindlicher Spähtrupp oder Luftlande-Panzer, kann sich die Haubitze mit ihrer Hauptwaffe verteidigen. Da im direkten Richten mit maximaler Ladung geschossen wird, kann die PzH 2000 in Verbindung mit ihrer hohen Feuergeschwindigkeit auch recht empfindlich austeilen - immerhin erreichen die rund 43 kg schweren Geschosse mit 6. MTLS Ladung zum Teil Mündungsgeschwindigkeiten von etwa 1.000 m/s. Jedoch kann die Haubitze nur aus dem Stand feuern, und ihre Panzerung bietet keinerlei Schutz vor größerkalibrigen Kanonen und Flugkörpern. Falls es also nicht gelingt, den Feind durch überraschendes Feuer auszuschalten, sieht es - umgangssprachlich ausgedrückt - ziemlich düster aus. Deutlich besser ist die Lage, wenn der Feind keine Kampftruppen auf Nahdistanz sind, sondern die feindliche Artillerie. Durch den adaptiven Dachschutz, eine zusätzliche Lage Stahl mit reaktiver Panzerung, der in einer kleinen Distanz zur Dachpanzerung montiert wird, sind sie vor Beschuss durch Bomblett-Munition geschützt, wenn der Feind versucht, durch großflächigen Beschuss die nicht eindeutig georteten Fahrzeuge auszuschalten. Falls die Hubitzen durch Radarverfolgung der Geschosse aufgeklärt werden, sind sie in der Regel schon wieder aus ihrer Stellung verschwunden, wenn das feindliche Feuer dort einschlägt. Die Abwicklungszeit für ein Feuerkommando dauert normalerweise nur ein bis zwei Minuten, was ungefähr der Flugzeit der feindlichen Geschosse entspricht. Dazu kommt noch die Zeit für die Vermessung der Geschossflugbahnen und die Feuerleitung. Darüber hinaus hat die PzH 2000 gegenüber den meisten anderen Artilleriegeschützen einen Reichweitenvorteil.



Die Gewehre G36 der Kanoniere, gut zu sehen die Höhenrichtausgleicher

Flugabwehrmaschinengewehr MG 3

Ausbildung

Zur Ausbildung der Geschützbesatzungen stehen mehrere Simulationsmöglichkeiten zur Verfügung. 

 

 Ausbildungsimulator Feuerkampf (ASF)

Die einfachste Form der PzH-Simulation. Dazu wird ein zusätzlicher Rechner (Micmos-Light) zwischengeschaltet, ein Magnetsensor am Bodenstück angebracht, der Verschlusskeil blockiert und ein Treibladungs-Dummy mit integrierten Lautsprechern eingebaut. Damit können alle Funktionen des Munitionsflusses mit und ohne Geschosse sowie das Feuern ohne Geschosse simuliert werden. Normalerweise werden keine Geschosse benutzt, die Möglichkeit besteht, etwa zum Üben des Beladevorgangs, trotzdem. Vor allem dient die Anlage aber, wie der Name schon sagt, der Ausbildung im Feuerkampf. Das Einfahren in die Feuerstellung etc. erfolgt wie beim echten Einsatz auch, doch anstatt ein echtes Geschoss anzusetzen simuliert der GÜBA den Ansetzvorgang nur. Dder Kanonier drückt auf Tasten links und rechts am Dummy, was das Greifen einer TL darstellen soll, tut so, als würde er die virtuelle TL in die Kammer schieben, löst dabei mit einem Magnetarmband den Sensor am Bodenstück aus, meldet dem Computer die Bereitschaft zu feuern und aus den Lautsprechern ertönt elektrischer Feuerlärm. Etwas seltsam, aber praktisch, da für alle Geschütze solche ASF vorhanden sind. Das Nachrüsten dauert nur ein paar Stunden.

 

 Simulatorgeschütz Kurzrohr

Bei einem Geschütz pro Bataillon wird das normale Rohr durch ein kurzes Glattrohr ersetzt, zusätzlich wird ein externer Simulationsrechner an den Bordrechner angeschlossen. Mit speziellen Geschossen kann jetzt der Munitionsfluss inklusive Ansetzen vollständig simuliert werden. Statt das Geschoss aber in die Züge eines konventionellen Rohres zu rammen, lässt die Wucht das Geschoss durch das Kurzrohr hindurch in eine an dessen Mündung angebrachte Fangeinrichtung rutschen. Die Fangeinrichtung hat eine Kapazität von 8 Geschossen, danach muss sie mit Hilfe eines Hubwagens entladen werden. Dieser Simulator lässt sich dank des externen Rechners besser steuern und überwachen, außerdem ist der ganze Vorgang mit den wenn auch inerten Geschossen wesentlich realistischer als die Ausbildung mit dem ASF.



Blick auf das Kurzrohr mit Geschossfangeinrichtung

 Turmsimulator

Ein PzH-Turm der fest in einem Sockel eingebaut ist. Dient an der Artillerieschule zur Ausbildung.

 

 Fahrschulpanzer

Ein PzH-Fahrgestell mit Fahrlehrerkabine und Ballast anstatt des Turmes, außerdem mit Rohratrappe aus Blech. Ebenfalls an der ArtSchule bzw. in Baumholder zur Fahrerausbildung im Einsatz.



Zukunft

Die PzH 2000 befindet sich grade erst am Anfang ihrer Nutzungsdauer. Zukünftige Verbesserungen könnten eine Steigerung der Feuergeschwindigkeit durch neue 48 V-Motoren, neue Computer (etwa zur digitalen Kartendarstellung), ein automatisches Treibladungsmagazin oder gar einen vollautomatischen Treibladungslader, eine Klimaanlage, ein stärkeres Powerpack mit 880 kW und fünf Vorwärtsgängen, Selbstschutzsysteme oder Zusatzpanzerung umfassen.



Bezeichnung des Fahrzeugs: Panzerhaubitze 155-2 (Panzerhaubitze 2000)
Typ: selbstfahrendes, gepanzertes Artilleriesystem
Hersteller: Krauss-Maffei Wegmann GmbH & Co KG
Baujahr: ab 1998
Motor: MTU 881 Ka-500
Zylinderzahl, Anordnung: 8, 90° V
Hubraum: 18.300 cm³
Drehzahl: 3.000 U/min
Höchstleistung: 736 kW/1.000 PS
Leistungsgewicht: 13,4 kW/t
Höchstgeschwindigkeit: Straße 62 km/h
Gelände 45 km/h
Getriebe (Gänge): Renk HSWL 284C, (4 Vorwärts, 2 Rückwärts)
Federung: Drehstäbe, mit hydraulischen Stoßdämpfern und Endanschlägen
Länge über alles: 11.690 mm
Breite über alles: 3.540 mm
Höhe über alles: 3.430 mm
Rohrlänge: 8.690 mm
Gefechtsgewicht: 55 t (inklusive adaptivem Dachschutz)
Kraftstoffvorrat: 1.000 l
Fahrbereich: 420 km
Steigfähigkeit: 60%
Querneigung: 30%
Kletterfähigkeit: 1100 mm
Grabenüberschreitfähigkeit: 3000 mm
Watfähigkeit: 1.100 mm ohne, Tiefwaten 1.500 mm mit Vorbereitung
Besatzung: 5
Panzerung: Panzerstahl, Spall-Liner
Hauptbewaffnung: 155 mm Haubitze L/52 (60 Schuss)
Sekundärbewaffnung: 7,62 mm FlaMG MG3 (1.200 Schuss)
Produktionszahlen (Lieferzeitraum): Deutschland 185 (1998 - 2002)
Italien 70 (2005 - 2008)
Niederlande 57 (2005 - 2009)
Griechenland 24 (2003 - 2004)

Panzerhaubitze in gedeckter Aufstellung



Interne Links zum Thema

Download - Filme

Forenthread



 

Text by harmlos; Korrektur: UncleK. Letztes Update: 23. December 2007