Maybach HL 120



Der HL 120 bewährte sich auch in Russland, wo große Entfernungen zurückgelegt wurden. Das Bild zeigt den Ausbau des Maybach-Motors zur Reparatur.

Der HL 120 war die Hauptursache für das große Vertrauen, das die Truppe in die Motoren der Firma Maybach hatte. Sämtliche Fahrgestelle der Panzer III und IV wurden ab 1939 mit ihm ausgerüstet. Er war sehr zuverlässig und hatte eine relativ lange Lebensdauer. Das weitgehend identische Vorgängermodell HL 108 wurde schon seit 1936 benutzt, und hatte bei 10,8 Liter Hubraum 14 kW weniger. Durch den Einbau anderer Kolben und Laufbuchsen konnte es auf die Leistung seines Nachfolgers angehoben werden. Vom HL 120 wurden bis Kriegsende circa 40.000 Stück gebaut, somit war er der am häufigsten eingebaute deutsche Panzermotor. Nach dem Krieg war er in von anderen Staaten benutzten deutschen Panzerkampfwagen bis in die 60er Jahren im Einsatz.
Im Gegensatz zum HL 230 hatte der HL 120 noch nebeneinander auf der Kurbelwelle liegende Pleuellager. Die aus einem Teil bestehende Scheibenkurbelwelle bestand aus "Scheiben", die in Rollenlagern liefen und den dazwischenliegenden Hubzapfen. Währen die Pleuellager durch Drucköl geschmiert wurden, benötigten die Rollenlager nur Spritzöl. Der Motor besaß pro Zylinderreihe eine obenliegende Nockenwelle welche über Schwinghebel die Ventile steuerte. Wie alle Maybachmotoren hatte auch der HL 120 eine Wasserkühlung die aus einem Überdruck-Kühlsystem mit Wasserpumpe und Kühlwasserausgleichsbehälter bestand. Die Schmierung des Motors erfolgte durch ein "Trockensumpf"-System, um zu verhindern, dass der Motor im Gelände "trocken lief". Das in die Ölwanne abfließende Öl wurde mittels zweier Absaugpumpen in einen am Motor angebrachten Ölvorratsbehälter gepumpt. Von dort wurden die Schmierstellen mit Drucköl versorgt. Zwei Pumpen mit vorgeschaltetem Kraftstofffilter versorgten den Vergaser mit Kraftstoff. Als Vergaser kamen zwei Solex Doppel-Fallstrom-Geländevergaser zum Einsatz.
Die Stromversorgung geschah durch einen mit drei Keilriemen angetrieben 600-Watt-Generator (Bosch GTLN 600/12-1500). Die Magnetzündanlage (Schnappermagnet Bosch SR 6) erzeugte unabhängig von Batterie und Generator durch einen rotierenden, in einem Läufer befindlichen Dauermagneten den Zündfunken. Außer dem elektrischen Anlasser (Bosch Typ BNG 4/24) war der HL 120 auch mit einem Schwungkraftanlasser ausgerüstet. Durch einen Schwungradantrieb musste eine Schwungmasse im Anlasser auf eine Drehzahl von 10.000 U/min gebracht werden. Hierzu musste die Handkurbel mit 70 U/min gedreht werden, was einen ziemliche Kraftakt bedeutete. Allerdings war es dadurch möglich den Panzer auch ohne fremde Hilfe bei ausgefallener Fahrzeugelektrik zum Laufen zu bringen. Zur Namensgebung der Maybach Motoren: Die Abkürzung "HL" bedeutet Hochleistungsmotor, die Zahl steht für den Hubraum. So hatte der HL 120 ungefähr 12 Liter und der HL 230 etwas mehr als 23 Liter Hubraum.



Bezeichnung des Motors: HL 120 TRM
Entwicklung: Maybach Motorenbau, Friedrichshafen
Stückzahl: ca. 40.000
Zylinderzahl/Anordnung: 12/60° V-Form
Arbeitsverfahren: 4-Takt, Otto-Vergaser
Bohrung: 105 mm
Hub: 115 mm
Einzylindervolumen: 0,996 Liter
Hubraum: 11.952 Liter
Verdichtungsverhältnis: 6,2-6,5:1
Höchstleistung: 221kW/300PS
Drehzahl normal/maximal (U/min): 2.600/3.000
Vergaser: 2 Solex 40 JFF II
Gewicht des Motors: 920 kg
kg/PS: 2,98

HL 120, Ölkühlerseite



Interne Links zum Thema

Panzer IV

Panzer III

Elefant

StuG III



Weiterführende Literatur/Links

Quelle: Frank Köhler, Kampfpanzermotoren in Deutschland 1939 - 1990. Ein Überblick anhand ausgewählter Typen. 
Erschienen in: Info 13, Mitteilungen des Vereins der Freunde und Förderer der Wehrtechnischen Studiensammlung e.V., Koblenz 1996



 

Text by UncleK. Letztes Update:  7. September 2007