Der Ascod (Austrian-Spanish Co-operative Development) ist ein Produkt der Zusammenarbeit des österreichischen Steyr Daimler Puch Konzerns und der spanischen Santa Barbara S.A.. Der ASCOD wird als MICV (Multi Role Infantry Combat Vehicle) unter verschiedenen Ausführungen und Turmaufbauten angeboten. Die Palette reicht dabei vom leichten Panzer bis zum Sanitätsfahrzeug. Österreich hat den ASCOD als AIFV (Amored Infantry Fighting Vehicle) bestellt und auch die spanischen Fahrzeuge werden hauptsächlich als Schützenpanzer ausgeliefert, aber generell ist der ASCOD als Fahrzeugfamilie gedacht. Das Fahrzeug hat in Österreich die Bezeichnung SPz Ulan, während es in Spanien Pizarro genannt wird. Angetrieben wird die ASCOD-Familie durch ein vorn rechts eingebautes Diesel Triebwerk. Beim Pizarro ist dies ein MTU SV-183 TE22 8-V90 mit 600 PS und beim Ulan ein MTU 8V 1999 mit 720 PS. Links neben dem Motor sitzt der Fahrer, während sich Kommandant und Richtschütze im elektrisch angetriebenen Turm befinden. Die Hauptwaffe als auch die Optik sind voll stabilisiert. Des weiteren ist für den Richtschützen ein Laserentfernungsmesser sowie ein Wärmebildgerät vorhanden. Für den Kommandanten steht ein Periskop ohne Nachtsichtkanal zur Verfügung. Im hinteren Teil des Schützenpanzers befindet sich Platz für die Aufnahme von bis zu 8 Schützen.
Der ASCOD ist so konstruiert worden, dass die Emissionen von Schall und Wärme, als auch die Reflexion von Radar möglichst gering sind. So werden beispielsweise die Abgase gekühlt und durch einen Schalldämpfer geleitet. Der Turm des AIFV besitzt eine 30 mm Maschinenkanone von Mauser, die eine Kampfentfernung bis zu 2.500 m erlaubt. Der Richtbereich beträgt horizontal 360° während in der Vertikalen ein Schwenkbereich von -10° bis +50° vorhanden ist. Der Ulan/Pizarro ist außerdem mit einer 76 mm Nebelwurfanlage Typ Wegmann mit 2+3 Rohren je Seite und einer ABC Schutzausrüstung ausgestattet. Der Turm kann zusätzlich an der Vorderseite mit einer keilförmigen Zusatzpanzerung versehen werden, so dass er einem Beschuss von 30 mm panzerbrechender Munition aus einer Distanz von 1.000 m widersteht. Auf kürzere Distanzen bietet die Panzerung noch Schutz gegen Splitter und 7,62 mm Munition, im vorderen Bereich auch gegen 14,5 mm Geschosse. Da es sich bei der Panzerung um keine Reaktivpanzerung handelt, können sämtliche Ausrüstungsgegenstände, Ersatzteile und Werkzeuge außen an das Fahrzeug und an den Turm montiert werden. Dadurch wird der Schutz gegen Hohlladungsgeschosse und panzerbrechende Munition ein wenig verbessert.
Mit seinen 70 Stundenkilometer ergänzen sich Ulan und Leopard 2 zu einem schlagkräftigen Gespann. Spanien hat 1996 eine erste Bestellung über 146 Fahrzeuge abgegeben und Österreich hat seine ersten vier ASCOD am 13. Juni 2001 in Dienst gestellt. Das österreichische Serienfahrzeug unterscheidet sich durch die tiefergezogenen Kettenschürzen, vereinzelten Anbauten und Zusatzpanzerung im Bug und Turmbereich vom Prototypen, der ebenfalls auf diesen Standard nachgerüstet worden ist.
Das Österreichische Bundesheer 2000 (ISBN 3-7059-0073-0) Österreichisches Bundesheer http://www.bmlv.gv.at/ Text by Verci. Letztes Update: 7. September 2007 |