CZ VZ61 Skorpion



Skorpion mit Schalldämpfer

Dieses tschechische System von Klein-Maschinenpistolen, bekannt als "Skorpion", trägt seinen Namen wahrlich zu recht. Kompakt und anspruchslos produziert und für alle gängigen Pistolenpatronen der Neuzeit ausgelegt, war diese Waffe lange Zeit die erste Wahl für Spezialeinsätze im Ostblock, afrikanische Diktatoren und europäische Terroristen. Entwickelt vom tschechischen Konstrukteur Miroslav Rybar wurden Waffen des Systems seit Anfang der sechziger Jahre bis 1975 in der damaligen CSSR und in Jugoslawien in Lizenz hergestellt. Das bekannteste Modell des Waffensystems ist dabei wohl die MPi Skorpion Modell 61, oder VZ61 Skorpion, auch als VZ62 Skorpion bekannt. Diese am meisten produzierte Waffe der Skorpion-Reihe nutzt dabei Patronen im Kaliber 7,65 mm Browning (.32 ACP).


Maschinenpistolen des Skorpion-Systems sind Rückstosslader mit feststehendem Lauf und Masseverschluss. Mit der Skorpion kann entweder Einzelfeuer geschossen werden, wobei sie wie eine Selbstladepistole gehandhabt wird. Bei Dauerfeuer bzw. Feuerstössen wird die Schulterstütze aus Stahldraht abgeklappt, und der Schütze schießt beidhändig. Dabei wird die Feuergeschwindigkeit durch ein federbelastetes Verzögerungssystem im Griffstück gebremst. Dieses System dient auch als Rückstossdämpfer für den Verschluss, und stabilisiert somit die Lage der Waffe bei Dauerfeuer. Die Skorpion erreicht so bei automatischem Feuer eine ausreichende Präzision bis zu ca. 150 Meter. Insgesamt ist die Waffe aber nicht mit Maschinenpistolen wie der IMI Uzi oder der MAC10 vergleichbar. Vielmehr lässt sie sich auch rein äußerlich eher mit Serien- oder Reihenfeuer verschießenden Varianten von Selbstladepistolen, beispielsweise der Glock 18 oder Beretta 93R, vergleichen. Die Munition wird durch Kurvenmagazine direkt vor dem Abzug zugeführt. Die Magazingröße von 10 oder 20 Schuss verweist wieder auf die Nähe zur Selbstladepistole.

 

Mit dem Umschalthebel über dem Griff wird die Waffe gesichert (0), auf Einzelfeuer (1) oder auf Dauerfeuer (20) gestellt und somit entsichert. Beim Einsatz als Selbstladepistole ist die effektive Reichweite auf 50 Meter begrenzt, als Maschinenpistole kann eine einfache Klappkimme auf Entfernungen bis zu 150 m eingestellt werden. Die Varianten des Skorpion-Systems unterscheiden sich eigentlich nur anhand der verwendeten Patrone.



Modelle des Skorpion-Waffensystems

  • CZ vz61 Skorpion: Dieses meistproduzierte Modell wurde ab 1963 ausgeliefert, im Kaliber 7,65 mm Browning (7,65 mm x 17).
  • CZ vz64 Skorpion: Die Skorpion im Kaliber 9 mm kurz (9 mm x 17).
  • CZ vz65 Skorpion: Kaliber 9 mm Makarov (9,2 mm x 18) der sowjetischen Makarov-Pistole.
  • CZ vz68 Skorpion: Im Kaliber 9 mm Parabellum steht die Skorpion auch mit festem Holzkolben und Magazinen mit 30 Schuss zur Verfügung.

(Die Bezeichnung bezieht sich jeweils auf das Jahr der Serienreife.)  



Die Skorpion wurde somit an alle regulären west- und osteuropäischen Pistolenpatronen angepasst. An die Armeen des Warschauer Paktes wurde die MPi außer an die tschechische Volksarmee nur in sehr begrenztem Umfang geliefert. Vielmehr war die Skorpion bei Polizisten, Personenschützern und Geheimdiensten des Ostblocks beliebt, da man sie jederzeit verdeckt tragen kann, und sie regulär mit einem zusätzlichem Schalldämpfer geliefert wurde. Die Skorpion erwies sich trotz einer relativ einfachen Fertigung als eine sehr robuste, auch bei extremen klimatischen Bedingungen zuverlässige Waffe. Deshalb wurde sie von Moskau an Rebellen sowie sozialistische Regimes in Afrika geliefert. So war das tschechische Design bereits in Angola, Mosambik und Uganda im Einsatz. Die Skorpion wurde auch in Europa von terroristischen Gruppen genutzt. Aufgrund der Möglichkeit des verdeckten Tragens, der Feuerwahl und der Produktion von Modellen für alle gängigen Pistolenkaliber wurde die Skorpion in den 70er und 80er Jahren für eine Reihe von terroristischen Anschlägen eingesetzt. Das wohl bekannteste Opfer einer Skorpion wurde der italienische Premierminister Aldo Moro, der nach seiner Entführung durch die "Roten Brigaden" erschossen wurde. Nach dem Zusammenbruch des Ostblocks wird die Skorpion vorwiegend von Kriminellen gebraucht, die sie aus den gleichen Gründen favorisieren wie die Terroristen in den Jahren zuvor. In Deutschland ist die Skorpion als Kriegswaffe eingestuft, und fällt unter das Kriegswaffenkontrollgesetz.



Skorpion im MHM Dresden

Bezeichnung der Waffe: CZ VZ61 Skorpion
Hersteller: Ceska Zbrojovka, Tschechische Republik
(zum Zeitpunkt der Produktion: CSSR)
Länge: 270 mm
522 mm bei eingeklappter Schulterstütze
Gewicht: 1.300 g ohne Magazin
Lauflänge: 115 mm
Zahl der Züge: 6 Züge
Kaliber: 7,65 mm Browning (.32 ACP)
Mündungsgeschwindigkeit: 320 m/s,
275 m/s mit Schalldämpfer
Feuerrate: 750 Schuss/m
effektive Schussweite: bis zu ca. 150 m
größte Schussweite: 200 m
Munitionszufuhr/Magazingröße: Kurvenmagazin mit 10 oder 20 Schuss



 

Text by Ronin. Letztes Update:  7. September 2007