Panzerkampfwagen I (Sd.Kfz. 101)



Panzerkampfwagen I Ausf. A (Panzermuseum Munster)

Das von Heinz Guderian entwickelte Konzept des Blitzkrieges sah vor, dass schnelle leichte und mittlere Panzerverbände, unterstützt von mechanisierter Infanterie und Erdkampfflugzeugen, die feindlichen Linien durch schnelle Überraschungsangriffe und große Mobilität aufreiben und sie wie eine Kettensäge zerteilen, um tief ins feindliche Hinterland vorrücken zu können. Eines der wichtigsten Gerät hierzu war der leichte MG Panzerwagen, der die feindliche Infanterie niederhalten sollte. Nach den Bestimmungen des Versailler Vertrages war es Deutschland verboten eine Panzertruppe zu besitzen. Deshalb bekam der Panzer I den Decknamen "Landwirtschaftlicher Schlepper" (LaS) um seinen wahren Einsatzzweck zu verbergen. Nachdem das Heereswaffenamt 1933 die Entwicklung eines vier bis sieben Tonnen schweren Panzers bei Rheinmetall, Krupp, Henschel, MAN und Daimler-Benz in Auftrag gegeben hatte, entschied man sich 1934 für die Krupp-Version mit 7-13 mm starker Panzerung. Im April 1934 wurden die ersten Pz. I Ausf. A Adolf Hitler vorgeführt. Dieser Panzer wurde von einem 57 PS Motor (Krupp M305) angetrieben und hatte ein konventionelles Fahrwerk mit vier großen Laufrädern und drei kleinen Stützrollen sowie, für deutsche Panzer typisch, einen Vorderradantrieb. Das Leitrad am Heck war etwas größer als die Laufräder und war nicht erhöht angebracht. Sowohl das Leitrad als auch die Laufräder hatten sechs Speichen. In der Ausführung B wurde der bisherige Motor durch einen stärkeren 100 PS Maybach Motor ersetzt. Hierzu musste die Wanne verlängert und ein zusätzliches fünftes Laufrad eingebaut werden. Um die Geländetauglichkeit zu erhalten wurde auch das Leitrad weiter oben angebracht. Der Drehturm des Panzer I war mit zwei 7,92 mm Maschinengewehren bewaffnet. Dies machte es ihm unmöglich gegen andere Panzer zu kämpfen, der Panzer I war bereits 1934 in einem direkten Vergleich anderen Panzern unterlegen. Seine Feuertaufe hatte der Pz. I im spanischen Bürgerkrieg, als 100 Stück der Ausführungen A und B sowie des Panzerbefehlswagen I als Teil der "Legion Condor" General Franco unterstützten. Der Panzerbefehlswagen hatte anstatt des Turmes einen festen Aufbau mit Kommandantenkuppel und nur ein MG als Bewaffnung. Daneben gab es von den Ausführungen A und B auch Fahrzeuge ohne Turm, die für Schulungszwecke verwendet wurden. Der Panzer I wurde von Krupp-Gruson, Henschel, MAN und Daimler-Benz gebaut; die erste Ausf. bis Juli 36, die Ausf. B von 1935 bis 1937. Er wurde in geringen Stückzahlen nach Finnland, Ungarn, China und an die kroatische Armee exportiert. In den Blitzkriegen um Polen und Frankreich kam der Pz. I ebenfalls zum Einsatz, doch bereits 1938 war klar, dass auf Basis des Panzer I kein ordentlicher Kampfpanzer mehr entstehen konnte. Zwischen 1942 und 1943 wurden einige zu Munitionsschleppern umgebaut.
Gleichzeitig gab es mit den Ausführungen C (VK. 601) und F (VK. 1801) den Versuch den Panzer I mit verstärkter Panzerung als leichten Infanteriepanzer und Aufklärer zu erhalten. Diese Ausführungen, die von  Krauss-Maffei und Daimler-Benz entwickelt wurden, hatten nur noch wenige Bauteile mit den beiden ersten Versionen gemeinsam (neuer Art verstärkt - n/A verst.). Ihr Aussehen erinnerte an einen zu klein geratenen Tiger, was an dem nun verwendeten Schachtellaufwerk und dem ähnlichen Frontdesign lag. Beide Versionen waren mit dem 150 PS starken Maybach HL 45 P bestückt, der der Ausf. C eine Höchstgeschwindigkeit von 65 km/h erlaubte. Von diesen Ausführungen wurden im Rahmen einer Vorserie nur 40 beziehungsweise 30 Fahrzeuge gebaut. Die Ausf. D war eine verbesserte Ausf. C von der nur wenige Prototypen gebaut wurden. Einige Panzer I der ersten Ausführungen dienten auch als Basis für den Flakpanzer I, der mit einer 20 mm Flak 38 L/112,5 bewaffnet war. Des weiteren wurde das Fahrgestell des Panzer I für weitere Abarten wie dem Panzerjäger I oder dem Sturmpanzer I Bison verwendet.



Die Front des Panzer I

Bezeichnung des Fahrzeugs: Panzerkampfwagen I Ausf. B (Sd.Kfz. 101)
Typ: VK. 617
Hersteller: Krupp, Henschel, MAN, Daimler-Benz
Baujahr: 1935-1937
Motor: Maybach NL 38 TR
Zylinderzahl: 6
Hubraum (ccm): 3.790
Höchstleistung (PS): 100
Leistungsgewicht (PS/t): 16,7
Höchstgeschwindigkeit (km/h): Straße 40
Länge über alles (mm) : 4.420
Breite über alles (mm): 2.060
Höhe über alles (mm): 1.720
Bodenfreiheit (mm): 290
Kettenbreite (mm): 280
Gefechtsgewicht (t): 5,9
Bodendruck (kg/cm²): 0,42
Kraftstoffvorrat (l): 145
Kraftstoffverbrauch (l/100km): Straße 103
Fahrbereich (km): Straße 170/Gelände 115
Watfähigkeit (mm): 580
Besatzung: 2
Panzerung (mm): Fahrerfront 13
Bug 13
Seite 13
Heck 13
Decke 6
Boden 6
Turmfront 13
Turmseite 13
Turmheck 13
Turmdecke 8
Geschützblende 13
Hauptbewaffnung: 2 MG 13 (Turm) (2.250 Schuss)

Panzerjäger I auf dem Fahrgestell des Panzerkampfwagen I (WTS Koblenz)



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Text by UncleK. Letztes Update:  7. September 2007