Kübelwagen (VW Typ 82)

Kfz.1 (l.gl.Pkw Typ K1)


Der weitgehend von Professor Porsches Sohn Ferry entwickelte Kübelwagen zeichnet sich durch große Bodenfreiheit aus.

Um das deutsche Volk mobil zu machen, ließ Hitler zum einem die Autobahnen bauen. Und bis 1943 entstanden auch 3.827 km Autobahn in Deutschland. Zum anderen wollte er ein Auto, das in großen Massen und günstig herzustellen war. Daraufhin entwarf Professor Porsche den KdF-Wagen (Kraft-durch-Freude-Wagen), von dem 1935 die ersten beiden Prototypen in Porsches Doppelgarage in seinem Haus in Stuttgart entstanden. 1937 baute Daimler-Benz 30 weitere Prototypen. Doch da der KdF-Wagen, der inoffiziell schon die Bezeichnung "Volkswagen" hatte, in großen Stückzahlen gebaut werden sollte, erfolgte am 26.5.1938 bei Fallersleben die Grundsteinlegung für die VW-Fabrik, die der Ausgangspunkt für eine neue Stadt war. Sie erhielt nach dem Krieg den Namen Wolfsburg und der KdF-Wagen machte als "Käfer" eine einmalige Karriere. Vor und während des Krieges wurden aber nur wenige KdF-Wagen hergestellt.
Bereits 1934 wurde festgestellt, dass der VW Typ 1 (Porsche Typ 60) genug Platz für drei Mann, ein MG und Munition bieten würde. 1937 wurde deshalb ein VW 30 der Vorserie mit MG und drei Sitzen ausgerüstet. Aufgrund der Mängel des leichten Einheits-PKW's und dem dringenden Bedarf eines geländegängigen Fahrzeuges für die Aufklärungsverbände der Wehrmacht, trat das Heereswaffenamt auch bald mit einem Auftrag für einen leichten geländegängigen Kraftwagen an Professor Porsche heran. Da der der Zeitdruck für eine solche Entwicklung groß war, entschied sich Porsche, unter Berücksichtigung der Erfahrungen mit der Vorserie VW 30 sowie frühen Studien zu Militärversionen, dieses Fahrzeug aus Basis des KdF-Wagens zu bauen. Dies obwohl der VW Typ 1 eine für einen Geländewagen untypische Blechkarosse ohne festem Fahrgestell und einen relativ schwachen luftgekühlten Vierzylinder-Boxer-Motor hatte. Doch trotz aller Kritik entstand bereits 1938/39 der Probe-Kübelwagen Typ 62 als erster VW-Geländewagen. Einige gegenüber dem KdF-Basismodell unaufwendige technische Änderungen an Motor, Achsen und Getriebe gewährleisteten die militärisch erforderliche Geländegängigkeit. Im Gegensatz zum "Käfer" hatte der Kübelwagen eine eckige Stahlkarosserie. Einige dieser Fahrzeuge kamen im Polenfeldzug zum Einsatz, und es zeigte sich, dass die an sich gelungene Konstruktion zwei Mängel hatte: Zum einen erfüllte der Typ 62 die verlangte Mindestgeschwindigkeit von 4 km/h nicht und konnte somit mit marschierenden Soldaten nicht Schritt halten. Zum anderen war die Geländegängigkeit zu gering, in schwierigem Gelände kam der Typ 62 nur mühsam voran. Porsche entwickelte daraufhin aus dem Typ 62 den Typ 82-Kübelwagen (von Kübelsitz-Wagen, im Landserjargon kurz "Kübelwagen"). Die Probleme wurden durch den Einbau eines Reduktionsgetriebes behoben. Die Bodenfreiheit wurde dadurch von 220/200 auf 290/275 mm vergrößert. Im Februar 1940 begann im mittlerweile fast fertig gestellten Volkswagenwerk die Serienfertigung. Die Karosserieteile wurden allerdings nicht im VW-Werk sondern bei Ambi-Budd in Berlin gefertigt und dann zum Zusammenbau per Eisenbahn nach Fallersleben verfrachtet. Bis Ende des Jahres waren bereits mehr als 1.000 Fahrzeuge des Typs 82 vom Band gelaufen. Bis Ende des Krieges wurden etwa 55.000 Kübelwagen gebaut. Im Verhältnis zum Jeep, von dem über 600.000 Stück gebaut wurden, ist diese Stückzahl allerdings gering.
Aufgrund der Luftkühlung bewährte sich der Kübelwagen sowohl in Nordafrika als auch bei den tiefen Temperaturen an der russischen Front. Speziell für den Afrika-Feldzug gab es eine Version mit geschütztem Zündsystem, übergroßem Luftfilter und ballonförmigen Kronprinz-Sandreifen. Auch für den Einsatz im russischen Winter wurde eine Spezialversion entworfen: Da sämtliche Radfahrzeuge der Wehrmacht im Schnee und Morast leicht stecken blieben, entwickelte Porsche mit dem Typ 155 einen Kübelwagen VW 82 mit Kettenfahrwerk. Dieser Typ, der vor allem schneetauglich sein sollte, wies anstelle der Hinterräder ein Kettenlaufwerk auf. Die Steuerung des Halbkettenfahrzeugs erfolgte über die Vorderräder. Es ging, vermutlich aufgrund der hohen Kosten, nie in Serie. Ansonsten bewährte sich der Kübelwagen aber unter allen Bedingungen ausgezeichnet, so dass auch die Amerikaner und Briten ihn als Beutefahrzeug gerne nutzten.
Darüber hinaus gab es eine Reihe von Sonderfahrzeugen, beispielsweise den Typ 157 mit Schienenlaufeinrichtung, eine Version als Schützenpanzerattrappe zu Übungszwecken, den Typ 822 als Sirenenwagen oder den Typ 276 mit Protzhaken (Anhängerkupplung).
Im Jahr 1943 erzwang die Treibstoffknappheit neue Antriebslösungen: ein Teil der Kübelwagen und Käfer wurden notgedrungen mit den charakteristischen Buckeln in der Fronthaube versehen, unter denen sich Holzgasgeneratoren verbargen. Es gab unterschiedliche Ausführungen für den Betrieb mit Braunkohle, Anthrazitkohle oder Holz. Trotz erhöhten Leergewichts durch den Holzgasgenerator brachten die Typ 230-Kübelwagen wie ihre Vorgänger eine Leistung von 24 bis 25 PS und eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h.



Der 1938/39 entworfene Typ 62 hatte eine zu geringe Bodenfreiheit und wurde zum Typ 82 weiterentwickelt.

Bezeichnung des Fahrzeugs: Kfz.1 (l.gl.Pkw Typ K1) "Kübelwagen"
Typ: Porschetyp 82
Hersteller: Volkswagen
Baujahr: 1940-45
Motor: Luftgekühlter Vierzylinder 4-Takt-Motor in Boxeranordnung
Hubraum (ccm): 1.131
Drehzahl, normal/maximal: 3.000/3.200
Höchstleistung (PS): 25
Höchstgeschwindigkeit (km/h): 80
Getriebe: 4 Gang plus Rückwärtsgang
Federung: Drehstabfederung
Länge über alles (m): 3,74
Breite über alles (m): 1,6
Höhe über alles (m): 1,65/1,111
Spurweite (m): vorn 1,356/hinten 1,36
Radstand (m): 2,4
höchstzul. Gesamtgewicht (kg): 1.160 (leer 750)
Kraftstoffverbrauch (l/100km): 9
Reichweite: 400-450 km
Bewaffnung: 1 7,92 mm MG 34 (800)

Die Werte beziehen sich auf den ab 1943 gefertigten Kübelwagen mit stärkerem Motor.



Die Erfahrungen im Winter 1941/42 in Russland führten zur Entwicklung des "Ketten-Kübel" (Typ 155).



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Text by UncleK. Letztes Update: 27. May 2010