Geschichte der USS Iowa (BB-61)



Die USS Iowa beim Feuern, die Projektile sind am linken Bildrand zu erkennen.

Die USS Iowa (BB-61) wurde am 27. Juni 1940 in der New York Navy Yard auf Kiel gelegt. Der Stapellauf war am 27. August 1942, Taufpatin war Mrs. Henry A. Wallace, die Frau des Vizepräsidenten. Indienstgestellt wurde das Schiff am 22. Februar 1943 unter dem Kommando von Captain John L. McCrea. Am 24. Februar, stach die Iowa in See um in der Chesapeake Bay und entlang der atlantischen Küste zu patrouillieren. Am 27. August nahm sie Kurs auf Argentia/ Neufundland um das deutsche Schlachtschiff Tirpitz, welches in den norwegischen Gewässern operierte, abzufangen. Im Herbst brachte die Iowa Präsident Franklin D. Roosevelt nach Casablanca in Französisch-Marokko. Danach ging die Reise des Präsidenten weiter nach Teheran, wo ihm November in Jalta eine Konferenz mit Stalin und Churchill stattfand. Nach der Konferenz brachte die Iowa den Präsidenten wieder in die USA. Als Flaggschiff des 7. Schlachtschiffverbands wurde die Iowa am 2. Januar 1944 auf den pazifischen Kriegsschauplatz verlegt, wo sie ihre Feuertaufe bei der Eroberung der Marshallinseln erlebte.
Vom 29. Januar bis zum 3. Februar 1944 begleitete sie die Flugzeugträgerattacken von Konteradmiral Frederick C. Sherman's Einsatzgruppe gegen Kwajalein und das Eniwetok Atoll.
Ihre nächste Aufgabe bestand darin, die Luftangriffe gegen die japanischen Marinebasen in Truk/ Carolinen Inseln zu unterstützen. Zusammen mit anderen Schiffen wurde die Iowa von der Unterstützungsgruppe am 16. Februar 1944 abgestellt. Die neue Aufgabe war eine Säuberungsaktion um den japanischen Marinestützpunkt Truk herum, um mehrere feindliche Seefahrzeuge, welche versuchten Richtung Norden zu entkommen, zu versenken. Am 21. Februar war sie zusammen mit der schnellen Trägergruppe 58 im Einsatz um die ersten Kampfhandlungen gegen Saipan, Tinian, Rota und Guam, in der Nähe der Marianen zu unterstützen. Am 18. März hisste Vizeadmiral Willis A. Lee, Chef der Schlachtschiffe im Pazifik, seine Flagge auf der Iowa. Die Iowa beteiligte sich an der Beschießung des Mili Atolls, das zu den Marshall Inseln gehört. Dabei erhielt das Schiff zwei Treffer durch 4,7 inch Granaten, welche nur geringe Schäden verursachten. Danach wurde Sie wieder in die Einsatzgruppe 58 eingegliedert und unterstütze mehrere Tage lang Luftangriffe gegen die Palauinseln und Woleai. Vom 22. bis zum 28. April 1944 unterstütze die Iowa Luftangriffe gegen Hollandia, Aitape und die Wake Inseln um die Landung der Marineinfanterie auf Aitape, Tanahmerah Bay und der Humbolt Bay auf Neuguinea zu ermöglichen. Sie nahm vom 29. bis 30. April am zweiten Angriff der Task Force gegen Truk teil und beschoss am 1. Mai japanische Einrichtungen auf Ponape.
In der Eröffnungsphase des Marianenfeldzuges, beschützte die Iowa während des 12. Juni, die Flotte während der Luftangriffe gegen die Inseln Saipan, Tinian, Guam, Rota und Pagan. Dann wurde sie während des 13. und 14. Junis abgestellt um feindliche Einrichtungen auf Saipan und Tinian zu beschießen. Am 19. Juni, während der Schlacht in der Philippinensee, war die Iowa Teil der Schlachtlinie der schnellen Trägergruppe 58, und half bei der Abwehr der massiven japanischen Luftangriffe. Das Resultat war die fast vollständige Vernichtung der japanischen Trägerflugzeuge. Die Iowa nahm an der Verfolgung der fliehenden Flotte des Gegners teil und schoss dabei ein Torpedoflugzeug ab. Beim Abschuß eines weiteren half sie ebenfalls mit. Während des Monats Juli, kehrte die Iowa wieder zu den Marianeninseln zurück um bei den Luftangriffen gegen Palau und den Landungen auf Guam Geleit zu geben.
Nach einem Monat, lief die Iowa aus Eniwetok als Teil der 3. Flotte aus. Sie unterstütze am 17. September die Landungen auf Peleliu. Danach eskortierte sie die Flugzeugträgerangriffe gegen die Hauptinsel der Philippinen, welche zum Ziel hatten die Luftherrschaft vor der eigentlichen, lange erwarteten, Invasion der Philippinen, zu erringen.
Am 10. Oktober erreichte die Iowa die Insel Okinawa, während einer Reihe von Luftangriffen gegen Ryukyus und Taiwan. Danach unterstützte sie am 18. Oktober die Angriffe gegen Luzon und wiederholte dies während der Landung von General MacArthur’s Truppen bei Leyte am 20. Oktober. In einer letzten, verzweifelten Anstrengung versuchten die Japaner die Rückeroberung der Philippinen durch die Amerikaner zu verhindern. Die japanische Marine schlug mit einem Angriff dreier Kampfverbände gegen die amerikanischen Landungskräfte im Leyte Golf zurück. Die Iowa begleitete die Einsatzgruppe 38 während ihrer Angriffe gegen die japanische Hauptstreitmacht, als diese durch die Sibuyansee Richtung San Bernardino Straße fuhr. Die Abschlußberichte über diese Angriffe und den Rückzug der Japanischen Hauptstreitmacht, ließen Admiral Halsey zu der Ansicht kommen, dass dieser Gegner keine ernstzunehmende Gefahr mehr sein würde. Die Iowa ging nun zusammen mit der Einsatzgruppe 38 gegen die japanische Nordflotte am Cap Engano bei Luzon vor. Am 25. Oktober 1944 als die Schiffe der japanischen Nordstreitmacht in die Reichweite der Kanonen der Iowa waren, erreichte sie die Nachricht, dass die japanische Hauptmacht eine Gruppe amerikanischer Geleitträger bei Samar angegriffen hätte. Dies veranlasste die Iowa dazu auf Gegenkurs zu gehen um den verwundbaren Trägern zu Hilfe zu eilen. Jedoch trugen die Geleitträger den entscheidenden Teil des Kampfes aus und ihr Geleitschutz hatte die Japaner bereits zu einem Rückzug veranlasst, so dass die Iowa die Gruppe erreichte, als das Gefecht bereits vorbei war. Nach der Schlacht im Leyte Golf gelangte die Iowa wieder in philippinische Gewässer und begleitete die Träger während der Angriffe gegen Luzon und Taiwan.
Gegen Ende Dezember 1944 nahm sie dann schließlich Kurs auf die Westküste der USA. Zwecks einer Überholung und Reparatur lief die Iowa am 15. Januar 1945 im Hafen von San Francisco ein. Am 19. März verließ sie ihn wieder, mit dem Ziel Okinawa, wo sie am 15. April ankam. Ab dem 24. April 1945 sicherte sie die Trägergruppen welche die Luftherrschaft für die amerikanischen Truppen erringen mussten. Die Insel wurde von den japanischen Truppen erbittert verteidigt und sie lieferten den Amerikanern schwere Gefechte. Danach sicherte die Iowa vom 25 Mai bis zum 13. Juni 1945 die Luftangriffe gegen den südlichen Teil Kyushus. Sie nahm an den Kämpfen gegen die japanische Hauptinsel teil und beschoss am 14. und 15. Juli Muroran auf der Hauptinsel Hokkaido und zerstörte dabei Stahlfabriken und andere Ziele. Die Stadt Hitachi auf der Insel Honshu ereilte in der Nacht vom 17. auf den 18. Juli 1945 das gleiche Schicksal. Danach setzte die Iowa ihre Geleiteinsätze fort, bis zur Einstellung der Kämpfe am 13. August 1945.



Die Iowa kurz vor dem Stapellauf im New York Navy Yard

Die Iowa lief zusammen mit den Besatzungstruppen am 29. August 1945 in der Bucht von Tokio ein. Nachdem sie als Flaggschiff von Admiral Halsey bei der Kapitulationserklärung Japans am 2 September 1945 teilgenommen hatte, verließ die Iowa am 20. September die Bucht von Tokio und nahm Kurs auf die USA. Sie erreichte Seattle im Bundesstaat Washington am 15. Oktober und nahm im Januar 1946 erneut Kurs auf japanische Gewässer, wo sie das Flaggschiff der 5. Flotte wurde. Sie hatte diese Position bis zu ihrer Rückkehr in die Staaten am 25. März 1946.
Von da an bis September 1948 operierte sie an der Westküste als Marinereserve sowie als Ausbildungseinheit und nahm an Flottenmanövern teil. Am 24.  März 1949 wurde sie offiziell außer Dienst gestellt. Nach dem Ausbruch des Krieges in Korea wurde sie jedoch am 25. August 1951 reaktiviert. Das Kommando übernahm Captain William R. Smedberg III. Die Iowa operierte bis März 1952 in heimatlichen Gewässern an der Westküste und nahm dann Kurs Richtung Korea. Am 1. April 1952 wurde die Iowa das Flaggschiff von Vizeadmiral Robert T. Briscoe, dem Kommandanten der 7. Flotte. Das Schiff verließ den Hafen von Yokosuka/ Japan um die UN-Truppen in Korea zu entlasten. Vom 8. April bis zum 16. Oktober 1952 war die Iowa in Kämpfe an der koreanischen Ostküste verwickelt. Ihre Hauptaufgabe lag dabei in der artilleristischen Unterstützung der Bodentruppen. Sie beschoss mit ihrer schweren Schiffsartillerie feindliche Bodenziele bei Songjin, Hunguam und Kojo.
Am 19. Oktober 1952 lief die Iowa aus dem japanischen Hafen Yokosuka aus und wieder in heimatliche Gewässer zurückzukehren. Sie wurde in der Marinebasis Norfolk überholt und nahm danach an Übungsfahrten in der Karibischen See teil. Im Juli 1953 beteiligte sie sich an Flottenmanövern im Nordatlantik und fungierte dabei bei der NATO-Übung "Mariner", als Flagschiff von Vize-Admiral E.T. Woolfigge, dem Chef der 2. Flotte. Nach Abschluss dieser Übung, operierte die Iowa bis Herbst 1954 vor der Küste von Virgina. Im September 1954 wurde sie das Flaggschiff von Konteradmiral R.E. Libby dem Chef des Schlachtschiff -Kreuzerverbands der US-Atlantikflotte. Von Januar bis April 1955 unternahm die Iowa eine ausgedehnte Fahrt ins Mittelmeer und übernahm dort die Führung der 6. Flotte. Am 1. Juni 1955 unternahm sie eine Ausbildungsfahrt und kehrte danach nach Norfolk zu einer viermonatigen Überholung zurück. Nach der Überholung setzte sie ihre Übungs- und Manöverfahrten fort, bis sie am 4. Januar wieder aus Norfolk auslief um sich der 6. US-Flotte im Mittelmeer anzuschließen. Nach Abschluss dieser Einsätze folgte eine Ausbildungsfahrt in südamerikanischen Gewässern und die Teilnahme an einer internationalen Seeparade am 13. Juni 1957 in Hampton Roads/ Virginia. Am 3. September 1957 kreuzte die Iowa in schottischen Gewässern und nahm dort an der NATO Übung "Strikeback" teil. Sie lief am 28. September im Marinehafen Norfolk ein und danach in der Marinewerft in Philadelphia. Sie wurde dann zum zweiten Mal außer Dienst gestellt.
Nach fast 25 Jahren wurde sie wieder entmottet und in der Aufrüstungsphase der Reaganära Anfang der 80iger modernisiert und am 28 April 1984 reaktiviert. Sie kreuzte 1985 bis 1988 in europäischen Gewässern und danach im Indischen Ozean und den Gewässern der Arabischen Halbinsel. Am 1. April 1989, ereignete sich eine unerklärbare Explosion im zweiten Turm der 16 inch Geschütze, wobei 47 Seeleute ihr Leben ließen. Die Iowa konnte trotz allem noch Europa anlaufen und das Mittelmeer erreichen. Turm Nr. 2 wurde nicht instandgesetzt bis zum Tag der entgültigen Außerdienststellung im Hafen von Norfolk am 26. Oktober 1990. Die Iowa blieb vom 24. September 1998 bis zum 8. März 2001 als Teil der Reserveflotte in der Marineausbildung in Newport. Sie wurde danach nach San Francisco verlegt, wo sie am 21. April 2001 ankam und dort als Teil der Reserve verbleibt.



USS Iowa

Quelle: US Navy (Der Bericht beruht auf veröffentlichtem und verwendbarem Material der US Navy.)



 

Text by Leo, UncleK. Letztes Update:  3. October 2007