Geschichte der USS Wisconsin (BB-64)



Die Wisconsin 1944 in Pearl Harbor, längs dem Rumpf der USS Oklahoma.

Die Wisconsin (BB64) wurde am 25. Januar 1941 in der Philadelphia Marinewerft auf Kiel gelegt. Der Stapellauf erfolgte am 7. Dezember 1943 durch die Taufpatin Mrs. Walter S. Goodland und die Indienststellung unter dem Kommando von Kapitän Earl E. Stone geschah dann am 16. April 1944. Nach der obligatorischen Erprobungsphase in der Chesapeake Bay verließ die Wisconsin Norfolk, Virginia, am 7. Juli 1944 mit Kurs auf Britisch-Westindian. Nach dieser ersten Reise verließ das dritte Schiff der Iowa-Klasse die Insel Trinidad wieder, um sich in die Heimatwerft zu begeben, wo es sich der Flotte anschließen sollte, und erste Reparaturen und Umbauten durchgeführt wurden. Am 24. September 1944 fuhr die Wisconsin Richtung Westküste, durchfuhr den Panamakanal und stieß am 2. Oktober zur Pazifikflotte. Danach begab sich das Schlachtschiff in die Gewässer Hawaiis um Gefechtsübungen abzuhalten, dann fuhr es zu den Westkarolinneninseln. Nach der Ankunft in Ulithi am 9. Dezember 1944 wurde die Wisconsin Admiral William F. Halsey's 3. Flotte zugeteilt. Das nagelneue und schlagkräftige Schiff kam gerade an, als die erfolgreiche Rückeroberung der Philippinen in vollem Gange war.

Nach dieser Operation konnten sich die Amerikaner den japanischen Schiffsrouten im Chinesischen Meer zuwenden und diese außer Gefecht setzen. Einen Tag vor der amphibischen Landung gegen Mindoro, startete die Trägergruppe 38 (Task Force 38) der 3. Flotte im Geleit der Wisconsin einen Angriff gegen japanische Einrichtungen in Manila und legten diese dadurch völlig lahm. Zwischen dem 14. und 16. Dezember errangen die Marineflieger der Trägergruppe 38 durch die vollständige Überrumpelung des Gegners, die unangefochtene Luft- und Seeherrschaft. Dabei versenkten sie 27 japanische Schiffe, beschädigten 60 weitere, schossen 269 Flugzeuge ab und bombardierten zahlreiche Bodenziele.Am nächsten Tag, dem 18. Dezember, machte das Wetter den Seeleuten von Admiral Halsey einen Strich durch die Rechnung. Ein gewaltiger Taifun suchte seine Schiffe heim und erwischte diese mit leeren Tanks und wenig Ballastwasser. Drei Zerstörer, die USS Hull (DD-350), USS Monaghan (DD-354) und die USS Spence (DD-512) kenterten, aber die USS Wisconsin bewies ihre Seetüchtigkeit und überstand den Sturm unbeschadet. Als nächstes sollte die Wisconsin die Landung auf der Insel Luzon unterstützen. Man passierte die südlichen Strände und landete am Golf von Lingayen an, die Szene ähnelte der vor drei Jahren, als die Japaner an fast der gleichen Stelle ihre Invasion unternahmen. Die Wisconsin, ausgestattet mit schweren Flugabwehrgeschützen, eskortierte die Flugzeugträger der Task Force 38 während deren Angriffen gegen Taiwan, Luzon und gegen Nansei Shoto. Ziel dieser Angriffe war es die dort stationierten Kräfte des Gegners auszuschalten und die laufende Invasion im Golf von Lingayen abzuschirmen. Diese Angriffe zogen sich vom 3. bis zum 22. Januar 1945 hin. Man unternahm sogar noch einen Streifzug ins Südchinesische Meer in der Hoffnung die verbliebenen großen Einheiten der Japanischen Marine zu stellen und in ein Gefecht zu verwickeln. Die Luftangriffe, die sich am 12. Januar zwischen Saigon und Camranh Bay, Vietnam, ereigneten waren für die feindlichen Streitkräfte sehr verlustreich. Die Kampfflugzeuge der TF 38 versenkten 41 Schiffe und richteten schwerste Zerstörungen an den Hafenanlagen, Nachschubeinrichtungen und Flugplätzen an. Außerdem fegten sie etwa 112 feindliche Flugzeuge vom Himmel. Taiwan wurde mehrfach attackiert; sowohl am 3. und 4. Januar und danach wieder am 9., 15. und 21. Januar. Die Städte Soon, Hongkong, Kanton und Hainan Island bekamen die Schlagkraft der TF 38 zu spüren. Man zerstörte die Ölraffinerie in Kanton genauso wie die Marinebasis in Hongkong oder die in Okinawa stationierten Flugzeuge des Gegners, die eine Bedrohung der Landeoperation gegen Luzon darstellten.

Die Wisconsin wurde danach unter das Kommando von Admiral Spruance gestellt, der Admiral Halsey ablöste. Sie fuhr nordwärts zusammen mit der wiederaufgestellten Einsatzgruppe 58, in Richtung der Bucht von Tokio. Am 16. Februar schließlich erreichte der Verband unter günstigen Wetterbedingungen und völlig unentdeckt, die japanische Küste. Durch diesen taktischen Vorteil der absoluten Überraschung, schossen die Amerikaner 322 feindliche Flugzeuge ab und vernichteten weitere 177 am Boden. Die japanischen Schiffe, sowohl Kriegs- als auch Handelsschiffe, zogen sich darauf sofort in den Schutz ihrer Häfen zurück. Dieser grandiose Erfolg kostete die Amerikaner lediglich 49 Flugzeuge. Die Einsatzgruppe 58 begab sich dann am 17. Februar nach Iwo Jima, um dort am 19. durch direkten Beschuss die Vorarbeit für die Landungstruppen zu leisten. Sie kehrte am 25. wieder nach Tokio zurück und am darauffolgenden Tag griff sie die Insel Hachino vor der Küste Honshus an. Während dieser Angriffe zerstörte man eine große Anzahl an Bodenzielen, versenkte fünf Kriegsschiffe und vernichtete 158 feindliche Flugzeuge. Am 1. März flogen Aufklärungsflugzeuge über Okinawa und machten dabei wertvolle Aufnahmen für die bevorstehende Landung auf der Insel. Am nächsten Tag beschossen die Kreuzer der TF 58 Okino Daito Shima als Übung für die darauffolgende Operation. Dann wurde der Verband zum Auffüllen der Brennstoff- und Munitionsvorräte zurück nach Ulithi beordert. Am 1.4 März nahm man dann wieder Kurs auf Japan. Die Aufgabe bestand darin, die feindlichen Luftangriffen vom japanischen Festland aus gegen die amerikanischen Truppen auf Okinawa zu bekämpfen. Feindliche Flottenverbände in Kure und Kobe, südlich von Honshu gelegen, wurden von den Luftangriffen der Marineflieger der Task Force 58 getroffen. Am 18. und 19. März startete man etwa 100 Meilen südwestlich von Kyushu ein Bombardement gegen Flugplätze auf dieser Insel. Die Japaner rächten sich für diese blutigen Angriffe indem sie ihre Kamikazestaffeln losschickten und diese sich am 19. März auf den Träger USS Franklin (CV-13) stürzten. Dieser wurde schwer getroffen und als am Nachmittag die Flugzeuge aus Kyushu zurückkamen sahen sie nur ein zerfetztes und durchsiebtes Flugdeck. Jedoch verloren die Japaner bei diesem Angriff 48 Flugzeuge. Am Ende der Operation war jedoch allen klar, das die eigentliche Mission, die Unterbindung von landgestützten Angriffen gegen die Landungstruppen in Okinawa erfüllt war. Am 24. März richtete die Wisconsin dann ihre 16 inch Geschütze auf Ziele in Okinawa. Zusammen mit den beiden anderen Schlachtschiffen des Verbands, beschoss sie japanische Stellungen und Einrichtungen um so der bevorstehenden Landung den Weg zu ebnen. Dadurch war der japanische Widerstand zum Scheitern verurteilt. Zusätzlich wurde die Japanische Flotte von den Fliegern der 5. Flotte bekämpft, und sah sich selbst einem stets wachsenden und stärker werdenden Gegner gegenüber. Am 17. April lief das bisher unbehelligte Schlachtschiff Yamato, mit seinen 18,1 inch Geschützen aus, um die amerikanische Invasionsflotte vor Okinawa anzugreifen. Von einem riesigen Schwarm Trägerflugzeuge wurde die Yamota dann zusammen mit dem leichten Kreuzer Yahagi und vier Zerstörern versenkt. Danach stellte die Japanische Flotte im Pazifikkrieg keinen ernstzunehmenden Gegner für die amerikanische Marine mehr dar. Während die Flugzeuge der Task Force 58 die Yamato samt Begleitschiffen auf den Grund des Südchinesischen Meeres schickte, unternahmen die Japaner Luftangriffe gegen amerikanische Schiffe. Kampfpatrouillen schossen 15 von ihnen ab, dem Flakfeuer der Schiffe fielen weitere drei zum Opfer. Jedoch gelang es einem japanischen Flugzeug durch das Netz der Abwehr zu schlüpfen und auf dem Flugdeck des Trägers USS Hancock (CV 19) zu detonieren. Am 11. April blies der "Göttliche Wind“ (Übersetzung des Wortes Kamikaze) wieder, und nur drastische Manöver und starkes Abwehrfeuer retteten den Verband. Keiner der fanatischen Piloten konnte einen wirkungsvollen Treffer landen, es gab lediglich Naheinschläge und geringfügige Schäden. Patrouillierende Flugzeuge schossen 17 Feindflieger ab, die Flak verbuchte ein Dutzend Abschüsse. Am nächsten Tag griffen 151 feindliche Flugzeuge die Trägergruppe 58 an. Aber die Wisconsin mit ihren 5 inch Geschützen und zahlreichen 40 und 20 mm Flakgeschützen wehrte zusammen mit den anderen Geleitschiffen die Angriffe gegen die Träger ab und schickte die Angreifer in die See, bevor diese ihre Ziele erreichten. Nach diesen ereignisreichen Tagen, bombardierten die amerikanischen Piloten die japanischen Fabriken und Einrichtungen im Mutterland. Jedoch verbuchten die japanischen Kamikazestaffeln drei Erfolge, sie trafen die USS Intrepid (CV-11), die USS Bunker Hill (CV-17) und die USS Enterprise (CV-6).Am 4. Juni 1945 zog erneut ein Taifun auf und bedrohte die Flotte. Die Wisconsin lief aus dem Sturm hinaus und kam ohne ernsthafte Beschädigungen davon. Jedoch wurden drei Kreuzer, zwei Flugzeugträger und ein Zerstörer schwer beschädigt.

Die Angriffsoperationen wurden am 8. Juni wieder aufgenommen und ein letzter Angriff gegen Kyushu geflogen. Die japanische Luftabwehr war zu diesem Zeitpunkt schon sehr zusammengeschrumpft. Nur 29 Flugzeuge wurden geortet und auch abgeschossen. An diesem Tag flog eines der Seeflugzeuge der Wisconsin einen Rettungseinsatz um einen abgeschossenen Piloten des Trägers Shangri La (CV-38) zu bergen.  Die Wisconsin begab sich in den Golf von Leyte und warf dort am 18. Juni den Anker, um nötige Reparaturen durchzuführen und aufmunitioniert zu werden. Drei Wochen später fuhren das Schlachtschiff und seine Begleitfahrzeuge wieder in japanische Gewässer, um dort Geleit für die Luftangriffe gegen das japanische Mutterland zu geben. Neun Tage später zerstörten die Trägerflugzeuge bei Angriffen 72 feindliche Flugzeuge am Boden und diverse Industrieanlagen in der Gegend um Tokio. Mittlerweile war die Schlagkraft der  japanischen Luftwaffe so geschwächt das die Amerikaner keinen Anstalten mehr machten, die Position ihrer Flotte zu verbergen. Am 16. Juni 1945 schossen die Geschütze der Wisconsin dann ihre 40,6 cm Granaten auf die Stahlwerke und Ölraffinerien von Murorana auf Hokkaido. Zwei Tage später zerstörten sie Industrieanlagen in der Hitachi Miro Gegend, an der Küste von Honshu, nordöstlich von Tokio gelegen. An diesem Beschuss beteiligten sich auch englische Schlachtschiffe der Ostasienflotte mit massivem Granatbeschuss. Zu diesem Zeitpunkt konnten die alliierten Kriegsschiffe ungestört das japanische Festland angreifen.  Die Marinepiloten der TF 38 bombardierten nun den Marinehafen bei Yokosuka und beschädigten dabei eines der beiden verbliebenen Schlachtschiffe, das Flottenflaggschiff Nagato. Am 24. und 25. Juni griffen die Kampfflieger die Binnenregion an, die Insel Honshu, Kyushu und Shikoku. Kure wurden ebenfalls wieder angegriffen. Sechs große Marineeinheiten wurden dort gemeldet und schwer getroffen, dies war das symbolische Ende der Kaiserlich-Japanischen Seemacht. In den kommenden Wochen setzten die Piloten der TF 38 ihre Angriffe gegen japanische Industrieanlagen, Landebahnen sowie Handels- und Kriegsschiffe fort. Admiral Halsey's Flugzeugführer flogen am 13. August zum letzten Mal über die japanische Hauptstadt. Zwei Tage später kapitulierten die Japaner und der Zweite Weltkrieg endete damit endgültig.




Die Wisconsin wurde Teil der Besatzungsflotte und erreichte am 6. September, drei Tage nach der offiziellen Kapitulation Japans an Bord der Missouri (BB-63), die Bucht von Tokio. Während der gesamten Einsatzzeit im Zweiten Weltkrieg legte die Wisconsin 105.831 Meilen zurück, schoss drei Feindmaschinen ab, nahm an vier Invasionsoperationen teil und versorgte etwa 250 mal die Begleitzerstörer mit Treibstoff. Sie fuhr nun nach Okinawa und nahm im Rahmen der "Magic Carpet" Operation Soldaten, Seeleute und Marinepersonal an Bord, um diese von den Schlachtfeldern des Pazifiks in die Heimat zu verfrachten. Die Wisconsin verließ Okinawa am 23. September und ereichte Pearl Harbor am 4. Oktober, dort verblieb sie 5 Tage, bevor sie dann Richtung Westküste fuhr und am 15. Oktober 1945 San Francisco erreichte. Nach dem Jahreswechsel legte sie wieder ab um die Ostküste anzulaufen. Vom 11. bis 13. Januar durchquerte sie den Panamakanal und erreichte schließlich am 18. Hampton Roads in Virginia. Nach einer Fahrt in die Guantanamo Bay bei Kuba, kehrte das Schiff wieder zurück zur Überholung in die Norfolk Marinewerft. Nach Reparatur und Modernisierung während der Sommermonate setzte die Wisconsin Kurs auf südamerikanische Gewässer. Das Schlachtschiff besuchte vom 1. bis .6 November den Hafen von Valparaiso in Chile, danach vom 9. bis 13. Callao in Peru, vom 16. bis 20. Balboa am Panamakanal und vom 22. bis 26. November den Hafen von La Guarjira in Venezuela, bevor es wieder in Norfolk einlief. Fast während des gesamten Jahres 1947 unternahm die Wisconsin Übungsfahrten mit Reservisten der Marine, die für jeweils zwei Wochen an Bord kamen. Diese Fahrten begannen bei Bayonne im Staat New Jersey und gingen über Guantanamo Bay und die Panama Kanalzone. Während der Fahrt auf See führte das Schiff verschiedene Übungs- und Ausbildungslehrgänge durch, bevor es wieder in den Hafen von Bayonne einlief, von wo aus es gestartet war. Während des Juni/Juli 1947 kamen Marineakademieabgänger für eine Fahrt in den Norden Europas an Bord. Im Januar 1948 kam die Wisconsin zur Atlantikreserveflotte nach Norfolk um dort aus dem aktiven Dienst entlassen zu werden. Seit 1. Juli 1948 lag das Schiff hier in Norfolk als Teil der Atlantikreserveflotte.

Ihr Tiefschlaf wurde im späten Juni 1950 beendet, als die Nordkoreanische Armee den Süden des Landes überfiel. Die Wisconsin wurde am 3. März 1951 wieder unter dem Kommando von Kapitän Thomas Burrowes in Dienst gestellt. Nach dem Standardeinführungstraining unternahm das reaktivierte Schlachtschiff zwei Ausbildungsfahrten und brachte Offiziersanwärter nach Edinburgh, Lissabon, Halifax, New York City und Guantanamo Bay, bevor es wieder in Norfolk einlief. Die Wisconsin verließ Norfolk am 25. Oktober 1951 und nahm Kurs auf den Pazifik. Sie durchfuhr den Panamakanal am 29. Oktober und erreichte Yokosuka am 21. November. Dort ersetzte sie die USS New Jersey (BB-62) von Vize Admiral H.M. Martin, Kommandant der 7. Flotte. Am 26. kam Admiral Martin zusammen mit Conteradmiral F.P. Denebrink, dem Chef der Nachschubtruppe im Pazifik, an Bord und die Wisconsin verließ Yokosuka um die schnelle Trägergruppe 77, die in koreanischen Gewässern operierte, zu unterstützen. Sie verließ den Trägerverband aber am 2. Dezember wieder und leistete Artillerieunterstützung für die Truppen der Koreanischen Republik in der Kasong-Kosong Region, wobei sie von dem Zerstörer USS White (DD-716) begleitet wurde. Nachdem Admiral Denebrink am 3. Dezember bei Kangnung von Bord ging, bezog das Schlachtschiff Position an der "Bomblinie" und unterstützte die 1. Marinedivision mit ihren schweren Geschützen. Das Feuer der Wisconsin zerstörte einen Panzer, zwei Geschützstellungen und ein Gebäude. Sie setzte das Feuer für die 1. US-Marinedivision und das 1. Korps der Koreanischen Armee bis zum 6. Dezember fort und vernichtete feindliche Bunker und Artilleriestellungen. Während eines Einsatzes in dieser Zeit, erhielt das Schiff eine Anfrage vom 1. Armeekorps der ROK (Republic of Korea) für einen Artillerieeinsatz und Beleuchtung des Gefechtsfeldes durch Leuchtgranaten. Damit wurden die angreifenden Kommunisten für die Verteidiger sichtbar und erlitten hohe Verluste. Nach der Ablösung durch den schweren Kreuzer USS St.Paul (CA-78) am 6. Dezember, war die USS Wisconsin bereits am 11. Dezember zusammen mit dem Zerstörer USS Twinin (DD-540) wieder an der Küste der Kasong-Kosung Region um Artillerieunterstützung zu geben. Das Schlachtschiff setzte bis zum 14. Dezember den Beschuss auf feindliche Bunker, Kommando- und Artilleriestellungen, sowie Versorgungs- und Verbindungslinien fort. Sie verließ den Ort des Geschehens an diesem Tag um an der Operation gegen Kojo teilzunehmen. Mit ihrem Geschützfeuer bekämpfte sie die Küstenstellung des Gegners und unterstütze dadurch die Anlandung der UNO-Bodentruppen. Noch am selben Tag lief die Wisconsin wieder Richtung Kasong-Kosong. Am darauffolgenden Tag lief die Wisconsin aus den koreanischen Gewässern aus und fuhr nach Sasebo, wo sie Munition, Treibstoff und Proviant aufnahm. Direkt danach ging es zurück in das Einsatzgebiet. Am 18. Dezember ging der US-Senator Homer Ferguson aus Michigan an Bord. Während eines amphibischen Landeunternehmens in der selben Nacht verschoss die Wisconsin Leuchtgranaten und erhellte somit die Landezone für die Soldaten der 11. ROK.  Dabei erlitten die kommunistischen Einheiten und Einrichtungen schwere Verluste. Am darauffolgenden Tag ging der Senator wieder von Bord und flog per Hubschrauber zum Flugzeugträger USS Valley Forge (CV-45). Der nächste Einsatz richtete sich gegen ausgewählte Ziele in Wosan. Ziel war der westliche Hafen. Dort wurden Boote und Fahrzeuge, die sich im Kanal aufhielten unter Beschuss genommen. Damit verhinderte man den weiteren Vormarsch der nordkoreanischen Armee im Bereich von Wonsan. Danach folgte eine „Suchen und Vernichten“ Fahrt in den Norden, mit dem Ziel die feindliche Schiffstonnage zu dezimieren. Dann folgte eine Mission zur Feuerunterstützung der Bodentruppen an der vordersten Front, drei Tage vor Weihnachten. Am 28. Dezember schloss die Wisconsin zur Trägerflotte auf und nahm Kardinal Francis Spellmann an Bord. Dieser machte eine Helikoptertour zu den großen Schiffen. Er zelebrierte dort Gottesdienste für die katholischen Besatzungsmitglieder. Er verließ das Schiff mit dem Helikopter und drei Tage vor Sylvester lief die Wisconsin in Yokosuka ein.

Am 8. Januar 1952 lief das Schiff erneut aus um in den feindlichen Gewässern zum Einsatz zu kommen. Es erreichte Pusan am folgenden Tag und paradierte am 10. vor dem Staatspräsidenten Syngman Rhee und seiner Frau Gemahlin. Mit allen militärischen Ehren kam das Präsidentenpaar an Bord und überreichte Vizeadmiral Martin eine militärische Auszeichnung. Am nächsten Tag befand sich die Wisconsin bereits wieder an der Front und leistete der 1. US-Marinedivision und dem 1. ROK Korps massive Feuerunterstützung. Sie stand dabei auf Abruf bereit und richtete ihre Rohre auf jedes angesagte Ziel und nahm es dann unter schweres Geschützfeuer. Nach erneuter Nachschubergänzung in Sasebo kam die Wisconsin wieder zur TF 77 und setzte ihren Auftrag am 23. Januar fort. Drei Tage später ging es wieder nach Kojo wo sie an einer kombinierten See-Luft-Operation teilnahm. Dann folgte ein erneuter Einsatz an der Kampflinie. Wie zuvor wiesen die Beobachter der 1. Marinedivision der Wisconsin ihre Ziele zu. Es handelte sich dabei um die Kommando- und Kommunikationszentren der 15. nordkoreanischen Armee. Ende Januar wurde erneut Wosan angelaufen und Stellungen in Hodo Pando beschossen. Am 2. Februar kam sie wieder zur TF 77. Am nächsten Tag wurden feindliche Beobachtungsstellungen und Eisenbahnlinien in Hodo Pando und Kojo unter Beschuss genommen. Am 26. Februar erreichte die Wisconsin Pusan, wo Vize Admiral Shon, der Oberbefehlshaber der süd-koreanischen Seestreitkräfte, der amerikanische Botschafter J.J. Muccio und Konteradmiral Scott-Montcrieft von der Royal Navy, Chef der Task Force 95.12 das Schlachtschiff besuchten. Am folgenden Tag verließ das Schiff den Hafen wieder und erreichte Yokosuka am 2. März. Eine Woche später begab sie sich nach Sasebo um sich dort auf die Rückkehr in koreanische Gewässer vorzubereiten. Sie erreichte Songjin, am 15. März 1952 und konzentrierte ihr Feuer auf feindliche Eisenbahntransporte. Am frühen Morgen zerstörte sie einen feindlichen Truppentransporter der vor einem zerstörten Tunnel hielt. Am Nachmittag erhielt sie den ersten Treffer ihrer Geschichte, als eine von vier 155 mm Granaten den Panzer einer 40 mm Flakbatterie zerstörte. Neben dem Materialschaden gab es noch 3 verletzte Crewmitglieder. Diesen Angriff beantwortete die Wisconsin mit einer Salve aus ihren 16 inch Geschützen und fegte die feindliche Batterie damit vom Feld, bevor sie ihre Fahrt fortsetzte. Danach unterstützte sie ein weiteres Mal die 1. US-Marinedivision mit ihren schweren Geschützen und kehrte danach am 19. März wieder nach Japan zurück. Als Flaggschiff der 7. Flotte verließ die Wisconsin zusammen mit ihrem Schwesterschiff USS Iowa (BB 61) den Hafen von Yokosuka in Richtung Heimat. Auf dem Heimweg kehrte sie in Guam ein, wo sie am 4. und 5. April versuchsweise in das größte transportable Trockendock der Navy aufgenommen wurde, was als bisher einmaliges Unterfangen gewertet werden darf, da bis dahin noch kein Iowa-Klasse Schlachtschiff in solch eine Versorgungseinrichtung eingefahren war. Sie setzte ihre Heimfahrt via Pearl Harbor fort und erreichte Long Beach, Kalifornien am 19. April. Dann ging es weiter nach Norfolk an der Ostküste.

Anfang Juni 1952 nahm sie ihre Rolle als Trainingsschiff wieder ein. Es folgte eine Seefahrt nach Greenock, Scotland, Brest, Frankreich, Guantanamo Bay, Cuba und dann wieder Norfolk. Sie verlies Hampton Roads am 25. August und nahm an der Natoübung Operation Mainbrace teil. Die Übung begann bei Greenock und endete in der Nähe von Oslo, Norwegen. Nach ihrer Rückkehr nach Norfolk wurde die Wisconsin in der dortigen Werft überholt. Dann folgten weitere Trainingsfahrten und Manöver im Rahmen ihrer Rolle als aktives Schlachtschiff und Ausbildungseinheit. Am 6. Mai 1955 kollidierte das Schlachtschiff in dichtem Nebel mit dem Zerstörer USS Eaton (DDE-510). Mit starken Schäden an ihrer Seite erreichte die Wisconsin das Trockendock von Norfolk. Durch eine beschleunigtes Verfahren gelang es innerhalb von 16 Tagen den Schaden zu reparieren. Eine 120 Tonnen schwere und 68 Fuß lange Sektion des unvollendeten Schlachtschiffs „Kentucky“ wurde von der Newport Werft in Newport Virginia nach Norfolk gebracht und dort eingesetzt. Gearbeitet wurde Tag und Nacht und schon am 28. Juni 1956 war das Schiff wieder seetüchtig. Es folgen weitere Ausbildungsfahrten und Manöver. Vergleichbar mit denen ihrer Schwesterschiffe. Ein nicht alltägliches Ereignis war die Rettung von zwei Überlebenden eines Flugzeugabsturzes. Es waren Angehörige des Flugzeugträgers Forrestal (CVA-59), deren Maschine abgestürzt war. Am 22.11 1957 erreichte das Schiff erneut den Hafen von Norfolk. Damit waren seine Tage als aktives Schiff gezählt. Am 4.11. 1957, verließ die Wisconsin den Hafen mit einer großen Gruppe von Prominenten. Sie erreichte New York City am 6. November wo es zwei Tage lang verblieb. Als die Prominenz wieder von Bord gegangen war, nahm man Kurs auf Bayonne, N.Y. um mit der Deaktivierung zu beginnen. Am 8. März 1958 wurde die Wisconsin der „inaktiven Reserveflotte“ zugeteilt. Damit gab es in der U.S. Navy kein aktives Schlachtschiff mehr. Sowas war seit 1896 nicht mehr vorgekommen. Das Schiff verblieb zusammen mit der IOWA (BB-61) in der Philadelphia Shipyard bis zur Reaktivierung am 22. 10. 1988. Die Wisconsin kam dann während des Golfkriegs wieder zum Einsatz. Im Februar 1991 feuerte sie ihre 16 inch Geschütze auf Ziele im Norden von Khahji, Saudi Arabien. Das Schiff unterstützte damit den Vormarsch der Bodentruppen. Zusammen mit der Missouri (BB-63) beschoss sie während des Krieges ihre Ziele mit der schweren Artillerie. Gegen Ende des Monats richtete sie ihre Geschütze auf Fayaka Island und Kuwait City um damit den Vorstoß der Bodentruppen zu erleichtern. Am 28. Februar 1991 willigte der Irak dann einem Waffenstillstand ein und der Zweite Golfkrieg war beendet. Die USS Wisconsin wurde dann am 30. September 1991 erneut deaktiviert. Nach einem Aufenthalt im Trockendock in Norfolk. VA, wurde sie am 31. Mai in den Hafen von Norfolk geschleppt. Seit dem 7.12.2000, dem „Pearl Habor Gedenktag“, dient sie als Ausstellungsstück in Norfolk um die Bedeutung der Schlachtschiffe in der Geschichte der U.S. Navy zu verdeutlichen. Seit dem 16. April 2001 ist die Wisconsin auch der Öffentlichkeit zugänglich. Sie erhielt fünf „Battle Stars“ für ihre Einsätze während des Zweiten Weltkriegs und einen für ihren Dienst in Korea.



USS Wisconsin


 

Text by Leo, UncleK. Letztes Update:  3. October 2007