Geschichte der USS Missouri (BB-63)



Die Missouri im Trockendock

Das vierte und letzte Schiff der IOWA-Klasse war die Missouri (BB-63), die gleichzeitig auch das letzte fertiggestellte US-Schlachtschiff war. Die Bauarbeiten begannen am 6. Januar 1941 in der New Yorker Marinewerft, der Stapellauf erfolgte am 29. Januar 1944. Die Taufpatin des Schiffes war Miss Margret Truman, der Tochter des Senators des Bundesstaates Missouri, Harry S. Truman, dem späteren Präsidenten. Die offizielle Indienststellung war am 11. Juni 1944 unter dem Kommando von Captain William M. Callaghan. Nach dem Auslaufen aus New York und den obligatorischen Tests und Trainingsfahrten in der Chesapeake Bay, lief die Missouri am 11. November aus Norfolk aus, durchfuhr den Panamakanal am 18. November, und lief in San Francisco ein, wo sie zum Flaggschiff der Flotte ernannt wurde. Sie verließ die Bucht von San Francisco am 14. Dezember und erreichte den Flottenstützpunkt Ulithi bei den Westkarolineninseln am 13. Januar 1945. Dort war sie zeitweise das Flottenhauptquartier von Vizeadmiral Marc A. Mitscher. Das Schlachtschiff stach am 27. Januar in See um den Geleitschutz der Lexington Trägergruppe von Mitschers Kampfgruppe 58 zu übernehmen. Von ihren Katapulten aus starteten die ersten Flugzeuge zum Angriff auf Japan seit dem Einsatz der B-25 Mitchell Bomber, welche im April 1942 vom Flugzeugträger Hornet aus gestartet waren. Die Missouri wurde danach zusammen mit den Flugzeugträgern nach Iwo Jima verlegt, wo sie mit ihren Schiffsgeschützen die Invasionstruppen unterstütze. Durch den direkten Beschuß der japanischen Küstenverteidigung ebnete sie den Landungstruppen den Weg, welche am 19. Februar mit der Erstürmung Iwo Jimas begannen.
Nachdem die Kampfgruppe 58 am 5. März wieder im Flottenstützpunkt Ulithi angekommen war, wurde die Missouri der Yorktown Trägergruppe zugeteilt. Am 14. März verließ die Missouri den Hafen Ulithi wieder und nahm Kurs auf die japanischen Hauptinseln. Wahrend der Beschießung von Zielen entlang der japanischen Küste, die am 18. März begannen, schoss die Missouri vier japanische Flugzeuge ab. Angriffe gegen Flugplätze und Marinebasen in der Nähe des Meeres, südwestlich der Insel Honshu folgten.
Der Flugzeugträger Wasp wurde am 19. März von zwei Kamikazepiloten gerammt und war für eine Stunde nicht in der Lage Flugzeuge starten oder landen zu lassen. Zwei Bomben durchschlugen bei weiteren Angriffen das Flugdeck des Trägers Franklin und ließen diesen antriebslos 50 Meilen vor der japanischen Küste treiben. Der Kreuzer Pittsburgh nahm den Träger Franklin dann ins Schlepp und zog diesen mit 14 Knoten zum Hafen Ulithi. Die Trägergruppe der Missouri übernahm bis zum 22. März die Sicherung der Franklin bei deren Rückführung nach Ulithi. Dann wurde Kurs auf Okinawa gesetzt um mit der Beschießung für die bevorstehende Invasion zu beginnen. Die Missouri beschoß zusammen mit den anderen schnellen Schlachtschiffen der Kampfgruppe 58 am 24. März 1945, die südöstliche Küste von Okinawa; ein Ablenkungsmanöver um die feindlichen Kräfte an der Westküste zu verwirren, wo man die eigentliche Invasion durchführen wollte. Als die Marines und Armeeeinheiten am 1. April 1945 zur Eroberung Okinawas ansetzten, sicherte die Missouri wieder die Trägerkampfgruppen. Flugzeuge von mehreren Trägern griffen am 7. April einen japanischen Spezialverband unter Führung des Schlachtschiffs Yamato an. Sowohl die Yamato, das größte Schlachtschiff aller Zeiten, wie auch ihr Schwesterschiff Musashi und ein japanischer Kreuzer und einige Zerstörer wurden von den Amerikanern versenkt. Drei weitere feindliche Zerstörer wurden so schwer beschädigt, dass sie aufgegeben werden mussten. Vier einsame Zerstörer waren die einzigen Überlebenden des japanischen Verbands und entkamen beschädigt nach Saebo.
Am 11. April eröffnete die Missouri das Feuer auf einen tief fliegenden Kamikazepiloten, dem es gelang durch den Abwehrschild der Flugabwehrgeschütze zu kommen, und dessen Maschine dann knapp über dem Hauptdeck detonierte. Der in den Tanks des Flügels enthaltene Treibstoff entzündete sich und es kam zu einem Brand im Turm 3 der 5 inch Artillerie. Das Schlachtschiff erlitt allerdings keine ernsthaften Schäden, da man das Feuer schnell unter Kontrolle brachte.
Am 27. April 1945 entdeckte die Missouri ungefähr um 23.05 Uhr ein feindliches U-Boot 12 Meilen entfernt von ihrer Formation. Sofort startete man eine Jagd mit Flugzeugen des Trägers Bataan und vier Zerstörern, die das japanische U-Boot I 56 versenkten. Die Missouri trennte sich von ihrem Trägerverband am 5. Mai vor Okinawa und lief Richtung Ulithi. Während der Schlacht um Okinawa schoss sie fünf feindliche Flugzeuge ab, unterstützte die Vernichtung von 6 weiteren. Sie half bei der Abwehr von 12 Angriffen bei Tage und focht 4 Nachtangriffe gegen ihren Trägerverband aus. Durch ihren Beschuß auf diverse Landziele zerstörte sie viele militärische und industrielle Einrichtungen der Japaner.
Die Missouri erreichte Ulithi am 9. Mai 1945 und fuhr dann am 18. Mai nach Apra Habor. Am Nachmittag dieses Tages brachte Admiral William F. Halsey, Befehlshaber der 3. Flotte, seine Flagge an Bord der Missouri. Sie verließ den Hafen wieder am 21. Mai und setzte die Beschießung von feindlichen Anlagen auf Okinawa am 27. Mai fort. Sie unterstützte die 3. Flotte bei deren Angriffe auf Flugplätze und andere Einrichtungen auf Kyushu während des 2. und 3. Juni. Ihr Flottenverband attackierte Kyushu nochmals am 8. Juni mit schwerem Beschuß durch Schiffsartillerie und Luftangriffen, bevor er sich nach Leyte zurückzog.
Die Missouri erreichte San Pedro, Leyte, am 13. Juni 1945 nach dreimonatigem Einsatz während des Okinawafeldzugs. Hier wurde sie darauf vorbereitet die 3. Flotte beim Angriff auf das Herz Japans, anzuführen. Die Flotte setzte am 8. Juli nördlichen Kurs auf das japanische Mutterland. Der erste für die Japaner überraschende Angriff aus Tokio erfolgte am 10. Juli, dem weitere auf die beiden Inseln Honshu und Hokkaido am 13. und 14. Juli folgten. Als die Missouri am 15. Juli zum Beschuss der Nihon Stahlwerke und der Wanishi Eisenwerke bei Muroran auf der Insel Hokkaido ansetzte, wurde zum ersten Mal durch seegestütztes Geschützfeuer eine Haupteinrichtung auf einer japanischen Hauptinsel zerstört. Während der Nacht vom 17. auf den 18. Juli beschoss die Missouri industrielle Ziele im Hinchiti Gebiet auf der Insel Honshu. Luftangriffe auf Ziele im Landesinneren folgten am 25. Juli 1945. Die Missouri übernahm dann die Sicherung der Träger, während diese schwere Angriffe auf die japanische Hauptstadt flogen. Als der Juli zu Ende war, gab es keine japanischen Gewässer mehr, alles war nun unter Kontrolle der amerikanischen Marine. Während des 9. August 1945, dem Tag des zweiten Atombombenabwurfs, unternahm die Trägergruppe der Missouri Angriffe gegen Ziele auf Hakkaido und den Norden der Insel Honshu. Am nächsten Tag stimmte Japan der bedingungslosen Kapitulation zu.
Admiral Sir Bruce Fraser von der Royal Navy, der Oberkommandierende der britischen Seestreitkräfte im Pazifik, kam am 16. August an Bord der Missouri um Admiral Halsey zum Ritter des Britischen Empires zu schlagen. Die Missouri selbst fuhr am frühen Morgen des 29. August in die Bucht von Tokio ein, da auf ihr die offizielle Kapitulationserklärung stattfinden sollte. Hochrangige Militärs aller alliierten Streitkräfte und Truppengattungen wurden am 2. September an Bord empfangen. Darunter Flottenadmiral Chester Nimitz, der kurz nach 8.00 Uhr eintraf, und Armeegeneral Douglas McArthur, der Oberbefehlshaber der Alliierten Landstreitkräfte im Pazifik. Die Japaner wurden von Außenminister Mamoru Shigemitsu vertreten, der um 8.56 an Bord kam. Um 9.03 trat General McArthur vor eine Reihe von Mikrophonen und kommentierte die 23minütige Kapitulationszeremonie an die gespannt wartende Weltöffentlichkeit. Um 9.30 verließ die japanische Delegation das Schiff wieder. Am Nachmittag des 5. September übertrug Admiral Halsey seine Flagge auf das Schlachtschiff South Dakota. Am nächsten Tag lief die Missouri in der Frühe aus der Bucht von Tokio aus, um in Guam Passagiere für die Heimreise aufzunehmen. Von Guam aus ging es ohne zusätzliche Begleitung weiter nach Hawaii. Die Missouri erreichte Pearl Harbor am 20. September und setzte nachmittags, während eines Empfangs, die Flagge von Admiral Nimitz. Am nächsten Tag lief die Missouri aus Pearl Harbor aus und setzte Kurs auf die Ostküste der USA. Sie erreichte New York am 23. Oktober und setzte dort die Flagge von Admiral Jonas Ingram, dem Oberkommandierenden der Atlantikflotte. Am 27. Oktober feuerte die Missouri 21 Schuß Salut ab, als Präsident Truman während der Marinefeierlichkeiten an Bord kam.



Flottenadmiral Chester Nimitz beim Unterschreiben der japanischen Kapitulationsurkunde an Bord der Missouri.

Der japanische General Umezu beim Unterschreiben der Kapitulationsurkunde.

Nach Überholung in der New Yorker Marinewerft und einer Übungsfahrt nach Kuba, lief die Missouri wieder in New York ein. Am Nachmittag des 21. März 1946 empfing sie den türkischen Botschafter in den USA, Melmet Munir Ertegun. Sie lief am 22. März in Richtung Gibraltar aus und durchfuhr den Bosporus bei Istanbul, wo die Ankunft des türkischen Botschafters, sowie der Missouri, gefeiert wurde. Das Schlachtschiff verließ Istanbul am 9. April und begab sich zu Phaleron Bucht bei Piracus, Griechenland, wo die Missouri ebenfalls mit Begeisterung gefeiert wurde Die Nachrichten stilisierten das Schiff zu einem Symbol für das amerikanische Interesse der griechisch-türkischen Freiheit, vor allem im Hinblick auf die Expansion des sowjetischen Einflussbereiches. Im August fiel dann die Entscheidung eine starke Flotte ins Mittelmeer zu entsenden. Die Missouri verließ Piraeus am 26. April, lief kurz in Algier und Tanger ein, bevor sie am 9. Mai in Norfolk eintraf. Sie lief am 12. Mai wieder aus, mit dem Ziel Culebra Island um dort zusammen mit Admiral Mitcher's 8. Flotte an dem ersten großen Nachkriegsflöttenmanöver teilzunehmen.
Die Missouri lief am 30. August 1947 im Hafen von Rio de Janeiro zur Inter-Amerikanischen Konferenz für Frieden und Sicherheit ein. Präsident Truman kam am 2. September an Bord um die Unterzeichnung des Rio-Vertrags, zu feiern. Die Familie des Präsidenten trat zudem an Bord der Missouri ihre Heimreise an, die am 19. September in Norfolk endete. Der Überholung des Schiffs vom 23. September bis zum März 1948 folgten Übungen und Manöver und von September 1949 bis 17. Januar 1950 wurde die Missouri in der Norfolk Marinebasis ein weiteres Mal überholt. Sie war zudem mittlerweile das einzige Schlachtschiff im aktiven Dienst. Am 17. Januar lief die Missouri von Hampton Roads aus um sich zum Übungsgebiet für ein geplantes Manöver  zu begeben. Dabei ereignete sich ein Zwischenfall, denn das Schiff lief etwa drei Schiffslängen von der Fahrrinne entfernt auf Grund. Mit Hilfe von Pontons und der aufkommenden Flut wurde sie wieder flott gemacht und in der New Yorker Marinewerft repariert.
Am 19. August 1950 verließ die Missouri den Hafen von Norfolk um die UNO-Truppen in Korea bei deren Kampf gegen die Kommunisten zu unterstützen. Sie am 14. September westlich von Kyushu zu den UNO-Truppen und wurde zum Flaggschiff von Konteradmiral A.E. Smith. Die Missouri war das erste amerikanische Schlachtschiff das koreanische Gewässer erreichte und sie bombardierte am 15. September Samchok in einer kombinierten Bewegung zusammen mit den Landungen bei Inchon. Im Verbund mit dem Kreuzer Helena und zwei Zerstörern ebnete sie den Weg für die Offensive der 8. Armee. Nach dem Geleitdienst für den Flugzeugträger Valley Forge entlang der koreanischen Ostküste, folgten Beschießungsaufträge vom 12. bis 26. Oktober in der Gegend von Chonjin und Tanchon und bei Wosan. Nach erneutem Geleitdienst östlich von Wonsan fuhr sie am 23. Dezember nach Hungnam um an der dortigen Verteidigungslinie Feuerunterstützung für die letzten dort verbliebenen UNO Soldaten zu leisten. Die Soldaten der 3. US. Infanterie Division wurden dort an Weihnachten über den Seeweg evakuiert. Im Anschluss an diese Evakuierung folgten bis zum 19. März 1951 im Zusammenwirken mit den Trägern massive Bombardements an der Ostküste Koreas. Die Missouri nahm dann Kurs auf Yokosuka/ Japan und am 24. März 1951 verließ den Pazifik um am 27. April in Norfolk einzulaufen. Sie wurde dort das Flaggschiff von Konteradmiral J.L. Holloway, dem Oberbefehlshaber der Atlantischen Flotte. Im Sommer 1951 unternahm sie zwei Ausbildungsfahrten nach Nordeuropa, denen eine Überholung in Norfolk folgte. Im Winter und Frühjahr wurde wieder geübt, New York besucht, und am 4. August kehrte die Missouri nach Norfolk zurück und wurde dort für den zweiten Einsatz in Korea ausgerüstet.
Die Missouri verließ am 11. September 1952 Hampton Roads und erreichte Yokosuka am 17. Oktober. Dort hisste sie am 19. Oktober die Flagge von Vizeadmiral J.J. Clark, dem Kommandanten der 7. Flotte. Ihre primäre Mission bestand auch diesmal darin seegestütztes Artilleriefeuer zu leisten. Zwischen dem 25. Oktober 1952 und dem 2. Januar 1953 beschoss sie Ziele bei Tanchon, Chaho, Wonsan und Hamhung. Die Missouri nahm dann am 5. Januar 1953 Kurs nach Sasebon in Japan. Dort besuchten sie am 23. Januar der UNO Oberbefehlshaber General Mark Clark und Admiral Sir Guy Russell von der britischen Royal Navy. In den folgenden Wochen begab sich die Missouri auf Patrouille entlang der Ostküste Koreas in direkter Zusammenarbeit mit den Truppen an Land. Wiederholte Schläge gegen Wonsan, Tanehon, Hungnam und Kojo zerschlugen die Infrastruktur und Nachschubwege entlang der Ostküste. Der letzte Artillerieeinsatz der Missouri richtete sich gegen die Region um Kojo während des 25. März. Dann erlebte die Crew des Schiffs einen schwerwiegenden Verlust, als am 6. März 1953, der kommandierende Offizier, Captain Warner R. Edsall einen schweren Herzanfall erlitt, während er das Schiff durch das U-Boot Netz bei Sasebo lenkte.
Am 4. Mai erreichte die Missouri wieder den Marinestützpunkt Norfolk, von wo sie am 8. Juni bereits wieder zu einer Übung auslief. Vom 20. November 1953 bis zum 2. April 1954 wurde sie dann überholt und verlies danach als Flaggschiff von Konteradmiral R.E. Kirby, am 7. Juni Norfolk zu einer Übungsfahrt nach Lissabon und Cherbourg. Nachdem sie am 3. August wieder in Norfolk angekommen war, wurde sie bereits am 23. August zur Außerdienststellung an die Westküste verlegt. Nach Zwischenstation in Long Beach und San Francisco, erreichte die Missouri am 15. September 1954 Seattle. Drei Tage später lief sie in der Puget Sound Marinebasis ein, wo sie am 26. Februar 1955 der Pazifikreserve zugeteilt wurde. In Reserve blieb die "Mighty Mo" ein Teil der Marine und war ein bekanntes Wahrzeichen.



Die Missouri im Panamakanal im Oktober 1945, auf dem Weg nach New York. Die Schiffe der Iowa-Klasse passten gerade so in die Schleusen des Kanals.

Im Mai des Jahres 1984 erwachte der schlafende Riese aus seinem Schlaf, geweckt von dem Ruf zu den Waffen. Die USA reaktivierten ihre Schlachtschiffe und modernisierten diese. Diese Waffenplattformen wurden gebraucht, um die Marine auf eine Anzahl von 600 Schiffen zu puschen. Die Schlachtschiffe sollten die Kampfgeschwader anführen und dabei helfen die amerikanische Marinepräsenz auf dem ganzen Globus zu etablieren. Die USS Missouri wurde am 10. Mai 1986 wieder in Dienst gestellt. Vier Monate später verließ sie ihren neuen Heimathafen Long Beach zu einer Weltumrundung, die sie über Australien, Ägypten, Spanien, Portugal und Panama führte. Am 25. Juli 1987 wurde die Missouri in den umkämpften Persischen Golf verlegt und verblieb für volle sechs Monate im Indischen Ozean und der Nordarabischen See. Anfang 1988 fuhr sie über Diego Garcia, Australien und Hawaii wieder zurück in die Staaten. Monate später kehrte das Schiff wieder in Gewässer Hawaiis zurück und nahm an dem Flottenmanöver „Rim of the Pacific“ teil, das von insgesamt 50.000 Soldaten der Marinestreitkräfte von Australien, Kanada, Japan und den USA abgehalten wurde. Anfang 1989 lag die Missouri dann zu einer Routineüberprüfung in der Long Beach Marine Werft. Einige Monate später, lief das Schiff samt Crew wieder aus, um zusammen mit dem Schwesterschiff New Jersey an der Übung „Pacific Exercise 89“ (PacEx89) teilzunehmen. Dabei wurde eine simultane Schießvorführung für die beiden Flugzeugträger USS Enterprise (CVN65) und USS Nimitz (CVN 68) vorgeführt. Das Highlight der Übung war ein Besuch in südkoreanischen Hafen Pusan.
Am 2. August 1990 eroberte dann der irakische Diktator Saddam Hussein das Emirat Kuwait und Mitte des Monats entsandte Präsident George Bush die ersten von weiteren hunderttausend Soldaten in die Golfregion, zusammen mit starken Marineverbänden, die bei den Kämpfen gegen den irakischen Diktator die multinationalen Truppen unterstützen sollten. Eine viermonatige von Hafen zu Hafen Rundfahrt der Missouri im Westpazifik wurde nur wenige Tage vor Auslaufen gestrichen und sie wurde ebenfalls abkommandiert um sich der immer noch wachsenden Streitmacht im Nahen Osten anzuschließen.
Das alte Schlachtschiff legte von Pier 6 in Long Beach ab und nahm Kurs auf Hawaii, der ersten Etappe auf der langen Fahrt zum Golf. Die Mannschaft feierte das Erntedankfest in Pearl Harbor, dann wurden die Philippinen angelaufen. Der nächste Stop war Pattaya Beach in Thailand wo man neben ein paar Tagen Freizeit auch weitere Schiessübungen abhielt und sich auf einen möglichen Angriff mit chemischen Waffen durch den Irak vorbereitete. Die Missouri erreichte den Golf schließlich einige Tage nach Neujahr. Nach einem nur sehr kurzen Aufenthalt in Bahrain, bekam die Missouri den Befehl nordwärts zu fahren und sich auf den Einsatz vorzubereiten. Einige Tage später, am 17. Januar 1991, feuerte das Schiff früh morgens Tomahawk Marschflugkörper auf Ziele im Irak, insgesamt waren es 28 Stück. Im Februar 1991, feuerte die Missouri dann zum ersten Mal seit dem Koreakonflikt wieder mit 16 inch Artillerie auf feindliche Zeile. Sie beschoss dabei Ziele direkt nördlich der Stadt Khafji in Saudi Arabien und unterstützte damit die Einsätze der Bodentruppen. Die Missouri erledigte diese Beschießungseinsätze zusammen mit dem Schwesterschiff USS Wisconsin. Etwa gegen Ende des Monats richteten sie ihre mächtigen Geschütze gegen Kuwait City um der Bodenoffensive die nötige Unterstützung zu bieten. Am 28. Februar 1991 stimmte der Irak einer Waffenruhe zu.
Mitte März begab sich die Missouri auf eine lange Heimreise zurück an die Westküste. Dabei machte sie zweimal Station, zuerst im australischen Perth und danach noch im tasmanischen Hobart. Im letzten "aktiven" Jahr der Missouri besuchte das Schiff Seattle, Vancouver, British Columbia und San Francisco. Das Schiff lief einen Tag nach dem Erntedankfest 1991 zu seiner letzten Mission, einem Besuch in Pearl Habor, aus. Danach deaktivierte man die Missouri, indem man sämtliche Flugkörper und Granaten vorn Bord brachte, und am 31. März 1992 wurde der Veteran in Long Beach zum letzen Mal außer Dienst gestellt. Am 4. Mai 1998, unterzeichnete der Staatssekretär der Marine, John H. Dalton, die Übergabeurkunde für die offizielle Überführung des historischen Schlachtschiffs an den USS Missouri Gedenkverein von Honululu, einer gemeinnützigen Organisation. Heute liegt die Missouri als Museum und Seekriegsdenkmal in Pearl Habor, neben der Gedenkstätte der USS Arizona. Die Missouri erhielt drei Battle Stars für die Einsätze während des Zweiten Weltkriegs und fünf weitere für die Dienste während des Koreakriegs.



Der Kamikazeangriff auf die USS Missouri am 11. April 1945

Quelle: US Navy (Der Bericht beruht auf veröffentlichtem und verwendbarem Material der US Navy.)



 

Text by Leo, UncleK. Letztes Update:  3. October 2007