GeschichteBeeindruckt durch die russischen Selbstladegewehre wie Tokarew SWT 1940 und Simonow AWS 1936 forderte die Wehrmacht eine ebenbürtige Waffe. Das im Dezember 1942 offiziell eingeführte G 41 W (Walther) genügte den Anforderungen in keiner Weise. Daran waren die technischen Vorbedingungen von 1940 Schuld, so war es verboten bei Gasdruckladern den Lauf anzubohren, da man dieser Konstruktion nicht traute. Aufgrund der schlechten Erfahrungen mit dem G41 W stellte Walther kurz vor dessen Einführung eine neue Waffe vor. An diesem Modell war der Lauf angebohrt. Demontage und Fertigung waren einfacher, die Herstellungskosten geringer. Diese Konstruktion bewährte sich recht gut und wurde bereits am 30. April 1943 eingeführt. Eine weitere Forderung war die weitgehende Übereinstimmung mit dem Karabiner 98k. Diese spiegelt sich bei Schaft, Visierung und Abzug wieder. Die Forderung nach einer Dauerfeuereinrichtung wurde widerrufen. Bei seiner Einführung hieß die Waffe G43. Im April 1944 änderte man diesen Namen in K43. (Das K steht für Karabiner). Ohne ein solcher zu sein, sollte sie den K98 k als Standardwaffe ablösen. Dies gelang jedoch nicht. Die Serienfertigung begann erst im Oktober 1943. Im ersten Monat wurden nicht mehr als 15 Waffen gefertigt. Doch noch 3.209 wurden bis Ende 1943 produziert. Richtig angelaufen war die Produktion jedoch erst im Februar 1944 mit 9.240 Stück monatlich. Im darauf folgenden Monat konnten schon 16.509 Waffen hergestellt werden.
TechnikVerschlussBeim G43 handelt es sich um einen Gasdrucklader mit Stützklappenverschluss. Die Waffe ist aufschießend, d.h. der Verschluss verriegelt bei fertig geladenem Zustand. Er wird durch die Pulvergase angetrieben, die durch eine Bohrung am Lauf entnommen werden. Die Gase gelangen in den Gaskolben, von wo sie auf den Zylinder wirken. Über das Gestänge wird der Impuls auf den Verschlussträger übertragen. Dieser bewegt sich zurück. Das Verschlussstück dreht die Stützklappen aus der Verankerung nach innen. Der Verschluss ist somit entriegelt. Beim Zurückgleiten zieht der Auszieher die leere Patronenhülse aus dem Patronenlager. Der Auswerfer wirft diese nach rechts aus. Währenddessen drückt die Vorholfeder die beweglichen Teile des Gasantriebs wieder nach vorn. Durch das Zurückgleiten wird der Abzug erneut gespannt. Am Ende des Rücklaufs angekommen, drücken die Schließfedern den Verschluss wieder nach vorn. Dabei wird aus dem Magazin eine neue Patrone zugeführt. In der vorderen Position angekommen, greift der Auszieher in die Ausziehrille der Hülse. Die Stützklappen werden nach außen gedrückt und der Verschluss ist wieder verriegelt.
MagazinDer Magazin enthält 10 Patronen 7,92 mm x 57 (8 x 57 IS). Das Magazin kann in der Waffe mittels Ladestreifen gefüllt werden. Dabei sind zwei hintereinander anzusetzen. Da das Magazin mit einem Handgriff entfernt werden kann, ist auch ein füllen mit einzelnen Patronen außerhalb der Waffe möglich. Die Magazine wurden von div. Betrieben hergestellt. Es gibt verschiedene Arten des Oberflächenschutzes: phosphatiert, brüniert und lackiert. Die Magazine wurden im Blechprägeverfahren hergestellt. LaufEs wurden Waffen mit verschiedenen Lauflängen gefertigt (550, 600, 650 und 700 mm). Mitte des Jahres 1944 entfiel das Gewinde an der Mündung. Auf dieses konnten Schalldämpfer oder Platzpatronengeräte geschraubt werden. Zum Abfeuern von Gewehrgranaten konnte am Kornhalter ein Schießbecher angebracht werden. Man verzichtete auf die Möglichkeit, ein Bajonett aufzustecken. Visierung und verwendete ZielfernrohreKurz vor der Mündung sitzt ein Balkenkorn das von einem Kornschutz aus Blech geschützt wird. Die Kimme der offenen Visierung war U-förmig. Der Verstellbereich reichte von 100 bis 1.200 m. Als Zielfernrohr sollte das ZF43 bzw. das verbesserte ZF43/1 genutzt werden. Die vierfach vergrößernde Optik konnte in 50 m Schritten von 100 bis 800 m verstellt werden. Anfangs musste man jedoch auf die 1,5-fach vergrößernden Zielfernrohre vom Typ 40 und Typ 41 zurückgreifen. Diese waren gegenüber denen vom Typen 43 von minderer Qualität. SchaftDie Schäfte bestanden aus Schichtholz. Die Form entsprach im Wesentlichen der des K98k. Somit mussten sich die Schützen nicht umgewöhnen. Gegen Ende 1944 ging man dazu über, den Handschutz aus Kunststoff zu fertigen. Die kleinen Schlitze im Handschutz dienten zur Abführung austretender Pulvergase. BemerkungenIm Rahmen der so genannten Entfeinerung (Produktionsvereinfachung) wurden immer wieder kleine Veränderungen vorgenommen. Auch kleinere Verbesserungen an der Waffe selbst zogen sich nahezu durch die gesamte Produktion. Die Anfangs verschmähte Art der Gasentnahme bewährte sich sehr gut. Waffen des Typs G 43 bzw. K 43 gelten als präzise und zuverlässig. So waren sie noch bis Mitte der 1950er Jahre bei den Truppen der CSSR als Scharfschützenwaffe im Einsatz.
Produktionszahlen (mit und ohne Zielfernrohr)
Herstellercodierung
Text by Kreuz As, Korrektur: UncleK, Delta, Bill Kilgore. Letztes Update: 7. September 2007 |