Das FN FNC basiert auf den Erfahrungen, die die belgische Firma Fabrique Nationale mit den beiden Sturmgewehren FN FAL bzw. CAL in den Kalibern 7,62 mm sowie 5,56 mm machte. Somit konnte FN dem NATO-Mitgliedsstaat Belgien als auch Schweden ein Sturmgewehr im Kaliber 5,56 mm anbieten, das seit den achtziger Jahren in diesen beiden Ländern das Ordonnanzgewehr der Streitkräfte darstellt. FN FNC, das Sturmgewehr der belgischen StreitkräfteMit dem FN CAL entwickelte die belgische Firma Fabrique Nationale aus Herstal Mitte der sechziger Jahre die erste europäische Schützenwaffe im Kaliber 5,56 mm. Für das "Carabine Automatique Legere" (Leichter Automatischer Karabiner) erhielt die Firma aber so gut wie keine Aufträge. Nicht nur das damals noch relativ unbedeutende Kaliber 5,56 mm x 45 sorgte für den Misserfolg, sondern auch die Waffe selbst, die als eine Ausführung des FN FAL im kleinerem Kaliber eine absolute Fehlkonstruktion darstellte. Aufgrund diverserer Funktionsmängel wurden nur kleine Mengen als Testreihen produziert und geliefert. Beim FN FNC handelt es sich nun um eine komplette Neuentwicklung. Diese Waffe wurde in den siebziger Jahren entwickelt, zuerst 1977 vorgestellt und dann 1982 unter dem Namen FNC (Fabrique Nationale Carabine) präsentiert. Damit erschien das Gewehr genau zum richtigen Zeitpunkt. Das Kaliber 5,56 mm war mittlerweile, trotz anfänglicher Schwierigkeiten in Vietnam, allgemein akzeptiert und die meisten Streitkräfte der NATO suchten leichte Schnellfeuergewehre im Kaliber 5,56 x 45 mm. Obwohl der wichtige Markt Frankreich, wo man das CAL von 1971 bis 74 ausgiebig testete, aufgrund des FAMAS wegfiel, wurde das Gewehr in seinem Heimatland bei den belgischen Streitkräften eingeführt. AK5, das Sturmgewehr der schwedischen StreitkräfteIn den siebziger Jahren war die Ausrüstung der schwedischen Streitkräfte mit automatischen Waffen völlig unzureichend. Hatte man zwar in den letzten Jahrzehnten Carl Gustaf-Maschinenpistolen und AK4-Sturmgewehre (modifizierte G3 von Heckler&Koch) angeschafft, so war die Armee aber zum Teil auch noch mit Mauser-Mehrladern bewaffnet. Also suchte man ab 1976 eine neue robuste und zuverlässige Ordonnanzwaffe im Kaliber 5,56 mm und Ende der siebziger Jahre wurden 11 verschiedene Waffen getestet, darunter das M16, IMI Galil oder das HK33. Die meisten Gewehre bewährten sich aber im extremen Klima Skandinaviens nicht, und nur drei Waffen bewiesen genug Zuverlässigkeit bei Eis und Schnee. Aus diesen drei Waffen (FFV 890 C, Sig 540 und FN FNC) entschieden sich die schwedischen Streitkräfte dann für das FNC, allerdings in einer modifizierten Fassung. Bis 1985 wurde so aus dem FNC das AK5 (Automatkarbin 5), das seither bei Bofors in Lizenz hergestellt wird. Dabei wurde die Schusszahlbegrenzung für 3 Schuss entfernt und die Handauflage bzw. die Schulterstütze verlängert. Außerdem wurden die meisten Teile widerstandsfähiger gegen Wettereinflüsse gemacht und der Abzug überarbeitet, um mit Handschuhen besser feuern zu können. Das AK5 ist somit Ordonnanzgewehr der schwedischen Streitkräfte. Außer dem Standardmodell AK5 gibt es noch drei weitere Modelle AK5B, C und D. Das Modell AK5B entstand mit der Vorgabe Ziele bis 600 Meter bekämpfen zu können. Somit wurde die offene Visierung des AK5 durch eine optische Zieleinrichtung mit vierfacher Vergrößerung ersetzt: das SUSAT (Sight Unit, Small Arms, Trilux) wie es auch beim Enfield L85A1 im Einsatz ist. Beim AK5C ist das AK5 mit einem M203 Unterlauf-Granatwerfer für 40 mm Granaten ausgerüstet. Das AK5D ist eine Kurzversion des AK5 mit kürzerem Lauf für Fallschirmjäger.
Text by Ronin. Letztes Update: 7. September 2007 |