GeschichteIm Jahre 1963 begannt man bei Heckler & Koch in Oberndorf mit der Entwicklung einer neuen Maschinenpistole für Bundeswehr, Bundesgrenzschutz und die Polizei. Die neue Waffe erhielt die Bezeichnung HK 54 gemäß dem Heckler & Koch Waffenschlüssel, der in dieser Form heute nicht mehr verwendet wird. Die erste Zahl steht für die Waffengattung, in diesem Fall 5 = Maschinenpistole und die zweite Zahl für das Kaliber, 4 = 9 mm x19. Die technischen und qualitativen Anforderungen für die Maschinenpistole standen schon seit 1954 in den technischen Lieferbedingungen des Bundesgrenzschutz fest (BGS/TL 0105). Dieser Katalog enthielt Forderungen bezüglich Waffengüte, Oberflächenbeschaffenheit, Lieferlogistik und vielem mehr. Da Heckler & Koch bereits über Erfahrungen im Bau des Bundeswehrgewehres G3 verfügte waren diese Forderungen leicht einzuhalten und zu erfüllen. Die HK 54 war jedoch nicht einzige Waffe die vom Bundesgrenzschutz in Augenschein genommen wurde. Die MPi Beretta Modell 4 (Mod. 38/49) wurde ebenfalls in die engere Wahl genommen und aufgrund der schon laufenden Serienfertigung räumte man dieser MPi Sonderkonditionen ein. Auf der Hardthöhe suchte man nun nach einer neuen Maschinenpistole für Aufklärungs- und Bergepanzerbesatzungen und erweitere deswegen die taktisch-technischen Forderungen. Die MPi sollte handhabungssicher sein und auch unter schlechten Bedingungen wie Regen, Schnee und Kälte funktionieren. Hier einige Anforderungen:
Diese Forderungen mussten nun von den Ingenieuren von Heckler & Koch umgesetzt werden, die jedoch auf ihre Erfahrungen bei der Entwicklung und dem Bau des G3 zurückgreifen konnten. Das komplette Funktionsprinzip des G3 wurde für die damals noch HK 54 genannte Waffe übernommen und der Verschluss maßstäblich für die Patrone 9 mm Parabellum verkleinert. Dies hatte den Vorteil, dass die Handhabung der MPi und der des Sturmgewehres nahezu identisch ist und die Soldaten kaum eine gesonderte Einführung benötigen. Die HK 54 ist übrigens die erste Maschinenpistole die aus geschlossener Verschlussstellung, also aufschießend, feuert. Mitte 1966 wurde dann die HK54 als MP5 offiziell bei Polizei und Grenzschutz eingeführt. Die Zahl 5 wurde vergeben weil das HK 54 die 5. Waffe dieser Art war, die dem Bundeswehr-Materialkatalog vorgelegt wurde. Die Bundeswehr entschied sich jedoch weiter an der MP2, der Uzi, festzuhalten. Allerdings wollen Spezialkräfte der Bundeswehr (KSK) nicht auf so eine präzise und hochwertige Waffe verzichten und somit gehört die MP5 dort auch zur Standardbewaffnung. Die TechnikDie MP5 ist ein Rückstosslader mit aufschießendem, beweglich abgestützten Rollenverschluss. Im Gegensatz zu Maschinenpistolen mit einfachem Masseverschluss ist der Rollenverschluss zwar wesentlich aufwendiger in Technik und Herstellung jedoch bringt er auch einige Vorteile: Die Masse die sich in der Waffe vor und zurück bewegt ist wesentlich geringer als bei Maschinenpistolen mit Masseverschluss. Die Waffe liegt ruhiger in der Hand und ist somit auch treffsicherer. Da der Verschluss zum Zeitpunkt des Abfeuerns der Patrone komplett geschlossen ist, kann die Waffe auch wesentlich leichter schallgedämpft werden. Die Standardausführungen
Die anderen ModelleMP5 SDDa die MP5 aus geschlossener Verschlussstellung feuert, bietet sich für sie eine Verwendung als schallgedämpfte Waffe gerade zu an. Der Schalldämpfer ist fest in der Waffe integriert und besteht aus einem gekürzten Lauf, in den Löcher gebohrt wurden. Durch diese Löcher entweicht ein gewisser Anteil der Pulvergase, so dass die Geschossgeschwindigkeit auf Unterschall absinkt. Des weiteren befinden sich im Schalldämpferrohr noch diverse Kammern, die die Schallwellen aufteilen und brechen sollen. Heckler & Koch bewahrt aber aus verständlichen Gründen über die genaue Konstruktion Stillschweigen.
MP5 KViele Sondereinheiten forderten eine sehr kompakte, vollautomatische Waffe zur Bekämpfung von Einzelzielen und zum Selbstschutz. So reduzierte man die Länge der MP5 auf 325 mm, in dem der Lauf auf drastische 115 mm gekürzt wurde. Eine Schulterstütze entfiel natürlich und auch die Visierung wurde modifiziert. Beim Modell MP5 K (und MP5 KA4, diese Modelle unterscheiden sich nur durch eine andere Abzugsbaugruppe) besteht die Visierung aus einem Balkenkorn mit Ringschutz (identisch mit dem der anderen MP5 Modelle) und einem offenen Drehvisier. Die Lochkimmen wurden gegen Kimmen mit verschiedenen Breiten ausgetauscht, so lässt sich die Visierung individuell einstellen. Bei der MP5 KA1 (und der MP5 KA5) befindet sich anstatt dem Korn mit Kornschutz und der Visiertrommel nur eine einfache Rechteckkimme und ein Korn, wodurch diese Waffe noch kompakter und vor allem sehr gut verdeckt zu tragen ist. Eine weitere Version der MP5 K, die sogenannte MP5 K NBW (Nahbereichswaffe), verfügt über eine seitlich abklappbare Schulterstütze.
MP5 PTDiese Variante der MP5 ist nur für die Verwendung von PT (Plastik Training) Munition geeignet. Die PT Munition ist für den Einsatz in kleinen Schießplätzen oder einsatzmäßige Übungen im Gelände gedacht. Die Reichweite der PT Geschosse liegt bei etwa 125 m, die Energie des Geschosses ist aber nach etwas 25 m schon von 210 Joule auf unter 10 Joule abgesunken. Auf acht Meter schafft die MP5 PT noch einen Streukreis von etwa zehn Zentimetern. Damit nicht aus versehen 9 mm Para Munition geladen wird, ist der Ladehebel blau eingefärbt und beide Gehäuseseiten mit der Aufschrift „only plastic trainig“ versehen. Das Patronenlager der MP wurde etwas verändert um den Rückstoss der PT Munition so zu verstärken, dass die Waffe richtig funktioniert. Ansonsten ist die MP5 PT mit den anderen Versionen der MP5 identisch.
MP5/40 A2Eine MP5 A2 im Kaliber .40 Smith & Wesson. Diese MP ist eher für den amerikanischen Markt gedacht, da in Deutschland das Kaliber .40 S&W zu den Exoten zu zählen ist. Das Magazin dieser Version wird nicht mehr aus Blech sonder aus Plastik hergestellt und ist transparent um schneller die Anzahl der noch im Magazin befindlichen Patronen erkennen zu können. MP5/10 A3Diese MP Version wurde speziell für die amerikanische Bundespolizei FBI entwickelt, da man dort eine stärkere Patrone als die 9 mm Para forderte. Das Kaliber ist 10 mm Auto, ansonsten handelt es sich im Grunde um eine MP5 A3 bzw. A5. Wie auch bei der MP5/40 wird bei der MP5/10 ein gerades Magazin aus transparentem Kunststoff verwendet.
MP5-NDie MP5-N ist eine von den US Navy Seals verwendete Variante der MP5. Sie besitz ein Gewinde für einen Schalldämpfer und nur die Möglichkeit der Feuermodi Einzelschuss und Dauerfeuer (S-1-D).
Explosionszeichnung zu dieser Waffe beim Schützenverein Mittleres Erzgebirge e.V. Text by The Dude, Da Maniac; Korrektur: UncleK, Kreuz As. Letztes Update: 29. June 2009 |