Die Heckler & Koch PDW ist einer vollkommen neuen Waffengattung zuzuordnen: den Personal Defense Weapons. Diese persönlichen Verteidigungswaffen sind ein Mix aus Maschinenpistole, Pistole und Sturmgewehr. Sie besitzen etwa die Größe einer Pistole, haben die Funktion einer Maschinenpistole und verwenden ein neues, kleineres Kaliber dessen Durchschlagskraft dem eines Sturmgewehres gleichkommt. Mit diesen Waffen sollen nach Meinung der PDW-Befürwörter alle militärischen Einheiten, die keinen direkten Gefechtskontakt haben, ausgerüstet werden. Heckler & Koch entwarf die PDW, um sowohl an dem von der NATO ausgeschriebenen Projekt "Infantry Small Arms Post 2000" als auch am JSSAP (Joint Service Small Arms Project) der US-Streitkräfte teilzunehmen. Bei der Bundeswehr werden Entwicklungen im PDW-Bereich, einschließlich der HK PDW, unter der Bezeichnung "Nahbereichswaffe" getestet, der "Nahbereich" ist in allen Ausschreibungen als Entfernung zwischen 0 und 200 m definiert.
Die PDW ist ein einfacher, magazingeladener Gasdrucklader, welcher mittels eines Wahlhebels, der auf der rechten Seite der Waffe angebracht ist, von Einzel- auf Dauerfeuer umgestellt werden kann. Das Verschlußsytem ist ist mit dem G36 zu vergleichen. Nach diversen Überlegungen wurde aus Gewichtsgründen und wegen der verwendeten Munition auf ein verriegeltes Rückstoßladesystem, wie es beispielsweise beim G3 und bei der erfolgreichen MP5-Serie verwendet wird, verzichtet. Der Durchladehebel befindet sich, wie beim M16/AR-15 an der Schulterstütze. Zum repetieren muss man den Hebel zwischen Daumen und Zeigefinger nehmen und ihn den 60 mm langen Weg nach hinten ziehen. Wie beim G36, der Pistole USP und der Maschinenpistole UMP45/40, wurde auch für das Äußere der PDW glasfaserverstärkter Kunststoff verwendet, wodurch das Gewicht der Waffe gering gehalten werden kann. Dies führt dazu, dass die Waffe angenehm zu tragen ist. Im oberen letzten Drittel des Gehäuses befindet sich eine 90 mm Picatinny Schiene (Picatinny Rail). Sie dient zur Aufnahme von zusätzlichen Geräten, wie nachtsichttauglichen Zielgeräten, Laserpunktzielhilfen, Lampen, etc., welche aufgrund des vorne vor dem Magazin montierten Handgriffes dort nicht angebracht werden können. Die PDW verfügt über zwei Visiereinrichtungen, zum einen Kimme und Korn, wobei das Korn sich auf der Gasentnahme für das Ladesystem befindet und die Kimme, höhen- und seitenverstellbar, auf dem oberen Ende des Gehäuses liegt. Auf der Picatinny Schiene sitzt ein passives, nichtvergrößerndes Reflexvisier, das, wie beim G36, von der Firma Hensoldt entwickelt wurde. Durch eine Lichtsammelschnecke aus Glasfaser wird auf der 23 x 15 mm grossen Linse ein orangener Leuchtpunkt erzeugt, der auf 100 m 25 cm des Ziels abdeckt. Der Leuchtpunkt ist sowohl bei Tageslicht als auch bei Nacht oder schlechten Witterungsbedingungen gut zu erkennen. Die Linse kann zur Verbesserung der Trefferpunktlage mit angebrachten Imbusschrauben höhen- sowie seitenverstellt werden. Das 99 Gramm schwere Gerät kann aufgrund einer wiederholgenauen Klemmvorrichtung schnell demontiert und wieder angebracht werden, d.h. die Klemmvorrichtung behält die Einstellung und die Position des Visiers bei. Das Standardmagazin fasst 20 Patronen und verschwindet ganz im Griff der Waffe, wie bei der UZI und MAC10. Das 40 Schuss Magazin steht 85 mm aus dem Griff heraus. Beide Magazine werden aus Stahlblech gefertigt und beinhalten jeweils Munition des Kalibers 4,6 x 30 mm in Doppelreihe. Die Patrone 4,6 x 30 mm leitet sich aus einer Heckler&Koch Entwicklung der 70er Jahre für das HK36 ab. Die Hülse wurde neu entwickelt und ist besser als die 5,7 x 28 mm der P90, die das direkte Konkurrenzprodukt des Rivalen Fabrique Nationale ist.