Browning M2



Nahansicht eines Browning M2 HB 0.50 (Picture by USAF)

Geschichte und Technik

1933 wurde das schwere Browning M1921 Maschinengewehr (ein dem .50 M2 Kaliber angepasstes M1917, das damals Patronen des Kalibers .30-06 verschoss) mit einem luftgekühlten Rohr versehen und in M2 Browning umbenannt. Vorgesehen war es für den Luftkampf, da es zum Überhitzen neigte. So wurde ein weiteres schwereres Rohr eingesetzt und das M2 HB (Heavy Barrel) wurde zum standardmäßigen 12,7 mm Maschinengewehr, in den USA und auch bei einigen Verbündeten. Noch heute ist das "fifty cal" in rund 20 Staaten vertreten, wobei es nach den Weltkriegen zum Beispiel auch in Korea und Vietnam verwendet wurde. Einsatz fand und findet es in Flugzeugen und Hubschraubern, als Blenden-MG von Panzern, als Bordwaffe von gepanzerten Fahrzeugen, als schweres Infanterie-MG oder auch auf Schiffen zur Flugabwehr. Im Prinzip ist das M2 ein Mehrlader. Bei Einzelschuss wird der Verschluss nach jedem Schuss in hinterer Position gehalten. Man muss den Verschluss mit entriegeln um das M2 wieder feuerbereit herzustellen. Es gibt zudem eine Einrichtung die das M2 als Maschinengewehr qualifiziert. Der Verschlusslösehebel lässt sich mit einer Art Spange gedrückt halten, somit wird der Verschluss gleich wieder ausgelassen, dadurch ist Dauerfeuer erst möglich. Das hohe Gewicht und die relativ niedrige Feuerrate sind ein Resultat aus der Verwendung der schweren 12,7 x 99 mm M2 Patrone, die aufgrund ihrer enormen Durchschlagskraft und ihres starken Rückstoßes nach einer stabilen Konstruktion verlangt. Das MG hat keine Sicherungseinrichtungen. Gegen ungeschützte Ziele ist die Munition auf >2.000 m wirksam. Auf 500 m kann noch Panzerung bis zu 34 mm durchschlagen werden. Das M2 arbeitet mit dem Prinzip des kurzen Rückstoßes, wobei die Munition normalerweise über einen Gurt zugeführt wird, das Gurtfassungsvermögen variiert. Die Munitionszuführung kann wahlweise durch Austausch weniger Teile von rechts wie auch von links erfolgen. Der Hülsenauswurf erfolgt nach unten. Der Abzug der Waffe liegt hinten zwischen zwei Handgriffen und auf der rechten Seite befindet sich ein großer Spannhebel mit dem durch Zurückziehen und anschließendes Vorschieben die Patrone erst aus dem Gurt gezogen und dann in den Lauf eingeführt wird. Bei den neueren Versionen des M2 lassen sich über Modifikationen die Rohre schneller wechseln als bei früheren Varianten, wo mühsames einstellen des Rohres auf das Geschoss nötig war. Ältere Modelle können jetzt auch mit Schnellwechseleinsätzen (QCB) aufgerüstet werden. Daraus leitet sich der Name ab: M2 HB QCB. Das schwere 12,7 mm Geschoss wird auch im Scharfschützengewehr Barrett M82 "Light fifty" verwendet. Das M2 wurde nach einigen Quellen in einer Stückzahl von rund 3 Mio. Einheiten gebaut. Genaue Zahlen sind nicht vorhanden, da es mehrere Hersteller gibt, die das M2 in Lizenz nachbauen, so beispielsweise FN in Belgien. 

Die luftgekühlte Version des M2 wurde während des gesamten 2. Weltkrieg als Bordwaffe von Flugzeugen mitgeführt. Entweder als fix eingebaute Version in Jagdflugzeugen, oder als Defensivbewaffnung von Bombern. Der Unterschied zur HB Version ist der Lauf . Er ist sowohl kürzer als auch mit einem gelochten Mantel umgeben um die Kühlung zu verbessern, da kein Laufwechsel möglich ist.

Die wassergekühlte Version des M2 wurde vor allem als leichtes Flugabwehrmaschinengewehr verwendet. Den Lauf umhüllte ein Tank mit Kühlflüssigkeit, welche aus Frostschutzgründen zu 60% aus Wasser und zu 40% aus Alkohol bestand. Die Kühlflüssigkeit zirkulierte im Inneren und somit konnte sich das MG theoretisch nie überhitzen solange Kühlflüssigkeit vorhanden war. Das MG wurde bei der US Navy 1942 durch die 20 mm Oerlikon Maschinenkanone ersetzt.



M2 aus Sicht des Schützens (picture by USAF)

Herstellen der Feuerbereitschaft

Das Herstellen der Feuerbereitschaft dauert je nach verwendeter Lafette ca. eins bis drei Minuten. Anzumerken ist, dass gewisse Tätigkeiten vom Schützen nur einmal gemacht werden müssen, wie zum Beispiel das Einstellen des Feuerzeitpunktes. Die unten angeführte Auflistung der einzelnen Tätigkeiten und ihre Beschreibung beruht auf der  Infanterieausbildung.

Aufstellen der Lafette (M63)

Bodenstück absetzen, vier Standbeine in die vorgesehenen Öffnungen stecken und festziehen. Die Lafette auf das Bodenstück einsetzen und ebenfalls festziehen. Den Kasten mit dem Kühlmantel auf die Lafette legen und mit zwei Bolzen befestigen. Die Standbeine eventuell  mit Sandsäcken beschweren, um bessere Stabilität zu erlangen.

Aufbauen Kasten mit Kühlkasten

Für das Einsetzen des Laufes werden zwei Mann benötigt. Im Normalfall sind dies der Lade- und der Richtschütze. Der Richtschütze ist hinter dem MG postiert. Mit der rechten Hand zieht er den Ladehebel so weit zurück damit sich der Lauf drehen lässt. Der Lauf lässt sich nur mit einem Bereich der Ladehebelstellung drehen. Es gibt hierfür eine Anzeige im Kasten, jedoch mit ein bisschen Gefühl ist der Blick zur Anzeige nicht nötig. Der Ladeschütze dreht den Lauf bis zum Anschlag hinein, mit zunehmender Tiefe des Gewindes ist ein "Klick" zu vernehmen. Ist der Lauf bis zum Anschlag hineingedreht, wird er zwei "Klicks" wieder hinausgedreht. Es ist anzumerken, dass diese zwei Klicks einen Richtwert lt. Handbuch der US Army darstellen.

Einstellen des Verschlussabstandes

Das Einstellen des Verschlussabstandes ist eine der heikelsten Sachen des MGs. Falls der Verschlussabstand zu groß ist, kann es vorkommen, dass die Munition ausbaucht. Die Folge ist eine Waffenexplosion. Für das Einstellen des Verschlussabstandes ist im Zubehör des MGs eine Lehre vorhanden, die sogenannte "GO- NO GO" Lehre. Diese Lehre besteht aus zwei unterschiedlich starken Stahlplättchen. Es muss sichergestellt sein, dass sich keine Patrone im System des M2s befindet. Zunächst wird der Deckel des MGs geöffnet. Sollte Munition noch im MG sein ist das MG zu entladen. Als nächstes wird der Auszieher nach oben geklappt. Der Richtschütze spannt den Schlagbolzen durch einmaliges Repetieren und durch Vorschnellen des Verschlusses. Dann zieht er den Ladehebel bis zum ersten Widerstand zurück, und zieh daraufhin den Verschluss ein wenig zurück, damit er die Lehre einführen kann. Im Normalfall führt er zuerst den "GO" Teil der Lehre ein. Danach wird der Ladehebel wieder losgelassen. Bei Betätigung des Feuerhebels muss der sich Schlagbolzen entspannen, wenn nicht muss der Lauf einen "Klick" herausgedreht werden. Der ganze Vorgang wird nun solange wiederholt, bis beim Betätigen des Feuerhebels der Schlagbolzen entspannt wird. Dann wird der "NO GO" Teil der Lehre wieder mit dem selben Prozedere eingeführt. Wenn sich beim Betätigen des Feuerhebels der Schlagbolzen entspannt ist der Lauf einen "Klick" hineinzudrehen. Wenn nun der Verschlussabstand eingestellt ist, kann fortgefahren werden.

Einstellen des Feuerzeitpunktes

Das Einstellen des Feuerzeitpunktes hat nur einmal vor der Inbetriebnahme des MGs zu erfolgen. Es ist ebenfalls eine Lehre vorhanden, "FIRE- NO FIRE". Ähnlich wie beim Einstellen des Verschlussabstandes wird der Verschluss so weit nach hinten gezogen bis die Lehre mit dem Ende "NO FIRE" zwischen den Verschluss und den Laufansatz geschoben werden kann. Anschließend wird der Verschluss vorgelassen. Danach wird der der Abzug betätigt, es darf der Schlagbolzen nicht entspannt werden. Die selbe Prozedur wird mit dem Ende der "FIRE" Lehre gemacht, dort muss sich der Schlagbolzen entspannen. Falls sich eine der beiden Prozeduren nicht erfolgreich abschließen lässt, muss der Feuerzeitpunkt eingestellt werden. Dazu  muss das Griffstück abgenommen werden. Im Kasten befindet sich die "Einstellungsschraube". Diese wird nun entweder eine Stufen nach links oder rechts gedreht, danach muss wieder das Griffstück eingesetzt und der Abzug betätigt werden bis die jeweiligen Lehren passen. Es darf jedoch nie der Schlagbolzen bei abgenommenen Griffstück entspannt werden.

Laufwechsel (HB-Version)

Der Laufwechsel hat normalerweise nach einem gewissen Verschuss von Munition zu erfolgen, bzw. im Kriegsfall bei jeder Gelegenheit, etwa einer Feuerpause. Es werden wieder zwei Mann für den Laufwechsel benötigt. Der Richtschütze vergewissert sich, dass er das MG nicht geladen hat. Hierbei ist der Deckel zu öffnen und ein Blick in den Laufansatz zu werfen. Dann lässt man den Verschluss nach vorne und betätigt den Abzug. Danach zieht der Richtschütze den Ladehebel in den Bereich zurück, bei dem der Lauf freigegeben wird. Der Richtschütze dreht mit einer Hand, welche er mit einem Asbesthandschuh vor der Hitze schützt, den heißen Lauf heraus. Mit der anderen Hand hält er dem speziellen Griff welcher sich beim Lauf befindet. Der Lauf wird nun beiseite gelegt, dabei ist zu beachten, dass der heißgeschossene Lauf keinen abrupten  Kontakt zu Wasser, Schnee, oder Eis hat (Verziehungsgefahr). Danach wird der kalte Lauf  nach dem selben Muster eingeschraubt und der Verschlussabstand eingestellt.

Laden

Das MG kann entweder von rechts oder von links mit Munition versorgt werden. Das erstmalig Laden erfolgt nach Überprüfung des Verschlussabstandes und des Feuerzeitpunktes. Zuerst wird der Munitionsbox geöffnet und sofern vorhanden in die vorgesehene Halterung eingesetzt. Darüber hinaus gibt es zwei Varianten das MG zu Laden. Die eine Variante besteht darin, dass der Richtschütze den Deckel öffnet und den Auszieher hochklappt. Der Ladeschütze legt den Zerfallgurt mit der ersten Patrone ein. Der Richtschütze drückt den Auszieher zwischen die erste und die zweite Patrone und schließt den Deckel. Nach zweimaligem Repetieren ist die Waffe geladen und Feuerbereit. Zum Ladehebel ist zu sagen, dass beim Laden der Ladehebel von hinterster Position losgelassen werden muss, damit sichergestellt ist, dass die Munition auch richtig zugeführt worden ist. Eine zweite, weniger zeitaufwendige Variante ist das Nachladen ohne den Deckel zu öffnen. Hierbei setzt der Ladeschütze den Gurt mit den 2 Enden an und schiebt ihn soweit hinein, bis der Auszieher einschnappt und sich der Gurt nicht mehr herausziehen lässt. Nach zweimaligen Repetieren ist die Waffe erneut feuerbereit.

Nachladen

Die Tätigkeiten des Nachladen decken sich mit dem Laden größtenteils überein. Zusätzliche Aufgaben sind das Entfernen der leeren Gurtkästen aus den vorgesehenen Halterungen und das Freimachen der Umgebung der Auswurföffnung.

Beheben von Hemmungen (Ladehemmung, Versager)

Bei Hemmungen  ist folgendermaßen Vorzugehen: Öffnen des Deckels mit anschließendem Hochklappen des Ausziehers, Zweimaliges Repetieren, bis auch die schadhafte Patrone ausgestoßen wird. Dann Gurt einlegen, Auszieher zwischen erste und zweite Patrone drücken, zweimaliges Repetieren, Weiterfeuern. Nach dem ersten Eintreten einer Ladehemmung sollte das MG ein paar Tropfen Öl bekommen, um das Risiko weiterer Ladehemmungen zu verringern.

Entladen und Sichern

Nach dem Verschuss der letzten Patrone ist durch einmaliges Repetieren die letzte Patronenhülse aus der Waffe zu entfernen. Anschließend wird noch einmal repetiert und der Abzug betätigt um einen Versager ausschließen zu können. Danach wird der Deckel geöffnet und der Verschluss kontrolliert. Abschließend wird der Verschluss mittels Ladehebel nach hinten bewegt und ein spezieller Holzklotz wird zwischen Laufansatz und Verschluss geklemmt. Somit ist die Waffe gesichert.



Laufwechsel des M2 HB, man beachte den Asbesthandschuh (Picture by USAF).

Bezeichnung der Waffe: M2
Hersteller: Browning, später Saco Defense, Fabrique Nationale (FN), weitere unzählige Lizenznehmer
Länge: 1.653 mm,
als Bordkanone von Flugzeugen: 1.423 mm
Gewicht: 38,22 kg, 58 kg mit Boden-Lafette M3
Lauflänge: 1.144 mm,
als Bordkanone von Flugzeugen: 914 mm
Zahl der Züge: 8 Züge, konstanter Rechtsdrall
Kaliber: 12,7 mm (.50 cal)
Munitionszuführung: zerfallender Metallgurt
Mündungsgeschwindigkeit: 898 m/s
Feuerrate: 500-600 Schuss/min
effektive Reichweite: 2.000 m
größte Schussweite: 6.500 m

M2 Browning mit Rückstoßverstärker auf M3 Lafette



Interne Links zum Thema

Bildergalerie



Weiterführende Literatur/Links

Handbuch/Manual zu dieser Waffe bei www.gunmanuals.ch



 

Text by DA, Verci; Korrektur: Kreuz As, UncleK. Letztes Update:  7. September 2007