Das Herstellen der Feuerbereitschaft dauert je nach verwendeter Lafette ca. eins bis drei Minuten. Anzumerken ist, dass gewisse Tätigkeiten vom Schützen nur einmal gemacht werden müssen, wie zum Beispiel das Einstellen des Feuerzeitpunktes. Die unten angeführte Auflistung der einzelnen Tätigkeiten und ihre Beschreibung beruht auf der Infanterieausbildung.
Aufstellen der Lafette (M63)
Bodenstück absetzen, vier Standbeine in die vorgesehenen Öffnungen stecken und festziehen. Die Lafette auf das Bodenstück einsetzen und ebenfalls festziehen. Den Kasten mit dem Kühlmantel auf die Lafette legen und mit zwei Bolzen befestigen. Die Standbeine eventuell mit Sandsäcken beschweren, um bessere Stabilität zu erlangen.
Aufbauen Kasten mit Kühlkasten
Für das Einsetzen des Laufes werden zwei Mann benötigt. Im Normalfall sind dies der Lade- und der Richtschütze. Der Richtschütze ist hinter dem MG postiert. Mit der rechten Hand zieht er den Ladehebel so weit zurück damit sich der Lauf drehen lässt. Der Lauf lässt sich nur mit einem Bereich der Ladehebelstellung drehen. Es gibt hierfür eine Anzeige im Kasten, jedoch mit ein bisschen Gefühl ist der Blick zur Anzeige nicht nötig. Der Ladeschütze dreht den Lauf bis zum Anschlag hinein, mit zunehmender Tiefe des Gewindes ist ein "Klick" zu vernehmen. Ist der Lauf bis zum Anschlag hineingedreht, wird er zwei "Klicks" wieder hinausgedreht. Es ist anzumerken, dass diese zwei Klicks einen Richtwert lt. Handbuch der US Army darstellen.
Einstellen des Verschlussabstandes
Das Einstellen des Verschlussabstandes ist eine der heikelsten Sachen des MGs. Falls der Verschlussabstand zu groß ist, kann es vorkommen, dass die Munition ausbaucht. Die Folge ist eine Waffenexplosion. Für das Einstellen des Verschlussabstandes ist im Zubehör des MGs eine Lehre vorhanden, die sogenannte "GO- NO GO" Lehre. Diese Lehre besteht aus zwei unterschiedlich starken Stahlplättchen. Es muss sichergestellt sein, dass sich keine Patrone im System des M2s befindet. Zunächst wird der Deckel des MGs geöffnet. Sollte Munition noch im MG sein ist das MG zu entladen. Als nächstes wird der Auszieher nach oben geklappt. Der Richtschütze spannt den Schlagbolzen durch einmaliges Repetieren und durch Vorschnellen des Verschlusses. Dann zieht er den Ladehebel bis zum ersten Widerstand zurück, und zieh daraufhin den Verschluss ein wenig zurück, damit er die Lehre einführen kann. Im Normalfall führt er zuerst den "GO" Teil der Lehre ein. Danach wird der Ladehebel wieder losgelassen. Bei Betätigung des Feuerhebels muss der sich Schlagbolzen entspannen, wenn nicht muss der Lauf einen "Klick" herausgedreht werden. Der ganze Vorgang wird nun solange wiederholt, bis beim Betätigen des Feuerhebels der Schlagbolzen entspannt wird. Dann wird der "NO GO" Teil der Lehre wieder mit dem selben Prozedere eingeführt. Wenn sich beim Betätigen des Feuerhebels der Schlagbolzen entspannt ist der Lauf einen "Klick" hineinzudrehen. Wenn nun der Verschlussabstand eingestellt ist, kann fortgefahren werden.
Einstellen des Feuerzeitpunktes
Das Einstellen des Feuerzeitpunktes hat nur einmal vor der Inbetriebnahme des MGs zu erfolgen. Es ist ebenfalls eine Lehre vorhanden, "FIRE- NO FIRE". Ähnlich wie beim Einstellen des Verschlussabstandes wird der Verschluss so weit nach hinten gezogen bis die Lehre mit dem Ende "NO FIRE" zwischen den Verschluss und den Laufansatz geschoben werden kann. Anschließend wird der Verschluss vorgelassen. Danach wird der der Abzug betätigt, es darf der Schlagbolzen nicht entspannt werden. Die selbe Prozedur wird mit dem Ende der "FIRE" Lehre gemacht, dort muss sich der Schlagbolzen entspannen. Falls sich eine der beiden Prozeduren nicht erfolgreich abschließen lässt, muss der Feuerzeitpunkt eingestellt werden. Dazu muss das Griffstück abgenommen werden. Im Kasten befindet sich die "Einstellungsschraube". Diese wird nun entweder eine Stufen nach links oder rechts gedreht, danach muss wieder das Griffstück eingesetzt und der Abzug betätigt werden bis die jeweiligen Lehren passen. Es darf jedoch nie der Schlagbolzen bei abgenommenen Griffstück entspannt werden.
Laufwechsel (HB-Version)
Der Laufwechsel hat normalerweise nach einem gewissen Verschuss von Munition zu erfolgen, bzw. im Kriegsfall bei jeder Gelegenheit, etwa einer Feuerpause. Es werden wieder zwei Mann für den Laufwechsel benötigt. Der Richtschütze vergewissert sich, dass er das MG nicht geladen hat. Hierbei ist der Deckel zu öffnen und ein Blick in den Laufansatz zu werfen. Dann lässt man den Verschluss nach vorne und betätigt den Abzug. Danach zieht der Richtschütze den Ladehebel in den Bereich zurück, bei dem der Lauf freigegeben wird. Der Richtschütze dreht mit einer Hand, welche er mit einem Asbesthandschuh vor der Hitze schützt, den heißen Lauf heraus. Mit der anderen Hand hält er dem speziellen Griff welcher sich beim Lauf befindet. Der Lauf wird nun beiseite gelegt, dabei ist zu beachten, dass der heißgeschossene Lauf keinen abrupten Kontakt zu Wasser, Schnee, oder Eis hat (Verziehungsgefahr). Danach wird der kalte Lauf nach dem selben Muster eingeschraubt und der Verschlussabstand eingestellt.
Laden
Das MG kann entweder von rechts oder von links mit Munition versorgt werden. Das erstmalig Laden erfolgt nach Überprüfung des Verschlussabstandes und des Feuerzeitpunktes. Zuerst wird der Munitionsbox geöffnet und sofern vorhanden in die vorgesehene Halterung eingesetzt. Darüber hinaus gibt es zwei Varianten das MG zu Laden. Die eine Variante besteht darin, dass der Richtschütze den Deckel öffnet und den Auszieher hochklappt. Der Ladeschütze legt den Zerfallgurt mit der ersten Patrone ein. Der Richtschütze drückt den Auszieher zwischen die erste und die zweite Patrone und schließt den Deckel. Nach zweimaligem Repetieren ist die Waffe geladen und Feuerbereit. Zum Ladehebel ist zu sagen, dass beim Laden der Ladehebel von hinterster Position losgelassen werden muss, damit sichergestellt ist, dass die Munition auch richtig zugeführt worden ist. Eine zweite, weniger zeitaufwendige Variante ist das Nachladen ohne den Deckel zu öffnen. Hierbei setzt der Ladeschütze den Gurt mit den 2 Enden an und schiebt ihn soweit hinein, bis der Auszieher einschnappt und sich der Gurt nicht mehr herausziehen lässt. Nach zweimaligen Repetieren ist die Waffe erneut feuerbereit.
Nachladen
Die Tätigkeiten des Nachladen decken sich mit dem Laden größtenteils überein. Zusätzliche Aufgaben sind das Entfernen der leeren Gurtkästen aus den vorgesehenen Halterungen und das Freimachen der Umgebung der Auswurföffnung.
Beheben von Hemmungen (Ladehemmung, Versager)
Bei Hemmungen ist folgendermaßen Vorzugehen: Öffnen des Deckels mit anschließendem Hochklappen des Ausziehers, Zweimaliges Repetieren, bis auch die schadhafte Patrone ausgestoßen wird. Dann Gurt einlegen, Auszieher zwischen erste und zweite Patrone drücken, zweimaliges Repetieren, Weiterfeuern. Nach dem ersten Eintreten einer Ladehemmung sollte das MG ein paar Tropfen Öl bekommen, um das Risiko weiterer Ladehemmungen zu verringern.
Entladen und Sichern
Nach dem Verschuss der letzten Patrone ist durch einmaliges Repetieren die letzte Patronenhülse aus der Waffe zu entfernen. Anschließend wird noch einmal repetiert und der Abzug betätigt um einen Versager ausschließen zu können. Danach wird der Deckel geöffnet und der Verschluss kontrolliert. Abschließend wird der Verschluss mittels Ladehebel nach hinten bewegt und ein spezieller Holzklotz wird zwischen Laufansatz und Verschluss geklemmt. Somit ist die Waffe gesichert.