DP MG 28

Degtjarew


DP MG 28 im MHM Dresden

Das DP MG 28 war eines der ersten richtigen MG's der russischen Armee. Es wurde von Wassili Alexejewitsch Degtjarew entwickelt und Ende 1927 bei der russischen Armee eingeführt. Nach zahlreichen Entwicklungsmodellen mit anderen Kalibern (z.B. 6,5 mm) änderte man das Kaliber auf 7,62 mm, auch Mosin 7,62 mm genannt. Die Waffe war robust, hatte eine unkomplizierte Funktionsweise und war deshalb sehr geeignet im Einsatz. Das Besondere an diesem MG war das aufgesetzte Trommelmagazin, das 49 Patronen aufnahm. Das DP MG 28 wurde durch eine Modifizierung auch als Bordwaffe für Panzer und Flugzeuge nutzbar und auch die Wehrmacht nutzte diese Waffe, die sie als MG 120 führte, da sie ausreichend Nachschub erbeuteter Waffen und Munition hatte. Das MG wurde bei der Roten Armee in jeder Waffengattung verwendet und war auch noch nach dem Zweiten Weltkrieg in der Sowjetunion und deren Verbündeten im Einsatz.



Technik

Das DP MG 28 ist ein zuschießender Gasdrucklader. Die Gasabnahme erfolgt durch eine Laufbohrung. Sobald das Geschoss die angebohrte Stelle des Laufes überschritten hat, dringt ein Teil der Treibgase durch die Öffnung in die Gaskammer und drückt den Gaskolben, der mit den Schloss verbunden ist, nach hinten. Der Gaskolben entriegelt bei seinem Rücklauf den Verschluss und leitet die Schlossbewegung ein, die zur Abgabe des nächsten Schusses notwendig ist. Die Sicherung ist eine selbständige Abzugsicherung. Sie befindet sich hinter dem Abzugbügel. Beim Umfassen des Kolbens betätigt der Zeigefinger den Abzug, der Mittelfinger drückt dabei auf die Sicherung und diese gibt den Abzug frei. Die Waffe schießt nur Dauerfeuer und hat eine maximale Reichweite von 3.500 m. Das Kurvenvisier kann auf bis zu 1.500 m eingestellt werden. Der auswechselbare Gewehrlauf wird im Gehäuse durch ein Steckgewinde und ein Sperrstück gehalten, an dem die Gasabnahmeeinrichtung und der Mündungsfeuerdämpfer befestigt ist. Der Mündungsfeuerdämpfer ist vorn, bis auf die Durchlassöffnung für das Geschoss geschlossen und hat seitlich nach hinten gerichtete Schlitze. Dadurch wird das MG beim Schießen ruhiger, da der Rückstoss und die Streuung nicht mehr so groß sind. Der Verschluss wird in Längsnuten des Gehäuses und im Führungsrohr unter dem Mantel geführt und durch Stützklappen verriegelt. Der Auswerfer ist federnd am Gehäuse anmontiert und die Patronenhülsen werden nach unten ausgeworfen. Die Abzugrast befindet sich unten am Gleitstück. Die Abzugvorrichtung ist nur auf Dauerfeuer eingestellt, jedoch ist nach dem entfernen der Patronentrommel das MG dazu in der Lage als Handlader einzelne Schüsse abzufeuern. Das Zweibein 120 - 120/2 mit Gestänge wird zwischen die vordere Verstärkung des Führungsrohrs unter dem Mantel aufgesetzt, die Schelle um den Mantel gelegt und die Flügelschraube fest angezogen. Die Stützen lassen sich nach hinten umklappen und mit einer Blattfeder feststellen.
Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das normale DP MG 28 überarbeitet und abgeändert. Im Funktionsbereich der Waffe wurde nichts geändert aber es wurde ein Pistolengriff anmontiert und kleine technische Details modifiziert. Diese Waffe mit der Bezeichnung DPM MG 28 wurde durch weitere Änderungen (Zwilling DPM MG 28, veränderte Schulterstütze) auch als Bordwaffe von Aufklärern und Bombern eingesetzt, aber in sehr geringen Stückzahlen.


Zudem kam eine abgeänderte Variante, das Kampfwagen-MG DT mit einschiebbarer Schulterstütze, in den russischen Panzern zum Einsatz. Das Gehäuse das MG DT nimmt alle Teile auf und hat vorne einen starken Bund mit Kupplungsansätzen zum Einbau in Kampfwagen oder Panzern. Der auswechselbare Lauf wird am Gehäuse durch Steckgewinde und eine Sperrschraube gehalten und an ihm ist die Gasabnahmeeinrichtung und das vordere Lager für das Schließfederrohr anmontiert. Der Verschluss wird in Längsnuten des Gehäuses und im Schließfederrohr geführt und durch Stützklappen verriegelt. Zu jedem MG gehört ein Zweibein mit abnehmbaren Korn und ein Feuerdämpfer zum Einsatz außerhalb des Panzers.



Einsatz

Zum Auffüllen der Patronentrommel wird diese zwischen die Beine geklemmt und die Zubringerhülse am Patronenaustritt nach unten gedrückt. Dann wird, mit der Geschosspitze zur Trommelmitte, die Trommel im Uhrzeigersinn gefüllt. Obwohl die Trommel 49 Patronen aufnehmen konnte, wurde sie immer mit 47 Patronen gefüllt, da sich sonst Ladehemmungen ergeben können. Das Füllen des Magazins ist unter Kampfbedingungen relativ schwer, da durch Verschmutzungen die Patronentrommel stark beschädigt werden kann. 
Beim Laden das DP MG 28 muss zunächst der Staubdeckel nach vorne geschoben und an der Gehäuseoberseite entfernt werden. Der Verschluss wird am Spanngriff nach hinten gezogen bis dieser einrastet. Nun kann die Patronentrommel mit dem gabelförmigen Ansatz von schräg oben unter das Trommellager des Mantels eingerastet werden. Dann ist die Waffe feuerbereit.



Das DPM MG 28 mit dem Pistolengriff . Picture by www.securityarms.com

Bezeichnung der Waffe: DP MG 28 "Degtjarew" MG DT "Degtjarew-Tank" (Daten für T-34)
Hersteller: Waffenfabrik in Tula Waffenfabrik in Tula
Länge: 1.270 mm 1.010 mm,
1.181 mm mit ausgezogener Schulterstütze
Gewicht: 9,2 kg 8,75 kg
12,6 kg geladen und mit Zweibein
Lauflänge: 605 mm ?
Zahl der Züge: 4 4
Drall: rechts rechts
Kaliber: 7,62 mm 7,62 mm
Mündungsgeschwindigkeit: 860 m/s 839 m/s (mit Geschoß 1908)
Feuerrate: 600 Schuss/min 90 bis 125 s/min (praktisch)
Visierschussweite: 1.500 m 1.000 m (Turm-MG),
1.500 m (Bug-MG)
effektive Schussweite: 1.000 m 800 m
größte Schußweite: 3.500 m 3.500 m
Munitionszufuhr/Magazingröße: Trommelmagazin mit 49 (praktisch 47) Patronen Trommelmagazin mit 63 (praktisch 60) Patronen,
Gewicht der vollen Trommel 3 kg

Hier ist die auf dem Gehäuse sitzende Patronentrommel gut zu erkennen. Pircture by www.securityarms.com

Ein US-Soldat mit einem erbeuteten DP MG 28 während des Koreakriegs


 

Text by Tank. Letztes Update:  7. September 2007