M16



Das kurze M16: der Karabiner M4 ist sehr beliebt bei amerikanischen und israelischen Einsatzkräften. Es gibt auch eine Version für 9 mm Patronen, die sich bei Einsätzen wie z.B. Geiselbefreiung eignet, da hier weniger Durchschlagskraft benötigt wird.

Das Sturmgewehr M16 wurde bei den amerikanischen Streitkräften 1962 eingeführt, wo es das 1957 in Dienst gestellte M14 ablöste. Dies bedeutete gleichzeitig auch den Umstieg auf ein anderes Kaliber, denn für dieses Gewehr entschied man sich, die neue 5,56 x 45 mm Patrone zu verwenden. So hatten die USA kurz zuvor den anderen Mitgliedstaaten der NATO die 7,62 x 51 mm Munition aufgezwungen und nun stellte sich heraus, dass das größte Heer in der Allianz andere Munition verwendete als alle anderen. Beim M16 handelt es sich um einen Gasdrucklader, dessen Verschluss allerdings nicht durch den Druck der Pulvergases auf einen Kolben bewegt wird, sondern hier wird das Gas im vorderen Bereich des Laufes abgezapft, strömt dann durch ein Rohr und wirkt dann direkt auf den Verschluss.

Eingeführt wurde das M16 zuerst bei Wachmannschaften der US Air Force. Anschließend wurde die Südvietnamesische Armee damit ausgestattet, da dieses leichte Gewehr mit seiner schwächeren Munition auch gut von Menschen mit durchschnittlich kleinerer Statur bedient werden konnte. Bei den amerikanischen Soldaten, die am alten M14 mit seinem kräftigen Rückschlag und lauten Krachen ausgebildet waren, wurde das "Plastikgewehr" mit dem schwächeren Rückstoß und der geringeren Durchschlagskraft als Spielzeug angesehen. Es erfreute sich jedoch wachsender Beliebtheit, vor allem weil es sich auch im Dauerfeuer gut beherrschen lässt.
Da jedoch zu wenige Reinigungs-Sets angeschafft worden waren, wurde das M16 bei einigen Einheiten als selbstreinigende Waffe angepriesen, was natürlich völlig falsch ist. Auch waren bei der Produktion einiger Waffenteilen die Qualitätsstandards nicht eingehalten worden. Zudem hatte die US Army die Laborierung der Patronen geändert und man verwendete auch minderwertige Zündhütchen. Als Ergebnis all dieser skandalösen Fehler gab es häufig Störungen in Form von Zündversagern, Zuführstörungen und nicht ausgezogenen leeren Hülsen. Nachdem die Probleme mit der Munition behoben waren und man die Auszieheinrichtung der Waffen modifizierte, stieg die Zuverlässigkeit des M16 sprunghaft an.
Einer der Vorteile des M16 ist, dass die Ausbildung einfacher ist als am M14, weil das M16 einfach ergonomischer konstruiert wurde. Da der Lauf mit dem Verschlussteil und der Schulterstütze eine Linie bildet wird die Kraft des Rückstoßes direkt in die Schulter des Schützen übertragen und die Waffe zieht weniger nach oben. Bedingt durch den schwachen Rückstoss und die schlechte Infanterieausbildung der US-Soldaten in Vietnam betrachteten viele Soldaten das M16 allerdings als „persönliches Maschinengewehr“. Schon beim geringsten Anzeichen einer Gefahr zogen sie die Abzüge durch und leerten ihre Magazine. Das führte zu einem unglaublich hohen und uneffizienten Munitionsverbrauch.
Als eine Folge daraus wurde die Abzugsgruppe des 1984 eingeführten M16A2 mit einer Dreischussautomatik ausgestattet. Serienfeuer ist nicht mehr möglich. Eine weitere Änderung war die Dralllänge. Als das Kaliber 5,56 mm das neue NATO-Standardkaliber wurde, führte die NATO statt der ursprünglichen M193-Patrone die Patrone M855 ein. Der Unterschied liegt im Gewicht. Das Geschoss der M193 wiegt 55 Grains, während es bei der M855er 64 Grains beträgt. Durch das veränderte Gewicht musste die Dralllänge angepasst werden. Neu beträgt der Drall 7 Zoll, anstatt wie früher 12 Zoll. Bemerkenswert ist die hohe Mündungsgeschwindigkeit, die die 5,56 mm Kugel erreicht: Mit ca. 950 m/s ist sie auf kurze Distanz ein sehr schlagkräftiges Geschoss. Während des Vietnamkrieges fassten die Magazine 20 Schuss, doch noch während des Krieges wurde das gekrümmte 30er-Magazin Standard. Von diversen Herstellern gibt es aber noch Magazintrommeln mit bis zu 100 Schuss. Diese sind bei den Amerikanern aber nicht strukturmäßig eingeführt worden. 
Die meisten Versionen des M16 können mit dem 40 mm Granatwerfer M203 ausgerüstet werden. Mit diesem unter dem Lauf montierten Gerät können 40 mm-Geschosse bis auf eine Entfernung von 250 Meter verschossen werden. Es gibt dazu etliche verschiedene Munitionssorten, wie Spreng-, Rauch- und Splitter-Granaten, sowie nicht-lethale Geschosse.



Ein US Marine einer Anti-Terror-Unterstüzungseinheit in Norfolk, Virginia bei einer Übung auf der Mc Guire AFB. An seinem M16 Sturmgewehr ist ein Manöverpatronengerät montiert.

  • AR15 1962 als M16 in einer Stückzahl von 8.500 Stück bei der US Air Force für die Wachmannschaften eingeführt. Kurz darauf wurden von der Army 1.000 Stück für Truppenversuche bestellt. 1963 wurden die ersten M16 nach Vietnam geschickt. Gleichzeitig übernahm die Firma Colt von Armalite die Lizenzrechte, um mit der Massenfertigung zu beginnen.
  • M16A1 Nach den ersten Kampferfahrungen mit der Standardversion wurde das M16 zum Modell A1 modifiziert. Insbesondere wurde eine stärkere Verschlussfeder eingebaut, um die Schusskadenz von gut 900 Schuss/ Min. auf 850 Schuss/ Min. zu senken. Da der Verschluss häufig nicht vollständig schloss, wurde eine manuell zu betätigende Schließhilfe integriert. Zusätzlich wurde der Lauf und die Patronenkammer verchromt. Außerdem kam ein anderer Mündungsfeuerdämpfer hinzu. Gleichzeitig wurde auch das gerade 20er-Magazin durch ein gebogenes 30er-Magazin ersetzt. Alle M16-Versionen lassen sich aber von beiden Magazinen füttern. Coltbezeichnung: M603
  • XM177E2 Kurzversion des M16A1. Coltbezeichnung: M629
  • M16A2 1984 wurde als Ersatz für das M16A1 das Modell A2 eingeführt. Die Schulterstütze wurde um 2 Zentimeter verlängert. Der vordere Handschutz war aus anderem Material und hatte jetzt eine ergonomischere Form. Die US Army und das US Marine Corps führten die Waffen mit einer 3 Schuss-Automatik ein. Serienfeuer ist nicht mehr möglich. Im Gegensatz zu den vorangegangenen Modellen verfügt das M16A2 über ein sehr einfach verstellbares Visier. Coltbezeichnung: M645
  • M16A3 Ein M16A2 mit abnehmbarem Tragegriff. Unter dem Tragegriff befindet sich eine Picatinny-Schiene. Diese Schiene erleichtert die Verwendung von Optiken, da diese früher auf dem Tragegriff montiert werden mussten. Coltbezeichnung: M701
  • M4 Kurzversion des M16A2. Ebenfalls mit Dreischussautomatik. Coltbezeichnung: M720
  • M4A1 Ausgerüstet mit Picatinny-Schiene unter dem abnehmbaren Tragegriff. Das M4A1 verfügt über eine „Gesichtert – Einzelfeuer – Vollauto“-Abzugsgruppe. Eine Dreischussautomatik wie beim M4 fehlt. Coltbezeichnung: M727.

Bezeichnung der Waffe: M16A1 Colt Commando (XM177E2)
Hersteller: Colt Colt
Länge: 940 mm 718 mm/ 787 mm
Gewicht: 3,18 kg 2,78 kg
Lauflänge: 538 mm 254 mm
Zahl der Züge: 4 4
Drall/Dralllänge: rechts drehend, 1 Drehung auf 12 Zoll (305 mm) rechts drehend, 1 Drehung auf 12 Zoll (305 mm)
Kaliber: 5,56 x 45 mm (M193) 5,56 x 45 mm (M193)
Mündungsgeschwindigkeit: 990 m/s (Patrone: M193) 920 m/s
Feuerrate: 750 bis 850 s/min 800 s/min
effektive Reichweite: 300 bis 400 m 300 bis 400 m
Magazingröße: 20 Schuss Stangenmagazin 30 Schuss Kurvenmagazin
Stückpreis: ab 960$ ab 960$


Bezeichnung der Waffe: M16A2 M4A1
Hersteller: Colt, Fabrique National Colt, Fabrique National
Länge: 1.000 mm 756 mm/ 838 mm
Gewicht: 3,9 kg ca. 3,0 kg
Lauflänge: 510 mm 368 mm
Zahl der Züge: 6 6
Drall/Dralllänge: rechts drehend, 1 Drehung auf 7 Zoll (178 mm) rechts drehend, 1 Drehung auf 7 Zoll (178 mm)
Kaliber: 5,56 x 45 mm (M855 NATO) 5,56 x 45 mm (M855 NATO)
Mündungsgeschwindigkeit: 950 m/s 884 m/s
Feuerrate: 700 bis 950 Schuss/min (je nach Verschmutzungsgrad) 700 bis 950 Schuss/min (je nach Verschmutzungsgrad)
effektive Schussweite: 300 bis 400 m 300 bis 400 m
Magazingröße: 30 Schuss Kurvenmagazin 30 Schuss Kurvenmagazin
Stückpreis: ab 960$ ab 960$

M16 mit angebrachtem Granatwerfer M203


Weiterführende Literatur/Links

Handbuch/Manual zu dieser Waffe bei www.gunmanuals.ch



 

Text by Da Maniac, Kampfhamster; Korrektur: UncleK. Letztes Update:  7. September 2007