M60




Das MG 42 lehrte im Zweiten Weltkrieg den Alliierten und besonders den Amerikanern das Fürchten. Verzweifelt versuchte man dem MG 42 etwas gleichwertiges entgegenzusetzen. So wurde z.B. versucht, erbeutete MG 42 auf .30-06 umzurüsten, was aber nicht gelang. Es wurde klar dass ein völlig neues MG benötigt wurde. 1960 entschied sich die US-Army für ein Maschinengewehr aus dem eigenen Land. Diese Konstruktion besteht wie das MG 42, von dem es z.B. die Kettenzuführung leicht verändert übernommen hat, aus Stanz- und Pressstücken mit Kunststoffbeschlägen. Auch sind überarbeitete Mechanismen des FG 42 zu finden. Bei dem M60 Maschinengewehr handelt es sich um einen Gasdrucklader mit einem ungewöhnlichen Gassystem. Der Druckkolben ist hohl und ragt über die Gasdüse hinaus. Ebenso befinden sich winzige Öffnungen an den Seiten des Kolbens, durch die das Gas in das Innere dringt und ihn nach hinten schiebt. Ziel dieses Mechanismus ist es, auch bei verschmutztem Gaszylinder ohne Vorhandensein eines Gasreglers einen konstanten Gasdruck zu erreichen. In Wirklichkeit ist das M60 sehr pflegebedürftig und muss regelmäßig gereinigt werden. Es schießt nur im vollautomatischen Modus, jedoch ist die Feuergeschwindigkeit so gering, dass durch leichtes und kurzes Drücken über den Druckpunkt des Abzugs auch Einzelfeuer geschossen werden kann. Am Gehäuse befinden sich ein ausklappbarer Tragegriff und ein integrierter Zweifuß. Das Rohr lässt sich dadurch jedoch schwerer wechseln. Trotz der Langlebigkeit durch eine Stellit-Beschichtung wird das Rohr schnell heiß und muss dann gewechselt werden, da es schlicht und einfach zu leicht ist. Speziell dafür werden Asbest-Handschuhe an den Schützen ausgegeben. Zum Visier lässt sich sagen, dass lediglich die Kimme und nicht das Korn verstellbar ist. Nach zahlreichen Änderungen an der ursprünglichen Version, kam das M60 in Vietnam zum Einsatz und ist seitdem fester Bestandteil der Ausrüstung der US-Army. Jedoch zeigte es eine gefährliche Tendenz, auch noch nach dem loslassen des Abzugs weiterzuschießen. Vom M60 gibt es verschiedene Versionen zum Einsatz in Fahrzeugen und Hubschraubern (M60D), die ferngesteuerte Version M60C wird außen an den Waffenträgern von Helikoptern verwendet. Das M60E2 wird beispielsweise als Waffe des Kommandanten im amerikanischen M1A2 Abrams Panzer verwendet. Mit den neuen Versionen ab dem M60E1 wurde jetzt das Problem des unnötig komplizierten Rohrwechsels und des schlecht einstellbaren Visiers behoben. Auch gibt es Änderungen bei der Munitionszufuhr.



Eine M16 im Vordergrund, dahinter sichert ein GI das Flugfeld mit einem M60

Bezeichnung der Waffe: M60
Hersteller: Maremont Corporation
Länge: 1.100 mm
Breite: 85 mm
Höhe: 216 mm
Gewicht: 10,5 kg
Lauflänge: 560 mm
Kaliber: 7,62 mm
Mündungsgeschwindigkeit: 855 m/s
Feuerrate: 550 s/min
effektive Reichweite: 1.000 m
Munitionszufuhr: Metallgurt

Ein M60D, an einem UH-1 Helikopter montiert.



Interne Links zum Thema

Patrone 7,62x51 mm NATO



Weiterführende Literatur/Links

Handbuch/Manual zu dieser Waffe bei www.gunmanuals.ch



 

Text by Da_Maniac. Letztes Update:  7. September 2007