M224 LWCMS

Lightweight Company Mortar System


Zwei US Marines mit einem M224 Mörser während einer Übung im Jahr 1986

Technik

Der M224 60 mm Mörser ist die ideale Waffe um Luftlandetruppen, leichte Infanterieverbände, Gebirgsjäger und Special Forces durch indirektes Feuer zu unterstützen. Das System ist sehr leicht und dadurch einfach zu transportieren und zudem kostengünstig in der Herstellung. Gerade die Bedienung und der Aufbau wurden möglichst einfach gehalten, um neben geringen Kosten und einem niedrigen Gewicht auch eine einfache Bedienbarkeit zu gewährleisten. So besteht das Mörsersystem aus vier Hauptkomponenten:

 Das M225 Rohr

Das Rohr ist nur auf einer Seite offen, zum Schutz vor Beschädigungen ist diese Öffnung mit einer Schutzkappe aus Kunststoff verschlossen, die erst unmittelbar vor dem Gebrauch des Mörsers entfernt wird. Auf der Außenseite des Rohrs ist eine Riffelung angebracht, die für eine bessere Wärmeabgabe sorgt und so eine Überhitzung im Dauerbetrieb verhindert. Am hinteren Ende des Rohres ist ein Handgriff montiert, während sich im Innern die Zündungseinheit befindet, die im Prinzip aus einem einfachen Zündbolzen besteht. Länge 98 cm, Gewicht 6,54 kg (14,4 Pfund)

 Grundplatte M7

Die Grundplatte ist eine einteilige kreisförmige aus Aluminium bestehende Bodenplatte, an deren Unterseite sich vier Erdsporne befinden, die den Mörser beim Abschuss abstützen und stabilisieren. Durchmesser 49,3 cm, Gewicht 6,58 kg (14,5 Pfund)

 Grundplatte M8

Diese kleine Grundplatte dient nur als Ersatz für die M7, für einen wirkungsvollen Einsatz ist ihre Standfläche zu klein, und es kam durchaus vor, dass der Werfer beim Abschuss einer Granate umfiel. Wie die M7 besteht die M8 ebenfalls aus Aluminium und hat vier Erdsporne. Anstelle einer runden hat das M8 eine rechteckige Form mit den Maßen 20 cm x 25 cm. Gewicht 1,6 kg (3,6 Pfund)

 Zweibein M170

Das Zweibein hat ein Gewicht von 6,9 kg (15,2 Pfund) und eine Länge von 70 cm bei eingeklappten Beinen. Es besteht aus sieben Baugruppen:

 

  • Krageisen, zum Befestigen am Mörserrohr
  • Zwei Stossdämpfer zum Schutz des Zweibeins und des Visiers vor dem Rückstoss
  • Visieraufnahme
  • Handrad für die Höhen- bzw. Tiefeneinstellung
  • Rechtes und Linkes Bein
  • Zwei Eisenstücke welche verhindern, dass der Mörser auf unebenem Grund aufgestellt werden kann.
  • Stahlkette, die für den richtigen Abstand der Beine sorgt.

 

 Visier M64

Im Normalfall kommt das M64 Visier zum Einsatz, aber andere Systeme sind ebenfalls möglich. Mit dem Visier stellt der Richtschütze die Horizontale und Vertikale zum Ziel ein, um ein wirkungsvolles Feuer zu erreichen. Das M64 besteht aus zwei Hauptbestandteilen, dem Winkelperiskop und der Visierschiene, auf dem das M64 am Zweibein montiert wird. Das Gewicht beträgt 1,1 kg (2,5 Pfund), Länge 11 cm , Breite 12 cm, Höhe 19 cm.



Einsatz

Zum Feuern muss man die Waffe lediglich mit dem Visier auf ein Ziel richten und die Mörsergranate das innen glatte Rohr herunterrutschen lassen. Auf dem Bodenstück angekommen, zündet die Granate durch das Auftreffen auf den sich im Rohr befindenden Schlagbolzen selbstständig und sie verlässt den Mörser ohne weiteres zutun und fliegt in Richtung Feind. Die sich am Ende des Rohres befindende Bodenplatte muss im Augenblick des Abschusses einer Granate einem Druck von mehreren hundert Kilo standhalten. Der 60 mm Mörser ist auf eine rasche Feuergeschwindigkeit ausgelegt, er hat eine theoretische Feuergeschwindigkeit von bis zu 30 Granaten je Minute; die Riffelung am Ende des Rohres schützt dabei vor Überhitzung. In der Realität schafft es eine gut eingespielte Bedienungsmannschaft etwa 22 Schuss in der Minute abzufeuern, was immer noch ausreichend ist. Eingesetzt wird der M224 60 mm Mörser unter anderem in den schweren Zügen der Schützenkompanien der US Army, wo er als "persönliche Artillerie des Kompanieführers" dient. Dem Kompanie- bzw. Bataillonschef wird durch den M224 eine Waffe in die Hand gegeben, mit der sich durch indirekte Artillerieangriffe auch Gegner bekämpfen lassen, die sich hinter Deckungen, seien sie künstlicher (Gebäude, Bunker) oder natürlicher Art (Hügel), verschanzen. Die generellen Schwachpunkte eines leichten Mörser, wie die geringe Reichweite und die relativ kleinen Granaten, können durch eine umsichtige Einsatzplanung, die den Einsatz der Mörser von vornherein einplant, teilweise ausgeglichen werden. Zudem hat die Einführung neuer Munition, die nun eine enorme Bandbreite abdeckt, dem 60 mm Mörser M224 weitere Bonuspunkte gegeben. Zur gängigsten Munition gehören Hochexplosiv- und Brandgranaten, die entweder mit Aufschlag- oder Verzögerungszündern ausgerüstet sind. Beim letzteren Typ explodiert die Granate in einer vorgegebenen Höhe und übersät das Ziel von oben mit Splittern oder weißem Phosphor. Neben neuer Langstreckenmunition kann der M224 Mörser aber auch die Munition seiner beiden Vorgänger M2 und M19 aus der Zeit des Zweiten Weltkrieg verschießen.



Abziehen eines Sicherungsrings von einer 60 mm Mörsergranate (Picture by US Navy).

Munition

Jede Granate wiegt knapp zwei Kilogramm.



Modell Typ min. Schussweite max. Schussweite
M720/M889 hochexplosiv 70 3.500
M721 Leuchtmittel 200 3.500
M722 weißer Phosphor 70 3.500
M49A4 hochexplosiv 45 1.830
M83A3 Leuchtmittel 725 950
M302A1 weißer Phosphor 35 1.830

Abfeuern eines M224 Mörsers durch die Naval Special Warfare Group One, Reserve Detachment 21 auf Camp Roberts in Kalifornien während Übungen im September 2003 (Picture by US Navy).

Bezeichnung der Waffe: Mörsersystem M224 60 mm (LWCMS)
Hersteller: Watervliet und Picatinny Arsenale
Länge: 101,6 cm (40 ")
Gewicht: 21,11 kg
Kaliber: 60 mm
Feuerrate: bis zu 22 Schuss/min
maximale effektive Schussweite: 3.490 m
Stückpreis: 10.658 US$

Aufbau eines M224 während der Operation Desert Shield.

Soldaten der 101. Luftlandedivision der US Army bei einer Übung mit scharfer Munition auf Fort Campell, Kentucky.


 

Text by Sir Henry, Korrektur: UncleK. Letztes Update:  7. September 2007