Smith-Gun 3" Mk.1 auf Lafette



Smith Gun in Feuerstellung

Diese leichte britische Panzerabwehrwaffe wurde nach den großen Waffenverlusten bei Dünkirchen 1940 entwickelt. Das kuriose Geschütz wurde von einem Techniker einer Spielzeugfabrik, der den Namen Smith hatte, für die britische Home Guard (Britische Heimatschutztruppe) entworfen. Da eine befürchtete deutschen Invasion auch mit dem Auftauchen deutscher Panzer auf den britischen Inseln verbunden sein würde, war eine so schnell zu produzierende und auch einfach bedienbare Pak notwendig geworden.



Technik

Der Aufbau der Waffe war völlig neuartig: Zum einen wurde zur Kostenreduzierung ein glattes Rohr ohne Drall verwendet und zum anderen war die Lafette sehr ungewöhnlich. Die Kanone war nicht wie bei einem herkömmlichen Geschütz auf die Lafette montiert, sondern war seitlich liegend angebracht. Jedes Rad bestand aus einem kegelig geformten Blechteil, wobei die Vertiefung beim rechten Rad nach innen und beim linken Rad nach außen zeigte. Dies hatte folgenden Grund: Das Geschütz wurde auf den Rädern zum Einsatzort gerollt und dort angekommen einfach nur umgekippt und das rechte Rad diente dann als Geschützbodenplatte. Das linke Rad war nun die Geschützoberseite und wurde als Schutzdach gegen Splitter usw. benutzt. Als Schutz vor Splittern und Beschuss von vorne diente eine Blende, die an der Achse festgemacht war, und die eine Öffnung für das Rohr hatte. Zum Ausrichten zur Seite wurde die Lafette um die Radachse gedreht, wobei die Bodenplatte, sprich das rechte Rad, fest auf der Erde blieb. Wollte man einen Stellungswechsel vornehmen, so wurde das Gerät wieder auf die Räder umgekippt und konnte von 2 Mann oder einem fahrbaren Untersatz transportiert werden.
Die gesamte Bedienung der Smith-Gun geschah mit Hebeln. Der Hebel an der Bodenplatte diente für die seitliche Einstellung, ein anderer Hebel für die Höheneinstellung und ein weiterer für das Öffnen und Schließen des Verschlusses. Die Abzugseinrichtung sah aus wie eine Fahrradbremse und war links an der Kanone befestigt. Außerdem waren an der rechten Seite des Rohrs fünf Behälter, die jeweils zwei Granaten beinhalteten, untergebracht, sprich der verfügbare Munitionsvorrat betrug 10 Granaten. Die Panzerabwehrkanone konnte sowohl Sprenggranaten als auch panzerbrechende Hohlladungsgranaten verschießen. Bei der Sprenggranate betrug die effektive Reichweite ca. 450 m und bei der panzerbrechende Hohlladungsgranate ca. 180 m. Indirekte Ziele konnten schon auf ein Entfernung von 600 m beschossen werden, wobei die Streuung sehr groß war.
Um mehr Munition zur Verfügung zu haben, entwarf Smith noch einen vom Aufbau dem Geschütz her ähnlichen Munitionsanhänger. Bei diesem Anhänger No.39 Mk.1 wurde einfach anstatt der Kanone eine Aufhängung für Granaten auf die Lafette aufgesetzt, so dass sich 40 Granaten unterbringen ließen. Beim Einsatz wurde auch dieser auf die Bodenplatte umgekippt und beim Stellungswechsel wieder aufgerichtet. Beim Transport konnte der Munitionsanhänger vorne an die Rohrmündung der Kanone angekuppelt werden. Dieses vierrädrige Gefährt konnte dann an jedes Kfz oder Motorrad angehängt werden. Die ganze Waffe ist ziemlich grob verarbeitet, dürfte aber im Ernstfall ihre Zwecke erfüllt haben. Für die Bedienung war eine geringe Ausbildung nötig und das Panzerabwehrgeschütz war in wenigen Sekunden feuerbereit.



Die Smith Gun der Home Guard bei einer Vorführung. Bei dem Herrn rechts neben dem Offizier im hellen Mantel handelt es sich um Winston Churchill. Picture by men against tanks, john weeks, 1975)

Bezeichnung der Waffe: Smith Gun 3" Mk.1 auf Lafette
Hersteller: ?
Länge: 1.803 mm
Höhe: 1.079 mm
Gewicht: 274, 2 kg
Kaliber: 80,9 mm
Mündungsgeschwindigkeit: 107 bis 122 m/s
effektive Schussweite: Sprenggranate: 450 m,
Hohlladungsgranate: 180 m
größte Schussweite: über 600 m

Smith Gun in Feuerstellung von rechts

Smith Gun mit Munitionsanhänger

Smith Gun ohne Anhänger

Smith Gun wird in Stellung gebracht


 

Text by Tank. Letztes Update:  7. September 2007