GeschichteIm Jahr 1945 schrieb die sowjetische Armee den Entwicklungsauftrag für eine neue Armeepistole aus; als Ersatz für die alte Tokarev TT, die wegen ihrem Gewicht und ihrer Größe nicht mehr zufriedenstellend war. Die Panzerbesatzungen beschwerten sich regelmäßig, dass man mit der TT nicht besonders gut aus den Sichtschlitzen schießen konnte. Man wollte außerdem ein anderes Kaliber für eine höhere Stoppwirkung (die 7,62 TT Patrone war eher für ihre Durchschlagswirkung bekannt) mit einem geringen Rückstoss für kurze Gefechte auf geringe Distanzen. Ein anderes Kaliber war auch nötig, um die durch den Krieg bei der Bevölkerung noch weitverbreiteten Waffen so auf einem Schlag unbenutzbar zu machen. Aus diesem Grund entwickelte W. W. Simonow eine neue 9 x 18 Patrone, sehr ähnlich der deutschen 9 x 18 Ultra, die vor dem Krieg bei der Walther PP benutzt wurde. Es wundert also nicht, dass das Modell von N. F. Makarow aus Tula, welches sich stark an das Design der Walther Pistole angelehnt hat, die Ausschreibung gewann. Die Produktion begann schon 1949, und 1951 wurde sie die Ordonnanzwaffe der Sowjetischen Armee. Die Pistole (PM - Pistole Makarov) wurde dann auch die Standardwaffe der sowjetischen und jetzt der russischen Miliz, ebenso die, der vielen Ostblockländer. Sie wurde außer in Russland bei IzhMech, noch in der DDR, Bulgarien und China hergestellt. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurde die Pistole ab 1995 bis zumindest 1997 bei Suhler Jagd- und Sportwaffen GmbH gefertigt. Anfang 1994 wurde die Pistole, die die heutigen Anforderungen nicht mehr erfüllte, modernisiert. Es entstand die PMM (Pistole Makarov modifiziert). Ein neue Patrone in dem gleichen Kaliber, aber mit einem höheren Gasdruck, wurde entwickelt, die von der Stopp- und Durchschlagskraft der 9 x 19 Luger entsprach. Aufgrund des höheren Gasdrucks kann man zwar die alten 9 x 18 PM Patronen aus einer PMM verschießen, umgekehrt ist es aber sehr gefährlich. Außerdem wurde das Magazin von 8 auf 12 Schuss vergrößert und der Handgriff ergonomischer geformt. Trotz aller Verbesserungen ist die Pistole aber veraltet und wird langsam durch neueren Modelle ersetzt. Für Sportschützen, die auf die Genauigkeit Wert legen, ist die Pistole auch nicht zu empfehlen, denn sie ist aufgrund des kurzen Laufs und einer schwachen Patrone ziemlich ungenau, und wegen des nach heutigen Maßstäben ziemlich hohen Gewichts recht unbequem. Dafür ist sie allerdings billig, extrem robust und zur Selbstverteidigung wunderbar geeignet. Die qualitativ besten Makarovs wurden in der DDR gefertigt.
TechnikDie PM basiert auf der Walther PP und hat wie diese einen feststehenden Lauf, einen Masseverschluss sowie einen Double Action-Abzug. Die Schließfeder ist um den Lauf gewickelt. Der Sicherungshebel befindet sich hinten links auf dem Schlitten. In Gegensatz zur PP jedoch, entsichert man, indem man den Hebel mit dem Daumen von oben nach unten drückt, was wesentlich bequemer ist. Die Pistole kann so einhändig bedient werden. Die Sicherung, wenn sie sich in der oberen Stellung befindet, sperrt den Abzug mit dem Hammer und verbindet den Schlitten fest mit dem Rahmen. Kimme und Korn sind fest, das Korn wird sogar zusammen mit dem Schlitten aus einem Stück gefräst. Die Waffen sind auf 50 m justiert. Der Magazinauswurfhebel befindet sich unten am Griff. Um das Magazin auszuwerfen, muss man ihn mit dem Daumen der freien Hand fest zu sich drücken. Das Magazin bei der PM ist einreihig, das der PMM zweireihig. Durch ein "Sichtfenster" am Magazin ist erkennbar, wie viele Patronen sich noch darin befinden. Hinter dem Magazinbügel befindet sich ein weiterer Bügel, der dazu dient, die Pistole mit einer Schnur oder Kordel gegen Verlieren zu sichern. Auch die PM nutzt das einfache Prinzip der Masseträgheit des Verschlusses - Nachdem der Schlagbolzen die Ladung gezündet hat wirken die Treibgase auf das Geschoss, ebenso wirken sie auch auf den Verschluss, da dieser aber schwerer ist als das Projektil benötigt er nach dem Trägheitsgesetz auch mehr Zeit zum Beschleunigen. Er öffnet sich deshalb erst nachdem das Geschoss den Lauf verlassen hat und sich der Gasdruck auf ein sicheres Niveau gesenkt hat, und nun keine Gefahr für den Schützen mehr darstellt. Beim Rücklauf nimmt die oben sitzende Auszieherkralle die Hülse mit, bis sie nach rechts ausgeworfen wird. Dabei wird auch der Hahn wieder gespannt und der Schlagbolzen in die Ausgangsposition gebracht. Ist das geschehen, holt die Schließfeder den Verschluss wieder nach vorn, dieser nimmt bei der Vorwärtsbewegung die oberste Patrone aus dem Magazin und schiebt sie ins Patronenlager. Wenn der Verschluss zum Stillstand kommt, ist die Pistole wieder schussbereit. Die Pistole ist recht einfach aufgebaut (aus ca. 25 Bauteilen) und war für die damalige Zeit klein, leicht, sehr robust und einfach zu zerlegen.
PB (Pistolet Bes'schumnyj) - die LautloseAuf Basis der PM wurde die "lautlose" PB (6P9) entwickelt, welche einen integrierten Zweikammer-Schalldämpfer besitzt. Direkt auf dem Lauf befindet sich eine Expansionskammer mit einem Metallnetz, welches die Gastemperatur verringert. Am vorderen Ende der Kammer wird der Schalldämpfer aufgeschraubt. Innerhalb dieses Schalldämpfers befinden sich mehrere Membranen, die unter verschiedenen Winkeln zum Lauf stehen. Diese Membranen lassen die Kugel problemlos passieren, brechen jedoch den Gasstrahl und erzeugen Turbulenzen. Damit das ganze auch einen Sinn macht, wurde die Geschossgeschwindigkeit auf 290 m/s verringert und ist damit unter Schallgeschwindigkeit, erzeugt also keinen Überschallknall mehr. Der Schlitten ist stark verkürzt worden, die Schließfeder befindet sich im Handgriff. Mit der Pistole kann auch ohne Schalldämpfer geschossen werden. Die PB wurde bei den Kundschaftern verwendet, ebenso bei den Spezialeinheiten Al'fa und Vympel, sowie beim FSB und den Internen Streitkräften des Ministeriums für innere Angelegenheiten.
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Explosionszeichnung zu dierser Waffe beim Schützenverein Mittleres Erzgebirge e.V. Text by dunkelfalke. Letztes Update: 7. September 2007 |