Enfield No.4

(Rifle No.4)


Die Enfield No.4 von 1931

Nach dem ersten Weltkrieg kam am Lee-Enfield No. 1 (SMLE) leichte Kritik auf: Die Waffe war nur mit grossem Aufwand in den Mengen herzustellen, die in Kriegszeiten benötigt wurden. Das Gewehr wurde daher zur einfacheren Fertigung umkonstruiert. Die folgende Entwicklung vom Baumuster zum serienfertigen Gewehr dauerte gut zehn Jahre. 1931 erhielt sie offiziell die Bezeichnung Rifle No.4 MK I und löste somit das Rifle No.1 ab. Das No.4 stellt das britische Gegenstück zum deutschen Karabiner 98k dar.


Der größte Unterschied zum SMLE war, dass die stumpfe Metallkappe an der Mündung mit ihrer Bajonettwarze entfiel. Der unverkleidete Lauf ist mit zwei Warzen rechts und links kurz vor dem Ansatz des Vorderschaftes versehen auf die ein einfaches Bajonett mit Nadelklinge aufgesetzt wurde. Die einfache Schiebevisierung auf dem Mittelschaft des Vorgängermodells entfiel zu Gunsten einer Visierung mit Diopter die auf der hinteren Rahmenbrücke befestigt ist. Beim No.4 MK I besteht diese noch aus einem einfachen Klappdiopter, beim No. 4 MK II aus einem Schiebediopter, die Gewehre aus der Nachkriegsproduktion sind sogar mit einem Spindeldiopter ausgestattet. Zum schnellen Schiessen oder bei Dunkelheit lässt man jedoch das Schiebe- oder Spindeldiopter angeklappt und visiert nur durch eine einfache Lochkimme die in einem 90° Winkel zum eigentlichen Diopter steht. Wie auch das SMLE besitzt das No.4 ein abnehmbares 10-Schuss Magazin. Das Laden erfolgt mittels Ladestreifen von oben, das Magazin wird eigentlich nie gewechselt.
Gegen Ende des zweiten Weltkriegs enstand das Scharfschützengewehr No.4 MK I (T). Es war mit einem dreifach vergrößernden Zielfernrohr (T für telescopic sight) ausgestattet. Für den Einsatz in Fernost enstand aus der Rifle No.4 der Jungle Carabine. Der Holzschaft wurde verkürzt und ein trichterförmiger Mündungsfeuerdämpfer aufgesetzt. Die Waffe war jedoch aufgrund ihres ruppigen Rückstosses nicht beliebt.


Für Sportschützen eignet sich das No. 4 hervorragend: Die Patrone .303 british stellt eine sehr gute Patrone für das sportliche Schiessen dar, die Schussleistungen der Waffe sind sehr gut. Gerade die feinen, mit Spindel verstellbaren Dioptervisiere eignen sich sehr gut zum Scheibenschiessen. Anders als bei den russischen oder deutschen Zeitgenossen bietet das an Korn und Kimme verstellbare Visier mit seinen hohen Kornschutzbacken ein klares, kontrastreiches Zielbild.



Das Spindeldiopter

Bezeichnung der Waffe: Lee-Enfield No.4
Hersteller: Enfield, BSA, u.a.
Länge: 1.130 mm
Gewicht: 4,12 kg
Lauflänge: 640 mm
Zahl der Züge: 5
Drall: links
Kaliber: .303 british (7,7 x 56R)
Mündungsgeschwindigkeit: ca. 740 m/s
Mündungsenergie des Projektils: ca. 3.200 J
Feuerrate: 15 Schuss/min
effektive Schussweite: ca. 900 m
Visierschussweite: 1.300 yd (entspricht 1.189 m)
Munitionszufuhr/Magazingröße: abnehmbares Magazin für 10 Schuss
Stückpreis: 120 bis 300 EUR (je nach Zustand)
Einführungsjahr: 1931





Interne Links zum Thema

Enfield No.1 (SMLE)



 

Text by The Dude. Letztes Update:  7. September 2007