Schwere Panzerbüchse 41




Geschichte

Die rasche Entwicklung der Panzerwaffe in den Jahren 1938-1945 und das starke Auftreten von immer besser gepanzerten Panzern, stellte die deutsche Wehrmacht vor immer schwierigere Probleme. Man begegnete der immer größer werdenden Anzahl an feindlichen Panzern mit stärkeren Kalibern sowohl bei den Kampfpanzern als auch bei den Panzerabwehrwaffen, so daß die Panzerabwehrgeschütze immer schwerer wurden. Besonders im hohen Schnee, im Winter, sowie im Morast oder in schwer zugänglichem Gelände waren die herkömmlichen Panzerabwehrgeschütze aber zu schwer und zu unbeweglich. Hierzu kam, das man für die Infanterie, die häufig mit Panzerangriffen zu rechnen hatte, leichte und wirksame Panzerbekämpfungsmittel schaffen musste, die sie von anderen Kampfverbänden unabhäniger machen sollte. Da die Panzerbüchse 39 und die Gewehrgranate nicht effektiv zur Panzerbekämpfung einsetzbar waren, suchte man nach einer andere Möglichkeit Panzer erfolgreich durch die Infanterie zu bekämpfen. Es stellten sich folgende Forderungen: Das Gerät musste leicht, beweglich und schnell zu handhaben sein. Ausserdem sollte die Munition ein möglichst kleines Kaliber und daher ein kleines Gewicht haben. Zudem sollte auf kurze Entfernungen eine hohe Durchschlagsleistung erzielt werden.
Die hohe Durchschlagskraft bei gleichzeitig geringem Kaliber, wurde durch ein konische Rohr gelöst. Bei einem konischen Rohr verjüngt sich der Rohrinnendurchmesser vom Patronenlager zur Rohrmündung. Somit kann ein unterkalibriges Geschoss verfeuert werden. Da bedeutet, daß das Geschoss, das das Rohr verlässt, ein wesentlich kleineres Kaliber als der Patronenhülsenboden hat. In die zu gross geratene Patronenhülse konnte also eine viel stärkere Treibladung gefüllt werden und durch Verwendung von Wolframkarbid erhielt das Geschoss zudem eine sehr hohe Dichte und Härte. Dies führte dazu, daß man im Falle der schweren Panzerbüchse 41 bei einem Kaliber von 2,8 cm eine Anfangsgeschwindigkeit von 1.400 m/sek und eine für dieses Kaliber beachtliche Durchschlagleistung von 60 mm bei einer Entfernung von 100 m erzielen konnte.



Unter der Bezeichnung Büchse stellt man sich normalerweise eher eine Waffe im Format eines Gewehrs vor. Die Panzerbüchse 41 war aber eher eine kleine Kanone, die nur auf Rädern zu bewegen war.

Technik

Die schwere Panzerbüchse 41 ist ein Einzellader mit waagerechtem Keilverschluss, Flüssigkeitsbremse und Stahlblechlafette mit Spreizholmen. Das Einstellen der Höhen- und Seitenrichtung erfolgt durch freihändiges Einrichten der Waffe mit Hilfe des Richtarmes und des Zielfernrohres. Der Lauf ist leicht auswechselbar. Bei senkrecht zur Schussrichtung fahrenden Zielen ist ein Vorhalten nicht nötig. Die Haupteile der Waffe sind:

 

  • Lauf mit Mündungsbremse
  • Schlitten mit Verschlussgehäuse
  • Verschluss
  • Wiege, Laufbremse mit Vorholfeder; Richtarm mit Abfeuereinrichtung und Zieleinrichtung
  • Lafette mit Fahrgestell

Lauf mit Mündungsbremse

Im Lauf wird die Patrone zur Entzündung gebracht und dem Geschoss eine Drehung und Richtung gegeben. Das Innere des Laufes besteht aus dem gezogenen Teil und dem Patronenlager. In den Lauf sind 12 Züge eingeschnitten. Die äussere Form des Laufes ist vor der Mündung erst kegelförmig, dann zylindrisch gehalten. Kurz hinter der Mündung ist ein Gewinde für die Mündungsbremse und deren Gegenmutter aufgeschnitten. In Höhe des Patronenlagers leitet ein zweiter kürzerer kegelförmiger Teil zu dem hinteren zylindrischen Ende über , welches zum Einsetzen in das Verschlussgehäuse mit zwei Paar Bajonettverschlüssen versehen ist. Am Übergang des hinteren kegelförmigen Teils befindet sich eine Längsnut für den Eingriff des Laufhaltehebels Das Laufmundstück endet in einen ringförmigen Ansatz mit zwei angearbeiteten Flächen für den Auswerfer. Der Umfang des Laufmundstückes ist zur Hälfte mit einer Hohlkehle versehen, um beim Laufwechsel Raum für den Wulst der Auswerfwelle zu schaffen. Zur besseren Handhabung beim Laufwechsel ist der vordere kegelförmige Teil des Laufes mit einer ringförmigen Kordelung versehen.Die Mündungsbremse dient zur Milderung des Rückstosses beim Schuss. Sie besteht aus einem Hohlkörper mit zylindrischem Ansatz. Die Stirnwand des Hohlkörpers ist für den Durchtritt des Geschosses durchbohrt. Zwei seitliche grosse Öffnungen dienen zum Ableiten der Verbrennungsgase, nachdem sie an der Stirnwand abgeprallt ist. Der zylindrischer Ansatz hat ein Innengewinde zum Aufschrauben auf den Lauf. Die Mündungsbremse wird durch eine Gegenmutter auf dem Lauf festgezogen.

Schlitten mit Verschlussgehäuse

Der Schlitten nimmt den Lauf und das Verschlussgehäuse auf. Er gleitet auf der Gleitbahn der Wiege. Auf der Oberseite des Schlittens befindet sich vorn ein Klapplager mit Sperrhebel und gefederter Klinke zur vorderen Lagerung des Laufes. Etwa in der Mitte des Schlittens ist eine Auflage zur Unterstützung des Laufes beim Laufwechsel. Am hinteren Ende befindet sich ein rechteckiger Durchbruch zur Befestigung des Verschlussgehäuses. Auf der Oberseite des Schlittens befinden sich ferner vier Einschlagöler zum Ölen der Gleitbahn der Wiege. Die Unterseite des Schlittens hat rechts und links eine durchlaufende Führungsklaue und vorne und hinten je zwei angeschraubte Gleitschuhe aus Kunstpressstoff An der rechten Seite des Schlittens ist der Mitnehmer für den Rücklaufanzeiger angebracht.

 

Das Verschlussgehäuse ist in den hinteren rechteckigen Durchbruch der Wiege eingesetzt und verschraubt. Es nimmt das hintere Ende das Laufes und den Verschluss in sich auf und ist mit der Laufbremse mit Vorholer fest verbunden. Das Verschlussgehäuse hat ein rechteckige Form. Sein vorderer Teil ist aufgebohrt und mit Bajonettverschlüssen zum Einsetzen des Laufes versehen. An der linken oberen Kante befindet sich eine Längseinfräsung für den Laufhaltehebel. Der hintere Teil des Verschlussgehäuses ist als Keilloches waagerecht durchbrochen. In diesem bewegt sich der Verschluss. Im Boden des Keilloches befindet sich eine Ausfräsung für das Sperrstück. An der rechten Vorderseite des Keilloches ist die Abschlussplatte angeschraubt. Sie hat eine Nut zur Einführung des Hülsenbrechers. Links oben im Keilloch befindet sich eine Ausfräsung für den Nocken der Sicherungswelle. Die Rückwand des Verschlussgehäuses ist nach rechts zur Ladeöffnung ausgebildet. Die Oberseite des Verschlussgehäuses hat eine Ausfräsung mit Bajonettverschluss zum Einsetzen des Schliessers, ferner eine Bohrung für die Auswerferwelle mit Auswerfer und eine Bohrung für die Öffnerkurbel.

 

An der linken Seite ist eine Bohrung für den Auswerfbolzen mit Feder. An der Unterseite des Verschlussgehäuse befindet sich ein Auge, durch welches der Bremszylinder geht, der durch eine Sechskantmutter mit Bund festgeschraubt ist. Eine Längsnut in der Bohrung des Auges sichert den Bremszylinder gegen Verdrehen. Eine senkrechte Nut in der Stirnfläche des Auges dient zum Eingriff des Bajonettringes. Der Laufhaltehebel ist mit seiner Schraubenfeder in die Ausfräsung an der linken Oberkante des Verschlussgehäuse eingesetzt. Er greift in die Nut des eingebauten Laufes und sichert ihn gegen Verdrehen. Der Auswerfer besteht aus der oberen und unteren Auswerferhälfte. Beide Teile sind mittels der Auswerferwelle zusammengesteckt, die in der vorderen senkrechten Bohrung des Verschlussgehäusses eingesetzt ist. Die Krallen des Auswerfers greifen vor den Patronenboden. Die hinteren Ansätze begrenzen die Bewegung des Verschlusskeiles beim Öffnen. Die obere Auswerferwelle endet links in einen Hebel, der aus dem geschlossenen Verschluss nach links herrausragt und zum Bewegen des Auswerfers von Hand benutzt werden kann. Die Auswerferwelle ist senkrecht von oben in die entsprechende Bohrung des Verschlussgehäuses eingesetzt und hält mittels Federkeil die beiden Auswerferhälften zusammen. An ihrem Bund befindet sich unten ein Ansatz, welcher den Schwenkungsbereich des Auswerfers begrenzt. Der Griff dient zur Betätigung des Auswerfers beim Schliessen des Verschlusses bei leerem Patronenlager. Der Schliesser bewirkt das selbsttätige Schliessen des Verschlusses. Er ist mit seinem Bajonettverschluss in die entsprechende Ausfräsung auf der Oberseite des Verschlussgehäuses eingesetzt und mit der Öffnungskurbel mittels Bolzen drehbar verbunden.

Der Schliesser besteht aus dem Schleissergehäuse, dem Federbolzen, der Schraubenfeder und dem Federring mit Unterlegscheibe. Die Öffnerkurbel dient zum Öffnen des Verschlusses von Hand. Ihre Welle endet in einem Vierkant, welcher in den Öffnerhebel eingreift. Der zylindrische Teil dient zur Führung in der Bohrung des Verschlussgehäuses. Im Arm der Öffnerkurbel befindet sich eine Bohrung zur drehbaren Verbindung mit dem Schliesser. Der Öffnerhebel überträgt die Bewegung der Öffnerkurbel auf den Verschluss. Er ist in eine entsprechende Ausfräsung in der Oberseite des Verschlusses eingelegt. In seinem viereckigen Durchbruch ist der Vierkant der Öffnerkurbel eingesetzt. Sein Zapfen führt den Verschluss beim Öffnen.

Verschluss

Der Verschluss verschliesst den Lauf beim Schuss und bringt die Patrone zur Entzündung. Den Hauptteil des Verschlusses bildet der Verschlusskeil. Er nimmt die übrigen Verschlussteile an und in sich auf. In dem Verschlusskeil sind folgende Teile eingebaut: Stahlplatte, Schlagbolzen, Schlagbolzenfeder; Schlagbolzengegenlager, Abfeuerbolzen, Abfeuerwelle, Sperrstück, Druckbolzen, Spannwelle, Spannbolzen, Sicherungswelle, Haltebolzen und die obere und untere Auswerfnocke. Der Verschlusskeil ist ein rechteckiger Block, dessen rechte Seite zur Lademulde ausgebildet ist. In seine Stirnfläche ist die für die Schlagbolzenspitze durchbohrte Stahlplatte eingesetzt und verschraubt.

Die dahinterliegende Längsbohrung nimmt den Schlagbolzen, die Schlagbolzenfeder und das Schlagbolzengegenlager auf. Die links in der Bohrung befindlichen Nut dient dem Ansatz des Schlagsbolzen als Führung. Die Oberseite des Verschlusskeils ist für den Öffnerhebel entsprechend ausgearbeitet. Zwei senkrechte Langlöcher dienen als Gasabzug. Rechts davon ist der obere Auswerfernocke eingesetzt und verschraubt. Die linke Seite des Verschlusskeils ist über die Stirnfläche hinaus zum Abdecken des Keilloches verlängert. Durch eine viereckige Ausnehmung an der linken Seite des Verschlusskeils tritt die Verlängerung des oberen Auswerfers. Die linke Seite des Verschlusskeils enthält ausserdem Bohrungen, Durchbrüche und Ausfräsungen für die Spannwelle, die Abfeuerwelle und die Sicherung.

 

Neben der Ausfräsung für die Sicherungswelle sind die Buchstaben F = Feuer und S = gesichert angebracht. Das an der linken Seite des Verschlusskeiles vorstehende Auge dient zur Aufnahme des Abfeuerbolzen. Die Unterseite des Verschlusskeiles hat Bohrungen, Durchbrüche und Ausfräsungen für Druckbolzen, Sperrstück, Spannbolzen und Haltebolzen sowie eine Bohrung für den Gasabzug. Ferner ist in die Unterseite des Verschlusskeils der untere Auswerfnocke eingesetzt und verschraubt. Der Schlagbolzen liegt in der Längsbohrung des Verschlusskeils. Er besteht aus einem runden Hohlkörper mit eingeschraubter Schlagbolzenspitze. Oben hat er einen Einrastpunkt für den Eingriff der Abfeuerwelle. Links befindet sich ein Ansatz zum Führen im Verschlusskeil und Eingreifen der Spannwelle. Die Schlagbolzenfeder stütz sich nach vorne in die Schlagbolzenbohrung und nach hinten am Schlagbolzengegenhalter ab.

Das Schlagbolzengegenlager verschliesst die Längsbohrung des Verschlusskeils nach hinten. Es wird mittels Bajonettverschluss in die Verschlusskeil eingesetzt. Seine Bohrungen dienen zum Gasabzug. Die Spannwelle bewirkt das selbstätige Spannen des Verschlusses beim Rücklauf und beim Spannen von Hand. Sie ist in den Spannhebel eingesetzt und verschraubt und in die länglichen Bohrung an der linken Seite des Verschlusskeils eingesetzt. Ihre Nocke greift in die Längsbohrung des Verschlusskeils vor den Ansatz des Schlagbolzen. Der viereckige Ansatz an der Unterseite des Spannhebels dient zur Führung in die Bogennut auf der linken Seite des Verschlusskeils. Der runde Zapfen in der Unterseite Des Spannhebels greift in den Absatz des Spannbolzen. Auf die Spannwelle ist zur Führung im Verschlusskeil eine lose Buchse mit Nase aufgesetzt. Der Spannbolzen bringt die Spannwelle mit Spannhebel durch die Wirkung seiner Schraubfeder wieder nach vorne. Die Abfeuerwelle hält den gespannten Schlagbolzen bis zum Abfeuern in seiner Spanneinrastung fest. Darüber ist die Welle zum Eingriff in die Spanneinrastung des Schlagbolzen ausgeschnitten. Die an der Welle befindlichen Ringnut dient zum Eingriff des Haltebolzen. Der Zapfen an der Unterseite des Hebelsarmes greift durch den länglichen Durchbruch über dem Auge des Verschlusskeils in die Spiralnut des Druckbolzen und wird von dessen Feder betätigt.

Der Abfeuerungsbolzen überträgt die Bewegung der Abfeuerungseinrichtung und der Wiege auf die Abfeuerwelle. Es ist in das Auge des Verschlusskeils eingesetzt. Der Druckbolzen ist in die Bohrung mit Nut neben dem Auge des Verschlusskeiles gelagert. Unter der Wirkung seiner Schraubenfeder hält er die Abfeuerwelle und die Sicherung auf die angegebende Position fest. Das Sperrstück ist in die Unterseite des Verschlusskeiles eingesetz. Der Zapfen an seinem angefrästen Ende greift in die Ausfräsung in der Unterseite der Abfeuerwelle. Beim Abfeuern wird das Sperrstück gezwungen, aus der Bodenfläche des Verschlusskeiles in die Ausfräsung des Verschlussgehäuses zu treten und da den Verschlusskeil beim Schuss zu verriegeln.



Es gab zwei verschiedene Ausführungen und zwar einmal die mit großen Rädern und Schutzschild oder die hier abgebildete Version für die Fallschirmjäger, die kleine Räder und kein Schutzschild hatte, um Gewicht zu sparen.

Wiege, Laufbremse mit Vorholfeder, Richtarm mit Abfeuerungseinrichtung und Zieleinrichtung

Den Haupteil der Wiege bildet der U-förmige Wiegentrog, der oben durch die Gleitschiene abgeschlossen wird. Die Stirnfläche des Wiegentroges hat rechts und links je ein Auge zur Aufnahme der Bolzen zum Befestigen der Wiegendruckplatte. Dahinter ist auf der linken Seite ein Zapfen für den Dämpfer angeschraubt. Etwa in der Mitte des Wiegentroges sind die Seitenwände hochgezogen und zu den Lagern ausgebildet zur drehbaren Verbindung mit der Oberlafette. Auf der linken Seite ist hinten der Richtarm angeschraubt. Auf der rechten Seite der Wiege ist eine Führungsschiene mit Masseinteilung und Gleitstück für den Rücklaufmesser angebracht. Unter der Führungsschiene ist eine Sperrnase zum Zurren der Wiege mit der Unterlafette angeschraubt. Die auf dem Wiegentrog aufgenietete Gleitschiene bildet mit ihren Seitenkanten die Gleitbahn für die Führungsklauen des Schlittens.

Die Unterseite der Deckplatte hat beiderseits durchlaufende Führungsnuten, in welchen ein Gleitstück des Bremszylinder gleitet. Am hinteren Ende ist die Gleitschiene für das Auge des Verschlussgehäuses ausgeschnitten. Die Laufbremse mit Vorholfeder fängt den Rücklauf des Schlittens mit Verschluss und Lauf ab und bringt ihn wieder in die vordere Stellung. Sie ist in die Wiege eingebaut und mit dem Auge des Verschlussgehäuses verbunden.

 

Der Bremszylinder nimmt die übrigen Teile der Laufbremse und die Bremsflüssigkeit in sich auf. Die Stopfbuchse dichtet die beim Rücklauf aus dem Bremzylinder tretende Kolbenstange ab. Sie ist in das vordere Innengewinde das Bremszylinder eingeschraubt. An ihrem vorderen Ende ist ein Sechskant angearbeitet. Die Bohrung hat vorn ein Innengewinde, in das eine für die Kolbenstange durchbohrte Mutter eingeschraubt ist, welche die eingelegten Dichtungringe aus Metafas gegen die Kolbenstange presst. Der Kolben ruft in Verbindung mit der Vorholfeder die eigentliche Bremswirkung hervor. Kolbenstange und Kolben gleiten im Bremszylinder und in der Stopfbuchse und führen in ihrer Längsbohrung die Vorlaufhemmstange. Das vordere Ende der Kolbenstange ist in einem Gewinde zur Verbindung mit der Wiegendruckplatte versehen. Auf das andere Ende der Kolbenstange ist der Kolben aufgeschraubt. Er hat Bohrungen zum Durchtritt der Bremsflüssigkeit. Auf dem Kolben ist der Kolbenring aufgesetzt. Im Inneren befindet sich die längsbewegliche gefederte Düse.

Die Längsbohrung der Kolbenstange ist vorne verschlossen. Die Vorlaufhemmstange soll beim Vorlauf das Durchströmen der im Bremszylinder befindlichen Bremsflüssigkeit so regeln, daß ein harter Anschlag in der Endstellung vermieden wird. Sie ist an ihrem Kopf in dem Bremszylinder verschraubt und wird mit dem freien Ende in der Längsbohrung der Kolbenstange geführt. Am Kopf ist ein Sechskant angearbeitet ,dahinter ein Bund mit einer Einrastung zur Sicherung. Der Kopf trägt das Aussengewinde zum Einschrauben in den Bremszylinder. Hinter dem Kopf verjüngt sich die Stange und ist kurz vor dem freien Ende abgesetzt und mit Bohrungen versehen. Ihre Längsbohrung ist im Kopf durch die Füllschraube abgeschlossen, die durch einen Draht verblombt wird. Die Vorholfeder bringt den nach dem Schuss zurückgeworfenen Schlitten wieder nach vorne. Der Bajonettring ist auf das hinters Ende des Bremszylinders aufgeschoben und mit seinen Harken in den Bajonettverschluss verriegelt. Seine Stirnfläche ist mit angenieten Lederringen besetzt. Er mildert beim Vorlauf des Bremszylinders den harten Anschlag.

 

Der Richtarm mit Abschusseinrichtung dient zum Verstellen der Höhen- und Seitenrichtung der Waffe. Er ist an der linken Seite der Wiege angeschraubt, auf der beim Rücklauf der Spannhebel gleitet. Der hintere kastenförmige Teil des Richtarms hat oben eine Konsole, auf der die Aufnahme für die Zieleinrichtung angeschraubt wird. Eine federnde Feststellvorrichtung mit links befindlicher Kordelmutter dient zum Befestiegen des Zielfernrohres oder des Notvisiers. Links hinter der Aufnahme für die Zieleinrichtung befindet sich ein Behälter wo einige Ersatzteile gelagert werden. Die Abfeuerungseinrichtung besteht aus den beiden Abzügen, der Abzugsachse, der Abzugstange mit gefedertem Riegel, der Schraubfeder und der gefederten Klappe. Die beiden Abzüge sind vor den Handgriffe gelagert. Beim Abziehen wird durch Veränderung der Abzugstange die gefederte Klappe angehoben und dadurch der Abfeuerungshebel ausgelöst. Das Notvisier dient als Ersatz beim Ausfall des normalen Zielfernrohrs. Es besteht aus einem einfachen Kimme und Korn Anvisierungprinzip und ist gegenüber dem Zielfernrohr nicht so effektiv.

Lafette

Die Lafette dient zum Transport der Waffe und besteht aus folgenden Haupteilen: Oberlafette mit Dämpfer, Unterlafette mit Holmen und Zugvorrichtung, Fahrgestell und dem Schutzschild. Die Oberlafette besteht aus einem kugellagerten Drehteller der durch eine Handfeststellschraube justiert werden kann. Der Dämpfer hat den Zweck, der Waffe beim Nehmen der Höheneinrichtung zügige Bewegungen zu geben. Er besteht aus einem mit Flüssigkeit gefüllten Zylinder in dem sich ein Kolben bewegt. Der Dämpferzylinder ist mit seinem hinteren Ende an der Oberlafette und seine Kolbenstange an der Wiege befestigt. Die Unterlafette besteht aus dem Kasten und den Holmen.

Auf der Oberseite des Kastens ist die Grundplatte mit dem unteren Drehteller aufgeschraubt, in welchem der Kugelring eingelegt ist: durch die in der Mitte der Grundplatte und Kastendecke befindlichen Bohrung ist der Verbindungsbolzen gesteckt, der durch Scheibe, Kronenmutter und Splint die Unterlafette mit der Oberlafette verbindet. Zu beiden Seiten und vorn sind Handgriffe, die ermöglichen die Lafette zu bewegen. In beiden seitlichen Öffnungen sind die Holme eingesetzt und durch Bolzen schwenkbar befestigt. Vorn ist die Unterseite des Kastens für die Befestigung auf dem Fahrgestell eingerichtet. Die Holme dienen der Lafette als Hintere Stütze. Bei Verwendung der Waffe auf dem Fahrgestell bleiben sie geschlossen, während sie beim Schiessen zu spreizen sind. Sie sind mit ihrem Kopf in der Unterlafette befestigt. Am rechte Holm ist die Holmzurrung und am linken das entsprechende Zurrlager angebracht. Am linken Holm befindet sich ein Einsteckstutzen mit Federbolzen.

Das Fahrgestell besteht aus der Achse und den Rädern: Den Mittelteil der Achse bildet das Gehäuse, das oben durch die Führungsgabel und unten durch die Blattfeder mit der Achse verbunden. In der Mitte des Gehäuses befindet sich vorn der Veriegelungsbolzen, der bei aufgesetzter Lafette in die Unterlafette eingreift.Die Räder sind Stahblechräder mit Luftbereifung. Sie sind mit je 2 Kugelringsystemen versehen und werden fest auf die Achsenschenkel geschoben. Eine Scheibe, Kronmutter und Splint sichern den Sitz der Räder auf der Achse. Der Schutzschild ist ein doppelter Panzerschild und schützt den Schützen gegen leichte Infanteriewaffen. Er ist aus zwei Panzerplatten die einen Zwischenraum haben verbunden und mit Haltern und Rastbolzen zur Befestigung an der Oberlafette versehen.



die Fallschirmjägerversion der Panzerbüchse mit den kleineren Rädern (Picture by www.abal.rma.ac.be)

Bezeichnung der Waffe: Schwere Panzerbüchse 41
Hersteller: Mauserwerke, Oberndorf am Neckar
Länge: 2.580 mm
Breite: 1.310 mm mit gespreizten Holm
Höhe: 80 mm
Gewicht: 223,20 kg
Zahl der Züge: 12
Kaliber: 2,8 cm
Mündungsgeschwindigkeit: 1.400 m/sek
effektive Schussweite: 600 m
Stückpreis: 4.500 RM


 

Text by Tank. Letztes Update:  7. September 2007