Die Patrone 9x19 mm ist keine US-amerikanische Erfindung, wie so manches Gerücht über ihre Entstehung besagt. Der Ursprung dieser mittlerweile weltweit verbreiteten "Großkaliberpatrone" liegt ein knappes Jahrhundert zurück, im Deutschen Kaiserreich. Die Entstehung der Patrone ist eng mit der Entwicklungsgeschichte der Pistole 04/08 verbunden.
Um 1900 hat Georg Luger mit Hugo Borchhardt gemeinsam als Konstrukteur bei DWM (Deutsche Waffen- und Munitionsfabriken) in Berlin gearbeitet, wo Luger auch die nach ihm benannte "Luger"-Pistole entwickelte. Für seine Luger-Pistole änderte er die 7,63 mm Mauser um indem er die Mauser-Hülse um 3mm kürzte, ein anderes Geschoss einsetzte und fertig war seine 7,65 mm Luger bzw. 7,65 mm Parabellum. Diese Waffe, die zu jener Zeit hauptsächlich unter dem Namen "Parabellum-Pistole, System Luger/Borchhardt" bekannt wurde, wurde 1901 der preußischen Gewehr-Prüfungs-Kommission vorgelegt (diese Abteilung prüfte alle Waffen, die für eine militärische Verwendung geprüft werden sollten). Die Kommission befand die Waffe als durchaus militärtauglich, allerdings wurde die Munition als zu schwach gewertet, da aufgrund der fehlenden 'Mannstopp'-Wirkung eines solch kleinen Kalibers, die nach den Erfahrungen in bereits vorangegangen Gefechten dringend benötigt wurde, nicht die vom Militär gewünschten Verletzungen hervorgerufen wurden.
1902 erweiterte Luger den Hülsenmund seiner 7,65 mm Parabellum auf 9 mm um keine großen Veränderungen an seiner Pistole vornehmen zu müssen und kürzte die Hülse von 21,5 mm auf 19 mm; So mußte lediglich der Lauf ausgetauscht werden, da der Bodendurchmesser der gleiche wie bei der 7,65 mm Luger ist, alle anderen Teile blieben erhalten.
1904 wurde die Pistole samt dem neuen Kaliber bei der kaiserlichen Marine unter der Bezeichnung "Selbstladepistole 04" eingeführt und mit der ersten fabrikgefertigten Munition, einem bei DWM gefertigten abgeflachten Stahlmantelgeschoss (auch Kegelstumpfgeschoss) und einer speziell für die Luger Pistole abgestimmten Ladung, versehen.
1908 führte das kaiserliche Heer die Pistole mit verkürztem Lauf samt Munition als "Pistole 08" (P08) ein.
1915 ersetzte DWM das Kegelstumpfgeschoss durch ein Vollmantelrundkopfgeschoss.
Der Name Parabellum leitet sich aus der Kurzform des lateinischen Feldherren Spruchs 'qui desiderat pacem praeparat bellum' (wer Frieden wünscht, bereitet den Krieg vor) 'Si vis pacem, para bellum' (wenn du den Frieden willst, bereite den Krieg vor) ab. Heute ist sie ein weltweit eingesetztes Geschoss, verwendet von Sportschützen wie auch von Polizeikräften und dem Militär. Die Patrone 9x19 mm ist NATO-Standard-Patrone für Pistolen und Maschinenpistolen.