PP-19 Bison



Bison mit einem Zusatzmagazin (Picture by club.guns.ru)

Geschichte

Nach einer sehr langen Pause - die letzte russische Maschinenpistole wurde im zweiten Weltkrieg eingeführt - fing in Russland die MP-Entwicklung erst Anfang der 1990er Jahre wieder an. Diesmal jedoch war der Kunde nicht die Armee, sondern MWD (Innenministerium), FSB (russischer Geheimdienst), Präsidentenschutz und weitere "zivile" Einheiten, welche eine Waffe mit einer effektiven Reichweite von 100 bis 150 Metern forderten - vorgesehen zur Verwendung im Stadtgebiet und in Gebäuden. So bauten 1993 die Söhne der beiden berühmtesten russischen Waffenentwickler, Wiktor Michajlowitsch Kalashnikow und Aleksej Jewgenjewitsch Dragunow, auf der bewährten Basis der AKSM-74 eine Maschinenpistole für die 9x18 PM Patrone. Die kleine und leichte Waffe erfreute sich schnell wachsender Beliebtheit aufgrund der Robustheit, Zuverlässigkeit, einfacher Bedienung und dem großen, 67 Schuss fassenden Schneckenmagazin. Im Laufe der Produktion wurde die Maschinenpistole ständig verbessert. So ist schon kurze Zeit später ein Schalldämpfer erschienen, dann ein Leuchtpunktvisier. Später kam eine Version mit integriertem Schalldämpfer, einer besseren Schulterstütze und einem Dioptervisier heraus. Sie erhielt den Namen "Bison-3".



Bison 3 mit eingeklappter Schulterstütze (Picture by club.guns.ru)

Technik

Technisch ist diese Maschinenpistole ein Rückstosslader mit Masseverschluss. Am Ende vom Lauf befindet sich ein Mündungsfeuerdämpfer. Die Bauteile der Bison sind zu 60% mit denen einer AKSM-74 identisch, das Gehäuse, der Feuerwahlhebel und der Abzugmechanismus wurden nahezu unverändert von dem "großen Bruder" übernommen, die Visierung entspricht der AKS-74U. Der Verschluss besteht zwar, wie auch bei AK-74, aus zwei Teilen, anstatt des leichten Gaskolbens wird jedoch eine Stahlstange verwendet, um die Verschlussmasse zu erhöhen. Mit einer derartigen Ähnlichkeit zu einer Waffe aus der AK Familie ist die Einarbeitungszeit sehr kurz und die Waffe lässt sich einfacher und billiger herstellen, besonders wenn man bedenkt, dass sowohl AKs als auch Bison beide im gleichen Werk gefertigt werden. Da Bison und AK die gleiche Seitenschiene besitzen, können daran alle AK Optiken montiert werden.
Die Maschinenpistole verschießt 9x18 PM und PMM Patronen, es gibt aber inzwischen Versionen für 9x19 mm, 9x17 Kurz und 7,62x25 TT. Die Besonderheit der Bison ist das große Schneckenmagazin, welches gleichzeitig als Vorderschaft dient. Das Magazin hat an der rechten Seite vier Öffnungen mit Markierungen für 4, 24, 44 und 64 Patronen. So kann der Schütze sehr einfach ablesen, wie viel Munition ihm noch zu Verfügung steht.
Die letzte Version der Bison ist die PP-27 für die 7,62x25 TT Patrone. Diese Patrone besitzt eine wesentliche höhere Durchschlagskraft als die 9x18 PM Patrone, welche sie für den Einsatz gegen Menschen in Schutzwesten geradezu prädestiniert. Die PP-27 besitzt ein gebogenes Kastenmagazin, einen richtigen Vorderschaft, ein Dioptervisier und eine Schulterstütze aus der AK-100 Reihe.



Bison 2 teilzerlegt (Picture by club.guns.ru)

Bezeichnung der Waffe: Bison 2
Hersteller: IzhMash
Länge: 660 mm,
mit eingeklapptem Kolben: 425 mm
Gewicht: 2,47 kg
Lauflänge: 195 mm
Zahl/ Drall: 4 Züge, Rechtsdrall
Kaliber: 9x18 PM, PMM
Mündungsgeschwindigkeit: 320 m/s PM,
420 m/s PMM
Feuerrate: 650 - 700 Schuss/min
effektive Schussweite: 100 m PM,
150 m PMM
Magazingröße: 67 Schuss

PP-27 für die 7.62x25 TT Patrone

Mitglieder des russischen Speznas üben mit schallgedämpften Bison 2 (Picture by club.guns.ru)



Interne Links zum Thema

Patrone 9x18 PM



 

Text by dunkelfalke; Korrektur: Kreuz As, UncleK. Letztes Update:  7. September 2007