PPSh 1941

(Pistolet pulemjet Schpagin)



Geschichte

Die PPSh 41 stellt die Weiterentwicklung der Maschinenpistole PPD von Degtjarew dar. Die PPD benötigte zur Herstellung zuviel Material und Mannstunden um den enormen Bedarf an Waffen dieser Art zu decken. Im Herbst 1940 suchte man deshalb nach einer einfacheren MPi und der Entwurf von Schpagin (1897 - 1952) ging als Sieger hervor. Sie war leichter, einfacher zu Handhaben und billiger Herzustellen als die PPD. Seine Waffe, die dann als PPSh 41 („Pistolet pulemjet Schpagin“ Maschinenpistole Modell Schpagin) eingeführt wurde, bestand aus nur 87 Einzelteilen und wurde überwiegend aus kaltverformten Stahlblechen hergestellt. Die Herstellung eines Mosin-Nagant Gewehres oder einer PPD MP dauerte über 13 Stunden, die PPSh konnte in 5 Stunden und 36 Minuten von ungelernten Arbeitern gebaut werden. Ein immenser Vorteil, wenn man sich einmal den Bedarf an Maschinenpistolen vor Augen führt. Die Produktion der PPSh 41 lief erst im Herbst 1941 richtig an, im Jahr 1942 wurden schon 1,5 Millionen Waffen gefertigt.



Technik

Die PPSh ist eine zuschießende Waffe mit unverriegeltem Masseverschluss (Funktionsprinzip wie bei der MP 18/1). Der Schlagbolzen ist fest eingebaut und der Rückweg des Verschlusses wird durch einen Puffer aus Leder im hinteren Gehäuseteil abgefangen. Vor dem Abzugsbügel liegt ein großer Schieber mit dem die PPSh von Einzel- auf Dauerfeuer umgestellt werden kann. Trotz einer hohen Feuergeschwindigkeit von 1.000 Schuss pro Minute liegt die Waffe recht gut in der Hand. Der Verschluss bleibt nach dem letzten Schuss in vorderster Stellung. Der Laufmantel steht über den Lauf hinaus und wirkt als Kompensator um das Feuer der 7,62 mm Patrone etwas zu dämpfen. Die Waffe wird über den Verschlussgriff gesichert, dieser wird nach links geschoben und blockiert somit den ganzen Verschluss. Die Visierung der PPSh 41 besteht zunächst aus einem Kurvenvisier das sich von 50 m bis 500 m einstellen lässt, zudem ist noch ein freiliegendes Korn vorhanden. Aufgrund von Fronterfahrungen und um den Produktionsausstoß noch weiter zu vergrößern, wurde dieser Visierung aber bald gegen eine einfache Klappkimme für 100 m und 200 m und ein überdachtes Korn ausgetauscht. Das Korndach bestand aus einem schlichten Blechstreifen der einfach am Laufmantel festgepunktet wurde. Als Magazine standen 71 Schuss Trommelmagazine oder 35 Schuss Stangenmagazine zu Verfügung. In der Truppe waren die Trommelmagazine aufgrund ihrer hohen Kapazität sehr beliebt, jedoch waren sie nicht sehr schnell zu laden und auch recht kompliziert im Aufbau.

Die PPSh wirkt einfach, ja geradezu billig, dennoch ist sie eine sehr gute Waffe. Obwohl bei vielen Modellen noch grobe Verarbeitungsspuren sichtbar sind, waren die Läufe innen stets hartverchromt um ihre Lebensdauer zu erhöhen. Die PPSh wurde zwei Monate nach der Einführung mit den besten Maschinenpistolen anderer Länder verglichen und getestet. Die PPSh schießt auch im komplett verschmutzen Zustand und weist eine hohe Funktionssicherheit, Trefferdichte und eine gute Treffpunktlage auf. Die sowjetische Konstruktion war den MPs der damaligen Zeit, wie der deutschen MP 40 oder der britischen Sten, nicht nur ebenbürtig sondern in einigen Punkten sogar überlegen. Ein Nachteil der PPSh war das umständlich zu füllende Trommelmagazin, welches von ungeübten Schützen oder bei Dunkelheit schwer aufzumunitionieren war. Ansonsten sind sich Kritiker einig: die PPSh 41 gehört zu einer der treffsichersten, störungsfreisten und robustesten Waffen ihrer Zeit. Sie war auch die am meisten verwendete Waffe im zweiten Weltkrieg. Deutsche Soldaten an der Ostfront entledigten sich oft ihrer MP40 und griffen auf das russische Modell zurück wo immer sie konnten. Es gab sogar Pläne die PPSh auf 9 mm Parabellum umzubauen und sie auf deutscher Seite zu verwenden.




Bezeichnung der Waffe: PPSh 1941
Konstrukteur: Schpagin
Länge: 842 mm
Gewicht: 3,5 kg leer,
4,1 kg mit vollem Stangenmagazin,
5,3 kg mit vollem Trommelmagazin
Lauflänge: 270 mm (240 mm gezogen)
Zahl der Züge, Drall: 4, Rechtsdrall
Kaliber: 7,62 mm (Patrone 7,62 x 25 mm Tokarew M1930)
Mündungsgeschwindigkeit: ca. 430 m/s
Mündungsenergie des Projektils: ca. 500 J
Feuerrate: 900 bis 1.000 s/min theoretisch,
100 Schuss/min praktisch,
30 Schuss/min bei Einzelfeuer
effektive Schussweite: 100 m bei langen Feuerstössen,
200 m bei kurzen Feuerstössen,
300 m bei Einzelfeuer
größte Schussweite: 800 m
Munitionszufuhr/Magazingröße: Trommelmagazin mit 71 Schuss,
Stangenmagazin mit 35 Schuss

Die Mündung des Laufes mit Laufmantel, Korn und Korndach (Picture by www.a-human-right.com)

Das Trommelmagazin von Innen. (Picture by www.a-human-right.com)


 

Text by The Dude, UncleK. Letztes Update:  7. September 2007