Flammenwerfer der Wehrmacht



ein deutscher Fallschirmjäger mit einem Flammenwerfer 41 mit Strahlpatrone

Während der Kämpfe in den Argonnen 1914 setzte die deutsche Armee zum ersten Mal Flammenwerfer ein. Der erste großangelegte Einsatz erfolgte wieder gegen die Franzosen, diesmal am 26.2.1915 bei Verdun. Aufgrund der durchaus erfolgreichen Einsätze begann man schließlich spezielle Flammenwerfereinheiten aufzustellen. Die frühen Flammenwerfer waren jedoch große unhandliche Geräte, die zu ihrer Bedienung bis zu drei Mann benötigten. Auch im 2. Weltkrieg wurde die Waffe gegen Befestigungsanlagen, Bunker, Stellungen und Panzerfahrzeuge erfolgreich eingesetzt. Das Prinzip und die Wirkungsweise der im Zweiten Weltkrieg auf deutsche Seite verwendeten Flammenwerfer ist einfach und schnell erklärt: jeder Werfer besaß zwei Tanks, einen für das Flammöl, den anderen für das Treibmittel (meistens Stickstoff). Wenn das Ventil geöffnet wurde, drückte das Treibmittel das Flammöl durch das Flammenrohr, an dessen vorderen Ende es entzündet wurde. Die Reichweite ist von dem Öldurchsatz der Düse, der Anfangsgeschwindigkeit des Flammenöls und der Windrichtung abhängig. Die Anfangsgeschwindigkeit ist wiederum vom Druck der im Behälter herrscht und der Schlauchlänge abhängig.

 

 Flammenwerfer 35

Der erste deutsche Ein-Mann-Flammenwerfer war der Flammenwerfer 35, der in den 30er Jahren an die deutschen Streitkräfte ausgegeben wurde. Bei seiner Konstruktion war viel von dem Gerät aus dem I. Weltkrieg übernommen wurden. Er wog "nur" noch 35,8 kg und war damit aber viel zu schwer für den Einsatz. Sein großer Behälter enthielt 11,8 Liter Flammöl und der kleiner Behälter enthielt das Stickstoff-Druckgas. Der Flammenstrahl war 25 bis 30 m lang und dauerte zehn Sekunden lang. Je nach dem wie lange die einzelnen Salven waren, konnten bis zu 15 Einzelstöße abgegeben werden. Die Zündvorrichtung wird mit dem Selbstschlussventil gleichzeitig aktiviert und ist im Inneren des Schutzrohrs zu finden. Der Flammenwerfer 35 wurde bis 1941 produziert.

 

 Flammenwerfer 40

Der Flammenwerfer 40 klein, der nur in kleiner Stückzahl ausgeliefert wurde, war nie über die Entwicklungsphase hinausgekommen, da dieser Flammenwerfer sich nicht als effektiv erwies. Die beiden Tanks waren ringförmig ineinander eingepasst (es sieht wie ein Autoreifen aus) und das Gewicht betrug nur noch 21,8 kg. Die Gewichtsreduzierung wurde hauptsächlich durch einen kleinen 7,5 Liter Behälter für das Flammöl erreicht.

 

 Flammenwerfer 41

Der Flammenwerfer 41 war der Nachfolger des Flammenwerfer 35, der zwei zylindrische Behälter besaß und Wasserstoff als Treibgas verwendete. Er bestand aus dem Tragegestell mit Tragegurten, 7,5 Liter Ölbehälter mit Absperrventil, 3 Liter Stickstoff-Druckgasbehälter mit Absperrventil, Ölschlauch mit Schnellverschraubungen, Strahlrohr mit Selbstschlussventil und Wasserstoff-Zündsystem und einer 0,45 Liter Wasserstofflasche mit Absperrventil. Der Flammenwerfer 41 wog einsatzbereit ca. 22 kg und feuerte bis zu acht Einzelstöße von 20 bis 30 m.

 

 Flammenwerfer 41 mit Strahlpatrone

Da es beim Flammenwerfer 41 jedoch an der Ostfront im Winter 1941/42 durch die extreme Kälte immer wieder Zündversager gab, wurde das Wasserstoff-Flammenzündsystem durch eine Zündvorrichtung mit Strahlpatrone ersetzt. Die Strahlpatrone hatte zehn Zündpatronen und funktionierte auch bei ungewöhnlichen Temperaturen zuverlässig. Beim Betätigen des Abzuges wurde zuerst die Patrone gezündet, die dann wiederum das Flammöl entzündete. Der Flammenwerfer wog 18 kg und hatte einen Flammölvorrat von 7 Litern. Man konnte mit der Füllung 8 Einzelstöße abgeben und 20 bis 30 m weit schießen. Dieser Flammenwerfer war bis zum Ende des Krieges der Standardflammenwerfer der deutschen Armee. Insgesamt wurden vom FmW 41 mit und ohne Strahlpatrone 64.284 Stück gebaut.

 

 Flammenwerfer 43

Der Flammenwerfer 43 sollte den Flammenwerfer 41 ablösen. Da er aber zu schwer war, wurde er selten im Einsatz benutzt. Er wog 24 kg, hatte einen neun Liter Flammöl fassenden Tank und konnte 40 m weit schießen. Er wurde nur in geringer Stückzahl hergestellt.

 

 Flammenwerfer 44

Der Flammenwerfer 44 war genau das Gegenteil zum FmW 43: Er wog nur 12 kg und hatte einen vier Liter fassenden Flammöltank. Die Reichweite dieses Geräts betrug 28 m. Es wurde aber wegen unzureichender Effektivität nicht eingeführt.

 

 Einstoßflammenwerfer 46

Dieser Flammenwerfer wurde als Einstoßflammenwerfer für den Einsatz durch Fallschirmjäger und Angriffstruppen entwickelt und wurde nach einmaligem Gebrauch weggeworfen. Das Gerät bestand aus einem 500 mm langen rohrförmigen Behälter von 70 mm Außendurchmesser und 1 mm Stärke. Der Ölinhalt betrug 1,7 Liter. Die Düse endete durch ein Düsenrohr am hinteren Behälterende und war durch einen Gummistopfen verschlossen. Unter der Düse war eine Druckkammer zur Unterbringung der Patrone für den Einstoßflammenwerfer 46 angeordnet, welche mittels Abreißzünder durch den Handhebel aktiviert wurde. Nach der Zündung der Patrone entwickelte sich ein Druck, durch welchen das Flammöl durch das Düsenrohr aus dem Gerät herausgestoßen wurde. Die Zündung erfolgte gleichzeitig und entzündete das Flammöl beim Heraustreten aus dem Flammenrohr. 

 

 mittlerer Flammenwerfer

Zusätzlich zum bereits erwähnten Tornister-Flammenwerfer 35 gab es auch eine Zwei-Mann-Version mit der Bezeichnung mittlerer Flammenwerfer, bei der der Haupttank für das Brandgemisch auf einem kleinen Wagen mitgeführt wurde. Der gesamte Werfer wog 102 kg und hatte einen 30 Liter Flammöltank, der einen 25 Sekunden langen Feuerstrahl gewährleistete. Wenn das nicht ausreichte, gab es noch ein viel größeres Modell, das auf einem Anhänger von einem leichten Fahrzeug gezogen werden konnte.

 

 Abwehr-Flammenwerfer 42

Als die deutsche Wehrmacht 1941 in die Sowjetunion einmarschierte, wurde sie von eingegrabenen Flammenwerfern beim Vormarsch überrascht. Dieses Patent der Russen wurde schnell von der Wehrmacht übernommen und der Abwehr-Flammenwerfer 42 entstand. Der Abwehr-Flammenwerfer 42 war eine Nahkampfwaffe für die Verteidigung. Er diente beim Einsatz von mehreren Werfern als eine flächendeckende Geländeabsperrung. Die Schussweite betrug ca. 50 m und die Breite ungefähr 15 m bei einem Werfer. Die Wirkungsdauer war mit drei Sekunden sehr begrenzt. Der Abwehr-Flammenwerfer 42 wurde so tief eingegraben oder getarnt, dass nur das Flammenrohr und der Flammölzünder herausragte. Diese flache Einbauart war gegen Fußtruppen sehr effektiv.

 

Das Gerät bestand aus folgenden Hauptteilen:

 

A: Ölbehälter
Der Ölbehälter dient zum Lagern des Flammöls. Er besteht aus einem einfachen zylindrischen Behälter, an dem zwei Haltegriffe für den Transport befestigt sind.

 

B: Steigrohr mit angeschweißter Düse
Das Steigrohr dient zur Zuführung des Flammenöl zur Düse. Es reicht mit seinem offenen Ende bis auf den unteren Boden des Ölkessels am oberen Ende ist die Düse angeschweißt. Die Düse ist durch eine Metallmembrane verschlossen, die durch eine Überwurfmutter auf die Düsenöffnung aufgeschraubt wird. Beim Zünden wird die Metallmembrane durch den von der Druckpatrone erzeugten Druck gesprengt und das Flammenöl tritt heraus. Der Flammölzünder sitzt unterhalb der Düse. Er wird elektrisch gezündet und erzeugt eine Stichflamme, die dann das Flammöl entzündet.

 

C: Druckpatrone
Die Druckpatrone dient einzig als Druck-Treibmittel, die das Flammöl herausdrückt. Diese Patrone besteht aus Pulverstäbchen, die in einer paraffinierten Papierhülse eingeschlossen sind. Es entsteht nur eine treibende und keine detonierende Wirkung.



Flammenwerfer 41

Flammenwerfer 41

Bezeichnung der Waffe: Flammenwerfer 35  Flammenwerfer 41  Einstossflammenwerfer 46
Hersteller: verschiedene Herst.  verschiedene Herst. verschiedene Hersteller
Länge: ? 40 cm 60 cm
Breite: ? 60 cm  7,2 cm
Höhe: ? 25 cm  21 cm
Gewicht: 35,8 kg 22 kg 1,8 kg
Druckgas: Stickstoff Stickstoff Stickstoff
Flammölmenge: 11,81 Liter 7,5 Liter 1,7 Liter
Anzahl der möglichen Feuerstöße: 2 bis 15 2 bis 8 1
effektive Schussweite: 25 m 20 m 27 m
größte Schussweite: 30 m 30 m 40 m

Einsatz eines Flammenwerfer 35 während des Kampfes um Stalingrad bei Tag...

... und bei Nacht.

Flammenwerfer 35


 

Text by Tank, UncleK. Letztes Update:  7. September 2007