12,8 cm Selbstfahrlafette L/61

"Sturer Emil" (Pz.Sfl. V)


Die 12,8 cm Kanone in höchster Feuerstellung. Die Waffe wog 7 t.

Da der Einsatz von stark gepanzerten Fahrzeugen bei Amerikanern und Briten erwartet wurde, gab es 1941 Forderungen Panzerabwehrwaffen der Kaliber 10,5 und 12,8 cm in Selbstfahrlafetten einzubauen. Die 10,5 cm Kanone konnte auf ein Panzer IV Fahrgestell gesetzt werden und für das 12,8 cm Geschütz sollte das Henschel "VK.3001" Fahrgestell verwendet werden. Dieses verlängerte man hinten, um die 12,8 cm Kanone einbauen zu können. Die ursprünglich als Flak entwickelte Kanone "Gerät 40" war die stärkste Panzerabwehrwaffe die im zweiten Weltkrieg zum Einsatz kam. Die Kartuschen und Granaten wurden getrennt gelagert, da allein das Projektil 26 kg wog. Bei einer Rohrlänge von 7.835 mm betrug die Mündungsgeschwindigkeit V0 910 m/s. Rheinmetall versah die Fahrgestelle mit einem offenen Panzeraufbau. Des weiteren musste aufgrund des hohen Gewichts ein weiteres Laufrad auf jeder Seite angebracht werden. Außerdem versah man die hinteren beiden Laufräder mit stärkeren Drehstäben, da es bei Schussversuchen zu so starken Nickbewegungen kam, dass der Richtschütze den Schuss nicht beobachten konnte. Das Geschütz hatte einen Seitenrichtbereich von 14° und ließ sich von -15° bis +10° erhöhen.


Nur zwei Fahrzeuge der Pz.Sfl. V wurden bei Rheinmetall gebaut. Das erste wurde im August 1941 fertig gestellt und an der Ostfront erprobt. Die Truppe war von dem Fahrzeug, dem sie den Spitznamen "Sturer Emil" gab, begeistert. Beide Selbstfahrlafetten wurden von der Pz.J.Abt.521 eingesetzt, die im Südabschnitt der Ostfront kämpfte. Eines der beiden Fahrzeuge wurde 1943 unzerstört von den Sowjets erbeutet. Es ist heute im Militärmuseum in Kubinka zu bewundern.




Panzerung Dicke Neigung
Wanne    
vorne: 50 76,5°
seitlich: 30 90°
hinten: 30 45°
unten: 20
Turm:    
vorne: 50 75,5°
seitlich: 15 80°
hinten: 15 75,5°
oben: offen -
Rohrblende: 50 50°

Bezeichnung des Fahrzeugs: 12,8 cm Selbstfahrlafette L/61 (Pz.Sfl. V)
Typ: VK.3001 (H)
Hersteller: Henschel/Rheinmetall
Baujahr: 1939-42
Motor: Maybach "HL 116 S"
Zylinderzahl, Anordnung 6, Reihe
Hubraum (ccm): 11.048
Drehzahl, normal/maximal (U/min): 2.600/3.300
Höchstleistung (PS): 265/300
Leistungsgewicht (PS/t): 7,6/8,6
Höchstgeschwindigkeit (km/h): 19,6
Getriebe: ZF "SSG 77" Aphon
Anzahl der Gänge V/R: 6/1
Federung: Drehstäbe quer
Länge über alles (mm): 9.800 (7.200 ohne Kanone)
Breite über alles (mm): 3,17
Höhe über alles (mm): 2,67
Bodenfreiheit (mm): 280
Spurweite (mm): 2,1
Kettenbreite (mm): 520
Anzahl der Glieder pro Kette: 85
Gefechtsgewicht (t): 35
Bodendruck (kg/cm²): 0,8
Kraftstoffvorrat (l): 450
Steigfähigkeit: 24°
Besatzung: 5
Hauptbewaffnung: 1 12,8 cm K. 40 L/61 (18)
Stückzahl: 2


 

Text by uncleK. Letztes Update:  7. September 2007