M60

mittlerer Kampfpanzer M60


Ein früher M60 mit dem Turm des M48

M60

Der Entwicklungsauftrag für diesen Panzer wurde im September 1958 an die Chrysler Corporation vergeben. Dort konstruierte man ein Fahrzeug, das im wesentlichen eine Verbesserung des bisherigen Standardkampfpanzers M48 darstellte, und somit ein weiteres Modell in einer Baureihe ist, die bis auf den M26 Pershing aus dem Zweiten Weltkrieg zurückgeführt werden kann. So wurde die Grundkonstruktion des M48 im wesentlichen beibehalten und man beschränkte sich auf einige Modifizierungen. Da der M48 schon einen Turmdrehkranz von 2.160 mm hatte, was bei dessen Konstruktion nicht unbedingt notwendig gewesen wäre, war die einzige größere Änderung an der Wanne die neue keilförmige Bugform im Gegensatz zum elliptisch gestalteten Bug des M48, was in der Fertigung die Wahl zwischen dem Guss der Wanne oder dem Zusammenschweißen aus einzelnen Walzstahlplatten ermöglichte. Das Fahrwerk entsprach ebenfalls im Großen und Ganzen dem des M48 Patton, jedoch bestanden die Laufrollen nun aus geschmiedetem Aluminium und die Zahl der Stützrollen wurde von fünf auf drei reduziert.

 

Da die US Army zur Senkung des Kraftstoffverbrauchs einen Dieselmotor forderte, modifizierte man das bisherige Triebwerk AV-1790 zum Dieselmotor AVDS-1790, der eine Leistung von 750 PS hatte. Neben der Modifikation der Wanne stand aber vor allem eine neue Hauptbewaffnung im Vordergrund der Entwicklung des mittlerweile als XM-60 bezeichneten mittleren Kampfpanzers. Denn die 90 mm Kanone das M48 war der 100 mm D-10 Kanone der sowjetischen T-54 und T-55 in punkto Feuerkraft klar unterlegen und man forderte deshalb von Anfang an ein Kaliber von mindestens 105 mm. Man hatte die Wahl zwischen der ausgezeichneten britischen Kanone L7A1 und der amerikanischen T254. Man entschied sich letztendlich für einen Kompromiss: das Rohr der T254 wurde mit dem Verschluss der britischen Kanone kombiniert und die neue Waffe, mit der Bezeichnung T254E3, wurde als 105 mm Kanone M68L7A1 in den M60 eingebaut.

Vollständigkeitshalber muss man erwähnen, dass es sogar Überlegungen gab die 120 mm Kanone (M58) des schweren Panzers M103 zu verwenden. Doch die geringe Feuerrate und die getrennte Munition, die zwei Ladeschützen erfordert hätte, führte dazu, dass man diesen Vorschlag bald wieder aufgab.

Als Blenden MG legte man das MG M73 im Kaliber 7,62 mm fest und das 12,7 mm Fla-MG M2 von Browning übernahm man aus dem M48. Für die 105 mm Kanone war natürlich auch ein neuer Turm erforderlich, der zudem eine stärkere Panzerung erhielt. Dieser neue Turm mit der Bezeichnung T95E7 hatte zum einen einen längeren Bug als der Turm des M48, war aber vor allem auch höher und insgesamt recht groß. Zwar hatte die Besatzung, die aus vier Mann - Kommandant, Richtschütze, Ladeschütze und Fahrer - bestand, so ausreichend Platz und auch der Schwenkbereich der Kanone war ausgezeichnet, doch schränkte das hohe Turmgewicht die Geländegängigkeit ein und machte das Fahrzeug zu einem leichteren Ziel. Durch die hohe Kommandantenkuppel wurde der Turm noch um ein weiteres erhöht. Trotzdem machte die stärkere Panzerung, die aufgrund der starken sowjetischen Panzer notwendig war, diesen Turm zum klaren Favoriten. Allerdings war er keinesfalls vor 1960 verfügbar. Die ersten Exemplare, des im Dezember 1960 bei der US Army eingeführten mittleren Kampfpanzers M60, hatten deshalb noch den alten Turm des M48A2, samt der 90 mm Kanone. Manche der frühen M60 waren aber auch komplett auf den neuen Standard umgerüstete M48. Bis zum Oktober 1961 wurden 2.200 Panzer dieser Ausführung gebaut.



M60A1

In der zweiten Hälfte das Jahres 1961 war endlich der neue größere Turm verfügbar, was zur Version M60A1 führte, die nun die 105 mm Kanone aufnehmen konnte. Der neue Turm hatte eine Frontpanzerung von 127 mm, war aber wie schon angedeutet durch seine Größe und sein Gewicht auch der Schwachpunkt des M60A1. Die Panzerung der Wanne verstärkte man ebenfalls auf 110 mm im Frontbereich. Das Gefechtsgewicht stieg somit um knapp drei Tonnen auf 49 t im Vergleich zu den 46,2 t des M60 an. Anstatt des Lenkrads der vorhergegangen Version M60 und des M48, kam nun ein T-förmiger Lenkhebel zum Einsatz. Weitere Modifikationen betrafen das Fahrwerk und die Installation passiver Infrarotnachtsichtgeräte. Obwohl noch keine digitale rechnerunterstütze Zielerfassung möglich war, hatte man den notwendigen Platz für die entsprechende Elektronik im Turm übrigens schon einkalkuliert. Die Sekundärbewaffnung wurde dahingehend geändert, dass als Fla-MG nun ein 12,7 mm MG M85, für das 900 Schuss zur Verfügung standen, mitgeführt wurde und man als Blenden MG ein 7,62 mm M1919 A4 verbaute. In dieser Version blieb der M60 bis 1979 in der Fertigung.



M60A2

Im Jahr 1965 entschloss man sich nach langen Debatten dazu, die US-Panzertruppen, neben einem Panzer mit einer konventionellen Kanone, auch mit einem Fahrzeug mit einer Alternativbewaffnung in Form eines Infrarot-Lenkflugkörpers auszurüsten. Diese Waffe war gegen die schwersten Panzerfahrzeuge des Warschauer Pakts gedacht und Ford entwickelte bis 1964 mit der MGM-51 Shillelagh einen solche Rakete mit Infrarotsuchkopf. Parallel dazu verlief eine Studie zur Entwicklung eines Turms, der das entsprechende Startgerät XM81 aufnehmen sollte. Diese kombinierte Abschusseinrichtung konnte den MGM-51 aber auch konventionelle 152 mm Munition verfeuern. Insgesamt gab es vier Entwürfe für einen solchen Turm und man wählte schließlich eine kompakte Version mit partieller Fernbedienung aus, bei der Lade- und Richtschütze ebenfalls in der Wanne saßen. Man setzte diesen Turm auf die nahezu unveränderte Wanne des M60A1 und präsentierte diesen Panzer als M60A2, von dem zwischen 1972 und 1975 525 Stück gebaut wurden. Das komplexe und auch anfällige Feuerkontroll- und Raketenleitsystem brachte diesem Panzer in Verbindung mit dem ungewöhnlich aussehenden Turm den Spitznamen "Starship" ein. Der M60A2 brachte allerdings nie die gewünschten Leistungen und war bei den Truppen auch nicht sonderlich beliebt, so dass alle Fahrzeuge zu Berge-, Brücken- und Pionierpanzern mit Räumschilden und Abschleppvorrichtungen umgebaut wurden. Der letzte M60A2 wurde 1981 aus dem Dienst der US- Army zurückgezogen und entsprechend umgebaut. Neben dem M60A2 wurde übrigens auch der leichte Aufklärungspanzer M551 Sheridan, der unter anderem auch per Fallschirm von einer C-5 Galaxy abgeworfen werden kann, mit dem Shillelagh Flugkörper ausgerüstet. Er war ebenfalls wenig beliebt, konnte während der Operation Desert Storm aber durchaus als schneller Aufklärer überzeugen.



M60A1 bei einer Vorführung

M60A3

Ende der 60er Jahre wirkte der M60A1 schon etwas veraltet und spätestens 1971, mit dem Erscheinen des sowjetischen T-72 mit einer 125 mm Bordkanone, war es unerlässlich diesen Panzer zu verbessern. Bereits im Januar 1970 wurde deshalb ein Programm zur Modernisierung gestartet. Einige Vorschläge ließen sich recht schnell in vorhandenen M60A1 nachrüsten, wie beispielsweise der Einbau von Luftfiltern und hochwertigeren Komponenten zur Erhöhung der Lebensdauer des Motors (M60A1(RISE), Reliability Improvements for Selected Equipment) oder eine mit dem Turmschwenkwerk kombinierte Stabilisierung für die Hauptwaffe (M60A1(AOS), Add-On Stabilization). Aber die neue Version sollte noch weitreichendere Upgrades erhalten. Die bisherige Gleiskette T97E2 wurde gegen eine neue, haltbarere Kette vom Typ T142 ausgetauscht, die nun Glieder mit abnehmbaren Gummipolstern aufwies. Das bisher verwendete Blenden-MG M1919 A4 wurde durch die zuverlässigeren 7,62 mm MGs M73 oder M240 ersetzt. Eine Thermoschutzhülle schützte nun die Kanone vor großen Temperaturunterschieden, die zu Rissen und großer Abnutzung der Kanone führten und ähnlich den modifizierten israelischen M60 Mag'ach versah man die neue M60 Version mit einer Halon-Gas-Brandunterdrückungsanlage. Die wohl wichtigste Verbesserung betraf aber die Elektronik. Es standen zu dieser Zeit erstmals digitale Chips zur Verfügung, und somit wurde ein digitaler Ballistikrechner, der Feuerleitrechner M21 von Hughes, und der Laserentfernungsmesser AN/VVG-2 eingebaut. Der Ballistikrechner bekam über zahlreiche am Panzer angebrachte Sensoren die veschiedensten Werte wie Windgeschwindigkeit, Schräglage, Munitionsart, Verschleiß der Kanone oder die Bewegung des Ziels und konnte so die Kanone richten. Der Laserentfernungsmesser hatte bei einer Entfernung von 200 bis 5.000 m eine Genauigkeit von 10 m. Ein Wärmebildgerät mit neuen passiven Infrarotsensoren vervollständigte die Modifikationen im Bereich der Sensorik.


Man plante aber noch weitere Verbesserungen. So gab es Vorschläge für eine neue Aufhängung, die anstatt der einfachen Drehstäbe eine Reihenschaltung von Drehstäben in Form von Drehstabdrehrohren hatte und so den Federweg um 45% erhöhte. Dieses System wurde im Experimentalfahrzeug M60A1E3 erprobt, fand aber genauso wie die hochwertigen Drehstäbe aus H-11 Stahl, die im Elektro-Schlacke-Umschmelzverfahren hergestellt wurden, keine Verwendung in der Serie. Obwohl die Geländegängigkeit enorm hätte verbessert werden können, blieb man letztendlich bei der bisherigen Federung. Ähnlich verhielt es sich beim Motor. Hier standen unter anderem der AVDS-1790-5A mit 908 PS und der AVDS-1790-7A mit 950 PS von Continental zur Verfügung. Zudem gab es eine weitere innovative Variante von Allison, den AVCR-1790 der es mittels Kolben mit variabler Verdichtung beim gleichen Motorblock auf 1.200 PS schaffte. Auch andere Hersteller machten Vorschläge für einen neues Antriebsaggregat, es gab sogar die Idee eine Gastrubine von Avro-Lycoming zu verwenden, wie sie später im M1 zum Einsatz kam. Aber nach langen Überlegungen behielt man den bisher verwendeten 750 PS Motor AVDS-1790 2A in der leicht modifizierten Version AVDS-1790 2C bei. Am 10. Mai 1979 wurde der neue Panzer als M60A3 endlich bei der US Army eingeführt und 16 Tage später erhielt das 1. Bataillon der 32. Panzerbrigade die ersten Exemplare. Noch bis 1990, also kurz vor dem Golfkrieg, wurden ältere M60A1 auf dieses Niveau kampfwertgesteigert. Der M60A3 tat bis in die 90er Jahre Dienst bei den US Streitkräften, wo er nach und nach durch den M1 Abrams abgelöst wurde. Während der Operation Desert Storm wurden noch teilweise M60A3 und aufgerüstete M60A1 eingesetzt, wobei sie zum besseren Schutz vor Hohlladungsgeschossen und Panzerabwehrwaffen mit reaktiven Panzerplatten ausgerüstet wurden. Zudem versah man einige Fahrzeuge mit einem Minenpflug oder dem M9 Räumschild. Die Vereinigten Staaten von Amerika haben mittlerweile alle noch verbleibenden M60 Panzer in die Reserveeinheiten und in die National Guard eingegliedert, jedoch werden sie auch hier schon von den Abrams-Panzern abgelöst. Genauso werden sämtliche Pionier-, Berge- und Brückenpanzer, welche das M60 Fahrgestell aufweisen, im Laufe der Zeit durch abgewandelte M1 Panzer ersetzt werden. Zu den bekanntesten Pioniervarianten gehört wohl der Brückenleger M60AVLB von dem über 400 Stück gebaut wurden, und der innerhalb von drei Minuten eine 20 m Panzerbrücke legen kann. Abschließend bleibt zu sagen, dass auch der M60A3 schon bei seiner Einführung nicht mehr up to date war, der zu diesem Zeitpunkt bereits eingeführte Leopard 2 oder auch der britische Chieftain waren ihm klar überlegen und erst mit dem M1 Abrams bekamen die USA wieder einen wirklich schlagkräftigen Panzer.



Mag'ach

Natürlich wurde der M60 in den Hauptversionen M60A1 und M60A3 auch an einige Verbündete der Vereinigten Staaten exportiert. Besonders hervorzuheben ist hier Israel, da die israelischen Streitkräfte diesen Panzer über die Jahre hinweg nicht nur immer wieder modifizierten, sondern auch in Gefechten einsetzten.
Bereits 1965 hatte Israel aus Deutschland mehrere gebrauchte M48A1 erworben, wobei dieser Kauf gegenüber der israelischen Öffentlichkeit anfangs verschleiert wurde, da man zu dieser Zeit zumindest offiziell den Kontakt mit Deutschland ablehnte. Im Laufe der Zeit kauften die israelischen Streitkräfte dann insgesamt 250 M48. Zu den anfänglichen 40 M48A1 der Bundeswehr kamen nämlich noch 100 M48A1 und 110 M48A2C aus den USA hinzu. Ursprünglich war geplant, die M48A1 aus Deutschland über Italien nach Israel zu liefern, und bereits in Italien sollte der Motor und die Kanone ausgetauscht werden, die Panzer wurden dann aber doch direkt verschifft. Also begann man in Israel die neu erhaltenen Panzer selbst den eigenen Anforderungen anzupassen. Die ursprüngliche 90 mm Kanone M41 wurde durch die britische 105 mm Kanone L7 ersetzt und das AV-1790-8 Triebwerk, das wie oben erwähnt mit Benzin betrieben wurde, tauschte man ebenfalls aus. Der nun verwendete Dieselmotor AVDS-1790-6A senkte nicht nur den Verbrauch und erhöhte so die Reichweite, sondern minderte auch die Brandgefahr bei einem Treffer, da der Dieseltreibstoff schwerer entzündbar war. Die hohe und technisch aufwendige Kommandantenkuppel wurde ebenfalls durch eine flachere Ausführung der israelischen Firma Urdan ersetzt. Somit hatte man in Israel ähnliche Modifikationen vorgenommen, wie sie in Amerika zum M60 führten. Zu Beginn des Sechs-Tage-Krieg 1967 war aber gerade mal eine handvoll der uparmed M48 verfügbar. Zusammen mit den M48, die noch die 90 mm Kanone hatten, nahmen diese Panzer unter der neuen israelischen Bezeichnung Mag'ach am Krieg teil, wo sie hauptsächlich an der Front zum Sinai eingesetzt wurden, und sie zeigten sich dort als wirkungsvoll gegen die ägyptischen Panzer. Während des Sechs-Tage-Krieges konnte man auch einige M48 Jordaniens erbeuten, die ebenfalls in das Inventar der IDF aufgenommen wurden. Bis zum Yom-Kippur Krieg 73 wurden sämtliche M48 modifiziert und mit der 105 mm Kanone L7 ausgerüstet, wie sich auch die israelischen Centurions und der Merkava aus eigener Produktion hatten.
Zudem bekamen die israelischen Streitkräfte ab dem Jahre 1970 die ersten M60A1 Panzer aus den USA. Auch hier wurde zur Reduzierung der Fahrzeughöhe wieder die niedrigere Kommandantenkuppel angebracht, ansonsten blieben die Panzer zunächst unverändert. Während des Yom-Kippur Krieges 1973 mussten die mit dem Mag'ach ausgerüsteten Verbände, die hauptsächlich im Bereich des Sinai und am Suez-Kanal gegen die ägyptischen Truppen kämpften, starke Verluste hinnehmen. Zwar erfüllte die 105 mm Kanone gegen die arabischen Panzer vom Typ T-62 und T-72 die in sie gesetzten Erwartungen, doch die Panzerung des M48/60 Mag'ach reichte gegen die in großer Zahl eingesetzten Panzerabwehrwaffen der Infanterie nicht aus. Zudem bot der große Turm des M60 eine gute Trefferfläche und das Hydrauliköl des Turmantriebs war leicht entzündbar. Um die hohen Verluste der IDF auszugleichen wurden die Bestände rasch mit M60 Panzern der US Army aufgefüllt. Diese Panzer wurden im Lufttransport direkt nach Israel transportiert.
Die noch vorhandenen Magach Panzer wurden Ende der 70er aufgrund der Erfahrungen im Yom-Kippur Krieg  modernisiert. Man ersetzte die Hydraulikflüssigkeit gegen eine neue schwerer entzündbare und brachte zudem eine Brandunterdrückungsanlage an, was zur Version Mag'ach Mk.6A führte. Zum Schutz gegen Hohlladungsgeschosse wurden beim Mag'ach Mk.6B zusätzlich ERA 'Blazer' Reaktivpanzerungsmodule an der Wannenfront als auch am Turm angebracht. Eine weitere Verbesserung des Panzerschutzes erfolgte in den 80er Jahren als man eine aus eigener Entwicklung stammende Mehrschichtpanzerung in Form eines Keils an der Turmfront montierte, die an die Zusatzpanzerung des Leopard 2A5/A6 erinnert. Über die Stärke dieser Panzerung gibt es keine offiziellen Werte, aber man vermutet 500 bis 600 mm RHA gegen KE, um einen ausreichenden Schutz gegen die arabischen T-72 zu gewährleisten. Die 'Blazer' Reaktivpanzerungsmodule entfallen bei dieser Version dank der Mehrschichtpanzerung, können aber bei Bedarf installiert werden. Außerdem sind nun auch Kettenschürzen an der Wanne montiert. Zudem wurde auch die Elektronik und Sensorik auf den neuesten Stand gebracht. Dazu gehören ein Laserentfernungsmesser und ein Wärmebildgerät für den Richtschützen, sowie die neue Feuerleitanlage mit dem El-Op Matador Zielsystem (El-Op = Elektro-Optisch) von Elbit Systems. Um das Mehrgewicht, das durch die zusätzliche Mehrschichtpanzerung entsteht, auszugleichen, wurde der bisher verwendete Dieselmotor, durch den ebenfalls luftgekühlten AVDS-1790-5A Diesel ersetzt. Dieses von General Dynamics hergestellte Triebwerk bringt bei 2.400 U/min eine Leistung von 908 PS, hat eine verbesserte Kühlung und einen automatischen Starter. Die auf diesen Stand gebrachten M48 und M60 tragen die Bezeichnung Mag'ach Mk.7A bzw. Mag'ach Mk.7B und sind trotz des verschiedenen Turms dank der Zusatzpanzerung kaum noch voneinander zu unterscheiden.



Drei M60A2 der US Army während einer Übung im April 1975. (Picture by US Army)

Sabra

Der Sabra, der auch unter der Bezeichnung Mag'ach Mk.7C Gimel bekannt ist, stellt die modernste Version des Mag'ach und damit des M60 dar. Im Gegensatz zum Mag'ach Mk.7B wurde nun die 105 mm Kanone L7 gegen eine 120 mm Glattrohrkanone ausgetauscht, die der des Merkava Mk.3 ähnlich ist. Die Anzahl der mitgeführten Munition ist dadurch zwar auf 42 Schuss gesunken, doch dafür erhält man eine erhebliche bessere Durchschlagsleistung und eine höhere Feuerreichweite. Bemerkenswert ist auch, dass dieser von IMI angebotene Umbau relativ leicht durchzuführen ist und keine größeren technischen Änderungen oder gar Schweißarbeiten erfordert. Die Kanone ist vollkommen mit NATO-Munition kompatibel und kann modernste APFSDS Geschosse (Armour Piercing Fin-Stabilised Discarding Sabot) abfeuern. Der eyesafe Nd:YAG Laserentfernungsmesser garantiert eine Zielgenauigkeit von +/- 5 m bei einer typischen Entfernung von 200 bis 9.995 m. Zudem wurde die Sekundärbewaffnung geändert und wie beim Merkava steht nun auch ein 60 mm Mörser zur Verfügung. Neben der 120 mm Kanone ist die zweitwichtigste Änderung aber eine verbesserte Zusatzpanzerung des Turms. Auch brachte man nun zusätzliche Panzerungsmodule an der Wannenfront an und in der Version Sabra Mk.2 verfügt der Panzer auch noch über die 'Blazer' Reaktivpanzerungsmodule.

IMI hat mit diesem Fahrzeug den Zuschlag für die Umrüstung von 170 türkischen M60 zu Sabra bekommen.



M60A3Ö

Neben Israel, Ägypten und der Türkei gehört das österreichische Bundesheer zu den wichtigsten Nutzern des M60 Panzer. Im Laufe der Nutzungszeit wurden auch die 170 österreichischen M60A1 durch einheimische Unternehmen verbessert und mit neuerer Technik ausgestattet. Man beauftragte die Firmen Steyr Daimler Puch und Noricum für dieses Modernisierungsprogramm, das zu der Version M60A3Ö führte. Die wesentlichen Unterschiede beim Turm stellen die verbesserte Ziel und Richteinrichtung, der Einbau einer Nebelwurfanlage, eines Windmessers und einer Thermoschutzhülle für die Kanone dar. Ebenso wurden die Schießscheinwerfer ersetzt und eine Laseranlage für Übungszwecke eingebaut. Das amerikanische 7,62 mm M1919 A4 in der Turmblende wurde durch das MG 74, eine modernisierte 7,62 mm Version des deutschen MG 42, ersetzt, um eine Vereinheitlichung der Waffen zu erreichen. Ebenso wurden die Motoren generalüberholt und mit einem zusätzlichen Luft und Abgasfilter versehen. Der Vormals "glatte" Turm wurde mit diversen Halterungen, Ausrüstungsgegenständen, Ersatzteilen und Werkzeugen bestückt, um dadurch nicht nur ein wenig Platz im Inneren des Panzers zu geschaffen, sondern auch den Schutz gegen Hohlladungsgeschosse etwas zu erhöhen. Der mKPz 60A3Ö tat bis 1998 Dienst im österreichischen Bundesheer, als er durch den sKPz Leopard 2 ersetzt wurde. Alle 170 mKPz aus dem Bestand des österreichischen Bundesheeres sind mittlerweile an die ägyptische Armee verkauft, die bereits über 1.000 M60 Panzer besitzt.



Der Sabra als neueste Variante des M60 von Israel Military Ind. mit 120 mm Kanone und zusätzlicher Frontpanzerung (Picture by Israel Military Industries).

Panzerung (mm): M60A2 M60A3 Sabra
    + Reaktivpanzerung je nach Nutzer  
Wanne (Walzstahl, geschweißt):      
Fahrerfront 109 mm 109 mm Werte für Grundpanzerung wie der M60A3.
Allerdings zusätzliche Mehrschichtpanzerung an der Front von Wanne und Turm.
Bug 85 bis 143 mm 85 bis 143 mm  
Seite 36 bis 74 mm 36 bis 74 mm  
Decke 25 mm 25 mm  
Turm (Guss):      
Blende keine genauen Angaben vorhanden 130 mm  
Front keine genauen Angaben vorhanden bis zu 250 mm  
Seite keine genauen Angaben vorhanden 140 mm  
Heck keine genauen Angaben vorhanden 57 mm  

Bezeichnung des Fahrzeugs: M60A2 M60A3 Sabra
Typ: mittlerer Kampfpanzer mittlerer Kampfpanzer mittlerer Kampfpanzer
Hersteller: Chrysler Corp. Chrysler Corp. Chrysler Corp.
(Umbau durch IMI)
Baujahr: M60: 1959-1961
M60A1: 1961-1979
M60A2: 1972-1975
M60A3: 1979-1985
M60A3Ö: 1981-1989 (Umbau)
M60: 1959-1961
M60A1: 1961-1979
M60A2: 1972-1975
M60A3: 1979-1985
M60A3Ö: 1981-1989 (Umbau)
M60: 1959-1961
M60A1: 1961-1979
M60A2: 1972-1975
M60A3: 1979-1985
M60A3Ö: 1981-1989 (Umbau)
Motor: AVDS-1790 2A Dieselmotor AVDS-1790 2C Dieselmotor AVDS-1790 5A Dieselmotor
Zylinderzahl, Anordnung: 12, V-Anordnung 12, V-Anordnung 12, V-Anordnung
Drehzahl (U/min): 2.400 2.400 2.400
Höchstleistung (PS): 750 750 908
Leistungsgewicht (PS/t): 13,1 14,3 16,5 
Höchstgeschwindigkeit (km/h): 48 Straße,
19 Gelände
48 Straße,
19 Gelände
48 Straße,
19 Gelände
Getriebe (Gänge): Allison CD-850-6A, zwei Vorwärtsgänge und ein Rückwärtsgang Allison CD-850-6A, zwei Vorwärtsgänge und ein Rückwärtsgang Allison CD-850-6A, zwei Vorwärtsgänge und ein Rückwärtsgang
Federung: Drehstabfederung Drehstabfederung Drehstabfederung
Länge über alles (mm): 9.440 9.440 9.440
Breite über alles (mm): 3.630 3.630 3.630
Höhe über alles (mm): 3.100 3.270 3.050
Bodenfreiheit (mm): 450 450 450
Spurweite (mm): 2.920 2.920 2.920
Kettenbreite (mm): 710 710 610
Gefechtsgewicht (t): 57,2 52,6 55
Kraftstoffvorrat (l): 1.420 1.420 1.400
Kraftstoffverbrauch (l/100km): 296 Straße 296 Straße 311 Straße
Fahrbereich (km): 480 Straße 480 Straße 450 Straße
Steigfähigkeit: 60 % 60 % 60 %
Querneigung: 30 % 30 % 30 %
Kletterfähigkeit (mm):  910 910 910
Grabenüberschreitfähigkeit (mm): 2.590 2.590 2.600
Watfähigkeit (mm): 1.220 1.220 1.400
Besatzung: 4 4 4
Hauptbewaffnung: 152 mm Kanone/FK-Startgerät M162 (16 MGM-51 Shillelagh Raketen und 33 Schuss konventionelle Munition) 105 mm Kanone M68L7A1 (T254E3) (63 Schuss) 120 mm Glattrohrkanone von IMI (42)
Sekundärbewaffnung: 12,7 mm Fla-MG M85 (900),
7,62mm MG M73, M73A1 oder M219
12,7 mm Fla-MG M85 (900),
7,62 mm MG M73 oder M240 in der Blende (5.950)
2 7,62 mm Fla-MG, 
7,62 mm MG M73 oder M240 oder ein 5,56 mm MG in der Blende,
60 mm Mörser



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Text by Verci, UncleK, Father Christmas. Letztes Update: 23. December 2007