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> Resolute Support (ehem. ISAF), Teil II rund um Afghanistan
EX-Buzz
Beitrag 18. Dec 2012, 09:02 | Beitrag #2881
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Ja ja, die Vorweihnachtszeit... ein Besuch jagt den Nächsten.... biggrin.gif

 
Alexander
Beitrag 19. Dec 2012, 22:36 | Beitrag #2882
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Und man kann mal wieder Spekulieren warum es das zweite mal ist, das eine Regierungsmaschine ohne Eigenschutz direkt in M-e-S landet? Ein baldiges Ende für Termez?

Der Beitrag wurde von Alexander bearbeitet: 19. Dec 2012, 22:37


--------------------
Wir die guten Willens sind,geführt von Ahnungslosen,versuchen für die
Undankbaren das Unmögliche zu vollbringen.Wir haben soviel ,mit
sowenig so lange versucht,das wir jetzt qualifiziert sind fast alles mit
nichts zu bewerkstelligen.
 
Bohemund1111
Beitrag 20. Dec 2012, 08:22 | Beitrag #2883
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ZITAT(Alexander @ 19. Dec 2012, 22:36) *
Ein baldiges Ende für Termez?


Wäre ja durchaus Sinnvoll.

---

U.S. Army and German medevac teams work together in northern Afghanistan

http://www.dvidshub.net/video/193637/us-ar...82#.UNK7ond42Sp
 
muckensen
Beitrag 30. Dec 2012, 05:17 | Beitrag #2884
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Falls es noch an jemandem vorbeigegangen ist (so, wie es zunächst bei mir der Fall war): das Buch "Vier Tage im November" von Johannes Clair über seinen Einsatz in Afghanistan und die Operation Halmazag ist außerordentlich lesenswert. Sprachlich anspruchsvoller als erwartet, leiert Clair nicht bloß Jargon herunter wie ein verkappter Tom Clancy, versucht gewiss nicht nur Geld mit seinen Erinnerungen zu scheffeln und macht auch nicht auf Quentin Tarantino wie Achim Wohlgetan, nein, er gewährt einen tiefen Einblick nicht nur in die militärischen Abläufe dieser - man kann sagen, "historischen" - Unternehmung, sondern auch in das Seelenleben derer, die an ihr teilnehmen mussten.

ZDF-Bericht zu "Halmazag"

Was Clair über seinen Kompaniechef ("Wolle") zu berichten hatte, stimmt mich positiv.
Persönlich hat mich auch getroffen zu erfahren, dass einer der Soldaten ("Hardy"), der den Beschreibungen nach keinen geringen Anteil am erfolgreichen Ausgang der Operation hatte, bald nach der Heimkehr bei einem tragischen Autounfall ums Leben kam.
 
Desert Hawk
Beitrag 3. Jan 2013, 22:18 | Beitrag #2885
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Da die Operation "Halmazag" nun schon ein gutes Jahr her ist, anbei noch ein lesenswerter Artikel ....

ZITAT
Der Kampf um Quatliam

4. November 2012 von David Schraven


Der abgeschnittene Golfzug im Kampf südlich von Quatliam

Wir haben über alles mögliche diskutiert, über die Doktorarbeit von Verteidigungsminister Guttenberg – aber nicht darüber, was in Afghanistan wirklich passiert.

Der Angriff der Bundeswehr auf das afghanische Dorf Quatliam beginnt im Morgengrauen des 31. Oktober 2010. Gut 300 Fallschirmjäger aus Seedorf sitzen auf der Höhe 432 von ihren gepanzerten Fahrzeugen ab. Sie marschieren in loser Reihe vor. In Ihrer rechten Flanke afghanische Truppen, die linke Flanke sichern amerikanische Gebirgsjäger. Die Deutschen sind bereit zu kämpfen, bereit zu töten. Über ihren Köpfen donnern F16 Kampfjets. Apache-Hubschrauber kreisen. Schützenpanzer decken den Rücken. Die Fallschirmjäger aus Seedorf marschieren gegen Aufständische, gegen Taliban. Keine Friedensmission. Es herrscht Krieg.

Der Angriff der Fallschirmjäger des Bataillons 313 markiert eine Wende. Einen Neuanfang. Dies ist die erste Offensive in der Geschichte der Bundeswehr. Ihr Ziel: ein Gebiet zu erobern – von feindlichen Truppen „zu befreien“, wie es in den Dokumenten heißt. In Deutschland hat von der Schlacht bis heute kaum jemand etwas mitbekommen. Wurde über Quatliam berichtet, war meist nur von einem tagelangen Gefecht am Ort die Rede. Nicht von der ersten Schlacht unter Kommando der Bundeswehr. Die Operation hatte den afghanischen Namen „Halmazag“ – zu deutsch Operation „Blitz“. Aus Interviews mit beteiligten Soldaten und Offizieren versuchen wir eine Rekonstruktion der Ereignisse.

Oberstleutnant Christian von Blumröder befehligt als Kommandeur der Task-Force Kunduz den Angriff. Er erinnert sich: „Wir wollten zunächst nur das Dorf Quatliam dauerhaft unter Kontrolle bringen und langfristig die Taliban aus der Tiefebene von Chahar Darreh vertreiben.“ Die Operation wurde über Wochen vorbereitet, von Anfang an in enger Kooperation mit der afghanischen Armee. Deren Kommandanten sind in alle Phasen der Planung dabei.

Späher hatten erfahren, dass im Dorf Quatliam die Unterstützung der Taliban nicht so hoch war, wie in anderen Orten der Ebene. Deswegen soll dort der Angriff ansetzen. Der Plan ist im Prinzip einfach: Afghanische Polizei, unterstützt von Amerikanern, sollen die östliche und deutsche Schützenpanzer die westliche Flanke des Angriffs absichern. Dann sollen die Deutschen, Seite an Seite mit einer Einheit der afghanischen Armee, von Norden kommen. Von Süden aus sollen übergelaufene afghanische Milizen zusammen mit schwerem Gerät der Amerikaner den Sack zu machen. Wenn sich diese Schlinge von allen Seiten zuzieht, wird das den Aufständischen die Lust zum Kampf nehmen, hoffen die Planer. Den harten Kern des Vormarsches bilden die Fallschirmjäger des Bataillons 313 aus Seedorf.


Der Schlachtplan der Operation “Halmazag” – zu deutsch: Operation “Blitz”

Ein guter Plan. Nur gibt es fast sofort Widerstand. Ernst Kröger*, 30 Jahre alt, läuft ganz vorne. Er ist Oberfeldwebel im so genannten Golf-Zug – der Speerspitze des Angriffs. Er hört Kalashnikovs. Kugeln fliegen über die Köpfe seiner Männer. Ein Schützenpanzer Marder fährt auf eine Sprengfalle. Eine gewaltige Detonation. Trotzdem war Anspannung nur am Anfang zu spüren, erinnert sich Kröger. „Wir wussten ja wo wir reingehen. Aber eigentlich waren wir froh, endlich mal offensiv zu werden und Räume zurückgewinnen, die uns zuvor genommen wurden. Wir dachten: ‚Jetzt bewegen wir etwas’, wir können unser Handwerk ausüben, in dem wir jahrelang geschult und trainiert wurden.“ Wenige Monate zuvor mussten Fallschirmjäger aus Krögers Seedorfer Nachbarbataillon ein schweres Gefecht mit vielen Verwundeten und auch Toten durchstehen. Sie wurden auf einer Patrouille angegriffen.

Drohnen der Bundeswehr überwachen die Lage. „Bis 14:00 Uhr hatten unsere Soldaten alle geplanten Angriffsziele erreicht“, berichtet von Blumröder. Das Dorf Quatliam ist erobert. Kurz danach beobachten Späher, wie sich Aufständische in der Umgebung sammeln. Sie planen den Gegenangriff. Erneut peitschen Schüsse durch das Dorf. Der Kampf beginnt.

Der Golf-Zug von Oberfeldwebel Kröger wird in einem Bewässerungsgraben am Südrand von Quatliam vom Rest der Truppe abgeschnitten. „Als wir an dem Dorf vorbei sind, wurden wir direkt angeschossen. Wir sind in Stellung gegangen und blieben fünf Tage genau dort.“

Die Fallschirmjäger pressen sich in Bewässerungsgräben, verstecken sich zwischen Büschen. Sie feuern. Der Feind ist nur wenige dutzend Meter entfernt. Nachschub kann nicht heran. „Wir konnten die ersten Tage unsere Schützengräben nicht verlassen. So massiv sind die Aufständischen gegen uns vorgegangen. Wir mussten mit dem auskommen, was wir dabei hatten.“

Die Taliban schießen aus Häusern, aus Gärten, aus Gräben. Wie viele es sind, weiß niemand genau. Vielleicht fünfzig Mann, vielleicht einhundert. Vielleicht mehr, vielleicht weniger. Irgendwann wird die Munition knapp. Jeder Soldat hat weit über tausend Schuss auf seine Feinde abgefeuert. Jetzt dürfen die Deutschen nur noch mit Erlaubnis ihrer Offiziere schießen. Die eiserne Reserve muss halten, bis Nachschub durchkommt.

Als der Gegenangriff beginnt, steht der Hauptgefreite Ben Jungmann, 21, mitten im Dorf. „Die Taliban haben mit allem geschossen, was sie hatten. Mit Maschinengewehren, mit Mörsern, mit Panzerfäusten. Bislang hatten die Taliban gehofft, dass sie uns Deutsche vertreiben können, wenn sie nur heftig genug schießen. Wir waren aber entschlossen zu bleiben. Egal was passiert.“ Die Taliban kämpfen hart. Doch die Fallschirmjäger halten die Stellung. Kein Rückzug.

„Nachdem wir sie erstmal zurückgeschlagen hatten, kam irgendwann die Nacht“, erinnert sich Ben Jungmann. „Wir konnten essen und uns ausruhen.“ Die Aufständischen kämpfen nicht gerne in der Nacht. Sie wissen, dass Nachtsichtgeräte die Deutschen in der Nacht unbesiegbar machen.

„Am nächsten Morgen ging es weiter. Eine halbe Stunde nach dem ersten Ruf des Muezzin“, sagt Jungmann. „Die Taliban krochen an unsere Positionen heran. Dann schossen sie.“ Die Aufständischen wollten Märtyrer werden. Im Dorf schlagen ihre Schüsse in die Lehmwände der Bauernhäuser. Die Deutschen brechen sich Scharten und feuern zurück. Es gibt keine Ruhe. „Wir waren erschöpft“, erinnert sich Jungmann.

Oberfeldwebel Ernst Kröger sagt: „Die Hit-and-Run-Technik der Aufständischen war schon sehr gut.“ Sie robben heran, schießen, suchen Schwachstellen, ziehen sich zurück, greifen neu an. Über den ganzen Tag verteilt. Oberfeldwebel Kröger: „Die haben auch gegen die Russen gekämpft. Die haben jahrelange Erfahrung.“ Sein Golf–Zug wird jetzt in die Zange genommen. „Die Aufständischen wollten in unsere Flanken kommen“. Erst ein Marder-Schützenpanzer kann den Angriff stoppen. Die Amerikaner werfen Bomben.

Kommandeur Christian von Blumröder und sein Partner von der afghanischen Regierungsarmee, Major W., rufen unterdessen die Dorfältesten zu einer Versammlung im Schutz der Moschee von Quatliam zusammen. Sie setzen sich auf einem großen Teppich. Das Feuer aus den Kalashnikovs der Aufständischen ist draußen vor dem Dorf zu hören. Major W. und von Blumröder erklären ihren Plan. Das Dorf soll an das Stromnetz angeschlossen werden. Außerdem soll die Hauptstraße geteert werden. Wenn das Dorf nur unter die Kontrolle der Kabuler Karzai-Regierung zurückkehrt. Die Entscheidung ist recht einfach: Fernsehen oder Taliban-Herrschaft. Die Ältesten sind für den Einsatz des Bundeswehr. Sie stimmen sogar dem Bau eines befestigten Feldpostens zu.

Nur die Taliban sind dagegen. Sie beschießen die Deutschen jetzt mit Mörsern. Pioniere werden fast getroffen, als sie den Feldposten aufbauen. „Wenn eine Mörsergranate kommt, hörst Du den Abschuss nicht, du hörst nur den Einschlag. Du weiß nie‚ jetzt haben die abgeschossen und da kommt gleich was’“, erinnert sich Ben Jungmann. Einer seiner Nebenleute hat Glück. „Der Kamerad hatte seinen Helm auf und ein Schuss hat seine Helmbefestigung abgerissen. Das waren Millimeter. Wenn man dann in Deckung runtergeht, den Helm abnimmt, dann sagt man nicht viel. Nur: ‚oh’ und setzt das Ding schnell wieder auf“.

Gleichzeitig starten die Taliban im Norden der Front einen Entlastungsangriff auf die Nachschublinie der Deutschen. „Die Aufständischen sind sehr gut organisiert“, sagt Kommandeur von Blumröder. Ben Jungmann sagt: „Wir haben gesehen, wie ein paar Aufständische in einem Busch lagen. Sie haben uns mit Panzerfäusten und Kalaschnikow beschossen. Ein Kamerad hat deswegen Unterstützung angefordert.“

Die Hilfe kommt aus Kunduz. Die Schwere Artillerie, die Panzerhaubitze 2000 feuert von dort – über mehrere Kilometer hinweg. Die Granaten detonieren nicht am Boden, sondern ein dutzend Meter hoch in der Luft. Damit die Splitter mehr Wirkung zeigen. „Das Treffergebiet sieht nach dem Schuss aus wie eine Wüste“, sagt Jungmann. „Danach ist Ruhe. Diese Ruhe nach dem Knall ist schön, wenn vorher geschossen wurde.“

Oberfeldweber Kröger sagt: „Ein wahnsinniger Knall. Wenn das Ding über den Kopf hinweg fliegt, hofft man, dass die Koordinaten stimmen und die Granate auch dort explodiert, wo sie soll.“ Die Splitter fliegen bis zu 500 Meter weit. Über 16 Mal schießt die Panzerhaubitze 2000 in der Operation „Blitz“.

Vor zehn Jahren, vor dem Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan, dachte kaum jemand in Deutschland daran, dass die Bundeswehr jemals aktiv Krieg führen würde. Die Rede war von Friedensmissionen, vom Schutz der Bevölkerung, von Schulen, die gebaut werden müssen, und von Brunnen.

Niemand dachte an Offensiven, an Vormärsche, an Schlachten und erobertes Gebiet. Der Bruch in der Geschichte der Bundeswehr passierte in Afghanistan. Aus der Bürgerarmee der Wehrpflichtigen wurde innerhalb von zehn Jahren ein Berufsheer. Imstande, Krieg in der Steppe Zentralasiens zu führen. Die deutsche Öffentlichkeit hat wenig darüber diskutiert, was unser Militär macht. Wir haben stattdessen geredet: über die Doktorarbeit von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg und einen Bombenabwurf auf Tanklaster in Kunduz.

Der Kampf um Quatliam dauert vier Tage. Dann kommen endlich die übergelaufenen afghanische Milizen zusammen mit amerikanischen Truppen aus dem Süden und ziehen den Sack zu, so wie sie es versprochen hatten. Die Taliban verschwinden, bevor sie eingekesselt werden. Sie nehmen ihre Gewehre und die Sprengzünder ihrer Bomben und ziehen ab – bis zum nächsten Kampf. Die deutschen Fallschirmjäger bleiben zunächst in ihren Stellungen und sichern das Dorf. Die Operation wird offiziell am 15. November 2010 abgeschlossen.

Kommandeur Christian von Blumröder berichtet, einige Aufständische seien von afghanischen Polizisten unter Burkhas gefasst worden, als sie fliehen wollten. Der Hauptgefreite Jungmann sagt: „Am Morgen nach dem Kampf, hatte ich ein irres Gefühl. Der Feind war weg. Einfach abgehauen. Für mich war das Frieden.“ Oberfeldwebel Kröger sagt: Als die Taliban Quatliam beherrschten, habe es keine Hilfe von außen gegeben. Nach den Gefechten aber wird die Wirtschaft in der Ebene angekurbelt. Quatliam bekommt Strom. Kröger: „Ich glaube die Bevölkerung war froh, wie es ausgegangen ist.“

Die Toten des Kampfes hat niemand so genau gezählt. In den Berichten ist die Rede von nur einigen wenigen toten Taliban. Die Deutschen hatten keine Verluste. Gefangene haben die Fallschirmjäger auch nicht gemacht. Das dürfen sie nicht, aufgrund der internationalen Abkommen. Gefangene machen nur die Afghanen.

Nach der Schlacht kam Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg in die Gegend. Er besuchte die Truppe. Er sprach von „kriegsähnlichen Zuständen“. Von “Krieg” redet bis heute niemand in der Bundesregierung.

* Namen der Soldaten sind geändert. Kommandeure treten unter ihrem Klarnamen auf.

Quelle: http://www.derwesten-recherche.org/2012/11...pf-um-quatliam/


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"Klagt nicht, kämpft !"
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ΜΟΛΩΝ ΛΑΒΕ!
 
Markus11
Beitrag 3. Jan 2013, 23:39 | Beitrag #2886
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Interessanter Artikel, danke smile.gif. Wieviel Wasser bzw Munition hat denn ein Soldat bei sich (in einer vergleichbaren Ausgangslage)? Im Text steht ja etwas von mehr als tausend Schuss pro Mann verschossen und ohne Verorgung.

 
Seydlitz
Beitrag 4. Jan 2013, 00:07 | Beitrag #2887
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Die Deutsche Kompanie die den eigentlichen Angriff durchgeführt hat, ist mit normaler Gefechtsausrüstung plus Daypack losmarschiert.
In der Weste bzw am Mann hat man im Schnitt max 10 Magazine mitgeführt, also 300 Schuss für die G36. Mehr wird schwierig kommt ja noch genug anderer Kram dazu.
Bei uns war es so, das im Daypack nochmal das selbe drin war. Vielleicht haben die Kameraden für diese Operation mehr mitgenommen.
1000 Schuß pro Mann halte ich persönlich vielleicht für etwas viel, aber es soll ja kein Erbsenzählen sein.
Zu Essen wird auch nicht viel dabei gewesen sein, vielleicht ein zwei Warmmahlzeiten vom EPA,Energie oder Müsliriegel aus privaten Beständen, vom Dienstherren sind die EPA Kekse und die Schokolade ganz gut. Wenig Platzbedarf und hoher Energiegehalt.
Das Wichtigste ist Wasser.

Zur Anschlussversorgung: Ich kann mich nicht mehr exakt Erinnern, aber ich denke das frühestens in der zweiten Nacht einige Männer aus den jeweiligen Teileinheiten ausgelöst wurden und von der Höhe 432 aus den abgestellten Fahrzeugen Nachschub holen konnten.
Gut Möglich das es auch erst die dritte Nacht war.


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Schwabo Elite
Beitrag 4. Jan 2013, 08:47 | Beitrag #2888
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Was ich bei der Operation - und besonders bei der Schreibart des Artikels - bedenklich finde, ist die extreme Diskrepanz zwischen materiellem Aufwand und Länge des Gefechts, bei "Schützengräben" und "1000 Schuss pro Mann" denkt man ja an ein echtes Massaker, und der tatsächlichen Verlustrate (Tote/Verwundete) Allierte 0/6, Taliban 12/15.

Erklärt sich das durch die verhältnismäßig geringe Dichte der Kampftruppen oder wie? Mir ist beim lesen schon aufgefallen, dass in dem Artikel "niemand stirbt", aber ich hab das gleiche schon mehrmals für Irak und Afghanistan beobachtet: Am Ende gehen fast alle unversehrt nach Hause.


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EX-Buzz
Beitrag 4. Jan 2013, 09:27 | Beitrag #2889
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Sascha Stoltenow hat seine Sicht der Dinge dazu mal in seinem Blog geäusert:

Die Afghanistanpapiere der WAZ und die Selbstinszenierung von David Schraffen

EDIT:

Hier mal der LINK zu den sagenumwobenen Papieren.

Der Beitrag wurde von EX-Buzz bearbeitet: 4. Jan 2013, 09:33
 
kato
Beitrag 4. Jan 2013, 14:22 | Beitrag #2890
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ZITAT(Schwabo Elite @ 4. Jan 2013, 08:47) *
bei "Schützengräben" und "1000 Schuss pro Mann" denkt man ja an ein echtes Massaker

Vereinfacht: Nach dem was ich von Gefechten in Afghanistan lese, basieren die im wesentlichen darauf, dass initial jeweils eine Seite die andere bis zu einer halben Stunde mit Automatikwaffen in ihren Deckungen hält. Ab und zu wechselt dabei die Feuerüberlegenheit, aber im wesentlichen ist das nur blindes Geballere, bei dem alles in seiner Stellung hocken bleibt. Manntreffer sind in dieser Phase im wesentlichen reiner Zufall, maximal im initialen Feuerüberfall gibt es Verluste.
Daraufhin werden - von mindestens einer Seite - Verstärkungen und/oder Unterstützungswaffen zur Herstellung der Feuerüberlegenheit herangeführt, und die Gegenseite weicht unter Feuer aus. Wie üblich entstehen Verluste primär im Ausweichen. Je nachdem wie gut das Ausweichen bzw. Lösen aus dem Gefecht klappt und wie und welche Unterstützungswaffen eingesetzt werden können die Verluste bei derartigem Vorgehen durchaus auf beiden Seiten gegen Null gehen.

So läuft im wesentlichen jedes Gefecht da unten ab. Im wesentlichen trifft obige Beschreibung ja auch auf diese Operation zu, nur dass das gegenseitige Niederhalten halt etwas länger gedauert hat. Und die Herstellung der Feuerüberlegenheit etwas komplexer war. Das Ganze ist auch scheinbar beliebig skalierbar - bei einem erfolgreichen Lösen aus dem Gefecht gehen in AFG die Verluste nach dem initialen Feuerüberfall auch schon mal bei 300-400 involvierten Soldaten auf beiden Seiten gegen Null (so geschehen im April 2010, selbe Gegend).


Aus obiger vereinfachter Beschreibung läßt sich dann auch ganz gut vereinfacht der einsatzbedingte Bedarf ganz gut ableiten. Maximierung des defensiven Schutzes zur Verteidigung im initialen Feuergefecht (inkl. Minen-/IED-Schutz), möglichst schwere direkt mitgeführte Wirkmittel zur Auflösung des Stellungsgefechts schon auf Gruppen-/Zugebene, Kommunikations-, Führungs- und Aufklärungsmittel zur Koordination der Verfolgung im Ausweichen.
 
Jaguar
Beitrag 5. Jan 2013, 17:45 | Beitrag #2891
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ZITAT(muckensen @ 30. Dec 2012, 05:17) *
Falls es noch an jemandem vorbeigegangen ist (so, wie es zunächst bei mir der Fall war): das Buch "Vier Tage im November" von Johannes Clair über seinen Einsatz in Afghanistan und die Operation Halmazag ist außerordentlich lesenswert. Sprachlich anspruchsvoller als erwartet, leiert Clair nicht bloß Jargon herunter wie ein verkappter Tom Clancy, versucht gewiss nicht nur Geld mit seinen Erinnerungen zu scheffeln und macht auch nicht auf Quentin Tarantino wie Achim Wohlgetan, nein, er gewährt einen tiefen Einblick nicht nur in die militärischen Abläufe dieser - man kann sagen, "historischen" - Unternehmung, sondern auch in das Seelenleben derer, die an ihr teilnehmen mussten.

ZDF-Bericht zu "Halmazag"

Was Clair über seinen Kompaniechef ("Wolle") zu berichten hatte, stimmt mich positiv.
Persönlich hat mich auch getroffen zu erfahren, dass einer der Soldaten ("Hardy"), der den Beschreibungen nach keinen geringen Anteil am erfolgreichen Ausgang der Operation hatte, bald nach der Heimkehr bei einem tragischen Autounfall ums Leben kam.


Hallo,

dem kann ich absolut zustimmen.

Erschreckend habe ich besonders 2 Vorfälle empfunden. Die Tatsache das sich ein "Zivilist" ein 5,56mm Geschoss im Polizeihauptquartier entfernen lässt sowie die Geschichte mit dem Fussballhandschuh auf dem Grab. Sinnbildlich für die vollkommen verfahrende Situation.

Und nach dem lesen, gerade auch in Bezug auf "Hardy" bekommt dieses Video ein ganz anderes Gesicht.

http://youtu.be/YyO-SCiqfx0?t=1m13s


 
Freestyler
Beitrag 5. Jan 2013, 23:21 | Beitrag #2892
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Zum Thema Munitionsverbrauch zitiere ich mal aus einem Erfahrungsbericht des RÜZ Hammelburg, der ~2008 entstanden sein dürfte:

ZITAT
Verteidigung
Geleiteter Feuerkampf und vernünftige Feuerkommandos sind die Ausnahme. Meist werden die Soldaten unter abenteuerlichen Zurufen wie: "Auf erkannten Feind Feuer frei", "die Fenster da abstreifen" oder auch: "Nur gezielt schießen" (!) für eine gewisse Zeit "von der Kette gelassen"...
"Feuezucht" kommt einem Fremdwort gleich.
Von Einsatz und Bedienung der ausgesprochen wirksamen Universalwaffe MG auf Lafette sind nicht einmal mehr Grundlagen vorhanden.
Zu oft ist am Feuertakt der MG deutlich zu hören, daß der Schütze nicht nach jedem Feuerstoß nachrichtet, sondern lediglich schießt, um seine Nerven zu beruhigen. Gerne werden Feuerstöße von 120 Schuß vom Zweibein oder auch aus dem Hüftanschlag,(!) abgegeben; dieses wird als "Deckungsfeuer" bezeichnet. [...]

Lösen vom Feind
Auf feindliche Sicherungen auflaufende Spähtrupps lösen sich reflexartig unter höchstem Munitionseinsatz und geben ihre Stärke preis - ein Ausbildungsmangel, der seine Ursache in kritiklos umgesetzten Reaktionsschießlehrgängen für Spezialkräfte zu haben scheint. Was für Spezialkräfte recht sein mag, ist für leichte lnfanterie noch lange nicht billig. [...]

Das dürfte einiges erklären, denn ich wage zu behaupten, dass sich an hier angesprochenen Problemen nicht geändert hat, sondern dass sie durch angebliche Einsatzerfahrung (z.B. NSAK) noch verschlimmbessert wurden.


--------------------
ZITAT(Kreuz As)
Entweder eine Frau fingern oder schiessen gehen. Dann geht das zucken im Zeigefinger auch wieder weg.
 
PzBrig15
Beitrag 5. Jan 2013, 23:24 | Beitrag #2893
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ZITAT(Desert Hawk @ 3. Jan 2013, 22:18) *
Da die Operation "Halmazag" nun schon ein gutes Jahr her ist, anbei noch ein lesenswerter Artikel ....

ZITAT
Der Kampf um Quatliam

4. November 2012 von David Schraven
Der Golf-Zug von Oberfeldwebel Kröger wird in einem Bewässerungsgraben am Südrand von Quatliam vom Rest der Truppe abgeschnitten. „Als wir an dem Dorf vorbei sind, wurden wir direkt angeschossen. Wir sind in Stellung gegangen und blieben fünf Tage genau dort.“

Die Fallschirmjäger pressen sich in Bewässerungsgräben, verstecken sich zwischen Büschen. Sie feuern. Der Feind ist nur wenige dutzend Meter entfernt. Nachschub kann nicht heran. „Wir konnten die ersten Tage unsere Schützengräben nicht verlassen. So massiv sind die Aufständischen gegen uns vorgegangen. Wir mussten mit dem auskommen, was wir dabei hatten.“
Quelle: http://www.derwesten-recherche.org/2012/11...pf-um-quatliam/



Diese Erlebnisse der eingesetzten Soldaten sind sehr beeindruckend. Ich persönlich finde das solche persönliche Berichte auch öffentlich sein sollten.
Eine Frage meinerseits : Hatten die eingesetzten Soldaten damals schon moderne Funkausstattungen ??? Wie reagierten die Führungsebenen auf dieses Abschneiden über Tage der Gruppe ???
 
Freestyler
Beitrag 5. Jan 2013, 23:51 | Beitrag #2894
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Man sollte nicht vergessen, dass es sich hierbei um einen journalistischen Artikel handelt, der der Zeitung Geld einbringen soll, und nicht um eine systematische Auswertung des Gefechts. Und bei den militärischen Kenntnissen des durchschnittlichen deutschen Journalisten kann und muss man da noch weniger erwarten.

Interessant finde ich allerdings den graphischen Operationsplan (wenn er denn stimmt), denn er zeigt, wie gering die unmittelbare deutsche Beteiligung an der Operation Halmazag war:
- vstk InfKp (vermutlich vier statt drei InfZg, denn die InfKp der TF verfügen nur über drei InfZg und keinen schweren Zug)
- verminderter PzGrenZg, AufklGrp und ELOKA Trp für Überwachung / Abriegelung
- OMLT-Trupp für zwei ANA Kp


--------------------
ZITAT(Kreuz As)
Entweder eine Frau fingern oder schiessen gehen. Dann geht das zucken im Zeigefinger auch wieder weg.
 
Malefiz
Beitrag 5. Jan 2013, 23:55 | Beitrag #2895
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ZITAT(Freestyler @ 5. Jan 2013, 23:21) *
Zum Thema Munitionsverbrauch zitiere ich mal aus einem Erfahrungsbericht des RÜZ Hammelburg, der ~2008 entstanden sein dürfte:


Klingt ein bisschen nach Vietnam. Sobalds in den Büschen knackt alle Rohre Feuer frei.


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We cannot get out. We cannot get out. They have taken the bridge and the second hall. The watcher in the water took Oín. We cannot get out. The end comes....drums, drums in the deep...They are coming....
 
Nite
Beitrag 6. Jan 2013, 00:12 | Beitrag #2896
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Der Bericht entstand zu einer Zeit als Ausweichschießen auf dem CGI (*) ganz oben stand wink.gif.

*= Cool Guy Index.


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Ceterum censeo asseculas Dais esse necandam.

#flapjackmafia #arrr #PyramidHoneyTruther
 
Jaguar
Beitrag 6. Jan 2013, 00:20 | Beitrag #2897
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ZITAT(PzBrig15 @ 5. Jan 2013, 23:24) *
ZITAT(Desert Hawk @ 3. Jan 2013, 22:18) *
Da die Operation "Halmazag" nun schon ein gutes Jahr her ist, anbei noch ein lesenswerter Artikel ....

ZITAT
Der Kampf um Quatliam

4. November 2012 von David Schraven
Der Golf-Zug von Oberfeldwebel Kröger wird in einem Bewässerungsgraben am Südrand von Quatliam vom Rest der Truppe abgeschnitten. „Als wir an dem Dorf vorbei sind, wurden wir direkt angeschossen. Wir sind in Stellung gegangen und blieben fünf Tage genau dort.“

Die Fallschirmjäger pressen sich in Bewässerungsgräben, verstecken sich zwischen Büschen. Sie feuern. Der Feind ist nur wenige dutzend Meter entfernt. Nachschub kann nicht heran. „Wir konnten die ersten Tage unsere Schützengräben nicht verlassen. So massiv sind die Aufständischen gegen uns vorgegangen. Wir mussten mit dem auskommen, was wir dabei hatten.“
Quelle: http://www.derwesten-recherche.org/2012/11...pf-um-quatliam/



Diese Erlebnisse der eingesetzten Soldaten sind sehr beeindruckend. Ich persönlich finde das solche persönliche Berichte auch öffentlich sein sollten.
Eine Frage meinerseits : Hatten die eingesetzten Soldaten damals schon moderne Funkausstattungen ??? Wie reagierten die Führungsebenen auf dieses Abschneiden über Tage der Gruppe ???


Die Führungsebene hat die Soldaten in vorderster Linie mehrmals einen Besuch abgestattet. Auch der Funkkontakt war zu keiner Zeit der Operation unterbrochen. Es gab wohl zu Beginn Probleme mit der Verpflegung, das wurde aber auch recht zügig abgestellt.
Ich empfehle das Buch von Clair zu lesen, gibt sicher ein besseres Bild als von einem Journalisten.
 
Seydlitz
Beitrag 6. Jan 2013, 14:01 | Beitrag #2898
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ZITAT(Freestyler @ 5. Jan 2013, 23:21) *
Zum Thema Munitionsverbrauch zitiere ich mal aus einem Erfahrungsbericht des RÜZ Hammelburg, der ~2008 entstanden sein dürfte:

Das dürfte einiges erklären, denn ich wage zu behaupten, dass sich an hier angesprochenen Problemen nicht geändert hat, sondern dass sie durch angebliche Einsatzerfahrung (z.B. NSAK) noch verschlimmbessert wurden.


Im RÜZ/Ubzi/GÜZ.. laufen auch genug Leute rum die meiner persönlichen Meinung nach auch nicht gerade Gefechtsfeldgötter sind.
Manche angesprochenen Probleme sind mit Sicherheit berechtigt. Ursachen sind wiederum oft Hausgemacht.
Zuwenig Munition für die Ausbildung, Waffen+Lafetten, Darstellungsmittel (wer bekommt denn in Deutschland z.b Schnellnebel zum üben? )
Dienstzeit der Soldaten?

Und solange man genug Munition hat/geliefert bekommt wird man Automatisch mehr verschießen. Denn wer beschossen wird schießt auch zurück.Wenn ich gefühlt genug Munition habe Schießt man öfter als wenn man nur noch 2 Magazine hat und keine Anschlussversorgung hat.
Ein Schuss ein Treffer ist in meinen Augen Realitätsferner Schwachsinn.Kein Feind verhält sich wie eine Schützenscheibe auf der Schießbahn.
Ein Gefecht ist viel schneller/Chaotischer/Stressiger als alles was ich Üben kann.

Soll jetzt keine Zustimmung zu unkontrollierten Munitionverballern sein.Es gibt mit Sicherheit Grenzen. Aber wo liegt denn das Problem?
Ich habe jetzt noch nicht gelesen das ein Zug sich in einer halben Stunde leergeschossen hat und dann vom Feind überrannt wurde,weil man nicht mit seiner Munition haushalten konnte?


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Seydlitz
Beitrag 6. Jan 2013, 14:22 | Beitrag #2899
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ZITAT(Freestyler @ 5. Jan 2013, 23:51) *
Interessant finde ich allerdings den graphischen Operationsplan (wenn er denn stimmt), denn er zeigt, wie gering die unmittelbare deutsche Beteiligung an der Operation Halmazag war:
- vstk InfKp (vermutlich vier statt drei InfZg, denn die InfKp der TF verfügen nur über drei InfZg und keinen schweren Zug)
- verminderter PzGrenZg, AufklGrp und ELOKA Trp für Überwachung / Abriegelung
- OMLT-Trupp für zwei ANA Kp


Die beiden Infanteriekp hatten jeweils 4 Züge.
3 Fallschirmjägerzüge + ein PzGren.
Eine Kp hatte wohl eine Stärke von 110-120 Mann.
Dazu Aufklärer, Pioniere, Tranportzug usw.
Deutsche Kräfte wohl nicht mehr als 400 Mann. Dazu Amerikaner in Kompaniestärke (1-87, die Gebirgsjäger), einmal RCP,die ANA wurde durch Belgische OMLT Kräfte begleitet.
Insgesamt sind in diesem kleinen Gebiet wohl so 600-700 Mann rumgeschwirrt.
Dürfte für Deutsche Verhältnisse wohl mit die höchste Kräftekonzentrierung in Afganistan überhaupt gewesen sein.
Vielmehr wäre eh nicht mehr da gewesen. Eine Infkp des PRTs für alles andere. Reserve, CIMIC Begleitung usw.
Zudem müssen die Truppen auch abgelöst werden, dafür kam nach der Operation extra eine Kp von der TF MES nach Kunduz.




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Nite
Beitrag 6. Jan 2013, 14:31 | Beitrag #2900
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ZITAT(Seydlitz @ 6. Jan 2013, 14:22) *
(1-87, die Gebirgsjäger)

Das wären sie gerne, die "we don't do mountains"-guys von der 10th...
Die Division heißt nur noch aus Traditionsgründen 10th Mountain Division, ansonsten ist es eine völlig normale leichte Infanteriedivision.


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Crazy Butcher
Beitrag 6. Jan 2013, 14:49 | Beitrag #2901
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Zwei Punkte die mich stutzig machen:
ZITAT(Desert Hawk @ 3. Jan 2013, 22:18) *
Der Golf-Zug von Oberfeldwebel Kröger wird in einem Bewässerungsgraben am Südrand von Quatliam vom Rest der Truppe abgeschnitten. „Als wir an dem Dorf vorbei sind, wurden wir direkt angeschossen. Wir sind in Stellung gegangen und blieben fünf Tage genau dort.“

...

„Nachdem wir sie erstmal zurückgeschlagen hatten, kam irgendwann die Nacht“, erinnert sich Ben Jungmann. „Wir konnten essen und uns ausruhen.“ Die Aufständischen kämpfen nicht gerne in der Nacht. Sie wissen, dass Nachtsichtgeräte die Deutschen in der Nacht unbesiegbar machen.

1. Bei Beschuss in Stellung gegangen und 5 Tage darin verbracht?
hmpf.gif
Keine Entlastung durch eigene Kräfte? Kein Ausbruch? Keine Angriff?

2. Nachtsichtgeräte und somit massiver Vorteil vorhanden und nicht genutzt?
Entweder fehlt da eine Menge an Infos oder die Fallschrimjäger sind nicht mehr das, was sie mal waren.

Der erwähnte Hinweis, dass die Taliban ja schon gegen die Russen gekämpft haben und somit sehr erfahren sind, ist auch irgendwie seltsam. DER Krieg war zu dem Zeitpunkt schon 20 Jahre zu Ende. Zumal "die Taliban" als solche erst in den 90ern aufgetaucht sind.


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Seydlitz
Beitrag 6. Jan 2013, 15:28 | Beitrag #2902
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ZITAT(Nite @ 6. Jan 2013, 14:31) *
ZITAT(Seydlitz @ 6. Jan 2013, 14:22) *
(1-87, die Gebirgsjäger)

Das wären sie gerne, die "we don't do mountains"-guys von der 10th...
Die Division heißt nur noch aus Traditionsgründen 10th Mountain Division, ansonsten ist es eine völlig normale leichte Infanteriedivision.


Ist mir bekannt,aber sie sind auf dem Plan so gekennzeichnet.


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Jaguar
Beitrag 6. Jan 2013, 16:14 | Beitrag #2903
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ZITAT(Crazy Butcher @ 6. Jan 2013, 14:49) *
Zwei Punkte die mich stutzig machen:
ZITAT(Desert Hawk @ 3. Jan 2013, 22:18) *
Der Golf-Zug von Oberfeldwebel Kröger wird in einem Bewässerungsgraben am Südrand von Quatliam vom Rest der Truppe abgeschnitten. „Als wir an dem Dorf vorbei sind, wurden wir direkt angeschossen. Wir sind in Stellung gegangen und blieben fünf Tage genau dort.“

...

„Nachdem wir sie erstmal zurückgeschlagen hatten, kam irgendwann die Nacht“, erinnert sich Ben Jungmann. „Wir konnten essen und uns ausruhen.“ Die Aufständischen kämpfen nicht gerne in der Nacht. Sie wissen, dass Nachtsichtgeräte die Deutschen in der Nacht unbesiegbar machen.

1. Bei Beschuss in Stellung gegangen und 5 Tage darin verbracht?
hmpf.gif
Keine Entlastung durch eigene Kräfte? Kein Ausbruch? Keine Angriff?

2. Nachtsichtgeräte und somit massiver Vorteil vorhanden und nicht genutzt?
Entweder fehlt da eine Menge an Infos oder die Fallschrimjäger sind nicht mehr das, was sie mal waren.


Auch das deckt sich nicht unbedingt mit Clair's Bericht. Mann war durchaus in der Lage die Stellung zu verlassen und bis zu den Fhz zurückzugehen um Verpflegung und Munition zu holen. Auch Clair selber konnte zu den Belgiern wechseln wo er sich über die Waffenstation der Belgier hautnah von der Wirkung der PzH2000 im Ziel überzeugen konnte.

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http://www.bundeswehr.de/portal/a/bwde/...bZg!!/a

Schießunfälle passieren. Aber das 8 Mann verletzt werden? Was ist denn da passiert?
 
Nite
Beitrag 6. Jan 2013, 16:33 | Beitrag #2904
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Wild ins blaue geraten: irgendwas in Richtung HG, GraPi, GraMaWa?


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Xizor
Beitrag 6. Jan 2013, 18:02 | Beitrag #2905
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Oder Knalltrauma?
 
Nite
Beitrag 6. Jan 2013, 18:21 | Beitrag #2906
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Möglich, wobei mich da eine Erwähnung doch sehr wundern würde.


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SEB1
Beitrag 6. Jan 2013, 18:35 | Beitrag #2907
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Was sind das den für Sätze:

ZITAT
Gefangene haben die Fallschirmjäger auch nicht gemacht. Das dürfen sie nicht, aufgrund der internationalen Abkommen. Gefangene machen nur die Afghanen.
Verstehe nicht, warum die deutschen Soldaten keine Gefangenen machen dürfen?
Und diese der ANA oder AFG-Pol überlassen oder lieg ich damit auch falsch?

Und warum hat man nicht mehr Marder dann in den Kampf geschickt.
Damit der Feind niedergehalten werden und eigene Kräfte vorgehen können oder zurückgehen können?

Oder warum wurden die Bordwaffen der Fahrzeuge (Dingo´s und Füchse) benutzt?

P.S.: Danke „@ramke“ für deinen Hinweis, habe es bissel abgeändert! ;-)


Der Beitrag wurde von SEB1 bearbeitet: 6. Jan 2013, 18:55


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ramke
Beitrag 6. Jan 2013, 18:47 | Beitrag #2908
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Pass auf, im falschen Kontext wird das auf irgendeiner Linken Seite dann so interpretiert, das alle Gefangenen hingerichtet werden.

Der Beitrag wurde von ramke bearbeitet: 6. Jan 2013, 18:59


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...die Grundausbildung bereitet auf den Krieg vor,
die Truppenküche auf die Gefangenschaft.
 
SEB1
Beitrag 6. Jan 2013, 18:51 | Beitrag #2909
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So ist das aber von mir nicht gemeint gewesen.
Wundere mich nur über dieses "internationalen Abkommen"!
Was soll das denn sein?



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„Hurra!"
 
Jaguar
Beitrag 6. Jan 2013, 18:54 | Beitrag #2910
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ZITAT(SEB1)
Und warum hat man nicht mehr Marder dann in den Kampf geschickt.
Damit der Feind niedergehalten werden und eigene Kräfte vorgehen können oder zurückgehen können?

Oder warum wurden die Bordwaffen der Fahrzeuge (Dingo´s und Füchse) benutzt?


Auch hier hilft Clair sein Buch aus. Die Marder wurden durchaus in das Gefecht geschickt um die rechte Flanke zu entlasten. Die Marder sind aber unter RPG Beschuss geraten, und darauf hin zurückgezogen worden. Wenn ich es richtig gelesen habe, sind die restlichen Fhz vor dem Dorf, zwischen Hügel 432 und dem Dorf verblieben.

ZITAT
Wild ins blaue geraten: irgendwas in Richtung HG, GraPi, GraMaWa?


Das kann natürlich gut sein. Mal sehen ob die BW den Vorfall noch mit Informationen aktualisiert.

Edit: http://www.liveleak.com/view?i=ab5_1238357986 mata.gif

Der Beitrag wurde von Jaguar bearbeitet: 6. Jan 2013, 18:56
 
 
 

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