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WHQ Forum _ Politik-und Geschichteforum _ Saudi Arabien vs. Iran vs. Türkei

Geschrieben von: Schwabo Elite 24. Mar 2016, 16:35

Liebe User,

nach längerer Downtime hat sich das WHQ-Team darauf geeinigt die zuletzt sehr heißen und wenig konstruktiven Diskussionen zu den Konflikten in Nordafrika sowie dem Nahen und Mittleren Osten neu zu starten. Dabei würden wir gerne den geographisch und politisch sehr weiten Raum von Iran bis Marokko in vorerst drei Threads aufteilen. Die Threads zu


gehen damit online. Wir würden uns wünschen, dass die sicher auftretenden Überschneidungen, z. B. eine iranisch-saudische Stellvertreterproblematik in Mesopotamien, von Euch allen in einer Art freiwilliger Selbstkontrolle gesteuert werden. Das heißt, es liegt an Euch Überschneidungen auf möglichst einen Thread zu reduzieren oder direkt neue Threads zu beginnen.

Insbesondere das neue Beginnen von Threads oder die Bitte an uns um Ausgliederung hilft uns sehr und reduziert moderative Schließungen von Threads. Es ist immer umständlicher "am offenen Herzen zu operieren" und Themen auszulagern, während weitere Beiträge produziert werden. Wenn Ihr also selbst auf Kontexte und Rote Fäden achtet, bleiben Diskussionen länger lebendig. Neue Threads und ein Mehr an Diskussionen finden daher grundsätzlich unsere Unterstützung.

Viel Vergnügen,
Euer WHQ-Team

Geschrieben von: Schwabo Elite 24. Mar 2016, 16:36

Hierbei handelt es sich also um den Thread

ZITAT
Saudi Arabien vs. Iran vs. Türkei - Machtpole und "Regional Player" im islamischen Vorderasien


Wir freuen mich auf Eure Diskussionsbeiträge und hoffen, dass sich neue, spannende Topics ergeben.

Geschrieben von: Schwabo Elite 24. Mar 2016, 16:50

Artikel zu zwei der Player:

ZITAT
This map shows the brewing proxy war between Iran and Saudi Arabia

Jeremy Bender - 8.01.2016, 15:58

Throughout the wider Middle East, numerous countries are being wracked by unrest and civil conflict. And, in a majority of the conflicts, the ongoing crises can be seen as an expansion of a proxy war between two of the region's main powers.

http://www.businessinsider.de/map-of-saudi-and-iran-proxy-war-2016-1?r=US&IR=T

Geschrieben von: Schwabo Elite 24. Mar 2016, 16:51

Etwas gewagte These aus Newsweek:

ZITAT
World

The Loser of the Cold War Between Iran and Saudi Arabia May Be Obama

By Jonathan Broder On 1/11/16 at 2:20 PM

A few weeks ago, as the Syrian civil war continued to rage, U.S. Secretary of State John Kerry persuaded his Saudi and Iranian counterparts to sit at the same table for a meeting in Geneva. The goal was to create a framework for a peace deal to end the war. Since the conflict began, roughly 300,000 people have died and 9 million have been displaced, so agreeing on a seating arrangement at a preliminary meeting may not seem like a breakthrough. But given the bitter rivalry between Riyadh and Tehran and their support for opposing sides in the four-year conflict, getting them show up was a major diplomatic accomplishment.


http://europe.newsweek.com/middle-east-saudi-arabia-iran-nimr-execution-cleric-obama-king-salman-tehran-413680?rm=eu

Geschrieben von: Schwabo Elite 24. Mar 2016, 16:52

Und eine ergänzende Meldung von Reuters

ZITAT
Sat Jan 23, 2016 2:16pm EST

Related: World, Syria, Davos

Exclusive: Saudi-Iranian proxy war over Syria spreads to Davos

DAVOS, Switzerland | By Paul Taylor

Senior Saudi and Iranian figures clashed behind closed doors at a private meeting convened by the World Economic Forum in Davos this week to try to promote peace in Syria, participants said.


http://www.reuters.com/article/us-mideast-crisis-syria-davos-exclusive-idUSKCN0V10BO

Geschrieben von: Glorfindel 21. Apr 2016, 18:26

Diese Woche gab es eine Nachrichtenmeldung, dass Saudi-Arabien mittlerweile das drittgrösste Verteidigungsbudget der Welt hat - nach den USA und der VR China (ja, die lieben Russen sind abgeschlagen auf Platz vier). Gleichzeitig kommen die Saudis im Jemen überhaupt nicht vom Fleck bzw. die Houtis erweisen sich als äusserst zäher Gegner. Man muss alleine die Videos der letzten Woche auf youtube anschauen und sich die Tatsache vor Augen führen, dass unter den saudischen Gefallenen sich u.a. drei Generale befinden. Insgesamt fragt sich, wie stark die Saudis tatsächlich sind. Angesichts ihrer absolut materiellen Überlegenheit geben sie imho eine schlechte Vorstellung im Yemen. Es fragt sich einerseits, wieso dies so ist und ob Saudi-Arabien nicht in der Lage ist, die eigenen modernen Waffen auch effizient einzusetzen. Im Weiteren fragt sich, ob die Streitkräfte richtig ausgerüstete und organisiert sind oder ob man nicht weniger auf Hochtechnologie setzten müsste. Diese Fragen stellen sich einmal ganz abgesehen davon, dass die Intervention (zumindest im Rückblick) militärisch und politisch problematisch waren.

Geschrieben von: Dave76 21. Apr 2016, 18:51

@Glorfindel: Haben wir dieses Thema nicht schon zigfach im Forum angesprochen? Hier noch mal die immer wieder genannte grundlegend wichtige Lektüre zum Thema: http://www.amazon.de/Arabs-War-Effectiveness-1948-1991-Paperback/dp/0803287836

Geschrieben von: Kameratt 21. Apr 2016, 19:13

Wurden dort auch innerarabische Kriege behandelt? Denn die Hutis sind ja auch Araber, was c.p. eigentlich Vorteile für die besser ausgerüstete Seite bedeuten müsste.

Geschrieben von: Glorfindel 21. Apr 2016, 19:23

An Pollack habe ich überhaupt nicht gedacht. Ich kann meine Fragen mit den, was ich von Pollack gelesen habe, auch nicht beantworten. Wenn es um Araber gegen Araber geht, kann man reinkulturelle Gründe wohl beiseite schieben. Die wären bei den Yemeniten auch vorhanden. Ich weiss nicht, wie die Huthis funktionieren, aber eine offensichtliche Führungsschwäche kann ich da auch nicht feststellen (im Übrigen sehe ich auch keine offensichtliche Führungsschwäche beim IS. Auch die sind mit ihren Mitteln im Prinzip effizient).

Geschrieben von: TrueKosmos 21. Apr 2016, 19:38

ZITAT(Glorfindel @ 21. Apr 2016, 19:26) *
Diese Woche gab es eine Nachrichtenmeldung, dass Saudi-Arabien mittlerweile das drittgrösste Verteidigungsbudget der Welt hat - nach den USA und der VR China (ja, die lieben Russen sind abgeschlagen auf Platz vier). Gleichzeitig kommen die Saudis im Jemen überhaupt nicht vom Fleck bzw. die Houtis erweisen sich als äusserst zäher Gegner. Man muss alleine die Videos der letzten Woche auf youtube anschauen und sich die Tatsache vor Augen führen, dass unter den saudischen Gefallenen sich u.a. drei Generale befinden. Insgesamt fragt sich, wie stark die Saudis tatsächlich sind. Angesichts ihrer absolut materiellen Überlegenheit geben sie imho eine schlechte Vorstellung im Yemen. Es fragt sich einerseits, wieso dies so ist und ob Saudi-Arabien nicht in der Lage ist, die eigenen modernen Waffen auch effizient einzusetzen. Im Weiteren fragt sich, ob die Streitkräfte richtig ausgerüstete und organisiert sind oder ob man nicht weniger auf Hochtechnologie setzten müsste. Diese Fragen stellen sich einmal ganz abgesehen davon, dass die Intervention (zumindest im Rückblick) militärisch und politisch problematisch waren.

danke, war mir persönlich nicht geläufig dass sie sich sich so gesteigert hätten, habe jetzt 87,2 Milliarden 2015 ergoogelt, damit sind sie bei Ausgaben pro Einwohner die Nummer Eins bei wichtigeren Länder, noch vor selbst Israel.
Hm und zu Katar, 7 Milliarden 2015
http://www.strategicdefenceintelligence.com/qatar-defence-spending-to-reach-us-7-billion-in-2015/
Bei etwa 2,1 Millionen Bevölkerung müssten sie noch vor Saudi Arabien liegen!

Das ist ja ein Wettrüsten in der Gegend, bzw. eine andere Erklärung könnte sein dass die beiden im Krieg sind, vorallem in Syrien, wie natürlich auch in Yemen. Krieg ist teuer.

Geschrieben von: Glorfindel 21. Apr 2016, 20:05

Ich habe es schon frühere bei Gelegenheit geschrieben: Ich halte Saudi-Arabien für keinen stabilen Staat bzw. einen Sturz des Hauses Saud für irgendwann möglich. Neben dem religiösen Rigorismus, welcher ja gerade kein Zeichen dafür ist, dass man die eigene Weltanschauung für überzeugend hält, deuten auch die Verteidigungsausgaben daraufhin, dass man sich nicht stark fühlt. Das Yemenabenteuer hat meiner Ansicht nach nicht zu einer Stabilisierung von Saudi-Arabien, sondern die Unsicherheit vergrössert.

BTW: Umfragen zeigen, dass auch auf der arabischen Halbinsel doch ein beachtlicher Teil der Bevölkerung gar nicht an Gott glaubt, auch wenn sie offiziel einer Religionsgemeinschaft angehören. Gemäss einem Bericht in der NZZ, welcher ich vor einiger Zeit gelesen habe, hätte eine Umfrage von Gallup ergeben, dass gegen 20% der Saudis überhaupt nicht an Gott glauben würden (und damit nur auf dem Papier Moslems sind).

Geschrieben von: schießmuskel 21. Apr 2016, 20:17

Man kann das schlechte Abschneiden der Saudis im Yemen gegen die Houthis nicht einfach monokausal mit einem Verweis auf Pollack erklären, ala die da unten können halt alle keine Kriegsführung nach modernen Grundsätzen.
wie bereits erwähnt sind die Houthis auch Araber. Das ganze hängt selbstverständlich auch mit Führungs-, taktischen und logistischen Defiziten zusammen die Pollack eben auf Grund der kulturellen Eigenschaften zurückführt.
Ich denke, dass der primäre Grund für die Schwierigkeiten der Saudis daran liegen, dass sie gegen einen irregulären Gegner kämpfen, der sich Mittlen der asymmetrischen Kriegsführung bedient, der sich auf heimischen Terrain und in der heimischen Bevölkerung bewegt und das Kampfgebiet topographisch für einen mechanisierten Gegner eine Herausforderung ist.

Israel hat das ganze doch gegen die Hisbollah erfahren. Saudi Arabien hat in einem Jahr ca. 300 Mann und 6 Panzer verloren. Israel hat in nur 4 Wochen 6 Panzer verloren und 120 Mann.

Geschrieben von: Dave76 21. Apr 2016, 20:20

ZITAT(Kameratt @ 21. Apr 2016, 20:13) *
Wurden dort auch innerarabische Kriege behandelt? Denn die Hutis sind ja auch Araber, was c.p. eigentlich Vorteile für die besser ausgerüstete Seite bedeuten müsste.

Na sicher doch:





Geschrieben von: goschi 21. Apr 2016, 20:39

Sind nicht gerade im Jemen auch sehr viele Söldner aktiv, ich meine mich an eine ziemlich grosse kolumbianische und eine afrikanische (?) Einheit min. in Btl. eher Regimentsgrösse zu erinnern?
Ok, die Führung bleibt saudisch, aber von gutem Abschneiden dieser Einheiten hätte ich jetzt auch nichts vernommen.
Ausserdem deutet dies, und die massive Finanzierung der Ägypter als quasi-eigene Expeditionsstreitmacht auch stark darauf hin, dass man den eigenen Einheiten nicht traut oder zu wenig zutraut.

Welche Teile der saudischen Streitkräfte sind überhaupt im Jemen aktiv? da sind ja mehrere konkurrierende Kräfte vorhanden, die sich auch gegenseitig im Gleichgewicht halten sollen (wieder ein Zeichen des grossen Misstrauens den eigenen Streitkräften gegenüber), hat man von den wirklich regimetreuen Einheiten überhaupt genug um sie in Expeditionsabenteuern im Nachbarland zu verheizen oder kommen da dann doch eher niederrangigere Truppen zur Geltung?

Geschrieben von: Dave76 21. Apr 2016, 20:48

ZITAT(schießmuskel @ 21. Apr 2016, 21:17) *
Man kann das schlechte Abschneiden der Saudis im Yemen gegen die Houthis nicht einfach monokausal mit einem Verweis auf Pollack erklären, ala die da unten können halt alle keine Kriegsführung nach modernen Grundsätzen.
wie bereits erwähnt sind die Houthis auch Araber. Das ganze hängt selbstverständlich auch mit Führungs-, taktischen und logistischen Defiziten zusammen die Pollack eben auf Grund der kulturellen Eigenschaften zurückführt.
Ich denke, dass der primäre Grund für die Schwierigkeiten der Saudis daran liegen, dass sie gegen einen irregulären Gegner kämpfen, der sich Mittlen der asymmetrischen Kriegsführung bedient, der sich auf heimischen Terrain und in der heimischen Bevölkerung bewegt und das Kampfgebiet topographisch für einen mechanisierten Gegner eine Herausforderung ist.

Das eine schließt ja das andere nicht aus. Dass ein eher unkonventioneller oder asymmetrischer Gegner eine primär konventionell agierende Armee vor große Probleme stellt, dürften auch die Ägypter schon in den 60ern im Jemen erleben (siehe oben). Dabei ging eine bescheidene taktische Leistung der Ägypter Hand in Hand mit dem Unvermögen der ägyptischen Generalität den unkonventionellen Guerillataktiken der Royalisten entsprechend zu begegnen und nicht als konventionelles militärisches Problem anzusehen. Eine fehlende COIN-Strategie in Verbindung mit den klassischen taktischen Inkompetenzen führte somit zum Scheitern der Bemühungen und zur endgültigen Niederlage Kairos im Jemen. Dass selbst eine taktisch kompetente Armee ohne passende COIN-Strategie große Probleme hat zeigt ja teilweise der Vietnamkrieg der Amerikaner, aber es darf ebenso angenommen werden, dass, hätte es eine entsprechende COIN-Strategie der ägyptischen Armee im Jemen gegeben, diese mit den bestehenden taktischen Inkompetenzen ebenso zum Scheitern verurteilt gewesen wäre wie ihr konventioneller Ansatz es letztlich war.
Logistisch haben sich die Ägypter im Jemen übrigens recht erfolgreich geschlagen, man schaffte es immerhin eine bis zu 70,000 Mann große Expeditionsstreitkraft in über 3000km Entfernung und 5 Jahre lang zu versorgen, und das in einem wirtschaftlich und in Bezug auf Infrastruktur sehr primitiven Land.

Geschrieben von: Glorfindel 21. Apr 2016, 21:31

Ich glaube aber, dass eine Hinzuziehung des nordjemenitischen Bürgerkrieges von 1962 bis 1970 nicht allzu hilfreich ist bei der Suche nach allfälligen Erklärungen. Weder die heutigen saudischen Streitkräfte sind mit den damaligen ägyptischen noch ist die heutige saudische Gesellschaft mit der damaligen ägyptischen vergleichbar. Saudi-Arabien ist ein vergleichbar sehr entwickeltes Land (auch wenn die Schulbildung an zu viel religiösem Inhalt krankt, welcher überhaupt keinen praktischen Nutzen bringt), die saudischen Streitkräfte gehören zu den bestausgerüsteten überhaupt und sind im Übrigen professionalisiert. Wenn man militärisches oder logistisches Know-How nicht hat, dann wird man dieses Einkaufen. Ein Problem dürfte sicher die saudische Führung sein. Die macht keinen überlegten Eindruck. Der Verteidigungsminister z.B. ist erst dreissig Jahre alt.

Geschrieben von: Dave76 21. Apr 2016, 21:54

Sicherlich sollte man bei solche Analogien, gerade über einen solchen Zeitraum, vorsichtig sein und nicht zu weit treiben, da bin ich ganz bei dir. Nichtsdestotrotz zeigen Pollacks Untersuchungen über einen Zeitraum von mehr als 40 Jahren doch ein ziemlich persistentes Problem der arabischen Streitkräfte, und das trotz aller Professionalisierungsbemühungen, die die verschiedenen Länder immer wieder durchzuführen versuchten (auch im Zuge der ägyptischen Intervention im Jemen versuchte Kairo die Qualität des Junior-Offizierskorps zu verbessern, indem man eine größere Anzahl von Universitätsabsolventen rekrutierte). Ähnliche, hartnäckig bestehende Defizite kann man auch aktuell an der Performance des irakischen und syrischen Militärs beobachten.

Geschrieben von: schießmuskel 21. Apr 2016, 22:03

Wobei ein Verteidigungsminister eher wenig mit militärischer operativer Planung zu tun hat. Das ist im Prinzip ein hoher Beamter der den Verwaltungs und Beschaffungs Apparat steuert und auf politischer Ebene agiert. Ein guter Verteidigungsminister muss nicht zwangsläufig ein ex Stabsoffizier sein 50+. Frauen, ungediente und Menschen unter 40 Jahre können gute Verteidigungsminister abgeben.
Die saudischen Generäle haben fast alle westliche Generalstabslehrgänge absolviert und an Bi/Multinationalen Übungen partizipiert.

Geschrieben von: Nite 21. Apr 2016, 22:26

ZITAT(goschi @ 21. Apr 2016, 21:39) *
Sind nicht gerade im Jemen auch sehr viele Söldner aktiv, ich meine mich an eine ziemlich grosse kolumbianische und eine afrikanische (?) Einheit min. in Btl. eher Regimentsgrösse zu erinnern?

Im Yemen sind auf seiten der von Saudi Arabien Tgeführten Koalition mindesten 2000 Senegalesen, 700 Sudanesen und 400 Soldaten aus Eritrea im Einsatz (letztere wohl unter dem Kommando der UAE). Zusätzlich beteiligen sich Marokko und Ägypten an den Luftschlägen.
Bei all diesen Truppen handelt es sich allerdings nicht um Söldner, im Prinzip wird hier nur der Soldatenhandel den man bereits bei UN-, AU- und NATO-geführten Einsätzen beobachten kann auf die Spitze getrieben.
Dazu kommen dann noch die kolumbianischen Söldner unter dem Kommando der Emirate.

Geschrieben von: Glorfindel 21. Apr 2016, 22:28

Der Verteidigungsminister ist durchaus wichtig (auch wenn er mit der operativen Planung nichts zu tun hat), und er war wohl auch beteiligt an der Entscheidung zur Intervention. Wenn man solch wichtige Entscheidungen trifft, dann sollte man auch ein politisches Gespür dafür haben. Das die Intervention im Jemen mit hohen Risiken verbunden war, dass hätte ihm klar sein müssen.

@Dave76: Das mag ja alles stimmen. Ich halte aber die saudischen Streitkräfte für insgesamt extrem ineffizient, auch für arabische Verhältnisse. Es gibt da ja durchaus auch Unterschiede bei den arabischen Staaten. Die jordanische Armee gilt zum Beispiel als loyal, zuverlässig und vergleichsweise effizient. Meine Theorie, welche ich allerdings zugegebenermassen argumentativ nur wenig untermauern kann, ist, dass ich Saudi-Arabien als Staat bei allem Geld für schwach halte (das mag vielleicht damit zusammenhängen, dass - um es plakativ zu sagen - Beduinen mit Geld überschüttet wurden). Und dass diese Schwäche auch auf die Streitkräfte abfärbt, man könnte auch sagen, dass die Streitkräfte an den selben Mängeln leidet wie auch die übrige Verwaltung. Dies einmal abgesehen, dass man im Jemen einen Krieg begonnen hat, obwohl von vornherein klar war, dass er extreme Risiken mit sich bringt.

Geschrieben von: Nite 21. Apr 2016, 22:33

ZITAT(Glorfindel @ 21. Apr 2016, 23:28) *
Und dass diese Schwäche auch auf die Streitkräfte abfärbt, man könnte auch sagen, dass die Streitkräfte an den selben Mängeln leidet wie auch die übrige Verwaltung.

Ohne das jetzt auf die schnelle empirisch untermauern zu können deckt sich das mit meinen Erfahrungen in Afrika und im Nahen Osten. Wenn die Verwaltung und auch große Teile der Gesellschaft von Ineffizienz, Korruption und von Misswirtschaft geprägt sind gilt das natürlich auch für den Sicherheitsapparat.

Geschrieben von: goschi 21. Apr 2016, 22:39

ZITAT(Nite @ 21. Apr 2016, 23:26) *
ZITAT(goschi @ 21. Apr 2016, 21:39) *
Sind nicht gerade im Jemen auch sehr viele Söldner aktiv, ich meine mich an eine ziemlich grosse kolumbianische und eine afrikanische (?) Einheit min. in Btl. eher Regimentsgrösse zu erinnern?

Im Yemen sind auf seiten der von Saudi Arabien Truppen mindesten 2000 Senegalesen, 700 Sudanesen und 400 Soldaten aus Eritrea im Einsatz (letztere wohl unter dem Kommando der UAE). Zusätzlich beteiligen sich Marokko und Ägypten an den Luftschlägen.
Bei all diesen Truppen handelt es sich allerdings nicht um Söldner, im Prinzip wird hier nur der Soldatenhandel den man bereits bei UN-, AU- und NATO-geführten Einsätzen beobachten kann auf die Spitze getrieben.
Dazu kommen dann noch die kolumbianischen Söldner unter dem Kommando der Emirate.

Danke dir, dann habe ich da ein paar Sachen durcheinander gebracht xyxthumbs.gif

Aber zu meiner zweiten Frage, ist eigentlich bekannt, welche Teile der Streitkräfte Saudi Arabiens im Jemen aktiv sind?

Geschrieben von: Freestyler 23. Apr 2016, 07:22

Michael Eisenstadt vom Washington Institute hat seine und Pollacks Thesen und Erklärungsansätze hier auch zusammengefasst: https://www.washingtoninstitute.org/uploads/Documents/other/Eisenstadt-IraqDefeatVictoryBrief-20150121.pdf

Geschrieben von: xena 18. Jun 2016, 18:14

http://www.defensenews.com/story/defense/international/mideast-africa/2016/06/17/yemen-houthi-uae-saudi-arabia/86029386/

Die VAE beenden ihre aktive Rolle im Yemen. Allerdings werden sie auch weiterhin die saudisch geführte Koalition finanziell und politisch unterstützen.

Geschrieben von: Dave76 15. Aug 2016, 17:53

ZITAT
August 5: U.S. Central Command announces Yemen counterterrorism strike

TAMPA, Fla. — The U.S. military conducted a counterterrorism strike against al-Qa’ida in the Arabian Peninsula in the Shabwah Governorate in central Yemen.

The strike, conducted on August 4, killed three al-Qa’ida operatives.

Strikes against al-Qa’ida in the Arabian Peninsula in Yemen put consistent pressure on the terrorist network and prevent them from plotting and executing attacks against U.S. persons, our homeland and our allies.

AQAP remains a significant threat to the region, the United States and beyond. Al-Qa’ida’s presence has a destabilizing effect on Yemen; it is using the unrest in Yemen to provide a haven from which to plan future attacks against our allies as well as the U.S. and its interests.

The U.S. will not relent in its mission to degrade, disrupt and destroy al-Qa’ida and its remnants. We remain committed to defeating AQAP and denying it safe haven regardless of its location. Strikes conducted by the U.S. in Yemen continue to diminish AQAP’s presence in the region.

http://www.centcom.mil/news/press-release/august-5-u.s.-central-command-announces-yemen-counterterrorism-strike

Geschrieben von: revolution 25. Aug 2016, 20:59

http://youtu.be/qU7YJZaa3DI

ZITAT
Houthi forces ambush Saudi Army near Najran in southwestern Saudi Arabia

confused.gif

Geschrieben von: Kiebitz 25. Aug 2016, 21:19

ZITAT(revolution @ 25. Aug 2016, 21:59) *
http://youtu.be/qU7YJZaa3DI
ZITAT
Houthi forces ambush Saudi Army near Najran in southwestern Saudi Arabia

confused.gif


Oh je. Gibt es eigentlich irgendwo Zahlen über die saudischen Verluste? Das Internet ist voll von solchen Videos von offensichtlich erfolgreichen Angriffen der Houthis auf völlig desolat wirkende saudische Truppen.

Das gerammte Fahrzeug ist übrigens ein georgisches https://en.m.wikipedia.org/wiki/Didgori_Medevac. Was ist das Auffahrende mit der großen Kanone, die nicht abgefeuert wird und das dann später in Brand geschossen wird?

Geschrieben von: goschi 25. Aug 2016, 21:27

ZITAT(Kiebitz @ 25. Aug 2016, 22:19) *
Was ist das Auffahrende mit der großen Kanone, die nicht abgefeuert wird und das dann später in Brand geschossen wird?

LAV (Piranha II 8x8) mit 90mm Turm der saudischen Nationalgarde:


Geschrieben von: Kiebitz 25. Aug 2016, 21:34

Danke xyxthumbs.gif

Geschrieben von: Praetorian 25. Aug 2016, 22:09

LAV d'accord, aber selbst für den 90mm-Cockerill-Turm ist der auf dem Video deutlich zu klein und auch die Form passt nicht ganz.
Ich tippe auf einen draufgebastelten Turm, der einem AML-90 abgenommen wurde.



Zum Vergleich:

LAV II mit CMI LCTS90


LAV III ("LAV 6.0") aus der neuesten Beschaffungsserie mit CMI CT-CV 105HP

Geschrieben von: xena 26. Aug 2016, 01:27

Ist das nun ein LAV oder ein Piranha II? Denn ein LAV hat schon seine Unterschiede zu den Standard Piranha II.

Geschrieben von: Glorfindel 26. Aug 2016, 11:01

ZITAT(Praetorian @ 25. Aug 2016, 22:09) *
LAV d'accord, aber selbst für den 90mm-Cockerill-Turm ist der auf dem Video deutlich zu klein und auch die Form passt nicht ganz.
Ich tippe auf einen draufgebastelten Turm, der einem AML-90 abgenommen wurde.

Der AML-90-Turm (Lynx, Hispano-Suiza) wäre kürzer und die Kanone würde vorne nicht einmal bis zum Beginn des Fahrzeuges gehen. Es könnte sich möglicherweise um den TS-90-Turm handeln, welcher der ERC-90 Sagaie verwendet.



ZITAT(xena @ 26. Aug 2016, 01:27) *
Ist das nun ein LAV oder ein Piranha II? Denn ein LAV hat schon seine Unterschiede zu den Standard Piranha II.

Es ist ein LAV/Piranha II: Saudiarabien hat ursprünglich beim damaligen Hersteller MOWAG 1990 den Piranha II bestellt. Aufgrund der strengen Schweizer Exportbestimmungen wurde der Export untersagt und nur wenig der saudischen Piranha stammen aus dem MOWAG-Werk in Kreuzlingen. Der Rest wurde dann in Lizenz in Kanada, möglicherweise auch Grossbritannien, produziert.

Geschrieben von: Glorfindel 26. Aug 2016, 11:15

ZITAT(Praetorian @ 25. Aug 2016, 22:09) *

Zum Vergleich ERC-90 Sagaie:


DER TS 90-Turm hat auch (zumindest sehr oft) diesen aufgerauten Streifen, welcher sich in der Mitte von hinten nach vorne zieht und auf dem obersten Bild des saudischen Fahrzeuges zu sehen ist.

Geschrieben von: Praetorian 26. Aug 2016, 11:25

ZITAT(Glorfindel @ 26. Aug 2016, 12:01) *
Von den AML-90-Turm (Lynx, Hispano-Suiza) wäre kürzer und die Kanone würde vorne nicht einmal bis zum Beginn des Fahrzeuges gehen. Es könnte sich möglicherweise um den TS-90-Turm handeln, welcher der ERC-90 Sagaie verwendet.

Stimmt, passt eher.
Ich kam auf AML-90, weil die Saudis den tatsächlich nutzen bzw. genutzt haben. ERC-90 wurden nie dorthin exportiert, von daher wäre die Herkunft dieses LAV-Umbaus interessant, da auch sonst nicht viel dazu zu finden ist. Die "regulären" Beschaffungen für Saudi-Arabien haben ja alle Cockerill-Türme.
Der einzige mir bekannte Nutzer des TS90-Turms in der Ecke wäre der Oman auf VBC-90, aber auch nur sechs Stück und vor 30 Jahren.

Geschrieben von: xena 26. Aug 2016, 13:19

Kleiner Tip: Man kann/konnte den TS90 Turm auch einzeln kaufen und auf das bestellte Fahrzeug setzen lassen... wink.gif
Der TS90 Turm wurde damals ™ einzeln zur Verwendung mit allerlei Fahrzeugen vermarktet. Die Franzosen haben die meisten ihrer Türme einzeln vermarktet und tatsächlich wurden einige auch auf allerlei Fahrzeuge gesetzt.

Geschrieben von: Praetorian 26. Aug 2016, 13:32

ZITAT(xena @ 26. Aug 2016, 14:19) *
Kleiner Tip: Man kann/konnte den TS90 Turm auch einzeln kaufen und auf das bestellte Fahrzeug setzen lassen... wink.gif
Der TS90 Turm wurde damals ™ einzeln zur Verwendung mit allerlei Fahrzeugen vermarktet. Die Franzosen haben die meisten ihrer Türme einzeln vermarktet und tatsächlich wurden einige auch auf allerlei Fahrzeuge gesetzt.

Kleiner Tip: das ist mir klar.
Hast du etwas Substantielles zum Thema beizutragen? Sprich, war Saudi-Arabien Kunde?

Geschrieben von: xena 26. Aug 2016, 17:19

Klar habe ich was substantielles. Und klar war SA Kunde. Die Saudis kaufen keine Basteleien. Das Projekt lief ursprünglich bei MOWAG unter der Bezeichnung AGV-90 und der Piranha mit TS-90 Turm von Giat wurde 1986 vorgestellt. Diese wurde auch als LAV-AGS Variante dem USMC angeboten. Kurz danach auch mit dem Cockerill LCTS 90 Turm.

Die Saudis haben die Version mit TS-90 Turm bestellt (geliefert von GM Canada), Katar die Version mit LCTS 90 Turm (geliefert von Alvis). Die katarische Version müsste noch mit der Cockerill Mk.7 ausgestattet sein, die der originalen Mecar Kenerga Kanone entspricht, denn die aktuelle Mk.8 kam ja etwas später. SA kaufte dann auch die LCTS Version, somit haben sie beide 90mm Muster im Bestand. Auch wenn sie von GM of Canada hergestellt wurden, so würde ich sie nicht als LAV bezeichnen, denn sie haben einige Unterschiede, andere Rüstsätze und sie sind nicht schwimmfähig.

MOWAG hat die Piranha Familie mit x Türmen vorgeführt und getestet. Nicht alles ist Bastellei, eher im Gegenteil. Wer MOWAG bestellt, dürfte die Dinger so bekommen haben, wie sie auf dem Hof stehen.

(Quelle: Jane's Armour and Artillery 2001)

Geschrieben von: Kiebitz 29. Aug 2016, 22:14

https://m.youtube.com/watch?v=EUxe8BIgSfY

Ich sehe G36, FLIR Recon B2-FO, was noch?


Geschrieben von: Nite 29. Aug 2016, 22:28

Kurios sind die AR15 (mindestens 2); sehen mir ganz nach M231 Firing Port Weapon aus.


Bei den Amerikanern wurden die im Bradley bis zur Version A1 genutzt (sind mit dem Upgrade auf A2 obsolet geworden). Weiß jemand für was die bei den Saudis in Gebrauch sind?

Nebenbei sollten zumindest das G3A4 und das MG3 ins Auge fallen wink.gif

Geschrieben von: Warhammer 30. Aug 2016, 03:01

Im Zweifelsfall haben die Saudis die bei ihren Bradleys mitgekauft und werden jetzt halt aufgebraucht.

Geschrieben von: revolution 10. Sep 2016, 09:37

Vor etwa 6 Monaten wurde der Iran von einem amerikanischen Gericht zur Zahlung von Kompensationen für die 9/11 Anschläge in Höhe von 10,5 Milliarden USD verurteilt.
Was ziemlich seltsam ist, nachdem beinahe alle Attentäter Saudische Staatsbürger waren und sich die Drahtzieher im Umfeld von Osama bin Laden befanden, welche sich dazu bekannten und genau dafür auch verfolgt und getötet wurden.

ZITAT
Iran Told to Pay $10.5 Billion to 9/11 Kin, Insurers

Iran was ordered by a U.S. judge to pay more than $10.5 billion in damages to families of people killed in the Sept. 11, 2001, terrorist attacks and to a group of insurers.

U.S. District Judge George Daniels in New York issued a default judgment Wednesday against Iran for $7.5 billion to the estates and families of people who died at the World Trade Center and Pentagon. It includes $2 million to each estate for the victims’ pain and suffering plus $6.88 million in punitive damages.

Daniels also awarded $3 billion to insurers including Chubb Ltd. that paid property damage, business interruption and other claims.

Earlier in the case, Daniels found that Iran had failed to defend claims that it aided the Sept. 11 hijackers and was therefore liable for damages tied to the attacks.
https://www.newsmax.com/Newsfront/iran-ordered-pay-911/2016/03/09/id/718362/


Nun die völlig "neue" Idee aus dem US Repräntantenhaus, dass es nun 15 Jahre nach den Anschlägen auch möglich werden soll, Ermittlungen gegen Saudi Arabien aufzunehmen. Der Spiegel geht jedoch davon aus, dass dieser Gesetzesentwurf von der Regierung aus sicherheitsgründen mit einem Veto geblockt wird:

ZITAT
Repräsentantenhaus stimmt 9/11-Klagen gegen Saudi-Arabien zu

Das US-Repräsentantenhaus hat einem Gesetzentwurf zugestimmt, der Klagen von Opferfamilien der Terroranschläge vom 11. September 2001 gegen Saudi-Arabien ermöglicht.

Bereits im Mai hatte der Senat dem Entwurf zugestimmt. Das Gesetz würde die Immunität von Staaten aufheben, die in Terroranschläge auf amerikanischem Boden verwickelt sein sollen. Einige Angehörige der 9/11-Opfer werfen Saudi-Arabien eine Verwicklung vor. Das Land hat jede Mitverantwortung für die Angriffe der Terrorgruppe al-Qaida vor 15 Jahren zurückgewiesen.

Präsident Barack Obama muss das Gesetz noch unterschreiben. Er hatte jedoch bereits vor Monaten sein Veto angekündigt. Das Weiße Haus fürchtet, dass amerikanische Bürger im Ausland durch das Gesetz Risiken ausgesetzt werden könnten.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/usa-repraesentantenhaus-stimmt-9-11-klagen-gegen-saudi-arabien-zu-a-1111731.html

Geschrieben von: schießmuskel 10. Sep 2016, 12:11

Was genau soll der Iran mit 9/11 zu tun haben? Auch Saudi Arabien erschließt sich mir nicht. Ein Staat ist nicht für das kriminelle oder terroristische Verhalten seiner Bürger verantwortlich. Ansonsten kann man auch Deutschland verklagen für die diversen Jihadisten mit deutscher Staatsbürgerschaft, welche in Syrien und im Irak ihr Unwesen treiben.

Geschrieben von: xena 10. Sep 2016, 13:52

Und überhaupt, man kann alle möglichen Länder verklagen. Ich glaube, da gingen mit den Richtern die Gäule durch. Vielleicht will man damit bisher eingefrorenes Geld (seit der Revolution) endgültig behalten, weil man es eh schon verbraten hat und es nun mit den neuen Einigungen mit dem Iran zurück geben müsste?

Jedenfalls gibt das kein gutes Licht auf die angebliche Unabhängigkeit amerikanischer Gerichte und ihr Urteilsvermögen.

Geschrieben von: goschi 10. Sep 2016, 14:00

Das war ein Bezirksrichter, das Urteil hat ergo schlicht keine Relevanz.
Bezirksgerichte fällen überall in der westlichen Welt zwischendurch mal obskure Urteile, die grossmehrheitlich von der nächsten Instanz kassiert werden, dafür gibt es ja die nächsten Instanzen.

Geschrieben von: Schwabo Elite 10. Sep 2016, 14:24

Auch außerhalb der westlichen Welt ist das so. Und bei den Bezirksgerichten fällt im US-System besonders auf, dass Richter eben nicht Karrierewege beschreiten und sich intern qualifizieren müssen, sondern dass auch dies ein Wahl- oder Ernennungsamt sein kann. Sprich, in Far Away Hill County wird eben Richter, wer verfügbar und willens ist. Nicht, wer sich per gutem Abschluss dafür qualifiziert hat.

Geschrieben von: xena 10. Sep 2016, 14:31

Nach dem schrägen Justizsystem der Amis könnte dieser unbedeutende Richterspruch aber irgend wann später als Prezidenz hergenommen werden, wenn es nicht vorher von einem höheren Gericht wieder einkassiert wird. Das kann passieren, wenn es als kleines Bezirksgericht kaum Beachtung bekommt und das Urteil in der Versenkung verschwindet um dann später doch wieder von einem gewieften Anwalt hervorgeholt zu werden.

Geschrieben von: schießmuskel 10. Sep 2016, 17:09

So wie es aber in der Quelle steht, ist es ja nicht das Bezirksgericht von last hillbilly county, sondern der Mist ist im Repräsentantenhaus gewachsen. Das Hillbilly county Bezirksgericht hat nur das verfolgt was auf Bundesebene durchgewunken wurde.

Geschrieben von: goschi 10. Sep 2016, 17:19

Die beiden von revolution geposteten Artikel haben nichts miteinander zu tun.

Geschrieben von: Nite 10. Sep 2016, 17:19

Nur dass es bei dem Bezirksgerichtsurteil um den Iran geht und dem Beschluss des Repräsentantenhauses um Saudi-Arabien...

Geschrieben von: revolution 10. Sep 2016, 17:50

Die Artikel haben insofern erst mal gemein, als dass ich sie miteinander verknüpft habe. In der Sache liegt die Verknüpfung darin, dass Kräfte in den USA vorsichtige Wege in Richtung Ermöglichung von 9/11-Ermittlungen gegen Saudi Arabien einleiten, obwohl andere Interessensgruppen in den USA den Iran bereits erfolgreich als den Schuldigen für 9/11 rechtskräftig verknackt haben. Und da die USA offenbar aus Sicherheitsgründen keine Ermittlungen gegen Saudi Arabien aufnehmen möchten, ist es so wie es ist, vermutlich auch am Einfachsten.

Nur, wenn es doch jetzt seit 6 Monaten -und sei es bei einem "Bezirksgericht" (das dafür zuständige in New York)- bewiesen ist, warum hat das dann keine diplomatischen Konsequenzen? Die USA müssten doch eigentlich folgerichtig Kriegsvorbereitungen einleiten. Den Sicherheitsrat anrufen. Die NATO zu einem Krisengipfel herbeirufen. Was auch immer.

Geschrieben von: schießmuskel 10. Sep 2016, 18:09

Kriegsvorbereitungen treffen und den Sicherheitsrat bzw. die Nato alarmieren, wegen dem Urteil eines Bezirksgerichts?

Ich glaube die verwechselst die Kompetenzen der Judikative und der Exikutive. Die Gewalten sind unabhängig von einander, das heisst selbsz wenn das oberste Verfassungsgericht den Iran als schuldigen für 9/11 verurteilt, muss die Regierung daraus keine Konsequnezen ziehen.

Geschrieben von: revolution 10. Sep 2016, 19:38

Ich weise darauf hin, dass wir nicht von einer Ordnungswidrigkeit sprechen, sondern um staatlich geförderten Terrorismus mit tausendfacher Todesfolge auf amerikanischem Boden. Es wäre neu für mich, dass man sowas mit einem Scheck über 10.5 Mrd. Dollar begleicht und es dann abhakt. Dein Erklärungsversuch über die Gewaltenteilung erscheint mir dünn. confused.gif Zumal dies von jeder zukünftigen US Regierung aufgegruffen werden könnte, wenn wir zumindest in diesem Punkt Einigkeit erzielen. Und das bedeutet für mich dass hier ein gewaltiges Pulverfass lagert.

Geschrieben von: Camouflage 10. Sep 2016, 20:05

*hust* Zivilrecht ...

Geschrieben von: mr.trigger 12. Sep 2016, 08:27

ZITAT(xena @ 10. Sep 2016, 15:31) *
Nach dem schrägen Justizsystem der Amis könnte dieser unbedeutende Richterspruch aber irgend wann später als Prezidenz hergenommen werden, wenn es nicht vorher von einem höheren Gericht wieder einkassiert wird. Das kann passieren, wenn es als kleines Bezirksgericht kaum Beachtung bekommt und das Urteil in der Versenkung verschwindet um dann später doch wieder von einem gewieften Anwalt hervorgeholt zu werden.

Präzedenz wird von oben nach unten und bedingt horizontal geschaffen, nicht von unten nach oben. Gerichte müssen sich nicht zwingend an Präzedenzfälle halten, Gesetzesänderungen können Präzedenz nichtig machen und Präzedenz kann explizit verworfen werden. Die Bedeutung dieses Urteils ist für künftige Rechtsprechung ist also eher mager.


Geschrieben von: xena 12. Sep 2016, 14:58

Jetzt kommen auch saudische Verwicklungen zu 9/11 ans Licht.
http://www.zeit.de/politik/ausland/2016-07/usa-kongress-9-11-geheimdokument-saudi-arabien

Geschrieben von: Dave76 15. Sep 2016, 17:47

ZITAT
September 6: U.S. Central Command announces Yemen counterterrorism strikes

TAMPA, Fla. – The U.S. military conducted three counterterrorism strikes against al-Qa'ida in the Arabian Peninsula in the Shabwah Governorate in central Yemen. A strike on Aug. 24 killed four al-Qa'ida operatives, a strike on Aug. 30 killed three al-Qa'ida operatives, and a strike on Sept. 4 killed six al-Qa'ida operatives and injured one.

Strikes against al-Qa'ida in the Arabian Peninsula in Yemen put consistent pressure on the terrorist network and prevent them from plotting and executing attacks against U.S. persons, our homeland and allies.

AQAP remains a significant threat to the region, the United States and beyond. Al-Qa'ida's presence has a destabilizing effect on Yemen; it is using the unrest in Yemen to provide a haven from which to plan future attacks against our allies as well as the U.S. and its interests. The U.S. will not relent in its mission to degrade, disrupt and destroy al-Qa'ida and its remnants. We remain committed to defeating AQAP and denying it safe haven regardless of its location. Strikes conducted by the U.S. in Yemen continue to diminish AQAP's presence in the region.

http://www.centcom.mil/MEDIA/PRESS-RELEASES/Press-Release-View/Article/935957/september-6-us-central-command-announces-yemen-counterterrorism-strikes/

Geschrieben von: Nite 6. Oct 2016, 21:12

ZITAT
Proxies and politics: Why Iran funds foreign militias
Karim El-Bar
Thursday 6 October 2016 13:35 UTC
Last update: Thursday 6 October 2016 13:15 UTC

n wake of Arab Spring, Iran's backing of foreign militias has drawn much attention. Why is this support so central to Iranian foreign policy?
At a military parade commemorating the 36th anniversary of the Iran-Iraq War, the chief of the Iranian armed forces spoke clearly and bluntly. Tehran holds sway over five Arab countries.

Major General Mohammed Bagheri listed them as Lebanon, Yemen, Palestine, Syria, and Iraq.

Their enemy, as Foreign Minister Mohammad Javad Zarif controversially wrote in the New York Times last month, is Wahhabism, the ultraorthodox brand of Sunni Islam propagated by Saudi Arabia.

In some of these countries, like Lebanon, Iran has a long history. In others, such as Yemen, they have only recently involved themselves. The Palestinian cause, and by extension enmity to Israel, is a cornerstone of the theocratic regime’s domestic legitimacy.

In recent years, however, it has been Syria and Iraq that have dominated global headlines and Iranian foreign policy. Damascus and Baghdad, historically the twin capitals of the Sunni Islamic caliphate, are now under the control of predominately Shia Iran – a twist not lost on large swathes of the local population.

[...]

http://www.middleeasteye.net/essays/proxies-and-politics-why-iran-funds-foreign-militias-2124504867

Geschrieben von: revolution 8. Oct 2016, 16:45

Offenbar hohe zivile Opferzahl bei Luftangriff der Koalitionskräfte auf eine Trauerfeier in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa

ZITAT
Saudi-led airstrike hits funeral in Yemeni capital Sanaa, scores of casualties reported
Published time: 8 Oct, 2016 13:43
The Saudi-led coalition targeted a building hosting a Houthi funeral ceremony, killing 45 people, AP reports citing local officials. According to the outlet, military and security officials from the rebel movement are among the victims. The number of those injured has risen to 450, TASS reported, citing local SABA news agency reports.
https://www.rt.com/news/362037-yemen-blast-strike-killed/


ZITAT
Saudi-Led Coalition Airstrike Hits Yemen Funeral, 45 Killed
By THE ASSOCIATED PRESSOCT. 8, 2016, 11:15 A.M. E.D.T.
SANAA, Yemen — Yemeni security and medical officials say at least 45 people have been killed in a Saudi-led coalition airstrike that targeted a funeral hall in the capital, Sanaa.
The officials say at least another 100 have been wounded in the Saturday strike.
http://www.nytimes.com/aponline/2016/10/08/world/middleeast/ap-ml-yemen.html?_r=0


ZITAT
#Breaking BLOODIEST Attack: 300+ civilians killed & injured by 4 Saudi airstrike attacks on funeral hall in #Yemen capital #Sanaa.
https://twitter.com/YemenPostNews/status/784758638690889728


Möglicherweise die Rache für die schweren Verluste der letzten Tage?

Geschrieben von: Nobody is perfect 8. Oct 2016, 19:08

In der Zwischenzeit sind wir bei mindestens 700 Verwundeten und Toten. In der Halle, in der die Kondolenzveranstaltung ablief, hielten sich ca. 2.000 Menschen während des Angriffes auf.

Die Halle ist komplett ausgebrannt, es steht nur noch das Gerippe. Die Leichen sind nur noch Holzkohlestücke. Die Bilder verlinke ich nicht.

EDIT: Mehr als 155 Tote aktuell.


Geschrieben von: RanzigerHamburger 9. Oct 2016, 03:39

Habe ich letzter Zeit selten solch deutliche Worte von Seiten der USA gegenüber den Saudis gehört/gelesen

ZITAT
Statement by NSC Spokesperson Ned Price on Yemen

We are deeply disturbed by reports of today's airstrike on a funeral hall in Yemen, which, if confirmed, would continue the troubling series of attacks striking Yemeni civilians. U.S. security cooperation with Saudi Arabia is not a blank check. Even as we assist Saudi Arabia regarding the defense of their territorial integrity, we have and will continue to express our serious concerns about the conflict in Yemen and how it has been waged. In light of this and other recent incidents, we have initiated an immediate review of our already significantly reduced support to the Saudi-led Coalition and are prepared to adjust our support so as to better align with U.S. principles, values and interests, including achieving an immediate and durable end to Yemen's tragic conflict. We call upon the Saudi-led Coalition, the Yemeni government, the Houthis and the Saleh-aligned forces to commit publicly to an immediate cessation of hostilities and implement this cessation based on the April 10th terms.


https://www.whitehouse.gov/the-press-office/2016/10/08/statement-nsc-spokesperson-ned-price-yemen

Geschrieben von: Dave76 11. Oct 2016, 19:13

ZITAT
Mon Oct 10, 2016
Exclusive: As Saudis bombed Yemen, U.S. worried about legal blowback

By Warren Strobel and Jonathan Landay

The Obama administration went ahead with a $1.3 billion arms sale to Saudi Arabia last year despite warnings from some officials that the United States could be implicated in war crimes for supporting a Saudi-led air campaign in Yemen that has killed thousands of civilians, according to government documents and the accounts of current and former officials.

State Department officials also were privately skeptical of the Saudi military's ability to target Houthi militants without killing civilians and destroying "critical infrastructure" needed for Yemen to recover, according to the emails and other records obtained by Reuters and interviews with nearly a dozen officials with knowledge of those discussions.

U.S. government lawyers ultimately did not reach a conclusion on whether U.S. support for the campaign would make the United States a "co-belligerent" in the war under international law, four current and former officials said. That finding would have obligated Washington to investigate allegations of war crimes in Yemen and would have raised a legal risk that U.S. military personnel could be subject to prosecution, at least in theory.

[...]

The previously undisclosed material sheds light on the closed-door debate that shaped U.S. President Barack Obama’s response to what officials described as an agonizing foreign policy dilemma: how to allay Saudi concerns over a nuclear deal with Iran - Riyadh's arch-rival - without exacerbating a conflict in Yemen that has killed thousands.

The documents, obtained by Reuters under the Freedom of Information Act, date from mid-May 2015 to February 2016, a period during which State Department officials reviewed and approved the sale of precision munitions to Saudi Arabia to replenish bombs dropped in Yemen. The documents were heavily redacted to withhold classified information and some details of meetings and discussion.

(A selection of the documents can be viewed here: http://tmsnrt.rs/2dL4h6L; http://tmsnrt.rs/2dLbl2S; http://tmsnrt.rs/2dLb7Ji; http://tmsnrt.rs/2dLbbIX)

An air strike on a wake in Yemen on Saturday that killed more than 140 people renewed focus on the heavy civilian toll of the conflict. The Saudi-led coalition denied responsibility, but the attack drew the strongest rebuke yet from Washington, which said it would review its support for the campaign to "better align with U.S. principles, values and interests."

The State Department documents reveal new details of how the United States pressed the Saudis to limit civilian damage and provided detailed lists of sites to avoid bombing, even as officials worried about whether the Saudi military had the capacity to do so.

State Department lawyers "had their hair on fire" as reports of civilian casualties in Yemen multiplied in 2015, and prominent human rights groups charged that Washington could be complicit in war crimes, one U.S. official said. That official and the others requested anonymity.

During an October 2015 meeting with private human rights groups, a State Department specialist on protecting civilians in conflict acknowledged Saudi strikes were going awry.

"The strikes are not intentionally indiscriminate but rather result from a lack of Saudi experience with dropping munitions and firing missiles," the specialist said, according to a Department account of the meeting.

"The lack of Saudi experience is compounded by the asymmetric situation on the ground where enemy militants are not wearing uniforms and are mixed with civilian populations," he said. "Weak intelligence likely further compounds the problem."

The Saudi government has called allegations of civilian casualties fabricated or exaggerated and has resisted calls for an independent investigation. The Saudi-led coalition has said it takes its responsibilities under international humanitarian law seriously, and is committed to the protection of civilians in Yemen. The Saudi embassy in Washington declined further comment.

In a statement issued to Reuters before Saturday's attack, National Security Council spokesman Ned Price said, "U.S. security cooperation with Saudi Arabia is not a blank check. ... We have repeatedly expressed our deep concern about airstrikes that allegedly killed and injured civilians and also the heavy humanitarian toll paid by the Yemeni people."

The United States continues to urge the Kingdom to take additional steps to avoid "future civilian harm," he added.

[...]

The White House convened a meeting in August 2015 on how best to engage the Saudis over rising civilian casualties, the emails show, in a sign of mounting concern over the issue. That same month, State Department officials gathered to discuss how to track those casualties.

In late January 2016, Deputy Secretary of State Antony Blinken chaired a meeting with officials across the department in part to discuss "Options to limit U.S. exposure to LOAC (Law of Armed Conflict) concerns," according to a Blinken aide's email.

The Law of Armed Conflict, a group of international laws and treaties, prohibits attacks on civilians and requires combatants to minimize civilian death and damage.

While preserving military ties with Riyadh, the Obama administration has tried to reduce civilian casualties by providing the Saudis with "no-strike lists" of targets to avoid, dispatching to Saudi Arabia a U.S. expert on mitigating civilian casualties and pressing for peace talks, the officials said.

"If we’re going to be supporting the coalition, then we have to accept a degree of responsibility for what’s happening in Yemen and exercise it appropriately," a senior administration official said.

One no-strike list, called "The Overlay," was delivered to the Saudis in mid to late 2015. It included water and electrical facilities and infrastructure vital to delivering humanitarian aid, a second senior official said.

[...]

Kompletter Artikel:
http://www.reuters.com/article/us-usa-saudi-yemen-idUSKCN12A0BQ?utm_source=Twitter&utm_medium=Social

Geschrieben von: Dave76 13. Oct 2016, 11:50

ZITAT
Attacken auf US-Kriegsschiffe

USA greifen Radarstationen im Jemen an

Die USA haben für den Beschuss ihrer Kriegsschiffe durch jemenitische Rebellen Vergeltung geübt: Laut US-Verteidigungsministerium beschoss ein Zerstörer drei Radarstationen an der Küste mit Marschflugkörpern.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/attacken-auf-us-kriegsschiffe-usa-greifen-radarstationen-im-jemen-an-a-1116377.html

Geschrieben von: revolution 14. Oct 2016, 20:26

Galt der Angriff einer jemenitischen S-200 Stellung? https://youtu.be/18U_e06yE2Y

Geschrieben von: Kameratt 14. Oct 2016, 20:36

Das sind alte Aufnahmen nach einem saudischen Angriff auf eine S-75-Stellung.

https://www.youtube.com/watch?v=FmOc2XDKOn8

Geschrieben von: revolution 14. Oct 2016, 20:44

Ah, vielen Dank!

Geschrieben von: xena 15. Oct 2016, 03:55

Auch um Yemen herum wird es interessant:
http://observer.com/2016/10/boatload-of-trouble-the-us-and-iran-set-course-for-a-battle-at-sea/

Geschrieben von: revolution 17. Oct 2016, 18:38

ZITAT
Boatload of Trouble: The US and Iran Set Course for a Battle at Sea
By Micah Halpern • 10/14/16 2:10am

The United States and the Sunnis, each for their own reasons, cannot permit Bab el Mandeb to fall into Iranian hands, which would exponentially increase Tehran’s power.

And so, in response to Iran’s moves in the area, the United States moved several naval vessels to the area.

A US Naval destroyer, the USS Mason, was patrolling in the area of the Strait of Bab el Mandeb when it was attacked by two Houthi missiles. According to the Pentagon briefing this was not merely a test or a simple misfire. It was an outright attack against a US ship that fortunately missed.

In response, the US struck three Iranian-operated radar stations in Yemen that were aiding the Houthi. Pentagon spokesman Peter Cook made it very clear that the US strikes against the Houthi were defensive and in response to the near miss on the USS Mason. Cook said: “These limited self-defense strikes were conducted to protect our personnel, our ships, and our freedom of navigation.” He continued, “The United States will respond to any further threat to our ships and commercial traffic, as appropriate.”

Now Iran has dispatched not one but two war ships, the Alvand and the Bushehr, to the region. Tasnim, the semi-official Iranian news agency reported on October 13 that the Iranian naval ships were sent as a check against rising pirate activity in area. Really. The report read: “Iran’s Alvand and Bushehr warships have been dispatched to the Gulf of Aden to protect trade vessels from piracy.”

There was, of course, no mention in the semi-official announcement that the Iranian warships were dispatched a mere two hours after the radar stations were struck by the US cruise missiles.
http://observer.com/2016/10/boatload-of-trouble-the-us-and-iran-set-course-for-a-battle-at-sea/


Wenn die beiden iranischen Schiffe bereits zwei Stunden nach der Zerstörung der drei Radaranlagen im Jemen in Richtung Bab el Mandeb ausgelaufen sein sollen, dann besteht entweder kein direkter Zusammenhang oder bei den Iranern brannte 2 Stunden so riiiiichtig der Baum...

mata.gif

Ich glaube eher, dass die Presse hier einen Zusammenhang herstellt, weil es sich gut verkauft. Die Iranische Marine wird in der Region schlicht wiederholt und routinemäßig Präsenz zeigen und danach auch wieder weiterfahren, angeblich sogar bis Südafrika, falls es die Verhältnisse erlauben.

Geschrieben von: SailorGN 17. Oct 2016, 18:44

2 Stunden wären echt gut^^

Aber die Iraner wissen sicher genau, dass im Falle Jemens die USA ihre wertvollsten "Verbündeten" sein können smile.gif Die USA dürften kein Interesse haben, in den Konflikt hineingezogen zu werden und der Iran sollte sich eigentlich bewusst sein, dass er im Jemen diplomatisch gesehen noch am ehesten bei den Amis punkten kann (diese Punkte sind dann wieder gut in Syrien investiert). Da der Iran schon öfters in der Region unterwegs war gehe ich von einer "Standardmission" aus... vieleicht nimmt man medienwirksam nahe der Amis ein paar "Piraten" hops.

Geschrieben von: Dave76 26. Oct 2016, 17:05

ZITAT
September 28: Two strikes in Yemen kill four terrorists

TAMPA, Fla. – The U.S. military successfully struck two al-Qa'ida targets in central Yemen in the past week.

One strike, in the Marib Governorate Sept. 20, killed two operatives of al-Qa'ida in the Arabian Peninsula.

Another strike, Sept. 22 in the al Baydah Governorate, killed two other al- Qa'ida operatives.

"These were al-Qa'ida operatives who continue to support their organization's destabilizing effects in Yemen," said Army Maj. Josh T. Jacques, U.S. Central Command spokesman. "U.S. Central Command continues to protect the U.S., its allies and partners from these threats by denying Yemen as a haven for AQAP."

The USCENTCOM mission is to direct and enable military operations and activities with allies and partners to increase regional security and stability in support of enduring U.S. interests.

USCENTCOM will not relent in its mission to degrade and defeat al-Qa'ida and its remnants, Jacques said. Al-Qa'ida and its associated movements remain a significant threat.

http://www.centcom.mil/MEDIA/PRESS-RELEASES/Press-Release-View/Article/958009/september-28-two-strikes-in-yemen-kill-four-terrorists/


ZITAT
October 4: Terrorist killed in Yemen strike

TAMPA, Fla. - The U.S. military successfully struck an al Qa'ida target in the Arabian Peninsula, Sept. 29, in a remote area of Al Baydah Governate, Yemen, injuring one terrorist and killing another.

"The United States is committed to supporting security and stability in the region," said Army Maj. Josh T. Jacques, U.S. Central Command spokesman. "We will take every measure available to degrade their ability to conduct operations."

"Airstrikes carried out by the U.S. and coalition partners hinder AQAP's ability to freely move throughout Yemen." Jacques said. "Anyone who chooses to involve themselves with AQAP accepts the risks of supporting terrorism."

http://www.centcom.mil/MEDIA/PRESS-RELEASES/Press-Release-View/Article/964254/october-4-terrorist-killed-in-yemen-strike/

ZITAT
Terrorists killed in U.S. Strike
Oct. 21, 2016

TAMPA, Fla. - The U.S. military successfully struck two targets in central Yemen, killing eight al-Qa'ida terrorists in the Arabian Peninsula.

One strike Oct. 6 killed two terrorists in a remote area of the Shabwah Governorate.
A second strike Oct. 18 killed six terrorists also in a remote area of the Shabwah Governorate.

"Al-Qa'ida in the Arabian Peninsula remains a significant threat to the region and to the United States," said Army Maj. Josh T. Jacques, U.S. Central Command spokesman. "Al-Qa'ida's presence has a destabilizing effect on Yemen, and we are working to deny them a haven from which to plan future attacks."

http://www.centcom.mil/MEDIA/PRESS-RELEASES/Press-Release-View/Article/982509/terrorists-killed-in-us-strike/

Geschrieben von: revolution 1. Nov 2016, 07:35

ZITAT
31.10.2016 20:58 Uhr
Nach zweieinhalb Jahren politischer Krise hat der Libanon wieder einen Staatschef. Das Parlament wählte Ex-General Michel Aoun am Montag zum Präsidenten.

Nach fast zweieinhalb Jahren ohne Präsident hat der Libanon wieder ein Staatsoberhaupt. Das Parlament wählte den Ex-General Michel Aoun am Montag im vierten Wahlgang zum Präsidenten. Der 81-jährige maronitische Christ ist zwar ein Verbündeter der mächtigen Schiitenmiliz Hisbollah, er erhielt aber auch die Unterstützung des sunnitischen Ex-Ministerpräsidenten Saad Hariri. Diesen dürfte Aoun im Gegenzug nun wieder zum Regierungschef ernennen.

Für den ehemaligen Armeechef Aoun stimmten 83 Abgeordnete, wie Parlamentspräsident Nabih Berri mitteilte. 36 enthielten sich der Stimme, acht Stimmzettel waren ungültig.
Hariri erklärte, seine Unterstützung für Aoun sei notwendig, um "den Libanon zu schützen, das politische System zu schützen, den Staat und das libanesische Volk zu schützen". Überraschend war, dass sich für Aouns Kandidatur auch ein weiterer seiner größten Rivalen, Samir Geagea, aussprach. Dieser ist Chef der christlichen Miliz Libanesische Streitkräfte (FL).

Der Libanon ist seit Jahren politisch gelähmt. Das Parlament ist tief gespalten zwischen einem von den USA und Saudi-Arabien unterstützten Lager um Hariri und einem von der Hisbollah angeführten Block, der vom Iran und Syrien unterstützt wird. Hariri war bereits von 2009 bis 2011 Ministerpräsident.

http://www.donaukurier.de/nachrichten/topnews/Libanon-Praesident-Wahlen-Parlament-Nach-zweieinhalb-Jahren-hat-der-Libanon-wieder-einen-Praesidenten;art154776,3284854#plx953168789

Geschrieben von: revolution 23. Dec 2016, 09:38

Ich glaube wir haben keinen Thread für den Jemen...

ZITAT
UNICEF: Malnutrition in Yemen at an all time high
By Paul Antonopoulos - 12/12/20164


The United Nations International Children’s Emergency Fund (UNICEF) has said that the highest ever recorded rates of malnutrition kids in Yemen comes as Saudi Arabia continues with aggression against the country.

UNICEF said in a report on Monday that nearly 2.2 million children in the impoverished country need immediate care because of acute malnutrition, with 1.7 million alreaady suffering from moderate acute malnutrition.

This is an increased figure of almost 200% from the 2014 recordings.
https://www.almasdarnews.com/article/unicef-malnutrition-yemen-time-high/

Geschrieben von: Schwabo Elite 23. Dec 2016, 11:07

ZITAT(revolution @ 23. Dec 2016, 09:38) *
Ich glaube wir haben keinen Thread für den Jemen...


Nicht spezifisch, nein. Die Erfahrung war ja, dass eh alles überschwappt und hin- und hergezerrt wird. Wir gliedern jetzt bei Bedarf mehr aus.

Geschrieben von: Dave76 30. Jan 2017, 17:34

ZITAT
U.S. Commando Killed in Yemen in Trump’s First Counterterrorism Operation

JAN. 29, 2017

WASHINGTON — One American commando was killed and three others were wounded in a fierce firefight early Sunday with Qaeda militants in central Yemen, the military said on Sunday. It was the first counterterrorism operation authorized by President Trump since he took office, and the commando was the first United States service member to die in the yearslong shadow war against Al Qaeda’s Yemen affiliate.

Members of the Navy’s SEAL Team 6 carried out the surprise dawn attack, and the military said that about 14 Qaeda fighters were killed during a nearly hourlong battle. A Qaeda leader — a brother-in-law of Anwar al-Awlaki, the American-born cleric and top Qaeda leader in Yemen, who died in a drone strike in 2011 — was believed to have been killed.

After initially denying that there were any civilian casualties, American officials said they were assessing reports that women and children had died in the attack.

The military’s Joint Special Operations Command had been planning the mission for months, according to three senior American officials. Obama administration aides had deliberated extensively over the proposed operation, weighing the value of any information that might be recovered against the risk to the Special Operations forces plunging into hostile territory. But administration officials ultimately opted to hand the decision on the mission to their successors.
Continue reading the main story

Mr. Trump, who has vowed to increase pressure on militant groups worldwide, was quickly persuaded that the rewards were worth the gamble, and he authorized the mission last week, military officials said. Commandos waited for a moonless evening on Saturday to exploit their advantage of fighting at night.

As helicopter gunships and armed Reaper drones provided cover, the commandos carried out the attack against the home of the Qaeda leader in the rugged mountainous region of Bayda Province, a part of Yemen that has been a focal point of United States military operations over the past month. The main target was computer materials inside the house that could contain clues about future terrorist plots.

In a statement on Sunday, Mr. Trump called the raid “successful” and said that it had captured “important intelligence that will assist the U.S. in preventing terrorism against its citizens and people around the world.” He also lamented the loss of the American service member “in our fight against the evil of radical Islamic terrorism.”

The military’s Central Command said in an earlier statement on Sunday that “similar operations have produced intelligence on Al Qaeda logistics, recruiting and financing efforts.” In previous raids in Iraq, Syria and Somalia, commandos have recovered laptop computers, thumb drives and cellphones that yielded important information about militant leaders’ locations, activities and associates.

A United States military aircraft helping with the operation experienced a “hard landing” near the site of the raid, resulting in injuries to two other service members, military officials said. That aircraft, identified by a senior American official as an Osprey that was evacuating the troops wounded in the firefight, was unable to fly after the landing and was deliberately destroyed by American airstrikes. The wounded troops and the Osprey’s crew were lifted to safety by another American aircraft.

American officials and analysts said the Qaeda leader who was believed to have been killed was Abdulrauf al Dhahab.

[...]

https://www.nytimes.com/2017/01/29/world/middleeast/american-commando-killed-in-yemen-in-trumps-first-counterterror-operation.html?_r=0



ZITAT
Servicemember killed in raid on al-Qa’ida headquarters in Yemen

TAMPA, Fla. – One U.S. servicemember died of wounds suffered in a raid against al-Qa’ida in the Arabian Peninsula in Yemen, Jan. 28.

“We are deeply saddened by the loss of one of our elite servicemembers,” said Commander of U.S. Central Command Gen. Joseph Votel. “The sacrifices are very profound in our fight against terrorists who threaten innocent peoples across the globe.”

Three U.S. servicemembers were wounded in the raid.

A U.S. military aircraft assisting in the operation experienced a hard landing at a nearby location, resulting in an additional U.S. injury. That aircraft was unable to fly after the landing. The aircraft was then intentionally destroyed in place.

The operation resulted in an estimated 14 AQAP members being killed and the capture of information that will likely provide insight into the planning of future terror plots.

This is one in a series of aggressive moves against terrorist planners in Yemen and worldwide. Similar operations have produced intelligence on al-Qa’ida logistics, recruiting and financing efforts.

The name of the servicemember killed in action is being withheld pending next of kin notification.

http://www.centcom.mil/MEDIA/PRESS-RELEASES/Press-Release-View/Article/1063707/servicemember-killed-in-raid-on-al-qaida-headquarters-in-yemen/

Geschrieben von: revolution 30. Jan 2017, 22:40

Volltreffer auf Saudische Fregatte
https://youtu.be/7d8FjamvkX0

Geschrieben von: xena 31. Jan 2017, 00:19

Wenn das so weiter geht, werden die Saudis wohl bald Probleme bekommen Contractors (also Seeleute) für ihre Schiffe zu bekommen...

Geschrieben von: Glorfindel 31. Jan 2017, 11:15

Die Frage stellt sich etwas, ob das eine Antischiffslenkwaffe war oder (was ich eher glaube) eine Aktion mit einem Kamikazeboot. Das Video scheint geschnitten zu sein und ich meine, man sieht ein Boot kurz vor der Detonation.

Geschrieben von: der_finne 31. Jan 2017, 12:36



Gibt auch Posts im Schiffsforum dazu.

Geschrieben von: Dave76 4. Feb 2017, 13:03

ZITAT
U.S. Central Command statement on Yemen raid

February 1, 2017

A team designated by the operational task force commander has concluded regrettably that civilian non-combatants were likely killed in the midst of a firefight during a raid in Yemen Jan. 29. Casualties may include children.

The ongoing credibility assessment seeks to determine if there were any still-undetected civilian casualties in the ferocious firefight that also claimed the life of Navy Seal Team Chief Special Warfare Operator William “Ryan” Owens and wounded three other U.S. service members.

The known possible civilian casualties appear to have been potentially caught up in aerial gunfire that was called in to assist U.S. forces in contact against a determined enemy that included armed women firing from prepared fighting positions, and U.S. special operations members receiving fire from all sides to include houses and other buildings.

This complex situation included small arms fire, hand grenades and close air support fire. Analysts are carefully assessing whether additional non-combatant civilians that were not visible to the assault force at the time were mixed in with combatants.

The raid resulted in the seizure of materials and information that is yielding valuable intelligence to help partner nations deter and prevent future terror attacks in Yemen and across the world.

“Al-Qa’ida in the Arabian Peninsula has a horrifying history of hiding women and children within militant operating areas and terrorist camps, and continuously shows a callous disregard for innocent lives,” said Col. John J. Thomas, U.S. Central Command spokesman.

“That’s what makes cases like these so especially tragic.”

http://www.centcom.mil/MEDIA/PRESS-RELEASES/Press-Release-View/Article/1068267/us-central-command-statement-on-yemen-raid/

Geschrieben von: Schwabo Elite 6. Feb 2017, 10:01

Möglicherweise, bzw. anscheinend wurde eine Militärbasis in Riyadh von einer ballistischen Rakete getroffen. Die Rakete soll aus dem Jemen abgefeuert worden sein. Bislang berichten allerdings mehrheitlich iranische und jemenitische Nachrichtenagenturen darüber. Die Quellenlage ist daher unübersichtlich bis ungalubwürdig.

Links:
http://www.presstv.ir/Detail/2017/02/06/509301/yemen-saudi-arabia-riyadh-ballistic-missile
https://www.almasdarnews.com/article/breaking-ballistic-missile-strikes-riyadh-saudi-arabia/

Geschrieben von: Glorfindel 6. Feb 2017, 10:34

ZITAT(Schwabo Elite @ 6. Feb 2017, 10:01) *
Möglicherweise, bzw. anscheinend wurde eine Militärbasis in Riyadh von einer ballistischen Rakete getroffen. Die Rakete soll aus dem Jemen abgefeuert worden sein. Bislang berichten allerdings mehrheitlich iranische und jemenitische Nachrichtenagenturen darüber. Die Quellenlage ist daher unübersichtlich bis ungalubwürdig.

Links:
http://www.presstv.ir/Detail/2017/02/06/509301/yemen-saudi-arabia-riyadh-ballistic-missile
https://www.almasdarnews.com/article/breaking-ballistic-missile-strikes-riyadh-saudi-arabia/

Wenn das wirklich so wäre, dann würden die jemenitischen Streitkräfte über Mittelstreckenraketen verfügen, mit einer Reichweite von über 1000 Kilometer. Unmöglich vielleicht nicht, aber eher unwahrscheinlich.

Geschrieben von: Schwabo Elite 6. Feb 2017, 11:21

Ja und nein. Ich halte den ganzen Vorfall für dubios bis unbestätigt, wie auch geschrieben. Aber die jemenitischen Streitkräfte verfügen über Eigenproduktionen der Scud-D, die im Grundtyp eine Reichweite von 800 km hat. Je nachdem, wie man "Militärbasis in Riyadh" auslegt - das können auch mal 50-100 km und eine Basis "bei" Riyadh sein, und von wo die Rakete abgeschossen wurde, ist es durchaus im Bereich des möglichen mit einer Scud-D so weit nach Saudi Arabien hinein zu feuern.

Vorausgesetzt, es gab über haupt eine Explosion im Großraum Riyadh, die von einer Rakete stammen könnte. Die überregionalen und vor allem freien Medien berichten immer noch nichts.

Kurzer Nachtrag mit Link zu Wikipedia, die jemenitischen Kräfte haben bereits im Oktober 2016 die King Fahad Air Base bei Taif bombadiert. Das sind allerdings nur 520 km in saudisches Gebiet hinein. Link: https://en.wikipedia.org/wiki/Scud#1994_Yemen_civil_war_and_2015.E2.80.932016_Yemen.E2.80.93Saudi_War


Geschrieben von: Glorfindel 6. Feb 2017, 11:59

Ich habe das einmal nachgemessen. Der angegriffene Ort soll bei Al Muzahimiyah, rund 40 Kilometer westlich von Riad liegen. Von einem Luftwaffenstützungpunkt, welcher sich in der Hand der Huthi befindet, an der nordjemenitischen Grenze wäre dies eine Distanz von etwas mehr als 800 Kilometer. Das könnte mit der jemenitischen Borkan (Scud-basiert) vielleicht gerade noch erreichbar.

Geschrieben von: Hummingbird 6. Feb 2017, 12:02

Von Riad Zentrum bis dorthin wo die jemenitische Grenze mal war, sind es gerade mal 700 km. Ist auch nicht so das der Einsatz ballistischer Raketen in diesem Krieg eine Neuerscheinung wäre. Ich hatte dazu mal einen guten Artikel gelesen, der vermutlich auf dieser Auflistung basierte: https://missilethreat.csis.org/missile-war-yemen/

Ich finde den leider gerade nicht wieder. Gegebenenfalls werde ich den nachreichen.

Geschrieben von: Hummingbird 6. Feb 2017, 12:59

ZITAT(revolution @ 30. Jan 2017, 22:40) *
Volltreffer auf Saudische Fregatte
https://youtu.be/7d8FjamvkX0
Das war ein Selbstmordangriff mit einem Schnellboot, wie sich mittlerweile gezeigt hat: http://ara.tv/9t2ry

So hilflos hätte ich mir eine Fregatte nicht vorgestellt, aber ich verstehe auch nichts von Schiffen.



Geschrieben von: Schwabo Elite 7. Feb 2017, 11:39

Hat schon einen Grund, warum Schiffe seit Jahren vermehrt mit Marineleichtgeschützen und schweren MG ausgerüstet werden.

Geschrieben von: xena 7. Feb 2017, 17:11

Ist auch interessant zu beobachten, wie die Entwicklung bei der Bewaffnung von Schiffen immer wieder auf und ab geht. Verändert sich die politische Situation vergisst man die vorher gemachten Erfahrungen und fokusiert sich nur auf die veränderte Lage, als gäbe es nichts anderes. Dann ändert sich die Lage wieder und man steht ohne Schutz da und man fängt wieder an alte Weisheiten zu beachten... smile.gif

Geschrieben von: Schwabo Elite 7. Feb 2017, 19:27

ZITAT(xena @ 7. Feb 2017, 17:11) *
Ist auch interessant zu beobachten, wie die Entwicklung bei der Bewaffnung von Schiffen immer wieder auf und ab geht. Verändert sich die politische Situation vergisst man die vorher gemachten Erfahrungen und fokusiert sich nur auf die veränderte Lage, als gäbe es nichts anderes. Dann ändert sich die Lage wieder und man steht ohne Schutz da und man fängt wieder an alte Weisheiten zu beachten... smile.gif


Was heißt hier "man vergisst"? Man kann eben nicht alles gleichzeitig an Bord installieren oder ein Schiff für absolut wirklich jeden Fall bauen. wink.gif

Und das Wissen geht nicht "verloren", man speichert es für gewöhnlich im kulturellen Gedächtnis, also vorwiegend schriftlich ab, damit im kommunikativen Gedächtnis einer Berufsgruppe Platz ist für neue Diskurse. Aber es bleibt im kollektiven Gedächtnis natürlich trotzdem vorhanden. Man muss es nur wieder aktivieren.

Geschrieben von: Hummingbird 8. Feb 2017, 01:20

Die Huthi haben sich jetzt zu dem Raketenangriff nahe Riad bekannt und vor allem erklärt, das aufgrund "technischer Fortschritte" die saudische Hauptstadt nun in Reichweite liegt. "Größeres" soll bald folgen... Das ist wohl als Aufforderung gemeint, zweimal darüber nachzudenken, die nächste Trauerfeier zu bombardieren.

Geschrieben von: revolution 5. Mar 2017, 15:49



ZITAT
Jemen: Tausende protestieren gegen Bombardierungen der saudi-geführten Allianz
04.03.2017 - 13:30 Uhr

Tausende haben in Sanaa, der Hauptstadt Yemens gegen die Bombardierungen der saudisch-geführten Allianz demonstriert und gleichzeitig ihre Unterstützung für die Huthi-Rebllen ausgedrückt.

Seit dem März 2015 haben Saudi-Arabien und seine Allierten tausende Bombardierungen geflogen. Hashim Sharaf Aldin, ein Vertreter der Regierung der Huthi-Rebellen: "Während der letzten zwei Jahre dieser Aggression hat die Internationale Gemeinschaft geschwiegen.

Wir sehen eine Verschlechterung der gesundheitlichen und wirtschaftlichen Situation wegen dieser Belagerung, die verhindert, dass die jemenitische Gesellschaft mit Medikamenten versorgt werden kann. Aber wir leisten Widerstand - egal was auch passiert."

Im Jemen tobt ein erbitterter Bürgerkrieg zwischen Anhängern der vom Iran unterstützten schiitischen Huthi-Rebellen und Gruppen, die der international anerkannten Regierung nahestehen. Aden ist die provisorische Hauptstadt des verarmten arabischen Landes, die eigentliche Hauptstadt Sanaa und große Landesteile stehen unter Kontrolle der Rebellen befinden. Eine von Saudi-Arabien geführte Militärallianz bekämpft die Rebellen. Ihr Ziel ist es den Einfluss des Iran in der Region zurückzudrängen.
https://www.wp.de/video/jemen-tausende-protestieren-gegen-bombardierungen-der-saudi-gefuehrten-allianz-id209824793.html


ZITAT
04.03.2017
Der Jemen am Abgrund
Die vergessene Katastrophe

Im Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten schaut die Welt auf Syrien. Derweil spielt sich im Jemen eine ähnlich dramatische Tragödie ab. Die Vereinten Nationen warnen vor einer Hungerkatastrophe, das US-Militär intensiviert seine Angriffe auf Al-Qaida-Stellungen im Land.
Von Jürgen Stryjak

Die Truppen der international anerkannten Regierung von Abd Rabbo Mansour Hadi kämpfen erbittert gegen die Rebellen. Seit März 2015 werden sie dabei von Saudi-Arabien unterstützt, vor allem mit Angriffen aus der Luft.

Anfang Februar wird die Saudi-arabische Fregatte "Al-Medina" im Hafen von Jeddah empfangen. Kurz zuvor war sie an der jemenitischen Westküste von Huthi-Rebellen angegriffen worden.

"Mit unserer Militäroperation beweisen wir der Welt, dass Saudi-Arabien für Stabilität im Jemen sorgt", sagt General al-Bunyan, der Stabschef der Armee des Königreiches beim Empfang der Fregatte. Die Militäroperation heißt "Sturm der Entscheidung". Das sunnitische Saudi-Arabien sieht in den Huthi-Rebellen einen verlängerten Arm des schitischen Erzfeindes Iran.

Die jemenitische Huthi-Volksgruppe gehört zu den Zaiditen – also zu einer Sonderform unter den Schiiten, die den Sunniten im Jemen mindestens ebenso nahesteht wie den Schiiten im Iran. Die Huthis hatten sich anfangs auch vor allem gegen die Diskriminierung im eigenen Land erhoben. Der Konflikt hat innerjemenitische Wurzeln. Aber der konfessionelle Blick auf den Konflikt, besonders in Saudi-Arabien, hat aus dem Bürgerkrieg einen regionalen Stellvertreterkrieg gemacht.

Die saudischen Kampfjets beschießen nicht nur die Aufständischen, sondern auch Märkte, Krankenhäuser und Hochzeitsgesellschaften. Die Aufständischen kämpfen mit Panzern und Artillerie. In den vergangenen zweieinhalb Jahren sollen mehr als 10.000 Menschen ums Leben gekommen sein.
Laut UN 3,3 Millionen Menschen vom Hungertod bedroht
"Unsere Leben sind zerstört", klagt dieser Mann aus der Hauptstadt Sanaa. "Wir hausen unter einer Plane, ohne Küche oder Toilette. Wir haben nicht mal Decken für die Kinder. Die Lebensmittel, die wir erhalten, reichen gerade so, um nicht zu verhungern."

Inzwischen sollen sieben von zehn Jemeniten auf Nothilfe aus dem Ausland angewiesen sein. Das wären knapp 20 Millionen Menschen. Aber diese Nothilfe, sagt William Spindler vom Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen, könne nur sehr schwer ins Land gebracht werden, weil Häfen umkämpft und Flughäfen außer Betrieb seien. UN-Angaben zufolge sind 3,3 Millionen Menschen akut unterernährt und vom Hungertod bedroht, vor allem Kinder.
http://www.deutschlandfunk.de/der-jemen-am-abgrund-die-vergessene-katastrophe.799.de.html?dram:article_id=380489

Geschrieben von: revolution 27. Mar 2017, 18:43

ZITAT
Thousands of Yemenis rally in Sanaa on war's second anniversary
Mar. 26, 2017, 11:29 AM 15

SANAA (Reuters) - Thousands of Yemenis packed a square in the capital Sanaa on Sunday on the second anniversary of a war that has claimed the lives of more than 10,000 people and pushed the impoverished country to the brink of famine.

It was the biggest gathering since a Saudi-led coalition of Arab states entered the conflict in 2015 to try to restore President Abd-Rabbu Mansour Hadi to power after he was ousted from Sanaa by the Iran-aligned Houthis.

Witnesses said that a crowd estimated at more than 100,000 people comprising supporters of the Houthis Ansarullah group and former President Ali Abdullah Saleh's General People's Congress (GPC) party pressed into Sabeen Square in central Sanaa.

Many waved the red, white and black national colors and denounced Saudi Arabia and the United States they blame for the war. Some displayed placards that read: “Steadfast” and “End Siege on Yemen”.
http://www.businessinsider.com/r-thousands-of-yemenis-rally-in-sanaa-on-wars-second-anniversary-2017-3


Solch große Menschenansammlungen hat man in den USA das letzte Mal im Jahr 2009 bei der Vereidigung von Präsident Obama gesehen.
Und was das Perfide an der Sachde ist: Da protestieren 100.000 Menschen in einem Kriegsland friedlich für ein Ende der Luftangriffe welche ein bereits armes Land ins infrastrukturelle Vakuum zerlegen und die Welt schaut einfach weg... mata.gif

ZITAT
Yemenis take to streets of Sanaa to mark two years since of start of war
https://youtu.be/c3EQvHwK41o

Geschrieben von: revolution 8. May 2017, 22:53

Recht zweifelhaftes Interview mit dem 31-Jährigen Kronprinz in seiner Funktion als amtierender Verteidigungsminister Saudi Arabiens in seinem Staatsfernsehen.
Er schloss darin jegliche Verhandlungen mit den Iranern aus und bezeichnete sie darin sinngemäß als expansionistische Häretiker, denen es darum ginge Saudi Arabien und die heiligen Stätten zu erobern. Dadurch im Resultat geringfügige verschärfte Meinungsverschiedenheiten zwischen beiden Ländern auf Ebene Verteidigungsministerien:

ZITAT
Iran is seeking 'to control Islamic world', says Saudi Arabian prince



The 31-year-old prince, who was named in 2015 by his father, King Salman, as an eventual heir to the throne, is Saudi Arabia’s defence minister, overseeing the war in Yemen against a rebel group aligned with Iran. He also oversees economic matters and is behind a bold programme to overhaul the Saudi economy.

Framing the tensions with Iran in sectarian terms, he said it is Tehran’s goal “to control the Islamic world” and to spread its Shia doctrine in preparation for the arrival of a revered imam named Mohammed al-Mahdi. Shia Muslims believe al-Mahdi, the 12th and last Shia imam, who disappeared in the ninth century, will one day reappear to bring justice to the world.

When asked if he sees a possibility for direct dialogue with Iran, the prince replied: “How can I come to an understanding with someone, or a regime, that has an anchoring belief built on an extremist ideology? What are the interests between us? How can I come to an understanding with this?” he said.

“We know we are a main target of Iran,” Prince Mohammed said. “We are not waiting until there becomes a battle in Saudi Arabia, so we will work so that it becomes a battle for them in Iran and not in Saudi Arabia.”


On Yemen, the prince defended the kingdom’s decision to go to war, which is costing Saudi Arabia tens of millions of dollars a day, according to some estimates. The conflict has worsened an already sweeping humanitarian crisis in Yemen and killed thousands of civilians, mostly as a result of Saudi-led coalition airstrikes.

https://www.theguardian.com/world/2017/may/02/iran-is-seeking-to-control-islamic-world-says-saudi-arabian-prince


Eine Einladung zu Stellungnahme vermochte der Iranische Verteidigungsminister natürlich wiederum seinerseits nicht zu verneinen:

ZITAT
Iran will leave "no area untouched" in Saudi Arabia if the kingdom does anything "ignorant," Iran's defence minister was quoted as saying on Sunday.



Defence Minister Hossein Dehghan's warning came after a Saudi prince threatened to take the "battle" to Iran.
"If the Saudis do anything ignorant, we will leave no area untouched except Mecca and Medina," Dehghan said, according to the state-backed Tasnim news agency.

"They think they can do something because they have an air force," he added, allegedly in reference to Saudi Arabia's airstrikes on Iran-backed Houthi rebels in Yemen.
https://www.alaraby.co.uk/english/news/2017/5/8/iran-vows-saudi-destruction-leaving-only-holy-cities-untouched


Um ein paar Nuancen freundlicher, ja quasi herzlich, der Umgangston zwischen den diplomatischen und militärischen Vertretern aus Pakistan und Iran:

ZITAT
Deadly Militant Attack Strains Fragile Pakistan-Iran Ties

An anti-Iran Sunni Muslim militant group called Jaish al Adl, or the Army of Justice, took credit for the April 26 ambush in the southeastern province of Sistan-Balouchestan, which borders southwestern largest Pakistani province of Baluchistan.

Iranian officials said the attackers killed nine guards, wounded two others, abducted one, and then fled to the Pakistani side.
https://www.voanews.com/a/deadly-militant-attack-strains-fragile-pakistan-iran-ties/3835967.html


ZITAT
Iran's Chief of Army Staff Major General Mohammad Baqeri has warned Pakistan that Tehran would not hesitate to strike terrorists' safe havens if Pakistan fails to control their movement on their border or fails to shut down their bases.

"Unfortunately, Iran's eastern border regions with Pakistan have become a safe haven for training and equipping terrorists recruited by Saudi Arabia and supported by the United States. We will not tolerate this situation in the joint borders and expect the Pakistani officials to show responsibility, control their borders, arrest terrorists and shut down outlaws' bases,' IRNA news agency quoted Major General Baqeri as saying.

"If continued, we will hit the terrorists' safe havens anywhere they are," he added.
http://www.business-standard.com/article/international/iran-warns-pakistan-on-safeguarding-terrorist-havens-117050800710_1.html


"anywhere" beginnt zwar genau genommen schon ein paar hundert Kilometer vor der Grenze nach Pakistan, aber ich glaube er meint damit in diesem Fall konkret auch Pakistan. biggrin.gif

Geschrieben von: Kameratt 8. May 2017, 23:33

Wie hat sich die Lage im iranisch-pakistanischen Grenzgebiet eigentlich in den letzten Jahren entwickelt? Der Iran soll ja zunehmend darum bestrebt sein, seine Grenze zu Pakistan zu verstärken...

Geschrieben von: revolution 9. May 2017, 22:31

An der Grenze zu Pakistan gibt es immer mal wieder Scharmützel mit Rebellen, die aus Pakistan heraus operieren. In der grenzüberschreitenden, wirtschaftlich abgehängten Region "Belutschistan" gibt es kulturell begründet immer mal wieder Eigenständigkeitsbestrebungen gegenüber der jeweiligen Zentralregierung in Islamabad oder Teheran. Die Iraner versuchen die Situation mit sozialen, wirtschaftlichen und polizeilichen Maßnahmen zu managen. Die vorrangig in Erscheinung tretende Rebellengruppe "Jaish al Adl" identifiziert sich darüber hinaus mit einer Radikalform des sunnitischen Islam. Jaish al Adl hat sich auch zu diesem Anschlag bekannt.

Dass sie gleich 10 Mann auf einen Schlag verlieren ist (noch) nicht die Regel, kommt aber wohl 2-3 mal im Jahr alleine an dieser Grenze vor denke ich.

Die Rebellengruppe hatte wohl die iranischen Grenzer mit panzerbrechenden Lenkwaffen beschossen und sich dann wieder auf pakistanisches Gebiet zurückgezogen. Andere Quellen sagen, der Beschuss selbst erfolgte aus Pakistan. Auf iranischer Seite bestand der beschossene Trupp vorwiegend aus Wehrdienstleistenden. Wenn ich die Zahlen richtig im Kopf habe, waren 8 auf der Stelle tot, einer in kritischem Zustand und einen haben die Angreifer mitgenommen, mit unklarem Schicksal.

Der Vorfall hat aktuell hohe Aufmerksamkeit in den dortigen Medien. Die Armeekreise wirken in den Verlautbarungen deutlich erzürnter als die diplomatischen Staatsvertreter, welche einen noch größeren Konflikt mit Pakistan zu vermeiden versuchen. Die iranische Regierung hatte innert Tagen eine Delegation unter Führung des Außenministers in die pakistanische Hauptstadt entsandt. Siehe die Quelle oben. Aber das wird nicht viel bewegen. Das Problem dabei ist, dass die Pakistaner selber ganz genau wissen was da unten abläuft und sich nicht dafür interessieren, sofern man ihnen keinen direkten Ärger macht. Die Sägen konsequent weiter an dem Ast auf dem sie selbst sitzen.

Ich zitiere in diesem Zusammenhang die Deutsche Welle:

ZITAT
Unhappy neighbors - Afghanistan, India, Iran wary of Pakistan's 'jihadist support'

Iran has warned it would target militant hideouts inside Pakistan if Islamabad doesn't act against Sunni jihadists. Pakistan's other two neighbors - Afghanistan and India - also accuse Islamabad of backing terrorists.

Shia-majority Iran is not the only country in the region that is unhappy with Islamabad's handling of Sunni militants; Afghanistan and India have long accused Pakistan's leadership of backing terrorist organizations which, they claim, are used by the nation's military establishment to create unrest on their soil and gain geopolitical leverage.

There have been severe clashes between Afghan and Pakistani troops along the Afghan-Pakistani border, and the situation is not very different on the so-called Line of Control, the Indian-Pakistani border along the volatile Kashmir region .

But, for Iran, the main concern regarding Pakistan is Islamabad's renewed defense alliance with its arch-rival Saudi Arabia.
http://www.dw.com/en/unhappy-neighbors-afghanistan-india-iran-wary-of-pakistans-jihadist-support/a-38764188


In diesem Zusammenhang ist natürlich auch möglicherweise die Ankündigung des saudischen Verteidigungsministers zu sehen, den Krieg in den Iran zu tragen bevor er nach Saudi Arabien dringe.

Mit 5440km Länge und bei 7 bedingt seriösen direkten Nachbarländern ist der Grenzschutz für den Iran generell ein recht anspruchsvolles Projekt.

Einige Grenzregionen sind sehr unwegsam bieten Schmugglerm und Rebellen sehr geeignetes Terrain. Daher errichtet man kilometerlange Straßen an den unmöglichsten Stellen, zieht tiefe und breite Gräben, Zäune, Kameras, errichtet Festungen im Nichts, setzt diverse Aufklärungsmittel ein. Die im Feld eingesetzten Kräfte setzen sich häufig aus einfachen Dienstgraden auf Technicals zusammen. Als Outpost irgendwo. Die Jobs dürften nicht zu den beliebtesten zählen. Diese Kräfte sind nur leicht bewaffnet, schlecht geschützt, schlecht ausgebildet. In heißen Konfliktsituationen wird dann halt Verstärkung oder ein A-Team angefordert. In oben genanntem Fall war das offenbar nicht mehr notwendig.

Neu an der Situation ist, dass ausdrücklich von Lenkwaffen gesprochen wurde. Das scheint mir ein neues Phänomen zu sein.
Die Androhung grenzüberschreitend gegen die Terroristen vorzugehen hat den Pakistanern, dem medialen Shitstorm nach zu urteilen, nicht gefallen.

Geschrieben von: revolution 17. Jul 2017, 21:04

ZITAT
Military Capabilities
Iran deploys S-300 to Bushehr

Sean O’Connor - IHS Jane's Defence Weekly
13 July 2017

Key Points
Iran has set up what appears to be a permanent S-300PMU2 base at Bushehr that covers the northern Gulf
The location of one of Iran's four S-300PMU2 systems is currently unknown
Iran deployed one of its S-300PMU2 long-range air defence systems to the coastal city of Bushehr in late April, satellite imagery obtained by Jane's shows. The deployment significantly increases Iran's ability to monitor and threaten aircraft flying over the northern Gulf.

S-300PMU2 components arrived at the S-200 site next to Bushehr Air Base between 17 and 26 April as new pads were constructed at the disused HAWK site nearby. The S-300PMU2 had occupied these pads by 28 May, with its radars deployed on elevated positions formerly used by the HAWK.

Using Airbus Defence and Space satellite imagery, Jane's has previously confirmed that Iran received four S-300PMU2 batteries from Russia in 2016, each consisting of a 96L6E target acquisition radar, a 30N6E2 target engagement radar, and four 5P85TE2 towed transporter-erector-launchers (TELs). These systems are supported by two 64N6E2 battle management radars and linked using FL-95 antenna masts.


A 5P85TE2 TEL launches a missile during training on the Semnan range in February. The 48N6E2 missile looks identical to the shorter-range 48N6E. (Defapress.ir)

If the systems have been supplied with 48N6E2 missiles that are normally used with the S-300PMU2, they will have a range of 200 km, allowing the system at Bushehr to engage targets almost anywhere over the northern Gulf without reaching into Iraqi, Kuwaiti, or Saudi territory. The 300 km range of the radars will allow Iran to monitor air traffic flying over parts of these neighbouring countries.

Iran's S-300PMU2s were initially seen at a former S-200 long-range surface-to-air missile (SAM) site on the eastern edge of Tehran. Two were subsequently deployed to bases around Tehran: one at Tehran-Mehrabad International Airport, and the second at an existing HAWK air defence system site in Khavar Shahr to the southeast of the capital.

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http://www.janes.com/article/72263/iran-deploys-s-300-to-bushehr



Geschrieben von: Dave76 28. Jul 2017, 08:41

ZITAT
Saudi Arabia reports shooting down Houthi missile near Mecca

By Caleb Weiss | July 28th, 2017

Saudi forces report that a Houthi ballistic was shot down just 43 miles south of the holy city of Mecca. This comes less than one week after Yemeni Houthi rebels claimed to fire a ballistic missile at Yanbu, Saudi Arabia.

The Iranian-supported Yemeni rebels have yet to comment.

The AFP reports:

A ballistic missile fired by Yemeni rebels was shot down late Thursday close to Mecca in Saudi Arabia, a month before the annual Hajj pilgrimage to Islam’s holiest site, the Arab military coalition fighting in Yemen said.

The missile was intercepted 69 kilometres (43 miles) south of the city in western Saudi Arabia, the coalition said in a statement, calling it “a desperate attempt by Shiite Huthi rebels to disrupt Hajj”, which begins at the end of August.
Last Saturday, the Houthi insurgent group (officially known as Ansar Allah) claimed it fired a ‘Burkan-2’ ballistic missile at a Saudi Arabian oil refinery in the coastal town of Yanbu. A video was released by the group a few days later saying that “this is a new phase in the conflict with Saudi Arabia” and that more refineries will be hit unless “the brutal aggression in Yemen stops.” [See Threat Matrix report, Yemeni Houthis release video of missile launch on Saudi oil refinery.]

In March, Saudi officials reported that state defenses shot down four ballistic missiles coming from Yemen. Two months later, the Houthis reported its forces launched a ballistic missile at Riyadh prior to the arrival of US President Donald Trump. Saudi Arabia later said it shot down the missile in its southern regions. In January, another ballistic missile was reported fired at a Saudi base on the Red Sea island of Zuqar. Several similar incidents also occurred throughout 2016. One of those instances was also targeting Mecca.

http://www.longwarjournal.org/archives/2017/07/saudi-arabia-reports-shooting-down-houthi-missile-near-mecca.php

Geschrieben von: revolution 18. Aug 2017, 09:30

ZITAT
Türkei und Iran vereinbaren engere militärische Zusammenarbeit
Reuters-Redaktion

Ankara (Reuters) - Die Türkei und Iran wollen ihre militärische Zusammenarbeit verstärkten. Dies sei bei Gesprächen des iranischen Stabschefs mit türkischen Vertretern beschlossen worden, teilte ein Sprecher des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan am Donnerstag in Ankara mit.

Der Besuch des iranischen Generals Mohammed Bakeri in der Türkei sei der erste eines Generalstabschefs aus dem Land seit der Islamischen Revolution im Iran 1979 gewesen, berichteten türkische Medien. Gegenstand der Gespräche seien die Terrorismusbekämpfung, der Kampf gegen die Extremistenmiliz IS und eine gemeinsame Anstrengung mit Russland gewesen, die Kämpfe in Syrien einzudämmen, sagte Erdogans Sprecher Ibrahim Kalin. Es seien weitere Gespräche vereinbart worden.

Der Besuch fand wenige Tage vor der geplanten Visite von US-Verteidigungsminister Jim Mattis im Nato-Land Türkei statt. Die türkisch-amerikanischen Beziehungen sind wegen der US-Hilfe für die kurdische YPG-Miliz angespannt. Die Türkei wirft der YPG vor, mit der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK zusammenzuarbeiten. Die USA sehen die YPG als wichtigen Verbündeten im Kampf gegen den IS.
https://de.reuters.com/article/t-rkei-deutschland-eu-idDEKCN1AX142


Syrien (De-Eskalationszonen), Katar und Kurden (Referendum, Grenzschutz, ...) dürften zu den Gesprächsthemen der türkischen und iranischen Militärs gehört haben. Spannend wäre vor allem zu wissen, ob bzw. in welchen Bereichen die militärische Zusammenarbeit, über den Grenzschutz hinaus, verstärkt werden soll.

Geschrieben von: Hummingbird 18. Aug 2017, 15:18

Das war abzusehen, nachdem die USA gerade verkündet haben, für "Dekaden" in den Kurdengebieten/SDF zu bleiben und der SAA nicht zu erlauben, den Euphrat zu überschreiten.

Geschrieben von: xena 18. Aug 2017, 18:30

Abwarten wenn die SAA das Rest-Syrien erobert hat. Mit den Russen im Rücken kann sich noch einiges tun.

Geschrieben von: Hummingbird 18. Aug 2017, 18:41

ZITAT(xena @ 18. Aug 2017, 19:30) *
Abwarten wenn die SAA das Rest-Syrien erobert hat. Mit den Russen im Rücken kann sich noch einiges tun.
Ich glaube du überschätzt den Wert Syriens für die Russen. Die haben ihre zukünftige Basis in der Region gesichert und werden bestimmt nicht eine direkte Konfrontation mit den USA riskieren, für einen Despoten dessen Tage gezählt sind.

Geschrieben von: knatzeldüffix 19. Aug 2017, 08:38

Ach würd da eher auf Erdogan tippen, der was von Terroristen und ihre Unterstützer fasselt und dann eine seiner Milizen los lässt, bis se genug aufm Deckel gekriegt hat. Immerhin ist doch alles kurdische Gebiet auto. für Türken gedacht, nach seiner Logik. Aber treffend das die USA sich dort unten einnistet, mit welcher Legitimität oder Begründung? Auf Einladung einer Kurdenmiliz?


Geschrieben von: Havoc 19. Aug 2017, 10:25

ZITAT(knatzeldüffix @ 19. Aug 2017, 07:38) *
Ach würd da eher auf Erdogan tippen, der was von Terroristen und ihre Unterstützer fasselt und dann eine seiner Milizen los lässt, bis se genug aufm Deckel gekriegt hat. Immerhin ist doch alles kurdische Gebiet auto. für Türken gedacht, nach seiner Logik. Aber treffend das die USA sich dort unten einnistet, mit welcher Legitimität oder Begründung? Auf Einladung einer Kurdenmiliz?


Die Amerikaner werden da nicht aus Humanismus bleiben, aber den Schlamassel haben die Golfstaaten, der Iran, Irak und die Türkei angerichtet. Die Präsenz amerikanischer Truppen in den Kurdengebieten bedeutet, dass nach dem Bürgerkrieg gegen Assad, dem Kampf gegen den Islamischen Staat nicht nahtlos der nächste Krieg folgt, weil die Kurden ihren eigenen Staat wollen und zum einen Assad die vollständige Kontrolle über das syrische Staatsgebiet und zum anderen Erdogan einen kurdischen Staat um jeden Preis verhindern möchte.
Nachdem letzterer ja in seiner Rhetorik auch die aktuell gültigen Außengrenzen der Türkei in Frage stellt, wird die Türkei auf lange Sicht gesehen noch ein richtiges Problem für die Nato.

Geschrieben von: revolution 19. Aug 2017, 11:16

ZITAT(Hummingbird @ 18. Aug 2017, 16:18) *
Das war abzusehen, nachdem die USA gerade verkündet haben, für "Dekaden" in den Kurdengebieten/SDF zu bleiben und der SAA nicht zu erlauben, den Euphrat zu überschreiten.


Eher unwahrscheinlich, dass Aussagen aus dem Pentagon noch für solchen Wirbel sorgen. Ein 3-Tägiger Besuch einer 9-köpfigen Delegation muss schon aus Gründen der Terminplanung Wochen im Voraus geplant werden. Insofern dürfte Planung und Agenda des Treffens älter sein, als diese "News". Eine weitere US Basis vor der Haustür stellt ohnehin für keinen der Beteiligten eine großartige Änderung der strategischen Situation dar. Diese ist gegeben über eine Teilautonomie oder Vollautonomie einer Kurdischen Region bzw. eines kurdischen Staates grundsätzlich. Ich denke, dass sowohl die Türkei als auch der Iran, Irak und Syrien mit einer kurdischen Teilautonomie mit eigenen Sicherheitskräften in einem Föderalen Staatsgebilde akzeptabel sind. Der zukünftige Umgang mit den Szenarien oder der zukünftige Umgang mit PKK/PJAK könnten jedoch Themen gewesen sein. Ebenso besteht der Zwang der Verhandlung, da Russland, Iran und die Türkei für Syrien De-Eskalationszonen definiert haben und über Mechanismen verhandeln müssen, diese Schutzzonen gemeinsam zu überwachen. Katar war sicherlich ebenso ein Thema. Allerdings alles eher aus der sicherheitspolitischen, tendenziell technischen Brille, da sich vorrangig die Militärs beider Seiten getroffen haben.

Geschrieben von: SailorGN 19. Aug 2017, 11:41

Die Frage ist, wie verlässlich die Türkei als Partner für solche Arrangements auch für Syrien und den Iran ist. Und ob selbst eine Teilautonomie der Kurden besonders für die Türkei akzeptabel ist. Im Irak scheint das ja zu klappen, solange sich Schiiten und Sunniten gegenseitig beharken. In Syrien könnten sie sogar ein stabilisierendes Element bieten (solange sie nicht massiv von den Türken bedroht werden). Die Situation der Kurden im Iran ist für mich ein großes Fragezeichen, genauso wie die Einstellung Teherans zu ihnen. Dort kracht es ja auch regelmäßig, somit stellt sich die Frage, inwiefern die Staaten der Region überhaupt Interesse an einer "Föderation kurdischer Autonomiegebiete" haben. Schliesslich würde dies zu einer signifikanten Stärkung der Kurden auf quasi allen Gebieten bedeuten. Diese wäre eine deutliche Bedrohung der Türken, welche ja nun wieder Repressionen fahren... für Syrien wäre es auch nicht so toll, weil es damit wieder eine Gruppe gäbe, die potentielle Konkurrenz für Assad bringt... oder zumindest einen Rückzugsort für Opposition bieten kann. Das bringt mich wieder zum Iran. Da steht es auf der Kippe, ein teilautonomes Kurdistan im Iran kann befrieden und Kräfte für andere Ambitionen freistellen, wobei jedoch bei Hardlinern diese Aufgabe von Souveränität sicher nicht gut ankommt. Mit Zugeständnissen könnte man sich in Teheran aber Wohlwollen des "Westens" erkaufen... auf Kosten der Türkei. Schwierig....

Geschrieben von: xena 19. Aug 2017, 14:18

Das mit den Dekaden wurde anscheinend schon wieder zurück gerudert. Das war wohl nur Wunschdenken der SDF. Damit dürfte das Thema erledigt sein.

https://twitter.com/ragipsoylu/status/898650415712960512


Damit ist und bleibt die Zukunft der Kurden noch offen. Wenn der Kampf im IS vorbei ist, dürften die US-Kräfte wieder abziehen. Angeblich wollen die dann auch ihre schweren Waffen wieder zurück haben. Ob sich das aber realisieren lässt, schaun mer mal...
Aber das gehört eigentlich ins Syrien-Thema...

Geschrieben von: revolution 19. Aug 2017, 16:50

ZITAT(SailorGN @ 19. Aug 2017, 12:41) *
Die Frage ist, wie verlässlich die Türkei als Partner für solche Arrangements auch für Syrien und den Iran ist.


Die Türkei sitzt nicht zuletzt deshalb zwischen den Stühlen, weil sie ihre Politik und Richtung regelmäßig wechselt. Mir bewusst. Aber ohne Verhandlung kein Frieden. Der gesprächstaugliche Teil der Rebellen wird durch die Türken derzeit am besten vertreten. Es liegt an den Türken eine erhebliche Zahl dieser Rebellen zu steuern, zivile Strukturen zu errichten oder diese auch mit Waffen zu versorgen. Daher können die Türken quasi so verlässlich sein wie sie immer wollen. Die Türkei ist rein geographisch, historisch, militärisch, wirtschaftlich und kulturell ein entscheidender Faktor in dem Spiel der Regionalmächte und damit werden sich die anderen Parteien arrangieren müssen. Ein wenig Realismus täte allen Beteiligten dort ganz gut. Auch für die Türkei gilt umgekehrt das Gleiche, denn die sind auch nicht bei "Wünsch Dir was".

ZITAT
Und ob selbst eine Teilautonomie der Kurden besonders für die Türkei akzeptabel ist. Im Irak scheint das ja zu klappen, solange sich Schiiten und Sunniten gegenseitig beharken. In Syrien könnten sie sogar ein stabilisierendes Element bieten (solange sie nicht massiv von den Türken bedroht werden).


Es ist einfach unrealistisch dieses Rad vollständig zurück zu drehen. Und wozu auch. Bei einer de Facto Teilautonomie der Kurden, wie sie aktuell besteht, sollte man daher im Interesse der Integrität der Staaten über Gemeinsamkeiten und föderale/kantonale Strukturen sprechen und nicht die Unterschiede hervorkehren und betonen. Das hilft keinem. Die Kurden können ja ohne ihre Nachbarn selbst auch gar nicht handeln und sich entwickeln, insofern können sie nicht in isoliert eigener Sache einfach mit dem Kopf durch die Wand rennen, sondern müssen mit ihren Nachbarn einen realistischen Interessensabgleich durchführen. Das ist doch wie im echten Leben.

ZITAT
Die Situation der Kurden im Iran ist für mich ein großes Fragezeichen, genauso wie die Einstellung Teherans zu ihnen. Dort kracht es ja auch regelmäßig, somit stellt sich die Frage, inwiefern die Staaten der Region überhaupt Interesse an einer "Föderation kurdischer Autonomiegebiete" haben. Schließlich würde dies zu einer signifikanten Stärkung der Kurden auf quasi allen Gebieten bedeuten.


Es wäre vermessen die Ausgangslagen miteinander zu vergleichen, aber wenn man sich Nordirland, Baskenland, Katalunien, Ukraine ansieht dann können rumorende Autonomiebestrebungen immer mal wieder durch Ereignisse neu befeuert werden und aufflammen. Der PKK Ableger "PJAK" hat in der Vergangenheit nur in Form von Hit&Run Operationen aus dem Irak und der Türkei heraus gegen iranische Grenzposten Blutzoll gefordert. Aber für die Nachhaltigkeit solcher Aktivitäten fehlt schlicht das lokale Fundament. Dazu müssten erst ein ganze Reihe von Leuten angestachelt werden. Viel realer ist das Sicherheitsproblem, dass einige kurdische Schmuggler-Gilden seit Jahrhunderten quasi als Familienbetrieb alle möglichen verbotenen Waren in die eine wie die andere Richtung transportieren. Aber über die Konfliktpotentiale ist die Geschichte der Beziehungen aber für mich nicht erzählt. Kurden und Iraner haben in meinen Augen nämlich kein wirklich vorbelastetes Verhältnis zueinander.

Die Türken bauen ja eine laaaange Mauer entlang ihrer Landesgrenzen zu Syrien, Irak und Iran und zerschneiden damit gerade kurdischen Lebensraum und damit das mögliche Staatsgebiet eines Kurdenstaates. Für die Sicherheitsinteressen der türkischen Nachbarländer, einschließlich des Iran, ist das sicherlich nicht nachträglich. Machen wir uns doch nichts vor: Die Ablehnung gegenüber einer Entstehung eines eigenständigen Kurdischen Staates teilen alle unmittelbar betroffenen und benachbarten Staaten. Dann brennt der Baum komplett. Ohne den Kurden böses zu wollen oder ihnen ihre Eigenständigkeit und Identität nicht zu gönnen, so wäre der Impact eines neuen Staates auf die gesamte politische Struktur des mittleren Ostens erheblich. Schon bereits deshalb weil es den Irak und Syrien dann nicht mehr gibt und damit weitere Völker eine politische Heimat benötigen. Das Szenario ist daher nur in einem entsprechend größeren Kontext umsetzbar, bei dem die Kurden eine der insgesamt beteiligten Interessensträger darstellen. Ich denke, dass das langfristige Szenario hier noch nicht wirklich absehbar ist. Grundkonsens muss doch einfach sein, dass man die kurdische Sprache und Kultur nicht auslöschen darf und ihnen die repräsentative Mitsprache für ihre regionalen und staatlichen Belange erteilt. Das muss doch in jedem Land möglich sein.

ZITAT
Diese wäre eine deutliche Bedrohung der Türken, welche ja nun wieder Repressionen fahren... für Syrien wäre es auch nicht so toll, weil es damit wieder eine Gruppe gäbe, die potentielle Konkurrenz für Assad bringt... oder zumindest einen Rückzugsort für Opposition bieten kann. Das bringt mich wieder zum Iran. Da steht es auf der Kippe, ein teilautonomes Kurdistan im Iran kann befrieden und Kräfte für andere Ambitionen freistellen, wobei jedoch bei Hardlinern diese Aufgabe von Souveränität sicher nicht gut ankommt. Mit Zugeständnissen könnte man sich in Teheran aber Wohlwollen des "Westens" erkaufen... auf Kosten der Türkei. Schwierig....


Für den Iran sehe ich eine kurdische Teilautonomie nicht als Problem. Zunächst gibt es kein vorrangiges Abgrenzungsmerkmal zwischen kurdischen Iranern und anderen Iranern. Anders ausgedrückt weichen Kurden im Iran nicht stärker von der Norm ab als andere Volksgruppen. Eine sympathische Gemeinsamkeit der iranischen Volksgruppen sind regionale Unterschiede. Der Iran ist ein gebirgiges Land, Dialekte und regionale Unterschiede sind inhärent existent. Im Gegensatz zu Türkisch oder Arabisch, wird die kurdische Sprache der Familie der Iranischen Sprachen zugeordnet. Man teilt zudem sehr spezifische Gemeinsamkeiten, wie etwa den vorislamischen Brauch aller iranischen Völker, im Frühling das Neujahrsfest "Nowrooz" zu feiern. Araber und Türken kennen dieses Fest und Datum für den Jahreswechsel nicht. Iranische Kurden sind mehrheitlich Schiiten. Es ist seit Jahrhunderten die politische Realität im Iran, "quasi schon immer so gewesen", einen multiethnischen Staat zu führen. Es gab diese oder jene Dynastien, aber der Staatsapparat und das regierte Volk hatte in der Regel immer eine vergleichsweise hohe multiethnische Komponente. Die unterschiedliche Folklore der Volksgruppen wird in den staatlichen Medien nicht versteckt, sondern sogar sehr umfangreich und positiv dargestellt. Nicht nur jene der Kurden sondern auch jene der dutzenden anderen Gruppen. Diese iranischen Kulturvarianten wurden bzw. werden nicht im Rahmen einer Kulturrevolution getötet und standardisiert. Zumindest scheinen die Regierenden der islamischen Republik sich damit abgefunden und arrangiert zu haben. Konsequenterweise wird die kurdische Sprache und Kulturgeschichte an iranischen Universitäten als Studienfach gelehrt. Es gibt Radio und Regionalfernsehen in kurdischer Sprache, usw., Das ist anderen Ländern durchaus ein Thema. Grundsätzlich existiert Landesweit eine kantonale und kommunale politische Verwaltung welche sich aus gewählten, örtlichen Beamten/Politikern zusammensetzt. Einer dieser Kantone heißt wörtlich "Kurdistan". Die lokalen Sicherheitskräfte (Basij, IRGC, Polizei, Kommune, etc) setzen sich aus lokalen Personen zusammen. Es besteht daher kein Grund sich mit einem Vorzeigebeamten einer weit entfernten persischen Zentralverwaltung rumzuschlagen. Wie sollte also eine Teilautonomie für die Kurden im Iran sonst anders aussehen? In welchen teilen und wieso sollte sich diese von anderen Regionen und Volksgruppen im Land unterscheiden? confused.gif

Geschrieben von: Hummingbird 19. Aug 2017, 17:15

ZITAT(xena @ 19. Aug 2017, 15:18) *
Das mit den Dekaden wurde anscheinend schon wieder zurück gerudert. Das war wohl nur Wunschdenken der SDF. Damit dürfte das Thema erledigt sein.

https://twitter.com/ragipsoylu/status/898650415712960512
Weil du was auf Twitter gelesen hast ist das Thema für dich erledigt... Ok.

Ob die Türkei auf Dauer eine verlässliche Operationsbasis in der Region darstellen werden, ist derzeit äußerst fragwürdig. Alleine dafür werden die USA den Fuß nicht so schnell aus der Türe nehmen. Außerdem wird das Problem mit den sunnitischen Extremisten nicht von heute auf morgen verschwinden. Die USA können da so bald nicht weg.

Geschrieben von: Hummingbird 19. Aug 2017, 19:22

ZITAT(revolution @ 19. Aug 2017, 17:50) *
Der gesprächstaugliche Teil der Rebellen wird durch die Türken derzeit am besten vertreten. Es liegt an den Türken eine erhebliche Zahl dieser Rebellen zu steuern, zivile Strukturen zu errichten oder diese auch mit Waffen zu versorgen.
Ich weiß nicht genau wen du mit gesprächstauglichem Teil der Rebellen meinst. Als es kürzlich in Idlib zum showdown zwischen HTS und Ahrar al-Scham kam, hat sich letzteres als Papiertiger herausgestellt. Die zahlenmäßig größte Rebellenfraktion, welche auch angeblich von der Türkei unterstützt wird, ist nach wenigen Tagen unter Druck verpufft. Von daher verstehe ich den Schulterschluss zwischen Türkei und Iran, hinsichtlich Idlib, eher als Hilferuf.

Geschrieben von: SailorGN 20. Aug 2017, 11:15

@Revolution: Das meiste ist geschenkt...Rational betrachtet wäre eine (nichtstaatliche) Förderation von Autonomiegebieten keine schlechte Lösung. Das Hauptproblem ist in meinen Augen die damit verbundene (Teil)Aufgabe von Souveränität in den Staaten. Die Türkei wird das so schnell nicht mitmachen, im Irak funktionierts, Syrien ist im Fluss. Beim Iran konnte ich das Ganze einfach nicht einschätzen, dazu fehlt mir das Wissen. Einerseits um die "Staatstreue" der Kurden, andererseits um die Bereitschaft Teherans, Souveränität abzugeben. Vor dem Hintergrund der Zusammenarbeit zwischen syrisch/irakischen Kurden und den USA halte ich letztere für gering. Die Iraner werden sich keine 5. Kolonne auf eigenem Staatsgebiet heranziehen... Insofern gibt es eben doch Argumente dagegen. Allerdings könnten solche Dinge geklärt werden, wenn sich zumindest Iran/Irak/Syrien auf eine gemeinsame positive Kurdenpolitik einigen. Dann wären die Kurden eben nicht auf die USA angewiesen...

Türkei: Natürlich ist die Türkei eine Regionalmacht, aber die Region hat mehrere und die Abstände sind gering. Dazu kommt die noch bestehende Einbindung in NATO und Verbindung zu Europa. Die Türkei hat "zu viele" Optionen für ihre Möglichkeiten, was man an den Fokus-Wechseln alle paar Jahre erkennt. Die Türkei muss sich damit abfinden, dass sie eben nicht alle Optionen bedienen kann, schon gar nicht als das System, welches Erdogan gern hätte. Die Zusammenarbeit mit dem Iran kann selbstverständlich positive Auswirkungen haben, verärgert aber andere, ähnlich potente Länder der Region (Israel, Saudi-Arabien). Da wird es angesichts der handelnden Personen nicht so schnell rational werden, selbst wenn man wollte, da man sich mindestens rhetorisch verrannt hat.

Geschrieben von: revolution 20. Aug 2017, 13:00

@SailorGN
Eine Aufspaltung von Ländern nach Volks- und Religionsgruppen kann im Rahmen von größeren auch zwanghaften Umsiedlungen eine räumliche und politische Trennung von ethnischen und religiösen Gruppen herstellen. Die Frage ist, was das soll, denn man wird auch danach keine vollständig homogene Gesellschaft herstellen. Kleinstaaterei funktioniert im Exzess, bereits ökonomisch, nicht (siehe Entstehung Deutschlands). Gleichfalls sind zentralstaatlich geführte Staaten gegenüber Minderheiten zumeist nicht hinreichend gerecht. Darin liegt ja offenbar auch eine zentrale Ursache der Konflikte dort. In der Ungleichverteilung von Kapital und Rechten. In diesem Spektrum sehe ich hinreichend viel politischen Spielraum, um auch die Kurden in dortigen Staaten weiterhin, eben auf föderaler Basis mit Kantonen/Bundesländern, mit gleichen Rechten und Pflichten zu integrieren. Es geht doch letztlich um politische Mitsprache und Gleichheit vor dem Staat. Alles andere halte ich für geopolitische Zielsetzungen und die sind; insbesondere wenn die Karte danach neu gezeichnet wird, sehr zu hinterfragen. Teile und Herrsche gehört nicht zu den Grundprinzipien der Völkerverständigung. Im Ergebnis werden auch hier wieder Gruppen auf der Strecke bleiben.

Die Türkei ist rein geographisch zwischen Europa und Asien sowie auch historisch begründbar ein Staat mit eher eigenständiger Agenda. Ich halte das grundsätzlich für legitim und erklärbar. Aufgrund der heutigen Dimensionen zwischenstaatlicher Organisation reichen die politischen Verflechtung der Türken nun mal von der zentralasiatischen Steppe, über Arabien, den Balkan, bis nach Nordeuropa und die USA. Bei genauerer Betrachtung wird schnell klar, dass sie nicht auf allen Hochzeiten ihrer Klientel gleichzeitig tanzen können. Das Problem mit der Regierungen Erdogan ist, dass Interessen und Ziele so kurzfristig gesteckt und verändert werden, Innen- und Außenpolitik massiv und kurzfristig sich beeinflussen, dass die Handlungen der Türkei auch in regionalen Zusammenhängen recht unkalkulierbar geworden sind. Verhandlungen mit den Türken machen daher eigentlich nur im Zeit- und Nachweisfenster von einzelnen Schritten Sinn. Eine gemeinsame "Roadmap" mit der Türkei zu fahren hielte ich ebenfalls für abenteuerlich. Da dürften wir uns einig sein.

Das nächste Nachweisfenster sehe ich bei den anstehenden Verhandlungen über Syrien in Astana gegeben.

Geschrieben von: revolution 21. Aug 2017, 13:29

ZITAT
New force formed to fight Turkey in northern Syria
By Rudaw 16/8/2017

Consisting of Arabs, Kurds, and Turkmen, the Rebel Forces “pledge our people that we will fight terrorism in our country and expel the agendas of the Turkish army,” read a statement from the force as published by the US-backed Syrian Democratic Forces (SDF) on Wednesday.

The statement said the force will fight against “invaders” and “those who destroy our country and kill our people, so that the aspiring occupiers can occupy our land” and accused Turkish forces of attacking villages in al-Shahba province.

Also on Wednesday, the SDF-linked al-Bab Military Council announced they would liberate their city from Turkish-backed forces.
http://www.rudaw.net/english/middleeast/syria/16082017


ZITAT
Turkey-Iran operation against Kurdish rebels 'always on agenda': Erdogan

August 21, 2017
Updated: August 21, 2017 02:51 PM

During the visit, Iran made a "surprise proposal" to Ankara to launch a joint operation against Kurdish militants in northern Iraq's Kandil and Sinjar regions, the Turkish newspaper Turkiye reported on its front page on Monday.

Mr Erdogan confirmed to reporters on Monday that the two countries' military chiefs had discussed how to work against Kurdish militants.

"The work will continue because you know that the PKK terror organisation has a foot in Iran," he said.

"They always cause harm to Iran and to us. We work because we believe that if the two countries co-operate, we can reach a conclusion in a much shorter period of time."
https://www.thenational.ae/world/mena/turkey-iran-operation-against-kurdish-rebels-always-on-agenda-erdogan-1.621532


Geschrieben von: revolution 6. Nov 2017, 11:36

Iranische Regierung angeblich verantwortlich für einen Raketenabschuss aus dem Jemen. Saudi Arabien droht mit Vergeltung und Interpretation als "Kriegerischen Akt"

ZITAT
Krieg im Jemen

Der Ton zwischen Saudi-Arabien und Iran wird schärfer: Das von Riad geführte Militärbündnis, das seit zweieinhalb Jahren gegen die Huthi-Rebellen im Jemen kämpft, machte die Regierung in Teheran für einen Raketenabschuss am Wochenende verantwortlich.

Die saudi-arabische Luftwaffe hatte eigenen Angaben zufolge eine Rakete nordöstlich von Riad abgefangen. Das Geschoss kam dem internationalen Flughafen gefährlich nahe. Es handelte sich um den ersten gezielten Raketenangriff der Huthi-Rebellen auf Saudi-Arabiens Hauptstadt. Das Militärbündnis reagierte mit einer Reihe von Luftangriffen auf Sanaa, die von den Rebellen gehaltene Hauptstadt des Jemen.

Die Regierung Riad wirft Erzfeind Iran vor, die Rebellen zu unterstützen. Der Raketenabschuss könne als "kriegerischer Akt" aufgefasst werden, teilte die saudi-arabische Koalition mit und drohte mit einem Vergeltungsschlag. Irans Unterstützung der Rebellen sei ein "Akt der Aggression gegen ein Nachbarland, der den Frieden und die Sicherheit in der Region" gefährde, hieß es aus Riad.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/jemen-saudi-arabische-koalition-beschuldigt-iran-fuer-rakete-auf-riad-a-1176606.html


Währenddessen, kam es zu "Neuwahlen" in Riad:

ZITAT
Kronprinz Salman räumt seine Gegner aus dem Weg

In Saudiarabien sind Dutzende Prinzen und Minister unter Korruptionsverdacht festgenommen worden. Kronprinz Mohammed bin Salman verschafft sich freie Bahn.

Saudiarabiens starker Mann, Kronprinz Mohammed bin Salman, greift durch. 11 Prinzen, 4 amtierende Minister, etliche Militärs und Dutzende früherer Minister seien auf Anordnung der Antikorruptionskommission festgesetzt worden, meldeten staatliche Medien. «Schwache Seelen» hätten ihr Eigeninteresse über das der Allgemeinheit gestellt und illegale Vermögen angehäuft.

Offiziell war es König Salman, der die Säuberung dekretierte. Doch niemand zweifelt daran, dass sein Sohn, der Kronprinz, die treibende Kraft dahinter ist. Aufsehen erregen wird vor allem die Festnahme von Prinz al-Waleed bin Talal. Der 62-Jährige ist Geschäftsmann und Philanthrop. Das Wirtschaftsmagazin «Forbes» sieht in ihm den reichsten Araber überhaupt und schätzt sein Vermögen auf 18,7 Milliarden Dollar. Dass der unermüdlich propagierte Neuerungswille des Kronprinzen nicht einmal vor einem Superreichen wie bin Talal haltmacht, wird den übrigen Widerborstigen am Hof, die ja auch nicht am Hungertuch nagen, zu denken geben.

Dies ist eine klare Stärkedemonstration des Kronprinzen, gedacht nicht nur für Saudiarabien, sondern für die ganze Welt. Mohammed bin Salman hat sich vorgenommen, sein Land aus der Erdölabhängigkeit zu befreien und zu einem modernen Staat zu machen. Berichte über masslose Korruption am Hofe der Al Saud und ausschweifende Einkaufstouren Royaler in westlichen Metropolen haben das Vertrauen in der Bevölkerung arg geschwächt. Offensichtlich hält bin Salman deshalb hartes Durchgreifen für angezeigt. Es soll kein Schatten auf seine Prestigevorhaben fallen, von denen die futuristische Megastadt «Neom» am Roten Meer die wichtigste ist.
https://www.nzz.ch/international/nahost-und-afrika/saudiarabiens-koenig-entlaesst-prinzen-und-minister-weil-sie-illegal-geld-angehaeuft-haetten-ld.1326371


Und wohl bald zu echten Neuwahlen im Libanon...

ZITAT
Rücktritt des Regierungschefs in Libanon erschüttert Nahen Osten

Der libanesische Ministerpräsident Saad al-Hariri hat am Wochenende seinen Rücktritt erklärt. In einem dramatischen Fernsehauftritt während eines Aufenthalts in Saudiarabien setzte Hariri das politische Klima in seinem Land mit dem gleich, das 2005 vor der Ermordung seines Vaters Rafik Hariri herrschte, und beschuldigte die Schiitenmiliz Hizbullah, ihn ermorden zu wollen. Zusammen mit Iran mische sich der Hizbullah aggressiv in die arabischen Belange ein. Der Abgang Hariris vertieft die Krise in Libanon und in der ganzen Region.

Doch letztlich greift die These der Sicherheit wohl zu kurz. Es ist durchaus möglich, dass die Saudi Hariri zum Rücktritt drängten, da ihnen seine Kompromisspolitik nicht schmeckte. Einwirkungsmöglichkeiten haben sie zur Genüge, der libanesische Regierungschef ist den Saudi stark verpflichtet. Hariri ist in Riad geboren, dort verwaltete er das mächtige Geschäftsimperium seines Vaters. Die Stimmung in Riad ist ohnehin nicht die beste. Ohnmächtig konstatierte man die wachsende Selbstsicherheit Irans. Letzten Freitag tauchte Ali Akbar Velayati, aussenpolitischer Berater des obersten iranischen Führers Ali Khamenei, in Beirut auf. Dort lobte er «den Sieg des Hizbullah über den Terror». Teheran werde Libanon beschützen und nicht zulassen, dass es einen Rückfall gebe, sagte Velayati, der auch mit Aoun und Parlamentschef Nabih Berri sprach. Es war offensichtlich, dass sich die Iraner bereits als Herren im libanesischen Haus fühlten. Dass gleichentags Russlands Präsident Putin in Teheran auftauchte, könnte das Fass zum Überlaufen gebracht haben.

Wie die Saudi mittels einer provozierten Regierungskrise konkret ihren Einfluss in Libanon verstärken wollen, muss vorläufig ihr Geheimnis bleiben. Dass Riad hinter Hariris Rücktritt steht, wird aber von der Gegenseite keine Sekunde bezweifelt. Scheich Nabil Kawuk, ein Mitglied des Hizbullah-Zentralkomitees, erbat sich am Sonntag Gottes Beistand gegen das «rücksichtslose Abenteurertum Saudiarabiens». Im Aussenministerium in Teheran hiess es, dies sei ein Komplott Riads, mit dem die Spannung in Libanon und in der Region angefacht werden solle. Der Rücktritt Hariris sei mithilfe Donald Trumps und des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman ausgeheckt worden.
https://www.nzz.ch/international/libanons-regierungschef-gibt-ld.1326412


Die Libanesische Armee bestreitet in einer offiziellen Stellungnahme, dass dem Sicherheitsapparat des Libanon Erkenntnisse über ein Mordkomplott gegen den Regierungschef vorlagen.
Präsident Aoun hat bereits mitgeteilt, dass er den Rücktritt seines Regierungschefs nur dann annimmt, wenn er dies gemäss Protokoll bei ihm persönlich tut. Eine Kündigung per Fernsehinterview aus Riad lehnt er ab. (Ex?-)Regierungschef Hariri weigert sich aber derzeit strikt aus Saudi Arabien wieder in den Libanon zurückzukehren. Da frage mich, wie Hariri dem Iran mit seinen martialischen Worten die "Hände abhacken" will, wie er es angedroht hat? Ein arabischer Krummsäbel oder ein Fleischerbeil sind jeweils Nahkampfwaffen denke ich. Im übertragenen Sinne, ist Libanon doch ein weitestgehend demokratisch geführtes Land dessen innen und außenpolitische Richtung man mit politischer Aktivität und Amt beeinflussen kann. Wenn seine Wahl der Waffen nun darin besteht, den Libanon durch eine offenbar inszinierte Flucht in eine neue Regierungskrise zu stürzen und zu destabilisieren, dann erscheint mir dies ein recht destruktiver Ansatz für das eigene Land und seine persönliche politische Karriere zu sein.

hmpf.gif

Geschrieben von: revolution 6. Nov 2017, 16:06

ZITAT
Bahrain orders citizens to leave Lebanon
MANAMA — Bahrain on Sunday urged its citizens to avoid travelling to Lebanon and advised those already in the country to leave immediately for their safety.

"Due to the current conditions and developments in Lebanon, the foreign ministry asks citizens present in Lebanon to leave immediately and exercise extreme caution," the Foreign Ministry said in a statement.

It warned its citizens to avoid traveling to Lebanon "for their own safety and to avoid any dangers they might encounter".
http://saudigazette.com.sa/article/521138/World/Mena/Bahrain-orders-citizens-to-leave-Lebanon


Der Flucht des libanesischen Premierministers ins saudische Exil, folgt offenbar nun Bahrain mit einer Reisewarnung für den Libanon. Die Golfmonarchien scheinen hier wieder das nächste Fass aufzumachen bzw. das nächste multiethnische Land in die Krise zu schicken.

Von der politischen Mitsprache und Einflussmöglichkeit her betrachtet, erscheint mir diese Eifersucht gegenüber dem Shia-Block nicht nachvollziehbar. Will man alles alleine regieren? Die vermeintlich so bedrohliche Hisbollah ist Teil der religions-/volksgruppenübergreifenden Regierungskoalition aus Christen, Druzen, Armeniern, Griechisch Orthodoxen, Sunniten und eben Schiiten und stellt eher ungleich zum Wahlzuspruch sogar nur 2 Minister (Sport und Wirtschaft). Hariris pro-saudischer Block hält/hielt in der amtierenden Regierung 7 Ministerien (Premierminister, Innenminister, Telekommunikation, Arbeit, Kultur, Frauen, Flüchtlinge). Diese Mitsprache und Zusammenarbeit gibt man jetzt auf? Warum erfolgte die Reisewarnung für den Libanon eigentlich nicht, als noch der IS Teile des Libanon unsicher gemacht hat? Die Hisbollah gab es dort schon lange vorher. Irgendwie haben die am Golf alle einen an der Schüssel oder leiden an Verfolgungswahn.

Zumindest glaubt Hariris Parteifreund und Innenminister Machnouk an dessen Rückkehr "in ein paar Tagen":

ZITAT
Lebanon Interior Minister Says Thinks PM Hariri Could Return in Days
Nov. 6, 2017, at 7:13 a.m.

Lebanon's Interior Minister Nohad Machnouk talks after closing the polling stations during Beirut's municipal elections in the Interior ministry in Beirut, Lebanon, May 8, 2016. REUTERS/Mohamed Azakir Reuters

BEIRUT (Reuters) - Lebanese Interior Minister Nohad Machnouk said on Monday he was under the impression that Prime Minister Saad al-Hariri, who announced his resignation while in Saudi Arabia over the weekend, would return to Beirut within days.

Machnouk said Hariri's meeting with Saudi King Salman in Riyadh on Monday showed "rumors" were untrue, in an apparent reference to speculation in Lebanon that Hariri had been detained in Saudi Arabia or forced to quit.
https://www.usnews.com/news/world/articles/2017-11-06/lebanon-interior-minister-says-thinks-pm-hariri-could-return-in-days


Die Analyse von Haaretz erscheint mir persönlich plausibel, aber das kann ja eigentlich echt nicht sein pillepalle.gif :

ZITAT
Saudi King Salman and his son, Crown Prince Mohammed, are waging an uncompromising war on Iran’s regional influence, so they find it hard to tolerate the continued presence of Hezbollah ministers in Hariri’s cabinet. The Saudis have been gritting their teeth over this since Hariri formed his government a year ago.

‘Flexibility’ toward Hezbollah

Hariri’s national consensus government has preserved Lebanon’s political stability, but at the cost of concessions to Hezbollah, and therefore de facto to Iran. Hariri has not demanded Hezbollah’s disarmament (despite calling its weapons illegal), has let the Lebanese army cooperate with Hezbollah in expelling the Islamic State from Lebanon’s border with Syria, and supported the appointment of Hezbollah’s candidate, Michel Aoun, as president. (Aoun subsequently made Hariri prime minister.)

Hariri’s “flexibility” toward Hezbollah has also outraged some of his prominent Lebanese supporters, who warned him against falling into Hezbollah’s honey trap. But Hariri thought he could manipulate the organization for his own purposes.

Hezbollah did help Hariri manage his government. Contrary to its efforts in previous cabinets, it didn’t thwart government initiatives and generally tried not to embarrass the government in which it sat. But as months passed, it became clear not just to the Lebanese, but also to the Saudis, that their protégé Hariri, who holds both Saudi and French passports, was having trouble deciding whether he was “Saudi or Iranian.”
Saudi anger exploded after Ali Akbar Velayati, an adviser to Iran’s supreme leader, Ali Khamenei, said during a visit to Lebanon on Friday that “Lebanon’s victory over terror is a victory by the resistance” – meaning Hezbollah – and that Iran “will continue to protect Lebanon and won’t let things go back to the way they were before.”

Velayati’s meetings with Aoun, Hariri and parliament speaker Nabih Berri, on the same day that Russian President Vladimir Putin was in Tehran, were the last straw. Not only was Iran publicly flaunting its involvement in Lebanese affairs and trying to tilt Russia against Saudi Arabia, but Hariri was hosting the Iranian envoy as if he were an ally.

Political paralysis now

Hariri’s urgent second trip to Saudi Arabia has two possible explanations. Either he received a message from Velayati to give to King Salman, or he was summoned for a reprimand because he “hadn’t understood” the unsubtle hints he received from Saudi officials Monday. The first is unlikely. Hariri’s resignation indicates that the Saudis gave him an ultimatum. He must not only stop compromising with Hezbollah, but also resign in order to put Hezbollah and Iran in a bind in Lebanon.

read more: https://www.haaretz.com/middle-east-news/1.821015

Geschrieben von: SailorGN 6. Nov 2017, 17:20

Passt hierzu: http://www.tagesschau.de/ausland/mohammed-bin-salman-109.html

Geschrieben von: revolution 6. Nov 2017, 18:39

Prince Mohammed von Saudi Arabien ist offenbar ein beschlussfreudiger Mensch. Blockade des Jemen zu Land, zu Wasser und in der Luft:

ZITAT
Internationale Militärkoalition sperrt Jemen ab
2017-11-06 19:02:02

Die von Saudi-Arabien angeführte internationale Militärkoalition hat nach eigenen Angaben alle Verbindungen des Jemen nach außen verbarrikadiert, um iranische Waffenlieferungen an die rebellische Huthi-Miliz zu unterbinden.
http://german.cri.cn/3185/2017/11/06/1s271308.htm

Geschrieben von: revolution 7. Nov 2017, 08:21

So langsam gehen die Riad komplett steil. Der Kriegserklärung an den Iran von gestern, folgt nun eine Kriegserklärung an den Libanon:

ZITAT
Die libanesische Regierung werde als eine Regierung behandelt, "die Saudi-Arabien den Krieg erklärt", sagte der Golfminister des Königreichs, Thamer al-Sabhan, dem Sender Al-Arabija. Zur Begründung verwies er auf die libanesische Hisbollah-Miliz, die von Saudi-Arabiens Erzrivalen Iran unterstützt wird. Er warf ihr Aggression vor.

"Es gibt diejenigen, die (die Hisbollah) stoppen und dazu bringen werden, in die Höhlen im Süden des Libanon zurückzukehren", sagte Sabhan. Den Libanesen müssten diese Risiken bewusst sein. Sie müssten "die Angelegenheit" richten, "bevor sie an den Punkt gelangen, von dem es keine Rückkehr gibt".

Die libanesische Regierung reagierte zunächst nicht auf Sabhans Worte. Die Hisbollah ist sowohl eine mächtige militärische als auch eine politische Organisation, die im Parlament des Libanon und in der Regierungskoalition vertreten ist, die unter Hariri im vergangenen Jahr gebildet wurde. Wie Saudi Arabien in dem Konflikt jetzt weiter verfährt ist unklar.

"Die Hisbollah schmuggelt Drogen nach Saudi-Arabien und bildet saudi-arabische Staatsbürger zu Terroristen aus", meint Sabhan. "Der Libanon wurde von der Hisbollah entführt. Und dahinter steht Iran."
http://www.t-online.de/nachrichten/ausland/krisen/id_82649090/saudi-arabien-gegen-libanon-sie-haben-uns-den-krieg-erklaert-.html


Da haben die Amis ihren Saddam 2.0 als regionales Gegengewicht. Dazu noch bis an die Zähne bewaffnet. Trump und Netanjahu feiern das. biggrin.gif

Der Direktor des UN Welternährungsprogramms warnt währenddessen vor einer der größten Hungerkatastrophen seit Jahrzehnten, falls die Saudische Blockade aller Zugänge zum Jemen länger andauert. Bereits heute sind wohl 900.000 Menschen im Jemen mit Cholera infiziert:

ZITAT
Jemen droht Hungerkatastrophe

Saudiarabien hat die Häfen und Airports im Jemen blockiert. Dauert dies länger als zwei Wochen wirds für die unterernährte Bevölkerung gemäss des Welternährungsprogramms fatal.

Der Direktor des Welternährungsprogramms hat vor Hunderttausenden Kindern im Jemen am Rande des Hungertods gewarnt. Falls die saudi-arabische Blockade aller Airports und Häfen anhalte, dürfte es im Jemen zu einer der verheerendsten humanitären Katastrophen kommen, die die Menschheit in den vergangenen Jahrzehnten gesehen habe, sagte David Beasley am Montag im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AP. Er sagte, die Blockade dürfe keine zwei Wochen andauern.

Seine UN-Organisation erreiche lediglich sieben Millionen Menschen vor Ort, so Beasley. «Teils haben wir nicht genug Mittel, teils haben wir keine Zugänge.» Er beklagte, rund 70 Prozent der jemenitischen Bevölkerung wisse nicht, woher sie ihre nächste Mahlzeit bekommen werde. In dem seit Jahren von Krieg erfassten Land leben zwischen 27 und 28 Millionen Menschen.
https://www.derbund.ch/ausland/naher-osten-und-afrika/jemen-droht-hungerkatastrophe/story/10180607

Geschrieben von: Karl mags 7. Nov 2017, 08:51

Die totale Blockade für den Jemen ist angekündigt, jedoch um Waffenlieferungen zu unterbinden. Ich bezweifel, dass es sich die Saudis international erlauben können die Lebensmittellieferungen zu blockieren. Aber trotzdem herrscht schon jetzt eine gewaltige humanitäre Katastrophe im Jemen, da fast alle Medikamente fehlen und die kleinste Krankheit dort den Tod bedeuten kann. Mal ganz abgesehen von den zivilen Toten durch Kampfhandlungen.

Zu den Kriegserklärungen...
Viel Getöse! Die typischen arabischen Übertreibungen. Schon jetzt kriegen die Saudis die Kampagne im Jemen nicht gebacken, da wären der Iran und der Libanon ein wenig zu viel für das Königreich. Außer einer Luftkampagne wird da nichts passieren und sogar das bezweifel ich stark, da die Iraner über eine ganz angemessene Luftabwehr verfügen. Und im Falle eines Konfliktes bin ich mir sicher, das Russland sein "Spielzeug" à la S-300 und S-400 gerne mal testen würde, verdeckt.

Geschrieben von: Maxwell 7. Nov 2017, 13:18

https://www.youtube.com/watch?v=Av9Up3hicKA

Die Hungersnot im Yemen ist jetzt schon real, wenn die komplette Blockade wirklich durchgezogen wird die Zahl der Opfer locker in die Millionen gehen. tock.gif

Geschrieben von: Karl mags 7. Nov 2017, 14:03

ZITAT(Maxwell @ 7. Nov 2017, 13:18) *
http://https://www.youtube.com/watch?v=Av9Up3hicKA

Die Hungersnot im Yemen ist jetzt schon real, wenn die komplette Blockade wirklich durchgezogen wird die Zahl der Opfer locker in die Millionen gehen. tock.gif

Link funktioniert leider nicht.

Geschrieben von: Almeran 7. Nov 2017, 15:03

ZITAT(Karl mags @ 7. Nov 2017, 14:03) *
ZITAT(Maxwell @ 7. Nov 2017, 13:18) *
http://https://www.youtube.com/watch?v=Av9Up3hicKA

Die Hungersnot im Yemen ist jetzt schon real, wenn die komplette Blockade wirklich durchgezogen wird die Zahl der Opfer locker in die Millionen gehen. tock.gif

Link funktioniert leider nicht.

Ich hab den Link repariert.

- Almeran (Mod)

Geschrieben von: Maxwell 7. Nov 2017, 15:47

Danke, muss mich da irgendwo verklickt haben :/

Geschrieben von: revolution 7. Nov 2017, 20:55

Die Ölpreise ziehen immerhin wieder an. Denke so ab 60$ lohnt sich Fracking und die Saudis brauchen ja auch noch dringend Geld. Dem Gegner dabei noch vor das Bein getreten. Läuft.

ZITAT
SANAA (AFP) - Shi'ite rebels in Yemen threatened on Tuesday (Nov 7) to attack ports and airports in Saudi Arabia and the United Arab Emirates, raising the stakes in a flare-up between Riyadh and Teheran.

The threat came hours after Saudi Arabia's powerful crown prince accused Iran of "direct military aggression" through its support for the rebels - a claim Teheran rejected as "contrary to reality".

The soaring tensions between the key oil producers saw crude trading at close to two-year highs on Tuesday and spooked Gulf markets.

"All airports, ports, border crossings and areas of any importance to Saudi Arabia and the UAE will be a direct target of our weapons, which is a legitimate right," the rebels' political office said in statement.

"We will not stand idly by - we will seek more radical means to prevent both the tightening of the blockade and all acts aimed at starving and humiliating the people of Yemen."

Saudi Arabia and the UAE are the two major powers in a coalition that has been fighting against the Yemeni rebels since 2015 in support of the internationally recognised government.

Since Saturday's missile attack, the coalition has tightened its blockade of rebel-held areas of Yemen, blocking even UN-supervised relief supplies despite urgent appeals from the world body.
http://www.straitstimes.com/world/middle-east/yemen-rebels-threaten-to-attack-saudi-uae-airports-and-ports



Geschrieben von: Hummingbird 11. Nov 2017, 02:54

ZITAT
(Reuters) - Hezbollah leader Sayyed Hassan Nasrallah said on Friday Saudi Arabia had declared war on Lebanon and Hezbollah, and said Lebanese Prime Minister Saad al-Hariri, who resigned in a speech from Riyadh on Saturday, was being detained in Saudi.

[...]
https://www.reuters.com/article/us-lebanon-politics-hezbollah/hezbollah-leader-says-saudi-declared-war-on-lebanon-and-hezbollah-idUSKBN1DA1ZR

Geschrieben von: revolution 11. Nov 2017, 15:01

In Saudi Arabien wurde ein Anti-Korruptions-Komittee unter der Führund von Prince Mohammed in Leben gerufen. Inzwischen sind 3 Royals unter ungeklärten Umständen gestorben und über 30 weitere Royals sind verhaftet worden. Insgesamt sollen im Zuge der Verhaftungwelle über 200 Personen festgenommen worden sein. Zu den bekanntesten Häftlingen zählen Prince al-Waleed bin Talal bin Abdulaziz (der laut Forbes reichste Araber der Welt) und Princess Reem (dessen Tochter und saudisches royal It-Girl). Es sollen laut dem WSJ insgesamt Wertanlagen und Bargeld im Wert von 800 Mrd. Dollar beschlagnahmt worden sein. eek.gif

ZITAT
Saudi-Coup: Kronprinz lässt 800 Milliarden Dollar konfiszieren

Die Verhaftungswelle bei den saudi-arabischen Eliten, veranlasst durch Kronprinz Mohammed Bin Salman und gedeckt durch seinen Vater, König Salman, diente nicht nur dazu, seine Macht im wahhabitischen Königreich zu festigen, indem er sich seiner potentiellen Gegner entledigt, sondern wohl auch dazu, wieder frisches Geld in die infolge des niedrigen Ölpreises angeschlagenen Staatskassen zu spülen.

Immerhin gehören mit Prinz Alwaleed, Mohammed Al Amoudi, Saleh Kamel und Nasser Al Tayyar auch vier der reichsten und einflussreichsten Geschäftsleute des Landes zu den Opfern der Maßnahme zur Konsolidierung der Macht des künftigen Königs von Saudi-Arabien. Alleine sie zusammen haben ein Vermögen von rund 33 Milliarden Dollar angehäuft, welches nun in den Staatsbesitz überging.

Allerdings war dies noch lange nicht alles: Insgesamt wurden die Bankkonten von mehr als 1.200 Saudis eingefroren – und immer mehr sind davon betroffen. Laut dem "Wall Street Journal" sollen Bargeldreserven und Anlagen im Wert von rund 800 Milliarden Dollar beschlagnahmt werden. Die Logik dahinter ist klar: Ohne Geld haben die potentiellen und tatsächlichen Gegner Mohammed Bin Salmans eine geringere Chance, ihn vom Thron zu stürzen.
https://www.contra-magazin.com/2017/11/saudi-coup-kronprinz-laesst-800-milliarden-dollar-konfiszieren/


ZITAT
Den Festgenommenen werden unter anderem illegale Geschäfte, Geldwäsche und Veruntreuung öffentlicher Gelder vorgeworfen. Weitere Verhaftungen sind Experten zufolge nicht ausgeschlossen.

Die nun erfolgten Verhaftungen gingen von einem neu eingerichteten Anti-Korruptions-Komitee mit weitreichenden Befugnissen unter Führung von Kronprinz Mohammed aus. Experten zufolge gehe es allein um die Festigung der Macht. Überraschend sei dabei allerdings die Geschwindigkeit, mit der dies vor sich gehe.

"MbS", wie der populäre Prinz genannt wird, hat dabei den Ruf, ein Hitzkopf zu sein und übermäßig nach Macht zu streben. Vor seiner impulsiven Art warnte 2015 bereits der deutsche Bundesnachrichtendienst.

Dies zeigt sich unter anderem in der Außenpolitik: Mohammed ist mitverantwortlich für die nach Angaben der Vereinten Nationen desaströse Entwicklung im Jemen-Krieg. Auch wird er als einer der Drahtzieher hinter der Blockade des Golfemirats Katar gesehen.
http://www.krone.at/597213


Immerhin handelt es sich bei dem Gefängnis um das Ritz Carlton. Das geht auch in Saudi Arabien sicher schlechter. Allerdings sind alle nicht-royalen Häftlinge laut NYT Videos alle zusammen auf Matratzen in einem Ballsaal untergebracht:

ZITAT
A video obtained by the New York Times shows the hotel’s Ballroom B filled with people lying on mattresses as armed guards stand in the background. Non-royal prisoners reportedly are being kept together in one room and sleeping on mattresses, according to the Intercept.
http://nypost.com/2017/11/08/saudi-prison-for-princes-gets-4-1-2-star-rating-on-tripadvisor/


Ob der libanesische Ministerpräsident Hariri zu dieser Ritz Carlton Gruppe gehört? Immerhin wäre er dort geschützt vor dem angeblichen libanesischen Mordkomplett gegen ihn.
Ausgesprochen unterhaltsam, wie der zukünfige König seine Krönung vorbereitet.

Kommentar von Donald Trump dazu:

ZITAT
Donald J. Trump‏Verifizierter Account
@realDonaldTrump
Folgen @realDonaldTrump folgen

I have great confidence in King Salman and the Crown Prince of Saudi Arabia, they know exactly what they are doing....

Geschrieben von: Merowinger 11. Nov 2017, 18:26

Ergänzung zu oben: http://www.zeit.de/politik/ausland/2017-11/saad-al-hariri-entfuehrung-libanon-saudi-arabien-iran?

ZITAT
Der zurückgetretene libanesische Ministerpräsident Saad al Hariri wurde nach den Worten von Staatspräsident Michael Aoun entführt. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, habe Aoun dies gegenüber ausländischen Botschaften erklärt und Immunität für Hariri gefordert. In einer Stellungnahme bezeichnete Aoun demnach die Situation Hariris als "mysteriös". Alles, was dieser sage oder möglicherweise noch sagen werde, "spiegelt nicht die Realität wider". Es resultiere vielmehr aus der "dubiosen Lage, in der er sich im Königreich (Saudi-Arabien) befindet".

Wikipedia zu Aoun:
ZITAT
Die Partei CPL verfolgt im Prinzip die Ziele, die Aoun schon während des Guerre de Libération vertreten hatte: einen von den Einflüssen anderer Mächte unabhängigen Libanon. Allerdings überraschte Aoun dabei Freunde und Gegner mit seinem Bündnis mit ehemals pro-syrischen Kräften (Michel Murr) und der Hisbollah gegen den politischen Block der Hariri-Familie.

Geschrieben von: xena 11. Nov 2017, 18:55

ZITAT(Merowinger @ 11. Nov 2017, 17:26) *
Wikipedia zu Aoun:
ZITAT
Die Partei CPL verfolgt im Prinzip die Ziele, die Aoun schon während des Guerre de Libération vertreten hatte: einen von den Einflüssen anderer Mächte unabhängigen Libanon. Allerdings überraschte Aoun dabei Freunde und Gegner mit seinem Bündnis mit ehemals pro-syrischen Kräften (Michel Murr) und der Hisbollah gegen den politischen Block der Hariri-Familie.

Ohne Bündnisse kommt man im Libanon nicht weit. Um zu regieren, muss man Bündnisse schließen. Das ist keine Überraschung.

Geschrieben von: revolution 11. Nov 2017, 21:41

Der Libanon war trotz der unmittelbaren Nachbarschaft zum syrischen Bürgerkrieg und der Aufnahme von 1 Mio. Flüchtlingen überraschend ruhig und stabil. Nun wurde der Forecast für das recht positive Wirtschaftswachstum von 2.9% auf 1.8% reduziert... https://www.thenational.ae/business/economy/lebanon-s-growth-forecast-lowered-by-iif-following-pm-s-resignation-1.674154

ZITAT
Israel has instructed its overseas embassies to lobby their respective host countries in support of Saudi Arabia and its apparent efforts to destabilise Lebanon, a recently leaked diplomatic cable shows.

Sent by the Israeli foreign ministry and disclosed by Israel's Channel 10 news this week, the cable demanded that diplomats stress Iran and Hezbollah's engagement in "regional subversion".

"Hariri's resignation proves wrong the argument that Hezbollah participation in the government stabilises Lebanon," the cable says.

In a column in Israeli daily Haaretz this week, Daniel Shapiro, a former US ambassador to Israel, argued that the Saudis were trying to move the battlefield from Syria to Lebanon after their failure to topple Syrian President Bashar al-Assad.

Both Israel and Saudi Arabia have meddled in different ways in Syria during the war, with the barely concealed intention of weakening the Assad government and assisting rebel forces dominated by the Islamic State of Iraq and the Levant (ISIL) group and al-Qaeda affiliates.
http://www.aljazeera.com/news/2017/11/israel-instructs-diplomats-support-saudis-cable-171110134749905.html


Nach Israel, meldet sich nun auch Bahrain zu Wort facepalmfji3.gif

ZITAT
Bahrain calls pipeline blast 'terrorism' linked to Iran

KHOBAR, Saudi Arabia (Reuters) - Bahrain said an explosion which caused a fire at its main oil pipeline on Friday was caused by “terrorist” sabotage, linking the unprecedented attack to its arch-foe Iran, which denies any role in the Gulf island kingdom’s unrest.
https://www.reuters.com/article/us-bahrain-pipeline/bahrain-calls-pipeline-blast-terrorism-linked-to-iran-idUSKBN1DB0NW


Bloomberg spekultiert über die Sinnhaftigkeit dieser Blame Games und sinnfreien Eskalationsspirale und legt nahe, dass die Amerikaner und Saudis sich hierdurch nur ins eigene Knie schießen:

ZITAT
This can go two ways: toward either war or a new understanding of the balance of Middle Eastern power.

Iran is now, arguably, the most powerful regional actor in the Middle East. Tehran is a decisive player in Syria, Lebanon and Iraq, and its influence extends to Yemen and Afghanistan. Pushing back on Iranian power would mean confronting Iranian forces in countries where they are embedded with local militias or have been invited by host governments, as is the case in Iraq and Syria.

Furthermore, Iran is no longer a global pariah. It has a strong partnership with Russia in Syria and increasingly shared interest with Turkey on issues relating to Kurdish independence and strengthening the central government in Baghdad. Both Turkey and Iran back Qatar in its dispute with Saudi Arabia and the United Arab Emirates. That quarrel has created openings for Iran to project itself as a stabilizing force in the Middle East to other major powers such as China and India.

With the Arab world and the Gulf Cooperation Council deeply divided, Washington’s attempts to isolate Iran run counter to European, Russian, and Chinese attempts to cajole Tehran to play a more constructive regional role, one befitting its status as a rising power

U.S. attempts to undermine the nuclear deal will likely only draw other global actors to Iran’s side, especially as European countries could view Tehran as a more responsible partner in upholding commitments, in contrast to Washington's new unpredictability.

Iran is also increasingly turning to Asia as a source of credit and commerce. China views Iran as a critical component of its One Belt One Road economic initiative, which seeks to connect Beijing to the Middle East and Europe. Japan, South Korea and India also see Tehran as an untapped market worthy of short-term risks in exchange for future economic gain. All are now buyers of Iranian crude and petrochemicals, and all are looking to make substantial investments in the Iranian economy.

U.S. sanctions against Iran are unlikely to reverse its influence in the Middle East. The Syrian government is heavily dependent on Iran while the Iraqi government views it as a partner in combatting Sunni Jihadism and Kurdish separatism. Sanctions will undoubtedly slow Iran’s economic growth, as they have for the past 40 years, but they will not fundamentally alter Iran’s ability to project influence

Washington and Tehran need to come to an understanding so as not to further enflame the region.

https://www.bloomberg.com/view/articles/2017-11-11/saudi-shakeup-gives-the-u-s-an-opening-with-iran

Geschrieben von: xena 12. Nov 2017, 01:59

Ich habe fast den Verdacht, dass die Saudis versuchen den Libanon zu destabilisieren, damit die Hisbollah ihre Kämpfer aus Syrien abziehen, die eine durchaus große Bereicherung für Assad sind. Dieser wild gewordene Prinz würde ganze Regionen in Schutt und Asche legen, nur um sein Ziel in einem Konflikt zu erreichen.

Geschrieben von: revolution 12. Nov 2017, 10:12

Es wäre der Situation in der Region für mich angemessen, als Regionalstaat Zuversicht über die Erfolge gegen den IS zu teilen und die politische Befriedung und den Wiederaufbau der betroffenen Länder im nächsten Schritt am Runden Tisch zwischen den Beteiligten konstruktiv zu besprechen.

Das muss die Grundlage eines friedlichen Zusammenlebens sein. Da die Lage insgesamt bereits als angespannt und humanitär extrem schädlich zu bezeichnen ist, wäre es im Interesse aller Beteiligten den Ball erheblich flacher zu halten, da sich auch schnell mal Automatismen in Richtung eines Flächenbrandes entwickeln können. Mit der Axt im Walde wird man jetzt keine zukünftigen Probleme lösen oder vermeiden.

Ich habe wenig Hoffnung, dass die aktuelle amerikanische Administration hier besonders hilfreich ist. Es wäre sicher gut, wenn China, Indien und Europa hier ihr Gewicht geltend machen, um mäßigend und vermittelnd einzuwirken.

Geschrieben von: xena 13. Nov 2017, 02:21

Dazu müsste Europa aber davon abrücken Saudi Arabien mit Samthandschuhen zu hofieren.

Geschrieben von: Glorfindel 13. Nov 2017, 10:36

ZITAT(xena @ 13. Nov 2017, 02:21) *
Dazu müsste Europa aber davon abrücken Saudi Arabien mit Samthandschuhen zu hofieren.

Europa alleine genügt nicht, sondern auch die USA müssten davon abrücken. Saudi Arabien ist aber relativ gut damit, Politiker und Länder mit Geld zu kaufen.

Geschrieben von: Merowinger 13. Nov 2017, 21:14

ZEIT: http://www.zeit.de/politik/ausland/2017-11/saad-hariri-libanon-entfuehrung-saudi-arabien-ruecktritt

ZITAT
Nach amerikanischer und britischer Lesart wird Hariri an der Rückkehr in den Libanon gehindert. Möglicherweise steht er unter Hausarrest. Denn Saudi-Arabien will dem kleinen Mittelmeer-Anrainer jetzt Hariris älteren Bruder Bahaa als Regierungschef oktroyieren. Er hat wenig politische Erfahrung, dafür umso mehr Aversionen gegen die Hisbollah.

Eine Woche lang schwieg Washington zu dem merkwürdigen Treiben.

Hariri soll übrigens saudischer Staatsbürger sein.

Geschrieben von: Schwabo Elite 14. Nov 2017, 16:43

Ein interessanter Blog-Eintrag zum jemenitischen Bürgerkrieg. Scheinbar werden sowjetische Materialbestände aus den 1940ern dort noch aufgebraucht. Zu sehen sind ein T-34 und ein SU-100.

http://www.uskowioniran.com/2015/04/wwii-era-soviet-armor-engaged-in-yemen.html

Quellenkritik: Ich habe keine Ahnung, wie seriös das Blog ist oder wer der Autor ist. Daher bitte ich um eine entsprechend vorsichtige Diskussion der Einträge. Schon die Authentizität ist für mich unklar. Ich sehe gerade aber keinen Grund sie anzuzweifeln.

Geschrieben von: xena 14. Nov 2017, 18:54

Südjemen gehörte im KK zur sowjetischen Einflusssphäre. Die Russen haben entsprechend Material geliefert und laut IISS waren noch 2014 450 T-34 bis T-55 in Gebrauch von insgesamt 850 Kampfpanzern (zu denen auch M60A1/A3, T-72 und T-80 gehören). Wundert mich nicht, dass das Zeug eingelagert wurde und jetzt von den verschiedenen Parteien auch verwendet wird.

Geschrieben von: SailorGN 19. Nov 2017, 11:54

Die SU-100 kann auch von den Ägyptern kommen, die wollten da vor ein paar Jahrzehnten auch schonmal mitspielen. Auch wurden noch in den 70igern große Restbestände an WK2-Material am Horn (Äthiopien, Somalia) gedumpt, die DDR hat bspw. die Ausrüstung der KasVoPo dort "entsorgt", die Russen große Beute- und Altbestände bis hin zu eben T 34 und anderem. Über Schwarzmarkt und "Freiwillige" aus Eritrea kann der Kram den kurzen Weg übers Rote Meer genommen haben...

Geschrieben von: Schwabo Elite 19. Nov 2017, 12:49

Ja, alles gut vorstellbar. Außerdem hat Jemen ja eine eigene Kalter-Krieg-Geschichte, wie Xena schon schrieb. Die Sowjetunion wird es ähnlich gehandhabt haben, wie die DDR: Einfach "Hilfslieferungen für Bruderstaaten" mit Sondermüllentsorgung verbinden. Auch eine Form von Imperialismus.

Geschrieben von: Schwabo Elite 19. Nov 2017, 13:43

Interessanter Fund in "The Military Balance" von 1990 (S. 121-122): Dort werden die Streitkräfte noch separat aufgeführt, weil nach der Vereinigung der beiden Jemen noch keine Einzelheiten über die künftige Struktur bekannt war. Den nordjemenitischen Streitkräften werden dabei 30 SU-100 zugeschrieben, außerdem 475 T-54/-55 und 100 T-62. Für die südjemenitischen Streitkräfte werden schlicht 480 T-34/-54/-55/-62 aufgeführt. Sturmgeschütze sind nicht erwähnt. Ich warte noch auf den entsprechenden Scan von 1989 für einen Vergleich.

Geschrieben von: xena 19. Nov 2017, 16:54

Ich habe hier noch die Military Balance von 1986/87. Dort sind für Nordjemen 100 T-34, 450 T-54/55, 45 T-62, 64 M60A1 aufgeführt. Bei der Artillerie sind noch 30 Su-100 aufgelistet und siehe da, da tauchen diese Su-100 auf. Nordjemen war eigentlich dem Westen zugeneigt, haben aber auch günstiges Material aus dem Ostblock bezogen, was damals bei einigen westlich orientierten Entwicklungsländern der Fall war. Südjemen hingegen war als sozialistischer Staat nicht so leicht einzusehen, darum wird nur ein Gesamtbestand von 470 Panzern angegeben, die sich aus T-34, T-54/55 und T-62 zusammen setzten. Bei der Artillerie werden keine SUs angegeben. Die SU-100 kommen also von ehemaligen Nordjeminitischen Beständen. Interessant, dass die Waffen so lange eingelagert waren und nicht verschrottet wurden.


Es war in den 60ern durchaus noch üblich Sherman und T-34-85 in die dritte Welt zu verkaufen. Sie waren günstig und hatten für die dritte Welt immer noch einen gewissen Kampfwert. Gerade der T-34-85 war durch seine Kanone durchaus ausreichend. Die Israelis haben ihre Shermans sogar zu M50 und zu Panzerhaubitzen aufgerüstet, die sich gegen die arabischen T-34-85 und T-54/55 gut geschlagen haben. In den 80er Jahren wurden noch südamerikanische Shermans mit israelischen 60mm Hochgeschwindigkeitskanonen aufgerüstet, die für die damaligen Gegner dieser Länder durchaus ausgereicht haben. Die Lieferung dieses Materials war keine Entsorgung, denn zu dieser Zeit, waren das noch brauchbare Fahrzeuge und die Dritte Welt Länder hatten nicht das Geld um modernste Chieftain, M60A1 oder Leopard Panzer zu kaufen. Man musste schon Glück haben um sich Centurions leisten zu können.

Der Südjemen hatte damals auch 6 Scud. Da der Iran Scud nachbaut ist es nicht verwunderlich, wenn der Jemen, auch nach seiner Wiedervereinigung, den nächst besten Lieferanten für Scuds gesucht hat, um die Systeme weiterhin zu betreiben, denn die Russen waren nach dem Fall der Sowjetunion als Lieferanten ausgefallen und so viele Hersteller für das System gab es ja nicht. Die Zusammenarbeit mit dem Iran gibt es also nicht erst seit dem Houthi-Aufstand.

Geschrieben von: SailorGN 19. Nov 2017, 19:01

Also, gerade in der Region war WK2-Großgerät nicht wirklich obsolet. Die "Entsorgung" bezieht sich überwiegend auf Infanteriewaffen, Effekten und Munition. Die älteren Panzer, insbesondere T34-85 und Shermans waren aufgrund ihrer technischen Robustheit doch gern genommen, da es keine/kaum entsprechende Wartungsinfrastruktur gab/gibt. Israel ist da gerade nicht beispielhaft, weil a) ein bissl weg und b) mit der technologisch/industriellen Basis für Kawestierungen. Die afrikanischen Staaten der Region und der Jemen haben nie verbessert, sondern "nur" genutzt. Ich bezweifele auch, dass diese Panzer je lange im Arsenal standen, da sie insbesondere für schnell ausgehobene Formationen/Milizen einfach zu nutzen sind. Schon ein M48 oder auch T62 braucht mehr Wartung als ein T34... dazu kommt, dass letzterer die gleiche Mun verwendet wie die D 44 und ihre Derivate (bspw. Typ 56 der Chinesen), welche ebenfalls ihren Weg in die Region gefunden haben. Ähnlich kann man auch die D-10, bzw B-3 und die T54/55 sehen.

Geschrieben von: Schwabo Elite 20. Nov 2017, 16:30

ZITAT(xena @ 19. Nov 2017, 16:54) *
Ich habe hier noch die Military Balance von 1986/87. Dort sind für Nordjemen 100 T-34, 450 T-54/55, 45 T-62, 64 M60A1 aufgeführt. Bei der Artillerie sind noch 30 Su-100 aufgelistet und siehe da, da tauchen diese Su-100 auf. Nordjemen war eigentlich dem Westen zugeneigt, haben aber auch günstiges Material aus dem Ostblock bezogen, was damals bei einigen westlich orientierten Entwicklungsländern der Fall war. Südjemen hingegen war als sozialistischer Staat nicht so leicht einzusehen, darum wird nur ein Gesamtbestand von 470 Panzern angegeben, die sich aus T-34, T-54/55 und T-62 zusammen setzten. Bei der Artillerie werden keine SUs angegeben. Die SU-100 kommen also von ehemaligen Nordjeminitischen Beständen. Interessant, dass die Waffen so lange eingelagert waren und nicht verschrottet wurden.

Gut, das ist ja deckungsgleich zu den Angaben von 1990 für Gesamtjemen. smile.gif Danke!

Geschrieben von: Schwabo Elite 20. Nov 2017, 16:31

ZITAT(SailorGN @ 19. Nov 2017, 19:01) *
Israel ist da gerade nicht beispielhaft, weil a) ein bissl weg und b) mit der technologisch/industriellen Basis für Kawestierungen. Die afrikanischen Staaten der Region und der Jemen haben nie verbessert, sondern "nur" genutzt. Ich bezweifele auch, dass diese Panzer je lange im Arsenal standen, da sie insbesondere für schnell ausgehobene Formationen/Milizen einfach zu nutzen sind. Schon ein M48 oder auch T62 braucht mehr Wartung als ein T34... dazu kommt, dass letzterer die gleiche Mun verwendet wie die D 44 und ihre Derivate (bspw. Typ 56 der Chinesen), welche ebenfalls ihren Weg in die Region gefunden haben. Ähnlich kann man auch die D-10, bzw B-3 und die T54/55 sehen.

Die Israelis haben die auch ca. 15-20 Jahre vorher aus den Fronttruppen entfernt. Spätestens. M3 Halbketten fuhren noch recht lange.

Geschrieben von: revolution 22. Nov 2017, 17:03

Die US Hilfsorganisation "International Rescue Committee" fordert ungewohnt forsch die Herstellung des humanitären Zugangs zum Jemen, da sich wohl eine humanitäre Katastrophe abzeichnet.

ZITAT
Yemen: Collective punishment must end now

New York, NY, November 22, 2017 — The U.S.-backed Saudi-led Coalition (SLC) must immediately end its blockade of international airports, seaports and and crossings in Yemen. This blockade is is a blatant violation of international law which could amount to collective punishment, the International Rescue Committee (IRC) said today.

Each week, the inability to deliver humanitarian aid by IRC alone will cost the lives of 500 children to malnutrition; prevent access to health services for 8,000 people; and prevent access to clean water for 15,000 people in the midst of the world's largest cholera outbreak on record. If it continues, the blockade will have devastating consequences—the recent Famine Early Warning Systems update on Yemen, the official body that declares famines, suggests that thousands would die as a result of lack of medicine and overland transport of supplies.

With every day that passes, the international community is complicit in what could amount to collective punishment, pushing millions of innocent men, women, and children closer to a catastrophic famine in a country already ravaged by nearly four years of war. The global community must exert all possible leverage on the SLC to lift the blockade immediately and then take steps to address the existing sanctions regime the SLC has used to justify the delay and denial of commercial and humanitarian supplies to Yemen since 2015.

On November 6, 2017, the SLC declared a “temporary” closure of Yemen’s international ports of entry in response to a ballistic missile attack by Houthi combatants on Saudi Arabia the day before, promising to take into consideration the continuation of the entry and exit of humanitarian supplies and crews. Instead, they maintained a total blockade of the country for 7 days and a complete blockade of ports under Houthi control remains in force.

This partial lifting of the blockade provides little relief to Yemenis. Because ports like Hodeida, where 80% of humanitarian and commercial goods enter the country, remain closed, humanitarian and commercial imports remain a trickle at best. Right now, only about a fifth of the basic goods required for the 21 million people in need of humanitarian assistance can enter Yemen. All of IRC’s pharmaceutical procurement is done internationally and was already subject to significant delays. IRC’s recovery to previous levels and scaling will take weeks—not days—if and when the blockade is lifted.

“We are far beyond the need to raise an alarm.
https://www.rescue.org/press-release/yemen-collective-punishment-must-end-now


Die saudisch geführte Koalition (SLC) wäre für meine Begriffe dringend gefordert, humanitäre Güter im vollständig abgeriegelten Land an die Zivilbevölkerung zu verteilen, anstatt das Gegenteil zu tun. Für Genozid braucht es nicht zwangsläufig WMD. Zumal die Cholera ja bereits eh schon ausgebrochen ist.

Geschrieben von: Merowinger 22. Nov 2017, 19:17

Nachtrag: Hariri ist nach ein paar Tagen in Frankreich zurück im Libannon, und will ersteinmal Ministerpräsident bleiben. Zwei seiner Söhnen verbleiben in Saudi-Arabien.

Geschrieben von: revolution 24. Nov 2017, 20:01

ZITAT
Saudischer Kronprinz nennt Ayatollah Chamenei "neuen Hitler"

In einem Interview mit der New York Times hat der saudische Kronprinz Salman Erzfeind Iran brüskiert: Er verglich den geistlichen Führer des Landes mit Hitler. Das dürfte die Spannungen zwischen den Rivalen verschärfen.

Chamenei sei "der neue Hitler des Mittleren Ostens". Salman wörtlich: "Wir wollen nicht, dass der neue Hitler des Iran im Mittleren Osten wiederholen kann, was in Europa geschehen ist." Aus Europa habe er gelernt, "dass Beschwichtigungspolitik nicht funktioniert".

In dem Zeitungsinterview verteidigte der saudische Kronprinz auch die Festnahme dutzender Prinzen und anderer führender Persönlichkeiten Saudi-Arabiens Anfang des Monats unter Korruptionsvorwürfen. Es sei "lächerlich" nahezulegen, dass die Antikorruptionskampagne ein Griff nach der Macht gewesen sei. Sein Vater König Salman habe bei seinem Amtsantritt 2015 geschworen, der Korruption ein Ende zu setzen, sagte der Kronprinz weiter. Das Ermittlungsteam habe in den vergangenen zwei Jahren sehr genaue Informationen gesammelt. Nach Schätzungen gingen jedes Jahr rund zehn Prozent der Regierungsausgaben durch Korruption verloren.
http://www.dw.com/de/saudischer-kronprinz-nennt-ayatollah-chamenei-neuen-hitler/a-41518398


Der Shitstorm hört ja gar nicht mehr auf... hmpf.gif
Mit unüberlegtem Sendungsbewusstsein und stetigem Öl ins Feier gießen, in einer Phase in der eigentlich jede Form der pragmatischen Kooperation für die Anrainerstaaten sinnvoll wäre, schadet sich der Prinz von Saudi Arabien selbst am meisten.

Eine Entspannungspolitik gegenüber den beiden durchaus einflussreichen Ländern Katar und Iran würde für die Saudis aber vieles erleichtern. Das ist auch die brauchbarste Option am Ende.

Saudi Arabien vermauert sich nämlich gerade selbst den notwendigen sicherheitspolitischen Dialog über die Zukunft der zerstörten Länder Syriens, Iraks und Afghanistans. Als vermeintliche Siegermächte machen das die Russen, USA, Türkei und Iran mit den Irakern und Syrern aus. Mit konstruktiver Haltung wäre hier für Saudi Arabien sicher mehr drin gewesen. Jedenfalls liegt der eigene Anspruch sicher höher. wink.gif

Durch ihre dominante Rolle im Golfkooperationsrat (GCC) schottet die SA selbigen zudem gleichwohl auch von einem konstruktiven Dialog ab, soweit es ihnen möglich ist. Der arabische Staat welcher dort ausschert und eine andere Position annimmt, wird die Konsequenzen von Katar erfahren und spüren.

Aber was wollen die Saudis denn jetzt machen, um Ihre Interessen einzubringen? Warten bis der Nebel verzogen ist und dann wieder dubiose Extremisten mit Waffen und Geld zukacken?
Die Saudis können diese Länder demographisch, diplomatisch und wirtschaftlich in keinster Weise gar nicht unter ihre Schirmherrschaft nehmen. Dazu fehlt in Relation zu anderen Anrainern der natürliche Foothold. Außer Erdöl-Dollar-Waffen-Madrassen besitzen sie keinerlei Exportgüter um diese in Supermarktregale in Syrien oder dem Irak oder sonstwo zu stellen. Sie können daher nicht einmal wirklich Nutzen ziehen oder den Ländern irgendwas konstruktives anbieten. Die diplomatischen und militärischen Geschicke scheinen sich ebenfalls eher in Grenzen zu halten, um Dinge effektiv mit planvollem Ausgang zu gestalten. Mir insofern nicht klar, was der Masterplan vom Prinz eigentlich ist?

Heute wurden wohl über 200 Sufis beim Gebet auf der Sinai Halbinsel in die Luft gesprengt. Die Täter werden, wie so oft, im wahabitisch-salafistischen Umfeld vermutet. Vor ein paar Monaten wurden in Ägypten bereits hunderte koptische Christen ermordet. Die Gebiete unter Kontrolle des IS, Al-Kaida und Saddam Husseins waren von Massengräbern, massivster Unterdrückung und Gewalt geprägt. Aber für all das ist ja bekanntlich der Iran verantwortlich, in dessen Land -den staatlichen SA und Stasi Methoden zum trotz- rund 600 christliche Kirchen und rund 60 jüdischen Synagogen stehen. Mir ist aktuell kein Anschlag auf eines dieser Häuser bekannt und meines Wissens nach werden Steuergelder(!) für teils aufwändige Erhaltungsmaßnahmen für nach saudischer Lesart subversives Götzentum verschwendet. Wer das zulässt muss sich im Land von Hitlers Erben befinden. Ganz bestimmt.

Aber irgendwann folgen Taten auf Worte und dann knallt's. Das wäre im Effekt ziemlich schlecht für die Iraner, weil sie dann der GCC/US/Israel und einer Horde Terroristen und ggf. sich emanzipierenden Kurden im worst-case Szenario gleichzeitig gegenüberstehen. Danach sieht es im Iran durch die massivst unterlegene Luftwaffe genauso aus, wie im Jemen. Vielleicht sollte Khamenei in den Hitlertagebüchern dringend nachsehen, wie man sich in sehr kurzer Zeit gewaltige Panzertruppen und eine potente Luftwaffe aufbaut...sonst wird das auf absehbare Zeit nichts mehr mit Weltherrschaft und so.

Geschrieben von: Dave76 28. Nov 2017, 11:08

ZITAT
Saudi-Arabien

Mehr als 40 islamische Länder beteiligen sich an Anti-Terror-Koalition

26. November 2017

In Saudi-Arabien hat Kronprinz Salman eine neue Anti-Terror-Koalition ins Leben gerufen, der sich offiziell 41 islamische Länder angeschlossen haben.

Salman sagte bei einem Treffen mit Vertreten der beteiligten Länder in Riad, das Militärbündnis sei ein starkes Signal an terroristische Organisationen. Künftig würden alle Mitglieder der neuen Allianz ihre Geheimdienst-Aktivitäten bündeln, um Terrorismus erfolgreicher zu bekämpfen. Außerdem sollen nach Salmans Worten die militärischen, finanziellen und politischen Bemühungen gegen Terror verstärkt und gemeinsam koordiniert werden.

Der saudische Kronprinz hatte bereits vor zwei Jahren angekündigt, eine solche Koalition bilden zu wollen. Neben dem konkreten militärischen und politischen Vorgehen wollen die Mitgliedstaaten auch in sozialen Netzwerken und Online-Kommunikationsplattformen aktiver werden. Außerdem haben sich die Teilnehmer dazu verpflichtet, die Philosophie des Islam aufrecht zu erhalten und in ihrem ursprünglichen Sinne zu verbreiten. Salman führte aus, es gehe im Kern um Werte wie Toleranz und Mitgefühl. Die Religion biete keinen Raum für terroristische Gedanken.

Der neuen islamischen Anti-Terror-Koalition gehören größtenteils Länder mit sunnitischer Führung an, wie beispielsweise Pakistan, Jordanien, der Libanon und die Türkei. Nicht dabei sind der schiitische Iran, Irak und Syrien.

http://www.deutschlandfunk.de/saudi-arabien-mehr-als-40-islamische-laender-beteiligen.1939.de.html?drn:news_id=820155

Geschrieben von: revolution 30. Nov 2017, 14:02

Der Französische President Macron hat dem Prinz Salman eine Liste mit Terrororganisationen übergeben und ihn aufgefordert die Unterstützung selbiger umgehend einzustellen.
So kann dieser auch gleich die Ernsthaftigkeit seiner Anti-Terror-Allianz belegen. wink.gif

ZITAT
France’s Macron to give Saudi Arabia extremist list

Paris: French President Emmanuel Macron said on Wednesday he would draw up a list of extremist organisations to convey to Saudi Arabia after its crown prince pledged to cut their funding.
Saudi Arabia finances groups overseen by the Makkah-based Muslim World League, which for decades was charged with spreading the strict Wahhabi school of Islam around the world.

“When I went to Riyadh (this month), he made a commitment, such that we could give him a list and he would cut the financing,” Macron said during an interview with France 24 television.

“I believe him, but I will follow up. Trust is built on results,” Macron added.

http://gulfnews.com/news/gulf/saudi-arabia/france-s-macron-to-give-saudi-arabia-extremist-list-1.2133071


Staatlich finanzierte Think-Tanks wie das Meir Amit Intelligence and Terrorism Information Center mit Nähe zum israelischen Geheimdienst und Militär sieht hier andere Optionen. Wie die Jerusalem Times berichtet, betont der halbstaatliche Think-Tank die positiven Potentiale die der ISIS in der Konfrontation mit dem Iran im Sinne der israelischen Sache bietet. So könnte der IS die Iranischen Truppen in Syrien und Irak durch Hit & Run Angriffe schwächen und durch Anschläge gegen zivile Ziele für Unruhe und Instabilität sorgen. Damit preise man zwar keine "formale" Allianz mit dem IS an, aber diese bestehe durch diesen Umstand "auf eine Art"...Prost-Mahlzeit:

ZITAT
A new report suggests that in the narrow arena of confronting Iran’s presence in Syria, ISIS and Israel’s interests may temporarily converge, which in a way makes them allies.

The new Meir Amit Intelligence and Terrorism Information Center report in no way suggests any formal alliance between ISIS and Israel, and it is widely assumed that ISIS will continue to try to attack Israel via its Sinai chapter.

But in the era after ISIS as a state has fallen – when Israel’s new main concern is Iran’s presence in Syria and its attempts to smuggle game-changing weapons through Syria to Hezbollah in Lebanon – both ISIS and Israel may be targeting the same Iranians.

“The multipronged terrorist attack carried out by the organization against” Iran’s Majlis building and Khomeini’s tomb in Tehran on June 7, “illustrated the potentially dangerous effects of the confrontation between Iran and ISIS on Iran’s internal security,” the report states.

In addition, the report says, “We assess that Iran and the militias under their patronage will struggle to provide an adequate response to this terrorism challenge.”

In some ways, Israel has not shed too many tears when ISIS hit Iran and its allies even before this point. But as long as ISIS held significant territory, it was regarded as a major threat.

Now that ISIS is no longer an invasion threat to Israel, Israel can now unambiguously view ISIS attacks on Iran and Iranian proxies as beneficial.

The report also says that Iranian ambitions of creating a Shia corridor of rule will run up against resistance from the US, Russia, Turkey and the overall population demographics in the region which favor Sunnis over Shia

http://www.jpost.com/Middle-East/Report-ISIS-Israel-temporary-allies-against-Iran-515358


Derweil haben Türkei, Iran und Katar Verträge unterzeichnet, um den Transport von Gütern in das nach wie vor unter Blockade stehende Katar zu erleichtern. Das Handelsvolumen zwischen diesen drei Staaten soll zudem mit Hilfe von Freihandelsabkommen, Vereinfachung von Reisen und Warentransport signifikant erhöht werdem. Aserbaidschan hat sich offenbar ebenfalls diesem Trio beim Aufbruch der Blockade angeschlossen.

ZITAT
Turkey, Iran and Qatar on Sunday signed a transportation pact for boosting trade among the three countries.

Turkey’s Economy Minister Nihat Zeybekci and his Qatari counterpart Ahmed bin Jassim bin Mohammed Al Thani were in the Iranian capital Tehran to sign the agreement with Iran’s Minister of Industries, Mining and Trade Mohammad Shariatmadari.

Saudi Arabia, aided by Bahrain, the UAE and Egypt, cut ties with Qatar in June, accusing Doha of backing extremism, a charge that Qatar denies.
Since the crisis erupted, Iran and Turkey–whose relations have warmed considerably in recent months–have sought to help break Qatar’s isolation, including by increasing food exports to the emirate.

https://financialtribune.com/articles/domestic-economy/76877/iran-turkey-qatar-sign-deal-to-ease-doha-blockade

Geschrieben von: xena 30. Nov 2017, 17:36

ZITAT(revolution @ 30. Nov 2017, 13:02) *
Staatlich finanzierte Think-Tanks wie das Meir Amit Intelligence and Terrorism Information Center mit Nähe zum israelischen Geheimdienst und Militär sieht hier andere Optionen. Wie die Jerusalem Times berichtet, betont der halbstaatliche Think-Tank die positiven Potentiale die der ISIS in der Konfrontation mit dem Iran im Sinne der israelischen Sache bietet. So könnte der IS die Iranischen Truppen in Syrien und Irak durch Hit & Run Angriffe schwächen und durch Anschläge gegen zivile Ziele für Unruhe und Instabilität sorgen. Damit preise man zwar keine "formale" Allianz mit dem IS an, aber diese bestehe durch diesen Umstand "auf eine Art"...Prost-Mahlzeit:

Es war schon immer Politik Israels, dass sich die arabischen Staaten untereinander beschäftigen. Somit beschäftigen sie sich nicht mit Israel. Das würde jeder machen. Auch die Araber freut es, wenn die Palestinenser die Israelis beschäftigen. Es ist nun mal ein ziemlich schmieriges Geschäft...

Geschrieben von: Hummingbird 5. Dec 2017, 13:49

ZITAT
Did American Missile Defense Fail in Saudi Arabia?

By MAX FISHER, ERIC SCHMITT, AUDREY CARLSEN and MALACHY BROWNE DEC. 4, 2017

The official story was clear: Saudi forces shot down a ballistic missile fired by Yemen’s Houthi rebel group last month at Saudi Arabia’s capital, Riyadh. It was a victory for the Saudis and for the United States, which supplied the Patriot missile defense system.

“Our system knocked the missile out of the air,” President Trump said the next day from Air Force One en route to Japan, one of the 14 countries that use the system. “That’s how good we are. Nobody makes what we make, and now we’re selling it all over the world.”

But an analysis of photos and videos of the strike posted to social media suggests that story may be wrong.

Instead, evidence analyzed by a research team of missile experts appears to show the missile’s warhead flew unimpeded over Saudi defenses and nearly hit its target, Riyadh’s airport. The warhead detonated so close to the domestic terminal that customers jumped out of their seats.

[...]
https://www.nytimes.com/interactive/2017/12/04/world/middleeast/saudi-missile-defense.html?hp&action=click&pgtype=Homepage&clickSource=story-heading&module=photo-spot-region&region=top-news&WT.nav=top-news

Geschrieben von: Nite 12. Dec 2017, 14:14

ZITAT
Opinion > Comment

Saleh has lost the battle, but the Houthis may have lost the war
Recent events may mark the beginning of the end for the conflict in Yemen, writes Mohammed Alyahya

The execution of former Yemeni president Ali Abdullah Saleh earlier this week happened after three days of intense clashes in Sanaa. Saleh-allied forces, consisting primarily of Yemen’s Republican Guards, contested with Iranian-backed Houthi rebels. Saleh had been allied with the Houthis until just last week, when he abandoned their three-year partnership after strains in their relationship culminated in a fall-out that led to all-out conflict in Sanaa’s streets.

Clearly Saleh’s assassination was a message from the Houthis' patrons in Tehran. Its intended recipients are the Trump administration and its coalition allies. The message seems to be: Iran has the ability to overturn your best-laid plans. However, given Yemen’s history and sociology, it appears the Iranians may have overplayed their hand.

[...]

https://www.thenational.ae/opinion/comment/saleh-has-lost-the-battle-but-the-houthis-may-have-lost-the-war-1.682322

Geschrieben von: Dave76 26. Dec 2017, 10:37

ZITAT
Provinz Hodeida

Mehr als 60 Tote bei Kämpfen im Jemen

26.12.2017

Der Krieg im Jemen scheint sich zu intensivieren. Bei Luftangriffen und Kämpfen kommen mehr als 60 Menschen ums Leben. Es geht um eine strategisch wichtige Provinz.

Im Bürgerkrieg im Jemen sind seit Sonntag mehr als 60 Menschen getötet worden. Wie Sicherheitskräfte am Montag mitteilten, wurden bei Luftangriffen der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition in der westlichen Provinz Hodeida mindestens 53 Huthi-Rebellen getötet. Mehrere Krankenhäuser in der gleichnamigen Provinzhauptstadt bestätigten die Angaben. Zudem seien 63 Rebellen verletzt worden. Die Regierungstruppen zählten in ihren Reihen mindestens zwölf Tote und 19 Verletzte.

Aus der Provinz Hodeida wurde am 19. Dezember zum zweiten Mal eine Rakete auf die saudi-arabische Hauptstadt Riad abgeschossen. Seitdem haben sich die Luftangriffe sowie die Kämpfe am Boden verstärkt, beide Seiten verstärkten ihre Truppenpräsenz in Hodeida.

Die Provinz ist von strategischer Bedeutung, sie hat einen wichtigen Hafen am Roten Meer. Die Stadt Hodeida und der Hafen werden von den Huthis kontrolliert.

Im Jemen kämpfen die Truppen des nach Saudi-Arabien geflohenen sunnitischen Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi gegen die von Iran unterstützten schiitischen Huthi-Rebellen. Seit dem Eintritt der von Riad angeführten Koalition in den Bürgerkrieg im Jahr 2015 wurden mehr als 8750 Menschen getötet und Zehntausende verletzt. Rund 8,4 Millionen Menschen sind nach UN-Angaben vom Hunger bedroht. Außerdem herrscht im Jemen eine dramatische Cholera-Epidemie.

Quelle: rad./AFP

http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/mehr-als-60-tote-bei-luftangriffen-und-kaempfen-im-jemen-15358406.html

Geschrieben von: revolution 27. Dec 2017, 08:30

ZITAT
'Civilians killed' in Saudi raids in Yemen's Taiz

At least 20 people are reported to have been killed and dozens more wounded in a series of Saudi-led air raids on a market in southwestern Yemen.

Sources told Al Jazeera that Tuesday's coalition raids struck Souk al-Shahra, a popular market in a Houthi rebels-held area of Taiz province, about 200km southwest of the capital, Sanaa.

At least 13 civilians were killed and another 17 injured, one source said, adding that at least 10 rebel fighters were also among the fatalities.

Another source said that body parts were thrown hundreds of metres from the blast sites. Relatives of some of the victims were unable to identify their charred remains.
...
Attempting to cut off the alleged supply of weapons to the rebels from Iran, the blockade has had a devastating impact on millions, pushing more than eight million to within "a step of famine".

The UN says that more than 60,000 people have been killed or wounded in the conflict, which also displaced more than three million people.

The country is also facing a deadly cholera outbreak, a direct consequence of the war, that has claimed about 2,000 lives and affected more than one million people since April.
http://www.aljazeera.com/news/2017/12/killed-saudi-raids-yemen-taiz-171226123235901.html

Geschrieben von: Hummingbird 25. Feb 2018, 12:41

PBS Frontline:

Bitter Rivals: Iran and Saudi Arabia

https://www.pbs.org/wgbh/frontline/film/bitter-rivals-iran-and-saudi-arabia/

Geschrieben von: revolution 23. Mar 2018, 00:53

ZITAT
Mattis Praises Saudis, $1B Arms Sale to Be Approved
By THE ASSOCIATED PRESSMARCH 22, 2018, 5:08 P.M. E.D.T.

WASHINGTON — Defense Secretary Jim Mattis on Thursday said Saudi Arabia was "part of the solution" in Yemen, where the Saudis are leading a U.S.-supported military campaign against Houthi rebels that is heavily criticized for inflicting civilian casualties.

Mattis spoke at the start of a Pentagon meeting with Saudi Crown Prince Mohammed bin Salman, who is on a three-week U.S. visit. Earlier this week the Senate debated and then shelved a resolution calling for an end to U.S. support for the Saudi-led coalition in Yemen. Mattis had opposed the measure, saying it would be counterproductive by increasing civilian casualties, jeopardizing counterterrorism cooperation and emboldening Iran to increase its support for Houthi rebels.

In another vote of confidence in the Saudi military, the Trump administration told Congress on Thursday it planned to approve an arms sale to Saudi Arabia valued at more than $1 billion. The State Department said the package includes up to about 6,700 U.S.-made anti-tank missiles, along with servicing, maintanence and parts for helicopters and tanks already in the kingdom's arsenal.

During a photo-taking session with the crown prince, Mattis was asked by a reporter whether he would raise concerns about civilian casualties in Yemen. Mattis said the U.S is working with the U.N.'s new envoy to Yemen, Martin Griffiths of Britain, in pursuit of a political solution to the civil war, which has killed more than 10,000 civilians since it started in March 2015.

"We believe that Saudi Arabia is part of the solution," Mattis said. He added: "They have stood by the United Nations-recognized government, and we are going to end this war. That is the bottom line. And we are going to end it on positive terms for the people of Yemen but also security for the nations in the peninsula."

In prepared remarks, Mattis said the U.S. has a strong relationship with Saudi Arabia in fighting extremists and deterring malign activities by Iran. He said a political settlement in Yemen would protect Saudi Arabia and deny safe haven to terrorists.

"Your significant amounts of humanitarian aid is critical to help the innocent caught up in this conflict (and) we applaud you for that," he told the crown prince.
https://www.nytimes.com/aponline/2018/03/22/us/politics/ap-us-united-states-saudi-arabia.html


looool! lol.gif facepalmfji3.gif

Geschrieben von: Hummingbird 23. Mar 2018, 01:38

"Mad Dog" Mattis...


Geschrieben von: Hummingbird 23. Mar 2018, 19:00

Bei den oben genannten ATGM handelt es sich um TOW 2B (BGM-71F-Series)

http://www.dsca.mil/major-arms-sales/saudi-arabia-tow-2b-bgm-71f-series-missiles


Geschrieben von: Kameratt 23. Mar 2018, 21:41

Sicherlich nur Zufall, wenn sie später - zusammen mit ein paar Schiffsladungen Sowjetwaffen aus Bulgarien - bei einer syrischen Rebellengruppe auftauchen.

Geschrieben von: Hummingbird 23. Mar 2018, 22:32

Unwahrscheinlich. In Syrien sind Varianten der BGM-71E Serie aufgetaucht. Die Bestellung um die es hier geht, ist eine neuere Variante mit top-down-attack Fähigkeit.

Geschrieben von: Kameratt 26. Mar 2018, 17:13

Bei dem jüngsten Scud-Angriff aus dem Jemen auf die saudische Hauptstadt haben wohl mehrere Patriot-Raketen das Ziel verfehlt und sind auf dem Boden aufgeschlagen.
Die Wikrug war anscheinend verheerender als durch die anfliegenden Scuds selbst.

https://www.youtube.com/watch?v=rSwzwMAVc14

Geschrieben von: Hummingbird 26. Mar 2018, 18:28

ZITAT(Kameratt @ 26. Mar 2018, 18:13) *
Bei dem jüngsten Scud-Angriff aus dem Jemen auf die saudische Hauptstadt haben wohl mehrere Patriot-Raketen das Ziel verfehlt und sind auf dem Boden aufgeschlagen.
Die Wikrug war anscheinend verheerender als durch die anfliegenden Scuds selbst.

https://www.youtube.com/watch?v=rSwzwMAVc14
Sieht aus als wenn die gleiche fehlgeleitete Rakete von unterschiedlichen Kameras aufgezeichnet wurde. Die Saudis behaupten die SRBM erfolgreich abgefangen zu haben und das ein Ägypter von herabfallenden Trümmern erschlagen wurde. Kann natürlich durchaus sein, dass der Unglückliche von der Patriot erwischt wurde. Dieses Video ist schon ziemlich danger close: https://twitter.com/3gb_1/status/978019675903754240?s=21

Edit: Eine zweite Patriot hat sich anscheinend kurz nach dem Start zerlegt.
https://twitter.com/adii_khaan/status/978012403513380865

Geschrieben von: revolution 27. Mar 2018, 01:45

ZITAT
Doubt cast on Saudi claims of Houthi missile interception
Kingdom says it has been targeted by 90 ballistic missiles from Yemen's Houthi rebels over the past three years.

Saudi Arabia has claimed to have intercepted all seven missiles fired from Yemen, but missile experts who watched interception videos have questioned those claims.

Jeffrey Lewis, a missile expert at the Middlebury Institute of International Studies in Monterey, California, has previously studied other Saudi Patriot missile launches.

Other analysts have also questioned the US Patriot defence system's suitability for intercepting missiles such as those fired by Houthis in Yemen.

One video appears to show a Patriot missile launch on Sunday night going rapidly wrong, with the missile changing course midair, crashing into a neighbourhood in Riyadh and exploding.
Another appears to detonate shortly after being launched in the Saudi capital.

"It's more likely that none of the missiles have been intercepted than it is that the Saudis have shot down any," said Lewis.
Sunday night: Saudi Colonel Turki al-Maliki only said in a statement that "all seven ballistic missiles were intercepted and destroyed".

The Saudi military said three of the missiles were aimed at Riyadh, two were aimed at Jazan and one each was aimed at Najran and Khamis Mushait.

The Saudi-owned satellite news channel Al Arabiya aired footage that it said showed Patriot missile batteries shooting at the incoming Houthi missiles in Riyadh.
One Patriot missile appears to explode seconds after being launched, drawing a shout from a bystander as flaming fragments rain down on the ground.
Casualties: Sunday night's launch saw one Egyptian killed and two others wounded in Riyadh by a missile fragment, marking the first casualties in the Saudi capital since the war began.

Previous rockets fired by the Yemeni rebels have caused deaths in other parts of the kingdom.

Saudi Arabia says it has been targeted by some 90 ballistic missiles launched by Houthi rebels and their allies since launching a war against them three years ago.
https://www.aljazeera.com/news/2018/03/doubt-cast-saudi-claims-houthi-missile-interception-180326124054084.html



Geschrieben von: Warhammer 27. Mar 2018, 05:32

Das erste Video ist ja mal ein guter Moment um sich ganz böse in die Hose zu machen. hmpf.gif

Geschrieben von: revolution 28. Mar 2018, 00:21

Bei der Angriffsstrategie der Houthis stellt sich mir die Frage, ob ihnen wirklich daran gelegen ist, ihre SRBM/MRBM effektiv einzustzen...
Beispielsweise wäre es in Bezug auf ein potentielles Schadensbild wesentlich geschickter, einen Volley mit den 7 Raketen auf ein einziges Ziel abzufeuern, statt mit diesen Raketen 3-4 unterschiedliche Ziele zu beschiessen. Das ist rein statistisch durch den CEP und die Abfangmöglichkeiten einzelner Raketen vs. Salve so und das dürfte den Houthi bzw. den Verbündeten Teilen der jemenitischen Armee ganz bestimmt bekannt sein. Insofern scheint es den Houthi bei den Angriffen vermutlich eher um mediale Effekthascherei zu gehen, etwa um Angst und Kritik gegen den Jemen-Krieg in der saudischen Bevölkerung zu steigern, um zu zeigen dass kein Ort sicher ist, anstatt militärische, ökonomische oder zivile Ziele tatsächlich hart zu treffen. Auch wenn Saudi Arabien und seine westlichen Verbündeten hier von einer Eskalation sprechen, so handelte es sich nach meiner persönlichen Einschätzung viel eher um einen gemässigt dosierten Angriff, möglicherweise auch um eine all zu harte Vergeltung zu vermeiden.

Geschrieben von: Kameratt 28. Mar 2018, 05:40

Oder es liegt schlicht an der fehlenden Genauigkeit. Schon die irakischen Scuds mit gesteigerter Reichweite bei reduzierter "Nutzlast" waren nicht besonders präzise.

Geschrieben von: Warhammer 28. Mar 2018, 05:43

Ich denke auch, dass die Houthis sich durchaus bewusst sind, wie ungenau die SRBMs sind.
So kriegt ein möglichst großer Teil der saudischen Bevölkerung etwas mit.

Geschrieben von: revolution 28. Mar 2018, 09:53

ZITAT(Kameratt @ 28. Mar 2018, 06:40) *
Oder es liegt schlicht an der fehlenden Genauigkeit. Schon die irakischen Scuds mit gesteigerter Reichweite bei reduzierter "Nutzlast" waren nicht besonders präzise.


Ich verstehe Deinen verkürzten Kommentar inhaltlich nicht. Was liegt an der fehlenden Genauigkeit?

Geschrieben von: Hummingbird 28. Mar 2018, 12:29



https://twitter.com/riskstaff/status/976747824716156928


Geschrieben von: revolution 28. Mar 2018, 13:08

Zwei F-16 der VAE wurden wohl letzte Nacht über dem Jemen mit SAM beschossen: https://youtu.be/SkKOT2XFHWw

Geschrieben von: Kameratt 28. Mar 2018, 14:31

ZITAT(revolution @ 28. Mar 2018, 10:53) *
Ich verstehe Deinen verkürzten Kommentar inhaltlich nicht. Was liegt an der fehlenden Genauigkeit?

Dass man nicht einfach ein (Punkt)Ziel mit mehreren Raketen angreifen kann, weil die Spannweite der Streuung mehrere Kilometer betragen kann.

ZITAT(Hummingbird @ 28. Mar 2018, 13:29) *


https://twitter.com/riskstaff/status/976747824716156928

Passend zu diesem Bild wäre natürlich noch dieses:

Geschrieben von: revolution 28. Mar 2018, 14:48

ZITAT(Kameratt @ 28. Mar 2018, 15:31) *
ZITAT(revolution @ 28. Mar 2018, 10:53) *
Ich verstehe Deinen verkürzten Kommentar inhaltlich nicht. Was liegt an der fehlenden Genauigkeit?

Dass man nicht einfach ein (Punkt)Ziel mit mehreren Raketen angreifen kann, weil die Spannweite der Streuung mehrere Kilometer betragen kann.


Ein Flughafen, eine Militärbasis, eine petrochemische Anlage oder gar eine Stadt sind keine Punktziele. Ein durchaus realistischer CEP von 1km bedeutet, dass 98% der Raketen in einem Radius von 2km einschlagen. Das sollte sogar bei 7 Raketen reichen um bei einem der o.g. Ziele richtig Ärger zu machen. Daher sprach ich davon, dass es statistisch gesehen ungleich effektiver ist, diese Ziele mit einer Salve zu bestreichen und nicht mit einer Rakete. Die Houthis haben mit 7 Raketen 4 komplett unterschiedliche, weit voneinander entfernte Ziele angriffen, die im Fall der offenbar bis zu 3 Raketen auf das mit PAC3 bespickte Riad über 600km voneinander von den anderen Angriffsorten entfernt waren. Das ist ein furchtbar ineffektiver Einsatz von SRBM/MRBM, sofen Effektivität (versus Effekthascherei) denn überhaupt eingeplant war, was ich bezweifle .. 7 Raketen auf einen Regionalflughafen oder einen Chemiekomplex und es hätte mit belastbarer statistischer Wahrscheinlichkeit dutzende Todesopfer und Sachschäden gegeben. Die Huthis haben sich anders entschieden und eher das Signal verbreiten wollen, dass kein Ort in Saudi Arabien sicher ist. Meinen Eingangsbeitrag zu dem Thema kannst Du Dir unter diesen Vorgaben gerne nochmals durchlesen. Möglicherweise wird dann klarer, was ich meinte. wink.gif

Geschrieben von: Hummingbird 28. Mar 2018, 15:09

Es geht nicht darum Punktziele zu zerstören, sondern möglichst großflächig eine diffuse Angst zu erzeugen. In etwa so wie bei den V-Waffen auf England. So viele Raketen, das es den Saudis ernsthaft weh tun könnte, haben die Huthis doch sowieso nicht.

Geschrieben von: Kameratt 28. Mar 2018, 15:43

ZITAT(revolution @ 28. Mar 2018, 15:48) *
Ein Flughafen, eine Militärbasis, eine petrochemische Anlage oder gar eine Stadt sind keine Punktziele. Ein durchaus realistischer CEP von 1km bedeutet, dass 98% der Raketen in einem Radius von 2km einschlagen. Das sollte sogar bei 7 Raketen reichen um bei einem der o.g. Ziele richtig Ärger zu machen. Daher sprach ich davon, dass es statistisch gesehen ungleich effektiver ist, diese Ziele mit einer Salve zu bestreichen und nicht mit einer Rakete. Die Houthis haben mit 7 Raketen 4 komplett unterschiedliche, weit voneinander entfernte Ziele angriffen, die im Fall der offenbar bis zu 3 Raketen auf das mit PAC3 bespickte Riad über 600km voneinander von den anderen Angriffsorten entfernt waren. Das ist ein furchtbar ineffektiver Einsatz von SRBM/MRBM, sofen Effektivität (versus Effekthascherei) denn überhaupt eingeplant war, was ich bezweifle .. 7 Raketen auf einen Regionalflughafen oder einen Chemiekomplex und es hätte mit belastbarer statistischer Wahrscheinlichkeit dutzende Todesopfer und Sachschäden gegeben. Die Huthis haben sich anders entschieden und eher das Signal verbreiten wollen, dass kein Ort in Saudi Arabien sicher ist. Meinen Eingangsbeitrag zu dem Thema kannst Du Dir unter diesen Vorgaben gerne nochmals durchlesen. Möglicherweise wird dann klarer, was ich meinte. wink.gif

Na ob das so viel besser wäre...
Plakatives Beispiel: 10 Raketen auf 10 Ziele mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% was zu zerstören - Erwartungswert 5. 10 Raketen auf 5 Ziele mit der gleichen Wahrscheinlichkeit - Erwartungswert 3,75.

Geschrieben von: rekrats 28. Mar 2018, 16:12

ZITAT(revolution @ 28. Mar 2018, 15:48) *
ZITAT(Kameratt @ 28. Mar 2018, 15:31) *
ZITAT(revolution @ 28. Mar 2018, 10:53) *
Ich verstehe Deinen verkürzten Kommentar inhaltlich nicht. Was liegt an der fehlenden Genauigkeit?

Dass man nicht einfach ein (Punkt)Ziel mit mehreren Raketen angreifen kann, weil die Spannweite der Streuung mehrere Kilometer betragen kann.


Ein Flughafen, eine Militärbasis, eine petrochemische Anlage oder gar eine Stadt sind keine Punktziele. Ein durchaus realistischer CEP von 1km bedeutet, dass 98% der Raketen in einem Radius von 2km einschlagen. Das sollte sogar bei 7 Raketen reichen um bei einem der o.g. Ziele richtig Ärger zu machen. Daher sprach ich davon, dass es statistisch gesehen ungleich effektiver ist, diese Ziele mit einer Salve zu bestreichen und nicht mit einer Rakete. Die Houthis haben mit 7 Raketen 4 komplett unterschiedliche, weit voneinander entfernte Ziele angriffen, die im Fall der offenbar bis zu 3 Raketen auf das mit PAC3 bespickte Riad über 600km voneinander von den anderen Angriffsorten entfernt waren. Das ist ein furchtbar ineffektiver Einsatz von SRBM/MRBM, sofen Effektivität (versus Effekthascherei) denn überhaupt eingeplant war, was ich bezweifle .. 7 Raketen auf einen Regionalflughafen oder einen Chemiekomplex und es hätte mit belastbarer statistischer Wahrscheinlichkeit dutzende Todesopfer und Sachschäden gegeben. Die Huthis haben sich anders entschieden und eher das Signal verbreiten wollen, dass kein Ort in Saudi Arabien sicher ist. Meinen Eingangsbeitrag zu dem Thema kannst Du Dir unter diesen Vorgaben gerne nochmals durchlesen. Möglicherweise wird dann klarer, was ich meinte. wink.gif


Ein CEP von 1km bei den extrem Reichweitengesteigerten Raketen halte ich für ausgesprochen optimistisch. Ich würde eher von 2-3km aufwärts ausgehen. Nach meinem Verständnis dienen die Raketen auch eher dazu Aufmerksamkeit zu erregen und eher weniger auf so große Distanz wirklichen Schaden anzurichten.

Geschrieben von: xena 28. Mar 2018, 17:16

Vielleicht haben de Houthies gar nicht so viel ausgebildetes Personal, bzw. operationelle Abschussrampen, um sieben Raketen gleichzeitig in die Luft zu bekommen...

Geschrieben von: revolution 29. Mar 2018, 09:59

ZITAT(rekrats @ 28. Mar 2018, 17:12) *
Ein CEP von 1km bei den extrem Reichweitengesteigerten Raketen halte ich für ausgesprochen optimistisch


Interessant. Du scheinst Dich mit der Materie befasst zu haben. Von welchen Raketen sprechen wir konkret und welche Modifikationen in Bezug
auf eine "extreme Reichweitensteigerung" wurden daran vorgenommen?

Geschrieben von: Hummingbird 29. Mar 2018, 18:40

Die iranischen SRBM mit ihren russisch/nordkoreanischen Vorläufern zu vergleichen ist nicht zielführend, weil der Iran mittlerweile eine eigene Industrie für Lenkwaffen aufgebaut hat. Wie zielgenau diese iranischen Scud Weiterentwicklungen tatsächlich sind, lässt sich jedoch nicht einschätzen, da diese von den saudischen Patriots bisher erfolgreich abgefangen wurden.

Geschrieben von: revolution 29. Mar 2018, 19:16

Was soll das denn jetzt schon wieder? Wir reden hier gerade von Raketen aus dem Jemen.
Mir wäre nicht bekannt, dass jemals eine iranische Rakete von irgendeinem Patriot System abgefangen wurde. Auch die Präsenz iranische Raketen im Jemen ist mangels Nachweis ein reines Hirngespinst.

Geschrieben von: Hummingbird 29. Mar 2018, 19:59

ZITAT
Ambassador Nikki Haley, U.S. Permanent Representative to the United Nations, on December 14, 2017 gave a briefing at Joint Base Anacostia-Bolling in Washington in front of the recovered pieces of a missile fired by Houthi militants from Yemen into Saudi Arabia. The missile’s intended target was the civilian airport in Riyadh, through which tens of thousands of passengers travel each day. She said " It is missing the large stabilizer fins that are typically present on these kinds of missiles. The Iranian Qiam missile is the only known short range ballistic missile in the world that lacks such stabilizer fins and includes nine valves that you will see running along the length of the missile. Those valves are essentially Iranian missile fingerprints. On your walk through, you will also see missile debris stamped with the logo of Shahid Bagheri Industries, an Iranian manufacturer."
https://www.globalsecurity.org/wmd/world/yemen/index.html

Geschrieben von: revolution 29. Mar 2018, 22:09

ZITAT(Hummingbird @ 29. Mar 2018, 20:59) *
ZITAT
Ambassador Nikki Haley, U.S. Permanent Representative to the United Nations, on December 14, 2017 gave a briefing at Joint Base Anacostia-Bolling in Washington in front of the recovered pieces of a missile fired by Houthi militants from Yemen into Saudi Arabia. The missile’s intended target was the civilian airport in Riyadh, through which tens of thousands of passengers travel each day. She said " It is missing the large stabilizer fins that are typically present on these kinds of missiles. The Iranian Qiam missile is the only known short range ballistic missile in the world that lacks such stabilizer fins and includes nine valves that you will see running along the length of the missile. Those valves are essentially Iranian missile fingerprints. On your walk through, you will also see missile debris stamped with the logo of Shahid Bagheri Industries, an Iranian manufacturer."
https://www.globalsecurity.org/wmd/world/yemen/index.html



Die gezeigten Aufdrucke sind nicht von den Shahid Bagheri Industries wie behauptet sondern von der iranischen Lebensmittelkontrolle. Dumm nur, dass die auf Erdnussflips und Keksen aufgedruckt sind, aber garantiert nicht auf Kabeln. Nice try biggrin.gif

Die Neocons und ihre UN Auftritte sind offenbar so ein Thema für sich. Nikkey Haleys "Evidence" erinnert insofern stark an die offensichtlich gefälschten Bilder von irakischen mobilen Giftgaslaboren die Collin Powell vor der UN skandalös präsentierte, um den Irakern den Prozess zu machen. Unvergessen auch das Statement der Tochter des kuwaitischen US Botschafters, die sich den Kameras als Krankenschwester verkaufte und davon sprach wie irakische Soldaten Babies aus Brutkästen gerissen hätten (Nayrah Testimony).

Nicht minder lächerlich ist der Vergleich zwischen der jemenitischen Rakete mit der iranischen Qiam-1





Von der offensichtlich anderen Konstruktion mal abgesehen, hat die Qiam-1 einen wesentlich geringeren Durchmesser, als die Blechtonnen, die Frau Nikki Haley als Qiam-1 präsentiert hat.

Geschrieben von: rekrats 29. Mar 2018, 22:28

ZITAT(revolution @ 29. Mar 2018, 10:59) *
ZITAT(rekrats @ 28. Mar 2018, 17:12) *
Ein CEP von 1km bei den extrem Reichweitengesteigerten Raketen halte ich für ausgesprochen optimistisch


Interessant. Du scheinst Dich mit der Materie befasst zu haben. Von welchen Raketen sprechen wir konkret und welche Modifikationen in Bezug
auf eine "extreme Reichweitensteigerung" wurden daran vorgenommen?


Im Prinzip ist es recht einfach denn es gibt nicht so viele realistische Möglichkeiten. Entweder waren es ältere norkoreanische Raketen und die haben eine CEP von 2-3km bei der Reichweite, iranisch Raketen - welche dann präziser wären, oder eine eingengestrickte Reichweitensteigerung der älteren Raketen die dann wohl auch einen CEP weit über 1nem Kilometer hätte.

Geschrieben von: revolution 29. Mar 2018, 22:37

Die Rakete, die von den Jemeniten als ihre eigene verkauft wurde, ist für meine Begriffe mir hoher Wahrscheinlichkeit eine Hwasong 5 oder eine Hwasong 6, welche beide bekannterweise in den Jemen exportiert wurden. Missilethreat gibt deren CEP mit 450m respektive 1km an. Letztere bedürfte keiner Reichweitensteigerung oder sonstige Modifikationen um problemlos Riad zu erreichen. Insofern halte ich in diesem Kontext einen CEP von 1 km nach wie vor für realistisch.



Geschrieben von: Hummingbird 29. Mar 2018, 23:21

ZITAT(revolution @ 29. Mar 2018, 23:09) *
Die gezeigten Aufdrucke sind nicht von den Shahid Bagheri Industries wie behauptet sondern von der iranischen Lebensmittelkontrolle. Dumm nur, dass die auf Erdnussflips und Keksen aufgedruckt sind, aber garantiert nicht auf Kabeln. Nice try biggrin.gif
Kekse? Welche Anhaltspunkte gibt es denn, das es sich bei den präsentierten Wrackteilen um Fälschungen gehandelt haben soll?



ZITAT
An embossment representing Iranian company Shahid Bagheri Industries shows an Iranian ballistic missile remnant on display at Joint Base Anacostia-Bolling in Washington, DC. -DoD


Geschrieben von: revolution 29. Mar 2018, 23:42

@Hummingbird
Das hier ist tatsächlich ein Logo der Shahid Bagheri Industries. Und nun? rolleyes.gif confused.gif
Wie viele von diesen Pressungen brauchst Du? Die Rakete hat soviel mit einer Qiam-1 zu tun, wie ein Toyota Corolla mit einem Leopoad II. Ein belastbares Indiz wären Überreste der für die Qiam-1 charakteristischen Schubvektorsteuerung gewesen. Kann mir schon gut vorstellen, dass die in Fort Dingends und der arabischen Wüste offenbar gerade nicht rum lag. Weiterhin fehlt ein Bild einer jemenitischen Rakete, die aussieht wie eine iranische. Das wäre doch mal was, aber alles was ich bisher aus Jemen gesehen habe, waren Tochkas, CSS-8 und Hwasong 5/6 und die wurden auch offiziell importiert und sind mit Ausbruch des Bürgerkrieges ja nicht einfach verschwunden und durch iranische Derivate ersetzt worden. Vielleicht sollte sich die anscheinend so motivierte US Administration und deren saudisch-salafistischen Freunde aus diesen so naheliegenden Gründen mal bei den Russen/Ex-UDSSR, Chinesen und Nordkoreanern beschweren, als irgendwelche gefälschten Indizien gegen den Iran zu stricken? Langweilig? Ich weiss!

Dieses Ablenkungsmanöver strotzt nur so vor Dilettantismus und ist einfach nur billig. Die komplette Infrastruktur des Jemen wurde von saudischen Bomben aus US-amerikanischer Produktion und Lieferung zerstört. Darunter unzählige Clusterbomben, die regelmäßig gegen zivile Ziele eingesetzt werden. Da steht nichts mehr, aber die Araber bekommen trotzdem auch nach 3 Jahren noch keinen Fuss auf den Boden dort. Der Grund warum die "Koalition" gegen die Sandalenträger der Houthis im Jemen nicht voran kommen, ist ihre eigene militärische Inkompetenz, ein vollumfängliches Versagen, und nicht irgendwelche iranischen Raketen die man doch eh so schön abfangen kann mit den tollen PAC3 und die eh ihr Ziel nicht treffen wegen dem hohen CEP. Die ganze Zeit wird von Irans bedenklicher Rolle im Jemen gesprochen. Welche Rolle spielt der Iran denn dort? Es gibt nicht mal eine Landverbindung dorthin. Und von Anfang an fordert Teheran eine diplomatische Lösung des Konflikts am Verhandlungstisch. Wer verweigert sich dem? Die Houthis? Der Iran?

Looser! wink2.gif

Geschrieben von: Hummingbird 30. Mar 2018, 00:58

Jetzt mal ganz abseits der Frage ob die präsentierten Wrackteile nun authentisch sind oder nicht, sehe ich zunächst keinen Anlass das zu bezweifeln. Das der Iran die Houthis unterstützt ist doch mittlerweile unstrittig, oder siehst du das anders? Das die Houthis ohne Hilfe aus dem Ausland, eigenständig irgendwelche Altbestände an Scud so modifizieren können, um damit Riad in Reichweite zu bekommen, ist einfach nicht besonders glaubwürdig. Ich mag mich da täuschen - war nie im Jemen - vielleicht tue ich denen Unrecht, aber eine bessere Erklärung, als das die Hilfe vom Erzfeind der Saudis kommt, sehe ich einfach nicht. Und ehrlich gesagt dachte ich, das wir hier in dem Thread Ende März 2018 solche grundsätzlichen Fragen bereits hinter uns gebracht hätten.


Geschrieben von: Dave76 30. Mar 2018, 09:48

ZITAT(revolution @ 30. Mar 2018, 00:42) *
[...]

Looser! wink2.gif

Meintest du "Loser"? "Loose" bedeutet locker, lose. Glashaus, Steine... Tolle Art zu diskutieren übrigens.

Ich will dich auch sonst eigentlich nicht groß bei deiner antiamerikanischen Tirade stören, aber vielleicht hilft das hier ein wenig weiter:

ZITAT
The independent panel of U.N. monitors, in a Nov. 24 report to the Security Council seen by Reuters on Thursday, said it "as yet has no evidence as to the identity of the broker or supplier" of the missiles, which were likely shipped to the Houthis in violation of a targeted U.N. arms embargo imposed in April 2015.

Earlier this month, U.S. Ambassador to the United Nations Nikki Haley accused Iran of supplying Houthi rebels with a missile that was fired into Saudi Arabia in July and called for the United Nations to hold Tehran accountable for violating two U.N. Security Council resolutions.

The report said that monitors had visited two Saudi Arabian military bases to see remnants gathered by authorities from missile attacks on Saudi Arabia on May 19, July 22, July 26 and Nov. 4.

They also visited four "impact points" from the Nov. 4 attack where other remnants of the missiles were identified.

"Design characteristics and dimensions of the components inspected by the panel are consistent with those reported for the Iranian designed and manufactured Qiam-1 missile," the monitors wrote.

https://www.reuters.com/article/us-yemen-security-un-exclusive/exclusive-yemen-rebel-missiles-fired-at-saudi-arabia-appear-iranian-u-n-idUSKBN1DU36N

wink2.gif

Geschrieben von: revolution 30. Mar 2018, 12:07

ZITAT(Hummingbird @ 30. Mar 2018, 01:58) *
Das der Iran die Houthis unterstützt ist doch mittlerweile unstrittig, oder siehst du das anders?


Dass die USA den Bombenterror gegen die jemenitische Zivilbevölkerung mittels international geächteter Waffen unterstützen, ist definitiv unstrittig. Dass der Iran auch nur ein einzige Gewehr in den Jemen exportiert hat, ist eine Behauptung die a) leer im Raume steht, b) aufgrund einer totalen Seeblockade gar nie effektiv erfolgen könnte c) keinerlei Begründung für das totale militärische Versagen der Amerikaner und Ihrer saudisch-salafistischen Schützlinge darstellt. Keine SRBM hat irgendeine militärische Relevanz für diesen Konflikt.

ZITAT
Das die Houthis ohne Hilfe aus dem Ausland, eigenständig irgendwelche Altbestände an Scud so modifizieren können, um damit Riad in Reichweite zu bekommen


Zunächst einmal ist Stand heute kein einziger saudischer Staatsbürger durch eine iranische Rakete umgekommen. Insofern ist das ganze Thema in Bezug auf die auf dem Papier vollkommen ungleiche militärische Auseinandersetzung mit den Sandalenträgern der Houthi nur heisse Luft; Heulerei. Wer hat denn hunderttausende Granaten, Gewehre, Sprengstoff, Aufklärungsmittel/-Bilder, Panzerbrechende Waffen und Flugabwehrgerät, nebst Ausbildung wie Smarties an Salafisten/Al-Kaida in Syrien verteilt? War das der Iran? ahmm..Moment. Man hat es wegen der Nähe Assads zu Iran getan. Nicht wahr?

Die vom Jemen importierte Hwasong 6 hat von Hause aus mit einem Payload von ca. 500kq eine Reichweite mit der Riad problemlos beschossen werden kann. Da muss man rein gar nichts an der Rakete modifizieren.

Und selbst wenn die Iraner ihnen Hilfestellung leisten würden? Es ist den Houthis nur zu wünschen, dass sie alle erdenkliche Unterstützung erhalten, die sie benötigen, um ihre Bevölkerung und ihr Land gegen den ungleich einseitigen Bombenterror der Arabischen Koalition zu verteidigen. Waffen, Geld, Beratung, Aufklärung, Medikamente, Essen, ...alles nur gut und recht. Die Houthis verfolgen und töten niemanden aufgrund seiner religiösen Ansichten. Sie begehen keine Massaker und haben in diesem Bezug gemessen an Bürgerkriegsstandards eine vergleichsweise weisse Weste.

Die Machtübernahme der Houthis in dem von Ihnen beanspruchten Gebiet verlief weitestgehend gewaltfrei. Kasernen und Städte wurden innerhalb weniger Wochen zumeist über Verhandlungen übernommen. Immer mit dem Fokus, Recht und Ordnung mittels der staatlichen Sicherheitskräfte zu bewahren und eine Einheitsregierung zu bilden. Daher sind sie auch in der Lage den Großteil der jemenitischen Bevölkerung hinter sich zu vereinen. Die Saudis haben das Chaos dort veranstaltet und den Jemen angegriffen und ein Konglomerat aus Söldnern aus Ägypten, Sudan, Südamerika, Loyalisten des Ex-Präsidenten und Al-Kaida Kämpfern zusammengestellt, um für sie im Jemen zu kämpfen. Super Plan, denn das kann so gar kein dauerhaftes Ergebnis zu ihren Gunsten erzeugen. Ganz im Gegenteil wird das über Generationen einen tief verwurzelten Hass erzeugen. Diese Strategie hat insofern weder Sinn, Zweck, noch Verstand und ganz offensichtlich auch keinen Erfolg. Die Humanitäre Katastrophe welche durch die Totalblockade und der Zerstörung quasi des gesamten zivilen Infrastruktur, des Zivillebens und historisch relevanter Orte über den Jemen hereingebrochen ist, ist ein gewaltiges Kriegsverbrechen.

Zur Erinnerung:
ZITAT
The Houthi takeover in Yemen, also known as the September 21 Revolution (by supporters),[7] or 2014–15 coup d'état (by opponents),[8] was a gradual armed takeover by the Houthis and supporters of former Yemeni President Ali Abdullah Saleh that pushed the Yemeni government from power. It had origins in Houthi-led protests that began the previous month,[9] and escalated when the Houthis stormed the Yemeni capital Sana'a on 21 September 2014,[10] causing the resignation of Prime Minister Mohammed Basindawa, and later the resignation of President Abdrabbuh Mansur Hadi and his ministers on 22 January 2015 after Houthi forces seized the presidential palace, residence, and key military installations, and culminated in the dissolution of parliament and the formation of a ruling council by Houthi militants on 6 February 2015.[11]

The unrest began on 18 August 2014 as the Houthis, angered over a government-implemented removal of fuel subsidies, called for mass protests.[12] On 21 September, as the Houthis took control of Sana'a, the Yemeni Army did not formally intervene, other than troops affiliated with General Ali Mohsen al-Ahmar and the Muslim Brotherhood-affiliated Al-Islah Party.[13][14] After gaining control over key government buildings in Sana’a, the Houthis and government signed a UN-brokered deal on 21 September to form a "unity government".[15]

The unrest took a dramatic turn in January 2015, when Houthi fighters seized control of the presidential palace and Hadi's residence in an effort to gain more influence over the government and the drafting of a new constitution.[16][17] On 22 January, Hadi and his government resigned en masse rather than comply with the Houthis' demands.[18] Three weeks later, the Houthis declared parliament to be dissolved and installed a Revolutionary Committee as the interim authority, although they agreed to keep the House of Representatives in place two weeks later as part of a power-sharing agreement.[6][11] The Houthi-led interim authority has been rejected by other internal opposition groups and has not been recognized internationally.

In March 2015 the Saudi Arabian-led intervention in Yemen began with airstrikes and a naval blockade with the stated goal of restoring Hadi's government to power.

https://en.wikipedia.org/wiki/Houthi_takeover_in_Yemen


Die Saudis und USA zücken hier reflexartig die Iran Karte und versuchen damit diese ihre Kriegsverbrechen zu legitimieren. Schliesslich kämpft man ja nicht grundlos gegen hoffnungslos verarmte und von Hungersnot und Seuchen betroffene Zivilisten, sondern gegen die böse Krake Iran. Das legitimiert gleich mal alles, denn der böse Iran ist mal wieder an allem Schuld. Insofern muss der Iran da doch da irgendwo sein...sind schliesslich auch sowas wie Schiiten, na jedenfalls Ungläubige und das vor der Haustüre der saudischen Salafisten, dem größten Importeur von US Waffentechnologie ist dessen Einfluss schon gar nicht zu dulden. Nur darum geht es hier im Jemen. Dafür muss dessen Bevölkerung nun herhalten.

Insofern, Der Widerstand der Houthi und ihrer Verbündeten Kräfte der regulären Streitkräfte ist vollkommen legitim und gerechtfertigt! Zumal ihrerseits stets Verhandlungsbereitschaft signalisiert wurde, sofern die Saudis die Bombardierung und Blockade aufheben und Lebensmittel, Medikamente und Ärzte ins Land lassen, was sie ganz gezielt nur selektiv tun, wie diverse NGOs immer wieder beklagen. Millionen von Jemeniten leiden als unmittelbare Folge dieser Massnahmen heute unter Cholera und Hungersnot. Stattdessen wird der saudische Thronfolger jüngst in Washington ausdrücklich für sein "humanitäres Engagement im Jemen" gelobt. facepalm.gif Das ganze Spiel dort ist sowas von faul und schmutzig. Hier geht es um westlich-saudische Regionalmachtsbestrebungen und sonst gar nichts.

Und zum Thema Nachweise über Waffen und blutige Finger:

ZITAT
Yemen: Saudis Using US Cluster Munitions

(Washington, DC) – Saudi Arabia has used US-made cluster munitions near civilian areas in Yemen, leaving behind unexploded submunitions, Human Rights Watch said today. The United States should cease its production and transfer of cluster munitions to conform with the widely accepted international ban on the weapons.


A failed BLU-108 canister, with two submunitions still attached, that was delivered by a CBU-105 Sensor Fuzed Weapon during an attack on the quarry of the Amran Cement Factory on February 15,

US export rules that rely on weapon reliability standards have not prevented the sale of cluster munitions to Saudi Arabia, putting civilians at long-term risk, Human Rights Watch said. Cluster munitions are prohibited by a 2008 treaty signed by 119 countries, though not Saudi Arabia, Yemen, or the US.

“The US has sold Saudi Arabia cluster munitions, a weapon most countries have rejected due to the harm they cause civilians,” said Steve Goose, arms director at Human Rights Watch and chair of the Cluster Munition Coalition, the international coalition of groups working to eradicate cluster munitions. “Saudi Arabia should stop using cluster munitions in Yemen or anywhere else, and the US should stop producing and exporting them.”
https://www.hrw.org/news/2016/05/06/yemen-saudis-using-us-cluster-munitions






@Dave
Die Geschichte mit der Qiam-1 habe ich auf der vorherigen Seite bereits widerlegt. Das zentrale Designmerkmal der Qiam-1 ist die Schubvektorsteuerung, da sie für den Einsatz aus unterirdischen Raketensilos konstruiert ist, wo Stabilisatoren hinderlich bis gefährlich sind. Das macht sie auch vergleichsweise teuer und eher speziell. Der Rumpf der Rakete basiert ansonsten auf nordkoreanischer Technologie (konkret auf der Hwasong 5/6) und davon haben die Jemeniten selbst Dutzende. Weiter speziell gegenüber der Hwasong 6 wäre der charakteristische Baby-Bottle Spengkopf welcher sich in der Terminalphase vom Rumpf der Rakete löst, im Gegensatz zum klassischen Scud/Hwasong Design. Diese Rumpfteile müssten bei einem Quam-1 Angriff dutzende Kilometer vor dem Ziel herunterfallen. Jetzt liegen die aber offenbar in Riad mitten auf der Straße. Blöd nicht? Aber das interessiert ja wenig, weil es darum geht zwanghaft Indizien für eine Involvierung des Iran der Weltöffentlichkeit zu demonstrieren, um diesen ungerechten Krieg zu legitimieren. Um nichts anderes geht es hierbei und das ist Schema F, so wie in vorherigen Neocon Shows vor der UN. Dafür kannst Du mir gerne blinden Antiamerikanismus unterstellen, nehme ich gerne so hin, denn insbesondere von Dir habe ich auch nicht mehr zu dem Thema erwartet.

Geschrieben von: Hummingbird 30. Mar 2018, 14:23

ZITAT(revolution @ 30. Mar 2018, 13:07) *
Dafür kannst Du mir gerne blinden Antiamerikanismus unterstellen, nehme ich gerne so hin, denn insbesondere von Dir habe ich auch nicht mehr zu dem Thema erwartet.
Können wir das bitte etwas weniger emotional aufgeladen diskutieren?

Hatten die USA nicht ihre Bombenlieferungen eingestellt, nachdem die Saudis eine Trauerfeier bombardiert hatten? Ich bin da momentan nicht ganz auf dem Laufenden.

Geschrieben von: Schwabo Elite 30. Mar 2018, 14:45

ZITAT(revolution @ 30. Mar 2018, 00:42) *
Lo[o]ser! wink2.gif


Noch so ein Ding, und Du machst Pause.

SE Mod

Geschrieben von: Schwabo Elite 30. Mar 2018, 14:47

ZITAT(revolution @ 30. Mar 2018, 13:07) *
ZITAT(Hummingbird @ 30. Mar 2018, 01:58) *
Das der Iran die Houthis unterstützt ist doch mittlerweile unstrittig, oder siehst du das anders?


Dass die USA den Bombenterror gegen die jemenitische Zivilbevölkerung mittels international geächteter Waffen unterstützen, ist definitiv unstrittig. Dass der Iran auch nur ein einzige Gewehr in den Jemen exportiert hat, ist eine Behauptung die a) leer im Raume steht, b) aufgrund einer totalen Seeblockade gar nie effektiv erfolgen könnte c) keinerlei Begründung für das totale militärische Versagen der Amerikaner und Ihrer saudisch-salafistischen Schützlinge darstellt. Keine SRBM hat irgendeine militärische Relevanz für diesen Konflikt.


Das ist reiner Whataboutism und zählt hier als Trollen. Wenn Du Argumente hast, lass diesen Mist weg. Wenn Du keine hast, poste gar nicht erst.

Geschrieben von: xena 30. Mar 2018, 16:44

Er hat doch genug Argumente gebracht. OK, sie widersprechen dem Grundtenor des Forums. Wenn man aber keine Gegenargumente als die von den Meinungsmachern des Forums duldet, dann können wir Diskussionen in Zukunft ganz weg lassen.

Übrigens interessant, dass noch CBU-58 verwendet werden. Dachte, die gäbe es inzwischen nicht mehr. Im Golf scheinen die aber noch in Massen zu lagern.

Geschrieben von: Kameratt 30. Mar 2018, 17:27

ZITAT(Hummingbird @ 30. Mar 2018, 15:23) *
ZITAT(revolution @ 30. Mar 2018, 13:07) *
Dafür kannst Du mir gerne blinden Antiamerikanismus unterstellen, nehme ich gerne so hin, denn insbesondere von Dir habe ich auch nicht mehr zu dem Thema erwartet.
Können wir das bitte etwas weniger emotional aufgeladen diskutieren?

Hatten die USA nicht ihre Bombenlieferungen eingestellt, nachdem die Saudis eine Trauerfeier bombardiert hatten? Ich bin da momentan nicht ganz auf dem Laufenden.

War das davor oder danach als die Amis einen https://www.cnbc.com/2017/05/20/us-saudi-arabia-seal-weapons-deal-worth-nearly-110-billion-as-trump-begins-visit.html mit den Saudis unterzeichnet haben?

Geschrieben von: Schwabo Elite 30. Mar 2018, 17:37

ZITAT(xena @ 30. Mar 2018, 17:44) *
Er hat doch genug Argumente gebracht.
Er ist eingestiegen mit einem "aber die Amis/Saudis". Das kann man sich einfach sparen. Es taugt nur zum Trollen und Flamen.

Geschrieben von: revolution 30. Mar 2018, 19:15

ZITAT(Schwabo Elite @ 30. Mar 2018, 15:47) *
Das ist reiner Whataboutism und zählt hier als Trollen. Wenn Du Argumente hast, lass diesen Mist weg. Wenn Du keine hast, poste gar nicht erst.


Ich habe Argumente in diese Diskussion eingebracht und hinreichend viel dazu geschrieben, so dass sich das Gespräch auch aus meiner Sicht erschöpft hat.
Die Pause brauchst Du mir gar nicht zu verordnen, die gönne ich mir selbst.

Geschrieben von: mr.trigger 30. Mar 2018, 19:35

ZITAT(Kameratt @ 30. Mar 2018, 18:27) *
ZITAT(Hummingbird @ 30. Mar 2018, 15:23) *
ZITAT(revolution @ 30. Mar 2018, 13:07) *
Dafür kannst Du mir gerne blinden Antiamerikanismus unterstellen, nehme ich gerne so hin, denn insbesondere von Dir habe ich auch nicht mehr zu dem Thema erwartet.
Können wir das bitte etwas weniger emotional aufgeladen diskutieren?

Hatten die USA nicht ihre Bombenlieferungen eingestellt, nachdem die Saudis eine Trauerfeier bombardiert hatten? Ich bin da momentan nicht ganz auf dem Laufenden.

War das davor oder danach als die Amis einen https://www.cnbc.com/2017/05/20/us-saudi-arabia-seal-weapons-deal-worth-nearly-110-billion-as-trump-begins-visit.html mit den Saudis unterzeichnet haben?

Iirc hatten sie nur verkündet, dass ihre Unterstützung für Saudi Arabien nicht bedingungslos sei und falls sie amerikanischen Werten zuwiderläuft zurückgenommen werden könnte. Da das noch unter Obama statt fand und selbst damals zu wenig geführt hat, dürfte es perdu sein.

Geschrieben von: Hummingbird 11. May 2018, 21:28

Die Meldung ist nicht mehr ganz neu (3. Mai), aber vielleicht trotzdem noch erwähnenswert, im Zuge der Aufkündigung des Atomabkommens seitens der USA.

ZITAT
[...]

But late last year, a team of about a dozen Green Berets arrived on Saudi Arabia’s border with Yemen, in a continuing escalation of America’s secret wars.
With virtually no public discussion or debate, the Army commandos are helping locate and destroy caches of ballistic missiles and launch sites that Houthi rebels in Yemen are using to attack Riyadh and other Saudi cities.
Details of the Green Beret operation, which has not been previously disclosed, were provided to The New York Times by United States officials and European diplomats.

[...]
https://www.nytimes.com/2018/05/03/us/politics/green-berets-saudi-yemen-border-houthi.html


Geschrieben von: Hummingbird 15. May 2018, 23:46

Beyond the Proxy Powder Keg: The Specter of War Between Saudi Arabia & Iran

https://www.mei.edu/sites/default/files/publications/PP3_Saab_IranSaudi.pdf

Geschrieben von: Hummingbird 22. Jul 2018, 15:17

ZITAT
U.S. launches campaign to erode support for Iran's leaders

WASHINGTON (Reuters) - The Trump administration has launched an offensive of speeches and online communications meant to foment unrest and help pressure Iran to end its nuclear program and its support of militant groups, U.S. officials familiar with the matter said.

[...]

A review of the State Department’s Farsi-language Twitter account and its ShareAmerica website - which describes itself as a platform to spark debate on democracy and other issues - shows a number of posts critical of Tehran over the last month.

Iran is the subject of four of the top five items on the website’s “Countering Violent Extremism” section. They include headlines such as “This Iranian airline helps spread violence and terror.”

[...]
https://www.reuters.com/article/us-usa-iran/u-s-launches-campaign-to-erode-support-for-irans-leaders-idUSKBN1KB0UR

Geschrieben von: revolution 1. Aug 2018, 23:32

ZITAT
Trump und der Iran "USA wollen den Iran wirtschaftlich in die Kapitulation zwingen"

Die Linie der US-Regierung sei es bislang gewesen, den Druck auf den Iran zu erhöhen, um einen Regimewechsel herbeizuführen, sagte Nahostexperte Michael Lüders im Dlf. Ziel sei es, den Iran wirtschaftlich zur Kapitulation zu zwingen und die religiösen und ethnischen Minderheiten gegen die Regierung aufzuwiegeln.

Michael Lüders im Gespräch mit Christine Heuer

https://www.deutschlandfunk.de/trump-und-der-iran-usa-wollen-den-iran-wirtschaftlich-in.694.de.html?dram:article_id=424351

Geschrieben von: revolution 4. Aug 2018, 05:25

ZITAT
Sixty dead after air strike hits hospital and market in Hodeidah

Saudi-led coalition denies responsibility, despite being the only air force operating in the area

Thursday 2 August 2018 21:25 UTC
Last update: Friday 3 August 2018 16:35 UTC

SANAA - Air strikes thought to be conducted by the Saudi-led coalition have hit a hospital's entrance, fishing port and fish market in the Yemeni city of Hodeidah, killing scores.

A source at Hodeidah's health office told Middle East Eye that 60 people were killed in the strikes, with more than 100 wounded.

According to witnesses, the strike at the hospital hit as casualties were taken there from the port and the market.

"While I was coming back to my house to chew qat with my family, I heard a warplane hover over Hodeidah," Alaa Thabet, a 38-year-old resident of Hodeidah city, told MEE.

"Then I heard an air strike target the fish market and the buzzing of the warplane was clearer after the attack."

I cannot forget this scene, which left a bad impression about the Saudis

- Alaa Thabet, Hodeidah resident

"After that people went to take the casualties to several hospitals, including al-Thawra Hospital, but the warplane returned to hover again," he added.

Thabet said no one expected the warplane to target the entrance of a hospital, which is usually crowded with civilians, but it did.

He added that it seemed as if the warplanes were chasing the casualties and the second batch of strikes killed more than the first.

"After the second air strike people were praying Allah would take revenge on the Saudis," Thabet said.

"When I went nearer to see the impact, I saw a motorcyclist who had been killed but his hands did not leave the motorcycle. I cannot forget this scene, which left a bad impression about the Saudis."

http://www.middleeasteye.net/news/saudi-coalition-air-strike-kills-scores-yemens-hodeidah-1728587003
...

Geschrieben von: Hummingbird 29. Nov 2018, 10:52

ZITAT
Rebuking Trump, senators back effort to suspend U.S. support for Saudi-led war in Yemen

By Karoun Demirjian ,Carol Morello and John Hudson
November 28 at 7:46 PM

The Senate on Wednesday delivered a historic rebuke of Saudi Arabia and President Trump’s handling of the fallout over journalist Jamal Khashoggi’s killing last month, as a decisive majority voted to advance a measure to end U.S. military support for the Saudi-led war in Yemen.

The 63-to-37 vote is only an initial procedural step, but it nonetheless represents an unprecedented challenge to the security relationship between the United States and Saudi Arabia. The vote was prompted by lawmakers’ growing frustration with Trump for defending Saudi Crown Prince Mohammed bin Salman’s denials of culpability in Khashoggi’s death, despite the CIA’s finding that he had almost certainly ordered the killing.

[...]
https://www.washingtonpost.com/powerpost/pompeo-mattis-to-brief-senate-on-saudi-arabia-khashoggi-and-yemen/2018/11/27/ee4e36c0-f28a-11e8-bc79-68604ed88993_story.html?utm_term=.72548dfa66d9

Geschrieben von: revolution 5. Dec 2018, 10:43

ZITAT
Fall Khashoggi US-Senatoren beschuldigen Kronprinzen
Stand: 05.12.2018 05:01 Uhr

Im Fall des ermordeten Journalisten Khashoggi gehen noch mehr politische Freunde auf Distanz zu US-Präsident Trump. Mehrere Senatoren erklärten, dass der saudische Kronprinz die Tötung geplant hat - was Trump bestreitet.

US-Senatoren haben sich nach einem CIA-Briefing überzeugt gezeigt, dass der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman an der Ermordung des regierungskritischen Journalisten Jamal Khashoggi beteiligt war.

Die beiden Republikaner Bob Corker - der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Senat - und Lindsey Graham stellten sich gegen den republikanischen Präsidenten Donald Trump. Graham sagte mit Blick auf den - verkürzt MbS genannten - Kronprinzen: "Ich denke, dass er verrückt ist, ich denke, dass er gefährlich ist, und er hat die Beziehung gefährdet."

Corker hatte vor zwei Wochen angekündigt, der Kongress werde den mutmaßlichen Drahtzieher des Mordes bestrafen, sofern Trump dies nicht tue. Sein Parteifreund und Trump-Kritiker Rand Paul forderte einen Stopp der Rüstungsverkäufe an Saudi-Arabien. Dies hat Trump mit Verweis auf den Umfang geplanter Geschäfte und die damit verbundenen Jobs in den USA bislang abgelehnt.

CIA-Direktorin Haspel sprach mit einigen Senatoren über den Fall Khashoggi.

Die Chefin des US-Auslandsgeheimdienstes CIA, Gina Haspel, hatte am Dienstag eine Gruppe Senatoren hinter verschlossenen Türen über Erkenntnisse in dem Fall unterrichtet. Corker sagte danach: "Ich habe überhaupt keine Zweifel, dass der Kronprinz - MbS - die Tötung angeordnet hat, die Tötung überwacht hat, genau wusste, was passierte, und es vorab geplant hat. Wenn er vor einer Jury wäre, würde er innerhalb von 30 Minuten schuldig gesprochen."
https://www.tagesschau.de/ausland/khashoggi-267.html

Geschrieben von: Hummingbird 13. Jan 2019, 18:29

Im Yemen haben die Houthis bei einem Drohnenangriff auf eine Militärparade sechs hochrangige Offiziere getötet. Unter den Opfern war der Chef des militärischen Nachrichtendienstes.

https://www.bellingcat.com/news/mena/2019/01/10/houthis-use-armed-drone-to-target-yemeni-army-top-brass/

Geschrieben von: revolution 21. Feb 2019, 19:20

ZITAT
Joint Venture Frankreich will gemeinsam mit Saudi-Arabien Kriegsschiffe bauen

Frankreich baut seine Geschäftsbeziehungen zur fundamentalistisch geprägten saudi-arabischen Staatsführung weiter aus. Jetzt soll ein Joint Venture zum Bau von Kriegsschiffen ins Leben gerufen werden.

Die Kooperationen Frankreichs mit Saudi-Arabien auf dem Gebiet der Rüstung betrachtet die deutsche Regierung schon seit längerer Zeit mit Argwohn. Nach Informationen des SPIEGEL zögert Frankreich, eine Vereinbarung über gemeinsame Exportrichtlinien zu unterschreiben, wenn diese auf deutscher Seite nicht rechtsverbindlich werde und Deutschland weiter an Sonderregelungen etwa gegenüber Saudi-Arabien festhalte.

Die Differenzen traten auch im vergangenen Herbst im Zusammenhang mit dem Fall des ermordeten saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi offen zutage. Berlin hatte sich, ebenso wie Brüssel, für ein Waffenembargo ausgesprochen. Dem hatte Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron entschieden widersprochen.

Für viele EU-Staaten geht es bei Waffenverkäufen um massive wirtschaftliche Interessen. Riad war zwischen 2008 und 2017 mit Geschäften im Umfang von rund 12 Milliarden Euro Frankreichs zweitgrößter Waffenkunde. Im vergangenen Jahr verkaufte Paris Waffen im Wert von 1,38 Milliarden Euro nach Saudi-Arabien.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/frankreich-will-gemeinsam-mit-saudi-arabien-kriegsschiffe-bauen-a-1253684.html


ZITAT
21.02.2019, 09:24 Uhr | dpa, AFP
Untersuchung im US-Parlament
Verkauft Trump heimlich Atomtechnik an Saudi-Arabien?

Das US-Repräsentantenhaus untersucht dubiose Kontakte zwischen der Trump-Regierung und Saudi-Arabien. Es geht um die Furcht vor einem atomaren Wettrüsten im Nahen Osten.

US-Abgeordnete wollen nach eigenen Angaben prüfen, ob Präsident Donald Trump den Verkauf sensibler Atomtechnologie an Saudi-Arabien vorantreibt. "Mehrere Whistleblower" hätten vor einem möglicherweise strafbaren Interessenkonflikt gewarnt, teilte der dauerhafte Untersuchungsausschuss des US-Repräsentantenhauses mit. Der Ausschuss befürchtet, dass Saudi-Arabien die US-Technologie für den Bau einer Atombombe nutzen könnte. Dies könnte die Spannungen zwischen Saudi-Arabien und seinem Erzrivalen Iran weiter vertiefen.

In einem ersten Bericht des Ausschusses heißt es, "starke private kommerzielle Interessen übten aggressiv Druck aus", um sensible Technologie nach Saudi-Arabien zu verkaufen. Diese hofften auf Milliarden-Einnahmen "durch Verträge, die im Zusammenhang mit dem Bau und Betrieb von Atomanlagen in Saudi-Arabien stehen".
Demnach stehen die Betreffenden "offenbar bis zum heutigen Tag in engem und wiederholtem Kontakt mit Präsident Trump und seiner Regierung".
Treffen von Kushner und bin Salman

Der Ausschussvorsitzende Elijah Cummings forderte das Weiße Haus auf, unter anderem Dokumente zu einem Treffen auszuhändigen, das kurz nach dem Amtsantritt Donald Trumps als Präsident zwischen dessen Schwiegersohn und Berater Jared Kushner und dem heutigen saudiarabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman stattgefunden habe.

Laut Ausschussbericht war der größte Befürworter des Baus von Atomanlagen in Saudi-Arabien das Unternehmen IP3 International. Eine Tochterfirma von IP3 führte 2016 Michael Flynn als Berater auf, der zu Beginn von Trumps Amtszeit Nationaler Sicherheitsberater der USA war. Flynn steht vor Gericht, weil er Ermittler der Bundespolizei FBI zu seinen Kontakten mit dem russischen Botschafter belogen hatte. Als seine Lügen ans Licht kamen, trat er im Februar 2017 nach nur rund dreiwöchiger Amtszeit zurück.

Ein weiteres beteiligtes Unternehmen ist die Firma Brookfeld-Asset-Management. Sie steht in engen Geschäftsbeziehungen mit dem Immobilien-Konsortium von Trumps Schwiegersohn Jared Kushner. Kushner ist als Präsidentenberater zudem massiv in die Nahost-Politik der US-Regierung eingebunden.

https://www.t-online.de/nachrichten/ausland/usa/id_85280568/verkauft-donald-trump-heimlich-atomtechnik-an-saudi-arabien-.html



Geschrieben von: SailorGN 27. Feb 2019, 20:37

Hat jemand was zu IP3 International? Ich finde nur stubs und nichtssagende Werbung... haben die überhaupt eigene Produktions-/Planungserfahrung?

Geschrieben von: Hummingbird 27. Feb 2019, 22:26

Wie es scheint sollte ein Atomkraftwerk in Tennessee nach/über Katar verkauft werden.

ZITAT
[...]

“He comes over,’’ Haney said, recalling how the President, an old friend, introduced him to a prospective investor – an official with the oil-rich Middle Eastern nation of Qatar who seemed interested in Haney’s plan to buy an obscure nuclear plant and sell power to the city of Memphis.

For Haney, 78, a personable but hard-nosed East Tennessee businessman who made a fortune in real estate, the story of that fateful meeting and how he landed in the middle of a federal investigation after hiring the president’s now-convicted attorney, Michael Cohen, is a touchy one.

[...]
https://dailymemphian.com/article/1174/POWER-BROKER

Geschrieben von: revolution 19. Mar 2019, 14:35

ZITAT
Drohende Militäraktion

Türkei drängt Iran zu Offensive gegen PKK
Die Türkei droht mit neuen Militärschlägen gegen die PKK. Diesmal will Erdogan die kurdische Miliz Seite an Seite mit iranischen Truppen attackieren. Wie entscheidet sich Teheran?

Von Maximilian Popp und Christoph Sydow

Hassan Rohani, Recep Tayyip Erdogan (Archivbild)

Freitag, 15.03.2019 10:48 Uhr

Süleyman Soylu, der türkische Innenminister, ist Erdogans Mann fürs Grobe. Er hat die Massenverhaftungen nach dem Putschversuch 2016 verantwortet, die bis heute andauern. Anfang März drohte er damit, internationale Sympathisanten der Kurdischen Arbeiterpartei (PKK), die von Ankara und der EU als Terrororganisation eingestuft wird, bei der Einreise in die Türkei festnehmen zu lassen.

Nun stellt Soylu einen neuen Militärschlag der Türkei gegen die PKK in Aussicht - gemeinsam mit Iran. "So Gott will, werden wir eine Anti-PKK-Operation gemeinsam mit Iran durchführen. Eine (solche) Operation ist seit Langem Wunsch des türkischen Staates", sagte er der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/tuerkei-draengt-iran-zu-offensive-gegen-pkk-a-1257879-amp.html

Geschrieben von: Praetorian 28. Mar 2019, 16:22

Der Bund wird bei einer Fortschreibung der Exportsanktionen gegen Saudi-Arabien wahrscheinlich sechs Wachboote und ein Ausbildungsschiff zur Nutzung durch Bundesbehörden übernehmen. Die sechs Wachboote sollen zusammen 120 Millionen Euro kosten, zusätzlich seien noch Umrüstungen für rund zwei Millionen Euro pro Boot erforderlich. Für das größere Ausbildungsschiff fielen 45 Millionen Euro an. Als Nutzer sind Bundespolizei, Zoll und/oder Marine im Gespräch. Der Plan habe bereits die Zustimmung von Innen-, Finanz- und Verteidigungsministerium.

http://www.haz.de/Nachrichten/Politik/Deutschland-Welt/Ruestungsdeal-mit-Saudi-Arabien-Bundesregierung-findet-neue-Abnehmer-fuer-Patrouillenboote

Geschrieben von: SailorGN 28. Mar 2019, 21:57

20 Mio je Boot ohne größere Elektronik/Bewaffnung? Da ist doch die Konventionalstafe mit drin wink.gif

Geschrieben von: Seneca 29. Mar 2019, 14:12

Im von Praetorian verlinktem Artikel der Hannoverschen Allgemeinen ist auch ein Foto, untertitelt mit " Patrouillienboote auf der Peene Werft." Erstaunlich, die Patrouillienboote sind ja Riesenpötte eek.gif . Ja, bei Rüstungsthemen macht unseren Journalisten niemand was vor !

Geschrieben von: SailorGN 29. Mar 2019, 17:09

Joa, bei einem Tender, einer Korvette und nem Minenpott wird irgendwas schon "was mit Patrouille" sein.... Aber so einen 404 sieht man auch nicht alle Tage aufgebockt...

Geschrieben von: revolution 27. Apr 2019, 00:30

Die Justiz in Saudi Arabien hat 37 zum Tode verurteilte Personen an einem Tag enthauptet bzw. gekreuzigt. 33 Der Verurteilten waren Anhänger der schiitischen Glaubensrichtung:

ZITAT
DIENSTAG, 23. APRIL 2019
Geköpft und gekreuzigt
Saudi-Arabien richtet 37 Menschen hin

Wegen "terroristischem Denken" werden in Saudi-Arabien fast 40 Menschen zum Tode verurteilt. Einer von ihnen wird wegen eines schweren Verbrechens besonders brutal hingerichtet.

Saudi-Arabien hat 37 Menschen hingerichtet, die wegen "Terrorismus" verurteilt worden waren. Die Todesstrafen seien in der Hauptstadt Riad, den heiligen Städten Mekka und Medina, in der Provinz Kassim sowie in der Ost-Provinz vollstreckt worden, teilte das Innenministerium in einer Erklärung mit.

Die Hingerichteten seien alle für schuldig befunden worden, sich "terroristisches, extremistisches Denken angeeignet zu haben", hieß es. Die häufigste Hinrichtungsmethode in Saudi-Arabien ist das Köpfen mit einem Säbel. Wie das Ministerium mitteilte, wurde einer der Verurteilten gekreuzigt; eine Hinrichtungsart, die nur für besonders schwere Verbrechen vorgesehen ist.
https://www.n-tv.de/politik/Saudi-Arabien-richtet-37-Menschen-hin-article20983205.html


Die Houthis haben die Artillerierakete vom Typ Badr mit einem Splittergefechtskopf ausgestattet, welcher in einer Höhe von 20m über dem Ziel explodiert.
ZITAT
So, the Houthis in Yemen introduced a new airburst ballistic missile that spreads 14,000 pieces of shrapnel over a large area. The "Badr-F" allegedly has a range of 160km. The video shows one missile detonating above and blanketing an entire outpost with shrapnel
https://twitter.com/HKaaman/status/1118234092229812224




Geschrieben von: Scipio32 14. May 2019, 07:49

Sagt mal ihr kennt euch doch aus.

Derzeit prüft die USA die Verlegung von Truppen in den Nahen Osten. Quelle: https://www.google.com/amp/s/amp.welt.de/politik/ausland/article193445385/Iran-Konflikt-USA-pruefen-Entsendung-von-120-000-Soldaten-in-Nahen-Osten.html

Glaubt ihr, dass das Vorbereitungen zu einem Militärschlag gegen den Iran sind oder wird da nur gebellt und nicht gebissen?

Geschrieben von: Maxwell 14. May 2019, 08:46

Ich hatte bereits bei der Berufung Boltons ähnliche Sorgen, schau mal in diesem Thread circa Mai 2018. Schwabo hatte dort eine Analyse verfasst, warum es auch für die USA enorm schwierig ist, im Iran aktiv zu werden.


Geschrieben von: Scipio32 14. May 2019, 10:01

Nach Schwalbos Analyse zu urteilen wäre jede militärische Aktion gegen den Iran sinnlos. Na wollen wir mal hoffen dass das Trump und seinem Laden auch bewusst ist.

Geschrieben von: Hummingbird 14. May 2019, 10:24

Klingt nach einer verzweifelten Drohung, die im Iran bestimmt niemanden beeindrucken wird.

ZITAT
At a meeting of President Trump’s top national security aides last Thursday, Acting Defense Secretary Patrick Shanahan presented an updated military plan that envisions sending as many as 120,000 troops to the Middle East should Iran attack American forces or accelerate work on nuclear weapons, administration officials said.

The revisions were ordered by hard-liners led by John R. Bolton, Mr. Trump’s national security adviser. They do not call for a land invasion of Iran, which would require vastly more troops, officials said.
https://www.nytimes.com/2019/05/13/world/middleeast/us-military-plans-iran.html?action=click&module=Top%20Stories&pgtype=Homepage

Geschrieben von: Schwabo Elite 14. May 2019, 13:09

Hier mein Post von damals.

ZITAT(Schwabo Elite @ 11. May 2018, 10:21) *
Ein Luftkrieg wäre eine völlig andere Nummer als die Irakinvasion 2003. Ein Luftkrieg bringt auch ganz sicher nicht den gewünschten "Regime Change". Wir wissen seit dem Zweiten Weltkrieg sehr genau, dass strategischer Luftkrieg zwar Druck auf ein Regime ausüben kann, indem Infrastruktur zerstört wird und militärische Operationen gestört oder gestoppt werden können, aber Luftkrieg stärkt ein Regime politisch. Das wird gelegentlich wieder vergessen, aber eher im politischen Diskurs. Militärs haben diese Lektion ziemlich genau auf dem Schirm.

Die Situation mit dem Iran heute ist mit dem Irak vor 15 Jahren auch aus einer Vielzahl anderer Gründe nicht vergleichbar.

Militärische und außenpolitische Unterschiede
  1. Die Armee befindet sich in einer strategisch anderen Lage: Reformen und Neupositionierungen machen eine Großoperation schwierig, nach 15 Jahren "War on Terror" sind die Truppen insgesamt erschöpft, unterbesetzt und oft nicht für Combined Arms ausgebildet.
  2. Es gibt keinen Invasionskorridor: Der Irak und Afghanistan fallen hierfür aus. Irak und Iran sind vielfach eng verbunden. Die irakische Regierung mitnichten von den USA so eng zu führen, dass man von dort mühelos einen Angriff starten könnte. Afghanistan ist infrastrukturell zu isoliert für einen Aufmarsch. Die Türkei will keinen Krieg mit dem Iran und hat zudem nur eine sehr schmale Grenze, gemessen an der Größe des Iran; Gleiches gilt für Pakistan. Mit gerade einmal drei Fernstraßen in sehr zerklüftetem Gelände ist der Invasionskorridor durch den Nordiran sehr ungünstig. Russland fällt als Aufmarschgebiet aus naheliegenden Gründen ebenso aus wie die Staaten des Südkaukasus und Turkmenistan. Es bliebe eine amphibische Invasion über den Persischen Golf. Vermutlich politisch die machbarste Variante, aber militärisch die dümmste. Man steuert direkt auf die Provinz Bushehr zu, die nicht nur eine starke Flottenpräsenz aufweist, sondern auch militärisch gut gerüstet ist. Das Gelände ist zwar zunächst gutes Panzergelände - Wüste - geht aber nach einem schmalen Streifen in zerklüftetes Mittelgebirge über. Weiter östlich, bei den Emiraten und der omanischen Exklave stieße man auf die Hormozgan Provinz zu. Dort ist der flache Küstenstreifen noch schmaler.
  3. Iran ist grundsätzlich ein schlechtes Land für Invasoren. Der Staat ist doppelt so stark bevölkert wie Irak und viermal so groß. Dazu besteht das Land mehrheitlich aus Hochland und Gebirge, nebst Wüsten. Die Infrastruktur ist zwar solide, aber natürliche Wasserwege, die Logistik und Vorstöße vereinfachen sind selten. Küsten am Golf bieten keine Einfallstore ins Inland, das Land ist weder von Ost nach West, noch von Nord nach Süd leicht zu durchqueren. Jahrzehnte der Isolation und die vorausgehenden Abgeschiedenheit von großen Handelswegen und -netzen haben den Iran schlecht verbunden mit seinen Nachbarn zurückgelassen. Die Nachbarn hatten und haben dem Land allerdings auch wenig zu bieten: Das Land ist darum weitestgehend für den eigenen Bedarf vernetzt.
  4. Der Iran ist militärisch nicht nur eine Regionalmacht, sondern vermutlich die stärkste Macht des mittleren Ostens. Der Grund sind die 35 Jahre währenden Embargos und der lange Iran-Irak-Krieg. In dieser Zeit musste das Land sich eines Feindes erwehren, der von allen Seiten - Ost wie West - militärisch versorgt wurde, während man selbst vom Nachschub für meist westliche Waffensysteme abgeschnitten war. Nicht, dass die Waffen Irans alle State-of-the-Art wären, aber Iran kann sich größtenteils selbstversorgen. Ansonsten gibt es gute Verbindungen zu nordkoreanischen Waffenschmieden, die Eigenprodukte und Kopien chinesischer (und sowjetischer, bzw. russischer) Systeme liefern können. Insgesamt stehen dem Land gut 500.000 Soldaten zur Verfügung, was allein durch die Anzahl für einen Angreifer auf eine Invasionsstreitmacht von nicht unter zwei Millionen Mann hinauslaufen müsste, wollte man einen Landkrieg gewinnen. Für eine Besatzungsphase im Anschluss müsste man wohl mit ähnlichen Mengen wie bei Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg rechnen. Wer soll das leisten?
  5. Wir sind damit beim entscheidenden Punkt: es gibt keine willigen Verbündeten. Die Staaten der Region wollen keinen Krieg mit dem Iran. Keiner. Nicht einmal Saudi Arabien. Denn kein Staat könnte den Iran bezwingen, besetzen und befrieden. Und jede Form der Invasion würde durch die Indoktrination (und Geschichte) der iranischen Bevölkerung eine immense Widerstandsbewegung hervorrufen. Alle potentiellen Alliierten einer Invasion sind entweder ehemalige Kolonialmächte (Russland, UK, Frankreich und vor allem Türkei), Juden, Sunniten oder die USA selber. Keiner kann dort - wie nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland etwa oder im letzten Irak-Krieg - eine moralisch höherwertige Position glaubhaft beanspruchen.
  6. Nicht nur gibt es keine Alliierten, es gibt auch reichlich strategische Gegner: Russland und China würden den Angriff zu Recht geißeln und sie würden Iran vermutlich zumindest verdeckt unterstützen. Russland hat logistisch sehr breite Möglichkeiten den Iran zu beliefern. Zum einen indirekt durch verbündete Staaten an der Nordgrenze Irans (Kaukasus und Turkmenistan) und zum anderen direkt über das Kaspische Meer. All das wäre a) vermutlich am Rande alliierter Möglichkeiten zur Unterbindung qua Luftschlag und b) wäre ein Angriff mit russischen Opfern eine Eskalation, die Russland willkommen wäre selbst zu eskalieren. Es würde völlig reichen, wenn Russland ein paar SAM-Batterien in die Grenznähe verlegt und alliierte Flugzeuge aktiv beleuchtet und beschießt. Man könnte das sogar doppelt ausbeuten und "als Zeichen des guten Willens" dazu Verbände aus Europa abziehen. Das würde das Narrativ vom Aggressor Russland weiter abmildern, Europa von den USA entfernen und zu Russland hintreiben und direkt die NATO gefährden. China könnte indes über Russland nicht nur endlos Material liefern, sondern seine Aufklärungskapazitäten anbieten. Ein bisschen wirtschaftlicher Druck - Kohle, Stahl, Aluminium stärker subentionieren, Exportzölle auf Elektronikartikel - und die US-Wirtschaft geht völlig in den Keller.
  7. Wir haben nicht mehr 2001. Die Friedensdividende ist aufgebraucht, die "Coalition of the Willing" ist verschwunden, Russland wieder ein ernstzunehmender strategischer Gegner, China deutlich präsenter international und die USA längst nicht mehr unangefochtener und selbstüberzeugter "Führer der freien Welt".


Innenpolitische Unterschiede:
  1. Trump ist nicht George Walker Bush und die USA heute sind nicht die USA von 2001.
  2. Trump unterscheidet sich maßiv von GWB. Hier werden beide gerne als dumm dargestellt, aber das ist die Naivität und der Moralisierungswahn deutscher außenpolitischer Diskurse. Bush hatte gute Gründe auf seine Berater zu hören und nicht wenige sahen in der Politik von Cheney und Bush junior eine Fortführung der Politik von Bush senior und Cheney zehn Jahre zuvor. Trump hat nichts woran er anknüpfen könnte oder wollte. Was er vor allem will, ist positives Feedback von möglichst vielen Seiten. Ein Invasionskrieg wäre hochgradig unpopulär in den USA, allein weil er zehntausende Särge mit sich brächte. Nicht zu reden von den Kosten und dem außenpolitischen Fallout.
  3. Nach 9/11 haben viele in den USA gerne geglaubt, dass der Diktator, den man zehn Jahre zuvor in den Medien mit Hitler verglich, auch etwas mit 9/11 zu tun haben könnte oder den USA Übles wolle. Immerhin hat man den Irak die gesamte Zeit bombardiert, der Gedanke war also nicht völlig abwegig. Das machte eine Stimmung für die Invasion möglich. Der Irak-Krieg war in den Medien vor allem ein Krieg gegen Saddam und für mehr Demokratie in der MENA-Region. Ein Krieg im Iran könnte für mehr Demokratie und gegen islamistischen Terror stehen, ja, aber nach dem Desaster im Irak ist die Demokratisierung anderer Länder einfach nicht mehr so angesagt in den USA. Im Gegenteil: Trump wurde für seine isolationistischen Töne gewählt und von denen ist er vermutlich auch selbst überzeugt. Er macht gern den Dicken Maxe, aber er legt sich nicht gern fest. Und auch ihm ist klar, dass eine Invasion mit praktisch allen aktiven Verbänden - als ob das jemals möglich wäre logistisch - sich nicht so leicht rückabwickeln lässt, wie ein Stück Papier einen Vertrag aufkündigt.


Am Ende ist für keine Form von Alliierten, wie sie denkbar oder ausdenkbar wären eine Invasion Irans siegreich zum Abschluss zu bringen. Über die Besatzungszeit danach müssen wir nicht einmal reden. Das hat schon in den beiden Nachbarländern Irak und Afghanistan nicht geklappt. Schlimmer noch, eine Invasion wäre außenpolitischer Selbstmord für die USA. Mit Sicherheit würde es der NATO in Europa schaden und Russland nur an allen Ecken und Enden helfen. Und innenpolitisch erfordert eine Invasion so viel "Committment", dass daran nicht zu denken ist. Ich diskutiere die innenpolitischen Konsequenzen gar nicht erst, weil ich glaube, dass es in keiner der beiden Kammern dafür eine Mehrheit gäbe.

Eine reine Luftkampagne wird indes keine Lösung in Form eines Regimewechsels bringen. Damit könnte man bestenfalls strategische Ziele ausschalten, indem man Forschungseinrichtungen und Fabriken sowie Kommandozentren zerstört. Das wird aber auch völkerrechtlich eine problematische Sache, denn solange der Iran von Europa, Russland und China bestätigt bekommt, dass die Auflagen erfüllt werden, fehlt der internationale Konsens für Strafaktionen. Genau der macht aber den Unterschied zwischen "Einsätzen" im Kosovo oder Irak und "Angriffskriegen" gegen die Ukraine und Georgien. Kurzum: Ein einseitiger Angriff auf den Iran wäre der Verlust amerikanischer Ansprüche eine internationalem Konsens entsprechende Friedensordnung durchzusetzen.



ZITAT(Scipio32 @ 14. May 2019, 11:01) *
Nach Schwalbos Analyse zu urteilen wäre jede militärische Aktion gegen den Iran sinnlos. Na wollen wir mal hoffen dass das Trump und seinem Laden auch bewusst ist.

Nein, das ist nicht meine Analyse. Meine Analyse war, dass man keinen Regimewechsel durch einen konventionellen Krieg mit anschließender Besatzung (qua Mangels an Truppen und Allierten sowie qua Gefahr der Intervention strategischer Gegner) oder begrenzte Luftschläge erreichen kann. Militärische Optionen, um die aktuelle Regierung zum Kurswechsel zu zwingen, gibt es durchaus, wenngleich diese militärischen Optionen nur Teil eines größeren Blattes von Machtprojektionen sein sollten.
Wenn die USA den Iran zwingen wollen einen neuen und für den Iran einschränkenderen Deal auszuhandeln, dann sind selbstverständlich Luftschläge eine Machtprojektionsmöglichkeit, die beide Seiten in das Kalkül einrechnen werden. Ein Luftschlag gegen Basen für ballistische Raketen wäre durchaus denkbar. Hierfür wären sich vielleicht auch sowohl die Israelis als auch die Saudis nicht zu schade. Ähnliches würde für eine SEAD/DEAD-Kampagne gelten.
Das wären aber Eskalationsstufen, die weit entfernt von konstruktiven Konfliktlösungen liegen dürften und sollten. Daher wäre zu hoffen, dass die Parteien sich vorher einigen. Dabei dürfte Russland eine zentrale Rolle spielen. Wenn Russland hier als Schlichter oder Vermittler auftritt, könnte das die russische Position langfristig stärken und auch für EU und NATO eine Normalisierung in den Beziehungrn zu Russland bedeuten. Gießt Russland Öl ins Feuer und liefert z. B. Luftabwehrsysteme an den Iran, wird das die USA nur zu einer konfrontativreen Konfliktlösung drängen, weil man zuschlagen wollen würde, bevor man seine Vorteile verliert.
Ein iranisch-amerikanischer Konflikt ist indes nur vordergründig im Sinne Russlands. Das Spiel wäre leicht zu durchschauen für die USA und würde auch von den amerikanischen Verbündeten gegeißelt werden. Der Konflikt würde ausgedehnt und die Weltwirtschaft belasten. Ein Krieg im Mittleren Osten kann leicht außer Kontrolle geraten und die Region weiter destabilisieren. Der Fallout ist kaum zu kalkulieren und damit ist der Ausgang hochgradig offen. Zum Fallout könnte eine Erstarkung muslimischer Terroristen gehören, die auch im Grenzgebiet Russlands zwischen dem Kaukasus und Kasachstan aktiv sind.

Der Lachende Dritte (oder hier: eher "Vierte") wäre dann schlimmstenfalls China, das gegen eigene muslimische Extremisten weiterhin mit aller Härte vorgehen würde, alle Seiten mit Waffen und Informationen beliefern könnte und die Schwäche der USA, Russlands und Europas nutzen könnte, um in Korea und im Pazifik nach Belieben schalten und walten zu können.

Geschrieben von: xena 14. May 2019, 13:24

Tja, wäre da nicht John R. Bolton, der einen krankhaften Hass gegen den Iran pflegt und großen Einfluss auf Trump hat.

Geschrieben von: revolution 14. May 2019, 20:58

Naja, warum die USA so angefixt vom Iran sind hat ja konkrete Ursachen. Die Netzwerke innerhalb der US Regierung setzen sich aus Nationalisten/Isolationisten, Lobbyisten der Rüstungsindustrie und (Schiefer-)Ölindustrie zusammen und die internationale Diplomatie dieser Interessensgruppe ist in den Händen des B-Teams um John Bolton, "Bibi" Netanjahu, Mohamed Bin Salmanx sowie Jared Kushner. Damit sind konkrete geostrategische Interessen ja bereits vorgegeben... Das ist eine Vetternwirtschaft, die sich an kein Recht und Gesetz dieser Welt gebunden fühlt. Das entspricht auch nicht den dahinter steckenden Interessen. Immerhin ist diese Trump Administration so ehrlich, das auch ganz offen so zu vertreten.

Ganz im Sinne der am Markt verbliebenen und auf Anschlag pumpenden Ölproduzenten USA, Saudi Arabien und Arabische Emirate sowie der entsprechenden Industriezweige aus dem Öl und Rüstungsgeschäft, sind einseitige Eskalation, Propaganda und militärischen Drohungen recht günstige Hilfsmittel, um Gegenspieler in die Enge zu treiben und sich diese Show über steigende Rüstungsausgaben und steigende Ölpreise obendrein gut bezahlen zu lassen. Auf Kosten der iranischen Zivilbevölkerung in diesem konkreten Fall.

Eine Invasion und Besetzung relevanter Landesteile hielte ich aus militärischen, demografischen, geografischen, logistischen Gründen für vollkommen abwegig. Luftschläge auf die Infrastruktur würden die Iraner dazu einladen entsprechende Vergeltung zu üben. Man weiß aber nicht, wie hoch und wie zutreffend das Vertrauen der Militärs in ihre Abwehrsysteme und den entsprechend Einfluss in kalkulatorische Überlegungen ist.

Ein denkbares Szenario wäre, dass man einen Schusswechsel auf See provoziert, der die USA und eine "Golf-Arabische Koalition" dazu "nötigt", iranische Inseln im Persischen Golf zu besetzen. Ziel wäre die Zerstörung der iranischen Marine und Küstenverteidigung und die Kontrolle der Strasse von Hormuz. Die amerikanische und israelische Luftwaffe würden zudem umfangreiche Luftangriffe gegen Ziele in Syrien, Libanon und Irak vornehmen. Dazu eine Welle von Hackerangriffen gegen Kraftwerke, Staudämme und Banken, sowie eine Propagandakampagne zur Legitimation nach hinten und zur Anstachelung der Bevölkerung im Iran. Man würde versuchen das Land wirtschaftlich in die Situation eines Bürgerkriegs und dadurch zur Kapitulation zu bringen. Plan B wäre noch die atomare Karte gegen "tief verbunkerte Ziele", die einem Kapitulationswunsch Nachdruck verleihen.

Egal wie sich die Situaton weiter entwickelt, muss der Iran konsequenterweise aus dem JCPOA sowie dem Atomwaffensperrvertrag aussteigen und dringend ein glaubhaftes Atomwaffenpotential aufbauen. Das macht so alles keinen Sinn.

Geschrieben von: xena 15. May 2019, 01:34

Derzeit ist das alles Säbelrasselei für das Wahlvolk Zuhause. Diese Säbelrasselei kann aber schnell heiß werden, vor allem wenn ein Brandstifter wie Bolton im Hintergrund seine Fäden zieht. Verlierer werden auch die Golfstaaten sein, die mit iranischen Raketen zugedeckt werden. Da braucht der Iran keine moderne Luftwaffe um um sich zu schlagen. Die Ausschaltung der iranischen Raketen halte ich für wenig durchführbar, weil sie mobil sind. Ab einer bestimmten Eskalationsstufe dürften sie ihre angestammten Lager verlassen und kaum noch zeitnah zu einem Angriff aufgeklärt werden können. Der Iran kann dann den Golf dicht machen, was wiederum für die Weltwirtschaft schädlich wäre, wenn die halbe Welt kein Öl mehr bekommt.
Ich sehe derzeit keine sinnvolle militärische Optionen für die USA. Drohungen bringen gar nichts, ohne die Möglichkeit zu haben diese tatsächlich umzusetzen zu können.

Geschrieben von: Hummingbird 15. May 2019, 07:59

Wenn der Iran seine Arbeit an der Atomwaffe fortsetzt, dann werden die USA sich höchstwahrscheinlich gezwungen sehen, Bodentruppen einzusetzen, um die Anlagen außer Betrieb zu setzen. Ich zweifle jedenfalls daran, dass sich diese Anlagen alleine mit Luftschlägen ausschalten lassen.

Geschrieben von: Schwabo Elite 15. May 2019, 08:50

Bodentruppen gegen die Anlagen sind wirklich keine gute Idee. Das hieße langjährige Besatzung, das funktioniert nicht.

Geschrieben von: Hummingbird 15. May 2019, 10:06

Nein, nicht langjährige Besatzung sondern schnell rein und schnell wieder raus. Anlagen zerstören ohne große Kontamination aktiv zu verschulden.

Geschrieben von: Schwabo Elite 15. May 2019, 11:14

Ich glaube, Du unterschätzt gewaltig, was Du da forderst. Eine Zerstörung diesen Ausmaßes dürfte nicht von Spezialkräften oder anderen Bodentruppen zu leisten sein, ohne dass diese massive Verluste erleiden. Die entsprechenden Anlagen sind nicht gebündelt, sondern gut geschützt über das Land verteilt und man müsste in der Folge ein dichtes Netz von Luftabwehrsystemen an multiplen Punkten des Landes überwinden, um zeitgleich und mit einem nicht zu realisierenden Überraschungsmoment große Anlagen nachhaltig auszuschalten. Das ist schlicht nicht machbar. Schon eine Geiselbefreiung in Teheran war vor 40 Jahren nicht zu realisieren.

Geschrieben von: Hummingbird 15. May 2019, 11:20

Was glaubst du wohl warum von 120.000 Soldaten die Rede ist? Alleine mit Luftschlägen wird sich der Iran nicht vom Bau der Bombe abhalten lassen können .

Geschrieben von: 400plus 15. May 2019, 11:33

Mit 120.000 Mann aber auch nicht, damit kommt man nicht "schnell rein und schnell wieder raus", wenn das Atomprogramm so weit über das ganze Land verteilt ist: https://de.wikipedia.org/wiki/Iranisches_Atomprogramm#/media/File:Atomprogramm_des_Iran_2.png.

Geschrieben von: xena 15. May 2019, 11:50

Vor allem sind die Anlagen auch tief im Land drin. Da bekommt man nicht einfach so eine größere Menge Leute hin, die nötig wären, um diese Anlagen zu zerstören und vorher noch die Verteidiger zu überwinden. Da wird man wohl nur mit einer robusten Invasionsarmee rein müssen. Aber woher nehmen? Das wäre ein richtig ausgewachsener Krieg mit allen Konsequenzen für die Region und die Weltwirtschaft. Das wird auch an uns nicht spurlos vorbei gehen.

Interessant wäre, wie sich die Russen dabei verhalten würden. Still würden sie nicht bleiben. Sie würden massiv Waffen an den Iran liefern, von denen sie noch jede Menge in Depots rum stehen haben, allein nur um indirekt ihrem Erzrivalen zu schaden.

Geschrieben von: Dave76 15. May 2019, 12:58

ZITAT
Trump denies U.S. plan to send 120,000 troops to counter Iran threat

May 14, 2019
WASHINGTON (Reuters) - President Donald Trump on Tuesday denied a New York Times report that U.S. officials were discussing a military plan to send up to 120,000 troops to the Middle East to counter any attack or nuclear weapons acceleration by Iran.

“I think it’s fake news, OK? Now, would I do that? Absolutely. But we have not planned for that. Hopefully we’re not going to have to plan for that. And if we did that, we’d send a hell of a lot more troops than that,” Trump told reporters at the White House.

The Times reported that Acting Defense Secretary Patrick Shanahan presented an updated plan last week in a meeting of top national security aides that envisions sending as many as 120,000 American troops to the region if Iran attacks U.S. forces or accelerates work on its nuclear weapons.

The updated plan does not call for a land invasion of Iran, which would require far more troops, the Times reported, citing unidentified administration officials.
[...]
https://www.reuters.com/article/us-usa-iran-military/trump-denies-us-plan-to-send-120000-troops-to-counter-iran-threat-idUSKCN1SK1YM


Geschrieben von: 400plus 15. May 2019, 13:16

Die Bundeswehr hat aufgrund der Spannungen die Ausbildungsmission im Nordirak ausgesetzt:

https://www.spiegel.de/politik/ausland/bundeswehr-setzt-ausbildung-im-irak-wegen-spannungen-aus-a-1267572.html

Geschrieben von: Hummingbird 15. May 2019, 14:02

ZITAT(400plus @ 15. May 2019, 12:33) *
Mit 120.000 Mann aber auch nicht, damit kommt man nicht "schnell rein und schnell wieder raus", wenn das Atomprogramm so weit über das ganze Land verteilt ist: https://de.wikipedia.org/wiki/Iranisches_Atomprogramm#/media/File:Atomprogramm_des_Iran_2.png.
Das ist mir schon klar. Die Iraner sind ja auch nicht doof.

Geschrieben von: Schwabo Elite 15. May 2019, 15:40

Warum schreibst Du dann so einen Unsinn? confused.gif

Geschrieben von: Hummingbird 15. May 2019, 22:03

Äh, liest du Nachrichten oder trollst du nur?

Geschrieben von: Schwabo Elite 16. May 2019, 08:57

Nun bleib mal schön locker. Du redest von Invasion mit Bodentruppen, um weit verteilte, gut gesicherte Anlagen in einem riesigen Land auszuschalten, weil Deiner Ansicht nach Luftschläge nicht funktionieren oder ungeeignet sind.

Und jeder hier sagt Dir, dass das a) eine dumme Idee ist und b) nicht funktionieren würde. Ich habe dazu vor einem Jahr einen längeren Text geschrieben und Du meinst, man könne das mit zwei Sätzen zu einer Alternative stilisieren. Kann man nicht. Das ist zu wenig und bleibt weiterhin a) und b).

Sofern Du also nicht mit Argumenten anrückst, bist Du hier der Troll.

Geschrieben von: Hummingbird 16. May 2019, 10:44

...

Geschrieben von: revolution 6. Jun 2019, 11:46


ZITAT
Trumps Einflüsterer aus Abu Dhabi

Mohammed bin Zayed ist der starke Mann der Vereinigten Arabischen Emirate. Seine aggressive Agenda prägt die US-Politik im Nahen Osten.

Montag 3. Juni 2019 21:01

Der mächtigste arabische Politiker ist nach Ansicht der «New York Times» nicht MbS, sondern MbZ – also nicht der saudische Kronprinz Muhammad bin Salman, sondern Mohammed bin Zayed, Kronprinz von Abu Dhabi und De-facto-Herrscher der Vereinigten Arabischen Emirate. MbZ, 58 Jahre alt, ist ein enger Verbündeter der USA mit grossem Einfluss in Washington. Die Macht des relativ unbekannten Kronprinzen von Abu Dhabi gründet auf jahrzehntelanger Loyalität gegenüber den USA. Seit ein paar Jahren verfolgt MbZ eine eigene, zunehmend aggressive und kriegerische Agenda.

«Und US-Präsident Donald Trump scheint ihm zu folgen», schreibt die «New York Times» in einem heute veröffentlichten Hintergrundbericht über die Politik von MbZ, der eine Konfrontation mit dem Iran sucht. Zuletzt prägten zunehmende Spannungen die Beziehungen zwischen Washington und Teheran. Der NYT-Bericht ist alles andere als schmeichelhaft für den amerikanischen Verbündeten aus der Golfregion: Der Kronprinz wird als Kriegstreiber beschrieben.

Der Einfluss von MbZ in den USA sei legendär und nie spürbarer gewesen als unter der Trump-Präsidentschaft, schreibt die «New York Times». Ob Iran oder Katar, Libyen oder Saudiarabien oder auch die Muslimbruderschaft: Laut NYT hat der US-Präsident wiederholt Positionen übernommen, die vom Kronprinzen von Abu Dhabi favorisiert wurden – sogar dann, wenn eigene Kabinettsmitglieder oder Berater seines nationalen Sicherheitsrats andere Haltungen vertreten hatten.

MbZ ist zudem ein Fürsprecher des saudischen Kronprinzen Muhammad bin Salman, der seinerseits ein freundschaftliches Verhältnis mit Kushner pflegt – auch nach dem Mord an dem Journalisten Jamal Kashoggi. Dass Trump und sein Schwiegersohn den saudischen Kronprinzen nicht fallen gelassen haben, ist auch ganz im Sinne von MbZ.

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) bestehen aus Abu Dhabi, Dubai sowie fünf weiteren Emiraten. Bekannt sind die VAE als obszön reicher Staat und touristische Top-Destination mit glitzernden Skylines, Rekordbauten von Stararchitekten, palmenförmigen Inseln oder auch Sandstränden. Weniger wahrgenommen wird, dass die VAE zur heimlichen Grossmacht am Golf und im Nahen Osten aufgestiegen ist.

Ausgestattet mit der schlagkräftigsten Armee eines arabischen Staates sowie einer Söldnertruppe, betreiben die VAE eine aggressive Aussen- und Kriegspolitik. Dazu gehören die politische Isolierung von Katar sowie die militärische Intervention im Jemen. In beiden Fällen handelten die Emirate als Verbündete von Saudiarabien. Mit Luftangriffen beteiligten sich die Emirate auch am Kampf einer von den USA angeführten Koalition gegen den Islamischen Staat (IS) im Irak und in Syrien.

Kronprinz MbZ, an der britischen Militärakademie Sandhurst ausgebildet, ist Oberbefehlshaber der Streitkräfte der Emirate. Und er gilt als treibende Kraft hinter der offensiveren Politik, die im Zuge des Arabischen Frühlings 2011 begann. So beteiligten sich die VAE an der Bekämpfung einer Demokratisierung Ägyptens respektive an der Installierung des autoritären Regimes des heutigen Herrschers Abdel Fattah al-Sisi. Die VAE haben heute erheblichen Einfluss in Ägypten, mehr womöglich als das grössere Saudiarabien, das als die sunnitische Führungsmacht gilt. Die Neuordnung der Mena-Region (Nahost und Nordafrika) möchten die Emirate in ihrem Sinne prägen.

https://www.bazonline.ch/ausland/naher-osten-und-afrika/trumps-einfluesterer-aus-abu-dhabi/story/12070359



Geschrieben von: Schwabo Elite 13. Jun 2019, 16:38

Im Golf von Oman wurden offenbar zwei Tanker angegriffen. Dabei handelt es sich um die norwegische Front Altair und die Kokuka Courageous, die von der Reederei Bernhard Schulte Shipmanagement betrieben wird und dem japanischen Konzern Kokuka Sangyo gehört.

Die Front Altair soll ersten Meldungen nach von einem "Torpedo" getroffen worden sein, die Kokuka Courageous von zwei "Granaten" (CNN zitiert "'attacked'" twice with 'some sort of shell'").

Links:


Geschrieben von: Sparta 14. Jun 2019, 05:48

Video das zeigen soll wie die iranischen Revolutionsgarden am Tanker Kokuka Courageous eine nicht explodierte Haftmine wieder entfernen.

https://www.centcom.mil/MEDIA/VIDEO-AND-IMAGERY/VIDEOS/videoid/689676/

Geschrieben von: revolution 14. Jun 2019, 06:53

Das stinkt mal wieder zum Himmel nach False-Flag Propaganda

Geschrieben von: Maxwell 14. Jun 2019, 07:44

Der Geruch ist durchaus wahrnehmbar.

https://app.handelsblatt.com/wirtschaft-handel-und-finanzen-golf-von-oman-japanischer-betreiber-bestreitet-torpedo-angiff/24456102.html

Die Mannschaft des japanischen Schiffs will unmittelbar vor dem Angriff „fliegende Objekte“ gesehen haben.

Geschrieben von: goschi 14. Jun 2019, 08:11

ZITAT(revolution @ 14. Jun 2019, 07:53) *
Das stinkt mal wieder zum Himmel nach False-Flag Propaganda

inwiefern?

Geschrieben von: Schwabo Elite 14. Jun 2019, 08:18

ZITAT(Maxwell @ 14. Jun 2019, 08:44) *
Der Geruch ist durchaus wahrnehmbar.
Ist dem so? Inwiefern?
ZITAT(Maxwell @ 14. Jun 2019, 08:44) *
https://app.handelsblatt.com/wirtschaft-handel-und-finanzen-golf-von-oman-japanischer-betreiber-bestreitet-torpedo-angiff/24456102.htmlHANDELSBLATT
Fixed that for you. wink.gif

ZITAT(Maxwell @ 14. Jun 2019, 08:44) *
Die Mannschaft des japanischen Schiffs will unmittelbar vor dem Angriff „fliegende Objekte" gesehen haben.


Ja, wie schon gestern geschrieben nahmen die Mannschaften "Torpedo-" bzw. "Granatangriffe" wahr. Das mit dem Torpedo kam aber vom https://www.telegraph.co.uk/news/2019/06/13/oil-tankers-hit-fresh-attack-gulf-oman/:

ZITAT
The ship was “suspected of being hit by a torpedo”, according to Taiwan’s state-owned petrol company. The second tanker, Kokuka Courageous, was damaged in a "suspected attack" that breached the hull above the water line while on passage from Saudi Arabia to Singapore, according to Bernhard Schulte Ship management.

Geschrieben von: revolution 14. Jun 2019, 09:06

ZITAT
Thu Jun 13, 2019 3:34
Iran Voices Concern about Suspicious Incidents in Sea of Oman amid Japanese PM's Visit

"We voice concern about the suspicious incidents which happened today for the oil tankers affiliated to Japan concurrently with a meeting between the Japanese prime minister and Supreme Leader (of the Islamic Revolution Ayatollah Seyed Ali Khamenei)," Foreign Ministry Spokesman Seyed Abbas Mousavi wrote on his twitter page on Thursday.

He noted that Iran considers the incidents and the coincidence with Japanese prime minister's trip to Tehran as against the regional and trans-regional efforts and stances to decrease tensions and establish tranquility in the region.
http://en.farsnews.com/newstext.aspx?nn=13980323000572


ZITAT
Thu Jun 13, 2019 3:37
Iran Warns Regional States to Watch "Deception Trap" of Destabilizers

TEHRAN (FNA)- Iran on Thursday strongly voiced concern about the explosions occurred in the two Japan-related oil tankers in the Sea of Oman, cautioning the regional states not to become entangled in the "deception trap" flattened by countries which benefit from instability in the region.

"All regional states should be careful not to be entrapped by deception of those who benefit from instability in the region," Iranian Government Spokesman Ali Rabi'e said on Thursday.

"The Iranian government is ready for security and regional cooperation to guarantee security, including in the strategic waterways," he added.

All crew members of the two oil tankers which were hit in the Sea of Oman were saved by Iranian rescue teams on Thursday.

Iranian rescue vessels have picked up the 23 crew members of one of the tankers and 21 of the other from the sea and brought them to safety at Iran’s Jask, in the Southern Hormozgan Province, an informed source said on Thursday.

Earlier, media reports said explosions had occurred on the two oil tankers, apparently as a result of attacks.

Details about the incidents are still sketchy, but the ships are known to have sent distress signals to nearby ports and vessels.

While the US Navy claimed it had been assisting the tankers, the Iranian rescue vessel was first to reach them and rescue the crew, who had plunged into and were floating on the sea to avoid the fire.

The MT Front Altair had been loaded at a port in the Gulf of Oman with a petroleum product known as naptha, and was on its way to the Far East. Its crew of 23 is safe after being evacuated by the nearby Hyundai Dubai vessel.
/
Front Altair was loaded from Qatar with the flage of Marshal Islands and Kokuka Courageous was loaded from Saudi Arabia with a Panama flag.

Meanwhile, BSM Ship Management says its crew of 21 aboard the Kokuka Courageous carrying methanol has also been rescued in the Gulf of Oman by a nearby Iranian vessel after what it described as an “incident on board which resulted in damage to the ship’s hull starboard side”.

The Arabic-language al-Mayadeen reported that Front Altair oil tankers was fully drowned in the Sea of Oman after the incident.

Japan's Trade Ministry said that the two oil tankers were reportedly attacked near the Strait of Hormuz which is located between the Persian Gulf and the Gulf of Oman carried "Japan-related cargo".

http://en.farsnews.com/newstext.aspx?nn=13980323000582


Demnach handelt es sich offenbar um zwei Tankschiffe mit petrochemischen Erzeugnissen aus Katar und Saudi Arabien mit Destination Japan. Am Vortag der Explosionen befand sich eine Vermittlungsdelegation um den japanischen Premierminister Shinzo Abe in Teheran, die in ihrer Bedeutung noch ein Stück weit relevanter war, als der merkwürdige Besuch von Außenminister Maas in Teheran wenige Tage zuvor. Japan war bis vor kurzem noch ein bedeutender Handelspartner des Iran und Japan hatte sich aufgrund seiner guten bilateralen Beziehungen selbst als Vermittler angeboten, um die Spannungen zu reduzieren. Kaum sitzt Abe im Flugzeug, explodiert japanische Ladung im Golf von Oman und der Herr sitzt mitten im Handelskrieg. Ein Schelm, wer böses dabei denkt.

Ich habe noch nicht so ganz verstanden, wo sich die Crew der beiden Schiffe befindet. Deren Aussagen dürften von großer Bedeutung sein.

Derweil scheint der Schuldige für die Amerikaner, Briten und Arabien bereits wenige Stunden nach den Explosionen identifiziert. Garniert mit weiteren militärischen Drohgebärden:

ZITAT
Der US-Einschätzung hatte sich auch Saudi-Arabien angeschlossen. Außenminister Adel al-Jubeir sagte dem Sender CNN, dass sein Land "keinen Anlass" habe, Pompeo zu widersprechen. "Wir stimmen ihm zu."

Der britische Außenminister Jeremy Hunt sagte, man werde zwar eine eigene Überprüfung der Vorfälle vornehmen. Zunächst einmal glaube man aber den Erklärungen des Verbündeten USA. Die Vorfälle seien "sehr besorgniserregend und kommen zu einer Zeit von ohnehin schon großen Anspannungen", sagte Hunt. "Meine Botschaft an Iran ist, dass - wenn sie darin verwickelt sind - es eine äußerst unkluge Eskalation ist, die eine ernste Gefahr für die Aussicht auf Frieden und Stabilität in der Region darstellt."

Das US-Militär schickte derweil den Zerstörer "USS Mason" in das Gebiet im Golf von Oman. Das Schiff sei auf den Weg dorthin, wo die beiden Tanker angegriffen worden seien, hieß es. Der Zerstörer "USS Bainbridge" stehe zudem in engem Kontakt mit einem der beschädigten Tanker, der "Kokuka Courageous". Man habe zwar kein Interesse an einer Einbindung in einen neuen Konflikt im Nahen Osten. Das Militär sei aber bereit, US-Interessen zu verteidigen, etwa das der freien Schifffahrt.

https://www.spiegel.de/politik/ausland/tanker-angriffe-im-golf-von-oman-iran-weist-anschuldigungen-der-usa-zurueck-a-1272370.html

Geschrieben von: Maxwell 14. Jun 2019, 09:43

@ Schwabo: Thx, Artikel verwechselt... xyxthumbs.gif

Inwiefern:
Was Revolution geschrieben hat.
Zudem, es könnten einige Akteure an einer weiteren Verschärfung des amerikanisch-iranischen Konfliktes interessiert sein.
Auch wenn eine Invasion ausgeschlossen ist, würden weitere Wirtschaftssanktionen den Iran hart treffen.

Ich sehe den Nutzen an einer derartigen Aktion aus Sicht der iranischen Regierung nicht (vorausgesetzt, sie verhalten sich rational).
Eine nicht autorisierte Aktion der IRGC könnte demnach trotzdem infrage kommen.

@Revolution, nach meiner Kenntnis wurden die Crews von iranischen Schiffen aufgenommen und an Land versorgt. Im Fall des japanischen Schiffes ist die Besatzung wohl wieder an Bord.

Geschrieben von: SailorGN 14. Jun 2019, 10:38

Welche Akteure denn? Auch im Iran gibt es genug "Akteure", denen an einer Eskalation gelegen ist... Die Voraussetzung von Rationalität ist illusorisch, weil dies a) nicht für die USA/SA Seite gilt und b) auch nicht für die Hardliner im Iran. Insofern ist dort unten gerade sehr viel möglich. Dazu kommt, dass sich die extremeren Elemente des Iran in den letzten Jahren aggressiver positioniert haben, bspw. Richtung Irak, Syrien und Libanon oder auch Jemen. Angesichts der inneren Spannungen im Iran macht für diese Akteure eine Strategie der äusseren Spannung sehr viel Sinn, weil man damit die Fehler der eigenen Doktrin übertünchen kann. Auch muss für Beschäftigung bei den staatlich angefixten Pasaran/Basj gesorgt werden, die brauchen Mehrtürer, damit sie bei der Stange bleiben.

Im Grunde können sowohl der Iran wie auch die Trumpansen einen Konflikt dort gebrauchen, um von den eigenen Verfehlungen abzulenken.

Geschrieben von: Maxwell 14. Jun 2019, 10:59

Ich glaube du unterschätzt ein Stück weit, wie sehr die iranische Wirtschaft unter den Sanktionen leidet.
Denen wird mittelfristig so richtig das Geld ausgehen, wenn sie keine Lösung für die Blockade von Ölverkäufen finden.
Zumindest aus Regierungssicht ist ein weiteres zündeln kontraproduktiv.

Akteure wie SA, VAE, die Bolton Clique oder die IRGC. Ich möchte ja gar nicht ausschließen, dass diese Attacken ihren Ursprung auf iranischer Seite hatten. Eine "offiziell" von der Führung beschlossene Sache erschließt sich mir hier jedoch nicht.

Wenn ein Bedarf an Mehrtürern vorhanden währe, gäbe es doch bestimmt weniger Afghanische Söldner in Diensten des Iran oder?

Geschrieben von: SailorGN 14. Jun 2019, 11:13

Nein, ich unterschätze das Leiden der iranischen Wirtschaft nicht. Allerdings muss dazu auch gesagt werden, dass mit den Einnahmen aus Öl/Gas auch zu großen Teilen die afghanischen Söldner und Auslandsabenteuer finanziert werden... und das für die Hardliner dies ein gewaltsamer Weg aus der Krise ist. Die iranische "Regierung" ist viel weniger ein Monolith als die US-Amerikanische, die Hardliner haben bisher immer versucht, moderate Regierungen (selbst wenn mehrheitlich gewählt) zu schwächen. Da ein erklecklicher Teil der iranischen Wirtschaft den Revolutionsgarden/Hardlinern direkt gehört, haben sie einerseits innenpolitisch sehr viel Macht, andererseits kein Interesse an einer Entstaatlichung, welche die Folge eines zivil orientierten Wirtschaftswachstums wäre. Drittens ist allen Hardlinern jede Art von Kompromis zuwider, sowohl bei Trump als auch bei den Mullahs (auf beiden Seiten des Golfes). Somit ist die Basis für irrationales Handeln gelegt.

Die afghanischen Söldner sind Kanonenfutter im Stellvertreterkrieg. Der Iran ist offiziell noch nicht mal aktiv in die Kämpfe in Syrien und Jemen involviert, damit kann und darf es dort genausowenig Iranische Mehrtürer geben wie es russische Soldaten auf der Krim gab wink.gif Nein, die Königsklasse des islamischen Mehrtürertums ist der Tod im Kampf gegen USA und Israel, alles andere zählt nicht, zumal es dabei idR ja auch noch gegen andere Muslime geht. Die Möglichkeit eines Konfliktes mit den USA im Golf ist so ziemlich das doktrinär sauberste was sich die Iraner vorstellen können... und das würde auch ideologisch eine Erleichterung sein, nachdem die USA über Jahre gegen iranische Feinde in Afghanistan vorgegangen sind. Denn dort konnte der Iran seine Schutzrolle für schiitische Minderheiten nur sehr unzulänglich wahrnehmen. Was sie aber nicht daran hindert, eben jene Minderheiten in der Region gnadenlos zu verheizen (Hasara aus Afgh. in Syrien, Houthies im Jemen).

Geschrieben von: Schwabo Elite 14. Jun 2019, 14:34

ZITAT(Maxwell @ 14. Jun 2019, 10:43) *
Inwiefern:
Was Revolution geschrieben hat.
Zudem, es könnten einige Akteure an einer weiteren Verschärfung des amerikanisch-iranischen Konfliktes interessiert sein.
Auch wenn eine Invasion ausgeschlossen ist, würden weitere Wirtschaftssanktionen den Iran hart treffen.

Ich sehe den Nutzen an einer derartigen Aktion aus Sicht der iranischen Regierung nicht (vorausgesetzt, sie verhalten sich rational).
Eine nicht autorisierte Aktion der IRGC könnte demnach trotzdem infrage kommen.

@Revolution, nach meiner Kenntnis wurden die Crews von iranischen Schiffen aufgenommen und an Land versorgt. Im Fall des japanischen Schiffes ist die Besatzung wohl wieder an Bord.


Revolutions zitierter Artikel hat ja nun keinerlei Punkte genannt, die auf etwas anderes hindeuten, als dass was von den USA (oder sonstwem) geäußert wurde. Dann wirft Revolution aber ein, dass es eine zeitliche Nähe zwischen dem Vorfall und dem Besuch des japanischen Premiers im Iran gäbe. Anschließend suggeriert er, dass die zeitliche Nähe eine inhaltliche Nähe oder gar eine Kausalität mit sich bringt.
Das ist aber einfach nur dahergeredet, ohne dass es Belege gäbe. Revolution weiß das, deswegen lässt er auch offen, was diese Kausalität sein könnte. Das ist nicht anderes als ein verschwärungstheoretischer Taschenspielertrick, bis er mit einer belegbaren These um die Ecke kommt.
Deswegen erinnere ich direkt daran, dass hier vom Team des WHQ mehr als Getrolle und unbegründete Vorwürfe erwaretet werden.

Geschrieben von: Schwabo Elite 14. Jun 2019, 14:41

ZITAT(Maxwell @ 14. Jun 2019, 11:59) *
Ich glaube du unterschätzt ein Stück weit, wie sehr die iranische Wirtschaft unter den Sanktionen leidet.

So, und genau da hättest Du einen Grund für iranische Akteure jetzt zu eskalieren: Eine Entscheidung herbeiführen, bevor die Lage im Inneren zu dramatisch wird. Die USA müssen die Sache nur aussitzen, selbiges gilt für den anti-iranischen Block arabischer Länder. Und natürlich gibt es mehrere Drittstaaten, innerhalb derer Akteure existieren, die an einem hohen Eskalationsgrad Interesse haben könnten.
Der Punkt ist: Ohne nähere Informationen gibt es zu all dem keine glaubhaften Belege.

Geschrieben von: Maxwell 14. Jun 2019, 21:11

Klar soweit, aber eine Entscheidung herbei führen? Wie soll die denn aussehen?

Geschrieben von: Merowinger 14. Jun 2019, 22:31

Womöglich spekuliert jemand oder eine Gruppierung, dass die Lage sich ändert bzw. Verhandlungspositionen sich verschieben wenn man plastisch demonstriert, wie ein "Tanker Krieg" in der Strasse von Hormus aussehen würde. Die Platzierung der Minen/Treffer oberhalb der Wasserlinie stützen diese Möglichkeit.

Zum Video mit dem iranischen Boot: Da die Angriffe in iranischen Hoheitsgewässern stattfanden ist der Iran für Seerettung und Ermittlung zuständig. Sofern wirklich eine nicht explodierte Haftmine vorhanden war, wäre es für einen Staat mehr als logisch diese umgehend zu entfernen um weiteren Schaden abzuwenden und/oder sie zu untersuchen. Die textuelle Beschreibung des Videos durch die US Regierung ist so schlicht nicht in Ordnung, insbesondere was das "wieder" entfernen anbetrifft. Glaubwürdigkeit geht anders.

Geschrieben von: revolution 14. Jun 2019, 23:34

ZITAT(Maxwell @ 14. Jun 2019, 10:43) *
Zudem, es könnten einige Akteure an einer weiteren Verschärfung des amerikanisch-iranischen Konfliktes interessiert sein.
Auch wenn eine Invasion ausgeschlossen ist, würden weitere Wirtschaftssanktionen den Iran hart treffen.


Zu diesem Interessenlager zähle ich persönlich jene, die sich bereits kurz nach dem Knall vorschnell auf den Iran zeigen. Das zielt im Entferntesten darauf ab, die Lage zu beruhigen.
So haben beispielsweise die USA (siehe etwa Pompeo Wortlaut) und die üblichen Verbündeten in diesem Spiel bereits geäußert, dass "kaum ein Zweifel daran bestehen kann", dass es "Iran" gewesen sein muss, welcher für die Explosionen auf den Schiffen verantwortlich zu machen sei (vgl. SpOn Artikel von mir vorher). Unter Normalsterblichen wären solche Aussagen ohne Beweise haltlos und strafbar. Der Besonnene Typ würde vielleicht erst mal sagen, "Vorsicht vor voreiligen Schlüssen. Ruhe bwahren".

Insofern frage mich auch ernsthaft, was der Iran dabei zu gewinnen hätte, japanische Fracht, geladen auf Schiffen norwegischer und deutscher Reeder anzugreifen. Warum sollte der Iran gerade diese Ziele mit militärischer Präzision angreifen und damit genau denen Recht zu geben, die Seit Monaten daran arbeiten, das Image, Wirtschafts- und Handelspotential systematisch zu zerstören und internationale Rückendeckung für ein Vorgehen gegen den Iran zu gewinnen.

ZITAT
Geschmiedet werden soll eine Allianz, die auch europäische Länder umfasst und die den harten Kurs der Amerikaner gegen das Regime in Teheran mitträgt.
https://www.nzz.ch/international/nahost-konferenz-in-polen-gemeinsam-gegen-iran-ld.1459449


ZITAT
Israels Ministerpräsident Netanyahu hat Iran attackiert: Ein "Krieg" gegen den Gottesstaat sei ein Anliegen, das andere Staaten mit Israel teilten. Nun hat sein Büro die Aussage abgeschwächt
https://www.spiegel.de/politik/ausland/benjamin-netanyahu-spricht-von-krieg-mit-iran-und-rudert-zurueck-a-1253149.html


ZITAT
Saudi Arabia urges "all means of force and firmness" in confronting Iran
https://www.cbsnews.com/news/saudi-arabia-iran-force-and-firmness-us-john-bolton-tanker-attacks-today-2019-05-30/


Die Iraner agieren seit Monaten vorsichtig und zurückhaltend. Der Israelischen Forderung nach einem Abzug iranischer Einheiten aus der Region Daraa in Syrien, haben die Iraner zwecks Entspannung Folge geleistet. Völlig konträr zu den angeblichen Plänen, nach Israelischer Lesart, von dort aus eine Invasion auf Israel zu planen.

Die Schwerindustrie des Iran aus Gas, Öl, Chemie, Strom, PKW, Stahl sowie Konsumartikel sind auf Export ausgelegt. Es sind augenscheinlich die USA und Israel, die den Iran und den Rest der Welt vom gemeinsamen Handel abhalten wollen und das Land international isolieren wollen. Der Iran hat doch selbst gar kein Interesse daran sich zu isolieren. Das Gegenteil ist der Fall.

Durch die einseitige Umsetzung des Atomvertrags liefert der Iran für mich den besten Beweis dafür, dass ihnen an Deeskalation und Diplomatie gelegen ist. Im Gegenzug will man freien Handel und Zugang zum internationalen Zahlungsverkehr, sich international rehabilitieren und als Regionalmacht anerkannt werden. Die erreichten Zugeständnisse auf beiden Seiten, wurden, wie alle wissen, nur vom Iran einseitig erbracht. Aber nicht nur das, sondern die Amerikaner erpressen inzwischen den Rest der Welt mit "Ultimaten", "Sanktionen" und "Ausnahmen" etc. dem amerikanischen Ausstieg aus dem gemeinsamen Abkommen Folge zu leisten. Spätestens an dieser Stelle ist mir persönlich vollkommen klar, welche Seite kein Interesse an freiem Handel, kein Interesse am Zugang Irans zum internationalen Finanzmarkt, kein Interesse an einem guten Image und kein Interesse an einer Deeskalation hat. Den Iran vor einer weiteren Eskalation zu warnen, wie das etwa Maas/Macron/Pompeo getan haben, ist vor diesem Hintergrund schon völlig grotesk und realitätsfern.

Hinzu kommt, dass die VAE, Saudi Arabien und USA den Proxy-Krieg um den Irak und Syrien gegen Iran und Russland faktisch verloren haben. Außer die globale Salafistenszene mit allerlei Propaganda, Geld, Versprechungen und Waffen nach Syrien (wie zuvor nach Bosnien, Afghanistan, Somalia, Libyen, Jemen - facts!) in den Jihad gegen Christen, Kurden, Alawiten und Schiiten gelockt zu haben, hat man am Hause König von Arabien absolut nichts erreicht. Die Zeche für den Versuch hat das syrische Volk bezahlt. Dumm gelaufen aber eben auch für Saudi Arabien und die Vereinigte Arabische Emirate, die mit ihren demographisch und ethisch schwer erklärbaren Expansionsplänen(!) in den Irak und nach Syrien weitestgehend gescheitert sind. Einer der Hauptgründe dafür waren, neben der üblichen planerischen Inkompetenz, Irans Truppen. `tschuldigung, des "Terrorstaat Iran" wohlgemerkt.

Auch den Jemen bekommt man offensichtlich immer noch nicht klein genug gebombt. Quasi kein nennenswertes Ziel erreicht, außer eine extreme humanitäre Katastrophe herbeizuführen. Direkt benachbart zu einem der reichsten Staaten dieser Erde, der quasi über Überfluss lebt. Es ist paradox, dass gleichzeitig zwei versicherte Tanker im Golf von Oman, glücklicherweise ohne personelle Schäden, brennen und sofort der Iran als die größte Bedrohung des Weltfriedens dargestellt wird. Das ist per se ein schlechter Witz. Absolut wirr. Unabhängig davon, dass sowohl für den Zustand im Jemen, sowie für den M*st in Syrien, als auch für den *error im Irak sowie natürlich für den unendlichen sh*t in Afghanistan und sowieso für die Armut in Gaza sowieso, ....wie sollte es auch anders sein..., selbstverständlich der Iran die Wurzel allen Übels ist.

ZITAT(Schwabo Elite @ 14. Jun 2019, 15:34) *
Revolutions zitierter Artikel hat ja nun keinerlei Punkte genannt, die auf etwas anderes hindeuten, als dass was von den USA (oder sonstwem) geäußert wurde.


Wie? Es klingt vielleicht etwas vermessen, Dir vorzuwerfen, dass Du beim Lesen nicht über die Überschrift hinaus gekommen bist. Aber Du hast irgendwie tatsächlich nicht einmal den Titel der zitierten Quellen gelesen...

ZITAT
Iran Voices Concern about Suspicious Incidents in Sea of Oman amid Japanese PM's Visit

"We voice concern about the suspicious incidents which happened today for the oil tankers affiliated to Japan concurrently with a meeting between the Japanese prime minister and Supreme Leader (of the Islamic Revolution Ayatollah Seyed Ali Khamenei),"
Foreign Ministry Spokesman Seyed Abbas Mousavi

http://en.farsnews.com/newstext.aspx?nn=13980323000572

"suspicious incidents....concurrently with a meeting between the Japanese prime minister and Supreme Leader" lese ich da. zitierte ich da.
Und mir ganz persönlich kommt diese "zeitliche Nähe" und eigentlich der ganze Vorfall, recht seltsam vor. Ich sehe überhaupt keinen Grund dafür, dass Du so komisch reagierst:

ZITAT(Schwabo Elite @ 14. Jun 2019, 15:34) *
Dann wirft Revolution aber ein, dass es eine zeitliche Nähe zwischen dem Vorfall und dem Besuch des japanischen Premiers im Iran gäbe. Anschließend suggeriert er, dass die zeitliche Nähe eine inhaltliche Nähe oder gar eine Kausalität mit sich bringt.
Das ist aber einfach nur dahergeredet, ohne dass es Belege gäbe. Revolution weiß das, deswegen lässt er auch offen, was diese Kausalität sein könnte. Das ist nicht anderes als ein verschwärungstheoretischer Taschenspielertrick, bis er mit einer belegbaren These um die Ecke kommt.
Deswegen erinnere ich direkt daran, dass hier vom Team des WHQ mehr als Getrolle und unbegründete Vorwürfe erwaretet werden.


Dir und allen anderen Forenteilnehmern werde ich berichten, falls es mir jemals gelingen sollte, einen Beleg für eine Kausalität zu liefern, die ich offen gelassen habe. Das wäre quasi besser als die Quadratur des Kreises und sichert mir zweifelsohne den nächsten Mathematik Nobelpreis ganz knapp vor Donald Trump.
Spätestens dann habe ich für den "Troll" und den "Taschenspieler" ein Eis von Dir verdient.

Geschrieben von: xena 14. Jun 2019, 23:38

Mir hat die Skepsis der Journalisten in den Tagesthemen gefallen, die sich sehr zurückhaltend gegenüber den Bekundungen der USA gehalten haben. Man hat in der Vergangenheit ja öfters mal mit Scheinargumenten Kriege begründet. Also abwarten ob sich näheres ergibt, bevor man eine Seite verurteilt. Interessant in dem Beitrag auch, dass sowohl der Iran, wie auch die USN Bilder geretteter Seeleute zeigen. Man zeigt ein Video., das die USA von irgend wo hergezaubert haben, eines Bootes, das an einem Tanker heran fährt, während aber Seeleute erzählen, da sei was heran geflogen und nix von einem Boot. Hier läuft eine kräftige Propagandamaschine, deswegen stimme ich den Journalisten der ARD zu und meine erst mal abzuwarten, bevor man sich gegenseitig fertig macht.

Geschrieben von: Luzertof 15. Jun 2019, 07:12

@xena

Zwei Schiffe.

Iran behauptet es hätte die Besatzung beider Schiffe gerettet, alle anderen sagen, Iran 1 und USA 1.

Weiterhin behauptet nur die Besatzung eines Schiffes, dass sie etwas angeflogen gesehen hat. Die andere Besatzung nicht - was auf eine Mine hindeutet.


Da gibt es also gar keinen Widerspruch und nur auf iranischer Seite Propaganda.

Geschrieben von: xena 15. Jun 2019, 15:17

Ach hör auf. Es gibt auf beiden Seiten Propaganda. Auf der einen Seite ist der Iran-Hasser Bolton, der all seine Beziehungen spielen lässt, um zu versuchen den amerikanischen Staat in einen Krieg mit dem Iran zu überreden und auf der anderen Seite die Falken im Sammelsurium verschiedener Organisationen im Iran, die nicht alle vom Iranischen Staat vollumfänglich unter Kontrolle sind. Beide zeigen Bilder von geretteten Seeleuten, also muss es wohl so sein, dass jeweils einer die Leute von einem Schiff geborgen haben. Oder einer der beiden inszeniert etwas? Dann der verschwommene Film der USA der rein gar nichts aussagt. Als würde man mit einem Boot zu einem Tanker fahren, um ihn zu sabotieren, sodass jeder es sehen kann. So blöd sind nicht einmal die Iraner. Keiner weiß in welchem Zusammenhang dieses Boot an einem Tanker herum fuhrwerkte, wenn es denn dieser Tanker war. Es ist rein gar nichts auf diesem Video identifizierbar. Es bleiben jetzt also nur die Wortgefechte beider Akteure übrig, von denen keiner weiß was wahr ist und was nicht. Keiner der beiden kann sich eigentlich einen Krieg leisten, aber irgend wer zündelt.

Geschrieben von: Luzertof 15. Jun 2019, 15:20

Deine Aussage, dass es sich um US-Propaganda handeln würde bzw. um beidseitige Propaganda, war jedenfalls falsch.

Dass es womöglich auch an anderem Orte Propaganda gibt, mag sein, war aber nicht Thema.


Wir wissen zweifelsohne, was die jeweiligen Besatzungen gesagt haben. Und auch das hattest du durcheinander gebracht. Belassen wir's doch einfach dabei.

Geschrieben von: xena 15. Jun 2019, 17:37

In deiner Auslegung mag es vielleicht keine Propaganda sein. Die Medien sind jedenfalls vorsichtiger in der Auslegung. Nichts ist hier klar, von daher kann man es mit dir hier belassen.

Geschrieben von: SailorGN 15. Jun 2019, 19:49

Ich sehe keinen Diskrepanz zwischen "etwas geflogen" und Haftminen. Der Iran hat dutzende Speedboote mit ungelenkten Raketen, die bei div. Manövern gezeigt haben, dass sie nicht sehr treffsicher sind... man kann "Fliegendes" auch einsetzen, um Crews abzulenken, während man Haftminen anbringt. Wenn man "fremde Haftminen" entfernen will, dann tut man das nicht mit 10 Leuten auf nem Speedboot, wo einer an der Mine rumfingert und die anderen 9 schaun ihm über die Schulter^^ So macht man das, wenn man sich mit der Mine auskennt und weiss, dass sie keine Sicherung gg. Wiederaufnahme hat.

Geschrieben von: Havoc 16. Jun 2019, 12:51

Für mich stellt sich hat nur die Frage, ob man mit einen Speedboot mit 10 Leuten an Schiff heranfährt, um seine eigene Mine zu entfernen, wenn man der Welt sagt, dass man es nicht war. Es aus meiner Sicht grundsätzlich die Kernfrage, wer der Profiteur der Eskalation ist und da habe ich jetzt nicht automatisch das iranische Regime an erster Stelle.
Da sehe ich sowohl Hardliner bei den republikanischen Garde, mit einem inneriranischen Machtkalkül, als auch die Golfstaaten, die sich bei einer niedrigen militärischen Eskalation ein Machtverschiebung zu ihren Gunsten versprechen könnten. Als vom iranischen Regime angeordnete Sabotageaktion verstehe ich deren Zielsetzung über eine gewaltsame oder gewaltandrohende Gegenreaktion hinaus nicht. Bzw. was könnte sich der Iran von dieser Gegenreaktion zu seinem Vorteil versprechen?

Geschrieben von: Merowinger 17. Jun 2019, 07:39

Andererseits: Wir wissen nicht ob dort eine Haftmaine oder aber etwas anderes entfernt wurde. Und den Revolutionsgarden traue ich durchaus auch "hämdsärmeliges" Verhalten mit unbekannten Sprenkörpern zu. Schliesslich: Wir haben keine Ahnung wer an Bord dieses Bootes war, und insbesondere nicht wer das Kommando hatte.

Geschrieben von: SailorGN 17. Jun 2019, 18:34

Man fährt heran, wenn man Beweise vernichten will. Geht man davon aus, dass eine Mine nicht explodiert ist, dann wäre sie ja bei einer unabhängigen Untersuchung ein wichtiger Beweis. Wer hätte also ein Interesse daran, den Tatort zu verändern? Wäre es ein amerikanisches Fabrikat gewesen, hätte der Iran diese doch genüsslich gezeigt... Ein wichtiger Punkt an dem Video ist: Wussten die Männer auf dem Speedboot, dass sie beobachtet werden? Ich denke nicht, da der Zoomfaktor sehr hoch scheint und es sich anscheinend um IR-Aufnahmen/zumindest IR-Gefilterte Aufnahmen handelt.

"Cui bono": Das Auslassen über die Motive der Amerikaner/Saudi-Arabiens überlasse ich anderen. Der Iran hat Vorteile, wenn das Vorgehen nicht eindeutig zuzuordnen bleibt. Erstens, in einem großen Rahmen kann das eigene, antiamerikanische Narrativ verstärkt werden. Das funktioniert mittlerweile in vielen Bereichen wie ein Pawlowscher Reflex, auch in Europa. Zweitens, die Unsicherheit hat wirtschaftliche Auswirkungen, insbesondere auf die Gegner des Irans, die Gefährdung der Seewege im Golf stößt nirgendwo auf Gegenliebe... und unterminiert die Position von USA/SA, welche sich gern als Schutzmacht dort sehen. Drittens ist es Demonstration der eigenen maritimen und klandestinen Fähigkeiten. Der Iran kann damit zeigen, dass er dort sehr wohl was bewirken kann, ohne gleich ne große Seeschlacht zu starten... es ist eine asymmetrische Machtdemonstration. Viertens könnte das ein weiterer Versuch gewesen sein, den Graben zwischen den USA und den anderen Vertragspartnern weiter aufzureißen. Das schließe ich seit heute aus, da der Iran ja verkündet hat, die Anreicherung hochzufahren... Obwohl die meisten Vertragspartner sich eben nicht der Interpretation der USA/GB/SA anschliessen. Damit passt eine solche klandestine Operation in eine allgemeine Strategie der Spannung. Diese speist sich primär aus Trumps Verhalten, ist aber nicht mehr nur gegen die USA und SA gerichtet. Man gibt vor, nur auf die USA zu reagieren, zwingt aber die anderen Vertragspartner nun ebenfalls zu einer Reaktion... und wie diese im Zweifelsfall aussieht dürfte klar sein. Für mich sind da durchaus clevere Züge drin, die aber verspielt werden, weil man jetzt bzgl. des Atomabkommens zuerst blinzelt.

Geschrieben von: Tankcommander 18. Jun 2019, 06:43

Ne Machtdemonstration zu asymmetrischen Fähigkeiten auf See, während man gleichzeitig versucht das ganze zu vertuschen oder USA/SA in die Schuhe zu schieben?

Sorry aber das passt hinten und vorne nicht zusammen.

Geschrieben von: revolution 18. Jun 2019, 08:23




Iranische Haftminen


Fox-News Haftmine

lol.gif


Geschrieben von: Dave76 18. Jun 2019, 09:34

ZITAT(revolution @ 18. Jun 2019, 09:23) *
https://abload.de/img/limpet3o4jnh.jpg
https://abload.de/img/limpet41eknj.jpg
https://abload.de/img/limpet2aukqs.jpg
Iranische Haftminen

https://abload.de/img/limpet1ukkc3.jpg
Fox-News Haftmine

lol.gif

Hälst du uns eigentlich alle für total bescheuert?

Das Bild zeigt natürlich das Material, das nach der Entfernung der Mine zurückgeblieben ist, und das sagt auch Fox News eindeutig:


ZITAT
Material left on the hull of Kokuka Courageous after the removal of a limpet mine (U.S. Central Command)


https://www.foxnews.com/world/centcom-iran-tanker-attack-pompeo-centcom

Geschrieben von: Schwabo Elite 18. Jun 2019, 10:17

ZITAT(Tankcommander @ 18. Jun 2019, 07:43) *
Ne Machtdemonstration zu asymmetrischen Fähigkeiten auf See, während man gleichzeitig versucht das ganze zu vertuschen oder USA/SA in die Schuhe zu schieben?

Sorry aber das passt hinten und vorne nicht zusammen.
Doch, denn der Iran hat so gut wie Russland und andere staatliche Akteure (aber im Gegensatz zu Privatpersonen) verstanden, dass man mit derselben Handlung auf verschiedenen Kanälen Unterschiedliches kommunizieren kann. Nehmen wir man, es wäre, wie oben geschildert (nach wie vor ja nur eine Hypothese), dann signalisiert der Iran seinen staatlichen Gegnern seine Fähigkeiten in der asymetrischen Kriegsführung: "Seht her, wir versenken spielend eure Tanker. Egal wieviele Flugzeugträger, Luftwafengeschwader und Truppen ihr nach Arabien verlegt, wir treffen euch immer da, wo's weh tut."

Private Personen ohne analytische Fertigkeiten, die nur Nachrichten schauen, sehen aber nur, was das Fernsehen berichtet und hier kommt der antiamerikanische Beißreflex ins Spiel: Der beginnt schon in den Medien, allen voran den kontinentaleuropäischen, arabischen, iranischen, türkischen und russischen. Das baut Druck auf die USA auf: Die Beweislast liegt bekanntlich beim Ankläger, nicht beim Beschuldigten. Und als Ankläger haben die Amerikaner in der allgemeinen Wahrnehmung nunmal keine weiße Weste mehr. Unabhängig von den - noch unbekannten - Tatsachen dieses Falls, wird den USA ihre Vergangenheit vorgeworfen. Das ist anscheinend menschlich, aber eben auch unsachlich und nur dem Iran (und in anderen Fällen, Russland) dienlich.
Während der Iran also, hypothetisch, den Saudis, den USA und jedem anderen Staat mit hinreichender Aufklärungsmittel (und dem Willen sie einzusetzen), sein Instrumentarium zeigt - und das, man darf vermuten: verifizierbar - tut er das so, dass es eben nicht allgemein verifizierbar ist. Das heißt, man erkennt keine für die Öffentlichkeit beweiskräftigen Indizien. Geheimdienstliche Analysten werden über die allgemein bekannten und nur verdeckt bekannten Informationen aber anders urteilen als Fernsehzuschauer.

Im Grunde wäre das klassisches "false flag"-Vorgehen.

Geschrieben von: xena 18. Jun 2019, 13:14

ZITAT(Schwabo Elite @ 18. Jun 2019, 09:17) *
Private Personen ohne analytische Fertigkeiten, die nur Nachrichten schauen, sehen aber nur, was das Fernsehen berichtet und hier kommt der antiamerikanische Beißreflex ins Spiel: Der beginnt schon in den Medien, allen voran den kontinentaleuropäischen,

Ach was. Die Deutschen Medien halten sich extrem zurück in Schuldzuweisungen, gegenüber z.B. amerikanischen. Da man nichts weiß, aber durchaus weiß, dass auch der Saubermann USA in der Vergangenheit Situationen gefaked hat, will man sich zurück halten, solange keine eindeutigen Beweise vorliegen. Die Hinterlassenschaft ist erst einmal eine Hinterlassenschaft, ohne zu wissen zu wem oder was sie gehört. Es kann zu jedem Golfanreiner gehören, der zündeln will, eben so wie auch zur USA. Alle können es gewesen sein.

Ist es so schwer die Frage erst einmal offen zu lassen? Muss man denn immer gleich einen Schuldigen haben, koste es was es wolle? Genau das ist doch das Ziel dieses Anschlages. Ihr reagiert hier wie der wütende Mob in Western, die gleich den nächstbesten lynchen. Ihr seid in die psychologische Falle getappt.

Geschrieben von: Dave76 18. Jun 2019, 14:41

ZITAT
Analyst: New Photos Are ‘Smoking Gun’ Proving Iranian Involvement in Tanker Attack

By: Sam LaGrone
June 17, 2019

New imagery released by the U.S. on Monday makes the strongest case yet that sectarian Iranian forces attacked at least one petrochemical tanker in the Gulf of Oman, a long-time naval analyst told USNI News on Monday.
[...]
https://news.usni.org/2019/06/17/analyst-new-photos-are-smoking-gun-proving-iranian-involvement-in-tanker-attack

Geschrieben von: revolution 18. Jun 2019, 17:46

ZITAT
Iran says ‘big CIA spy network’ dismantled amid rising tensions with US

Iranian officials have given few concrete details about the alleged CIA network, but Tuesday’s report said Iranian intelligence had “penetrated the US safe system in cyberspace,” which the CIA has used “for maintaining communication with spies.”

“The CIA in an expansive espionage system designed a website and a special space for each of the spies,” it added, citing the director of anti-espionage at the intelligence ministry.

The discovery of the network was first announced Monday by Ali Shamkhani, the secretary of the country’s Supreme National Security Council. He said that the alleged “cyber-espionage” network had been operating in countries other than Iran, and had been discovered “a while ago”.

“We provided the information on the exposed network to some other allied countries in which it had been operating, which resulted in the exposing and dismantling of the US intelligence officers network and arrest and conviction of some CIA agents in different countries,” Shamkhani said on state broadcaster IRIB, according to Mehr news agency.

https://www.independent.co.uk/news/world/middle-east/iran-cia-spy-network-us-trump-a8963711.html


ZITAT
‘The Saudis couldn’t do it without us’: the UK’s true role in Yemen’s deadly war

Britain does not merely supply the bombs that fall on Yemen – it provides the personnel and expertise that keep the war going. But is the government breaking the law?

The Saudi-led military coalition, which includes the UAE, Bahrain and Kuwait, has “targeted civilians … in a widespread and systematic manner”, according to the UN – dropping bombs on hospitals, schools, weddings, funerals and even camps for displaced people fleeing the bombing.

Saudi Arabia has in effect contracted out vital parts of its war against Yemen’s Houthi movement to the US and the UK. Britain does not merely supply weapons for this war: it provides the personnel and expertise required to keep the war going. The British government has deployed RAF personnel to work as engineers, and to train Saudi pilots and targeteers – while an even larger role is played by BAE Systems, Britain’s biggest arms company, which the government has subcontracted to provide weapons, maintenance and engineers inside Saudi Arabia.

“The Saudi bosses absolutely depend on BAE Systems,” John Deverell, a former MoD mandarin and defence attache to Saudi Arabia and Yemen, told me. “They couldn’t do it without us.” A BAE employee recently put it more plainly to Channel 4’s Dispatches: “If we weren’t there, in seven to 14 days there wouldn’t be a jet in the sky.”

https://www.theguardian.com/world/2019/jun/18/the-saudis-couldnt-do-it-without-us-the-uks-true-role-in-yemens-deadly-war


ZITAT
Defying Trump, US senator moves toward vote to block Saudi arms sales

US Senator Bob Menendez began the formal process on Tuesday of blocking President Donald Trump’s plan to proceed with more than $8 billion in military sales to Saudi Arabia and the United Arab Emirates without congressional consent, reports Reuters.

In a Senate speech, Menendez asked the Senate to move to the immediate consideration of a resolution disapproving the plan to sell precision-guided munitions to Saudi Arabia.
https://www.middleeastmonitor.com/20190618-defying-trump-us-senator-moves-toward-vote-to-block-saudi-arms-sales/

Geschrieben von: Tankcommander 19. Jun 2019, 08:57

Also bei einer Machtdemonstration müsste eine Bekennung erfolgen sonst macht eine soche keinen Sinn.

Die Fase Flag-Thesen sind auch kein Antiamerikanismus, sondern darauf zurückzuführen dass die USA bereits so etwas auf dem Kerbhoz haben.
Das einzige was jetzt gegen eine False Fag sprechen würde, wäre daß der Anschlag für einen Krieg gegen den Iran nicht ausreichen würde.


Geschrieben von: Praetorian 19. Jun 2019, 09:47

ZITAT(Tankcommander @ 19. Jun 2019, 09:57) *
Also bei einer Machtdemonstration müsste eine Bekennung erfolgen sonst macht eine soche keinen Sinn.

Nö. Wenn die relevanten Empfänger es auch so als Machtdemonstration verstehen, muss man sich nicht hinstellen und sich dazu bekennen. Vor allem nicht in der Öffentlichkeit, die nicht zwangsläufig der relevante Empfänger ist.

Geschrieben von: revolution 19. Jun 2019, 10:31

Du beliebst zu scherzen. Im Persischen Golf, dem Golf von Oman und dem Arabischen Meer befinden sich gut und gerne 30 Unterseeboote der iranischen Marine, ein weiteres Dutzend Semi-Tauchboote und tausende Schnellboote mit Torpedos, Seeminen, Kampftauchern und Raketen. Plus Küstenbatterien und die größeren Einheiten. Ein Tankschiff ließe sich aus mehreren hundert Kilometern mit einem Treffer zerstören. Welche "Machtdemonstration" soll die unprofessionelle Anbringung von Haftminen an japanischen Tankschiffen unweit der iranischen Küste am Tag des Besuchs des japanischen Premierministers bitte darstellen? Das erfüllt überhaupt keinen Zweck. Die Amerikanische Marine ist die einzige Marine, die überhaupt ein Match für die iranische Marine in der Region darstellt. Das muss man niemandem durch Sabotageakte beweisen. Gerade die Amerikaner kennen die Machtverhältnisse im Persischen Golf bereits bestens: https://www.youtube.com/watch?v=c5VVXfJFj3c Und seitdem verirren sich auch keine US Kräfte mehr in iranische Gewässer. Wenn schon, dann scheint mir hier eher eine andere Kraft ihre "maritime Macht" quasi direkt vor der iranischen Küste demonstrieren zu wollen.

Geschrieben von: Merowinger 19. Jun 2019, 21:51

https://www.spiegel.de/politik/ausland/jamal-khashoggi-uno-bericht-liefert-grausame-details-zum-mord-im-konsulat-a-1273261.html: "Ist das Opfertier eingetroffen?"

ZITAT
Die Uno-Expertin Agnès Callamard fordert Ermittlungen gegen den saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman. In ihrem Untersuchungsbericht präsentiert sie grausame Details zum Mord an Jamal Khashoggi.
[...]
13 Minuten bevor Jamal Khashoggi am 2. Oktober 2018 das saudi-arabische Konsulat in Istanbul betritt, unterhalten sich drinnen zwei Agenten.
"Ist es möglich, den Rumpf in eine Tasche zu packen?"
"Wir durchtrennen die Gelenke. Das ist kein Problem. Am Anfang schneide ich auf dem Boden. Wenn wir Plastikbeutel nehmen und ihn in Stücke schneiden, ist es geschafft. Wir werden jedes Teil einwickeln."
[...]
Die Uno-Berichterstatterin lässt in ihrem Report keinen Zweifel daran, dass sie den Prozess in Saudi-Arabien für eine Farce hält. Callamard fordert die Einstellung des Verfahrens, weil das Vorgehen der saudi-arabischen Justiz Rechtsgrundsätze verletze und eher einer Behinderung der Justiz gleichkomme.
[...]
"Khashoggis Tötung war eine außergerichtliche Tötung, für die Saudi-Arabien verantwortlich ist", schreibt die französische Menschenrechtsexpertin gleich zu Beginn ihres Berichts. Es gebe "glaubhafte Beweise" dafür, dass Kronprinz MBS verantwortlich sei.

Geschrieben von: Scipio32 20. Jun 2019, 18:17

Ich habe da ebenfalls erheblich Zweifel an dieser "Schnellbootaktion". Ich kann nicht erkennen welchen Nutzen der Iran aus dieser Aktion ziehen sollte.

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