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> GTK Boxer, Bundeswehr
Merowinger
Beitrag 13. Feb 2020, 23:16 | Beitrag #1501
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Und um den Minenschutz kann es beim Fennek aufgrund der bewusst niedrigen Bauweise auch nicht gut bestellt sein.
 
Tankcommander
Beitrag 14. Feb 2020, 07:51 | Beitrag #1502
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ZITAT(Der Weisse Hai @ 13. Feb 2020, 09:22) *
nee, es ging mir schon um die Bewaffnung. Stichwort "Aufklärung durch Kampf".

Es gibt Lösungen für rückstoßverminderte 120mm-Kanonen von verschiedenen Herstellern.

Ob es freilich Sinn ergibt - abwarten. Sinnvoller wäre sicher ein CRV-Boxer mit Platz für Subsysteme. Stichwort Man-unmanned Teaming etc.

DWH


Also quasi die Kanone vom Centauro 2 auf dem Boxer?
Der Centauro hat ja schon mittlerweile 120mm.

Schweren Spähtrupp halte ich für durchaus sinvoll, da die Spähtrups durchaus in Kämpfe verwickelt werden können.
Desweiteren können die ja auch "Schlüsselziele" ausschalten, z.B. feindlichen FlaPz usw.

Und wer "Radkampfpanzer" (Frankreich, Italien und Japan) nutzt hat diese Konzept mit Sicherheit auch noch, zumindest halte ich diese Fahrzeuge dafür am sinnvollsten.

Der Beitrag wurde von Tankcommander bearbeitet: 14. Feb 2020, 07:52
 
PzArt
Beitrag 14. Feb 2020, 09:23 | Beitrag #1503
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Ein schwereres und besser bewaffnetes Fahrzeug für Aufklärung würde schon Sinn machen. Mir ist allerdings der Sinn einer "leichten" 120mm Kanone ohne Rückstoß und mit kurzem Rohr fraglich.
Die Wucht der Kanone dürfte für Frontpanzerungen moderner KPz kaum ausreichen, für alles andere dürften 30-35mm ergänzt durch Lenkflugkörper genügen. Siehe auch das französische Modell des EBRC Jaguar.
 
Schwabo Elite
Beitrag 14. Feb 2020, 09:33 | Beitrag #1504
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Eine kompakte Kanone im Kaliber 120 mm hat viele Vorzüge, einer davon ist, dass Spreng-Splitter-Munition hohe Wirkungsgrade erreicht. Ob nun gerade das für einen Spähpanzer oder andere schwere Aufklärungelemente sinnvoll ist, darf man allerdings anzweifeln. In der Tat sind eine Mittelkalibermaschinenkanone in Kombination mit modernen ATGM sicher für fast alle Fälle genau so wirksam. Zumal Aufklärung durch Kampf zwar ein in Deutschland traditionell geschätztes, international aber kein übliches Verfahren ist. Man müsste da auch Fragen, ob das Konzept sich noch bewähren kann auf einem Multi-Domain-Battlefield mit hoher Dichte an - auch fliegenden - Sensoren des Gegners.

Da könnte es durchaus opportun sein der breiteren internationalen Meinung zu folgen, und Radfahrzeuge mit mittlerer Bewaffnung, gleichartiger Panzerung und guter Sensorik zu bevorzugen.


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methos
Beitrag 14. Feb 2020, 13:52 | Beitrag #1505
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ZITAT(Merowinger @ 13. Feb 2020, 23:16) *
Und um den Minenschutz kann es beim Fennek aufgrund der bewusst niedrigen Bauweise auch nicht gut bestellt sein.

Schon wahr, aber er ist wahrscheinlich trotzdem besser als der Minenschutz des Luchs - alleine weil man sich über die Möglichkeiten Gedanken gemacht hat. Der Fennek 2, den KMW 2008-2010 entwickelt, aber mittlerweise wohl wieder verworfen hat, verfügte in der 4x4-Ausführung über eine Sicherheitszelle, wie man Sie von Dingo und Eagle V kennt, die trotz geringer Bodenfreiheit mit einer vollwertigen Minenschutzplatte ausgestattet war.

ZITAT(Tankcommander @ 14. Feb 2020, 07:51) *
Und wer "Radkampfpanzer" (Frankreich, Italien und Japan) nutzt hat diese Konzept mit Sicherheit auch noch, zumindest halte ich diese Fahrzeuge dafür am sinnvollsten.

Das japanische Typ 16 Maneuver Combat Vehicle wird Typ 16 Maneuver Combat Vehicle wird als reines Feuerunterstützungsfahrzeug verwendet (verlgeichbar mit dem US-amerikanischen M1128 Stryker MGS, nicht als Späh- oder Radkampfpanzer. Frankreich gibt den letzten Spähpanzer mit großkalibriger Rohrbewaffnung auf.

ZITAT(PzArt @ 14. Feb 2020, 09:23) *
Ein schwereres und besser bewaffnetes Fahrzeug für Aufklärung würde schon Sinn machen. Mir ist allerdings der Sinn einer "leichten" 120mm Kanone ohne Rückstoß und mit kurzem Rohr fraglich.
Die Wucht der Kanone dürfte für Frontpanzerungen moderner KPz kaum ausreichen, für alles andere dürften 30-35mm ergänzt durch Lenkflugkörper genügen. Siehe auch das französische Modell des EBRC Jaguar.

Moderne Kampfpanzer stellen nur einen kleinen Teil der russischen (und chinesischen) Streitkräfte dar; das Gros stellen ältere, teilmodernisierte Fahrzeuge wie der T-72B3 und der Typ 96A dar - gegen solche Ziele reicht aus der Sicht diverse NATO-Streitkräfte eine L/44-Glattrohrkanone aus.

Der Beitrag wurde von methos bearbeitet: 14. Feb 2020, 13:52
 
Jackace
Beitrag 14. Feb 2020, 14:37 | Beitrag #1506
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ZITAT
gegen solche Ziele reicht aus der Sicht diverse NATO-Streitkräfte eine L/44-Glattrohrkanone aus

Besser wäre die L47, die ist nämlich rückstoßreduziert und kann auch die neuere DM61 die für die L55 entwickelt wurde verschießen.
Generell würde ich aber eine Kombi MK/ ATGM wie etwa die 35x228 oder vielleicht die neue 40 CTA bevorzugen. Ergänzt durch einen Doppel bzw. Vierfachstarter Mells bliebe noch genügend Raum für weitere Aufklärungsmittel wie z.B. Dronen etcpp..

Damit wäre eine Duellfähigkeit gegen leichte bis mittlere Kräfte gegeben. Für ein Konzept "Aufklärung durch Kampf" bräuchte man aber ausgewachsene Kpz und davon haben wir allerdings zu wenige.
Schon wenn man beispielweise die Ostgrenze lückenlos mit Kpz- Verbänden abriegeln wollte bräuchte man nach meiner Einschätzung dreimal so viele wie die BW heute tatsächlich hat

Der Beitrag wurde von Jackace bearbeitet: 14. Feb 2020, 14:55
 
Praetorian
Beitrag 14. Feb 2020, 15:06 | Beitrag #1507
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Liebe Leute, das Thema Kanone auf Boxer/Jagdpanzer/Konvoischutzpanzer kommt gefühlt alle Vierteljahr wieder hoch. Müssen wir das jedes Mal so ausführlich durchdiskutieren?

-Mod


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Freestyler
Beitrag 14. Feb 2020, 18:46 | Beitrag #1508
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ZITAT(Schwabo Elite @ 14. Feb 2020, 09:33) *
Zumal Aufklärung durch Kampf zwar ein in Deutschland traditionell geschätztes, international aber kein übliches Verfahren ist. Man müsste da auch Fragen, ob das Konzept sich noch bewähren kann auf einem Multi-Domain-Battlefield mit hoher Dichte an - auch fliegenden - Sensoren des Gegners.

Da könnte es durchaus opportun sein der breiteren internationalen Meinung zu folgen, und Radfahrzeuge mit mittlerer Bewaffnung, gleichartiger Panzerung und guter Sensorik zu bevorzugen.

Also ich würde das Konzept "Aufklärung durch Kampf" nicht an einem Kampfpanzer festmachen, sondern an einem Fahrzeug, dass in der Lage ist, feindliche Spähtrupps sowie Feldposten und andere Sicherungselemente zu vernichten. Die Bundeswehr steht mit dem Fennek als Spähwagen ziemlich alleine da; sowohl die meisten allierten Streitkräfte als auch die russischen Streitkräfte führen wesentlich stärker bewaffnete Aufklärungsfahrzeuge ins Feld: BRM-1/3K, M-3, AMX-10RC bzw. zukünftig EBRC Jaguar, CVRT Scimitar bzw. zukünftig FRES Ajax...


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ZITAT(Kreuz As)
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Beitrag 14. Feb 2020, 19:29 | Beitrag #1509
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ZITAT(Freestyler @ 14. Feb 2020, 18:46) *
Die Bundeswehr steht mit dem Fennek als Spähwagen ziemlich alleine da; sowohl die meisten allierten Streitkräfte als auch die russischen Streitkräfte führen wesentlich stärker bewaffnete Aufklärungsfahrzeuge ins Feld: BRM-1/3K, M-3, AMX-10RC bzw. zukünftig EBRC Jaguar, CVRT Scimitar bzw. zukünftig FRES Ajax...


Und natürlich der australische Boxer CRV, womit es schon eine off-the-shelf-Lösung auf Boxerbasis gäbe wink.gif
 
W.-Brandt
Beitrag 14. Feb 2020, 21:10 | Beitrag #1510
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Ich hab lieber mehr Leichte Aufklärung die ich in Panzerungünstigen Gelände und den Flanken einsetzen kann.
Gucken, Petzen, Abhauen und dabei nicht gesehen werden....
Ne Gefechtsaufklärung kann auch jedes Panzertruppenbataillon selber fahren.

Und die anderen oben genannten Fahrzeuge haben kaum eine Absitzstärke und sind halt so groß wie ein SPz und genauso laut und auffällig.
 
methos
Beitrag 14. Feb 2020, 21:27 | Beitrag #1511
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ZITAT(Jackace @ 14. Feb 2020, 14:37) *
Besser wäre die L47, die ist nämlich rückstoßreduziert und kann auch die neuere DM61 die für die L55 entwickelt wurde verschießen.

Natürlich müsste eine rückstoßreduzierte Variante der L/44 wie eben Rheinmetalls L/47 LLR, RUAG/John Cockerills Compact Tank Gun oder die Oto-Melara-L/45-Glattrohrkanone des Centauro II verbaut werden. Die 120-mm-DM63-Munition kann aber auch aus der L/44-PzK verschossen werden, einige unserer NATO-Partnerländer verwenden diese Kombination.

ZITAT(Freestyler @ 14. Feb 2020, 18:46) *
Also ich würde das Konzept "Aufklärung durch Kampf" nicht an einem Kampfpanzer festmachen, sondern an einem Fahrzeug, dass in der Lage ist, feindliche Spähtrupps sowie Feldposten und andere Sicherungselemente zu vernichten. Die Bundeswehr steht mit dem Fennek als Spähwagen ziemlich alleine da; sowohl die meisten allierten Streitkräfte als auch die russischen Streitkräfte führen wesentlich stärker bewaffnete Aufklärungsfahrzeuge ins Feld: BRM-1/3K, M-3, AMX-10RC bzw. zukünftig EBRC Jaguar, CVRT Scimitar bzw. zukünftig FRES Ajax...

Es gibt viele Beispiele dafür, dass die Bundeswehr beim AUfklärungskonzept nicht alleine darsteht:
- Die schweizer Armee verwendet neuerdings den Eagle 6x6, der vom Schutzniveau dem Fennek ähnelt.
- In Österreich wird der Husar (Iveco LMV) verwendet.
- Der BRDM-Spähpanzer wird in modernisierter Form in vielen ehemaligen Sowjetstaaten und auch in Russland weiterverwendet. Der
- Die kanadischen Streitkräfte ersetzen den Coyote (LAV-Variante für Aufklärung) zum großen Teill mit dem TAPV (deutlich stärkerer Panzerschutz als Fennek, aber gleichwertige Bewaffnung).
- Spanien hat mit dem VERT einen 4x4-Spähpanzerwagen mit MG-Bewaffnung.
- Selbst die Spähpanzervariante des US-amerikanischen Strykers, der M1127, verfügt nur über eine CROWS-RWS mit MG- oder GMW-Bewaffnung

Ich könnte noch eine längere Liste schreiben, aber es ist offensichtlich, das das Konzept eines leichten Spähpanzers/Scout-Fahrzeuges weit verbreitet ist. Streitkräfte, die sich es leisten können, haben Fahrzeuge für beide Lösungen. Australien beschaffte den Boxer CRV bewusst mit dem Hintergedanken, ihn auch in Peace-Keeping-Missionen als Konvoi-Fahrzeug einsetzen zu können.

Der Beitrag wurde von methos bearbeitet: 14. Feb 2020, 21:28
 
Kampfhamster
Beitrag 15. Feb 2020, 20:05 | Beitrag #1512
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Achtung OT: Wann hat die Schweizer Armee den 6x6 Eagle eingeführt? eek.gif


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pas d'argent pas de suisse
 
goschi
Beitrag 15. Feb 2020, 20:25 | Beitrag #1513
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ist in Planung, eine Beschaffung des Taktisches Aufklärungssystem TASYS wurde im Rüstungsprogramm 2019 bestimmt:

https://www.vbs.admin.ch/content/vbs-intern...haft_2019_d.pdf


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Die Eibohphobie, die Angst vor Palindromen, ist selbst ein Palindrom

Qui tacet, consentire videtur
ZITAT(KGB @ 17. Nov 2015, 12:54) *
Zitat Auto: "Brumm"
 
Freestyler
Beitrag 15. Feb 2020, 21:54 | Beitrag #1514
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ZITAT(methos @ 14. Feb 2020, 21:27) *
Es gibt viele Beispiele dafür, dass die Bundeswehr beim AUfklärungskonzept nicht alleine darsteht:
- Die schweizer Armee verwendet neuerdings den Eagle 6x6, der vom Schutzniveau dem Fennek ähnelt.
- In Österreich wird der Husar (Iveco LMV) verwendet.
- Der BRDM-Spähpanzer wird in modernisierter Form in vielen ehemaligen Sowjetstaaten und auch in Russland weiterverwendet. Der
- Die kanadischen Streitkräfte ersetzen den Coyote (LAV-Variante für Aufklärung) zum großen Teill mit dem TAPV (deutlich stärkerer Panzerschutz als Fennek, aber gleichwertige Bewaffnung).
- Spanien hat mit dem VERT einen 4x4-Spähpanzerwagen mit MG-Bewaffnung.
- Selbst die Spähpanzervariante des US-amerikanischen Strykers, der M1127, verfügt nur über eine CROWS-RWS mit MG- oder GMW-Bewaffnung

Ich könnte noch eine längere Liste schreiben, aber es ist offensichtlich, das das Konzept eines leichten Spähpanzers/Scout-Fahrzeuges weit verbreitet ist. Streitkräfte, die sich es leisten können, haben Fahrzeuge für beide Lösungen. Australien beschaffte den Boxer CRV bewusst mit dem Hintergedanken, ihn auch in Peace-Keeping-Missionen als Konvoi-Fahrzeug einsetzen zu können.

Und wieviele dieser Streitkräfte nutzen diese Fahrzeuge aufgrund von Sparzwängen? wink.gif Sowohl beim Bundesheer als auch den kanadischen Streitkräften laufen die jeweiligen Fahrzeuge, die du als Aufklärungsfahrzeuge gelistet hast, als Mehrzweck- bzw. Patrouillenfahrzeuge, sind also keine dezidierten Aufklärungsfahrzeuge bzw. Spähwagen und haben - zumindest nach einer kurzen Recherche - auch keine dezidierten Aufklärungssysteme verbaut. Und sowohl der Husar als auch der TAPV und der Stryker sind Fahrzeuge, die für Präsenzpatrouillen u.ä. in Stabilisierungsoperationen optimiert sind. Dass der Stryker gegen einen ebenbürtigen Gegner nicht durchsetzungsfähig ist, haben die Amerikaner ja auch schon erkannt und rüsten die in Europa stationierten Stryker-Verbände mit 30mm BMK auf.

Dass mit dem Boxer CRV ist kein Argument - kampffähige Aufklärungsfahrzeuge mit Turm eignen sich für eine Vielzahl von Aufgaben. (Panzer-) Aufklärer mit dem Spähpanzer Luchs bildeten nicht zufällig zusammen mit Infanteristen mit dem Transportpanzer Fuchs auf dem Balkan einen gesonderten "Einsatzverband für Konvoischutz" (genauer Name und Einsatzland wollen mir im Moment nicht einfallen).

Der Beitrag wurde von Freestyler bearbeitet: 15. Feb 2020, 21:56


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ZITAT(Kreuz As)
Entweder eine Frau fingern oder schiessen gehen. Dann geht das zucken im Zeigefinger auch wieder weg.
 
methos
Beitrag 16. Feb 2020, 12:35 | Beitrag #1515
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ZITAT(Freestyler @ 15. Feb 2020, 21:54) *
Und wieviele dieser Streitkräfte nutzen diese Fahrzeuge aufgrund von Sparzwängen? wink.gif Sowohl beim Bundesheer als auch den kanadischen Streitkräften laufen die jeweiligen Fahrzeuge, die du als Aufklärungsfahrzeuge gelistet hast, als Mehrzweck- bzw. Patrouillenfahrzeuge, sind also keine dezidierten Aufklärungsfahrzeuge bzw. Spähwagen und haben - zumindest nach einer kurzen Recherche - auch keine dezidierten Aufklärungssysteme verbaut.

Keiner nutzt sie aus Sparzwängen.

Das Bundesheer hat den Husar mit Beobachtungs- und Aufklärungsausrüstung (BAA) von Elbit Systems (bzw. von dessen österreichischen Tochterunternehmen) erprobt und die Beschaffung angeräumt. Aufgrund der desolaten Finanzlage der österreichischen Streitkräfte wurde die Beschaffung pausiert/verschoben.

Das TAPV ist zwar ebenso wie der Husar (Iveco LMV) ein Mehrzweckfahrzeug, aber schon während der Anschaffung war geplant, dass auch der Coyote-Spähpanzer durch das TAPV ersetzt wird. Während der Entwicklung wurde ein TAPV mit Äufklärunsausrüstung von Rheinmetall (Vintaqs II mit Elektrooptronik und Radar) ausgestattet, es wurde aber auch überlegt, das LRSS vom Coyote in die Aufklärungsvariante des TAPV einzurüsten. Da die mir vorliegenden Informationen über die kanadischen Streitkräfte begrenzt sind, kann ich nicht sagen, ob eine Einrüstung der BAA in eine begrenzte Anzahl von TAPV stattgefunden hat, noch geplant ist oder aus kostengründen verschoben/verworfen wurde.

Allerdings sind auch die "Kampfaufklärer" vom Schlag AJAX, Boxer CRV und Jaguar allesamt Mehrzweckfahrzeuge (letzterer am wenigsten). Keines dieser Fahrzeuge hat dezidierte Aufklärungssysteme verbaut (in allen Fällen werde Richtschützen- und Kommandantenoptik als ausreichend betrachtet) und alle Anschaffungen erfolgten als Plattform - also gleichzeitig mit mehreren anderen Ausführungen basierend auf der gleichen Chassis/dem gleichen Unterbau (beim Jaguar ist das am wenigsten der Fall, denoch basiert er auf dem gleichen Unterbau wie der VBMR Griffon). Von 211 Boxer-Modulen für Australien sind nur 133 mit Turm ausgestattet, ebenso sind nur 245 der 598 AJAX-Fahrzeuge für die britische Armee mit Türmen ausgestattet (und nur 198 davon sind Spähpanzer). Bei diesen "Kampfaufklärer" wurde die Fähigkeit der Aufklärung zur sekundären Eigenschaft gemacht, die Fähigkeit Konvoischutz und Feuerunterstützung zu machen ist wichtiger (siehe brit. STRIKE-Brigaden). Die Bundeswehr und diverse andere Nationen haben ein anderes Konzept, dass (noch) mehr auf die Aufklärungsfähigkeiten setzt.


ZITAT(Freestyler @ 15. Feb 2020, 21:54) *
Und sowohl der Husar als auch der TAPV und der Stryker sind Fahrzeuge, die für Präsenzpatrouillen u.ä. in Stabilisierungsoperationen optimiert sind. Dass der Stryker gegen einen ebenbürtigen Gegner nicht durchsetzungsfähig ist, haben die Amerikaner ja auch schon erkannt und rüsten die in Europa stationierten Stryker-Verbände mit 30mm BMK auf.

Nur die ICV-Variante des Strykers wird miit einer 30-mm-MK nachgerüstet. Der Stryker ist nicht für Präsenz- und Stabilisierungsoperationen optimiert, das ganze Konzept des Strykers entspringt den Erfahrungen aus dem Golfkrieg und dem Panama-Krieg, noch bevor die US Army Erfahrungen mit KFOR und den Kampf gegen Aufständische im Afghanistan und Irak sammel konnte. Deswegen hat der Stryker auch keinen Minenschutz und die Nachrüstung verläuft schleppend (bis 2024 will man sieben der neun aktiven SBCTs auf die minengeschützte Variante nachgerüstet haben).

Das moderne Aufklärungsfahrzeuge wie der Husar und das TAPV minengschützt und beschusssicher sind, da sie auf Patrouillenfahrzeugen basieren, ist völlig normal. Im Endeffekt ist dies auch der Ort, wo sie am wahrscheinlichsten eingesetzt werden. Welchen Sinn würde es machen, einen Aufklärer ohne Minenschutz zu beschaffen, wenn er dann doch in Afghanitan/im Irak als Teil von Konvois mit minengeschützten Fahrzeugen unterwegs ist?

Auch der Wiesel 1 Aufklärer und der Fennek sind keine puren Spähpanzer, sondern Aufklärungsvarianten von Mehrzweckfahrzeugen.

ZITAT(Freestyler @ 15. Feb 2020, 21:54) *
Dass mit dem Boxer CRV ist kein Argument - kampffähige Aufklärungsfahrzeuge mit Turm eignen sich für eine Vielzahl von Aufgaben. (Panzer-) Aufklärer mit dem Spähpanzer Luchs bildeten nicht zufällig zusammen mit Infanteristen mit dem Transportpanzer Fuchs auf dem Balkan einen gesonderten "Einsatzverband für Konvoischutz" (genauer Name und Einsatzland wollen mir im Moment nicht einfallen).

Der Luchs wurde im Konvoischutz eingesetzt, weil er eine 20-mm-MK mitbrachte - nicht, weil es die Aufgabe eines Spähpanzers wäre, Konvoischutz zu leisten. Hätte die Bundeswehr eine der drei Feuerunterstützungsvarianten des TPz Fuchs angeschafft, die während der Achtziger erprobt worden (oder den Fuchs KRK), dann hätte man den Luchs nicht zum Konvoischutz genutzt. Es ist nicht die Aufgabe eines Spähpanzers, Feuerunterstützung/Konvoischutz zu leisten. Da die Bundeswehr mit dem MaKaBo ein Fahrzeug für genau diese Aufgabe beschafft, muss man auch keinen Spähpanzer für diese Zwecke missbrauchen.

Ein reiner Spähpanzer braucht keine MK-Bewaffnung, insbesondere wenn man die Aufklärungsreichweite von modernen Optiken und Aufklärungssysteme beachtet. Auf 20 Kilometer Distanz wirkt keine aktuell vorhande Maschinenkanone (oder PzK), dafür würde ein "Kampfaufklärer" leichter zu entdecken sein (insbesondere ein Problem, wenn die Aufklärer absetzen wollen), weniger geländegängig sein und keinen Mehrwert bringen (sobald MaKaBo eingeführt ist).

Auch die JFST-Variante des Boxers kommt nur mit einer FLW daher.
 
Forodir
Beitrag 16. Feb 2020, 13:23 | Beitrag #1516
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ZITAT(methos @ 16. Feb 2020, 12:35) *
Ein reiner Spähpanzer braucht keine MK-Bewaffnung, insbesondere wenn man die Aufklärungsreichweite von modernen Optiken und Aufklärungssysteme beachtet. Auf 20 Kilometer Distanz wirkt keine aktuell vorhande Maschinenkanone (oder PzK), dafür würde ein "Kampfaufklärer" leichter zu entdecken sein (insbesondere ein Problem, wenn die Aufklärer absetzen wollen), weniger geländegängig sein und keinen Mehrwert bringen (sobald MaKaBo eingeführt ist).

Auch die JFST-Variante des Boxers kommt nur mit einer FLW daher.


Das man derart hohe Aufklärungsreichweiten hat ist nur ein theoretischer Wert, je nach Gelände und Geländebewuchs ist das deutlich eingeschränkt, selten das man so gute Beobachtungsmöglichkeiten hat (gilt übrigens auch für JFST, egal ob auf BOXER oder auf FENNEK).
Eine BMK wäre das mindeste was ein Aufklärungsfahrzeug mitführen sollte, alleine aufgrund der Verzahnung und den Zufallsbegegnungen die möglich sind (Ich persönlich halte übrigens weder den FENNEK noch den BOXER wirklich als geeignetes Gerät für die JFST die in den Spitzen mit gepanzerten Kräften Unterwegs sind, aber anderes Thema.). FLW ist ein reiner Selbstschutz der extrem eingeschränkt ist und auf solchen Kampffahrzeugen als Hauptbewafnung nichts verloren hat.
Es muss ja einen Grund haben das die Heeresaufklärung ein neues Fahrzeug haben möchte und dort wird immer wieder die mangelnde Durchsetzungsfähigkeit und die zu geringe Absitzstärke genannt.

Kommt mir das nur so vor oder hatte man diese Diskussion nicht schon einmal? In den Anfangsjahren der Bw als verschiedene Erfahrungen aus dem Krieg aufeinander prallten? Das Thema ist schon arg weit weg vom BOXER.


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Vereinfachte Darstellung Aktuelles Datum: 27. February 2020 - 21:29