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> Kapazitäten der NATO/Russland
400plus
Beitrag 28. Aug 2020, 13:38 | Beitrag #1621
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ZITAT(Havoc @ 28. Aug 2020, 13:17) *
Ich würde auch den Verzicht auf Challenger und Warrior eher so deuten, dass das britische Heer auf eine Expeditionsarmee ausgerichtet werden soll.


Das stimmt, aber kurioserweise sind auch die Royal Marines auf der "Schrumpfungsliste", die könnten ihren Brigadestatus verlieren.
 
Almeran
Beitrag 28. Aug 2020, 14:02 | Beitrag #1622
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Man kann versuchen, da jetzt nachträglich eine kohärente globale Strategie-Idee zu suchen, aber das wird fruchtlos bleiben. Es ist Verteidigungspolitik nach Kassenlage ohne Rücksicht auf militärische Bedürfnisse. Das sehen ja auch die ganzen UK-Militärs so, die sich dazu äußern.


--------------------
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Der Grad unserer Erregung wächst in umgekehrtem Verhältnis zu unserer Kenntnis der Tatsachen - je weniger wir wissen, desto aufgeregter werden wir.
- Bertrand Russell, Eroberung des Glücks
 
Merowinger
Beitrag 1. Sep 2020, 17:40 | Beitrag #1623
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Langsam wird klar was Lukaschenko für die russische Unterstützung bezahlt: WeLT
- Besuch in Moskau in den nächsten Wochen (Verfassungänderung? Union?)
- Refinanzierung des russischen Anteils der weißrussischen Auslandsschulden in Höhe von rund einer Milliarde Dollar
- Umleitung (?) von Ölimporten aus Norwegen und Saudi Arabien von Kleipeda nach Russland
- Kein Reexport von Lebensmitteln aus der EU nach Russland mehr (Umgehung der russischen Agrarsanktionen)

Zur Verfassungsänderung:
ZITAT
Viel diskutiert wird in Belarus derweil eine Verfassungsänderung für einen Ausweg aus der Krise. Beide Seiten halten das im Machtkampf für eine Lösung: Lukaschenko räumte ein, dass die Verfassung zu sehr auf seine Person zugeschnitten sei. In der Demokratiebewegung, die bisher vor allem vom Koordinierungsrat der Zivilgesellschaft geprägt wird, sind hingegen Meinungen stark, die ein starkes Staatsoberhaupt gar nicht mehr für nötig halten.

Die IT-Sonderwirtschaftszone bei Minsk zerlegt sich indes zum Teil weil die Unternehmen ihre Mitarbeiter abziehen, auch Yandex. Die UNO dokumentiert offiziell 450 Fälle von Folter und Misshandlungen und 6 verschwundene Personen. Ausländische Journalisten wurden gestern trotz Akkreditierung aus Belarus hinausgeworfen, die ARD eingeschlossen.

Unterdessen spricht Ischinger für einen Diplomaten ungewöhnlich deutlich vom Ende der (Möglichkeit einer) strategischen Partnerschaft: Für ihn ist die Glaubwürdigkeit Putins endgültig dahin nach dem Giftangriff auf Nawalny:
ZITAT
Wir erleben einen neuen Tiefpunkt, leider. In Moskau macht man sich über das Opfer lustig. Schon deshalb ist das für den Kreml ein unsäglich peinlicher Vorgang. Russlands Glaubwürdigkeit war durch den Giftanschlag auf Sergej Skripal in Großbritannien, den Mord an einem Exiltschetschenen im Berliner Tiergarten und den Hackerangriff auf den Bundestag ohnehin schon erschüttert. Sie dürfte nun endgültig erledigt sein. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat in den vergangenen 15 Jahren eine Eselsgeduld mit Präsident Wladimir Putin gezeigt. Ich habe als OSZE-Vermittler in der Ukraine 2014 miterlebt, wie sie als einzige Regierungschefin überhaupt immer wieder mit Putin telefoniert hat, zum Teil mehrmals in der Woche. Seit Längerem ist klar, was das Wort aus Moskau wert ist. Dort gilt das Recht des Stärkeren. Das ist das Ende, leider, auch für die Idee strategischer Partnerschaft.

Klaus Segbers zeigt in die gleiche Richtung:
ZITAT
Russland sieht sich nicht an Regeln gebunden
Das Problem ist natürlich größer: Wir sehen uns einer allgemeinen Tendenz zur globalen Reautoritarisierung gegenüber. Hier aber soll es weitgehend um die Beziehungen zu Russland gehen. Sie werden seit einem Vierteljahrhundert von einer Reihe populärer und bequemer Kernirrtümer geprägt, die einer Überprüfung nicht standhalten:

1. Russland ist ein manchmal eigenartiges, aber doch auch wichtiges Mitglied der Völkerfamilie.
2. Die Deutschen müssen sich nach den Untaten im Zweiten Weltkrieg mit Kritik zurückhalten.
3. Russland reagiert heute nur auf den westlichen Hochmut und die Missachtung nach dem Kollaps der UdSSR.
4. Was wir heute erleben, ist ein neuer Kalter Krieg. Und er kann und muss gemanagt werden, wie der erste (1949–1989).
5. Man sollte mit den Machthabern in autoritären Systemen reden, weil Kontakte und Handel über Zeit zu Wandel führen.
6. Man muss mit Russland reden, um mit den Entscheidern dort zu einem fairen Interessenausgleich zu kommen.

All dies ist fragwürdig oder falsch.

Sein Fazit: Weniger reden, keine fruchtlose Diskussion über Werte, Russland (freundlich) ignorieren. Beim Lesen dieser beiden Texte bekommt man den Eindruck, dass jetzt eine neue Phase der "kalten Schulter" in den Russlandbeziehungen beginnen wird. Womöglich sind die heutigen Meldungen über abgefangene B-52 und P-3C und die zugehörigen Übungen schon Teil dieser Änderung.

Diese aktuelle Nachricht aus Moskau fügt dem Bild einen weiteren Mosaikstein hinzu (DW):
ZITAT
In Moskau ist der kremlkritische Aktivist und Journalist Jegor Schukow bei einem Angriff schwer verletzt worden. Der 22-Jährige musste wegen Platzwunden im Gesicht und wegen Verdachts auf ein Schädel-Hirn-Trauma in ein Krankenhaus, wie der Radiosender Echo Moskwy berichtet.

Die Täter warteten auf ihn zu Hause, und das ist schon der zweite, diesmal erfolgreiche Versuch.

Der Beitrag wurde von Merowinger bearbeitet: 1. Sep 2020, 18:58
 
Merowinger
Beitrag 2. Sep 2020, 14:48 | Beitrag #1624
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Es geht bestimmt gleich durch die Nachrichten, trotzdem füge ich es hier zur Vollständigkeit aus der ARD an:
ZITAT
Der russische Kreml-Kritiker Alexej Nawalny ist nach Erkenntnissen der Charité mit einem chemischen Nervenkampfstoff vergiftet worden. Das teilte Regierungssprecher Steffen Seibert mit. Es gebe einen zweifelsfreien Nachweis.
Der Kampfstoff gehört zur Nowitschok-Gruppe. Der russische Botschafter wurde einbestellt unterrichtet, die Bundeskanzlerin macht dies in einer eigenen Presskonferenz weltweit sichtbar zur Chefsache. Ich gehe davon aus, dass das Untersuchungsergebnis Ischinger beim Interview oben bereits bekannt war:
ZITAT
Russlands Glaubwürdigkeit [...] dürfte nun endgültig erledigt sein. [...] Dort gilt das Recht des Stärkeren. Das ist das Ende, leider, auch für die Idee strategischer Partnerschaft.


Der Beitrag wurde von Merowinger bearbeitet: 2. Sep 2020, 16:39
 
Merowinger
Beitrag 6. Sep 2020, 14:23 | Beitrag #1625
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Belarus: Nach Tichanowskaja (Litauen) wurde heute nun auch Olga Kowalkowa ins Ausland gedrängt (Polen) - sie war am 24. August zusammen mit Sergej Dylewski verhaftet wurden.

Maryja Aleksejeuna Kalesnikawa hat Musik in Stuttgart studiert und lebte bis vor kurzem 12 Jahre in Deutschland. Sie ist eine Freundin und Unterstützerin des inhaftierten Gazprom Bänkers Barbariko, dem populärsten der Nicht-Kandidaten. Sie bleibt bislang unerklärlich unbehelligt und wurde nur einmal kurz "aus Versehen" verhaftet, und ist die einzige im Land Verbliebene des Frauentrios.

Zum Trio gehört schliesslich noch Veronika Zepkalo - sie ist medial weniger auffällig als die anderen beiden: Ihr Mann Valeri Zepkalo wurde staatlich bedrängt und floh mit den zwei Kindern im Juni nach Moskau, also nicht wie die anderen in ein Land der EU. Valeri Zepkala war Botschafter in den USA und Mexiko und ist Gründer des Hi-Tech Parks HTP in Minsk - er wollte im Mai als Präsident kandidieren.

So wie oben erzählt könnte man auf die Idee kommen, dass Kalesnikawa/Barbariko von Deutschland und Zapkalo von Russland protegiert werden.

Der Beitrag wurde von Merowinger bearbeitet: 6. Sep 2020, 15:20
 
Scipio32
Beitrag 6. Sep 2020, 14:41 | Beitrag #1626
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Was sollte den die EU tun, wenn es zur Unionsbildung kommt? Was kann sie eigentlich überhaupt tun?
 
Havoc
Beitrag 6. Sep 2020, 15:07 | Beitrag #1627
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ZITAT(Scipio32 @ 6. Sep 2020, 13:41) *
Was sollte den die EU tun, wenn es zur Unionsbildung kommt? Was kann sie eigentlich überhaupt tun?


Die Frage ist, wie die Unionsbildung zustande kommt. Die EU wird allenfalls die Legitimation des Beschlusses durch die Bevölkerung Weißrusslands in Frage stellen können. Abgesehen von einer offenen Annexion oder dem öffentlichen Niederknüppeln der weißrussischen Protestbewegung durch russische Miliz wäre alles andere eine innere Einmischung in die Angelegenheiten Weißrusslands und damit würde man Lukaschenko stärken. Wenn sich Lukaschenko nur mit Hilfe der russischen Miliz an der Macht halten kann, dann bleiben der EU nur Sanktionen gegen Weißrussland und Russland mit überschaubarer Wirkung.
 
Merowinger
Beitrag 6. Sep 2020, 15:23 | Beitrag #1628
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Angeblich hat sich die EU ersteinmal gegen neue Sanktionen gegen Belarus bzw. ausgewählte belarussische Personen entschieden.

Umgekehrt kann die EU allerdings verlockende wirtschaftswirksame Versprechen im Sinne von "wenn ihr... dann..." abgeben. Dies fällt aufgrund des mit Russland integrierten Marktes nicht so leicht, eher kann man an Rahmenbedinungen wie z.B. Reisebeschränkungen etwas tun.

Der Beitrag wurde von Merowinger bearbeitet: 6. Sep 2020, 16:28
 
Merowinger
Beitrag 7. Sep 2020, 12:52 | Beitrag #1629
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Und schon ist auch Kalesnikawa verschwunden, sie wurde heute von Unbekannten in zivil einkassiert. Ihr Mitarbeiter Iwan Krawzow und ihr Sprecher Anton Rodnenkow ebenso.

Der Beitrag wurde von Merowinger bearbeitet: 7. Sep 2020, 13:30
 
Slavomir
Beitrag 7. Sep 2020, 15:04 | Beitrag #1630
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ZITAT
Partnerschaft: Für ihn ist die Glaubwürdigkeit Putins endgültig dahin nach dem Giftangriff auf Nawalny

Zum wie vielten Mal in den letzten Jahren?
 
400plus
Beitrag 7. Sep 2020, 21:50 | Beitrag #1631
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Zu den britischen Panzern hier auch eine Analyse von Nick Reynolds für das Royal United Services Institute: The British Army Should Seek to Retain an Armoured Capability

Er sieht grundsätzlich drei Optionen:

1) Die Panzertruppe wie bisher beibehalten (= eine volle mechanisierte Division) und komplett modernisieren: Teuer, und geht zulasten anderer benötigter Erneuerungen (z.B. bei der Artillerie). Fazit: "desirable, but unlikely given available resources".

2) Die Panzertruppe komplett abschaffen. Konzentration auf Luftkrieg, Cyber, Aufklärung und anderen (genannt wird explizit die Bundeswehr) die mechanisierte Kriegsführung überlassen und mit den genannten Fähigkeiten unterstützen. Der britische Beitrag wären dann drei mittelschwere Strike-Brigaden. Reynolds sieht dies als eine Außenseiterposition an, die von anderen Ländern nicht geteilt wird.

3) Die Panzertruppe reduzieren und modernisieren: Eine Anzahl Leopard 2 A7V kaufen und damit eine mittelschwere Strike-Division mit einer Panzerreserve betreiben- "a hypothetically viable balance of economy and operational potency."

Der Beitrag wurde von 400plus bearbeitet: 7. Sep 2020, 22:20
 
Merowinger
Beitrag 7. Sep 2020, 22:40 | Beitrag #1632
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Wer wissen will warum Leo 2 an Stelle der Challenger 2 vorgeschlagen werden:
ZITAT
Fielding less than a division, however, would render British armour dependent on NATO allies to make up the remainder of the formation, and for enablers and sustainment, which would make interoperability critical. The UK would likely need to purchase Leopard 2A7s

Hinzu kommt, dass die gezogene Kanone des Challenger 2 keine ausreichende Durchschlagswirkung mehr besitzt, es aber nie zum geplanten Austausch gegen die Glattrohrkanone (L55) des Leo 2 kam.

Der Beitrag wurde von Merowinger bearbeitet: 7. Sep 2020, 22:55
 
PzArt
Beitrag 8. Sep 2020, 06:26 | Beitrag #1633
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Ich kann und will mir schwer Vorstellen, dass ein Staat wie GB mal so eben komplett auf die Panzerwaffe verzichtet. Von daher käme, wenn man denn zugunsten anderer Modernisierungen hier unbedingt abrüsten muss, eigentlich nur die Lösung mit einer mittelschweren Division mit zumindest noch ein bis zwei Panzerregimentern in Betracht.

Dann würde in der Tat ein Umstieg auf Leo 2 und später dann auf den Deutsch/ Französischen Nachfolger Sinn machen.
 
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Beitrag 8. Sep 2020, 08:34 | Beitrag #1634
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ZITAT(Merowinger @ 7. Sep 2020, 23:40) *
Wer wissen will warum Leo 2 an Stelle der Challenger 2 vorgeschlagen werden:
ZITAT
Fielding less than a division, however, would render British armour dependent on NATO allies to make up the remainder of the formation, and for enablers and sustainment, which would make interoperability critical. The UK would likely need to purchase Leopard 2A7s

Hinzu kommt, dass die gezogene Kanone des Challenger 2 keine ausreichende Durchschlagswirkung mehr besitzt, es aber nie zum geplanten Austausch gegen die Glattrohrkanone (L55) des Leo 2 kam.


Obwohl das ja weiterhin machbar wäre. Der Challenger 2 wäre aber bei seiner Größe auch ein Kandidat für die 130-Millimeter-Kanone von Rheinmetall.


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"Seit ich auf deutsche Erde trat, durchströmen mich Zaubersäfte – Der Riese hat wieder die Mutter berührt, Und es wuchsen ihm neue Kräfte." -- Heinrich Heine (1797-1856), Deutschland ein Wintermärchen, Caput I
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Merowinger
Beitrag 8. Sep 2020, 09:12 | Beitrag #1635
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Nur das nach 20 Jahren Pause in der Weiterentwicklung noch wesentlich mehr zu tun wäre, ganz abgesehen vom anstehenden internationalen Generationssprung.

Der Beitrag wurde von Merowinger bearbeitet: 8. Sep 2020, 09:14
 
400plus
Beitrag 8. Sep 2020, 09:24 | Beitrag #1636
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Und dazu kommt dann eben noch das Argument der Interoperabilität. Wenn man die Panzerwaffe auf 1-2 Bataillone reduziert und dann keine eigene Brigade mehr vorhält, macht es schon Sinn, die Panzer zu benutzen, die auch die Verbündeten benutzen.

Ein anderes Argument, das für die "Divisionspanzerbataillone" spricht, ist, dass bei den Briten m.W. ja auch der Warrior kawestiert werden müsste. Wenn man also von "mechanisierten Brigaden" auf "1-2 Panzerbataillone in einer Strike-Division" wechselt, könnte man sich das und den Warrior insgesamt sparen. Man hätte dann Strike-Brigaden mit Ajax und Boxer und auf Divisionsebene Kampfpanzer.
 
Merowinger
Beitrag 8. Sep 2020, 13:19 | Beitrag #1637
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Ein solch pragmatische, allianzzentrische Entscheidung mit Leos passt allerdings wenig zum politischen Brexit und "Take Back Control" ™. Für den Eurofighter gibt es ja jetzt auch augenscheinlich zwei verschiedene AESA Radare... nebenbei, ich habe nicht verstanden, wie diese beiden Radare später wieder zu einem zusammenwachsen sollen.

Der Beitrag wurde von Merowinger bearbeitet: 8. Sep 2020, 22:25
 
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Beitrag 8. Sep 2020, 15:40 | Beitrag #1638
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Mal sehen in welcher Liga das 'vereinigte Königreich' in 10 Jahren 'spielt'. Ob sich die Frage Panzerwaffe überhaupt noch stellt. Da stehen ganz andere Probleme an als Nato o.ä.
 
Schwabo Elite
Beitrag 9. Sep 2020, 11:24 | Beitrag #1639
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ZITAT(Merowinger @ 8. Sep 2020, 14:19) *
Ein solch pragmatische, allianzzentrische Entscheidung mit Leos passt allerdings wenig zum politischen Brexit und "Take Back Control" ™. Für den Eurofighter gibt es ja jetzt auch augenscheinlich zwei verschiedene AESA Radare... nebenbei, ich habe nicht verstanden, wie diese beiden Radare später wieder zu einem zusammenwachsen sollen.
Das ganze "Take back control!" ist aber nur politische Schow und an die harte Fiskalrealität gebunden. Und das britische Volk interessiert Verteidigungspolitik im Allgemeinen genau so (wenig), wie alle anderen europäischen Völker. Man kann den Isolationisten dann auch noch eine Weile verkaufen, dass man ja eine Insel ist, den Typhoon kawestiert und zwei Träger sowie SSBN hat. "Soll der Feind doch kommen." Wer auch immer das ist, zu holen haben die Briten ja nichts.


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400plus
Beitrag 12. Sep 2020, 08:19 | Beitrag #1640
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Die Briten behalten ihre Panzer, aber die genaue Form ist unklar.

ZITAT
But Mr Wallace told the BBC "the idea that tanks won't be there for the Army, upgraded and modernised, is wrong".
[...]
Mr Wallace confirmed the review would mean "letting go of some equipment that isn't serving any purpose or overmatched by adversaries".
[...]
That still leaves open the possibility of a reduction in the number of tanks. But Mr Wallace said that getting rid of all of them was not going to happen.
[...]
"We are not scrapping all the British army's tanks and we will make sure the ones we maintain are up to date, lethal and defendable."


 
Freestyler
Beitrag 12. Sep 2020, 11:47 | Beitrag #1641
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Was spricht im Fall der British Army dagegen, den Schützenpanzer Warrior nicht zu modernisieren und stattdessen eine Variante des FRES bzw. eine Abwandlung des Ajax Scout einzuführen?


--------------------
ZITAT(Kreuz As)
Entweder eine Frau fingern oder schiessen gehen. Dann geht das zucken im Zeigefinger auch wieder weg.
 
Merowinger
Beitrag 12. Sep 2020, 12:14 | Beitrag #1642
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Das Geld vermutlich.

Zurück zu den Kampfpanzern: Laut der BBC Meldung soll die Basis im Oman verdreifacht werden, und dann könnte das teure Panzertraining von Kanada dorthin verlegt werden. Oman schaut auf den koreanischen K2 als Ersatz seines Challenger 2 ... Polen ist bekanntlich auch am K2 interessiert, und würde diesen im Land bauen (mit oder ohne MTU und Renk?). Für den UK wäre der moderne K2 eine interessante Option. KMW kann jetzt nur mit Preisgestaltung gegenhalten - dennoch: Ein guter Hebel bei den klammen Briten. MGCS kommt ja erst 2035.

Der Beitrag wurde von Merowinger bearbeitet: 12. Sep 2020, 13:50
 
400plus
Beitrag 12. Sep 2020, 18:18 | Beitrag #1643
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Wobei es natürlich auch weder Leo 2 noch K2, sondern schlichtweg das Upgrade-Programm für den Challenger 2 werden könnte, aber halt im verringerten Umfang.
 
Merowinger
Beitrag 12. Sep 2020, 21:24 | Beitrag #1644
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Mein Eindruck ist, dass das aus irgendwelchen Gründen vom Tisch und für niemanden eine Option ist.
 
Elster
Beitrag 25. Sep 2020, 12:39 | Beitrag #1645
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In Russland hat am Montag die Übung Kavkaz (Kaukasus)-2020 begonnen. Michael Kofman hat das auf seinem Blog Russian Military Analysis wieder für uns aufbereitet und wird auch die kommenden Übungstage (hoffentlich) informieren:
https://russianmilitaryanalysis.wordpress.c...ew-kavkaz-2020/
https://russianmilitaryanalysis.wordpress.c...ember-21-day-1/

Schwerpunktmäßig ist dieses Mal der Militärdistrikt Süd an der Reihe, aber auch in den MD West und Zentrum finden Übungstätigkeiten statt. Hauptaktivität ist eine Gefechtsstandübung auf strategischer Ebene. Gegner ist eine Terrororganisation, die von einem feindlichen Staat unterstützt wird.
Das Ganze findet mit internationaler Beteiligung statt, u.a. sind Chinesen, Armenier und Iraner vertreten. Indien sollte ebenfalls teilnehmen, hat dies aber (vmtl. wegen der Ereignisse im Galwantal) mittlerweile zurückgezogen.
 
Redhead
Beitrag 29. Sep 2020, 08:16 | Beitrag #1646
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Hallo, ich lese seit längerer Zeit eure Beiträge. Irrgendwo habe ich gelesen, dass die Russischen Luftlandetruppen massiv ausgebaut werden sollen. Weiss jemand darüber mehr und ausserdem würde mich interessieren wie die Struktur und die Anzahl Waffen ist.

Danke zum Voraus
 
Jolly Jack Ketch
Beitrag 10. Oct 2020, 13:28 | Beitrag #1647
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Hatten wir eigentlich das schon:
AWG-RussianNewWarfareHandbook

Eine interessante Zusammenstellung der russischen bzw. proxy-russischen Fähigkeiten und Taktiken durch die Asymmetric Warfare Group der US-Army.


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— 86 45 —
Any technology, no matter how primitive, is magic to those who don't understand it. -Florence Ambrose-
 
Stefan Kotsch
Beitrag 10. Oct 2020, 17:42 | Beitrag #1648
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[Klugscheißermodus]
Hm, nur mal überflogen, BTR-90 hat die russ. Arme keine und KOALITSIA-SV ist auch nicht im Truppendienst. Das sollten die Kollegen von der Asymmetric Warfare Group doch wissen. Nicht das da noch mehr geschusselt wurde?
[Klugscheißermodus off] biggrin.gif
 
Freestyler
Beitrag 10. Oct 2020, 17:47 | Beitrag #1649
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Die russischen Streitkräfte gliedern zumindest auch teilweise wieder zurück zur klassischen Gliederung mit Armee - Division - Regiment, die Battalion Tactical Group ist auch nur ein Notbehelf, quasi dynamisches Verfügungbarkeitsmanagement auf Russisch und alle Aussagen zu Hybrid-Irgendwas und Gerasimov sind mit einer sehr großen Portion Vorsicht zu lesen, weil sie meistens falsch sind oder nur Bullshit / Buzzword Bingo sind...

Der Beitrag wurde von Freestyler bearbeitet: 10. Oct 2020, 17:52


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ZITAT(Kreuz As)
Entweder eine Frau fingern oder schiessen gehen. Dann geht das zucken im Zeigefinger auch wieder weg.
 
Glorfindel
Beitrag 10. Oct 2020, 18:14 | Beitrag #1650
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ZITAT(Freestyler @ 10. Oct 2020, 17:47) *
die Battalion Tactical Group ist auch nur ein Notbehelf (...)

Sehe ich nicht so. Die Bildung von Bataillonskampfgruppen ist Standardpraxis der russischen (und zuvor sowjetischen) Streitkräfte. Bataillonskampfgruppen (Mot. Schützenbataillon (oder Panzerbataillon) verstärkt mit Panzer, Artillerie, Flugabwehr usw.)werden praktisch immer gebildet im Einsatz. Natürlich ist es oft so, dass auch aus Personalmangel eine Brigade/ein Regiment nur eine Bataillonskampfgruppe bildet, aber es ist Doktrin undnicht nur ein Notbehelf.

Die russische Armee setzt ihre Truppen kaum je im der Standardgliederung ein.

Der Beitrag wurde von Glorfindel bearbeitet: 10. Oct 2020, 18:16


--------------------
"Dort stand das Haus der Goldenen Blume, deren Männer eine Strahlensonne auf den Schilden hatten und ihr Anführer, Glorfindel, trug einen Mantel so kunstvoll mit Goldfäden durchwirkt, dass er gelb durchschossen war wie ein Feld im Frühling; und ihre Waffen waren kunstvoll mit Gold überzogen."
 
 
 

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Vereinfachte Darstellung Aktuelles Datum: 23. October 2020 - 00:34