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> PuG-News, Sicherheitspolitik, Militärgeschichte und mehr
Thor=LWN=
Beitrag 21. May 2020, 00:38 | Beitrag #2341
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Dann mach mal eine Reise ins Amurgebiet. China investiert dort erheblich auf russischem Gebiet und rührt die Werbetrommel. Das ist Moskau ein Dorn im Auge. Man hat jedoch selbst nicht das Geld, um alles umzusetzen, was man will. Es gibt auch noch andere Ecken an der Grenze wo es ähnlich aussieht. Sprich mal mit den Einheimischen dort, was die von China halten.
 
Schwabo Elite
Beitrag 21. May 2020, 08:24 | Beitrag #2342
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Und das ist nur der Anfang. Chinas "Neue Seidenstraße" hat auch für Russland nicht nur Vorteile, auch wenn in die russische Eisenbahninfrastruktur investiert wird, es bleibt halt dabei, dass Russland ein Transitland ohne eigenen Markt in der Größenordnung der EU ist. Und dann sind da natürlich noch Animositäten über Gebiete und Gebietsansprüche: Russland hängt noch sehr an seiner Stellung in der ehemaligen UdSSR, der dickste Brocken in Asien ist da sicher die Mongolei (vormals die Mongolische SSR).

Die Mongolei hängt als Bergbauland (hauptsächlich Erze und Mineralien) wirtschaftlich komplett am Bedarf Chinas. Das geht bei Wirtschaftskrisen in China regelmäßig in die Hose für die Mongolen. Die Importe kommen aber zu knapp 30 Prozent auch aus Russland, dasselbe gilt für 90 Prozent des mongolischen Energiebedarfs. Jede Krise der Mongolei kostet also auch Russland Absätze.

Die mongolische Unabhängigkeit von China ist aber etwas, das die UdSSR China aufgezwungen hat während des Bürgerkrieges. Das ist nicht in Steingemeißelt, ebenso wie im Falle Tibets, Taiwans oder der Stadtstaaten.


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Scipio32
Beitrag 21. May 2020, 08:34 | Beitrag #2343
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ZITAT
Wirtschaftskrisen in China


Welche Wirtschaftskrisen sollen das sein? Die Chinesische Wirtschaft wächst seit Jahrzehnten ununterbrochen. Erst mit Corona kam es jetzt zu einem ernsthaften Einbruch.

Quelle Wirtschaftswachstum: https://de.statista.com/statistik/daten/stu...dukts-in-china/

ZITAT
Die mongolische Unabhängigkeit von China ist aber etwas, das die UdSSR China aufgezwungen hat während des Bürgerkrieges. Das ist nicht in Steingemeißelt, ebenso wie im Falle Tibets, Taiwans oder der Stadtstaaten.


Mit anderen Worten China wirt versuchen diese verloren Perlen wieder heim ins Reich zu holen?
 
Thor=LWN=
Beitrag 21. May 2020, 11:11 | Beitrag #2344
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Das ist zumindest erklärtes Ziel des ZK. Genau so wie Taiwan.
 
Merowinger
Beitrag 21. May 2020, 12:27 | Beitrag #2345
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Zieldatum ist 2049 für die Rückkehr zur wahren Größe.
 
Scipio32
Beitrag 21. May 2020, 14:57 | Beitrag #2346
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Das klingt ja grandios.... muss das denn sein?
 
Merowinger
Beitrag 21. May 2020, 15:53 | Beitrag #2347
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Das ist die Kernfrage an die Internationale der Nationalisten. ;-)
 
Scipio32
Beitrag 21. May 2020, 19:20 | Beitrag #2348
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Das ist genau das was die Welt braucht.

---

Wenn die Situation von Russland so ist wie schwalbo und Thor sie beschreiben dann steckt Russland doch in der Zwickmühle oder nicht?
 
Merowinger
Beitrag 21. May 2020, 20:10 | Beitrag #2349
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Ja, und schon sehr lange. In der öffentlichen sicherheitspolitischen Diskussion in Russland werden alle möglichen Feinde betrachtet und erörtert - nur über China schweigt man sich aus. Am Flughafen Domodewo (und anderswo?) sind vor nicht allzulanger Zeit die Beschilderungen für Passagiere in Russisch/Chinesisch umgetextet worden als Teil des Versuchs, die westlichen Sanktionen durch engere Verbindungen mit China auszugleichen.

Der Beitrag wurde von Merowinger bearbeitet: 21. May 2020, 20:11
 
SailorGN
Beitrag 21. May 2020, 21:21 | Beitrag #2350
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Man wird angesichts der geostrategischen Sackgasse im Westen nun wirklich nicht noch China gegen sich aufbringen. Bisher hat Ru gegen China nur "verloren": Die VR hat sowjetisches knowhow assimiliert und liefert jetzt eher Hightech nach Russland... Bleiben Rohstoffe, aber dort waren in den 90igern schon andere unterwegs, bspw. die Japaner. Für Kohlenwasserstoffe muss man wirklich laaange Pipelines bauen und Eisenbahnen in Sibiren sind ne sehr kostenintensive Geschichte. Dazu kommt, dass die zentralasiatischen Staaten lieber direkt liefern würden... eben weil Russland gern mal an den Pipelines dreht.

Russland steckt in einer Zwickmühle, die sie selbst gebaut haben... Anders sähe es aus, wenn man die Öleinnahmen genutzt hätte, um sich selbst aus dem Sumpf zu ziehen, aber das hat man nicht. Da war Putin eher der Taktiker, er konnte zwar schnell und hart reagieren, aber "aufbauen" im Sinne von mehr Möglichkeiten schaffen hat er versäumt. Dazu sitzen in Moskau/Russland wohl zu viele Menschen, die "offensichtliche" Macht und Doktrin über die Bedürfnisse und Möglichkeiten des Landes gestellt haben. Die Ukrainekrise hat das gezeigt.

Was die Wirtschaftskrisen angeht: auch 2008 hat China gemerkt und bei Rohstoffen kommt noch der Versuch/die Versuche (?) der Chinesen hinzu, die Märkte zu manipulieren. Die Seltenen Erden waren da das heftigste Beispiel, aber für die Mongolen ist auch wichtig, dass China seine Quellen diversifiziert... natürlich auch um Kosten zu reduzieren.


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Kameratt
Beitrag 21. May 2020, 21:45 | Beitrag #2351
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ZITAT(KSK @ 13. May 2020, 09:17) *
ZITAT(Der Kommissar @ 12. May 2020, 23:05) *
Ich kann auch die Russen verstehen, die niicht davon begeistert sind, dass die NATO an allen Seiten immer näher an ihre Grenzen heranrückt. Die Amis wären auch nicht begeistert, wenn die Russen ein Militärbündnis mit Mexiko gründen und eine Panzerdivision an der US-Grenze stationieren.

Und in dem Fall könntest du dann auch verstehen, dass "die Amis" Kuba annektieren? pillepalle.gif

Tun sie doch in Guantanamo schon seit über einem Jahrhundert.

ZITAT(Nite @ 13. May 2020, 12:04) *
ZITAT(Der Kommissar @ 12. May 2020, 22:56) *
ZITAT(Merowinger @ 12. May 2020, 22:19) *
Zum Kalten Krieg: Bekanntermaßen erleben wir seit 2014 eine Art Rennaissance dessen.
Jupp, weil die US-Panzer immer näher an die russ. Grenze gerollt sind.

Erst seit 2014 als Russland seinen Nachbarn unmissverständlich klar gemacht hat warum der NATO-Beitritt der richtige Schritt war

2014 hatte Russland westlich von Moskau keine einzige Heeresdivision. Die Mehrheit der Truppen war im Kaukasus und in Asien disloziert. Das spricht nicht unbedingt dafür, dass man im Westen groß angelegte Eroberungsfeldzüge plante.
Erst mit der westlichen Aggression im Zuge der Maidan-Unterstützung sah Putin die taktische Gelegenheit (keine strategische Absicht), die Krim mit Zustimmung der dortigen Mehrheitsbevöllkerung einzuverleiben. Wobei selbst in der Hinsicht war Putin konsequent inkonsequent in seinem ständigen Streben nach einer "Partnerschaft" und Dialog mit der NATO und hat weitreichendere Offensivaktionen in der Ostukraine abgeblasen. Die in April / Mai 2014 an der Grenze aus allen Landesteilen zusammengezogenen Truppen wären damals wahrscheinlich ausreichend gewesen, um die Ukraine bis mindestens Dnepr besetzen und von Milizen verwalten zu können. Stattdessen hat Russland den Separatisten selbst die Einnahme des im September 2014 von ukrainischen Streitkräften verlassenen Mariupol verweigert und sie zum Waffenstillstand im Minsk-Format gedrängt.

Diese ständige Dialog- und Kompromissbereitschaft mit dem Westen zieht sich durch Putins sämtliche Amtszeiten:
- seine Bundestagsrede 2001 (auf Deutsch übrigens)
- Unterstützung der USA im War on Terror ab 2001 und im Rahmen dessen Erlaubnis der Nutzung des russischen Hoheitsgebiets als Transitland für militärische Güter nach Afghanistan
- trotz des ungeordneten Rückzugs der georgischen Truppen eine nur relativ zurückhaltende Reaktion auf die lang geplante georgischen Offensive auf Südossetien
- ein "Reset" der bilateralen Beziehungen am Anfang der Obama-Periode
- Enthaltung im UNO-Sicherheitsrat zu Libyen 2011, was die militärische Intervention für westliche und arabische Staaten ermöglichte
- Bestellung von Mlitärgütern in NATO-Staaten als Zeichen des Vertrauens
- sein Festhalten an INF-/ABM- und New-START-Abrüstungsverträgen, obwohl Seitens der USA keine Bereitschaft bestand und besteht, diese zu erneuern


ZITAT(Schwabo Elite @ 20. May 2020, 12:53) *
Echt? Welche US-Panzerdivision steht denn in der Ukraine? Und warum hat Russland kein Problem mit dem Block China und Nordkorea direkt an seiner - übrigens deutlich längeren - Grenze?

Dieses Argument ist lächerlich.
China und Nordkorea bilden keine Militärische Allianz und unterstützen keine antirussischen Regierungen und politische Bewegungen in den Anrainerstaaten Russlands.
Weiterhin spielt sich Russland als ein westliches Land in Europa und nicht im fernen Osten Sibriens ab. Russlands Ursprung liegt in Europa. Russlands Kernland liegt in Europa. In den vergangenen Jahrhunderten wurde Russland mehrmals aus Europa angegriffen. Die Gefahr aus dem Osten war seit dem Ende des Mongolensturms hingegen eher gering.

ZITAT(Thor=LWN= @ 21. May 2020, 01:38) *
Dann mach mal eine Reise ins Amurgebiet. China investiert dort erheblich auf russischem Gebiet und rührt die Werbetrommel. Das ist Moskau ein Dorn im Auge. Man hat jedoch selbst nicht das Geld, um alles umzusetzen, was man will. Es gibt auch noch andere Ecken an der Grenze wo es ähnlich aussieht. Sprich mal mit den Einheimischen dort, was die von China halten.

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Kameratt
Beitrag 21. May 2020, 22:02 | Beitrag #2352
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Passend dazu:
ZITAT
"Nichts geht mehr ohne Russland"
Wladimir Putin ist weltpolitisch so stark wie der Westen schwach ist, sagt der Moskauer Kreml-Kenner Fjodor Lukjanow. Russlands Handeln im Nahen Osten sei ein Balanceakt.
[...]

https://www.zeit.de/politik/ausland/2019-11...komplettansicht
 
Thor=LWN=
Beitrag 22. May 2020, 00:02 | Beitrag #2353
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ZITAT
Was halten sie denn davon?


Sie hassen die Chinesen. Die benehmen sich dort nämlich gerne wie die Axt im Wald. Geld regiert halt auch dort die Welt. Gehört dir das komplette Vergnügungsviertel als Chinese, dann dürfen da zwar ein paar verblendete Veteranenrocker den dicken machen an Türen, aber wehe die fassen einen Chinesen der pöbelt zu hart an.
 
Stefan Kotsch
Beitrag 22. May 2020, 11:42 | Beitrag #2354
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ZITAT
@Kameratt
...Erst mit der westlichen Aggression im Zuge der Maidan-Unterstützung...

hmpf.gif tock.gif Ich sag dazu nichts mehr, Wasser muss ich nicht in die Wolga schütten.

ZITAT
@Kameratt
2014 hatte Russland westlich von Moskau keine einzige Heeresdivision. Die Mehrheit der Truppen war im Kaukasus und in Asien disloziert.

Das ist so auf der Ebene RT-Deutschland oder Sputnik. Für die die glauben ohne nachzulesen. Nein, das ist eine Ausage, die so überhaupt nicht mit der Struktur der russischen Armee in Übereinstimmung zu bringen ist, nicht mit der geographischen Lage der Westgrenze Russlands zur Hauptstadt und auch nicht mit den Strukturänderungen im Zuge des russischen Krieges auf ukrainischem Staatgebiet. Ja, ohne Zweifel, Russland hatte eine nicht geringe Anzahl vom MotSchtzBr und PzBr auch im westlichen Militärbezirk. Und aus diesen und aus denen, die nach ihrem Kriegseinsatz in der Ukraine gleich in der grenznahen Region neu stationiert wurden, sind im Zuge einer Reform aus Brigaden wieder Regimenter formiert worden, weil man der Ansicht ist, dass Divisionen weitaus beweglicher und kampfstärker sind als die bisherige Brigadestruktur. Das kann gut und gerne als Aufwertung der Offensivfähigkeiten gewertet werden.

 
SLAP
Beitrag 22. May 2020, 11:47 | Beitrag #2355
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ZITAT(Kameratt @ 21. May 2020, 22:45) *
ZITAT(KSK @ 13. May 2020, 09:17) *
ZITAT(Der Kommissar @ 12. May 2020, 23:05) *
Ich kann auch die Russen verstehen, die niicht davon begeistert sind, dass die NATO an allen Seiten immer näher an ihre Grenzen heranrückt. Die Amis wären auch nicht begeistert, wenn die Russen ein Militärbündnis mit Mexiko gründen und eine Panzerdivision an der US-Grenze stationieren.

Und in dem Fall könntest du dann auch verstehen, dass "die Amis" Kuba annektieren? pillepalle.gif

Tun sie doch in Guantanamo schon seit über einem Jahrhundert.

[...]


Es gibt einen Pachtvertrag.


--------------------
"There are children on Promethea who can't afford ammo, you know."
 
KSK
Beitrag 22. May 2020, 11:56 | Beitrag #2356
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ZITAT(SLAP @ 22. May 2020, 12:47) *
ZITAT(Kameratt @ 21. May 2020, 22:45) *
ZITAT(KSK @ 13. May 2020, 09:17) *
ZITAT(Der Kommissar @ 12. May 2020, 23:05) *
Ich kann auch die Russen verstehen, die niicht davon begeistert sind, dass die NATO an allen Seiten immer näher an ihre Grenzen heranrückt. Die Amis wären auch nicht begeistert, wenn die Russen ein Militärbündnis mit Mexiko gründen und eine Panzerdivision an der US-Grenze stationieren.

Und in dem Fall könntest du dann auch verstehen, dass "die Amis" Kuba annektieren? pillepalle.gif

Tun sie doch in Guantanamo schon seit über einem Jahrhundert.

[...]


Es gibt einen Pachtvertrag.

Genau das. Und ach du herrliche Steilvorlage: Einen solchen gab es auch für den russischen Flottenstützpunkt auf der Krim. Er wurde sogar erst in 2010 bis ins Jahr 2042 verlängert. Also noch nicht einmal ein Ansatz vorhanden, dass Russland hier einen strategischen Stützpunkt in Gefahr sehen könnte.


--------------------
ZITAT(Nicht näher bekannter Dienstrecht-Dozent)
In 90% der Fälle gibt es nur einen Grund, für die Bewerbung im öffentlichen Dienst: Man ist nicht die hellste Kerze auf der Torte und braucht einen Studiengang ohne Mathematik.
 
Merowinger
Beitrag 22. May 2020, 14:40 | Beitrag #2357
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Aktuell zu China: "Ein Land - zwei Systeme" scheint für Hong Kong nun Geschichte. Dazu ein sehr deutlicher Kommentar. Ob Steffen Wurzel seine nächste journalistische Akkreditierung nun vergessen kann?

P.S.: Zu Beginn der Corona Krise wurden in Moskau pauschal alle Chinesen unter Quarantäne gestellt. Dies führte zu einer Art Jagd der Polizei auf jeden mit asiatischem Gesicht auf der Strasse. Der chinesische Botschafter wurde vorstellig und versuchte vorsichtig Protest einzulegen.

Die bpb zur wechselhaften Historie der Beziehungen beider Länder:
ZITAT
Doch nach dem Tod Stalins 1953 war es vorbei mit der sowjetisch-chinesischen Freundschaft: Mao verstand sich als Nachfolger Stalins, während sich Chruschtschow ab dem XX. Parteitag der KPdSU gegen den Personenkult um den Diktator wandte. In den 1960er Jahren kam es sogar zu militärischen Zusammenstößen an der sowjetisch-chinesischen Grenze. Ende der 1970er Jahre sanken die Beziehungen auf einen neuerlichen Tiefpunkt: Nachdem der sowjetische Verbündete Vietnam zur Beendigung des Terrorregimes der Roten Khmer 1978 in Kambodscha einfiel, wandte sich China gegen Vietnam und erklärte dessen Verbündeten, die Sowjetunion, zum "Feind Nummer 1".
Diese Feindschaft währte jedoch nicht lange: Seit der Mitte der 1980er Jahre verbesserten sich die Beziehungen wieder allmählich.
[...]
Endgültig wurde die Grenzfrage von Wladimir Putin und Hu Jintao in einem Vertrag von 2005 geklärt. Dabei übergab Russland an China einige Inseln im Grenzfluss Amur, insgesamt rund 337 Quadratkilometer Land.
[...]
[Neue Seidenstrasse] Laut Beobachtern soll der Kreml dabei keine bittere Pille geschluckt, sondern folgendermaßen kalkuliert haben: China konzentriert sich auf wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung der Region, während Russland Garantiemacht bleibt und seinen politischen Einfluss behält.
[...]
Neben wirtschaftlichen, militärischen und symbolischen Asymmetrien erschwert auch der innerrussische Diskurs die Zusammenarbeit. Spätestens seit 2005 ist er vermehrt durch Begriffe wie "gelbe Gefahr" oder "chinesische Bedrohung" geprägt. In Medien sowie sozialen Netzwerken gibt es regelmäßig Berichte von zehntausenden illegalen chinesischen Einwanderern im fernen Osten Russlands, die den Russen ihre Jobs wegnehmen würden. Auch Berichte über die chinesische Abholzung der Taiga und die dramatische Verschmutzung der Böden durch eingewanderte chinesische Bauern sind verbreitet.

Andererseits: China hat die russische Annexion der Krim nicht anerkannt, während Russland die Territorialansprüche Chinas im Südchinesischen Meer nicht unterstützt. Zudem liefert Russland Waffen an Chinas Rivalen Indien und Vietnam.

Der Beitrag wurde von Merowinger bearbeitet: 22. May 2020, 17:40
 
Kameratt
Beitrag 22. May 2020, 20:15 | Beitrag #2358
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ZITAT(Thor=LWN= @ 22. May 2020, 01:02) *
ZITAT
Was halten sie denn davon?


Sie hassen die Chinesen. Die benehmen sich dort nämlich gerne wie die Axt im Wald. Geld regiert halt auch dort die Welt. Gehört dir das komplette Vergnügungsviertel als Chinese, dann dürfen da zwar ein paar verblendete Veteranenrocker den dicken machen an Türen, aber wehe die fassen einen Chinesen der pöbelt zu hart an.

Schön, dass man das so verallgemeinert sagen kann.

ZITAT(Stefan Kotsch @ 22. May 2020, 12:42) *
hmpf.gif tock.gif Ich sag dazu nichts mehr, Wasser muss ich nicht in die Wolga schütten.

Ich sag dazu auch nicht viel mehr als "Yats is the guy" und "fuck the EU!" smile.gif
ZITAT(Stefan Kotsch @ 22. May 2020, 12:42) *
Das ist so auf der Ebene RT-Deutschland oder Sputnik. Für die die glauben ohne nachzulesen. Nein, das ist eine Ausage, die so überhaupt nicht mit der Struktur der russischen Armee in Übereinstimmung zu bringen ist, nicht mit der geographischen Lage der Westgrenze Russlands zur Hauptstadt und auch nicht mit den Strukturänderungen im Zuge des russischen Krieges auf ukrainischem Staatgebiet. Ja, ohne Zweifel, Russland hatte eine nicht geringe Anzahl vom MotSchtzBr und PzBr auch im westlichen Militärbezirk. Und aus diesen und aus denen, die nach ihrem Kriegseinsatz in der Ukraine gleich in der grenznahen Region neu stationiert wurden, sind im Zuge einer Reform aus Brigaden wieder Regimenter formiert worden, weil man der Ansicht ist, dass Divisionen weitaus beweglicher und kampfstärker sind als die bisherige Brigadestruktur. Das kann gut und gerne als Aufwertung der Offensivfähigkeiten gewertet werden.

Das ist falsch. Im Zuge der Militärreform von 2009 hatte Russland im westlichen Militärbezirk nur noch 6 Motschützen- und zwei Panzerbrigaden. Von insgesamt ca. 40 mechanisierten und infanteristischen Brigaden des Heeres im ganzen Land.
5 dieser 8 Brigaden waren im Großraum Moskau (regelmäßige Teilnahme an der Mai-Parade) und Nischni Nowgorod ca. 500km weiter östlich stationiert.
Lediglich drei mechaniserte Brigaden waren an der nordwestlichen Grenze stationiert. Und zwar zwei Brigaden in der Nähe von Sankt Petersburg sowie eine weitere in der Region Murmansk im hohen Norden.
Zwei weitere Brigaden um Moskau wurden so ab 2012-2013 wieder zu Divisionen aufgewertet.
Das alles ist kein Vergleich zu dem, was nach 2014 kam, mit 3 neuaufgestellten Divisionen unmittelbar an der ukrainischen Grenze sowie der Bildung eines weiteren Armeekommandos innerhalb des westlichen Militärbezirks.

Dass Divisionen beweglicher sein sollen als Brigaden lasse ich mal unkommentiert stehen. mata.gif

ZITAT(SLAP @ 22. May 2020, 12:47) *
Es gibt einen Pachtvertrag.

Einen Pachtvertrag mit unbegrenzter Laufzeit und der nicht einseitig von Kuba gekündigt werden kann.
Einen Pachtvertrag mit nominalen Pachtgebühren, die keine Inflation berücksichtigen, sprich dessen reale Kosten sich mit der Zeit asymptotisch gen Null nähern.
Solche kolonialen Knebelverträge sind Annexion. ^^

ZITAT(KSK @ 22. May 2020, 12:56) *
ZITAT(SLAP @ 22. May 2020, 12:47) *
ZITAT(Kameratt @ 21. May 2020, 22:45) *
ZITAT(KSK @ 13. May 2020, 09:17) *
ZITAT(Der Kommissar @ 12. May 2020, 23:05) *
Ich kann auch die Russen verstehen, die niicht davon begeistert sind, dass die NATO an allen Seiten immer näher an ihre Grenzen heranrückt. Die Amis wären auch nicht begeistert, wenn die Russen ein Militärbündnis mit Mexiko gründen und eine Panzerdivision an der US-Grenze stationieren.

Und in dem Fall könntest du dann auch verstehen, dass "die Amis" Kuba annektieren? pillepalle.gif

Tun sie doch in Guantanamo schon seit über einem Jahrhundert.

[...]


Es gibt einen Pachtvertrag.

Genau das. Und ach du herrliche Steilvorlage: Einen solchen gab es auch für den russischen Flottenstützpunkt auf der Krim. Er wurde sogar erst in 2010 bis ins Jahr 2042 verlängert. Also noch nicht einmal ein Ansatz vorhanden, dass Russland hier einen strategischen Stützpunkt in Gefahr sehen könnte.

Also ein Beleg dafür, dass Russland keinerlei Besetzungen plante.
 
goschi
Beitrag 22. May 2020, 20:25 | Beitrag #2359
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ZITAT(Kameratt @ 22. May 2020, 21:15) *
Solche kolonialen Knebelverträge sind Annexion. ^^

nein, das ist allenfalls eine unrechtmässige Besetzung (wobei das international nicht klar definiert ist, da der Vertrag nunmal korrekt eingehalten wird), aber keine Annexion, denn Amerika definiert Guantanamo Bay nicht als amerikanischen Grund, sondern als gepachtetes Gebiet und das ist eben der Unterschied, Russland hat die Krim erst besetzt und dann explizit zu russischem Staatsgebiet ernannt, also annektiert.

Ich weiss... korrekte Begrifflichkeiten sind bei dir gerade nur situativ relevant, aber der Unterschied ist eben wichtig.


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Die Eibohphobie, die Angst vor Palindromen, ist selbst ein Palindrom

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ZITAT(KGB @ 17. Nov 2015, 12:54) *
Zitat Auto: "Brumm"
 
Havoc
Beitrag 22. May 2020, 22:53 | Beitrag #2360
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Goschis Punkt lässt sich mit Google und Wiki relativ schnell nachvollziehen, zumal es auch historisch keine vergleichbaren Prallelen zwischen Guantanamo und der Krim gibt:

Guantanamo ist ein Relikt des Spanisch-Amerikanische Krieg 1898. Zu diesem Zeitpunkt war Kuba eine spanische Kolonie, welche als ein Ergebnis dieses Krieges unabhängig wurde. Der Haken daran: Die USA zogen ihre Truppen erst ab, als sie mit Kuba vertraglich das Platt Amendment verifizierten und dieser Zusatz in Verfassung Kubas aufgenommen wurde. Durch das Platt Amendment hatten die USA das Recht für die Wahrung der kubanischen Unabhängigkeit und zur Erhaltung der Regierung in Kuba zu intervenieren und in Kuba Land zu kaufen oder zu pachten. 1934 wurde von Seiten der USA das Platt Amendment mit Ausnahme des Kauf- und Pachtrechtes aufgehoben, da sonst der existierende Marinestützpunkt gefährdet gewesen wäre.
Müßig zu Spekulieren, warum Castro seit seiner Machtübernahme 1959 diesen Pachtvertrag nicht gebrochen hat, zumal nach der Kubakrise einige konventionell bestückte Kurzstreckenraketen von Typ Frog auf Kuba verblieben sind, die das US- Festland nicht aber den US- Marinestützpunkt erreichen konnten.

Die Krim hingegen war bis zum Russisch-Türkischen Krieg (1768–1774) ein osmanischer Vasallenstaat und wurde 1783 von Russland annektiert. Das jetzige Krim- Problem ist 1954 entstanden, als Chruschtschow die Krim als Exklave der Russischen Sozialistischen Föderativen Sowjetrepublik an die Ukrainische Sozialistische Sowjetrepublik angliederte. Nach russischer Auffassung war diese Handlung gegen die Verfassung der russischen Sowjetrepublik. Das Problem ist zum Tragen gekommen, als sich die UdSSR auflöste und damit die Krim völkerrechtlich Teil des ukrainischen Staatsgebietes wurde. Russland hat mit dem Zerfall des UdSSR den Flottenstützpunkt für seinen Teil der Schwarzmeerflotte verloren. Die Aufteilung der Flotte und den Verbleib der russischen Marine auf der Krim 1997 vertraglich geregelt. Es ist in diesem Zusammenhang auch einzubeziehen, dass nach dem Zerfall der UdSSR in der Ukraine 176 strategische und mehr als 2500 taktische Atomraketen stationiert waren. Diese wurde gemäß dem Budapester Memorandum an Russland gegen Sicherheitsgarantien übergeben. Russland hätte sich darauf einstellen müssen, dass die Ukraine für einen EU- Beitritt und möglichen NATO- Beitritt den bis 2042 verlängerten Pachtvertrag für den russischen Flottenstützpunkt in Sewastopol hätte auslaufen lassen. Das Assoziierungsabkommen zwischen der EU und Ukraine wurde auf russischen Druck hin vom ukrainischen Präsident Janukowytsch nicht unterschrieben.
 
Kameratt
Beitrag 23. May 2020, 01:49 | Beitrag #2361
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ZITAT(goschi @ 22. May 2020, 21:25) *
Ich weiss... korrekte Begrifflichkeiten sind bei dir gerade nur situativ relevant, aber der Unterschied ist eben wichtig.

Nein, eben nicht. Denn de-facto gibt es am Ende des Tages keinen Unterschied. Die Kubaner wollen die USA aus Guantanamo raushaben, können es aber nicht. Und die Ukrainer wollen die Russen aus der Krim raushaben und können es ebenso wenig.
Dass man mit Spitzfindigkeiten immer einen Unterschied finden sowie begründen kann, warum das Kosovo sowie alles andere auf dieser Welt ein Einzelfall sein soll, ist mir bekannt.
 
Thor=LWN=
Beitrag 23. May 2020, 02:46 | Beitrag #2362
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ZITAT
Schön, dass man das so verallgemeinert sagen kann.


Das sagt nicht "man". Das sage ich. Aus meiner ganz persönlichen Beobachtung vor Ort heraus.



Als nächstes wirst du mir irgendeinen Allegmeinplatz an den Kopf werfen, im Sinne von ich hätte ja keine Ahnung, oder das was ich da glaube gesehen zu haben sei Unsinn.


Ich lehne mich also entspannt zurück und greife zum Popcorn smile.gif
 
400plus
Beitrag 23. May 2020, 14:39 | Beitrag #2363
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Da es noch niemand erwähnt hat: Die USA wollen aus dem Open-Skies-Abkommen aussteigen:
https://www.tagesschau.de/ausland/openskies...mp-usa-101.html
 
Stefan Kotsch
Beitrag 23. May 2020, 20:02 | Beitrag #2364
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ZITAT(Kameratt @ 21. May 2020, 21:15) *
ZITAT(Stefan Kotsch @ 22. May 2020, 12:42) *
...Ja, ohne Zweifel, Russland hatte eine nicht geringe Anzahl vom MotSchtzBr und PzBr auch im westlichen Militärbezirk. Und aus diesen und aus denen, die nach ihrem Kriegseinsatz in der Ukraine gleich in der grenznahen Region neu stationiert wurden, sind im Zuge einer Reform aus Brigaden wieder Regimenter formiert worden, weil man der Ansicht ist, dass Divisionen weitaus beweglicher und kampfstärker sind als die bisherige Brigadestruktur. Das kann gut und gerne als Aufwertung der Offensivfähigkeiten gewertet werden.

Das ist falsch. Im Zuge der Militärreform von 2009 hatte Russland im westlichen Militärbezirk nur noch 6 Motschützen- und zwei Panzerbrigaden.
...
5 dieser 8 Brigaden waren im Großraum Moskau (regelmäßige Teilnahme an der Mai-Parade) und Nischni Nowgorod ca. 500km weiter östlich stationiert.
Lediglich drei mechaniserte Brigaden waren an der nordwestlichen Grenze stationiert. Und zwar zwei Brigaden in der Nähe von Sankt Petersburg sowie eine weitere in der Region Murmansk im hohen Norden.
Zwei weitere Brigaden um Moskau wurden so ab 2012-2013 wieder zu Divisionen aufgewertet.
...

Ich hatte geschrieben: "Russland hatte eine nicht geringe Anzahl vom MotSchtzBr und PzBr auch im westlichen Militärbezirk. ". Und das was Du da gerade aufgezählt hast, das ist die faktische Bestätigung dessen was ich schrieb. Eine nicht geringe Anzahl vom MotSchtzBr und PzBr auch im westlichen Militärbezirk. Die Nordflotte mit ihren Küstenschutztruppen sollte wie gesagt nicht vergessen werden. Und was die Nähe zur Westgrenze betrifft, für Russische Relationen ist der ganze Westl. MilBez grenznah. Nur für den Einfall in die Ukraine wurden zusätzliche Truppen aus dem Osten herangekarrt.

ZITAT(Stefan Kotsch @ 22. May 2020, 12:42) *
Das alles ist kein Vergleich zu dem, was nach 2014 kam, mit 3 neuaufgestellten Divisionen unmittelbar an der ukrainischen Grenze sowie der Bildung eines weiteren Armeekommandos innerhalb des westlichen Militärbezirks.
...
Dass Divisionen beweglicher sein sollen als Brigaden lasse ich mal unkommentiert stehen. mata.gif

Von Beweglichkeit schrieb ich kein Wort. Ich schrieb: "..dass Divisionen weitaus beweglicher und kampfstärker sind als die bisherige Brigadestruktur. Das kann gut und gerne als Aufwertung der Offensivfähigkeiten gewertet werden."

Mal sehen was man in Russland dazu sagt:

Die 150. MotSchtzDiv, aufgestellt im Raum Rostov am Don, nahe zur Ukraine.

"Verteidigungsministerium bildete '21st Century Division'
Die neu gebildete 150. MotASchtzDiv erhielt einzigartige Manövrierfähigkeit und Feuerkraft
...
Aber in der 150. MotSchtzDiv gibt es zwei Panzer- und zwei motorisierte Gewehrregimenter. Auch verstärkte Panzerbataillone gibt es in jedem KMU. Dank dieser Struktur erhielt die neue Division eine einzigartige Manövrierfähigkeit und Feuerkraft, und die Anzahl der Mitarbeiter und Hilfsmittel wurde erheblich reduziert. Das Militär hat eine neue Militäreinheit, die den Spitznamen 'Stahlmonster' erhalten hat.
...
Experten zufolge ist die neue Abteilung ein wirksames Instrument in der modernen High-Tech-Manöverkriegsführung. Seine Regimenter können den Feind ebenso effektiv stoppen, in seine Verteidigung einbrechen, Durchbrüche erzielen und in seinem Rücken kämpfen.
...
Aber die neue 150. Division ist ein universelles Werkzeug. Sie kann die Aufgaben sowohl einer herkömmlichen MotSchtzDiv- als auch einer PzDiv effektiv lösen. Die neue Division ist für moderne High-Tech-Kriegsführung konzipiert. Ihre Truppenteile und Einheiten werden unter Bedingungen des Einsatzes hochpräziser Waffen und elektronischer Störungen effektiv arbeiten. Sie ist nicht so groß wie die übliche MotSchtzDiv, übertrifft aber die Panzerdivision in Bezug auf Feuerkraft".

https://iz.ru/624964/aleksei-ramm-evgenii-a...talnogo-monstra

Das nenne ich mal aus dem vollen Schöpfen. Und das zeigt, dem Fachmann jedenfalls, eine offensives strategisches Denken. Geboren aus dem "grandiosen" Sieg der russischen Waffen im Feldzug gegen die Ukraine.

Kameratt, zeige uns doch mal auf, welches Bedrohungsszenario Russland dazu motiviert hat, seine Offensivfähigkeiten so zu verstärken. Ich kann jedenfalls keine Streitkräftegruppierung in der Ukraine sehen die Russland gefährden könnte, nicht mal ansatzweise. Ganz davon abgesehen, dass Russland Atommacht ist und faktisch unangreifbar ist.

Der Beitrag wurde von Stefan Kotsch bearbeitet: 23. May 2020, 20:10
 
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Beitrag 23. May 2020, 20:04 | Beitrag #2365
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ZITAT(Scipio32 @ 21. May 2020, 20:20) *
Wenn die Situation von Russland so ist wie schwalbo und Thor sie beschreiben dann steckt Russland doch in der Zwickmühle oder nicht?


Eigentlich seit den Sechzigern. Man kommt aus der Mentalität nicht raus ganz vorn dabei sein zu wollen, aber nicht zu können und intern nicht genug reformieren zu wollen.


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Beitrag Gestern, 15:16 | Beitrag #2366
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Zu SU-Zeiten hatte "Russland" (" weil die SU nicht nur Russland umfasste) das Problem in seiner politischen, ökonomischen und sozialen Doktrin gefangen zu sein. Viele Probleme waren hausgemacht oder direkte Folge des ML und konnten ohne die Abkehr vom ML nicht gelöst werden. Dazu kam die Militarisierung, die Unterordnung des Staates unter die Erfordernisse einer gewaltbasierten Aussen- und Sicherheitspolitik (damit meine ich, dass die SiPo bis zur Doktrin der Koexistenz quasi auf Gewalterwartung und angedrohter Gewaltanwendung basierte. und Selbst die genannte Doktrin änderte das nur graduell) zusammen mit internen Reibungsverlusten, die der autoritäre Funktionärsstaat mit sich brachte. Nach dem Zusammenbruch wurde es nicht besser, vielmehr mixte Putin die sowjetisch-stalinistische Vergangenheit mit der zaristischen... und damit kamen auch wieder die strategischen Zwickmühlen des Zarenreiches mit. Hatte man sich grade vom (globalen) Internationalismus verabschiedet kam nun wieder die Frage nach "Europa oder Asien". Auf beiden Kontinenten war man ohne die Vasallenstaaten eine reine Regionalmacht geworden, daran ändern auch Atombomben nix. Im Westen ist die Nato/EU ein sehr effizientes Gegengewicht, im Osten China. Im Grunde will man beide dominieren, kann das aber nicht mal mit einem... und verbünden, also auf Augenhöhe begegnen kann/will man auch nicht. Man hat sich durch die eigene Propaganda selbst zu sehr gebunden, aus dem Thema kommt man nicht raus. Die ganze "Russia stronk!" Masche ist einerseits Selbstbetrug, weil Russland eben nicht stark genug ist, Krisen zu meistern und intern für Sicherheit und Wachstum zu sorgen. Andererseits ist es ein Überbleibsel aus "alten" Tagen, man glaubt ständig, dass irgendwer nur auf ein Zeichen der Schwäche wartet um einzumarschieren... bloss wer will so ein verkorkstes Land?


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Beitrag Heute, 00:28 | Beitrag #2367
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China möchte vor allem Zugang zu den Ressourcen nördlich seiner Grenze. Die holt man sich jedoch nicht mit Waffengewalt. Man sucht sich einen Russen. Gibt ihm eine Firma und ein ansehnliches Gehalt und pumpt da Geld rein. Diese Firmen erwerben Land und Rechte. Und ja. Damit der Schein gewahrt bleibt, werden auch Russen eingestellt. Aber nur genau so viele wie man einstellen muß. Der Youtube Kanal von Nipigas stellt es immer so dar, als wären fast nur Russen auf der Baustelle von Amur GPP tätig und betont immer wieder die Bedeutung des Projekts für die Entwicklung der östlichen Wirtschaftsgebiete. Die Realität sieht jedoch anders aus.
 
 
 

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Vereinfachte Darstellung Aktuelles Datum: 25. May 2020 - 05:25