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> Bw-Strukturreform, Sammelthread
400plus
Beitrag 4. Jul 2020, 10:34 | Beitrag #2911
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ZITAT(v. Manstein @ 4. Jul 2020, 10:55) *
Ein Durchmischen von WDL mit regulären SaZ/BS in fast allen regulären Einheiten wie in den 1990iger Jahren ist heute nicht mehr machbar.


Genau das wäre allerdings die Idee, zumindest wie sie von Hoegl vorgebracht wurde. Wenn man die Bundeswehr "demokratisch durchmischen" will um Fälle wie beim KSK zu verhindern (und darum geht es ja bei ihrem Vorschlag zunächst), dann muss sie auch durchmischt werden. Sonst hat man halt das "Territorialheer" als "Spiegel der Gesellschaft", und der Rest ist genauso abgeschottet wie davor. Aus dem Grund bin ich auch skeptisch bei der Idee. Wenn es nur darum geht, Rechtsextreme aus der Bundeswehr zu halten, dann muss sie so umgesetzt werden, dass die Wehrpflichtigen auch mit den Langdienenden in Kontakt kommen, eben wie früher. Und dann ist das sowohl für die Bundeswehr als auch für den Rest der Gesellschaft eine sehr teure Maßnahme.

Der Beitrag wurde von 400plus bearbeitet: 4. Jul 2020, 10:36
 
SailorGN
Beitrag 4. Jul 2020, 10:53 | Beitrag #2912
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Gerade bei hochspezialisierten Einheiten ist die Idee idiotisch und weltfremd. Einen jungen Menschen, der mehr oder weniger keine direkt nutzbare Ausbildung oder Erfahrung hat UND nur für wenige Monate verfügbar ist in eine Einheit wie das KSK oder andere Einheiten mit langen Abwesenheiten integrieren zu wollen ist nicht nur sinnlos, sondern auch noch ineffektiv. Die direkten und indirekten Kosten wären horrend und würde in jedem Fall zur Spaltung der BW in WDL-Einheiten und SaZ/BS-Einheiten führen... oder die WDL landen wieder nur in irgendwelchen nachgeordneten Supporttätigkeiten wie GeZi oder beim S4.

Dazu kommt der "Zwang". Ohne das junge Männer (die Wehrpflicht ist auf Männer beschränkt) irgendeinen sofort greifbaren Benefit bekommen, werden sie wenig begeistert sein. Zur Zielerreichung (kritische Aussenstehende als politisch-soziales Korrektiv) müsste man überlegen, wie man geeignete Menschen für geeignete Zeiträume (2 Jahre plus) für eine Dienstzeit begeistert... bspw. Anerkennung der Dienstzeit auf Wartezeiten bei Universitäten... oder "Stipendien" über BFD... Gleichzeitig sollten die entsprechenden progressiven politischen Parteien (SPD, Grüne und, grummelgrummel, ja auch die Linke) mal ihre Jugendverbände anspitzen, dass dort auch mal junge Mitmenschen sich für sicherheitsrelevante Berufe interessieren.


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Jolly Jack Ketch
Beitrag 4. Jul 2020, 13:06 | Beitrag #2913
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ZITAT(SailorGN @ 4. Jul 2020, 11:53) *
[…] und, grummelgrummel, ja auch die Linke

Bist Du dir da ganz sicher? Linksjugend Solid
Ich geh allerdings stark davon aus, dass ein solches „anspitzen“ dort auf sehr wenig Gegenliebe stoßen wird.

Die Probleme bei einer Wehrpflicht liegen meiner Meinung nach zum Einen darin, dass, wenn die Wehrpflichtigen vernünftig ausgebildet werden sollen, ein Großteil einfach nicht gezogen wird und dann darin, dass der Teil, der die „Diversität“ hineinbringen soll, sowieso eher den Ersatzdienst wählen würde. Das war zumindest „damals“ in meinem Bekanntenkreis so und würde sich, vor allem wenn die Wehrpflicht nicht nur auf Männer beschränkt bleiben würde, heute noch verstärken.
Dabei kann ich einen allgemeinen Dienst-/ Ausbildungspflicht durchaus was abgewinnen. Allerdings mit dem Schwerpunkt Erste Hilfe, Katastrophen- und Zivilschutz, politische Bildung (!) und „Schnupperkursen“ in Richtung Bundeswehr und THW. Ohne, oder mit deutlich eingeschränkter Möglichkeit zur Verweigerung (dafür dann der „Waffenteil“ nur freiwillig, wenn denn für sowas Platz sein sollte). Als Dauer schwebt mir auch nur 2 bis 4 Wochen vor, aber mit möglichst Allen.
Selbstverständlich ist das aber keine Lösung des Rechtsextremismus-Problems im KSK und der Bundeswehr. Maximal über einen „Pull-Effekt“ durch das „Schnupperkennenlernen“.


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Havoc
Beitrag 4. Jul 2020, 16:41 | Beitrag #2914
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Die Wehrpflichtidee ist in meinen Augen kein Mittel, allenfalls akademisch aber fachfremd.
Wer geht den bei der Wehrpflicht mehrheitlich zum Bund? Weniger der bundeswehrkritische Grüne und Sozialdemokrat, sondern mehr der Unions- Wähler, AfD- Nahe und Rechtsextreme, wenn dieser beim Bund nicht aussortiert wird. Selbst wenn: Der Wehrpflichtige im Gefreiten- Rang soll dann solchen Auswüchsen, wie sie beim KSK passiert sind, etwas entgegenhalten. Der soll leisten, was Unteroffiziere und Offiziere, die für sich in Anspruch nehmen, dass sie Menschen führen können, nicht auf die Kette kriegen. Wer als Unteroffizier oder Offizier duldet, dass in einer Bundeswehreinheit der Hitlergruß gezeigt wird, ist entweder selbst rechtsextrem oder er hat charakterlich nicht die Qualitäten, die man von Unteroffizieren und Offizieren erwarten kann. Meiner Meinung nach muss in diesen Kreisen ein Denken hinein, dass es ein Wegducken, Wegschauen, Mitlaufen nicht gibt.
Weiter braucht eine Armee Traditionen, die Wehrmacht ist Teil der deutschen Armeegeschichte und als solche wird man sie aus den Kasernen nicht ausschließen können. Da muss in der politischen Bildung dem von Greta schwärmenden Fallschirmjäger klargemacht werden, dass die soldatischen Leistungen der Wehrmacht nichts mit Führer, Volk und Vaterland zu tun haben, sondern mit einer Organisation und Doktrin die in ähnlicher Form heute sowohl bei der Bundeswehr als auch bei der israelischen Armee zu finden ist.
 
ede144
Beitrag 4. Jul 2020, 19:36 | Beitrag #2915
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ZITAT(v. Manstein @ 4. Jul 2020, 10:55) *
Das wäre doch was. Es gibt eine allgemeine Dienstpflicht für ALLE. Diese dauert 12 Monate. Die Frage ist natürlich, wie man WDLer dann in die teils hoch spezialisierte Truppe integriert. Das ist nicht zu leisten und würde auf Kosten der Professionalität und Einsatzbereitschaft gehen.

Man könnte die WDLer auch in Inf, Pio und Log Rgt zusammenfassen und einzelnen WBK (oder wie man diese dann auch immer nennt) einzelnen Bundesländern zuordnen für Einsätze im Rahmen der LV und des Katastrophenschutzes analog der US Nationalgarde ( außer zur Unterstützung der Polizei bzw. Exekutive!) . Katastrophenschutz Hilfe jedoch ist redundant zum THW. Schwierig. Bleibt also nur noch die LV übrig.

Ein Durchmischen von WDL mit regulären SaZ/BS in fast allen regulären Einheiten wie in den 1990iger Jahren ist heute nicht mehr machbar.


Das THW ist wie die BW eine sehr spezialisierte Einheit. Wenn man wirklich mal eine Lage hat, bei der Manpower gefragt ist, rufst du das THW um eine Grundstruktur an Spezialisten zu haben, die Manpower kommt dann hoffentlich woanders her. Warum also nicht von der BW light?
 
Whuffo
Beitrag 4. Jul 2020, 21:48 | Beitrag #2916
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ZITAT
Jugendliche, die sich für den Dienst entscheiden, sollen in ihrer jeweiligen Heimat eine sechsmonatige militärische Grundausbildung erhalten und anschließend für sechs Monate heimatnah zu Reservediensten herangezogen werden.


Quelle: welt.de Artikel

Wenn da mal nicht der VdRBw mit seinen RSU Kompanien (RSUKr bei Wiki) dahinter steht...


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400plus
Beitrag 4. Jul 2020, 21:57 | Beitrag #2917
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SailorGN
Beitrag Gestern, 10:53 | Beitrag #2918
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@Jolly: Ja, solid sagt mir was... und es ist auch einen Grund für "grummelgrummel". Aber nicht alle linksaffinen Jugendlichen sind bei solid und/oder heißen die dortigen linksutopisch-extremen Konzepte gut. Dass die Werbung dort nicht auf Gegenliebe stößt ist mir auch klar, es käme darauf an, wie man es verkauft. Bspw. als Verantwortung übernehmen... was es letztendlich ja auch ist.

@Havoc: Wehrpflichtige mit Meinungen ausserhalb der BW-Blase können wenig bis gar nix direkt tun. Sie sind ein Stolperdraht, nur der dümmste Offz/Uffz wird in Gegenwart von kritischen Abiturienten-WDL (auch liebevoll "Ja, aber.." genannt) den Arm heben. Die WDL haben durch eine Meldung solcher Vorkommnisse kaum bis gar nix zu verlieren, vor allem nicht in den letzten Wochen. Gleichzeitig müssen sich dann Uffz/Offz mit diesen Menschen und ihren "abweichenden" Meinungen auseinandersetzen, wieder ein potentielles Loch in der Blase. Aber das wirkt nur, wenn die WDL auch in den entsprechenden Truppenteilen ankommen und auch dann, wenn diese sich bspw. im Einsatz befinden. Schon ohne Einsätze wirds bei der Marine problematisch, da sind Schiffe/boote monatelang auf See, das Tauschen ist da schwierig und/oder teuer bei null Mehrwert für die Einheit.



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Havoc
Beitrag Gestern, 12:34 | Beitrag #2919
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ZITAT(SailorGN @ 5. Jul 2020, 10:53) *
@Havoc: Wehrpflichtige mit Meinungen ausserhalb der BW-Blase können wenig bis gar nix direkt tun. Sie sind ein Stolperdraht, nur der dümmste Offz/Uffz wird in Gegenwart von kritischen Abiturienten-WDL (auch liebevoll "Ja, aber.." genannt) den Arm heben. Die WDL haben durch eine Meldung solcher Vorkommnisse kaum bis gar nix zu verlieren, vor allem nicht in den letzten Wochen. Gleichzeitig müssen sich dann Uffz/Offz mit diesen Menschen und ihren "abweichenden" Meinungen auseinandersetzen, wieder ein potentielles Loch in der Blase. Aber das wirkt nur, wenn die WDL auch in den entsprechenden Truppenteilen ankommen und auch dann, wenn diese sich bspw. im Einsatz befinden. Schon ohne Einsätze wirds bei der Marine problematisch, da sind Schiffe/boote monatelang auf See, das Tauschen ist da schwierig und/oder teuer bei null Mehrwert für die Einheit.


Auch Berufssoldaten haben eine Schulbildung und ein Leben außerhalb der Kaserne. Da sollten auch Soldaten mehr als genug Gelegenheiten haben, sich mit abweichenden Meinungen auseinandersetzen zu müssen. Die BW- Blase kann man für eine politische Gesinnung des einzelnen Soldaten nicht gelten lassen und dafür braucht es auch nicht den kritischen WDLer als Stolperdraht.
Wenn die BW- Blase bewirkt, dass in der Kaserne antidemokratische Gesinnungen gesellschaftsfähig ist, dann hat ein WDL bei "ja aber" und Meldung was zu befürchten. Er sitzt alleine beim Kompaniechef und der Rest will nichts mitgekommen haben. Petzt er, ist er der Nestbeschmutzer oder muss sich im schlimmsten Fall selbst gegen Vorwürfe der falschen Verdächtigung erwehren. Warum soll er das tun, wenn in der Kaserne ein "ich kack meinen Kameraden nicht an"- Kodex vorherrscht. Der WDLer hat das Ziel möglichst störungsfrei durch seine Dienstzeit zu kommen, dann ist ihm die Bundeswehr egal.
Ich habe mit einem "ich kack meinen Kameraden nicht an"- Kodex erstmal kein Problem, wenn die Kameraden zuerst die Dinge unter sich regeln und erst wenn dies nicht funktioniert zum Vorgesetzen gehen. Aber beim KSK hat im besten Fall genau dies nicht funktioniert. Gerade dort hätte man erwarten können, dass KSK- Soldaten, zu deren Eignungsprofil das selbstständige Denken gehört, ihren Kameraden zur Seite nehmen und erklären, was er besser außerhalb der Kaserne lässt.
 
 
 

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Vereinfachte Darstellung Aktuelles Datum: 6. July 2020 - 12:27