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> Eisenbahngeschütz Theodor-Bruno
Fitsch
Beitrag 21. Jan 2015, 07:34 | Beitrag #1
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Servus Gemeinde,

ich suche Informationen zu dem Eisenbahngeschütz Theodor-Bruno der Batterie 721.

Hintergrund ist folgender:

In meinem Wohnort (ein Dorf im Allgäu im Grenzgebiet zu Österreich mit 2.300 EW) wurde "der Zug" am 27.04.1945 von JaBoS angegriffen, 8 Soldaten der Mannschaft fielen und wurden auf dem hiesigen Friedhof beigesetzt.

Ich möchte anlässlich dieses Ereignisses einen Zeitungsartikel für die örtliche Tageszeitung verfassen und suche daher noch sämtliche Informationen zu dem Zug. Augenzeugen können helfen wir nicht wirklich weiter, sie wussten nicht mal dass es ein Eisenbahngeschütz war (demnach gehe ich davon aus dass evtl. ein dazugehöriger Munitions- / Gefechtstrosszug angegriffen wurde)
Dass es ein Eisenbahngeschütz war weiß ich aus einer Zeittafel welche mir vorliegt und der Ort explizit genannt wird.

- Aus wie vielen Zügen bestand ein solches Eisenbahngeschütz?
- Aus welchen Waggons setzten sich die Züge zusammen?
- Aus wie viel Soldaten bestand denn ein Geschütz, und wie viel Kanoen waren in einer Batterie zusammengefasst.
- Hat jemand Bilder / Dokumente von diesen Eisenbahngeschützen (insb. vom Gefechtstross, den Zügen. Das Geschütz an sich findet sich über google recht einfach)
- auch über sonstige Informationen bin ich dankbar.

Ja, die offensichtlichen google-Einträge kenne ich bereits.

Im Voraus besten Dank
Horrido
Fitsch
 
Garst
Beitrag 25. Jan 2015, 18:15 | Beitrag #2
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Sicher das du die Batterie 721 meinst, die war mit zwei Kurzen Bruno (Beute) ausgerüstet. Nach meinen Büchern war nur die 722 mit Th.B. ausgerüstet
 
Styx
Beitrag 25. Jan 2015, 23:40 | Beitrag #3
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Sicher? Ich hab für 721 2 Theodor Bruno angegeben. Zur eigentlichen Frage oben das schwer zu beantworten, da man kaum Unterlagen findet wie die Züge während des Transports zusammengestellt waren. Gehört ja nen Haufen Gerümpel zum eigentlichen Geschütz und dazu hat man dann noch den Material/Tross-Zug.


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Rund 550 Millionen Kleinwaffen befinden sich weltweit im Umlauf. Das ist eine Waffe für jeden zwölften Menschen auf diesem Planeten! Daher stellt sich mir die Frage: Wie können wir auch noch die anderen elf bewaffnen?  
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Fitsch
Beitrag 26. Jan 2015, 07:56 | Beitrag #4
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mir liegt ein Tagebucheintrag eines Besatzungsmitglieds vor, leider geht er auf vermeindlich allwissende Dinge nicht ein (wie setzt sich ein Zug zusammen etc.) Auch existiert kein einziges Bild.

Der Verfasser hat u.a. nachfolgendes niedergeschrieben:

ZITAT
Unsere Kanonen:

Endlich war es so weit. In Leipzig marschierten wir eines Tages in das Arsenal des Zeugamtes, hier übergaben sie uns unsere beiden Kanonen. In einer Riesenhalle standen die beiden Brökel auf den Schienen, Mordskolosse, haushoch und lang wie eine Schnellzugslokomotive. Vorerst waren sie noch zugeplant. Wir kletterten von allen Seiten wie die Affen auf die Ungetüme und warfen die Plane herunter. Jetzt konnten wir sie uns erst mal richtig betrachten. Eine vier Meter hohe und fünfundzwanzig Meter lange Riesenlafette, ein massiver Stahlträger mit Podesten, Geländern und Kran auf zwei fünachsigen Drehgestellen, ein fast neun Meter langes Rohr mit einem plumpen Verschlussstück und unzähligen Mantelringen, Kaliber 24cm, Name Theodor- Bruno. Theodor bedeutete 24cm, Bruno 28cm Kaliber. Theodor-Bruno war eine Komination aus einem 24cm Rohr und einer 28cm Lafette. Jetzt wussten wir endgültig bescheid. Es gab lange und schwere Theodorgeschütze, Theodor-Brunos, lange, kurze und schwere Brunos, das hatten sie uns mittlerweile schon im Unterricht beigebracht.
Der erste Eindruck war schon implierend, das muss man ohne weiteres zugestehen, uns Fachleuten aber war das Rohr ein bisschen kurz! Die sagenhaften Entfernungen, die in den Köpfen der Leute spukten, schrumpften zusammen. Fünfundzwanzig Kilometer schätzten wir alte Artilleristen, die anderen, die Laien und Kleinkaliberartilleristen hatten von 60, 80 und 100km gefaselt. Man ist halt gern weit weg von den Stellungen der kleinen Kläffer der Gegenseite. Auch wir hatten noch zu hoch geschätztt, die Schusstafeln wiesen nur zwanzig Kilometer aus. Immerhin die Kanone hatte 24cm Kaliber, die Granaten wogen die Kleinigkeit von 3 Zentnern, gegen Batteriestellungen, Feldbefestigungen, Bahngelände und Munitionslager waren sie schon beachtenswerte Waffen. Am nächsten Tag schielten unsere Kanoniere mit Neid in eine andere Ecke der großen Halle, dort übernahm eine andere Einheit ihre K.5. Das war schon etwas anderes! Die Theodor-Bruno war kurz und gedrungen, die K.5. wirkte dagegen eleganter, sie hatte ein zweieinhalb mal so langes Rohr, sie war ja auch das standartgeschütz der modernen Eisenbahnartillerie. Der Neid der Kameraden auf die glücklichen Sachsen, die das Ding übernahmen durften, war schnon begreiflich. Wir Alten aber waren mit unserer Kanone zufrieden, trotz kurzem Rohr, es ist eine alte Weisheit, je älter die Kanone, desto besser hat es der Kanonier. Moderne Waffen stehen erfahrungsgemäß immer im Brennpunkt und kommen aus dem Dreck nie raus. In dem Fale ist Bescheidenheit bestimmt besser als große Ansprüche .....


wenn gewünscht kann ich das ganze Pamphlet mal versuchen zu digitalisieren und hier einzustellen. ...
 
Gepard B2L
Beitrag 26. Jan 2015, 18:32 | Beitrag #5
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ZITAT
Ein weiteres Geschütz mit dem Kaliber 24 cm war die Theodor-Bruno-Kanone (E). Die 8.400 mm langen Marinerohre stammen von den Schlachtschiffen der Wittelsbach-Klasse und wurden auf ein 20.700 mm langes Fahrwerk gebettet, was einem Gewicht von 95.000 kg ergab. Als Munition diente die 977 mm lange und 151 kg schwere Marine-Sprenggranate L/4,1. Insgesamt wurden sechs Geschütze produziert. Die 24-cm-Geschütze wurden bei den Eisenbahn-Artillerie-Batterien 664, 674, 721 und 722 zu je zwei Geschützen eingesetzt.


http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Waffen...geschutze-R.htm
 
Dave76
Beitrag 26. Jan 2015, 18:58 | Beitrag #6
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Ich würde mich mal an die Abteilung Militärarchiv des Bundesarchivs in Freiburg wenden, dort kannst du auch selbst vor Ort die sehr umfangreichen Unterlagen einsehen und Recherche betreiben: https://www.bundesarchiv.de/bundesarchiv/di...g/index.html.de


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Fitsch
Beitrag 27. Jan 2015, 07:15 | Beitrag #7
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@Gepard B2L
danke, die Seite kannte ich schon. Leider sind von dem kompletten Zug / den Zügen keine Fotos eingearbeitet. Ich hab noch ne Anfrage beim Freundeskreis der Artillerietruppe am laufen, bin mal gespannt ob sich da was ergibt.

An das Bundesarchiv in Freiburg wende ich mich auch noch, danke für den Tip.

Horrido
Fitsch
 
Aiphadon21
Beitrag 30. Jan 2015, 23:31 | Beitrag #8
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Die englische Wiki hat noch einen Eintrag zur 24 cm Theodor Bruno Kanone (E). Hier werden auch ein paar Einsatzorte genannt, aber leider nicht alle und gerade die welche du suchst ist nicht vorhanden, ausserdem nur mit einer Kanone gelistet.

http://en.wikipedia.org/wiki/24_cm_Theodor..._Kanone_%28E%29


Aber in den Referenzen habe ich vielleicht was interessantes gefunden:
Deutsche Artillerie 1934 - 1945. Eine Dokumentation in Text, Skizzen und Bildern. Ausrüstung. Gliederung. Ausbildung. Führung. Einsatz
(Gebundene Ausgabe)
von Engelmann/ Scheibert

Der Beitrag wurde von Aiphadon21 bearbeitet: 30. Jan 2015, 23:32


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Garst
Beitrag 1. Feb 2015, 12:17 | Beitrag #9
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ZITAT(Gepard B2L @ 26. Jan 2015, 18:32) *
ZITAT
Ein weiteres Geschütz mit dem Kaliber 24 cm war die Theodor-Bruno-Kanone (E). Die 8.400 mm langen Marinerohre stammen von den Schlachtschiffen der Wittelsbach-Klasse und wurden auf ein 20.700 mm langes Fahrwerk gebettet, was einem Gewicht von 95.000 kg ergab. Als Munition diente die 977 mm lange und 151 kg schwere Marine-Sprenggranate L/4,1. Insgesamt wurden sechs Geschütze produziert. Die 24-cm-Geschütze wurden bei den Eisenbahn-Artillerie-Batterien 664, 674, 721 und 722 zu je zwei Geschützen eingesetzt.


http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Waffen...geschutze-R.htm


Im Buch "Die Deutschen Geschütze 1939-1945" von "von Senger und Etterlin" steht das die Batterie 721 mit zwei Kurzen Bruno (Beute) ausgerüstet war.

Und bei 6 hergestellten Geschützen können ja wohl auch kaum die 664, 674, 721 und 722 mit jeweils 2 der TB ausgerüstet sein.

Der Beitrag wurde von Garst bearbeitet: 1. Feb 2015, 12:22
 
Fitsch
Beitrag 2. Feb 2015, 09:27 | Beitrag #10
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ich hab das Pamphlet mal eingescannt, knapp 15mb.
 
Almeran
Beitrag 2. Feb 2015, 21:53 | Beitrag #11
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Könntest du es irgendwo zur Verfügung stellen? Würde mich sehr interessieren!


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Fitsch
Beitrag 3. Feb 2015, 10:39 | Beitrag #12
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wenn jemand ne Uploadmöglichkeit ohne die Pflicht sich zu registrieren etc. hat - ja.
 
Dave76
Beitrag 3. Feb 2015, 11:38 | Beitrag #13
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ZITAT(Fitsch @ 3. Feb 2015, 10:39) *
wenn jemand ne Uploadmöglichkeit ohne die Pflicht sich zu registrieren etc. hat - ja.

http://filehorst.de/index.php


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KSK
Beitrag 3. Feb 2015, 14:22 | Beitrag #14
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ZITAT(Garst @ 1. Feb 2015, 12:17) *
Im Buch "Die Deutschen Geschütze 1939-1945" von "von Senger und Etterlin" steht das die Batterie 721 mit zwei Kurzen Bruno (Beute) ausgerüstet war.

Wo wurden die eigentlich erbeutet?


--------------------
ZITAT(Nicht näher bekannter Dienstrecht-Dozent)
In 90% der Fälle gibt es nur einen Grund, für die Bewerbung im öffentlichen Dienst: Man ist nicht die hellste Kerze auf der Torte und braucht einen Studiengang ohne Mathematik.
 
Garst
Beitrag 9. Feb 2015, 21:42 | Beitrag #15
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ZITAT(KSK @ 3. Feb 2015, 14:22) *
ZITAT(Garst @ 1. Feb 2015, 12:17) *
Im Buch "Die Deutschen Geschütze 1939-1945" von "von Senger und Etterlin" steht das die Batterie 721 mit zwei Kurzen Bruno (Beute) ausgerüstet war.

Wo wurden die eigentlich erbeutet?


Genaueres kann ich nicht sagen, weil meine Literatur das nicht hergibt, angeblich französische Beuterohre.
 
Fitsch
Beitrag 10. Feb 2015, 15:19 | Beitrag #16
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hier die Geschichte des Geschützes (und der Bedienung)
 
 
 

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Vereinfachte Darstellung Aktuelles Datum: 17. October 2019 - 06:08