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> "America First" und das Ende des "Pax Americana", Trump und die Folgen für Europa und die Welt
Merowinger
Beitrag 18. Jun 2020, 22:01 | Beitrag #391
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ZITAT(ede144 @ 18. Jun 2020, 18:20) *
Ich lese in einem amerikanisch dominierten Forum, da sind Schlagworte wie: End of Europe

Den Presseauszug habe ich jetzt fünfmal gelesen und begreife den Inhalt und die Sache mit der Zündschnur noch immer nicht. Nur 1/3 des Originalartikels ist wegen Paywall lesbar. Wenn die USA Deutschland nicht eindämmen, was passiert dann und warum? Und was bedeutet "End of Europe" (sofern damit nicht der Wunsch nach dem Ende des Multilaterlismus gemeint ist)?

Der Beitrag wurde von Merowinger bearbeitet: 18. Jun 2020, 22:09
 
400plus
Beitrag 19. Jun 2020, 07:52 | Beitrag #392
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ZITAT(Schwabo Elite @ 18. Jun 2020, 22:39) *
Ich glaube Wahlergebnissen aus der Anglosphere nur noch, wenn sie amtlich sind.


+1. Zu der Zeit letztes Mal hätte sich Hillary laut den Umfragen schon überlegen können, was sie in ihrer Amtsantrittsrede sagen will.
 
Scipio32
Beitrag 19. Jun 2020, 08:00 | Beitrag #393
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Sehe ich auch so.
 
SailorGN
Beitrag 19. Jun 2020, 12:18 | Beitrag #394
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Das Problem ist, dass die Wahrnehmung Deutschlands/Europas durch den Durchschnittsami noch krasser von der Realität weg ist als die wahrnehmung der USA durch EU-Bürger wink.gif Europa kommt in den US-Medien immer nur als "Problem" vor, sei es im Infotainment von den Auswanderungen, den Weltkriegen, dem Kalten Krieg oder das Flüchtlingsphänomen. Was Europa und die EU wirklich ist, will dort keiner wissen, weil es auch ein erfolgreicher Entwurf der Kooperation zwischen Staaten ist. Die US-Bürger haben auch eine andere Wahrnehmung von Sozialstaaten und Sozialdemokratie. Dank McCarthy und anderen Eisenfressern ist das quasi schon "socialism" und damit per se BÖSE™. Gerade in den rechten Kreisen sind solche Gedanken weitverbreitet und Trump ist da keine Ausnahme. Der konsumiert auch nur Aufregeralarmismusdokus auf Fox statt sich Briefings von den agencies oder dem state dept. anzuhören.

Dass die Polen diese Sicht so rezepieren ergibt Sinn, da diese US-Sicht davon ausgeht, dass die "Europäer" nix selbst gebacken kriegen (ausser die Deutschen, wenn sie mal wieder den Kontinent erobern wollen) und daher arme kleine bettelnde Würstchen sind... und so werden sie auch behandelt. Nicht umsonst wurde ein Grenell nach D geschickt und auch die Polen haben von Trump aus meiner Sicht nicht profitiert. Das einzige Land, welches Trump irgendwie als Juniorpartner akzeptiert ist GB, aber auch nur, wenn Boris The Liar Johnson an der Macht ist... und auch die würde ein Trump ausnehmen wie ein Chlorhühnchen.


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Havoc
Beitrag 20. Jun 2020, 10:55 | Beitrag #395
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Bei der Deutung von Absichten dürfte das "Enthüllungs"-Buch von Bolton interessant sein, wenn es auch mit Vorsicht zu lesen sein wird.
Was die Bewertung der aktuellen US- Politik betrifft glaube ich, dass man hinterfragen kann, ob dahinter US -Interessen oder Interessen der Trump- Regierung stehen.
Trump spricht als Politiker / Wählkämpfer nicht den vorwiegend in den Küstenmetropolen lebenden Kosmopolit an. Trumps Zielgruppe sind die zunehmende verarmende Mittelschicht und Untersicht mit der einfachen Botschaft, Jobs wieder in die USA zurückzubringen und illegale Einwanderer/ Arbeiter fernzuhalten, die Evangelikale, in dem er gegen Abtreibung ist oder LGBT - Rechte bei den Streitkräften einschränkt. Rechtskonservative Republikaner bedient er mit Steuererleichterungen, LAW and Order-Gehabe, Erhöhung der Militärausgaben und dem zurückdrehen von Umweltvorschriften etc.
Trump ist aber ein Entertainer der positiv wie negativ in Superlativen spricht und es geht zu erst um die Schlagzeile und nicht um Fakten oder für die USA nachteilige Folgen. Die ersten drei ersten Verteidigungsetats unter Obama vielen z.B. inflationsbereinigt höher aus, als Trumps "bedeutendsten Investition" in das US-Militär in der modernen Geschichte.
China und die Deutschen als führende Wirtschaftsmacht in der EU greift er an, weil deren Produkte auf dem amerikanischen Markt sichtbar sind. Daimler, BMW, VW sind für den Durchschnittsamerikaner deutsche Autos, dass diese Werke in den USA (Tuscaloosa, Spartanburg, Chattanooga) haben oder US- Marken zu diesen Konzernen gehören, weiß er nicht.
Er und seine Mitarbeiter sind die Besten, politische Rivalen und Mitarbeiter die sich gegen ihn gestellt haben sind , selbst wenn er sie selbst eingestellt hat, unfähig, faul, korrupt etc.
Die Europäer haben zusätzlich das Problem, dass sie tatsächlich zu einer eigenen Verteidigung ohne die USA nicht in der Lage sind und auf den weichen Unterbauch drischt Trump zusätzlich ein, um sich gegenüber seiner Zielgruppe als Macher zu zeigen. Ob abgesehen von höheren Militärausgaben (für US- Waffen) eine (tatsächlich) eigenständige europäische Verteidigungspolitik, welche Europa von den USA unabhängiger machen würde, wirklich im US- Interesse ist, würde ich bezweifeln, da so die USA an Einfluss in Europa verlieren würden.

 
SailorGN
Beitrag 22. Jun 2020, 21:26 | Beitrag #396
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Bolton sagt es: Er kann selbst nicht die Ziele Trumpscher "Aussenpolitik" beschreiben... weil es keine kongruente Politik ist.

Trump ist reiner Entertainer, kein Politiker. Er lebt für die Show, deswegen stellt er alles in den Dienst seines Zirkus. Aussenpolitik bedeutet für ihn Schlagzeilen und Fotos. Der ganze Zirkus mit Kim war nur für die Kameras, er weiss nix von Korea, will davon nix wissen und hat keinen Plan, weil er denkt er braucht keinen. Gleiches mit China, Rhetorik ganz groß, Pläne nada. Das macht die Chinesen so unsicher, weil sie immer davon ausgingen, dass hinter dem Getöse irgendwas, irgendeine extreme Forderung steckt, aber da ist nix... ausser: Kauft mehr bei unseren Bauern, damit die mich wiederwählen. Dabei bedient er sich des simplizistischen Modells des Handelsdefizits, ohne es jedoch zu begreifen. Ähnlich ist es mit Deutschland, er kapiert nicht, dass gerade deutsche Autobauer in den Usa Industriejobs geschaffen haben. Im Grunde begreift er die ganze globalisierte Wirtschaft nicht, oder er reduziert es in seinen Äusserungen auf diese simplizistischen Aussagen, um seinen Wählern zu gefallen.

Was die Sicherheitspolitik angeht: Bei den konservativen Reps, die eher den Falken zuzuordnen sind, also die einen gewissen US-Imperialismus toll finden, hat er verschissen. Bolton war der Archetyp aus dieser Fraktion und der killt jetzt Trumps Chancen in der Gruppe. Übrigens war Trumps Umgang mit den Streitkräften alles andere als positiv: Die Geschichte mit der USS McCain ist in Navykreisen massivst sauer aufgestoßen, genauso die Begnadigung des Seals und die Entlassung des CV-Kapitäns. Auch der Ausstieg von Mattis war ein deutliches Zeichen, von den Iran-/Syrien- und Korea-Eskapaden ganz zu schweigen. Damit ist er nicht der Liebling der Truppen. Dann wären da noch die Bundesangestellten, wo sich allenfalls unter ICE-Angehörigen eine gewisse Trumpfreudigkeit abzeichnen könnte. Alle anderen Bereiche sind durch den Shutdown ordentlich gemangelt worden. Seine erratische Personalpolitik hat die Weisungsketten angeknackst und sein (Nicht-)Handeln bzgl. Corona das Vertrauen in die Weisungsketten...


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Merowinger
Beitrag 24. Jun 2020, 15:26 | Beitrag #397
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Die Welt zitiert aus dem Buch von Bolton:
ZITAT
Bolton schrieb, Trump habe ihn unmittelbar vor dem zweiten Gipfeltag angerufen und ihn informiert, dass er mit einem Austritt drohen wolle. Demnach wollte Trump ankündigen, dass zum 1. Januar 2019 alle Mitgliedstaaten mindestens zwei Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts für Verteidigungsausgaben aufwenden müssten, „oder wir werden gehen und diejenigen nicht verteidigen, die das nicht getan haben“.

Trump sagte nach Angaben von Bolton weiter, die USA würden nicht in einem Bündnis verbleiben, „in dem Nato-Staaten Milliarden an Russland bezahlen. Wir sind draußen, wenn sie den Pipeline-Deal machen.“ Trump bezog sich damit auf die Ostsee-Pipeline Nord Stream 2, die Gas von Russland nach Deutschland liefern soll.

Wie üblich von Trump verquer und konfus: "... werden gehen und diejenigen nicht verteidigen, die das nicht getan haben ..." - mit einem oder anstelle des und ergäbe es Sinn (ok, war sicher gesprochene Rede, trotzdem: Prinzip und Grundlage der NATO nicht kapiert). Wie auch immer, Trump will aus internationalen Verpflichtungen inklusive NATO raus, die Begründung ist dabei zweitrangig. Ich bin nicht sicher ob der US Kongress ihn weitere 4 Jahre im Lichte einer gewonnen Wahl bremsen könnte.

Der Beitrag wurde von Merowinger bearbeitet: 24. Jun 2020, 16:59
 
 
 

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