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> Iran, Trends, Entwicklungen, Sicherheitspolitik
Saures Gurkerl
Beitrag 30. May 2019, 18:47 | Beitrag #2761
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Zwei interessante Funde zum Thema Iran und iranisches Raketenprogramm (und mehr).

GEOLOCATING IRGC AND STRATEGIC MILITARY SITES IN IRAN: https://www.armscontrolwonk.com/archive/120...-sites-in-iran/

ZITAT
If see any news coverage about missile threats in the Middle East, nine times out of ten it is Iran’s missiles that are in the news. But Iran is just one of many countries in the region.

Egypt, Israel, Turkey Saudi Arabia and Syria all produce, to one degree or another, their own missiles. And there are more states like Yemen, the UAE and Qatar that have imported missiles.
https://www.armscontrolwonk.com/archive/120...st-missile-map/
 
Saures Gurkerl
Beitrag 1. Jun 2019, 10:04 | Beitrag #2762
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ZITAT(Saures Gurkerl @ 30. May 2019, 19:47) *
ZITAT
If see any news coverage about missile threats in the Middle East, nine times out of ten it is Iran’s missiles that are in the news. But Iran is just one of many countries in the region.

Egypt, Israel, Turkey Saudi Arabia and Syria all produce, to one degree or another, their own missiles. And there are more states like Yemen, the UAE and Qatar that have imported missiles.
https://www.armscontrolwonk.com/archive/120...st-missile-map/

Die im Podcast besprochene interaktive Karte über Raketen im nahen Osten ist nun online: https://www.nti.org/analysis/articles/middl...-not-just-iran/
 
Havoc
Beitrag 1. Jun 2019, 12:13 | Beitrag #2763
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ZITAT(Saures Gurkerl @ 1. Jun 2019, 09:04) *
ZITAT(Saures Gurkerl @ 30. May 2019, 19:47) *
ZITAT
If see any news coverage about missile threats in the Middle East, nine times out of ten it is Iran’s missiles that are in the news. But Iran is just one of many countries in the region.

Egypt, Israel, Turkey Saudi Arabia and Syria all produce, to one degree or another, their own missiles. And there are more states like Yemen, the UAE and Qatar that have imported missiles.
https://www.armscontrolwonk.com/archive/120...st-missile-map/

Die im Podcast besprochene interaktive Karte über Raketen im nahen Osten ist nun online: https://www.nti.org/analysis/articles/middl...-not-just-iran/


Mann muss trotzdem unterscheiden:
taktische Systeme wie die Scud sind weit verbreitet.
Weitreichende Systeme wie die Jericho III, Jericho III, den saudischen Dong Feng-3 und den iranischen Shahab-3- Varianten sind meiner Meinung nach nur mit nicht konventionellen Gefechtsköpfen ein "sinnvolles" Abschreckungsinstrument. China behauptet, dass die saudischen DF-3A nur konventionelle Gefechtsköpfe tragen können. China hat diese aber ursprünglich als Träger für nukleare Gefechtsköpfe entwickelt und Saudi Arabien soll das pakistanische Atomwaffenprogramm mitfinanziert haben.
Um das einzuordnen:
Israel hat den Atomwaffensperrvertrag nicht unterschrieben und sich nie selbst zur Nuklearmacht erklärt.
Saudi Arabien besitzt zwar Ballistische Raketen die potentiell als Atomwaffenträger geeignet wären, die sind aber nicht Bestandteil des Sperrvertrages. Ansonsten verfügt Saudi Arabien über keine Atomwaffen. Wie schnell die Saudis über den Link Pakistan in den Besitz von Atomwaffen geraten könnten ist jetzt die Preisfrage
Iran verfügt wie die Saudis über potentielle Atomwaffenträger und haben als Mitglied des Sperrvertrages der Internationale Atomenergie-Organisation Anreicherungsanlagen verheimlicht. Die Anreicherung ist Bestandteil des Atomabkommens mit dem Iran, das Raketenprogramm nicht. Israel und die USA beschuldigen den Iran, sich nicht an das Abkommen zu halten allgemein wird kritisiert, das die iranischen Raketen nicht Bestandteil des Vertrages sind.


Grundsätzlich haben die USA ihrem Ziel, den Iran als Nuklearmacht zu verhindern, sich mit dem Ausstieg aus dem Abkommen einen Bärendienst erwiesen. Die Schwächen des Abkommens hätte man durch zusätzliche Abkommen ausgleichen können, in dem z.B. Iran, Saudi Arabien, Türkei und Israel auf Raketen und Marschflugkörper mit der Reichweite über 1000 km verzichten.
Die aktuelle Lektion ist: Auf Grund der wirtschaftlichen Interessen Chinas und der EU in den USA ist die Langlebigkeit internationale Abkommen vom Wohlwollen der USA abhängig und das Wohlwollen kann sich alle 4 Jahre mit den Präsidentschaftswahlen ändern. Für den Iran bedeutet das, wenn der Iran die Atombombe entwickelt, dann haben sie das Wissen zum Bau der A- Bombe und die internationale Staatengemeinschaft wird nicht mit ihnen um die Entwicklung sondern um den Bau der Atombombe verhandeln.
 
xena
Beitrag 1. Jun 2019, 14:42 | Beitrag #2764
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Die Entwicklung einer Atombombe dürfte für ein gebildetes Land heute kein großes Ding mehr sein. Es geht eher um die Zeit, die man für die Anreicherung der ersten Bombe braucht und da waren die Iraner mitten drin, als es bekannt wurde und die Menge an Zentrifugen, um in der Zeit x genug Nachfolger herzustellen. Man kann davon ausgehen, dass die Iraner die Technik schon raus haben. Jetzt geht es wohl um die Komponenten, die wahrscheinlich nicht alle im Iran gefertigt werden.

Der Beitrag wurde von xena bearbeitet: 1. Jun 2019, 14:44


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Havoc
Beitrag 1. Jun 2019, 22:18 | Beitrag #2765
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ZITAT(xena @ 1. Jun 2019, 14:42) *
Die Entwicklung einer Atombombe dürfte für ein gebildetes Land heute kein großes Ding mehr sein. Es geht eher um die Zeit, die man für die Anreicherung der ersten Bombe braucht und da waren die Iraner mitten drin, als es bekannt wurde und die Menge an Zentrifugen, um in der Zeit x genug Nachfolger herzustellen. Man kann davon ausgehen, dass die Iraner die Technik schon raus haben. Jetzt geht es wohl um die Komponenten, die wahrscheinlich nicht alle im Iran gefertigt werden.


Die für die Atombombe benötigten Komponenten sind jetzt nicht Teil der Atombombe oder was willst Du damit sagen? Pakistan brauchte nicht für das Grundprinzip der A-Bombe über 10 Jahre, bis es technisch soweit war eine Atombombe zu bauen. Maßgeblich dabei war Abdul Kadir Khan, der in den Niederlanden die Zentrifugenentwürfe zur Urananreicherung stahl. Man weiß dass es Kontakte zwischen dem Iran und Khan gab. Nach dem der Iran hier im eigenen Saft schmort und nur über den Schwarzmarkt technisches Knowhow zukaufen kann, ist es fraglich ob der Iran soweit ist, alle notwendigen Komponenten zur Serienreife entwickelt zu haben, zumal das Ganze kompakt und leicht genug sein soll, damit das auf eine Shahab-3 passt. Wenn das Trägersystem eine Nutzlast von 1,2 Tonnen hat, dann würde die Entwicklung von Fat Man mit 4,7 Tonnen nicht wirklich helfen.
 
Saures Gurkerl
Beitrag 2. Jun 2019, 06:33 | Beitrag #2766
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ZITAT(Havoc @ 1. Jun 2019, 23:18) *
ZITAT(xena @ 1. Jun 2019, 14:42) *
Die Entwicklung einer Atombombe dürfte für ein gebildetes Land heute kein großes Ding mehr sein. Es geht eher um die Zeit, die man für die Anreicherung der ersten Bombe braucht und da waren die Iraner mitten drin, als es bekannt wurde und die Menge an Zentrifugen, um in der Zeit x genug Nachfolger herzustellen. Man kann davon ausgehen, dass die Iraner die Technik schon raus haben. Jetzt geht es wohl um die Komponenten, die wahrscheinlich nicht alle im Iran gefertigt werden.


Die für die Atombombe benötigten Komponenten sind jetzt nicht Teil der Atombombe oder was willst Du damit sagen? Pakistan brauchte nicht für das Grundprinzip der A-Bombe über 10 Jahre, bis es technisch soweit war eine Atombombe zu bauen. Maßgeblich dabei war Abdul Kadir Khan, der in den Niederlanden die Zentrifugenentwürfe zur Urananreicherung stahl. Man weiß dass es Kontakte zwischen dem Iran und Khan gab. Nach dem der Iran hier im eigenen Saft schmort und nur über den Schwarzmarkt technisches Knowhow zukaufen kann, ist es fraglich ob der Iran soweit ist, alle notwendigen Komponenten zur Serienreife entwickelt zu haben, zumal das Ganze kompakt und leicht genug sein soll, damit das auf eine Shahab-3 passt. Wenn das Trägersystem eine Nutzlast von 1,2 Tonnen hat, dann würde die Entwicklung von Fat Man mit 4,7 Tonnen nicht wirklich helfen.

Nicht nur das Gewicht, sondern auch vile andere Dinge wie Zuverlässigkeit. Sicherheit und Lebensdauer waren bei den ersten Bomben alles andere als optimal.
Die ersten Bomben des Typs Fat Man mussten mühevoll von Hand zusammengebaut werden, und hatten dann eine Lebensdauer von nur einigen Tagen.
Für die heutigen modernen Sprengköpfe war lange Entwicklung und auch viele Tests notwendig.
Selbst den Chinesen nach ein paar Dutzend Tests unterstellen noch manche Autoren (z.B. Jeffrey Lewis in Paper Tigers: China's Nuclear Posture) ein eher konservatives, also ein relativ schweres Sprengkopfdesign zu haben.
 
xena
Beitrag 2. Jun 2019, 13:11 | Beitrag #2767
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Man ist doch in der Technik viel weiter. Israel hat mit nur einem nachweisbaren Test anscheinend einen 500Kg Sprengkopf für ihre Jericho III entwickelt. Geht doch. Die Nordkoreanischen Sprengköpfe sind auch kleiner, allein weil ihre Trägersysteme nicht mehr tragen können und sie haben sicherlich mit weit weniger Know-How begonnen als die Israelis und Pakistanis und haben bis jetzt 6 Tests durchgeführt. Selbst die Pakistanis haben mit nur zwei Tests brauchbare Sprengköpfe für ihre relativ kleinen Trägersysteme entwickelt. Das allgemeine Know-How über Atomwaffen ist heute weit größer als 1945, oder vor 30 Jahren.


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revolution
Beitrag 2. Jun 2019, 13:50 | Beitrag #2768
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Der Iran hatte auch vor dem Atomabkommen nur bis 20 Prozent angereichert, wie das für die Produktion von medizinischen Isotopen notwendig ist. Für eine Atombombe braucht es über 90% Anreicherungsgrad. Dazwischen liegt keine technische Hürde, sondern ein paar Umdrehungen in der Zentrifuge. Die Selbstbeschränkung war daher bereits vor 2016 freiwillig und bedarfsorientiert. Mit Abschluss des internationalen Atomvertrages, wurden ca. 30.000 SWU von 42.000 SWU zur Urananreicherung stillgelegt, versiegelt. Der Anreicherungsgrad und die Gesamtmenge wurde auf 3.5% unter Aufsicht gedeckelt. Alles darüber hinaus wurde unter Aufsicht außer Landes gebracht.

Wenn die Rakete Shahab-3 ein Problem darstellen würde, dann würde mich das wundern. Die würde bereits bald 20 Jahren im Iran in Dienst gestellt und kann daher gar nicht gegen Sinn/Zweck/Gedanke des Zusatzprotokoll des Atomvertrages von 2016 verstoßen, denn die Rakete ist nicht "designed um Atomsprengköpfe zu tragen", da der Iran keine Atomsprengköpfe besitzt und sie fällt auch eben zeitlich nicht unter die entsprechende unverbindliche Aufforderungen, welche die USA und Frankreich zu thematisieren versuchen. So gesehen kann jede Haubitze als Atomwaffenträger fungieren. Das dieser Punkt Quatsch ist, wissen auch alle. Das Thema wird nur als Verhandlungsmasse ins Spiel gebracht, aber da gibt es nichts zu verhandeln

Die erwähnte pakistanische Atombombe (Khan) basiert mWn auf Plutonium. Im Iran existiert keine geeignete Anlage zur Produktion von atomwaffenfähigem Plutonium. Ein Pakistanischer Bauplan für eine Bombe wurde insofern nicht verfolgt, wie gern behauptet. Behaupten kostet ja auch nix. Es ist die Anreicherung von Uran die man stets im Irankontext faktisch thematisiert hat. Der einzige Schwerwasserreaktor, ein kleiner Forschungsreaktor, wurde übrigens trotzdem zerstört bzw unter Kontrolle der Atomenergiebehörde und mit Irans Einverständnis umgebaut.

Sowohl angereichertes Uran als auch Schwerwasser welches homäopathische Mengen überschreitet MUSSTE der Iran laut Vertrag verkaufen. Hat der Iran auch immer gemacht bis die USA den Verkauf/Kauf dieser Produkte unter Sanktionen gestellt hat.

So. Jetzt haben die USA und Europa es verzappelt. Die Reaktionen sind nun in den letzten Tag mehr oder weniger klar definiert und kommuniziert:

1) Erforschung "atomarer Schiffantriebe" (=90% Urananreicherung)
2) Rückbau/Modernisierung des Schwerwasserreaktors
3) Einführung einer neueren Generation von Zentrifugen mit dem Ziel 190.000 SWU zu erreichen (vgl. 42.000 SWU im Jahr 2016)
4) Keine Limits mehr für Produktion und Besitz von irgendwas
5) Volksabstimmung über Verbleib im JCPOA und Atomwaffensperrvertrag

Damit wäre der Iran innerhalb von 2-3 Jahren eine de facto Atommacht. Welche Regierung dann auch immer auf Trump in den USA folgt, darf sich dann mit diesen Szenario auseinanderzusetzen.

-Sanktionen? Welche noch?
-Militärschlag? Dann ist Zahltag.

Der Beitrag wurde von revolution bearbeitet: 2. Jun 2019, 14:43


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kato
Beitrag 2. Jun 2019, 16:00 | Beitrag #2769
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ZITAT(revolution @ 2. Jun 2019, 13:50) *
Dazwischen liegt keine technische Hürde, sondern ein paar Umdrehungen in der Zentrifuge.

Fünffacher Aufwand für 90% HEU gegenüber 19.9% LEU, 57-facher Aufwand gegenüber 3.5% LEU. Bezogen auf das Endprodukt.

Selbst eine vollständige Wiederinbetriebnahme der IR-2m und IR-4 als dedizierte Produktionslinie binnen einem halben Jahr produziert in den "2-3 Jahren" gerade mal 60 kg waffenfähiges HEU. Solangs keine Störfälle gibt.
 
xena
Beitrag 2. Jun 2019, 18:15 | Beitrag #2770
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Sollte für paar Bomben reichen, um das Design zu testen und paar zur Drohung.


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Saures Gurkerl
Beitrag 3. Jun 2019, 09:49 | Beitrag #2771
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ZITAT(xena @ 2. Jun 2019, 19:15) *
Sollte für paar Bomben reichen, um das Design zu testen und paar zur Drohung.

Das Design der Little Boy Uran-Bombe war so simpel, dass es gar nicht getestet werden musste. Macht den Uranpfad auch heute noch interessant.
 
Schwabo Elite
Beitrag 3. Jun 2019, 12:31 | Beitrag #2772
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Little Boy war aber auch extrem ineffizient und brauchte die doppelte Menge der kritischen Masse an spaltbarem Material für "Bullet" und "Target". Wenn man also Materialknappheit als Problem erkannt hat, ist das mitunter nicht die beste Lösung für ein Abschreckungsarsenal. Zumal Wir hier über Nuklearwaffen reden, die man auch noch verbringen muss. Und das ist bei den Waffen der ersten Generation schwierig: Die Ineffizienz hat schließlich auch ein hohes Gewicht. Und die 4.400 kg ohne jegliche Lenkmöglichkeiten müsste man ja auch erstmal in irgendein Ziel bringen können. Das liegt doch deutlich über dem, was iranische ballistische Raketen zu leisten vermögen, da liegt das Limit meines Wissens bei um die 1.000 kg.


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Quidquid latine dictum, altum videtur. -- Nενικήκαμεν! -- #flapjackmafia
 
Saures Gurkerl
Beitrag 3. Jun 2019, 14:07 | Beitrag #2773
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ZITAT(Schwabo Elite @ 3. Jun 2019, 13:31) *
Little Boy war aber auch extrem ineffizient und brauchte die doppelte Menge der kritischen Masse an spaltbarem Material für "Bullet" und "Target". Wenn man also Materialknappheit als Problem erkannt hat, ist das mitunter nicht die beste Lösung für ein Abschreckungsarsenal. Zumal Wir hier über Nuklearwaffen reden, die man auch noch verbringen muss. Und das ist bei den Waffen der ersten Generation schwierig: Die Ineffizienz hat schließlich auch ein hohes Gewicht. Und die 4.400 kg ohne jegliche Lenkmöglichkeiten müsste man ja auch erstmal in irgendein Ziel bringen können. Das liegt doch deutlich über dem, was iranische ballistische Raketen zu leisten vermögen, da liegt das Limit meines Wissens bei um die 1.000 kg.

Ich glaube nicht, dass jemand heute versuchen wird Little Boy 1:1 nachzubauen. Es gab auch wesentlich leichtere Designs nach dem Gun Prinzip, z.B: https://en.wikipedia.org/wiki/W9_(nuclear_warhead)


 
revolution
Beitrag 3. Jun 2019, 23:14 | Beitrag #2774
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Witzig, wie seit Anbeginn der Atomdebatte darüber spekuliert wird, wie wohl der Iran seine erste Atombombe bauen wird und dass die Raketen ein Schlüssel dazu wären. Wenn die Rüstungsforschung und Einkäufer der Islamischen Republik von den 80ern bis heute wirklich um jeden Preis darauf abgesehen hätten, eine Atomwaffe zu beschaffen, dann hätten sie heute eine. Selbst wenn diese dafür mit dem Dromedar aus Nordkorea oder Pakistan in den Iran zu transportieren gewesen wäre. Bei allem Respekt vor den Kompetenzen der Feldforscher der 40-70er Jahre, aber im Zuge der weltweiten Proliferation von fertigen und halbfertigen Elementen, breitem Zugang zu Information ist die Beschaffung einer Bombe umsetzbar,

Eine Atomwaffe ist im Kerngedanken eine spieltheoretische Komponente, die in Richtung "theoretischer Unangreifbarkeit" zielt. Bereits wer den atomaren Kreislauf nachweislich auf industriellem Level beherrscht, der redet auf Augenhöhe mit denen, die meinen die Regeln diktieren zu müssen. Darum geht es doch. Der mit den Weltmächten abgeschlossene Atomvertrag erkennt diese Fähigkeit durch seinen einschränkenden Charakter an, gibt dem Iran dafür Zugang zur Weltwirtschaft.

Der Iran konnte und kann sich weiterhin den Aufwand und die Gefahren des Nachbaus einer der verbreiteten A-Waffenkonzepte schlicht sparen, wenn er nur die Kompetenz und Kapazität glaubhaft vorweisen kann, innerhalb kurzer Zeit, eine atomare Vergeltungswaffe zu produzieren. Eine "de-facto" Atommacht quasi zu sein. Für das regionale Machtgefüge gegenüber Israel, Saudi Arabien, Pakistan, Russland, NATO/Türkei reicht das ja quasi. wenn die Bombe in der Theorie bzw in Puzzeln existiert. Ähnlich wie in Japan oder Deutschland.

Darüber hinaus baut der Iran offenbar Raketen im industriellen Maßstab, aber nachweislich keine Atomwaffe, geschweige denn die theoretische Kapazität dafür. Also laut Atominspekteure und aller Geheimdienste außer dem israelischen. Insofern macht es für den Iran Sinn, die angesprochenen Raketen, die zu zehntausenden gebaut wurden auf eine effektiv taktische Einsatzfähigkeit hin zu optimieren.

Da die islamische Juristriktion von Präsident Rohani, über diverse Gremienbeteiligung bis zu Ayatollah Khamenei, angefangen mit Fatwa gegen Atomwaffen durch den Religiösen Führer persönlich, bis hin zum Atomvertrag durch die weltliche Basis, mit bestätigtem Abbau & Ausfuhr der theoretischen atomaren Kapazitäten ihre Karten sowas von blank gespielt hat, werden sie die verbliebenen Vertragspartner des JCPOA mit Rückenwind von Parlament und Technokraten durch einen schrittweisen Rückbau vom Rückbau unter Druck setzen, ihrem Teil der Vertragspflichten innerhalb gesetzter Fristen nachzukommen. Sprich: Entsprechender Zugang zum weltweiten Finanzsystem und Handel. Das wird man bis zur Wahl in den USA oder (Bürger-)Krieg im Iran auch so durchziehen. In Anbetracht des effektiven Totalembargos gegen den Iran bleibt letztlich auch kein anderer Weg.

Der Beitrag wurde von revolution bearbeitet: 4. Jun 2019, 00:01


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xena
Beitrag 4. Jun 2019, 02:37 | Beitrag #2775
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Welchen Sinn macht es hier mit Little Boy aufzuschlagen? Die Technik und das Wissen sind doch viel weiter. Heute lassen sich doch weit effektivere Fissionsbomben bauen. Ich glaube, dass die Theorie schon lange fertig ist im Iran. Es dürfte nur noch das waffenfähige Material fehlen.


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Saures Gurkerl
Beitrag 4. Jun 2019, 13:34 | Beitrag #2776
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ZITAT(xena @ 4. Jun 2019, 03:37) *
Welchen Sinn macht es hier mit Little Boy aufzuschlagen? Die Technik und das Wissen sind doch viel weiter. Heute lassen sich doch weit effektivere Fissionsbomben bauen. Ich glaube, dass die Theorie schon lange fertig ist im Iran. Es dürfte nur noch das waffenfähige Material fehlen.

Little Boy ist nur eine theoretische Minimallösung. Mit ausreichender Menge an angereichertem Uran lässt sich mindestens eine Little Boy bauen.
 
 
 

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Vereinfachte Darstellung Aktuelles Datum: 19. June 2019 - 21:51