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> Bürgerkriege in Syrien und im Irak, Die Neuordnung Mesopotamiens?
Schwabo Elite
Beitrag 14. Oct 2019, 10:05 | Beitrag #4681
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@rekrats
Mal als Grundlage: Man muss kein "Staat" sein und schon lange kein anerkannter Staat (was auch schwammig ist als Begriff), um ein Völkerrechtssubjekt zu sein. Es hilft sehr so ein Staat zu sein, aber es ist überhaupt nicht notwendig. Alles andere wäre ziemlich furchtbar: Man könnte dann keine Individuen für Verstöße gegen internationales Recht anklagen oder Minderheiten Rechte zusprechen. Genau das tut aber die UNO z. B. per der UN Declaration on the Rights of Persons belonging to National, Ethnic, Religious and Linguistic Minorities.


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PeterPetersen
Beitrag 14. Oct 2019, 14:03 | Beitrag #4682
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Hallo,

ich schreibe hier sehr selten, lese aber immer wieder mit.

Aktuell scheint es ja so zu sein, als ob Assad den Kurden zur Hilfe kommt. Dabei dürfte er doch keine Chance gegen die türkische Armee haben. Selbst wenn die Russen ihre dort stationierten Flugzeuge und Luftabwehr in den Kampf werfen würden, gegen die 600 türkischen Flugzeugen hätten sie am Ende keine Chance. Ausserdem könnte die Türkei dann sogar die NATO zur Hilfe rufen.

Ist es nicht viel wahrscheinlicher, dass das ganze ein abgekartetes Spiel zwischen Putin und Edogan ist und wir hier sowas wie die moderne Version des Molotov-Ribbentrop Paktes sehen?


 
400plus
Beitrag 14. Oct 2019, 14:14 | Beitrag #4683
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ZITAT(PeterPetersen @ 14. Oct 2019, 15:03) *
Ausserdem könnte die Türkei dann sogar die NATO zur Hilfe rufen.


Könnte er schon, aber besonders aussichtsreich wäre dies in meinen Augen nicht. Wenn die Syrer und Russen türkische Truppen in Syrien aufhalten, ist das erst einmal kein Fall für den Nordatlantikpakt. Das könnte es vielleicht werden, falls (sehr hypothetisch) die russisch-syrische Allianz die Türken zurückwirft und in der Türkei einmarschiert, aber auch dann könnte man fragen, ob hier ein "bewaffneter Angriff" vorliegt, da die ursprüngliche Aggression ja eindeutig von der Türkei ausging.

ZITAT(PeterPetersen @ 14. Oct 2019, 15:03) *
Ist es nicht viel wahrscheinlicher, dass das ganze ein abgekartetes Spiel zwischen Putin und Edogan ist und wir hier sowas wie die moderne Version des Molotov-Ribbentrop Paktes sehen?


Der Einmarsch bietet für Russland durchaus gewisse Chancen, siehe die Analyse der NZZ hier. Ich würde nicht ausschließen wollen, dass man sich ggfs. vorab verständigt hat, wo die "Linien im Sand" verlaufen. Dass alles orchestriert ist, glaube ich aber dann nicht, weil die ganze Sache im Endeffekt ja auch nur funktioniert, weil Trump mitgespielt hat.
 
Stefan Kotsch
Beitrag 14. Oct 2019, 14:14 | Beitrag #4684
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Ich weiss nicht, ob die USA einen schriftlichen oder sonst irgend einen VERTRAG mit den Kurden dort abgeschlossen haben. Und natürlich kann man als Staat immer sagen - "Was interessiert mich mein Geschwätz von vorgestern".

Eine solide, strategisch ausgerichtete Politik in dieser Region ist das in keinem Fall. Den Kurden hat man jedenfalls das Gefühl vermittelt, man sehe in ihnen Verbündete. Den Kurden nun in den Hintern zu treten ist das Gegenteil von auf Vertrauen aufgebauter solider, strategisch ausgerichteteter Politik. Die Macht die eigentlich die freiheitliche liberalen Werte des Westens in der Region hochhalten sollte (jaaa, ein "Ideal", ich weiss das), gibt nun genau den Mächten vollen Freiraum, die für Autoritarismus stehen und die in den Menschenrechten nur ein Hindernis bei der eigenen Machterhaltung sehen.

Insofern ist Rekrats Einlassung, die Kurden seien "kein völkerrechtliches Subjekt und können kein "Bündnis" eingehen" in dieser Situation ziemlich sinnfrei.
 
Seneca
Beitrag 14. Oct 2019, 15:46 | Beitrag #4685
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Ex- Verteidigungsminister Mattis ist mit Trumps Entscheidung nicht einverstanden.In der Sendung " Meet the press" kritisiert er deutlich den Vertrauensbruch gegenüber den kurdischen Kräften durch den Abzug von US- Truppen. " Wir haben im Kampf gegen den IS weniger als ein dutzend Soldaten verloren, die SDF ca. 11.000 ."
https://www.google.com/url?sa=t&source=...phjJxSQReEkjFfc
https://www.bild.de/politik/trump/politik-a...28708.bild.html
 
Parsifal
Beitrag 14. Oct 2019, 17:28 | Beitrag #4686
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ZITAT(Stefan Kotsch @ 14. Oct 2019, 15:14) *
Ich weiss nicht, ob die USA einen schriftlichen oder sonst irgend einen VERTRAG mit den Kurden dort abgeschlossen haben. Und natürlich kann man als Staat immer sagen - "Was interessiert mich mein Geschwätz von vorgestern".

Eine solide, strategisch ausgerichtete Politik in dieser Region ist das in keinem Fall. Den Kurden hat man jedenfalls das Gefühl vermittelt, man sehe in ihnen Verbündete. Den Kurden nun in den Hintern zu treten ist das Gegenteil von auf Vertrauen aufgebauter solider, strategisch ausgerichteteter Politik. Die Macht die eigentlich die freiheitliche liberalen Werte des Westens in der Region hochhalten sollte (jaaa, ein "Ideal", ich weiss das), gibt nun genau den Mächten vollen Freiraum, die für Autoritarismus stehen und die in den Menschenrechten nur ein Hindernis bei der eigenen Machterhaltung sehen.

Insofern ist Rekrats Einlassung, die Kurden seien "kein völkerrechtliches Subjekt und können kein "Bündnis" eingehen" in dieser Situation ziemlich sinnfrei.


Den Kurden kann man aber schon vorhalten, dass sie sich nicht vorbereitet und den USA zu stark vertraut hatten. Einer USA zu vertrauen ist das eine. Einer Regierung Trump zu vertrauen das nächste. Im Grunde kann man gar einem Trump und auch der USA aber auch keinen großen Vorwurf machen. Trump versprach seinen US-Wählern, und nur denen ist er verpflichtet, dass er die Truppen heim holt. Klar unter geostrategischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Daher ist er, bzw. diese Regierung in Afghanistan verblieben und wird sich in Saudi Arabien nun evtl. engagieren. Was ich ausdrücken will: Die "Opfer" bzw. die Kurden müssen sich schon gefallen lassen, nicht vorher die diplomatischen Fühler ausgefahren zu haben und Kompromisse mit ihren Nachbarn geschlossen zu haben. Sie konnten weder erwarten, von den Türken verschont zu werden, noch von den Syrern, Iranern und Irakern bedingungslos unterstützt zu werden. Wenn die SAA nun unterstützt, dann hat das den Preis, dass Assad seinen Anspruch auf das Land und die Ölquellen hält. Da wäre ein kurdisches Autonomiegebiet innerhalb Syriens noch das Maximum, welches zu verhandeln wäre.


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Glorfindel
Beitrag 14. Oct 2019, 18:29 | Beitrag #4687
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Die Kurden haben sich mit dem Amis verbündet, weil das die einzigen waren, welche bereit waren ihnen zu helfen. Das kann man man ihnen nicht vorwerfen. Die Kurden gelten als das grösste Volk ohne eigenen Staat. Sie werden im Irak, in Syrien, im Iran und der Türkei diskriminiert. Für die Kurden macht es noch weniger Sinn auf diese Staaten zu vertraue n als den Amis.

Was Trump betrifft: Der hat alles Mögliche versprochen, u.a. den IS zu besiegen. Ein Truppenabzug steht im Widerspruch zumindest zu einen Teil seiner Versprechen. Die Aussenpolitik von Trump ist erratisch. Ein Plan oder Sinn ist nicht erkennen, mit Ausnahme Unruhe zu verursachen und von eigenen Fehlern abzulenken.


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"Dort stand das Haus der Goldenen Blume, deren Männer eine Strahlensonne auf den Schilden hatten und ihr Anführer, Glorfindel, trug einen Mantel so kunstvoll mit Goldfäden durchwirkt, dass er gelb durchschossen war wie ein Feld im Frühling; und ihre Waffen waren kunstvoll mit Gold überzogen."
 
seventy6er
Beitrag 14. Oct 2019, 18:34 | Beitrag #4688
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Wie befürchtet scheinen ja mehrere Hundert IS-Schergen die Lage genutzt zu haben, um ihren kurdischen Bewachern zu entkommen. Mehrere Tausend Kämpfer sind wohl noch in Lagern festgesetzt, fragt sich nur wie lange. Sollten die EU-Staaten nicht in ihrem ureigensten Interesse eine Militäraktion in Betracht ziehen, um mit Spezialkräften oder spezialisierten Kräften die Lager zu sichern und die IS-Kämpfer an andere Orte zu verbringen, an denen die Bewachung sichergestellt ist? Notfalls vielleicht sogar ohne Mandat?

Es scheint mir keine besonders gute Idee zu sein, die Dinge einfach geschehen zu lassen und sich hinterher mit den Auswirkungen auseinandersetzen zu müssen.
 
Parsifal
Beitrag 14. Oct 2019, 19:04 | Beitrag #4689
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ZITAT(Glorfindel @ 14. Oct 2019, 19:29) *
Die Kurden haben sich mit dem Amis verbündet, weil das die einzigen waren, welche bereit waren ihnen bedingungslos zu helfen. Das kann man man ihnen nicht vorwerfen. Die Kurden gelten als das grösste Volk ohne eigenen Staat. Sie werden im Irak, in Syrien, im Iran und der Türkei diskriminiert kleingehalten. Für die Kurden macht es noch weniger mehr Sinn auf diese sich mit diesen Staaten gut zu vertraue n stellen als mit den Amis.

Was Trump betrifft: Der hat alles Mögliche versprochen, u.a. den IS zu besiegen. Ein Truppenabzug steht nicht im Widerspruch zumindest zu einen Teil seiner Wahl-Versprechen. Die Aussenpolitik von Trump ist erratisch interessengelenkt, pragmatisch, zu einem guten Teil auch tagesformabhängig und spontan. Ein Plan oder Sinn ist nicht entsprechend zu erkennen, gewürzt mit Ausnahme Unruhe zu verursachen und von eigenen Fehlern abzulenken. Sein Kunde ist der US-Wähler, der für ein kurdisches Drecksloch keinen GI opfern mag. Kurdische Ölquellen sind nett, bieten aber kurz- bis mittelfristig keinen ROI, vor allem, da in Nordsyrien keine extrem starken Kräfte stationiert sind und die Versorgung nicht trivial ist. Er will von der Politik des "Nationbuilding" und des "Regiemchange" abrücken. In Afghanistan und Saudi-Arabien gibts gerade genug Verpflichtung. Wenn europäische Staaten sich nun mit einem unverschämten türkischen Staat sowie einer Flüchtlingswelle konfrontiert sehen, dann sollen die doch Soldaten entsenden. Die USA werden sich da nicht querlegen.


Ich hab das mal im Sinne der US-Interessen korrigiert. Bittedankeschonokayso smile.gif


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rekrats
Beitrag 14. Oct 2019, 20:09 | Beitrag #4690
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ZITAT(Glorfindel @ 14. Oct 2019, 10:38) *
PS: eine solche Begründung für das amerikanische Verhalten halte ich im Übrigen für absolut billig und für amateurjuristische Spitzfindigkeit. Wie schwach die Ausreden von Trump sind, zeigt sich ja, wenn er z.B. darauf verweist, dass die Kurden den Amerikanern nicht in der Normandie beigestanden hätten oder das Türken und Kurden sich ohnehin schon seit Jahrhunderten bekämpfen würden. Völlig ausgeblendet wird dabei, dass das Verhalten der Regierung Trump
- eine zumindest in Bezug auf den IS erfolgreiche US-Politik in Syrien völlig zerstört
- das Feld den erklärten Feinden der USA, insbesondere dem Iran, von der Türkei unterstützte Dschihadisten sowie dem IS überlässt
- das Vertrauen in die US-Politik der Verbündeten nachhaltig erschüttert wird
- die von den Kurden beherrschte, mühsam stabilisierte Region erneut destabilisiert wird
- schwere Menschenrechtsverletzung von den Türken bzw. deren eingesetzten syrischen Kampfverbände begangen werden, wie Folter, Mord und Vertreibungen.


Ob etwas "billig" ist kann ich nicht beurteilen. Was eine "amateurjuristische Spitzfindigkeit" ist kann ich auch nicht beurteilen da ich weder amateurjurist noch ausgebildeter bin. Wenn ich Juristen benötige kauf ich mir ggf. einen ein. Was die Beweggründe der Regierung Trump sind kann ich auch nicht sagen. Was ich jedoch sagen kann ist dass die USA sich nun einmal immer darauf beschränkt haben den IS zu bekämpfen, dass Trump nie ein Geheimnis aus seinem Plan gemacht hat aus aus Syrien abzuziehen, dass Erdogan relativ radikal seine eigenen Pläne verfolgt und insbesondere dass "Menschenrechte" in der Gegen am Ende des Tages wenig zählen.

Trump interessieren genau US Interessen und sonst nichts. Daraus hat er aber auch absolut nie ein Geheimnis gemacht - im Gegenteil hat er damit seine Wahl auch gewonnen.

ZITAT(Schwabo Elite @ 14. Oct 2019, 11:05) *
@rekrats
Mal als Grundlage: Man muss kein "Staat" sein und schon lange kein anerkannter Staat (was auch schwammig ist als Begriff), um ein Völkerrechtssubjekt zu sein. Es hilft sehr so ein Staat zu sein, aber es ist überhaupt nicht notwendig. Alles andere wäre ziemlich furchtbar: Man könnte dann keine Individuen für Verstöße gegen internationales Recht anklagen oder Minderheiten Rechte zusprechen. Genau das tut aber die UNO z. B. per der UN Declaration on the Rights of Persons belonging to National, Ethnic, Religious and Linguistic Minorities.


Ich habe bewusst den Terminus Völkerrechtssubjekt verwendet. Das Wort
ZITAT(Schwabo Elite @ 14. Oct 2019, 11:05) *
"Staat"
kommt in meinen zwei Postings bewusst nicht vor.
 
Nite
Beitrag 14. Oct 2019, 20:15 | Beitrag #4691
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ZITAT(rekrats @ 14. Oct 2019, 21:09) *
Trump interessieren genau US Interessen und sonst nichts.

Trump ist mehr als gewillt die Interessen der USA vor einen fahrenden Zug zu werfen wenn es seinen persönlichen Interessen dient.


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#flapjackmafia #GuaranáAntarctica #arrr #PyramidHoneyTruther
 
Schwabo Elite
Beitrag 14. Oct 2019, 20:25 | Beitrag #4692
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ZITAT(Glorfindel @ 14. Oct 2019, 19:29) *
Die Kurden haben sich mit dem Amis verbündet, weil das die einzigen waren, welche bereit waren ihnen zu helfen.

Ja und zudem, was hätten die Kurden machen sollen? Die USA sind natürliche Verbündete gegen den IS gewesen, weil auch die Kurden die einzigen organisierten Kämpfer vor Ort waren, die etwas gegen den IS gemacht haben. Man schlägt doch keine Spenden und Mittel aus, für etwas, das man ohnehin tun wird. Und gegen die Türkei sich vorzubereiten ist kaum möglich. Einen symetrischen Konflikt werden die Kurden immer verlieren.


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Schwabo Elite
Beitrag 14. Oct 2019, 20:27 | Beitrag #4693
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ZITAT(rekrats @ 14. Oct 2019, 21:09) *
Ich habe bewusst den Terminus Völkerrechtssubjekt verwendet. Das Wort
ZITAT(Schwabo Elite @ 14. Oct 2019, 11:05) *
"Staat"
kommt in meinen zwei Postings bewusst nicht vor.


Wenn Du nicht einmal "Staat" meintest, wird es nur noch weniger sinnig. Subjekt des Völkerrechts ist vom Individuum bis zur UNO hinauf potentiell alles.

Der Beitrag wurde von Schwabo Elite bearbeitet: 14. Oct 2019, 20:28


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rekrats
Beitrag 14. Oct 2019, 21:22 | Beitrag #4694
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ZITAT(Schwabo Elite @ 14. Oct 2019, 21:27) *
ZITAT(rekrats @ 14. Oct 2019, 21:09) *
Ich habe bewusst den Terminus Völkerrechtssubjekt verwendet. Das Wort
ZITAT(Schwabo Elite @ 14. Oct 2019, 11:05) *
"Staat"
kommt in meinen zwei Postings bewusst nicht vor.


Wenn Du nicht einmal "Staat" meintest, wird es nur noch weniger sinnig. Subjekt des Völkerrechts ist vom Individuum bis zur UNO hinauf potentiell alles.


Ein Völkerrechtssubjekt ist nun einmal nicht "Alles" aber mehr als ein Staat. Unabhängig davon hat mein Vorposter von "Pakt" bzw. "Verträgen" gesprochen. Da die Kurden kein Völkerrechtssubjekt sind kann es keine völkerrechtlich bindenden Verträge geben. Damit kann eine "Aufkündigung" der "Verträge", insofern es Sie überhaupt geben sollte, maximal nach US Recht zu Konsequenzen führen. Eventuelle Klagen von US Gerichten wären mir nicht bekannt. Wüsste nicht was man hier noch mehr Diskutieren müsste. Blöd für die Kurden, war aber leider absehbar.

P.s.: Abgesehen vom Pontifex Maximus wäre mir kein Individuum bekannt welches ein Völkerrechtssubjekt ist. Lass mich aber gerne korrigieren und lerne immer gerne dazu.

Der Beitrag wurde von rekrats bearbeitet: 14. Oct 2019, 21:50
 
Stefan Kotsch
Beitrag 14. Oct 2019, 22:24 | Beitrag #4695
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Panzergrenadiern...
Beitrag 15. Oct 2019, 06:48 | Beitrag #4696
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Mich würde interessieren, inwieweit die Armeen von Assad und den Kurden gegen die türkische bestehen können.
 
Schwabo Elite
Beitrag 15. Oct 2019, 07:56 | Beitrag #4697
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@rekrats
Lies mein Posting genauer: "potentiell alles" ist nicht "alles", sondern eben potentiell, hier bezogen auf Ebenen bzw. Größenordnungen.

Und natürlich sind "die Kurden" ein Völkerrechtssubjekt. Sie sind sogar mehrere, weil es mehrere kurdische Gruppierungen gibt.

Zu Deiner Frage welches Individuum ein Völkerrechtssubjekt ist: Jedes Individuum ist ein Völkerrechtssubjekt, wenn völkerrechtliche Belange auf ihn oder sie (etc.) projiziert werden, z. B. in Fragen des internationalen Strafrechts.


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Crazy Butcher
Beitrag 15. Oct 2019, 19:14 | Beitrag #4698
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ZITAT(Panzergrenadiernot @ 15. Oct 2019, 07:48) *
Mich würde interessieren, inwieweit die Armeen von Assad und den Kurden gegen die türkische bestehen können.

Diese Frage soll erstmal unbeantwortet bleiben. Russische MP soll wohl aktuell die Räume zwischen den türkischen und syrischen Streitkräften füllen und so ein Aufeinandertreffen verhindern.
Zeit - Russisches Militär zwischen syrischen und türkischen Truppen


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- General Downer in 'Over There'
 
Schwabo Elite
Beitrag 15. Oct 2019, 21:01 | Beitrag #4699
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Was sagen die Kurden dazu, die sich Hilfe von der syrischen Armee erwünschten? Oder machen die Russen jetzt die Arbeit der arabischen Freischärler, die die Arbeit der Türken machen sollten?


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Crazy Butcher
Beitrag Gestern, 11:21 | Beitrag #4700
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ZITAT(Schwabo Elite @ 15. Oct 2019, 22:01) *
Was sagen die Kurden dazu, die sich Hilfe von der syrischen Armee erwünschten? Oder machen die Russen jetzt die Arbeit der arabischen Freischärler, die die Arbeit der Türken machen sollten?

Die Kurden werden mit Sicherheit nicht (nur) mit der syrischen Seite verhandelt haben, als sie Unterstützung angefragt haben. In Syrien geht militärisch nicht viel ohne Zustimmung der russischen Seite und das wissen sie ganz genau. Die Anwesenheit der russischen Militärpolizei war dort bisher fast Überall Garant dafür, dass es ruhig bleibt. Wird den Kurden sogar lieber sein, als bloße Anwesenheit der syrischen Armee.

Der Beitrag wurde von Crazy Butcher bearbeitet: Gestern, 17:55


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rekrats
Beitrag Gestern, 19:18 | Beitrag #4701
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ZITAT(Schwabo Elite @ 15. Oct 2019, 08:56) *
@rekrats
Lies mein Posting genauer: "potentiell alles" ist nicht "alles", sondern eben potentiell, hier bezogen auf Ebenen bzw. Größenordnungen.

Und natürlich sind "die Kurden" ein Völkerrechtssubjekt. Sie sind sogar mehrere, weil es mehrere kurdische Gruppierungen gibt.

Zu Deiner Frage welches Individuum ein Völkerrechtssubjekt ist: Jedes Individuum ist ein Völkerrechtssubjekt, wenn völkerrechtliche Belange auf ihn oder sie (etc.) projiziert werden, z. B. in Fragen des internationalen Strafrechts.


Ich halte mich da dann doch eher an die klassische Interpretation smile.gif
Wie gesagt, muss auch nicht endlos diskutiert werden.

ZITAT(Panzergrenadiernot @ 15. Oct 2019, 07:48) *
Mich würde interessieren, inwieweit die Armeen von Assad und den Kurden gegen die türkische bestehen können.


Assads Armee recht sicher gar nicht. Die Frage ist eher ob die Türkei einen völkerrechtlich relevanten Konflikt provozieren will. Kämpfe im größeren Stil zuwischen der türkischen und der syrischen Armee sind dann doch ein wenig mehr als das was gerade abläuft.

Der Beitrag wurde von rekrats bearbeitet: Gestern, 19:36
 
Schwabo Elite
Beitrag Gestern, 19:45 | Beitrag #4702
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Was soll die klassische Interpretation sein? Kriegsverbrecherprozesse, supranationale Entitäten und Verträge mit nicht-staatlichen Gruppierungen sind seit Jahrzehnten bis Jahrtausenden üblich.


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Beitrag Gestern, 19:56 | Beitrag #4703
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Und völkerrechtlich relevant ist der Einmarsch bereits jetzt.


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rekrats
Beitrag Gestern, 20:28 | Beitrag #4704
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ZITAT(Schwabo Elite @ 16. Oct 2019, 20:45) *
Was soll die klassische Interpretation sein? Kriegsverbrecherprozesse, supranationale Entitäten und Verträge mit nicht-staatlichen Gruppierungen sind seit Jahrzehnten bis Jahrtausenden üblich.


Die klassische Interpretation ist diejenige, welche Google nach ca. 3 Sekunden suchen in Unmengen am Quellen ausspuckt. Staaten, ausgewählte Organisationen und angeblich der Pontifex Maximus.

ZITAT(Nite @ 16. Oct 2019, 20:56) *
Und völkerrechtlich relevant ist der Einmarsch bereits jetzt.


Natürlich, sehe ich auch so. Aber er ist es weil Syrien und die Türkei Staaten und somit klassische Völkerrechtssubjekte sind. Man darf ja nicht vergessen, die Türkei hat die Absicht auf das Staatsgebiet Syriens vorzudringen.

 
Nite
Beitrag Gestern, 20:56 | Beitrag #4705
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ZITAT(rekrats @ 16. Oct 2019, 21:28) *
die Türkei hat die Absicht auf das Staatsgebiet Syriens vorzudringen.

Von Absicht konnte man vor einer Woche sprechen.
Sofern sich Rojava nicht ganz schnell von Syrien abspaltet (und nach dem Deal der SDF mit Assad und den Russen sieht es nicht danach aus) ist die Türkei bereits auf syrisches Staatsgebiet vorgedrungen.


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Glorfindel
Beitrag Heute, 06:51 | Beitrag #4706
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Ich vermute langsam, dass der US-Abzug deshalb erfolgte, weil Trump glaubte damit von anderem ablenken zu können (und er von den Syrien weniger versteht als der durchschnittliche WHQ-User). Es wird ihn vermutlich nun brutal ärgern, dass der Abzug allgemein, insbesodere aber auch von Ex-Militärs als US-Niederlage und Erfolg für des IS und Assad gewertet wird. Dass die Russen nun in den US-Stützpunkten sitzen ist gerade zu ein Symbol dafür.


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400plus
Beitrag Heute, 09:01 | Beitrag #4707
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Ich glaube vor allem, dass Trump einfach mal wieder rein impulsiv gehandelt und seine eigenen Leute überrascht hat. Die Amerikaner haben mit zwei Strike Eagle sogar ihr altes Hauptquartier bombardiert, um die dort noch verwahrte Munition zu zerstören. Komplett überstürzter Rückzug.
 
Ta152
Beitrag Heute, 09:45 | Beitrag #4708
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ZITAT(Glorfindel @ 17. Oct 2019, 07:51) *
< snip > als US-Niederlage und Erfolg für des IS und Assad < snip >



Und Rußlands und der Türkei.

Eigentlich haben alle gewonnen außer die USA und die Kurden.


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Nite
Beitrag Heute, 09:56 | Beitrag #4709
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ZITAT(400plus @ 17. Oct 2019, 10:01) *
Ich glaube vor allem, dass Trump einfach mal wieder rein impulsiv gehandelt und seine eigenen Leute überrascht hat.

Es spricht alles dafür, vor allem Trumps widersprüchliches Vorgehen Erdogan erst implizit grünes Licht zu geben und Sanktionen gegen die Türkei zu verhängen.

ZITAT(400plus @ 17. Oct 2019, 10:01) *
Die Amerikaner haben mit zwei Strike Eagle sogar ihr altes Hauptquartier bombardiert, um die dort noch verwahrte Munition zu zerstören.

Das ist aus militärischer Sicht zumindest nachvollziehbar.

Der Beitrag wurde von Nite bearbeitet: Heute, 10:21


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Nite
Beitrag Heute, 10:01 | Beitrag #4710
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ZITAT(Ta152 @ 17. Oct 2019, 10:45) *
ZITAT(Glorfindel @ 17. Oct 2019, 07:51) *
< snip > als US-Niederlage und Erfolg für des IS und Assad < snip >



Und Rußlands und der TürkeiErdogan.

Eigentlich haben alle gewonnen außer die USA und die Kurden.

fixed

Erdogan hat bisher vom Mobiliserungseffekt profitiert.
Ob die Türkei durch die Offensive wirklich etwas gewonnen hat wird sich zeigen. Bisher hat man die eigenen militärischen Ziele nicht erreicht, und es stellt sich die Frage ob der politische Fallout des Ganzen es überhaupt wert ist.


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